MedikamenteDetailfrage

Metoprolol absetzen

Metoprolol darf laut Packungsbeilage nicht abrupt abgesetzt werden: Soll die Behandlung enden, sollte das wann immer möglich über mindestens zwei Wochen ausschleichend erfolgen; die Schritte legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Ein abruptes Absetzen kann eine Herzschwäche verschlechtern und das Risiko für einen Herzinfarkt und einen plötzlichen Herztod erhöhen; laut Fachinformation kann auch der Bluthochdruck zurückkehren. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Ende fünfzig mit schulterlangem braunem Haar in einer petrolfarbenen Strickjacke bespricht in einer hellen Praxis etwas mit einem Arzt
Bild: KI-generiert

Metoprolol darf nicht abrupt abgesetzt werden. Soll die Behandlung enden, sollte die Dosis laut Packungsbeilage wann immer möglich über mindestens zwei Wochen schrittweise verringert werden; das Vorgehen bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Ein abruptes Absetzen kann eine Herzschwäche verschlechtern und das Risiko für einen Herzinfarkt und einen plötzlichen Herztod erhöhen [1]. Laut Fachinformation kann auch der Bluthochdruck wiederkehren [2].

Metoprolol ist ein verschreibungspflichtiger Betablocker. Die Retardtabletten mit Metoprololsuccinat, auf denen diese Seite beruht, werden unter anderem bei Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, schnellen Herzrhythmusstörungen, zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarkts, zur Vorbeugung der Migräne und bei stabiler Herzschwäche eingesetzt [1].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden wollen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Abrupt abgesetzt werden darf Metoprolol nicht. Für das Beenden beschreibt die Packungsbeilage ein Ausschleichen, dessen Schritte die Ärztin oder der Arzt festlegt: Es sollte wann immer möglich über mindestens zwei Wochen erfolgen, indem die Dosis schrittweise verringert wird, und die niedrigste Dosis sollte vor dem vollständigen Beenden mindestens vier Tage angewendet werden. Bei Beschwerden sollte die Dosis langsamer verringert werden [1]. Die Angaben der Packungsbeilage zu den einzelnen Stufen stehen als Zitat im Abschnitt Dosierung der Wirkstoffseite; welche Schritte für Sie gelten, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Laut Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte sollen Absetzen und Dosisanpassungen nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen, der auch die Dauer der Behandlung bestimmt. Soll Metoprolol unterbrochen oder abgesetzt werden, vor allem bei Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit oder nach einem Herzinfarkt, sollte das immer langsam und schrittweise über mindestens 2 Wochen geschehen. Treten Symptome auf, sollte das Absetzen langsamer erfolgen [2]. Die Behandlung bedarf laut Fachinformation der regelmäßigen ärztlichen Kontrolle [2].

Für die nicht retardierten Tabletten mit Metoprololtartrat heißt es in der Packungsbeilage ähnlich: Eine Unterbrechung oder Änderung der Dosierung darf nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Nach längerer Anwendung sollte das Absetzen grundsätzlich langsam ausschleichend geschehen [3].

Wann die Ärztin oder der Arzt die Dosis senkt oder Metoprolol beendet

  • Der Herzschlag wird immer langsamer: Dann wenden Sie sich laut Packungsbeilage so schnell wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Laut Fachinformation sollte Metoprolol in diesem Fall geringer dosiert oder ausschleichend abgesetzt werden [2]. Mehr dazu: Langsamer Puls durch Medikamente.
  • Blutdruckabfall bei Herzschwäche: Fällt der Blutdruck während der Einstellung bei Herzschwäche ab, kann es laut Fachinformation nötig sein, die Dosis der Begleitmedikamente zu senken. Ein anfänglicher Blutdruckabfall spricht nicht zwangsläufig gegen eine Langzeitbehandlung, die Dosis von Metoprolol sollte aber so lange reduziert werden, bis der Zustand stabil ist [2]. Mehr dazu: Niedriger Blutdruck durch Medikamente.
  • Überdosierung: Bei einer Überdosierung oder einem bedrohlichen Abfall von Herzfrequenz oder Blutdruck muss die Behandlung laut Fachinformation abgebrochen werden [2]. Haben Sie zu viel eingenommen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt und halten die Packung bereit [1].

