MedikamenteWirkstoff
Salmeterol/Fluticason: Nebenwirkungen und Wirkung
Salmeterol/Fluticason ist eine verschreibungspflichtige Kombination aus einem lang wirksamen bronchienerweiternden Mittel und einem Kortikosteroid zum Inhalieren. Sie wird zur regelmäßigen Behandlung von Asthma eingesetzt, die höchste Stärke auch bei COPD. Sehr häufig sind Kopfschmerz und bei COPD Erkältungen. Häufig ist unter anderem Soor in Mund und Rachen; den Mund nach jeder Anwendung auszuspülen hilft, ihn zu vermeiden. Verschlechtert sich die Atmung unmittelbar nach der Anwendung, wenden Sie das Mittel nicht mehr an, benutzen Sie Ihren Notfall-Inhalator und informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Kopfschmerz, der im Laufe der Behandlung üblicherweise nachlässt[1, 2]
- Sehr häufig: Erkältungen (Nasopharyngitis); laut Packungsbeilage bei Menschen mit COPD gehäuft berichtet[1, 2]
- Häufig: Pilzinfektion (Soor) in Mund und Rachen mit schmerzhaften, cremegelben, erhabenen Flecken; eventuell wunde Zunge[1, 2]
- Häufig: Lungenentzündung (Pneumonie) bei Menschen mit COPD[1, 2]
- Häufig: Bronchitis; berichtet in einer COPD-Studie[2]
- Häufig: Zu niedriger Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie), möglicherweise mit unregelmäßigem Herzschlag, Muskelschwäche oder Krämpfen; berichtet in einer COPD-Studie[1, 2]
- Häufig: Rachenreizung, Heiserkeit oder Beeinträchtigung der Stimme (Dysphonie)[1, 2]
- Häufig: Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis); berichtet in einer COPD-Studie[1, 2]
- Häufig: Blutergüsse; berichtet in einer COPD-Studie[1, 2]
- Häufig: Schmerzende, geschwollene Gelenke (Arthralgie) und Muskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]
- Häufig: Muskelkrämpfe[1, 2]
- Häufig: Knochenbrüche (traumatische Frakturen); berichtet in einer COPD-Studie[1, 2]
Wofür wird Salmeterol/Fluticason eingesetzt?
Salmeterol/Fluticason gehört zu den Asthma- und COPD-Medikamenten zum Inhalieren und enthält zwei Wirkstoffe [1]. Es wird zur regelmäßigen Behandlung von Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren angewendet, wenn eine Kombination aus einem lang wirkenden Beta-2-Agonisten und einem inhalativen Kortikosteroid angezeigt ist, und zwar bei Menschen, deren Asthma mit einem inhalativen Kortikosteroid und einem kurz wirksamen Mittel bei Bedarf nicht ausreichend eingestellt ist, oder die mit einem inhalativen Kortikosteroid und einem lang wirkenden Beta-2-Agonisten bereits ausreichend eingestellt sind [1, 2, 3].
Die Stärke mit 50 Mikrogramm Salmeterol und 500 Mikrogramm Fluticasonpropionat ist außerdem zur Behandlung von Erwachsenen mit COPD zugelassen, deren Lungenfunktion unter 60 Prozent des Normwertes liegt, die wiederholt Verschlechterungen hatten und trotz regelmäßiger bronchienerweiternder Behandlung deutliche Beschwerden haben [1, 2]. Die niedrigste Stärke ist laut Fachinformation bei schwerem Asthma nicht angezeigt [2]. Salmeterol/Fluticason ist verschreibungspflichtig [1, 6].
Wie wirkt Salmeterol/Fluticason?
Salmeterol ist ein lang wirksames bronchienerweiterndes Mittel: Es sorgt dafür, dass die Atemwege in der Lunge offen bleiben, sodass die Luft leichter ein- und ausgeatmet werden kann; die Wirkung hält mindestens 12 Stunden an. Fluticasonpropionat ist ein Kortikosteroid, das Schwellungen und Reizungen in der Lunge verringert [1]. Laut Fachinformation ist Salmeterol ein selektiver, lang wirkender Beta-2-Agonist, und Fluticasonpropionat wirkt bei Inhalation in der Lunge entzündungshemmend als Glucocorticoid; die beiden Wirkstoffe haben verschiedene Wirkmechanismen [2].
