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Atenolol: Nebenwirkungen und Wirkung

Atenolol ist ein verschreibungspflichtiger Betablocker. Er wird bei Bluthochdruck, Angina pectoris, bestimmten Herzrhythmusstörungen und funktionellen Herz-Kreislauf-Beschwerden eingesetzt. Häufig sind ein langsamer Herzschlag, ein Kältegefühl in Armen und Beinen, Schwindel, Schwitzen, Magen-Darm-Beschwerden und Müdigkeit. Bei einer Neigung zu Verkrampfungen der Bronchien, etwa bei Asthma, darf Atenolol nicht eingenommen werden, und nach längerer Behandlung sollte es nicht abrupt, sondern langsam abgesetzt werden.

Mann in den Fünfzigern steigt in einem sonnigen Park mit Herbstbäumen ruhig eine flache Treppe hinauf
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Langsamer Herzschlag (Bradykardie)[1, 2]
  • Häufig: Kältegefühl an Armen und Beinen[1, 2]
  • Häufig: Schwindelgefühl und Schwitzen, insbesondere zu Beginn der Behandlung[1, 2]
  • Häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Durchfall; laut Fachinformation vorübergehend[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Atenolol eingesetzt?

Atenolol ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Betablocker [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er bei Bluthochdruck angewendet, bei Brust- und Herzschmerzen (Angina pectoris), bei bestimmten Herzrhythmusstörungen und bei funktionellen Herz-Kreislauf-Beschwerden, die sich etwa in einer Neigung zu dauerhaft erhöhter Herzfrequenz und zeitweise erhöhtem Blutdruck äußern [1].

Bei den Herzrhythmusstörungen unterscheidet die Packungsbeilage zwei Bereiche. Gehen sie von den Herzvorhöfen aus, wird Atenolol als zusätzliche Behandlung bei schnellem Herzschlag durch eine Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt, bei anfallsartigem Herzrasen sowie bei Vorhofflimmern und Vorhofflattern, wenn eine hoch dosierte Behandlung mit Herzglykosiden nicht ausreichend wirkt. Gehen sie von den Herzkammern aus, dient es bei Extraschlägen durch eine erhöhte Aktivität bestimmter Nervenbahnen und vorbeugend bei schnellen Kammerrhythmusstörungen und Kammerflimmern [1, 2]. Laut Fachinformation sind die funktionellen Beschwerden ein Anwendungsgebiet der Filmtabletten mit 25 und 50 mg; Angina pectoris, Herzrhythmusstörungen und Bluthochdruck sind Anwendungsgebiete der Filmtabletten mit 50 und 100 mg [2].

Wie wirkt Atenolol?

Atenolol senkt die Erregbarkeit des Herzens, indem es dessen Betarezeptoren blockiert [1]. An diesen Rezeptoren wirken Adrenalin und Noradrenalin; Atenolol hebt ihre Wirkung dort auf [3]. Laut Fachinformation wirkt Atenolol vorwiegend auf die Beta-1-Rezeptoren des Herzens (Kardioselektivität); mit steigender Dosis nimmt diese Selektivität ab [2].

Abhängig davon, wie aktiv das sympathische Nervensystem gerade ist, senkt Atenolol die Frequenz und die Kontraktionskraft des Herzens, verlangsamt die Erregungsleitung zwischen Vorhöfen und Kammern und senkt die Reninaktivität im Blut. Über eine Hemmung von Beta-2-Rezeptoren kann es die Spannung der glatten Muskulatur erhöhen [2]. Bei Asthma kann der Atemwegswiderstand durch Betablocker laut Fachinformation erhöht werden [2].

Etwa die Hälfte einer eingenommenen Dosis wird aus dem Darm aufgenommen; die höchsten Blutspiegel werden nach 2 bis 4 Stunden erreicht [2]. Atenolol wird kaum abgebaut; etwa 90 Prozent der in den Blutkreislauf gelangten Menge werden unverändert über die Nieren ausgeschieden. Bei normaler Nierenfunktion beträgt die Halbwertszeit 6 bis 10 Stunden, bei schwerstem Nierenversagen kann sie auf bis zu 140 Stunden ansteigen; bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die Dosis deshalb verringert [1, 2]. Weil Atenolol wenig fettlöslich ist, gelangt es nur in geringem Umfang über die Blut-Hirn-Schranke [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Atenolol-ratiopharm eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation gingen die Nebenwirkungen in klinischen Studien meist auf die eigentliche Wirkung von Atenolol zurück. Insbesondere zu Beginn der Behandlung kann es zu Störungen des zentralen Nervensystems kommen; häufig sind dabei Schwindel und Schwitzen [1, 2]. Ein langsamer Herzschlag, ein Kältegefühl in Armen und Beinen und Müdigkeit gehören ebenfalls zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2].