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Eine Liste typischer Absetz- oder Entzugserscheinungen enthalten die Produktinformationen nicht, und eine Abhängigkeit beschreiben sie nicht [1, 2]. Sie warnen vor den Folgen eines abrupten Absetzens. Laut Fachinformation sind das [2]:

  • eine Verschlechterung einer Herzschwäche, verbunden mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod
  • eine Minderdurchblutung des Herzmuskels (kardiale Ischämie) mit Verschlechterung einer Angina pectoris
  • ein Herzinfarkt
  • das Wiederauftreten des Bluthochdrucks (mehr dazu: Blutdruckanstieg durch Medikamente)

Die Packungsbeilage der Retardtabletten nennt die Verschlechterung einer Herzschwäche und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und plötzlichen Herztod [1], die Packungsbeilage der Tartrat-Tabletten die Minderdurchblutung des Herzmuskels mit erneuter Verschlimmerung einer Angina pectoris, den Herzinfarkt und das Wiederauftreten eines Bluthochdrucks [3]. Wie häufig solche Folgen sind und wie lange sie anhalten, geben die Quellen nicht an [1, 2, 3].

Zusammen mit Clonidin

Nehmen Sie zusätzlich das Blutdruckmittel Clonidin, darf Clonidin laut Packungsbeilage und Fachinformation erst abgesetzt werden, wenn Sie die Einnahme von Metoprolol einige Tage zuvor beendet haben [1, 2]. Die Packungsbeilage der Tartrat-Tabletten begründet das: Nach abruptem Absetzen von Clonidin kann der Blutdruck bei gleichzeitiger Einnahme von Metoprolol überschießend ansteigen. Anschließend kann Clonidin stufenweise abgesetzt werden [3]. Dieselbe Reihenfolge nennt die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Hypertonie [13]. Die Reihenfolge legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Wenn der Blutdruck wieder steigt

Ein häufiger Grund für einen entgleisten Blutdruck ist laut einem Patientenblatt der NVL Hypertonie, dass blutdrucksenkende Medikamente nicht regelmäßig eingenommen oder weggelassen werden. Fachleute sprechen von einer Blutdruck-Entgleisung, wenn der obere Wert über 180 mmHg und der untere über 110 mmHg liegt. Hinweise darauf können ein roter Kopf oder rote Wangen, Kopfschmerz, Schwindel und Übelkeit sein [14]. Das Patientenblatt rät, ruhig zu bleiben und den Blutdruck nach etwa 30 Minuten noch einmal zu messen. Sind die Werte nicht besser oder halten die Beschwerden an, rufen Sie Ihre Arztpraxis an oder suchen sie auf. Schwangere brauchen bei so hohen Werten rasch ärztliche Hilfe [14].

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Anfang sechzig mit kurzem grauem Haar im roten Pullover sitzt am Frühstückstisch in einer hellen Küche und trinkt Tee
Bild: KI-generiert

Ob Metoprolol beendet wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt; je nach Anwendungsgebiet geben Leitlinien dafür unterschiedliche Hinweise:

  • Nach einem Herzinfarkt: Metoprolol ist zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarkts zugelassen [1]. Laut NVL Chronische KHK sollte Betroffenen für ein Jahr ein Betablocker empfohlen und dann neu geprüft werden, ob er weiter gegeben oder abgesetzt wird. Ein Jahr nach dem Infarkt sieht die Leitliniengruppe keine eigenständige Indikation mehr für einen Betablocker. Ohne anderen Grund für die Behandlung, etwa Bluthochdruck, eine Herzschwäche oder bestimmte Herzrhythmusstörungen, hält sie den Nutzen bei koronarer Herzkrankheit für nicht ausreichend belegt. Die abgeschwächte Empfehlung spiegelt die Unsicherheit über den Zeitraum von einem Jahr wider [11].
  • Herzschwäche: Metoprololsuccinat zählt laut NVL Chronische Herzinsuffizienz zu den Medikamenten, die die Prognose verbessern. Haben sich Pumpfunktion oder Beschwerden unter der Behandlung gebessert, sollen diese Medikamente weder reduziert noch abgesetzt werden, sofern keine Unverträglichkeit oder Gegenanzeige besteht; ein Absetzen kann mit einer schlechteren Prognose verbunden sein. Zugleich soll die Indikation aller Medikamente regelmäßig überprüft werden [12].
  • Migräne-Vorbeugung: Laut S1-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft hängt die Dauer einer wirksamen Migräneprophylaxe von der Schwere der Migräne, Begleiterkrankungen und dem Wirkstoff ab. Mittel außer Flunarizin werden in der Regel mindestens 9 Monate gegeben, die Indikation muss spätestens nach 24 Monaten überprüft werden. Ein Auslassversuch kann unternommen werden; sein Zeitpunkt sollte von der Häufigkeit der Kopfschmerzen, der Beeinträchtigung und von Begleiterkrankungen abhängen [16].
  • Kinderwunsch: Laut NVL Hypertonie soll die vereinbarte blutdrucksenkende Medikation trotz Kinderwunsch nicht ohne ärztliche Absprache abgesetzt oder herunterdosiert werden [13].