Salmeterol wirkt in der Lunge; nach der Inhalation werden im Blut nur geringe Mengen gemessen. Fluticasonpropionat gelangt vor allem über die Lunge ins Blut, vom verschluckten Anteil wird weniger als 1 Prozent aufgenommen; die terminale Halbwertszeit (letzte Phase der Ausscheidung) beträgt etwa 8 Stunden [2]. Mehr zum Einzelwirkstoff lesen Sie auf der Seite Fluticason; eine eigene Seite hat auch die Kombination Budesonid/Formoterol.
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen aus den Nebenwirkungslisten von Packungsbeilage und Fachinformation der höchsten Stärke; die sehr seltene Nebennierenschwäche nach plötzlichem Absetzen steht unter "Anwendung und Absetzen". "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100 und "selten" bei bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wo die Klassen voneinander abweichen, gilt die jüngere Fachinformation [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Einige Nebenwirkungen wurden über 3 Jahre in einer Studie mit Menschen mit COPD berichtet, darunter Lungenentzündung, ein zu niedriger Kaliumwert, Nebenhöhlenentzündung, Blutergüsse und Knochenbrüche [1, 2]. Systemische Wirkungen des Kortikosteroids wie ein Cushing-Syndrom sind vor allem bei hohen Dosen über lange Zeit möglich; deshalb wird die niedrigste wirksame Dosis angestrebt [1, 2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerz, der im Laufe der Behandlung üblicherweise nachlässt[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- AtemwegeErkältungen (Nasopharyngitis); laut Packungsbeilage bei Menschen mit COPD gehäuft berichtet[1, 2]
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenPilzinfektion (Soor) in Mund und Rachen mit schmerzhaften, cremegelben, erhabenen Flecken; eventuell wunde Zunge[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- InfektionenLungenentzündung (Pneumonie) bei Menschen mit COPD[1, 2]
- InfektionenBronchitis; berichtet in einer COPD-Studie[2]
- Stoffwechsel und ErnährungZu niedriger Kaliumwert im Blut (Hypokaliämie), möglicherweise mit unregelmäßigem Herzschlag, Muskelschwäche oder Krämpfen; berichtet in einer COPD-Studie[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- AtemwegeRachenreizung, Heiserkeit oder Beeinträchtigung der Stimme (Dysphonie)[1, 2]
- AtemwegeNebenhöhlenentzündung (Sinusitis); berichtet in einer COPD-Studie[1, 2]
- HautBlutergüsse; berichtet in einer COPD-Studie[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzende, geschwollene Gelenke (Arthralgie) und Muskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenbrüche (traumatische Frakturen); berichtet in einer COPD-Studie[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit allergischem Hautausschlag (Hautallergie)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlag
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit Atemnot (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnot
- Stoffwechsel und ErnährungAnstieg des Blutzuckers (Hyperglykämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter Blutzucker
- PsycheÄngstlichkeit (Angstzustände), in erster Linie bei Kindern[1, 2]Mehr dazu: Angst
- PsycheSchlafstörungen[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemZittern (Tremor)[1, 2]Mehr dazu: Zittern
