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Herzrasen (Tachykardie)

Von Herzrasen (Tachykardie) spricht man, wenn das Herz aufgrund einer Erkrankung sehr schnell schlägt; eine mögliche Ursache ist eine anfallsartige Vorhoftachykardie, bei der das Herzrasen plötzlich beginnt und meist nach einigen Minuten von selbst aufhört. Viele Betroffene können einen Anfall mit dem Valsalva-Manöver selbst beenden. Bei einer wiederkehrenden AV-Knoten-Reentrytachykardie mit Beschwerden wird laut ESC-Leitlinie eine Katheterablation empfohlen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B); wird sie nicht gewünscht oder ist sie nicht möglich, sollten Verapamil oder Diltiazem bei Menschen ohne Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion, sonst Betablocker erwogen werden (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad B). Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot oder starken Brustschmerzen rufen Sie den Notruf 112.

Mann Anfang vierzig mit kurzem dunkelblondem Haar in einem petrolfarbenen Strickpullover sitzt aufrecht auf einem hellgrauen Sofa, hat die Augen geschlossen und atmet langsam aus
Bild: KI-generiert

Von Herzrasen (Tachykardie) spricht man, wenn das Herz aufgrund einer Erkrankung sehr schnell schlägt [4]. Eine mögliche Ursache ist eine anfallsartige Vorhoftachykardie: Das Herzrasen beginnt plötzlich, der Herzschlag bleibt regelmäßig, und meist hört der Anfall nach einigen Minuten von selbst auf [1]. Viele Betroffene können einen Anfall mit einer Atemtechnik beenden. Hilft das nicht, kommen Medikamente oder selten ein elektrischer Impuls infrage; langfristig kann ein Katheter-Eingriff weiteren Anfällen vorbeugen [1].

Was ist Herzrasen?

Beim Sport oder unter Stress schlägt das Herz auch bei gesunden Menschen manchmal sehr schnell; das ist normal [4]. Schlägt das Herz ohne Anstrengung sehr schnell, kann der hohe Puls laut Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) als Herzrasen spürbar sein [3]. Die ESC-Leitlinie zu supraventrikulären Tachykardien von 2019 (deutsche Pocket-Fassung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie) bezeichnet als supraventrikuläre Tachykardie (SVT) Rhythmusstörungen mit Vorhoffrequenzen über 100 Schlägen pro Minute in Ruhe, die im His-Bündel oder im Gewebe der Vorhöfe entstehen. Eine Sinustachykardie ist danach eine Frequenz des natürlichen Taktgebers (Sinusknoten) von mehr als 100 Schlägen pro Minute [5].

Die wichtigsten Formen:

  • Sinustachykardie: Der Sinusknoten gibt den Takt schneller vor. Die Leitlinie unterscheidet unter anderem eine physiologische, etwa bei Anstrengung, und eine inadäquate Sinustachykardie [5].
  • Anfallsartige Vorhoftachykardie (paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie): Sie entsteht in den Vorhöfen oder am Übergang zwischen Vorhöfen und Herzkammern; die Ursache ist meist eine Störung im AV-Knoten, die AV-Knoten-Reentrytachykardie (AVNRT) [1, 5].
  • Zusätzliche Leitungsbahnen: Bei angeborenen Verbindungen zwischen Vorhöfen und Kammern kann ein Impuls zwischen Kammern und Vorhöfen kreisen (AV-Reentrytachykardie, AVRT). Fachleute sprechen vom Präexzitationssyndrom; eine Unterform ist das WPW-Syndrom [1, 5].
  • Vorhofflattern und Vorhofflimmern: Bei Vorhofflimmern schlägt das Herz laut IQWiG schneller und unregelmäßiger als normal [3]. Mehr dazu: Vorhofflimmern.
  • Kammertachykardie: Auch eine Rhythmusstörung der Herzkammern kann Herzrasen auslösen [1]. Lebensbedrohliche Komplikationen wie Kammerflimmern treten laut IQWiG insbesondere auf, wenn das Herz bereits geschädigt ist, etwa nach einem Herzinfarkt [3].