Vor einer Operation

Vor einer Operation informieren Sie den Narkosearzt über die Einnahme von Metoprolol [1]. Laut Fachinformation können Narkosegase die herzschwächende Wirkung von Betablockern verstärken; deshalb sollte der Anästhesist Bescheid wissen. Wer vor einer Operation außerhalb des Herzens steht, sollte laut Fachinformation keine akute Erstbehandlung mit hohen Metoprolol-Dosen erhalten [2]. Für Menschen, die bereits einen Betablocker nehmen, empfiehlt die Pocket-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (Übernahme der Leitlinie der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie von 2022), die Behandlung um die Operation herum fortzusetzen (Empfehlungsklasse I). Eine routinemäßige Gabe von Betablockern rund um Operationen empfiehlt sie nicht [15]. Mehr dazu: Medikamente vor der OP.

Schwangerschaft und Geburt

Werden Sie während der Einnahme schwanger, informieren Sie laut Packungsbeilage so schnell wie möglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Embryotox, das Beratungszentrum der Charité, zählt Metoprolol zu den Blutdrucksenkern der Wahl in der Schwangerschaft [4].

Laut Fachinformation soll die Behandlung wegen möglicher Nebenwirkungen beim Neugeborenen, zum Beispiel ein langsamer Herzschlag, ein niedriger Blutdruck oder ein niedriger Blutzucker, 48 bis 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden; ist das nicht möglich, muss das Neugeborene 48 bis 72 Stunden nach der Geburt sorgfältig ärztlich überwacht werden [2]. Laut Packungsbeilage der Tartrat-Tabletten sollte Metoprolol 48 bis 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin abgesetzt werden; ist das nicht möglich, müssen die Neugeborenen 48 bis 72 Stunden nach der Geburt sorgfältig überwacht werden [3]. Laut Embryotox wird ein Absetzen 24 bis 48 Stunden vor der Entbindung von manchen Autoren erörtert; Embryotox hält dieses Vorgehen für kaum zu rechtfertigen. Die meist nur milden Zeichen einer Betablocker-Wirkung bessern sich laut Embryotox beim Neugeborenen innerhalb von 48 Stunden folgenlos. Geburtshelfer und Kinderärzte sollten über die Medikation der Mutter informiert sein [4]. Besprechen Sie das Vorgehen rechtzeitig vor der Geburt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Embryotox bietet eine kostenlose individuelle Beratung an [4]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Dosis ein, sondern setzen Sie die Einnahme wie verordnet fort. Die Retardtabletten werden einmal täglich eingenommen, vorzugsweise mit dem Frühstück [1].

Was Sie tun können

Mit diesen Fragen können Sie in das Gespräch gehen:

  • Wofür nehme ich Metoprolol, und brauche ich es weiterhin?
  • Über wie viele Wochen verringern wir die Dosis, und welche Stärken brauche ich dafür?
  • Wie oft soll ich während des Absetzens Blutdruck und Puls messen, und ab welchen Werten melde ich mich?
  • Nehme ich Mittel, bei denen eine Reihenfolge wichtig ist, etwa Clonidin?
  • Was tue ich, wenn meine Migräne, mein Herzrasen oder mein Bluthochdruck wiederkommt?
  • Ist eine Operation, eine Schwangerschaft oder eine Geburt geplant, und wer stimmt das Vorgehen ab?