- AugenTrübung der Augenlinse (Katarakt)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzHerzrasen (Tachykardie), Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- HerzVorhofflimmern[2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- HerzBrustschmerzen; laut Fachinformation Angina pectoris[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwellung, überwiegend im Gesicht und im Mund-Rachen-Raum (Angioödem)[2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- ImmunsystemVerkrampfung der Atemwege (Bronchospasmus) als Überempfindlichkeitsreaktion[2]Mehr dazu: Atemnot
- ImmunsystemAnaphylaktische Reaktion einschließlich anaphylaktischem Schock[2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- InfektionenPilzinfektion der Speiseröhre (Candidose des Ösophagus), die zu Schwierigkeiten beim Schlucken führen könnte[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- HormonsystemBeeinträchtigung der körpereigenen Steroidhormon-Bildung, besonders wenn über einen langen Zeitraum große Mengen angewendet wurden: Mondgesicht (Cushing-Syndrom, cushingoides Erscheinungsbild), Unterdrückung der Nebennierenfunktion, Wachstumsverzögerung bei Kindern und Jugendlichen, Verminderung der Knochendichte; laut Packungsbeilage auch Gewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und KnochenbrücheGewichtszunahme
- AugenGrüner Star (Glaukom)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- PsycheVerhaltensänderungen wie Überaktivität (psychomotorische Hyperaktivität) und Reizbarkeit, in erster Linie bei Kindern[1, 2]Mehr dazu: Unruhe und NervositätAggressivität und Reizbarkeit
- HerzUngleichmäßiger oder unregelmäßiger Herzschlag oder zusätzliche Herzschläge (Herzrhythmusstörungen, auch supraventrikuläre Tachykardie und Extrasystolen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrhythmusstörungen
- AtemwegeSchwierigkeiten mit der Atmung oder Keuchen, die sich unmittelbar nach der Anwendung verschlechtern (paradoxer Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- PsycheDepressionen oder Aggression, in erster Linie bei Kindern[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungAggressivität und Reizbarkeit
- AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Laut Fachinformation sprechen paradoxe Bronchospasmen auf ein rasch wirksames bronchienerweiterndes Mittel an und sollten unverzüglich behandelt werden; die Anwendung von Salmeterol/Fluticason wird dann abgebrochen [2]. Eine plötzliche und zunehmende Verschlechterung der Beschwerden ist laut Fachinformation potenziell lebensbedrohlich und muss dringend ärztlich untersucht werden [2]. Mehr zur Atemnot als Nebenwirkung lesen Sie auf der eigenen Seite.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Soor und Heiserkeit: Spülen Sie nach jeder Anwendung den Mund mit Wasser aus und spucken Sie es aus und/oder putzen Sie die Zähne; das hilft, eine Pilzinfektion (Soor) und Heiserkeit zu vermeiden [1, 2]. Bei Soor im Mund- und Rachenraum empfiehlt die Fachinformation eine örtliche Behandlung gegen den Pilz; die Inhalation sollte währenddessen fortgeführt werden [2]. Mehr dazu auf der Seite Mundsoor und unter Infektanfälligkeit.
Herzklopfen, Zittern und Kopfschmerz: Laut Fachinformation sind diese Beschwerden durch Beta-2-Agonisten meist vorübergehend und klingen bei regelmäßiger Behandlung ab [2]. Bemerken Sie einen unregelmäßigen Herzschlag, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, setzen Sie das Mittel aber nur ab, wenn es angeordnet wird [1]. Mehr zu Herzrasen und Kopfschmerzen lesen Sie auf den eigenen Seiten.