Etwa 2 bis 3 von 1000 Menschen haben Herzrasen, das im Vorhof oder am Übergang zu den Herzkammern entsteht. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, und das Risiko steigt mit dem Alter; ist eine angeborene zusätzliche Leitungsbahn die Ursache, trifft es eher Männer und jüngere Menschen [1].

Symptome

Ein sehr schneller Herzschlag ist oft als Herzrasen oder Herzklopfen (Palpitationen) zu spüren. Bei einer anfallsartigen Vorhoftachykardie liegt der Puls während eines Anfalls meist zwischen etwa 180 und 200 Schlägen pro Minute [1]. Außerdem sind Schwindel, Schwäche, Brustschmerzen und Atemnot möglich. Seltener und eher bei älteren Menschen kommt es zu einer Ohnmacht (Synkope) und dadurch zu Stürzen. Manche Menschen müssen nach einem Anfall viel Wasser lassen [1].

Ein Anfall beginnt in der Regel plötzlich, hält einige Minuten an und hört genauso plötzlich wieder auf; bei manchen dauert er über eine Stunde. Manche Betroffene haben mehrere Anfälle am Tag, bei anderen liegen Tage, Wochen oder Monate dazwischen [1].

Ursachen und Risikofaktoren

Normalerweise leitet der AV-Knoten bei jedem Herzschlag den elektrischen Impuls aus den Vorhöfen in die Kammern weiter. Bei einer anfallsartigen Vorhoftachykardie liegt die Ursache meist im AV-Knoten: Dort bleiben Impulse "hängen" und kreisen, sodass er kurz hintereinander viele Impulse in die Kammern schickt [1]. Andere Gründe sind laut IQWiG [1]:

  • angeborene zusätzliche Leitungsbahnen zwischen Vorhöfen und Kammern, bei denen das Risiko für Komplikationen erhöht sein kann, vor allem bei zusätzlichem Vorhofflimmern,
  • zusätzliche Herzschläge (Extrasystolen), die eine kreisende Erregung auslösen können,
  • Impulse aus Bereichen der Vorhöfe, die nicht zum Erregungsleitungssystem gehören, etwa aus Narben nach einer Herzerkrankung oder einem Eingriff am Herzen,
  • Störungen im Salzhaushalt, Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Stress.

Für einen schnellen Sinusrhythmus nennt die ESC-Leitlinie neben Emotionen, körperlicher Anstrengung, Schmerzen und Schwangerschaft auch krankhafte Ursachen, darunter Angst und Panikattacken, Blutarmut (Anämie), Fieber, Flüssigkeitsmangel, Infektionen, eine Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung, Lungenembolie, Herzinfarkt und Herzschwäche. Außerdem führt sie Koffein, Alkohol und Drogen wie Amphetamine und Kokain auf [5]. Mehr dazu: Schilddrüsenüberfunktion, Fieber und Angststörung und Panikattacken.

Medikamente als Ursache: Als Auslöser eines schnellen Sinusrhythmus nennt die ESC-Leitlinie auch Medikamente, unter anderem Adrenalin, Atropin, atemwegserweiternde Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol, Methylxanthine und das Absetzen von Betablockern [5]. Laut IQWiG können auch einige Herzmittel und Blutdrucksenker, manche Antidepressiva, Antibiotika oder Krebsmedikamente eine Herzrhythmusstörung auslösen [3]. Welche Wirkstoffe Herzrasen als Nebenwirkung nennen und woran Sie einen Zusammenhang erkennen, steht auf der Seite Herzrasen durch Medikamente.

Diagnose

Plötzliches, anfallsartiges Herzrasen sollten Sie laut IQWiG ärztlich abklären lassen. Um eine anfallsartige Vorhoftachykardie sicher festzustellen, ist ein Elektrokardiogramm (EKG) erforderlich [1]. Die ESC-Leitlinie empfiehlt, während der Tachykardie ein 12-Kanal-EKG aufzuzeichnen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad C) [5]. Weil ein Anfall nicht unbedingt dann auftritt, wenn das Gerät angeschlossen ist, wird häufig ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger gemacht; kleine Event-Rekorder unter der Haut können den Herzschlag über mehrere Jahre aufzeichnen [1].