Ohne Häufigkeitsangabe beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation weitere Effekte: Nach längerem strengem Fasten oder schwerer körperlicher Belastung kann der Blutzucker zu stark sinken, und die Warnzeichen einer Unterzuckerung wie schneller Herzschlag und Zittern können verschleiert sein. Außerdem kann sich der Fettstoffwechsel verändern: Bei meist normalem Gesamtcholesterin wurden ein Absinken des HDL-Cholesterins und ein Anstieg der Triglyzeride beobachtet. Bei einer Schilddrüsenüberfunktion können die Zeichen einer Krise verschleiert werden [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Blutzucker.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • HerzVerstärkung der Anfälle bei Angina pectoris[1, 2]
  • ImmunsystemVerstärkung allergischer Reaktionen, die nicht auf die üblichen Dosen des Gegenmittels Adrenalin (Epinephrin) ansprechen[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • Laborwerte und UntersuchungenAnstieg bestimmter Laborwerte (antinukleäre Antikörper, ANA); die klinische Bedeutung ist laut Fachinformation noch nicht geklärt[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Muskeln, Knochen und GelenkeLupus-ähnliches Syndrom, eine Erkrankung, bei der das Immunsystem Abwehrstoffe bildet, die hauptsächlich Haut und Gelenke angreifen[1, 2]

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Unter anderen Betablockern können schwere Leberschäden auftreten, und bei schweren Nierenfunktionsstörungen wurde unter anderen Betablockern in sehr seltenen Fällen eine Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet. Lassen Sie deshalb während der Behandlung regelmäßig Ihre Leberwerte und Ihre Nierenfunktion überprüfen [1, 2]. In seltenen Fällen können Betablocker eine Schuppenflechte auslösen oder ihre Beschwerden verschlechtern [1, 2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern macht morgens in einem hellen Wohnzimmer leichte Dehnübungen auf einer Matte
Bild: KI-generiert

Langsamer Herzschlag: Sinkt Ihre Herzfrequenz zu stark ab, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosierung verringern [1]. Bei einem behandlungsbedürftigen Abfall von Herzfrequenz oder Blutdruck ist Atenolol laut Packungsbeilage sofort abzusetzen [1].

Atemnot: Wird Ihnen das Atmen durch einen erhöhten Atemwegswiderstand schwerer, sollten Sie Atenolol absetzen und von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eine Behandlung zur Erweiterung der Atemwege durchführen lassen [1]. Mehr dazu auf der Seite Atemnot.

Blutzucker: Haben Sie Diabetes und nehmen Sie Insulin oder Tabletten wie Glimepirid, lassen Sie Ihren Blutzucker regelmäßig kontrollieren: Atenolol verstärkt deren blutzuckersenkende Wirkung und kann die Warnzeichen einer Unterzuckerung verschleiern oder abmildern [1, 2].

Müdigkeit und Schwindel: Fühlen Sie sich schwindelig oder müde, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen [1]. Achten Sie außerdem auf kleinfleckige Einblutungen in Haut und Schleimhäuten und teilen Sie diese Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Andere Blutdrucksenker, harntreibende und gefäßerweiternde Mittel, trizyklische Antidepressiva, Barbiturate und Phenothiazine verstärken die Blutdrucksenkung. Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ wie Verapamil können zusammen mit Atenolol zu Blutdruckabfall, langsamem Herzschlag, anderen Herzrhythmusstörungen und Herzversagen führen; in die Vene dürfen sie während der Behandlung nicht gegeben werden [1, 2].

Nehmen Sie zugleich Clonidin, dürfen Sie es erst absetzen, wenn Sie Atenolol einige Tage zuvor beendet haben, und dann stufenweise; wird Clonidin abrupt abgesetzt, kann der Blutdruck plötzlich sehr stark ansteigen [1, 2]. Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Indometacin und Ibuprofen können die blutdrucksenkende Wirkung von Atenolol abschwächen [1, 2]. Steht eine Operation an, informieren Sie die Narkoseärztin oder den Narkosearzt, weil Narkosemittel und Mittel zur Muskelerschlaffung zusammen mit Atenolol stärker wirken können [1, 2].