Blutzucker, Kalium und Knochen: Haben Sie Diabetes, sind möglicherweise häufigere Blutzuckerkontrollen nötig [1]. Ein niedriger Kaliumwert und Knochenbrüche wurden bei COPD beobachtet; eine verminderte Knochendichte gehört zu den seltenen Kortikosteroid-Wirkungen [1, 2]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt untersucht Sie regelmäßig auf solche Nebenwirkungen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle anderen Arzneimittel, die Sie einnehmen oder anwenden [1]. Bestimmte Mittel gegen Infektionen wie Ketoconazol, Itraconazol und Erythromycin und manche Arzneimittel zur HIV-Behandlung können die Menge von Fluticasonpropionat oder Salmeterol im Körper erhöhen und Nebenwirkungen wie einen unregelmäßigen Herzschlag verstärken [1, 2]. Betablocker wie Propranolol oder Atenolol können die Wirkung von Salmeterol abschwächen [1, 2]. Allgemeines lesen Sie im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Betablocker (zum Beispiel Atenolol, Propranolol, Sotalol) | Laut Fachinformation können sie die Wirkung von Salmeterol abschwächen oder ihr entgegenwirken[1, 2] | Vorher die Ärztin oder den Arzt informieren; laut Fachinformation sollten Betablocker vermieden werden, solange es keine zwingenden Gründe für ihre Anwendung gibt |
| Mittel gegen Infektionen wie Ketoconazol, Itraconazol und Erythromycin, auch manche Arzneimittel zur HIV-Behandlung wie Ritonavir oder Cobicistat-haltige Arzneimittel | Mehr Fluticasonpropionat oder Salmeterol im Körper; das Risiko von Nebenwirkungen, auch von unregelmäßigem Herzschlag, kann steigen. Laut Fachinformation erhöhte Ritonavir in einer Studie mit Fluticasonpropionat als Nasenspray dessen Konzentration im Blut um das Mehrhundertfache; berichtet wurden Fälle von Cushing-Syndrom und Unterdrückung der Nebennierenfunktion. Ketoconazol erhöht laut Fachinformation die Menge von Salmeterol im Körper signifikant; das kann zu mehr Wirkungen im ganzen Körper wie einer Verlängerung des QTc-Intervalls im EKG und Herzklopfen (Palpitationen) führen[1, 2] | Vorher die Ärztin oder den Arzt informieren; laut Fachinformation sollten solche Kombinationen vermieden werden, es sei denn, der Nutzen überwiegt das Risiko |
| Kortikosteroide zum Einnehmen oder als Spritze | Wurden sie kürzlich angewendet, kann das Risiko einer Beeinträchtigung der Nebenniere steigen[1] | Vorher die Ärztin oder den Arzt informieren |
| Entwässerungsmittel (Diuretika), Xanthine wie Aminophyllin und Theophyllin | Laut Fachinformation kann eine durch Beta-2-Agonisten ausgelöste, möglicherweise schwerwiegende Senkung des Kaliumwerts durch Xanthinderivate, Steroide und Diuretika verstärkt werden; besondere Vorsicht ist laut Fachinformation deshalb bei akutem schwerem Asthma geboten[1, 2] | Vorher die Ärztin oder den Arzt informieren |
| Andere bronchienerweiternde Mittel wie Salbutamol | Laut Fachinformation können sich die Wirkungen anderer Beta-adrenerger Arzneimittel addieren[1, 2] | Vorher die Ärztin oder den Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Salmeterol/Fluticason nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Bei einer Allergie gegen Salmeterol, Fluticasonpropionat, Milchprotein oder einen der sonstigen Bestandteile dürfen Sie das Mittel nicht anwenden [1, 2]. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie eine Herzerkrankung, eine Schilddrüsenüberfunktion, hohen Blutdruck, Diabetes, einen niedrigen Kaliumwert oder eine bestehende oder frühere Tuberkulose oder andere Lungeninfektion haben [1]. Bei Kindern unter 12 Jahren sollte es nicht angewendet werden [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Kein Notfallmittel: nicht zur Linderung eines akuten Anfalls von Atemnot oder Keuchen; dafür einen schnell wirksamen Notfall-Inhalator wie Salbutamol immer verfügbar haben[1, 2]
- Laut Fachinformation können während der Behandlung schwere asthmabezogene Nebenwirkungen und Verschlechterungen (Exazerbationen) auftreten: Die Behandlung fortsetzen, aber ärztlichen Rat einholen, wenn die Asthmabeschwerden unkontrolliert bleiben oder sich nach Behandlungsbeginn verschlechtern[2]
- Laut Fachinformation darf die Behandlung nicht während einer Verschlechterung (Exazerbation) oder bei deutlicher oder akuter Verschlechterung des Asthmas begonnen werden[2]
- Herzerkrankungen, auch unregelmäßiger oder schneller Herzschlag[1, 2]