Zur Erstbeurteilung gehören laut ESC-Leitlinie außerdem Anamnese, körperliche Untersuchung, ein großes Blutbild, Laborwerte einschließlich der Schilddrüsenwerte und ein Herzultraschall (Echokardiografie) [5]. Die genaue Ursache kann eine spezielle Herzkatheter-Untersuchung zeigen, die elektrophysiologische Untersuchung (EPU). Sie wird vor allem gemacht, wenn eine Katheterablation geplant ist oder der Verdacht auf zusätzliche Leitungsbahnen besteht [1]. Bringen Sie eine Liste Ihrer Medikamente mit, zum Beispiel den Medikationsplan.

Behandlung ohne Medikamente

Wie eine Herzrhythmusstörung behandelt wird, richtet sich laut IQWiG unter anderem nach der Form, den Beschwerden und dem Risiko für Komplikationen [3]. Wer ansonsten gesund ist, kein erhöhtes Komplikationsrisiko hat und sich durch seltene Anfälle nicht eingeschränkt fühlt, kann auf eine Behandlung verzichten [1]. Bei einer AVNRT mit kaum Beschwerden und sehr seltenen, kurzen Episoden sollte laut ESC-Leitlinie auf eine Behandlung verzichtet werden (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad C) [5].

Valsalva-Manöver und andere Reize für den Vagusnerv

Ein Anfall lässt sich oft mit dem Valsalva-Manöver beenden. Dabei schließen Sie den Mund, halten sich die Nase zu und versuchen, kräftig auszuatmen oder in den Bauch zu pressen, ähnlich wie gegen Schluckauf [2]. Das reizt den Vagusnerv, der unter anderem zum Herzen führt und die Herzfrequenz verlangsamen kann [2]. Besonders bewährt hat sich laut IQWiG eine Variante im Liegen: auf dem Rücken mit leicht angehobenem Oberkörper etwa 15 Sekunden kräftig ausatmen, dabei den Oberkörper ablegen und die Beine anheben, beim Einatmen die Beine wieder ablegen und den Oberkörper anheben [2]. Die ESC-Leitlinie empfiehlt vagale Manöver, bevorzugt in Rückenlage mit hochgelagerten Beinen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B) [5].

Eine ähnliche Wirkung hat es laut IQWiG, ein Glas kaltes Wasser schnell auszutrinken oder sich ein kaltes, feuchtes Handtuch auf das Gesicht zu legen [2]. Manche Ärztinnen und Ärzte massieren kurz eine Halsseite, um den Vagusnerv anzuregen; vorher prüfen sie, ob die Blutgefäße gesund sind [2]. Nach einem Schlaganfall oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA) und bei einem Strömungsgeräusch über der Halsschlagader sollte diese Massage laut ESC-Leitlinie nicht angewendet werden [5].

Katheterablation

Das übliche Verfahren, um erneuten Anfällen vorzubeugen, ist laut IQWiG die Katheterablation: Über einen Zugang in der Leiste wird ein Katheter bis zum Herzen vorgeschoben, und die Stellen, die für das Herzrasen verantwortlich sind, werden verödet [2]. Laut ESC-Leitlinie wird sie bei wiederkehrender AVNRT mit Beschwerden empfohlen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B), ebenso bei wiederkehrender AVRT mit Beschwerden (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B) und bei einer wiederkehrenden fokalen atrialen Tachykardie, besonders wenn sie anhaltend ist oder eine Herzmuskelschwäche verursacht (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B) [5]. Nach den Kernaussagen der Leitlinie sollte bei allen Reentrytachykardien und den meisten fokalen Rhythmusstörungen als erste Wahl eine Katheterablation angeboten werden, nach einem ausführlichen Gespräch über Risiken und Nutzen [5]. Zu den Risiken gehören laut IQWiG Blutungen, Verletzungen des Herzens und andere Herzrhythmusstörungen wie eine Verlangsamung des Herzschlags (AV-Block); solche Komplikationen sind insgesamt selten [2].