Wechselwirkungen von Atenolol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Insulin oder Tabletten gegen Diabetes, etwa Sulfonylharnstoffe (zum Beispiel Glibenclamid oder Glimepirid)Ihre blutzuckersenkende Wirkung wird verstärkt; Warnzeichen einer Unterzuckerung, insbesondere schneller Herzschlag und Zittern, sind verschleiert oder abgemildert[1, 2]Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen
Mittel zur Muskelerschlaffung bei Operationen (zum Beispiel Suxamethonium, Tubocurarin)Verstärkte und verlängerte muskelerschlaffende Wirkung[1, 2]Vor einer Operation die Narkoseärztin oder den Narkosearzt informieren
NarkosemittelBlutdruckabfall und herzschwächende Wirkung werden verstärkt[1, 2]Vor einer Operation die Narkoseärztin oder den Narkosearzt informieren
Andere Blutdrucksenker, harntreibende und gefäßerweiternde Mittel, trizyklische Antidepressiva, Barbiturate und PhenothiazineVerstärkte Blutdrucksenkung[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-TypVerstärkte herzschwächende Wirkung, Blutdruckabfall, langsamer Herzschlag oder andere Herzrhythmusstörungen und Herzversagen[1, 2]Laut Fachinformation sorgfältige Überwachung; diese Calciumantagonisten dürfen frühestens 48 Stunden nach dem Absetzen von Atenolol gegeben werden, in die Vene gar nicht während der Behandlung
Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Disopyramid oder AmiodaronDie Wirkung auf die Überleitungszeit zwischen Vorhof und Kammer kann verstärkt und die Schlagkraft des Herzens vermindert werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Calciumantagonisten vom Nifedipin-TypVerstärkte Blutdrucksenkung; bei einer verborgenen Herzleistungsschwäche kann sich in sehr seltenen Fällen eine Herzschwäche ausbilden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel gegen Herzleistungsschwäche (zum Beispiel Digitalis), Reserpin, Alpha-Methyldopa, Guanfacin oder ClonidinLangsamer Herzschlag, verzögerte Erregungsleitung im Herzen[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Clonidin, beim AbsetzenWird Clonidin während der Behandlung mit Atenolol abrupt abgesetzt, kann der Blutdruck plötzlich sehr stark ansteigen[1, 2]Clonidin erst absetzen, wenn Atenolol einige Tage zuvor beendet wurde, und dann stufenweise; Atenolol erst mehrere Tage nach dem Absetzen von Clonidin beginnen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt
Blutdrucksteigernde Mittel, die im Notfall gespritzt werden (Noradrenalin, Adrenalin)Sie können der blutdrucksenkenden Wirkung von Atenolol entgegenwirken; laut Fachinformation ist ein übermäßiger Blutdruckanstieg möglich[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Entzündungshemmende Schmerzmittel (Indometacin, Ibuprofen)Die blutdrucksenkende Wirkung von Atenolol kann abgeschwächt werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke fragen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Atenolol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Atenolol darf unter anderem nicht eingenommen werden bei Herzmuskelschwäche, bestimmten Erregungsleitungsstörungen des Herzens, einem Ruhepuls unter 50 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn, stark erniedrigtem Blutdruck und einer Neigung zu Verkrampfungen der Bronchien, etwa bei Asthma bronchiale [1, 2]. Besondere Vorsicht ist bei Diabetes mit stark schwankenden Blutzuckerwerten geboten, ebenso bei Schuppenflechte bei Ihnen oder in Ihrer Familie und bei leichteren Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen; in Spätstadien von Durchblutungsstörungen darf Atenolol nicht eingenommen werden [1, 2]. Für Kinder ist Atenolol nicht bestimmt, weil keine Erfahrung mit ihrer Behandlung vorliegt [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Atenolol, andere Betablocker oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Herzmuskelschwäche (laut Fachinformation manifeste Herzinsuffizienz)[1, 2]
