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Tianeptin: Nebenwirkungen und Wirkung

Tianeptin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum zur Behandlung von Episoden einer Major Depression bei Erwachsenen. Häufig sind unter anderem Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Mundtrockenheit; gelegentlich kommt es zu Missbrauch und Abhängigkeit. Bei Suizidgedanken, einer Verschlechterung der Erkrankung oder ungewöhnlichen Verhaltensänderungen sollten Behandelte und Angehörige laut Fachinformation unverzüglich medizinischen Rat einholen.

Mann in den Vierzigern steht nachdenklich an einem großen Fenster und schaut in einen grünen Garten
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Appetitlosigkeit (Anorexie)[1]
  • Häufig: Alpträume[1]
  • Häufig: Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen[1]
  • Häufig: Ohnmacht und Zittern (Tremor)[1]
  • Häufig: Beeinträchtigtes Sehvermögen[1]
  • Häufig: Herzrasen (Tachykardie), Extraschläge des Herzens (Extrasystolen) und Schmerzen in der Herzgegend (präkordiale Schmerzen, Brustschmerz)[1]
  • Häufig: Hitzewallungen[1]
  • Häufig: Atemnot (Dyspnoe)[1]
  • Häufig: Magenschmerzen (Gastralgie), Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Übelkeit, Erbrechen[1]
  • Häufig: Darmträgheit, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Durchfall (Diarrhö), Blähungen, Sodbrennen[1]
  • Häufig: Rückenschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie)[1]
  • Häufig: Schwäche (Asthenie) und das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben[1]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Tianeptin eingesetzt?

Tianeptin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antidepressiva [1, 2]. Zugelassen ist er zur Behandlung von Episoden einer Major Depression bei Erwachsenen [1]. Mehr über die Erkrankung lesen Sie auf der Seite Depression.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren darf Tianeptin nicht angewendet werden, bei Jugendlichen von 15 bis unter 18 Jahren sollte es nicht angewendet werden [1]. In klinischen Studien wurden bei Kindern und Jugendlichen, die Antidepressiva erhielten, Suizidversuche, Suizidgedanken und Feindseligkeit häufiger beobachtet als unter Placebo [1]. Grundlage dieser Seite ist die Fachinformation von Tianeurax 12,5 mg Filmtabletten mit Stand Februar 2020 [1].

Wie wirkt Tianeptin?

Die Fachinformation ordnet Tianeptin den trizyklischen Antidepressiva zu [1]. In Tierversuchen erhöhte Tianeptin die elektrische Aktivität bestimmter Nervenzellen im Hippocampus und beschleunigte deren Erholung nach einer Hemmung; außerdem erhöhte es die Wiederaufnahme des Botenstoffs Serotonin in Nervenzellen der Hirnrinde und des Hippocampus [1].

Laut Fachinformation hat Tianeptin keine Wirkung auf Schlaf oder Wachheit und keine anticholinergen Wirkungen [1]. Es wird schnell und nahezu vollständig aufgenommen; die höchste Konzentration im Blut ist 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht. Die Eliminationshalbwertszeit liegt bei 2,5 bis 3 Stunden, beim wirksamen Abbauprodukt MC5 bei 7 bis 8 Stunden; bei Menschen über 70 Jahren ist sie verlängert [1]. Tianeptin wird überwiegend in der Leber abgebaut, aber nicht über das Cytochrom-P450-System [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus der Fachinformation. "Häufig" heißt: bei bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Gelegentlich kommt es zu Arzneimittelmissbrauch und Abhängigkeit, besonders bei Menschen unter 50 Jahren, die früher Alkohol oder Drogen missbraucht haben [1]. Ein zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) wurde vor allem bei älteren Menschen berichtet, wahrscheinlich als Folge einer unangemessenen Ausschüttung des antidiuretischen Hormons (SIADH) [1]. Leberentzündungen können laut Fachinformation außergewöhnlich schwer verlaufen [1]. Mehr dazu auf den Seiten Abhängigkeit, Natriummangel und Leberwerte.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • PsycheArzneimittelmissbrauch und Abhängigkeit, besonders bei Menschen unter 50 Jahren mit früherem Alkohol- oder Drogenmissbrauch[1]Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen
  • HautFleckig-knotiger (makulopapulöser) oder geröteter (erythematöser) Ausschlag, Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria)[1]Mehr dazu: HautausschlagJuckreizNesselsucht