Eine Vorlage bietet das Werkzeug Fragen für das Arztgespräch.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeines steht im Ratgeber Medikamente absetzen; zum verwandten Wirkstoff gibt es die Seite Bisoprolol absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Notfall bei hohem Blutdruck: Schädigt ein stark erhöhter Blutdruck Gehirn, Herz, Lunge oder Nieren, ist das laut Patientenblatt der NVL Hypertonie ein Notfall für das Krankenhaus. Anzeichen können Atemnot, starke Brustenge, Verwirrtheit, Lähmungen, Seh- oder Sprechstörungen, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit sein. Rufen Sie dann die 112 an oder sorgen Sie dafür, dass jemand anderes das tut. Sind Sie unsicher, ob ein Notfall vorliegt, holen Sie möglichst schnell Rat ein, etwa beim ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 [14].

Zeichen eines Herzinfarkts: Laut IQWiG sind das vor allem ein starkes Enge- oder Druckgefühl in der Brust und Schmerzen hinter dem Brustbein, die in Arm, Rücken, Hals oder Oberbauch ausstrahlen können, länger als fünf Minuten anhalten und in Ruhe nicht besser werden. Luftnot, Übelkeit, kalter Schweiß oder Schwindel können hinzukommen. Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Diabetes oder Herzschwäche spüren die typische Brustenge seltener und haben häufiger andere Beschwerden wie Luftnot, Übelkeit oder Erbrechen. Wählen Sie schon bei einem Verdacht sofort die 112, auch nachts [17].

Starke Brustschmerzen oder Herzbeschwerden, schwere Atemnot und Bewusstlosigkeit sind auch laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für die Notrufnummer 112 [18]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat 47,5 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Metoprolol-ratiopharm Succinat Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Metoprolol-ratiopharm 50 mg Tabletten (Metoprololtartrat). ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
  4. Embryotox Embryotox: Metoprolol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  5. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische KHK, Langfassung, Version 7.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-004), Kapitel 7.4 Betarezeptorenblocker, Empfehlung 7-17. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (NVL-Programm). Stand Version 7.0, 15.08.2024 (gültig bis 14.08.2029). abgerufen am 16.10.2026
  6. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Chronische Herzinsuffizienz, Langfassung, Version 4.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-006), Kapitel 6 Medikamentöse Therapie, Empfehlungen 6-25 und 6-26. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (NVL-Programm). Stand Version 4.0, 12.12.2023 (Kapitel Medikamentöse Therapie gültig bis 12.12.2028). abgerufen am 16.10.2026
  7. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie, Langfassung, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. nvl-009), Empfehlung 7-10 und Tabelle 23. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (NVL-Programm). Stand Version 1.0, 29.06.2023 (gültig bis spätestens 29.06.2028). abgerufen am 16.10.2026
  8. Leitlinie Patientenblatt "Was tun, wenn der Blutdruck plötzlich viel zu hoch ist?" (Bestandteil der NVL Hypertonie). Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften), Redaktion Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin. Stand 06/2023. abgerufen am 16.10.2026
  9. Leitlinie ESC Pocket Guidelines: Kardiovaskuläres Management vor nichtkardialen chirurgischen Eingriffen (NCS), Version 2022, Abschnitt 4.2 Medikamentöse Therapie. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK), übernommen von der European Society of Cardiology (ESC). Stand Version 2022. abgerufen am 16.10.2026
  10. Leitlinie Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne, S1-Leitlinie (AWMF-Registernummer 030/057), Abschnitt Dauer der Migräneprophylaxe. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG). Stand 08.08.2025 (gültig bis 07.08.2028). abgerufen am 16.10.2026
  11. Anzeichen eines Herzinfarkts. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.10.2021. abgerufen am 16.10.2026
  12. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Metoprolol einfach absetzen?

Nein. Laut Packungsbeilage wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden wollen; abrupt abgesetzt werden darf Metoprolol nicht. Ein abruptes Absetzen kann eine Herzschwäche verschlechtern und das Risiko für einen Herzinfarkt und einen plötzlichen Herztod erhöhen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Metoprolol absetzen oder ausschleichen?