  • Allgemeines Kreislaufversagen (Schock)[1, 2]
  • Mittel- bis hochgradige Störungen der Erregungsleitung von den Vorhöfen auf die Kammern (AV-Block 2. oder 3. Grades)[1, 2]
  • Erkrankung des Sinusknotens (Sinusknoten-Syndrom) oder Störungen der Erregungsleitung zwischen Sinusknoten und Vorhof (sinuatrialer Block)[1, 2]
  • Ruhepuls unter 50 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn[1, 2]
  • Stark erniedrigter Blutdruck (oberer Wert unter 90 mmHg)[1, 2]
  • Übersäuerung des Blutes (Azidose)[1, 2]
  • Neigung zu Verkrampfungen der Bronchien, zum Beispiel bei Asthma bronchiale[1, 2]
  • Spätstadien von Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen[1, 2]
  • Gleichzeitige Einnahme bestimmter MAO-Hemmer (Mittel gegen Depressionen); ausgenommen sind MAO-B-Hemmer (Mittel gegen die Parkinson-Krankheit)[1, 2]
  • Während der Behandlung dürfen bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen wie Disopyramid oder Calciumantagonisten vom Verapamil- oder Diltiazem-Typ nicht in die Vene gegeben werden (laut Fachinformation Ausnahme: Intensivmedizin)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Geringgradige Störungen der Erregungsleitung von den Vorhöfen auf die Kammern (AV-Block 1. Grades)[1, 2]
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit stark schwankenden Blutzuckerwerten: Bei stark erniedrigten Blutzuckerwerten wird der warnende schnelle Herzschlag nicht mehr wahrgenommen; zusammen mit Sulfonylharnstoffen (zum Beispiel Glibenclamid oder Glimepirid) kann Atenolol außerdem das Risiko einer schweren Unterzuckerung erhöhen[1, 2]
  • Längeres strenges Fasten oder schwere körperliche Arbeit: Es können Zustände mit stark erniedrigten Blutzuckerwerten auftreten[1, 2]
  • Tumor des Nebennierenmarks (Phäochromozytom): Er sollte zuvor mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden, laut Fachinformation mit Alpha-Rezeptorenblockern[1, 2]
  • Eingeschränkte Nierenfunktion[1, 2]
  • Schuppenflechte bei Ihnen oder in Ihrer Familie, auch früher[1, 2]
  • Prinzmetal-Angina (Brust- bzw. Herzschmerzen durch verminderte Durchblutung des Herzmuskels): Es können vermehrt und verstärkt Brustschmerzen auftreten[1, 2]
  • Frühere schwere Überempfindlichkeitsreaktion (Allergie) oder laufende Behandlung gegen eine Überempfindlichkeit: Die Überempfindlichkeit kann sich steigern[1, 2]
  • Leichtere Durchblutungsstörungen in Armen oder Beinen: Sie können sich verschlimmern[1, 2]
  • Schilddrüsenüberfunktion: Betablocker können ihre Anzeichen verschleiern[1, 2]
  • Minderdurchblutung des Herzmuskels (ischämische Herzerkrankung): Atenolol sollte dann nicht abrupt abgesetzt werden[1, 2]
  • Doping: Die Anwendung kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen; als Dopingmittel kann sie die Gesundheit gefährden[1, 2]
  • Kinder: Atenolol ist nicht für Kinder bestimmt, da keine Erfahrung mit ihrer Behandlung vorliegt[1, 2]
  • Kontrollen: Bei schweren Nierenfunktionsstörungen wurde unter anderen Betablockern in sehr seltenen Fällen eine Verschlechterung der Nierenfunktion beobachtet, und unter anderen Betablockern können schwere Leberschäden auftreten, lassen Sie deshalb regelmäßig Nierenfunktion und Leberwerte überprüfen[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen; eine eigene Angabe zu Alkohol machen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2, 3]. In einem Punkt widersprechen sich die Quellen: Die Fachinformation sieht vor, Atenolol 24 bis 48 Stunden vor der Entbindung abzusetzen, Embryotox hält dieses Vorgehen für kaum zu rechtfertigen [2, 3]. Für Schwangerschaft und Stillzeit nennt Embryotox besser geeignete Mittel, etwa Metoprolol [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Schwangerschaft