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)[1]Mehr dazu: Natriummangel
  • PsycheSuizidgedanken und suizidales Verhalten während der Behandlung oder kurz nach dem Absetzen[1]
  • PsycheVerwirrung und Halluzinationen[1]Mehr dazu: VerwirrtheitPsychose und Halluzinationen
  • NervensystemExtrapyramidale Symptome (bestimmte Bewegungsstörungen) und unwillkürliche Bewegungen[1]Mehr dazu: Parkinson-Symptome
  • Magen und DarmVerstopfung[1]Mehr dazu: Verstopfung
  • HautAkne[1]Mehr dazu: Akne
  • HautAußergewöhnliche Hautreaktionen mit Blasenbildung (bullöse Reaktionen)[1]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
  • Leber und GalleAnstieg der Leberenzyme; Leberentzündungen (Hepatitis), die außergewöhnlich schwer verlaufen können[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Depressionen gehen mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken, Selbstverletzung und Suizid einher, solange keine deutliche Besserung eingetreten ist; da diese nicht unbedingt schon in den ersten Behandlungswochen eintritt, sollten Behandelte bis dahin engmaschig überwacht werden [1]. Laut Fachinformation kann das Suizidrisiko zu Beginn einer Behandlung ansteigen [1]. Behandelte und ihre Angehörigen sind darauf hinzuweisen, auf jede Verschlechterung, auf Suizidgedanken und auf ungewöhnliche Verhaltensänderungen zu achten; dann sollten sie unverzüglich medizinischen Rat einholen [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Fünfzigern im ruhigen Gespräch mit einem Arzt in einem hellen Sprechzimmer
Bild: KI-generiert

Benommenheit und Aufmerksamkeit: Tianeptin kann bei einigen Menschen die Psychomotorik beeinflussen und die Aufmerksamkeit verringern [1]. Laut Fachinformation müssen Menschen, die Fahrzeuge steuern oder Maschinen bedienen, vor möglichen Risiken durch Benommenheit gewarnt werden [1]. Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Alkohol: Wie bei jeder Behandlung mit Psychopharmaka wird laut Fachinformation davon abgeraten, Tianeptin zusammen mit alkoholischen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln einzunehmen [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Weitere Beschwerden: Halten Nebenwirkungen an oder belasten sie Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; setzen Sie Tianeptin nicht abrupt ab [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Tianeptin darf nicht zusammen mit irreversiblen MAO-Hemmern eingenommen werden, weil die Gefahr von Kreislaufkollaps, anfallsartigem Blutdruckanstieg, Überwärmung des Körpers, Krämpfen und Tod besteht [1]. Bei einem Wechsel zwischen diesen Mitteln gelten Abstände: MAO-Hemmer sollten mindestens 2 Wochen vor Beginn der Behandlung mit Tianeptin abgesetzt werden; für den umgekehrten Wechsel genügt es, Tianeptin 24 Stunden vorher abzusetzen [1].

Wer Entwässerungsmittel (Diuretika) einnimmt, hat ein erhöhtes Risiko für einen zu niedrigen Natriumwert; laut Fachinformation ist dann Vorsicht geboten [1]. Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Tianeptin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Irreversible MAO-HemmerGefahr von Kreislaufkollaps, anfallsartigem Blutdruckanstieg, Überwärmung des Körpers, Krämpfen und Tod[1]Kombination nicht erlaubt (Gegenanzeige)
Entwässerungsmittel (Diuretika)Erhöhtes Risiko für einen zu niedrigen Natriumwert im Blut (Hyponatriämie)[1]Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten
Alkoholische Getränke und alkoholhaltige ArzneimittelLaut Fachinformation wird, wie bei jeder Behandlung mit Psychopharmaka, von der gleichzeitigen Einnahme abgeraten[1]Auf Alkohol verzichten

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Tianeptin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Tianeptin darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, bei Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren und zusammen mit irreversiblen MAO-Hemmern [1]. Wer früher von Medikamenten oder Alkohol abhängig war, sollte laut Fachinformation streng überwacht werden, damit die Dosis nicht erhöht wird [1]. Steht eine Operation mit Vollnarkose an, muss die Narkoseärztin oder der Narkosearzt über die Einnahme informiert werden [1]; mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP.