- Schilddrüsenüberfunktion[1, 2]
- Hoher Blutdruck[1]
- Diabetes mellitus: Der Blutzucker kann ansteigen[1, 2]
- Niedrige Kaliummenge im Blut[1, 2]
- Bestehende oder frühere Tuberkulose oder andere Infektionen der Lunge; laut Fachinformation auch Pilzinfektionen, virale oder andere Infektionen der Atemwege[1, 2]
- COPD: Risikofaktoren für eine Lungenentzündung sind laut Fachinformation derzeitiges Rauchen, höheres Alter, ein niedriger Body-Mass-Index und schwere COPD[2]
- Kürzlich Kortikosteroide zum Einnehmen oder als Spritze erhalten: Das Risiko einer Beeinträchtigung der Nebennieren kann erhöht sein; laut Fachinformation bleibt nach einer Umstellung von Kortison-Tabletten die Reserve der Nebennieren unter Umständen für längere Zeit eingeschränkt[1, 2]
- Kinder unter 12 Jahren: sollte nicht angewendet werden[1, 2]
- Jugendliche: Laut Fachinformation wird bei einer Langzeitbehandlung mit inhalativen Kortikosteroiden eine regelmäßige Kontrolle des Längenwachstums empfohlen; bei Jugendlichen unter 16 Jahren mit hohen Dosen Fluticasonpropionat könnte ein besonderes Risiko für Wirkungen im ganzen Körper (systemische Wirkungen) bestehen[2]
- Dopingkontrollen: Die Anwendung kann zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]
Autofahren, Schwangerschaft, Stillzeit
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité sagen [1, 2, 4, 5]. Embryotox stuft beide Wirkstoffe als Medikamente der Wahl ein, hält aber eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig [4, 5]; auf der Seite zu Salmeterol empfiehlt Embryotox während der gesamten Schwangerschaft eine optimale Krankheitskontrolle [4]. Allgemeine Hinweise geben die Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation deuten weitreichende Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine Schädigung des Kindes durch Salmeterol und Fluticasonpropionat hin. Die Anwendung sollte nur in Betracht gezogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als jegliches mögliche Risiko für das ungeborene Kind; eingesetzt werden sollte die niedrigste wirksame Dosis Fluticasonpropionat, die für eine ausreichende Asthmakontrolle nötig ist.[1, 2]
Embryotox stuft Salmeterol und Fluticason jeweils als Medikament der Wahl ein, hält aber dennoch eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung für nötig. Salmeterol darf laut Embryotox gemäß der Asthma-Stufentherapie verwendet werden; Fluticason kann inhalativ im Rahmen des Asthmatherapie-Stufenplans sowohl bei Planung als auch während der Schwangerschaft eingesetzt werden. Um Asthma-bedingte Schwangerschaftsrisiken zu verringern, empfiehlt Embryotox auf der Seite zu Salmeterol für die gesamte Schwangerschaft eine optimale Krankheitskontrolle und eine engmaschige frauenärztliche und lungenfachärztliche Betreuung. Auf der Seite zu Fluticason nennt Embryotox gegebenenfalls Budesonid oder Beclometason als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4, 5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Salmeterol und Fluticasonpropionat beim Menschen in die Muttermilch übergehen; ein Risiko für gestillte Kinder kann nicht ausgeschlossen werden. Es muss entschieden werden, ob das Stillen oder die Behandlung unterbrochen wird. Die Packungsbeilage rät, vor der Anwendung Ärztin, Arzt oder Apotheke um Rat zu fragen.[1, 2]
Laut Embryotox darf Salmeterol in der Stillzeit im Rahmen der Asthma-Stufentherapie indikationsgerecht verwendet werden, und Fluticason kann inhalativ in der Stillzeit angewendet werden; Beschwerden bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht beschrieben.[4, 5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Es ist unwahrscheinlich, dass das Mittel die Fähigkeit zum Fahren und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.[1, 2]
Einnahme
Täglich anwenden, wie verordnet, bis die Ärztin oder der Arzt das Ende der Anwendung anordnet; das Pulver wird durch den Mund in die Lunge eingeatmet. Die Dosis nicht selbst erhöhen und die Anwendung nicht ohne Rücksprache beenden oder verringern.[1]
Nach jeder Anwendung den Mund mit Wasser ausspülen und ausspucken und/oder die Zähne putzen, das hilft, eine Pilzinfektion (Soor) und Heiserkeit zu vermeiden. Die richtige Anwendung des Inhalators sollte vor der ersten Anwendung gezeigt und von Zeit zu Zeit überprüft werden.[1, 2]