Behandlung mit Medikamenten

Frau Mitte fünfzig mit grauem Bob in einer senfgelben Strickjacke spricht in einem hellen Sprechzimmer mit einem Kardiologen mit Brille, beide sitzen an einem Holztisch
Bild: KI-generiert

Im akuten Anfall

Hilft ein Valsalva-Manöver nicht, kann laut IQWiG der Wirkstoff Adenosin den Herzrhythmus normalisieren. Er wird in die Vene gespritzt; mögliche Nebenwirkungen sind zum Beispiel Brustschmerzen und Atemnot [2]. Laut ESC-Leitlinie wird Adenosin bei einer regelmäßigen Tachykardie mit schmalen QRS-Komplexen empfohlen, wenn vagale Manöver fehlschlagen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B). Schlägt auch das fehl, sollten Verapamil oder Diltiazem in die Vene (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad B) oder Betablocker in die Vene wie Esmolol oder Metoprolol (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad C) erwogen werden [5]. Bei niedrigem Blutdruck oder einer Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion (HFrEF) ist die Gabe von Verapamil oder Diltiazem in die Vene danach kontraindiziert, bei einer dekompensierten Herzschwäche die von Betablockern in die Vene. Bei einer Tachykardie mit breiten QRS-Komplexen unklarer Ursache wird von Verapamil abgeraten (Empfehlungsgrad III, Evidenzgrad B) [5].

Ist der Kreislauf instabil, wird laut ESC-Leitlinie eine synchronisierte Kardioversion mit Gleichstrom empfohlen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B) [5]. Weil der elektrische Impuls schmerzhaft ist, erhält man vorher eine kurze, leichte Narkose [2].

Zur Vorbeugung weiterer Anfälle

Als Alternative zur Katheterablation nennt das IQWiG die dauerhafte Einnahme von Medikamenten, die den Herzschlag normalisieren und Anfälle unterdrücken sollen: Betablocker oder Kalziumantagonisten. Schlagen sie nicht an, kann bei manchen Formen auf andere Herzmittel (Antiarrhythmika) zurückgegriffen werden [2]. Die ESC-Leitlinie nennt je nach Form [5]:

  • AVNRT: Wenn eine Ablation nicht gewünscht wird oder nicht möglich ist, sollten Diltiazem oder Verapamil bei Menschen ohne HFrEF oder sonst Betablocker erwogen werden (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad B).
  • AVRT: Wenn eine Ablation nicht gewünscht wird oder nicht möglich ist, sollten Betablocker oder Verapamil beziehungsweise Diltiazem (bei Menschen ohne HFrEF) erwogen werden, wenn das Ruhe-EKG keine Anzeichen einer Präexzitation zeigt (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad B). Ist eine Ablation nicht wünschenswert oder nicht möglich, kann bei einer AVRT ohne ischämische oder strukturelle Herzerkrankung die Gabe von Propafenon oder Flecainid erwogen werden (Empfehlungsgrad IIb, Evidenzgrad B).
  • Fokale atriale Tachykardie: Wenn eine Ablation nicht gewünscht wird oder nicht möglich ist, sollten bei strukturell herzgesunden Menschen Betablocker, Verapamil oder Diltiazem (ohne HFrEF), Propafenon oder Flecainid erwogen werden (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad C). Wenn das fehlschlägt, kann Amiodaron erwogen werden (Empfehlungsgrad IIb, Evidenzgrad C).
  • Inadäquate Sinustachykardie: Empfohlen wird, behebbare Ursachen zu erkennen und zu behandeln (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad C); bei Beschwerden sollten Betablocker erwogen werden (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad C).
Medikamente zur Vorbeugung von Herzrasen: Beispiele mit eigener Wirkstoffseite
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
BetablockerMetoprolol, PropranololMetoprolol verringert oder blockiert die anregende Wirkung von Stresshormonen (Katecholaminen) auf das Herz und senkt einen zu schnellen Herzschlag [7]Metoprolol: sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten, Müdigkeit; häufig, also bei bis zu 1 von 10, verlangsamter Puls, unregelmäßiger Herzschlag oder Herzklopfen, Gleichgewichtsstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, ausgeprägter Blutdruckabfall, bei Asthma Atemnot, Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung, kalte Hände und Füße [6]
Calciumkanalblocker vom Verapamil-TypVerapamilHemmt den Einstrom von Calcium in Muskelzellen; am AV-Knoten verlängert es die Überleitungszeit [10]Häufig: Schwindel- oder Benommenheitsgefühl, Kopfschmerzen, Nervosität, Erkrankungen der Nerven (Neuropathie), verlangsamter Herzschlag, Entstehung oder Verschlimmerung einer Herzmuskelschwäche, übermäßiger Blutdruckabfall, Gesichtsrötung mit Wärmegefühl, Verstopfung, Übelkeit, schmerzhafte Rötungen und Schwellungen der Gliedmaßen, Knöchelödeme [9]
Antiarrhythmika der Klasse ICFlecainidHemmt die Reizleitung im Herzen [11]; laut Fachinformation hemmt es ausgeprägt den schnellen Natriumkanal im Herzen [12]Sehr häufig: Schwindel, Benommenheit, Sehprobleme wie Doppeltsehen, Schleiersehen und unscharfes Sehen; häufig: schwerwiegendere Formen, häufigeres Auftreten oder Verschlimmerung bestehender Herzrhythmusstörungen (Proarrhythmie), Atemnot, Schwäche, Müdigkeit, Fieber, Ödeme, allgemeines Unwohlsein [11]
Antiarrhythmika der Klasse IIIAmiodaronHemmt im Herzmuskel den Kaliumausstrom und verlängert so die Zeit, in der die Zellen nicht erneut erregbar sind (Refraktärzeit) [14]Sehr häufig: Ablagerungen auf der Hornhaut des Auges, die zu Schleiersehen führen können, Übelkeit, Erbrechen und Geschmacksveränderungen zu Beginn, erhöhte Leberwerte zu Beginn, erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut; häufig unter anderem Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse, Lungenschäden, verlangsamter Herzschlag, Leberentzündung, Muskelzittern, Schlafstörungen [13]