Laut Packungsbeilage darf Metoprolol nicht abrupt abgesetzt werden. Soll die Behandlung beendet werden, sollte das wann immer möglich über mindestens zwei Wochen ausschleichend erfolgen, indem die Dosis schrittweise verringert wird. Die einzelnen Schritte und wie lange jede Dosis eingenommen wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Welche Symptome können beim Absetzen von Metoprolol auftreten?

Eine Liste von Entzugserscheinungen enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation kann ein abruptes Absetzen eine Herzschwäche verschlechtern, verbunden mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Herztod, oder zu einer Minderdurchblutung des Herzens mit stärkerer Angina pectoris, zu einem Herzinfarkt oder zum Wiederauftreten des Bluthochdrucks führen. Wie häufig das geschieht, geben die Quellen nicht an.

Nimmt man nach dem Absetzen von Metoprolol ab?

Das beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Eine Gewichtszunahme und Wassereinlagerungen im Gewebe sind gelegentliche Nebenwirkungen während der Einnahme, betreffen also bis zu 1 von 100 Behandelten. Bemerken Sie eine ungewollte Gewichtszunahme oder Schwellungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, statt Metoprolol eigenmächtig wegzulassen.

Kann ich nach dem Absetzen von Metoprolol Kopfschmerzen bekommen?

Kopfschmerzen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht als Folge des Absetzens; sie sind eine häufige Nebenwirkung während der Einnahme. Laut Fachinformation kann ein abruptes Absetzen aber dazu führen, dass der Bluthochdruck wiederkehrt. Kopfschmerzen, ein roter Kopf, Schwindel oder Übelkeit können laut Patientenblatt der NVL Hypertonie auf eine Blutdruck-Entgleisung hinweisen. Messen Sie dann Ihren Blutdruck und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Muss ich Metoprolol vor einer OP absetzen?

Informieren Sie vor einer Operation den Narkosearzt über die Einnahme; so steht es in Packungsbeilage und Fachinformation. Die Pocket-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie zu nichtkardialen Operationen empfiehlt, eine bestehende Betablocker-Behandlung um die Operation herum fortzusetzen. Ob in Ihrem Fall etwas geändert wird, entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte.

Darf ich Metoprolol absetzen, wenn ich es gegen Migräne nehme?

Nur nach Rücksprache. Laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie werden Mittel zur Migränevorbeugung außer Flunarizin in der Regel mindestens 9 Monate gegeben, und die Indikation muss spätestens nach 24 Monaten überprüft werden. Ein Auslassversuch kann unternommen werden; seinen Zeitpunkt sollte die Ärztin oder der Arzt von der Häufigkeit der Kopfschmerzen, der Beeinträchtigung und von Begleiterkrankungen abhängig machen. Auch dann gilt laut Packungsbeilage: nicht abrupt, sondern ausschleichend.

Muss Metoprolol vor der Geburt abgesetzt werden?

Laut Fachinformation soll die Behandlung 48 bis 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden; ist das nicht möglich, muss das Neugeborene 48 bis 72 Stunden nach der Geburt sorgfältig ärztlich überwacht werden. Laut Embryotox wird ein Absetzen 24 bis 48 Stunden vor der Entbindung von manchen Autoren erörtert; Embryotox hält dieses Vorgehen für kaum zu rechtfertigen. Die meist nur milden Zeichen beim Neugeborenen bessern sich laut Embryotox innerhalb von 48 Stunden folgenlos. Besprechen Sie das Vorgehen rechtzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Embryotox bietet außerdem eine kostenlose Beratung an.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Apixaban absetzen

    Wird Apixaban vorzeitig abgebrochen, könnte das Risiko für Blutgerinnsel steigen.

  • Medikamente Pregabalin absetzen

    Pregabalin soll nicht plötzlich abgesetzt werden.

  • Medikamente Pregabalin und Gewichtszunahme

    Gewichtszunahme ist eine häufige Nebenwirkung von Pregabalin.

  • Krankheiten

    Häufige Krankheiten von A bis Z und welche Medikamente die Leitlinien dafür nennen.