Anwendung vergessen: die Dosis nicht verdoppeln, sondern die nächste Dosis zur gewohnten Zeit anwenden.[1]
Absetzen
Hören Sie nicht plötzlich mit der Anwendung auf und verringern Sie die Dosis nicht plötzlich: Die Atmung kann sich verschlechtern, und sehr selten kann es zu Problemen mit den Nebennieren (Nebennierenschwäche) kommen, mit Beschwerden wie Magenschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Unwohlsein, Übelkeit, Durchfall, Gewichtsverlust, Kopfschmerz, Schläfrigkeit, Unterzuckerung, niedrigem Blutdruck oder Krampfanfällen. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei Asthma unter ärztlicher Aufsicht schrittweise verringert werden; auch bei COPD kann das Absetzen mit einer Verschlechterung der Beschwerden verbunden sein.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie unabsichtlich mehr Dosen angewendet als empfohlen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke: Möglich sind schnellerer Herzschlag, Zittern, Schwindelgefühl, Kopfschmerz, Muskelschwäche und Gelenkschmerzen. Wurden über einen längeren Zeitraum größere Dosen angewendet, können die Nebennieren weniger Steroidhormone bilden, fragen Sie dann ärztlich um Rat.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilagen nennen die Dosis für Asthma und (bei der höchsten Stärke) für COPD; die Fachinformation ergänzt Hinweise für ältere Menschen und für eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion [1, 2, 3]. Laut Fachinformation wird die Dosis auf die niedrigste Dosis eingestellt, mit der die Beschwerden wirksam kontrolliert bleiben [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Stärke und Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Anwendung und Absetzen
Wenden Sie das Mittel täglich an, auch wenn Sie keine Beschwerden haben, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Ende der Anwendung anordnet; erhöhen Sie die Dosis nicht selbst [1, 2]. Das Pulver wird durch den Mund in die Lunge eingeatmet. Lassen Sie sich die richtige Anwendung des Inhalators vor der ersten Anwendung zeigen und von Zeit zu Zeit überprüfen, denn eine falsche Anwendung kann dazu führen, dass Ihre Erkrankung nicht erfolgreich behandelt wird [1].
Hören Sie nicht plötzlich mit der Anwendung auf und verringern Sie die Dosis nicht ohne Rücksprache: Die Atmung kann sich verschlechtern, und sehr selten kann es zu einer Nebennierenschwäche kommen [1]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei Asthma unter ärztlicher Aufsicht schrittweise verringert werden; auch bei COPD kann das Absetzen mit einer Verschlechterung verbunden sein [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Salmeterol/Fluticason
Die Kombination gibt es als einzeldosiertes Pulver zur Inhalation in drei Stärken und als Druckgasinhalation (Dosieraerosol). Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilagen und Fachinformation von Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster [1, 2, 3]. Präparate mit anderer Darreichungsform oder Stärke haben eigene Packungsbeilagen, deren Angaben abweichen können.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster | Zentiva Pharma GmbH | einzeldosiertes Pulver zur Inhalation mit 50/100, 50/250 und 50/500 Mikrogramm, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva | Zentiva Pharma GmbH | Druckgasinhalation mit 25/50, 25/125 und 25/250 Mikrogramm pro Inhalation |
| Salmeterol/Fluticasonpropionat AL | ALIUD PHARMA GmbH | Pulver zur Inhalation mit 50/100, 50/250 und 50/500 Mikrogramm |
| atmadisc Diskus | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG | |
| atmadisc Dosier-Aerosol | GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster 50 Mikrogramm/500 Mikrogramm einzeldosiertes Pulver zur Inhalation. Zentiva Pharma GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster 50 Mikrogramm/500 Mikrogramm. Zentiva Pharma GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Salmeterol/Fluticasonpropionat Zentiva Airmaster 50 Mikrogramm/100 Mikrogramm und 50 Mikrogramm/250 Mikrogramm. Zentiva Pharma GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Salmeterol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Fluticason. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Einträge Salmeterol und Fluticason. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Salmeterol/Fluticason eingesetzt?