Anwendungsgebiete: Metoprolol ist laut Packungsbeilage unter anderem bei schnellen Formen der Herzrhythmusstörungen zugelassen, insbesondere wenn sie von den Vorhöfen ausgehen [6], Propranolol bei Herzrhythmusstörungen mit erhöhter Schlagzahl [8]. Verapamil wird bei anfallsweise auftretendem, vom Vorhof ausgehendem schnellem Herzschlag angewendet und bei Vorhofflimmern oder Vorhofflattern mit schneller Überleitung, außer bei WPW- oder Lown-Ganong-Levine-Syndrom [9]. Flecainid ist laut Fachinformation unter anderem bei AV-Knoten-Reentrytachykardie und bei Rhythmusstörungen durch zusätzliche Leitungsbahnen wie beim WPW-Syndrom zugelassen, wenn andere Behandlungen unwirksam waren [12]. Amiodaron ist für behandlungsbedürftige schnelle Rhythmusstörungen aus dem Vorhof zugelassen, wenn andere Antiarrhythmika nicht ansprechen oder nicht angezeigt sind, und für schwerwiegende schnelle Rhythmusstörungen aus den Herzkammern [13].

Was nicht gegeben werden soll: Bei Vorhofflimmern mit Präexzitation werden Digoxin, Betablocker, Diltiazem, Verapamil und Amiodaron laut ESC-Leitlinie nicht empfohlen, weil sie für diese Menschen potenziell gefährlich sind (Empfehlungsgrad III, Evidenzgrad B) [5]. Nach den Kernaussagen darf Menschen mit SVT kein Sotalol verabreicht werden, Menschen mit Linksschenkelblock oder einer ischämischen oder strukturellen Herzerkrankung kein Flecainid oder Propafenon [5]. Welches Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

In der Schwangerschaft

Laut ESC-Leitlinie wird empfohlen, im ersten Schwangerschaftsdrittel möglichst auf alle Antiarrhythmika zu verzichten (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad C). Zur Vorbeugung einer SVT sollten bei Schwangeren ohne WPW-Syndrom Beta-1-selektive Betablocker (außer Atenolol) oder Verapamil erwogen werden (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad C), bei WPW-Syndrom ohne ischämische oder strukturelle Herzerkrankung Flecainid oder Propafenon (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad C). Amiodaron wird bei Schwangeren nicht empfohlen (Empfehlungsgrad III, Evidenzgrad C). Frauen mit wiederkehrender SVT mit Beschwerden und aktuellem Kinderwunsch wird eine Katheterablation empfohlen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad C) [5].