Nicht einnehmen bei

  • Überempfindlichkeit gegen Tianeptin oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren[1]
  • Gleichzeitige Anwendung irreversibler MAO-Hemmer, es besteht die Gefahr von Kreislaufkollaps, anfallsartigem Blutdruckanstieg, Überwärmung des Körpers (Hyperthermie), Krämpfen und Tod. Vor einer Umstellung von MAO-Hemmern auf Tianeptin sollten diese mindestens 2 Wochen vorher abgesetzt werden; für die Umstellung von Tianeptin auf einen MAO-Hemmer genügt es, Tianeptin 24 Stunden vorher abzusetzen[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Suizidrisiko: Depressionen gehen mit einem erhöhten Risiko für Suizidgedanken, Selbstverletzung und Suizid einher, bis eine deutliche Besserung eintritt; zu Beginn einer Behandlung kann das Risiko ansteigen. Besonders sorgfältig überwacht werden Menschen mit früherem suizidalem Verhalten oder ausgeprägten Suizidabsichten vor der Behandlung. In einer Metaanalyse hatten Erwachsene unter 25 Jahren mit psychiatrischen Erkrankungen unter Antidepressiva ein erhöhtes Risiko für suizidales Verhalten im Vergleich zu Placebo[1]
  • Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit in der Vorgeschichte: Laut Fachinformation sollten Behandelte streng überwacht werden, damit die Dosis nicht erhöht wird[1]
  • Erhöhtes Risiko für einen zu niedrigen Natriumwert, etwa im höheren Alter, bei Leberzirrhose, Flüssigkeitsmangel oder Behandlung mit einem Entwässerungsmittel (Diuretikum): Vorsicht; die meisten Fälle von Hyponatriämie wurden bei älteren Menschen berichtet[1]
  • Jugendliche von 15 bis unter 18 Jahren: Tianeptin sollte nicht angewendet werden; laut Fachinformation fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit in Bezug auf Wachstum, Reifung und Entwicklung[1]
  • Narkose: Die Narkoseärztin oder der Narkosearzt muss über die Einnahme informiert werden; die Behandlung sollte 24 bis 48 Stunden vor einem Eingriff beendet werden. Im Notfall kann ohne vorherige Pause operiert werden, mit Überwachung rund um den Eingriff[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was die Fachinformation zu Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagt [1]. Laut Fachinformation ist es wünschenswert, das seelische Gleichgewicht der Mutter während der gesamten Schwangerschaft zu erhalten; Tianeptin selbst sollte wegen ungenügender klinischer Daten in der Schwangerschaft nicht angewendet werden [1]. Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger geworden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas an der Behandlung ändern.

Schwangerschaft

Laut Fachinformation ist es wünschenswert, das seelische Gleichgewicht der Mutter während der gesamten Schwangerschaft zu erhalten. Ist dafür eine medikamentöse Behandlung erforderlich, sollte sie in wirksamer Dosis begonnen oder fortgesetzt werden, möglichst mit nur einem Wirkstoff. Tierstudien waren unauffällig, klinische Daten sind aber weiterhin ungenügend; deshalb sollte Tianeptin in der Schwangerschaft, gleich in welchem Stadium, nicht angewendet werden. Erweist sich eine Behandlung als unbedingt erforderlich, ist bei der Überwachung des Neugeborenen das Wirkprofil von Tianeptin zu beachten.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Laut Fachinformation sollte während der Behandlung nicht gestillt werden, da trizyklische Antidepressiva in die Muttermilch übergehen.[1]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Laut Fachinformation wird, wie bei jeder Behandlung mit Psychopharmaka, davon abgeraten, Tianeptin zusammen mit alkoholischen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln einzunehmen.[1]

Autofahren und Maschinen

Bei einigen Menschen kann Tianeptin die Psychomotorik beeinflussen und die Aufmerksamkeit verringern. Wer Fahrzeuge steuert oder Maschinen bedient, muss laut Fachinformation vor möglichen Risiken durch Benommenheit gewarnt werden.[1]

Einnahme

Laut Fachinformation wird Tianeptin vor den Mahlzeiten eingenommen; Nahrung beeinflusst die Aufnahme des Wirkstoffs nicht bedeutend.[1]

Absetzen

Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden; die Dosis wird schrittweise verringert, um das Risiko für Entzugserscheinungen zu senken. Nach dem Ende der Behandlung wurden bei einigen Menschen Entzugserscheinungen beobachtet: Angstzustände, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen. Laut Fachinformation sollen Behandelte vor Beginn über dieses Risiko informiert werden.[1]

Überdosierung

Laut Fachinformation wird die Behandlung bei einer Überdosierung in jedem Fall sofort abgesetzt und die betroffene Person aufmerksam überwacht. Bei akuten Vergiftungen traten vor allem Störungen der Wachheit (Vigilanzstörungen) auf, die besonders bei gleichzeitiger Vergiftung mit mehreren Mitteln bis zum Koma reichen können. Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt; empfohlen wird eine medizinische Betreuung in einer Spezialeinrichtung.[1]

Dosierung laut Fachinformation

Die Fachinformation nennt die empfohlene Dosis für Erwachsene, eine geringere Dosis für Menschen über 70 Jahre und bei eingeschränkter Nierenfunktion sowie das schrittweise Beenden [1]. Die empfohlene Dosis darf nicht überschritten werden [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung; Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Tianeptin so ein, wie es Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet hat; laut Fachinformation vor den Mahlzeiten [1]. Erhöhen Sie die Dosis nicht selbst; die empfohlene Dosis darf nicht überschritten werden [1].