Zur regelmäßigen Behandlung von Asthma bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, wenn eine Kombination aus lang wirkendem Beta-2-Agonisten und inhalativem Kortikosteroid angezeigt ist. Die höchste Stärke wird außerdem zur Behandlung von Erwachsenen mit COPD eingesetzt, deren Lungenfunktion (FEV1) unter 60 Prozent des Normwertes liegt, die wiederholt Verschlechterungen hatten und trotz regelmäßiger bronchienerweiternder Behandlung deutliche Beschwerden haben; laut Packungsbeilage verringert sie die Anzahl akuter Verschlimmerungen.
Warum soll ich nach dem Inhalieren den Mund ausspülen?
Soor, also eine Pilzinfektion mit schmerzhaften, cremegelben, erhabenen Flecken in Mund und Rachen, gehört zu den häufigen Nebenwirkungen; auch Heiserkeit ist häufig. Laut Packungsbeilage hilft es, nach jeder Anwendung den Mund mit Wasser auszuspülen und auszuspucken und/oder die Zähne zu putzen, um Soor und Heiserkeit zu vermeiden. Bei Soor kann Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt ein Mittel gegen Pilzbefall verschreiben.
Kann ich Salmeterol/Fluticason bei einem akuten Asthmaanfall anwenden?
Nein. Salmeterol/Fluticason hilft, Atemnot und Keuchen vorzubeugen, sollte aber nicht angewendet werden, um einen akuten Anfall von Atemnot oder Keuchen zu mildern. Dafür brauchen Sie einen schnell wirksamen Notfall-Inhalator wie Salbutamol, den Sie immer verfügbar haben sollten. Verschlechtert sich Ihr Asthma, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Erhöht Salmeterol/Fluticason das Risiko für eine Lungenentzündung?
Bei Menschen mit COPD ist eine Lungenentzündung (Pneumonie) eine häufige Nebenwirkung. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Fieber oder Schüttelfrost, vermehrten oder verfärbten Schleim, stärkeren Husten oder verstärkte Atemprobleme bemerken. Laut Fachinformation erhöhen derzeitiges Rauchen, höheres Alter, ein niedriger Body-Mass-Index und eine schwere COPD das Risiko.
Kann Salmeterol/Fluticason Herzrasen auslösen?
Herzrasen, Herzklopfen und Zittern sind gelegentliche Nebenwirkungen; Herzrhythmusstörungen wie zusätzliche Herzschläge sind selten, Vorhofflimmern ist gelegentlich. Laut Fachinformation sind die Beschwerden durch Beta-2-Agonisten wie Zittern, Herzklopfen und Kopfschmerzen meist vorübergehend und klingen bei regelmäßiger Behandlung ab. Bemerken Sie einen unregelmäßigen Herzschlag, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, setzen Sie das Mittel aber nur ab, wenn es angeordnet wird.
Darf ich Salmeterol/Fluticason in der Schwangerschaft anwenden?
Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation deuten Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko hin; die Anwendung sollte nur erwogen werden, wenn der Nutzen für die Mutter größer ist als jedes mögliche Risiko für das Kind. Embryotox stuft Salmeterol und Fluticason als Medikamente der Wahl ein und empfiehlt eine optimale Asthmakontrolle während der gesamten Schwangerschaft.
Was passiert, wenn ich die Inhalation plötzlich beende?
Hören Sie nicht plötzlich auf und verringern Sie die Dosis nicht ohne Rücksprache: Die Atmung kann sich verschlechtern. Sehr selten kann ein plötzliches Absetzen auch Probleme mit den Nebennieren auslösen, etwa mit Magenschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Unterzuckerung oder niedrigem Blutdruck. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei Asthma unter ärztlicher Aufsicht schrittweise verringert werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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