Die Packungsbeilagen sagen dazu: Metoprolol darf nur bei strenger Indikationsstellung und nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung der Ärztin oder des Arztes angewendet werden [6]. Verapamil sollten Sie laut Packungsbeilage in den ersten sechs Monaten der Schwangerschaft nicht einnehmen; in den letzten drei Monaten dürfen Sie es nur einnehmen, wenn die Ärztin oder der Arzt es unter Berücksichtigung des Risikos für Mutter und Kind für zwingend erforderlich hält [9]. Laut Embryotox ist Verapamil als Antiarrhythmikum der Klasse IV Mittel der Wahl für die Schwangerschaft [15]. Flecainid sollte laut Packungsbeilage nur eingenommen werden, wenn der Nutzen die Risiken überwiegt [11]; ist ein Klasse-Ic-Antiarrhythmikum erforderlich, kann es laut Embryotox im 2. und 3. Schwangerschaftsdrittel eingesetzt werden [16]. Amiodaron darf laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist eindeutig erforderlich [13]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

Betablocker: Unter Metoprolol ist Müdigkeit laut Packungsbeilage sehr häufig, ein verlangsamter Puls und Schwindel sind häufig [6]. Die Behandlung mit Betablockern darf laut Packungsbeilage nicht abrupt abgesetzt werden; ein abruptes Absetzen kann zu einer Verschlechterung einer Herzschwäche führen und das Risiko eines Herzinfarkts und plötzlichen Herztodes erhöhen [6]. Mehr dazu: Metoprolol absetzen, Verlangsamter Herzschlag und Müdigkeit.

Verapamil darf laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden bei Vorhofflimmern oder Vorhofflattern zusammen mit einem WPW- oder Lown-Ganong-Levine-Syndrom, weil dann ein erhöhtes Risiko für eine Kammertachykardie einschließlich Kammerflimmern besteht. Während der Behandlung dürfen keine Betablocker in die Vene gegeben werden, außer in der Intensivmedizin [9]. Häufig sind unter anderem ein verlangsamter Herzschlag, eine neue oder verschlimmerte Herzmuskelschwäche, ein übermäßiger Blutdruckabfall und Knöchelödeme [9]. Mehr dazu: Niedriger Blutdruck durch Medikamente und Wassereinlagerungen.

Flecainid kann wie andere Antiarrhythmika Rhythmusstörungen auslösen; bestehende können sich verschlechtern oder neue auftreten. Das Risiko ist laut Packungsbeilage bei strukturellen Herzerkrankungen oder deutlich eingeschränkter Herzfunktion am größten [11]. Therapiebeginn und Dosisänderungen sollten laut Fachinformation unter medizinischer Beobachtung, EKG-Kontrolle und Kontrolle der Blutspiegel erfolgen [12]. Am häufigsten berichtet werden Schwindel und Sehstörungen [11]. Mehr dazu: QT-Verlängerung und Herzrhythmusstörungen und Sehstörungen.

Amiodaron erfordert regelmäßige Kontrollen: Laut Packungsbeilage sollten die Schilddrüsenwerte vor Behandlungsbeginn, während der Behandlung und bis etwa ein Jahr nach dem Absetzen untersucht und die Leberwerte regelmäßig kontrolliert werden; regelmäßige augenärztliche Untersuchungen sind angezeigt [13]. Nicht produktiver Husten und Atemnot sind häufig erste Anzeichen von Lungenveränderungen. Sonnenbestrahlung, auch UV-Licht und Solarien, sollten Sie meiden [13]. Laut einem Rote-Hand-Brief vom 12. Mai 2015 wurden bei Menschen, die Amiodaron zusammen mit bestimmten Hepatitis-C-Mitteln mit Sofosbuvir erhielten, Fälle von schwerer Bradykardie oder Herzblock berichtet [17]; nehmen Sie ein solches Mittel ein, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme von Amiodaron mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke [13]. Mehr dazu: Amiodaron absetzen, Leberwerte und Lichtempfindlichkeit.

