MedikamenteDetailfrage
Apixaban absetzen
Wird Apixaban vorzeitig abgebrochen, könnte laut Packungsbeilage das Risiko für ein Blutgerinnsel erhöht sein; der Patientenausweis nennt auch das Risiko eines Schlaganfalls. Vor einer Operation oder einem Eingriff, der Blutungen verursachen kann, ordnet die Ärztin oder der Arzt bei Bedarf eine Pause an, laut Fachinformation je nach Blutungsrisiko mindestens 24 oder 48 Stunden vorher, und danach sollte die Behandlung so bald wie möglich wieder beginnen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Apixaban sollten Sie nicht auf eigene Faust absetzen: Laut Packungsbeilage könnte das Risiko für ein Blutgerinnsel erhöht sein, wenn die Behandlung vorzeitig endet [1]. Der Patientenausweis, der jeder Packung beiliegt, nennt das Risiko eines Schlaganfalls, eines Blutgerinnsels oder anderer Komplikationen [3]. Vor Operationen und manchen Eingriffen kann eine vorübergehende Pause nötig sein; ob und wie lange, legt die Ärztin oder der Arzt fest [1, 2].
Apixaban ist ein verschreibungspflichtiger Gerinnungshemmer. Er wird nach einem Hüft- oder Kniegelenksersatz, bei Vorhofflimmern und zur Behandlung von Thrombosen und Lungenembolien eingesetzt [1]. Wirkung, Nebenwirkungen und Dosierung beschreibt die Seite Apixaban.
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Laut Packungsbeilage brechen Sie die Einnahme nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab, weil das Risiko für ein Blutgerinnsel erhöht sein könnte, wenn Sie die Behandlung vorzeitig beenden [1]. Laut Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte erhöht das Absetzen von Gerinnungshemmern einschließlich Apixaban wegen aktiver Blutungen, geplanter Operationen oder invasiver Eingriffe das Thromboserisiko. Unterbrechungen sollten vermieden werden. Muss die Behandlung aus einem guten Grund unterbrochen werden, sollte sie schnellstmöglich wieder aufgenommen werden [2].
Zu den wichtigsten Inhalten des Patientenausweises gehört nach den Auflagen der Zulassung die Bedeutung der Therapietreue, also der Einnahme nach ärztlicher Anweisung [2].
Wie lange die Behandlung dauert
Wie lange Sie Apixaban einnehmen, hängt vom Anwendungsgebiet ab:
- Nach einem Hüft- oder Kniegelenksersatz: Laut Fachinformation beträgt die empfohlene Behandlungsdauer nach einem Hüftgelenksersatz 32 bis 38 Tage, nach einem Kniegelenksersatz 10 bis 14 Tage [2]. Die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
- Vorhofflimmern: Laut Fachinformation sollte die Behandlung dauerhaft erfolgen [2]. Wie lange Sie sie fortsetzen, entscheidet laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt Vorhofflimmern als chronische Erkrankung, die über einen deutlich längeren Zeitraum als ein Jahr behandelt wird [13].
- Thrombosen und Lungenembolien: Eine kurze Behandlung von mindestens 3 Monaten sollte laut Fachinformation, entsprechend den verfügbaren medizinischen Leitlinien, nur bei vorübergehenden Risikofaktoren erwogen werden, zum Beispiel nach einer Operation, einer Verletzung oder einer Ruhigstellung. Die Gesamtdauer sollte nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Blutungsrisiko individuell festgelegt werden [2].
Nach einer Lungenembolie stellt sich laut IQWiG nach frühestens drei Monaten die Frage, ob eine längere Anwendung sinnvoll ist; die Entscheidung hängt insbesondere vom Risiko für eine weitere Embolie und vom Risiko für eine schwere Blutung ab. Menschen mit einem starken und dauerhaften Risikofaktor wie einem Antiphospholipid-Syndrom wenden Gerinnungshemmer gewöhnlich dauerhaft an. War eine inzwischen verheilte größere Operation oder Verletzung die Ursache, ist eine vorbeugende Behandlung meist nicht nötig [14]. Nach einer tiefen Venenthrombose empfehlen Fachleute laut IQWiG 3 bis 6 Monate gerinnungshemmende Tabletten, manchmal auch länger [15].
Wenn die Behandlung ärztlich beendet oder umgestellt wird
Packungsbeilage und Fachinformation nennen Situationen, in denen Apixaban abgebrochen werden sollte oder nicht empfohlen wird [1, 2]. Ob eine davon auf Sie zutrifft, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt:
- Schwere Blutung: Laut Fachinformation sollte die Behandlung beim Auftreten einer schweren Blutung abgebrochen werden. Für Erwachsene gibt es ein Arzneimittel, das die Wirkung von Apixaban aufhebt (Andexanet alfa) [2].
- Antiphospholipid-Syndrom: Direkte orale Gerinnungshemmer (DOAK) einschließlich Apixaban werden laut Fachinformation bei Menschen mit diesem Syndrom und einer Thrombose in der Vorgeschichte nicht empfohlen [2]. Ein Rote-Hand-Brief vom 23.05.2019 forderte Ärztinnen und Ärzte auf zu prüfen, ob die Fortsetzung bei Betroffenen angemessen ist, und eine Umstellung auf Vitamin-K-Antagonisten zu erwägen, insbesondere bei Menschen, die in allen drei Antiphospholipid-Tests positiv sind [11]. Wissen Sie, dass Sie diese Erkrankung haben, teilen Sie das laut Packungsbeilage Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit [1].