Atenolol darf in der Schwangerschaft nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko und nur auf ausdrückliche Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes eingenommen werden. Zum ersten Schwangerschaftsdrittel liegen keine Erfahrungen vor; eine Schädigung des Ungeborenen kann nicht ausgeschlossen werden. Bei Einnahme im letzten Drittel wurde über eine Wachstumshemmung beim Ungeborenen berichtet. Nehmen Sie Atenolol in der Nähe des Geburtstermins ein, kann das Neugeborene Schäden erleiden; laut Fachinformation sind dann ein langsamer Herzschlag, Unterzuckerung und eine Atemdepression beim Neugeborenen möglich, und Atenolol sollte 24 bis 48 Stunden vor der Entbindung abgesetzt werden.[1, 2]

Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang als hoch ein: In Studien mit weit mehr als 5.000 Schwangerschaften unter Betablockern, davon mehr als 1.400 mit Atenolol, fanden sich keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Ob Atenolol mehr als andere Betablocker zu einem geringeren Geburtsgewicht führt, lässt sich nicht sicher beurteilen; ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten kann nicht ausgeschlossen werden, hängt laut Embryotox aber auch von der Schwere des Bluthochdrucks der Mutter ab. Wenn möglich sollten laut Embryotox besser geeignete Blutdrucksenker bzw. Betablocker bevorzugt werden, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa; bietet Atenolol therapeutische Vorteile, ist die Anwendung ebenfalls akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei längerer Behandlung sieht Embryotox Wachstumskontrollen beim Ungeborenen vor, bei Einnahme bis zur Geburt Kontrollen des Neugeborenen auf langsamen Herzschlag, Unterzuckerung und, selten, vor allem bei Frühgeborenen, Atemstörungen. Ein Absetzen 24 bis 48 Stunden vor der Entbindung hält Embryotox für kaum zu rechtfertigen; Geburtshelfer und Kinderärzte sollten aber über die Einnahme informiert sein.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

In der Stillzeit ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung des Säuglings erforderlich; die Ärztin oder der Arzt sollte die Herzfunktion des Kindes überwachen. Laut Fachinformation reichert sich Atenolol in der Muttermilch an und erreicht dort ein Mehrfaches der Konzentration im Blut der Mutter; die mit der Milch aufgenommene Menge stellt wahrscheinlich keine Gefahr für das Kind dar. Bei Neugeborenen, deren Mütter zur Geburt oder in der Stillzeit Atenolol nehmen, kann ein erhöhtes Risiko für Unterzuckerung und langsamen Herzschlag bestehen. Nehmen Sie Atenolol zum Geburtstermin oder in der Stillzeit nur auf ausdrückliche Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes ein.[1, 2]

Laut Embryotox geht Atenolol wegen seiner geringen Bindung an Bluteiweiße sehr gut und abhängig von der Dosis in die Muttermilch und zum gestillten Kind über; es besteht die Gefahr der Anreicherung. Die meisten Säuglinge waren unauffällig; in einem Fall wurden bei einem gestillten Kind ein langsamer Herzschlag, eine Blaufärbung (Zyanose) und ein niedriger Blutdruck beobachtet. Embryotox nennt den Betablocker Metoprolol als besser für die Stillzeit geeignet; er sollte bevorzugt eingesetzt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Atenolol wird Ihre Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen kaum beeinflussen; warten Sie aber ab, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt. Fühlen Sie sich schwindelig oder müde, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.[1, 2]

Einnahme

Die Filmtabletten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (zum Beispiel einem Glas Wasser) vor den Mahlzeiten einnehmen. Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Dosis einnehmen, sondern wie gewohnt fortfahren.[1]

Absetzen

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Soll die Behandlung nach längerer Zeit unterbrochen oder beendet werden, sollte das langsam mit allmählicher Verringerung der Dosis geschehen: Ein abruptes Absetzen kann zu einem Herzinfarkt, zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels mit Verschlimmerung von Brustschmerzen (Angina pectoris) oder zu einer Verschlimmerung eines Bluthochdrucks führen.[1, 2]

Überdosierung

Je nach Ausmaß einer Überdosierung können ein langsamer Herzschlag bis zum Herzstillstand, schwerer Blutdruckabfall, Herzleistungsschwäche und Schock, Krampfanfälle, Bewusstseinsstörungen, Atembeschwerden, eine Verkrampfung der Atemwege und Erbrechen auftreten. Wenden Sie sich bei Verdacht sofort an die nächste Ärztin oder den nächsten Arzt. Laut Fachinformation lässt sich Atenolol durch Dialyse entfernen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage der Filmtabletten mit 50 mg nennt Dosen für jedes Anwendungsgebiet und Abstufungen bei eingeschränkter Nierenfunktion [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Atenolol immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Die Filmtabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, vor den Mahlzeiten eingenommen; sie lassen sich in gleiche Dosen teilen [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, sondern fahren Sie wie gewohnt fort [1].

Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Soll Atenolol nach längerer Zeit unterbrochen oder beendet werden, sollte das langsam mit allmählicher Verringerung der Dosis geschehen: Ein abruptes Absetzen kann zu einem Herzinfarkt, zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels mit Verschlimmerung einer Angina pectoris oder zu einer Verschlimmerung eines Bluthochdrucks führen [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen. Atenolol kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen [1]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung wenden Sie sich sofort an die nächste Ärztin oder den nächsten Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Atenolol

Atenolol gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten oder Tabletten mit 25, 50 oder 100 mg. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Atenolol-ratiopharm 50 mg Filmtabletten und die Fachinformation von Atenolol-ratiopharm Filmtabletten, beide mit dem Stand November 2025 [1, 2]. Für Präparate, die Atenolol zusammen mit einem weiteren Wirkstoff enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Atenolol
PräparatAnbieterHinweis
Atenolol-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 25, 50 oder 100 mg; Grundlage dieser Seite
Atenolol AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 25, 50 oder 100 mg
Atenolol STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 25, 50 oder 100 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Atenolol-ratiopharm 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Atenolol-ratiopharm Filmtabletten (25 mg, 50 mg, 100 mg). ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Atenolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Atenolol eingesetzt?

Atenolol wird bei Bluthochdruck, bei Brust- und Herzschmerzen (Angina pectoris), bei bestimmten Herzrhythmusstörungen und bei funktionellen Herz-Kreislauf-Beschwerden angewendet, die sich etwa in einer Neigung zu dauerhaft erhöhter Herzfrequenz und zeitweise erhöhtem Blutdruck äußern. Zu den Herzrhythmusstörungen gehören zum Beispiel ein schneller Herzschlag durch eine Schilddrüsenüberfunktion, anfallsartiges Herzrasen und Vorhofflimmern, wenn eine hoch dosierte Behandlung mit Herzglykosiden nicht ausreichend wirkt.

Darf ich Atenolol bei Asthma nehmen?

Wenn Sie zu Verkrampfungen der Bronchien neigen, etwa bei Asthma bronchiale, dürfen Sie Atenolol laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Selten kann es durch einen erhöhten Atemwegswiderstand zu Atemnot kommen, vor allem bei Erkrankungen, die die Atemwege einengen. Wird Ihnen das Atmen schwerer, sollten Sie Atenolol absetzen und von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt eine Behandlung zur Erweiterung der Atemwege durchführen lassen.

Kann ich Atenolol einfach absetzen?

Nein, nicht nach längerer Behandlung: Dann sollte Atenolol langsam und mit allmählicher Verringerung der Dosis abgesetzt werden. Ein abruptes Absetzen kann zu einem Herzinfarkt, zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels mit Verschlimmerung einer Angina pectoris oder zu einer Verschlimmerung eines Bluthochdrucks führen. Über die Dauer der Behandlung entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Was muss ich bei Diabetes beachten?

Bei stark erniedrigtem Blutzucker kann der warnende schnelle Herzschlag unter Atenolol fehlen, und die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin und Tabletten gegen Diabetes kann verstärkt sein. Zusammen mit Sulfonylharnstoffen kann Atenolol das Risiko einer schweren Unterzuckerung erhöhen; lassen Sie Ihren Blutzucker regelmäßig kontrollieren. Gelegentlich wird unter Atenolol ein bisher unerkannter Diabetes erkennbar, oder ein bestehender verschlechtert sich.

Macht Atenolol müde?

Müdigkeit ist häufig und kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen; insbesondere zu Beginn der Behandlung sind auch Schwindel und Schwitzen häufig. Fühlen Sie sich schwindelig oder müde, sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Werkzeuge oder Maschinen bedienen.

Darf ich Atenolol in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko und auf ausdrückliche Anweisung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes; in der Stillzeit ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung des Säuglings nötig. Laut Embryotox sollten in der Schwangerschaft wenn möglich besser geeignete Blutdrucksenker bevorzugt werden, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa, und für die Stillzeit nennt Embryotox Metoprolol als besser geeignet. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Ibuprofen nehmen, wenn ich Atenolol einnehme?

Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Indometacin und Ibuprofen können die blutdrucksenkende Wirkung von Atenolol abschwächen. Fragen Sie deshalb vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Warum wird Atenolol bei Nierenproblemen geringer dosiert?

Atenolol wird über die Nieren ausgeschieden. Bei normaler Nierenfunktion beträgt die Halbwertszeit 6 bis 10 Stunden, bei schwerstem Nierenversagen kann sie auf bis zu 140 Stunden ansteigen. Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die Dosis deshalb laut Packungsbeilage verringert; die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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