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [6]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Leben mit Herzrasen

Autofahren: Bei AVNRT, AVRT oder WPW-Syndrom mit Ohnmachtsanfällen in der Vorgeschichte darf laut ESC-Leitlinie so lange kein Auto oder Motorrad gefahren werden, bis die Erkrankung zufriedenstellend kontrolliert oder behandelt ist. Wer Lastwagen oder Busse fährt, darf danach nur dann wieder fahren, wenn keine Ohnmachtsanfälle oder anderen deutlichen Beschwerden wie Herzklopfen mit Schwindel aufgetreten sind [5]. Mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Sport: Sportlerinnen und Sportler mit häufigen supraventrikulären Rhythmusstörungen sollten laut ESC-Leitlinie untersucht werden, um eine strukturelle Herzerkrankung, Störungen der Blutsalze, eine Fehlfunktion der Schilddrüse und die Einnahme anregender oder leistungssteigernder Mittel auszuschließen [5].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Gerät das Herz so aus dem Takt, dass es das Blut nicht mehr richtig durch den Körper pumpen kann, können laut IQWiG Schwindel oder Ohnmacht, Brustschmerzen, Atemnot und Schwäche auftreten [3]. Liegt eine zusätzliche Leitungsbahn zwischen Vorhöfen und Kammern vor, kann ein Anfall unter Umständen ein lebensbedrohliches Kammerflimmern auslösen; das Risiko ist vor allem erhöht, wenn zusätzlich Vorhofflimmern besteht [1]. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot sowie starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [18].

Quellen

  1. Herzrasen (bei anfallsartiger Vorhoftachykardie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 05.04.2023. abgerufen am 17.10.2026
  2. Wie wird eine anfallsartige Vorhoftachykardie behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 05.04.2023. abgerufen am 17.10.2026
  3. Herzrhythmusstörungen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2022. abgerufen am 17.10.2026
  4. Behörde Herzrasen bei anfallsartiger Vorhoftachykardie. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 08.12.2023. abgerufen am 17.10.2026
  5. Leitlinie ESC Pocket Guidelines Supraventrikuläre Tachykardien, deutsche Fassung der "2019 ESC Guidelines for the management of patients with supraventricular tachycardia" (Empfehlungs- und Evidenzgrade, Tabellen 3 bis 11, Kernaussagen). Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK), übernommene Stellungnahme der European Society of Cardiology (ESC). Stand ESC-Leitlinie 2019, deutsche Pocket-Fassung. abgerufen am 17.10.2026
  6. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat 47,5 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 17.10.2026
  7. Fachinformation Fachinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 17.10.2026
  8. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Propranolol STADA 40 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 10/2014. abgerufen am 17.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Verapamil-ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 04/2026. abgerufen am 17.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Verapamil-ratiopharm 120 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2022. abgerufen am 17.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Flecainid-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 17.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Flecainid-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2024. abgerufen am 17.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Amiodaron-ratiopharm 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 17.10.2026
  15. Embryotox Embryotox: Verapamil. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  16. Embryotox Embryotox: Flecainid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
  17. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Harvoni (Sofosbuvir + Ledipasvir) oder Daklinza (Daclatasvir) in Kombination mit Sovaldi (Sofosbuvir): Risiko von Herzrhythmusstörungen bei gleichzeitiger Gabe von Amiodaron. Gilead Sciences GmbH und Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 12.05.2015. abgerufen am 17.10.2026
  18. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112? Für alle Fälle die richtige Nummer" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft sofort gegen Herzrasen?

Bei einer anfallsartigen Vorhoftachykardie lässt sich ein Anfall laut IQWiG oft mit dem Valsalva-Manöver beenden: Mund schließen, Nase zuhalten und kräftig ausatmen oder in den Bauch pressen, ähnlich wie gegen Schluckauf. Einen ähnlichen Effekt hat es, schnell ein Glas kaltes Wasser zu trinken oder ein kaltes, feuchtes Handtuch auf das Gesicht zu legen. Helfen diese Maßnahmen nicht, werden in der Praxis oder Klinik Medikamente gespritzt. Bei Bewusstlosigkeit, schwerer Atemnot oder starken Brustschmerzen rufen Sie den Notruf 112.

Ist Herzrasen gefährlich?