Ein abruptes Absetzen sollte vermieden werden. Die Dosis wird schrittweise verringert, um das Risiko für Entzugserscheinungen zu senken; beobachtet wurden nach dem Ende der Behandlung Angstzustände, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen [1]. Vor einer Vollnarkose sollte die Behandlung laut Fachinformation 24 bis 48 Stunden vorher beendet werden; im Notfall kann ohne vorherige Pause operiert werden [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen; Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Tianeptin

Tianeurax enthält 12,5 mg Tianeptin-Natrium je Filmtablette. Grundlage dieser Seite ist die Fachinformation von Tianeurax 12,5 mg Filmtabletten des Zulassungsinhabers neuraxpharm Arzneimittel GmbH mit Stand Februar 2020 [1].

Präparate mit Tianeptin
PräparatAnbieterHinweis
Tianeuraxneuraxpharm Arzneimittel GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 12,5 mg; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Fachinformation Fachinformation Tianeurax 12,5 mg Filmtabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2020. abgerufen am 11.10.2026
  2. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Tianeptin und seine Ester. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Kann Tianeptin abhängig machen?

Ja. Laut Fachinformation kommt es gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, zu Arzneimittelmissbrauch und Abhängigkeit, besonders bei Menschen unter 50 Jahren, die früher Alkohol oder Drogen missbraucht haben. Wer früher abhängig war, sollte streng überwacht werden, damit die Dosis nicht erhöht wird. Die empfohlene Dosis darf nicht überschritten werden.

Welche Nebenwirkungen hat Tianeptin?

Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind unter anderem Appetitlosigkeit, Alpträume, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Ohnmacht, Zittern, Herzrasen, Atemnot, Magen- und Bauchschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Rücken- und Muskelschmerzen sowie Schwäche. Gelegentlich treten Hautausschlag, Juckreiz und Nesselsucht sowie Arzneimittelmissbrauch und Abhängigkeit auf. Mit nicht bekannter Häufigkeit sind unter anderem ein niedriger Natriumwert, Verwirrung, Halluzinationen und Leberentzündungen beschrieben.

Darf ich Tianeptin mit Alkohol einnehmen?

Wie bei jeder Behandlung mit Psychopharmaka wird laut Fachinformation davon abgeraten, Tianeptin zusammen mit alkoholischen Getränken oder alkoholhaltigen Arzneimitteln einzunehmen.

Was passiert beim Absetzen von Tianeptin?

Nach dem Ende der Behandlung wurden bei einigen Menschen Entzugserscheinungen beobachtet: Angstzustände, Muskelschmerzen, Bauchschmerzen, Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen. Ein abruptes Absetzen sollte deshalb vermieden werden; die Dosis wird schrittweise verringert. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann Tianeptin den Natriumwert senken?

Ja. Ein zu niedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie) wurde berichtet, meist bei älteren Menschen, wahrscheinlich als Folge einer unangemessenen Ausschüttung des antidiuretischen Hormons. Laut Fachinformation ist Vorsicht geboten bei erhöhtem Risiko, etwa im höheren Alter, bei Leberzirrhose, Flüssigkeitsmangel oder Behandlung mit Entwässerungsmitteln.

Darf ich Tianeptin in der Schwangerschaft nehmen?

Laut Fachinformation sollte Tianeptin in der Schwangerschaft, gleich in welchem Stadium, nicht angewendet werden, weil die klinischen Daten ungenügend sind. Zugleich ist es wünschenswert, das seelische Gleichgewicht der Mutter während der Schwangerschaft zu erhalten. Sprechen Sie deshalb mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas an der Behandlung ändern. Während der Behandlung sollte laut Fachinformation nicht gestillt werden.

Wie hoch ist die Dosis von Tianeptin?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; die empfohlene Dosis darf nicht überschritten werden. Die Angaben der Fachinformation finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Fachinformation.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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