Anfallsartige Vorhoftachykardien haben laut IQWiG in der Regel keine schweren Folgen. Ein hohes Alter und Vorerkrankungen können aber das Risiko erhöhen, bei einem Anfall ohnmächtig zu werden und zu stürzen. Bei einer zusätzlichen Leitungsbahn zwischen Vorhöfen und Kammern kann ein Anfall unter Umständen ein lebensbedrohliches Kammerflimmern auslösen, vor allem bei zusätzlichem Vorhofflimmern. Plötzliches, anfallsartiges Herzrasen sollten Sie laut IQWiG ärztlich abklären lassen.

Welche Medikamente gibt es gegen Herzrasen?

Bei einem akuten Anfall mit regelmäßigem Herzschlag und schmalen QRS-Komplexen im EKG wird laut ESC-Leitlinie Adenosin empfohlen, wenn vagale Manöver fehlschlagen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B); es wird in die Vene gespritzt. Zur Vorbeugung weiterer Anfälle nennt die Leitlinie je nach Form Betablocker, Verapamil oder Diltiazem und bestimmte Antiarrhythmika wie Flecainid oder Propafenon. Bei einer wiederkehrenden AV-Knoten-Reentrytachykardie mit Beschwerden wird eine Katheterablation empfohlen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B); wird sie nicht gewünscht oder ist sie nicht möglich, sollten Verapamil oder Diltiazem bei Menschen ohne Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion, sonst Betablocker erwogen werden (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad B). Welches Mittel infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Wann wird eine Katheterablation empfohlen?

Laut ESC-Leitlinie wird eine Katheterablation bei wiederkehrender AV-Knoten-Reentrytachykardie mit Beschwerden und bei wiederkehrender AV-Reentrytachykardie mit Beschwerden empfohlen (jeweils Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad B). Auch laut IQWiG ist der Eingriff sinnvoll, wenn das Herzrasen immer wieder auftritt und Beschwerden verursacht; wer nur selten Anfälle hat, die nicht belasten, kann darauf verzichten. Manchmal wird er auch Menschen ohne Beschwerden empfohlen, etwa bei einer zusätzlichen Leitungsbahn mit erhöhtem Risiko.

Können Medikamente Herzrasen auslösen?

Ja. Die ESC-Leitlinie nennt als mögliche Auslöser eines schnellen Herzschlags unter anderem atemwegserweiternde Mittel wie Salbutamol, Methylxanthine und das Absetzen von Betablockern. Laut IQWiG können auch einige Herzmittel und Blutdrucksenker, manche Antidepressiva, Antibiotika oder Krebsmedikamente Herzrhythmusstörungen auslösen. Welche Wirkstoffe Herzrasen als Nebenwirkung nennen, steht auf der Seite Herzrasen durch Medikamente. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Darf ich mit anfallsartigem Herzrasen Auto fahren?

Bei AV-Knoten-Reentrytachykardie, AV-Reentrytachykardie oder WPW-Syndrom mit Ohnmachtsanfällen in der Vorgeschichte darf laut ESC-Leitlinie so lange kein Auto oder Motorrad gefahren werden, bis die Erkrankung zufriedenstellend kontrolliert oder behandelt ist. Für Fahrer von Lastwagen und Bussen gelten danach strengere Vorgaben. Besprechen Sie Ihre Situation mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; mehr im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Was hilft bei Herzrasen in der Schwangerschaft?

Laut ESC-Leitlinie werden für die akute Beendigung vagale Manöver und, wenn diese fehlschlagen, Adenosin empfohlen (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad C). Im ersten Schwangerschaftsdrittel wird empfohlen, möglichst auf alle Antiarrhythmika zu verzichten (Empfehlungsgrad I, Evidenzgrad C); zur Vorbeugung sollten bei Schwangeren ohne WPW-Syndrom Beta-1-selektive Betablocker (außer Atenolol) oder Verapamil erwogen werden (Empfehlungsgrad IIa, Evidenzgrad C). Amiodaron wird bei Schwangeren nicht empfohlen (Empfehlungsgrad III, Evidenzgrad C). Die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Können Stress, Kaffee oder Alkohol Herzrasen auslösen?

Laut gesund.bund.de können Störungen im Salzhaushalt, Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Stress zu Herzrasen führen. Für einen schnellen Sinusrhythmus nennt die ESC-Leitlinie auch Koffein und Alkohol als Auslöser. Beim Sport oder unter Stress schlägt das Herz auch bei gesunden Menschen manchmal sehr schnell; das ist normal.

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