- Künstliche Herzklappe: Sicherheit und Wirksamkeit wurden dabei nicht untersucht, die Behandlung mit Apixaban wird laut Fachinformation nicht empfohlen [2].
- Nieren und Leber: Bei einer Kreatinin-Clearance unter 15 ml/min, bei Dialyse und bei schwerer Leberfunktionsstörung wird Apixaban laut Fachinformation nicht empfohlen [2].
- Schwangerschaft und Stillzeit: Wenn Sie schwanger sind, sollten Sie Apixaban laut Packungsbeilage nicht einnehmen; werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. In der Stillzeit berät sie oder er Sie, ob Sie abstillen oder die Behandlung absetzen bzw. nicht beginnen [1]. Laut Fachinformation soll die Anwendung in der Schwangerschaft aus Vorsichtsgründen vermieden werden [2].
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Absetz- oder Entzugserscheinungen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation für Apixaban nicht [1, 2]. Sie warnen davor, dass nach einem vorzeitigen Abbruch das Risiko für Blutgerinnsel erhöht sein könnte [1, 3]. Welche Folgen ein Blutgerinnsel haben kann, beschreibt die Packungsbeilage bei den Anwendungsgebieten [1]:
- Ein Gerinnsel in den Beinvenen (tiefe Venenthrombose) kann zu einem schmerzhaften oder schmerzlosen Anschwellen der Beine führen.
- Gelangt ein Gerinnsel aus dem Bein in die Lunge, kann es den Blutfluss blockieren und Luftnot mit oder ohne Schmerzen in der Brust verursachen. Eine solche Lungenembolie kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
- Bei Vorhofflimmern können sich Gerinnsel im Herzen lösen, zum Gehirn wandern und dort einen Schlaganfall verursachen oder zu anderen Organen wandern und dort den Blutzufluss behindern (systemische Embolie). Ein Schlaganfall kann lebensbedrohlich sein und erfordert sofortige ärztliche Behandlung.
Wie schnell die Wirkung nachlässt
Apixaban hemmt den Gerinnungsfaktor Xa umkehrbar (reversibel). Seine Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert, beträgt bei Erwachsenen rund 12 Stunden [2]. Für die Gruppe der direkten oralen Gerinnungshemmer, zu der Apixaban gehört, schreibt das IQWiG: Nach dem Absetzen normalisiert sich die Blutgerinnung innerhalb von 1 bis 4 Tagen [13]. Gerinnungshemmer wirken nach Darstellung des IQWiG nur so lange, wie sie angewendet werden. Setzt man sie ab, endet ihre vorbeugende Wirkung, aber auch das Risiko für Nebenwirkungen, insbesondere für schwere Blutungen [14].
Blutergüsse oder Nasenbluten: ein Grund zum Absetzen?
Blutergüsse, Nasen- und Zahnfleischbluten gehören bei Vorhofflimmern zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. Ein erhöhtes Blutungsrisiko ist laut IQWiG nur selten ein Grund, auf Gerinnungshemmer zu verzichten; die Risikofaktoren für Blutungen zu kennen, ist aber sinnvoll, damit man sie behandeln kann [13]. Nach der Zusammenfassung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) dient die Einschätzung des Blutungsrisikos in der S3-Leitlinie Vorhofflimmern aus Sicht der Leitliniengruppe in erster Linie dazu, erkannte Risikofaktoren so weit wie möglich zu verringern [12]. Mehr dazu: Blutungen und Blutbild.
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ein schrittweises Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation für Apixaban nicht. Sie beschreiben die Pause vor Eingriffen und die Umstellung auf andere Gerinnungshemmer [1, 2].
Vor Operationen, Zahnbehandlungen und Untersuchungen
Steht eine Operation oder ein Eingriff an, der Blutungen verursachen kann, fordert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie laut Packungsbeilage möglicherweise auf, Apixaban vorübergehend abzusetzen. Sind Sie unsicher, ob ein Eingriff Blutungen verursachen kann, fragen Sie nach [1]. Ärztinnen und Ärzte über die Einnahme zu informieren, ist laut IQWiG auch vor kleineren Eingriffen wie dem Ziehen eines Zahns oder einer Darmspiegelung wichtig, weil sie zu einer Blutung führen können [13]. Den Patientenausweis zeigen Sie vor jeder Behandlung in der Apotheke, in der Zahnarztpraxis und allen Ärztinnen und Ärzten [3].
Für geplante Eingriffe nennt die Fachinformation zwei Gruppen [2]:
- Mittleres bis hohes Blutungsrisiko: Apixaban sollte mindestens 48 Stunden vorher abgesetzt werden. Dazu gehören Eingriffe, bei denen eine klinisch bedeutsame Blutung nicht ausgeschlossen werden kann oder ein Blutungsrisiko nicht annehmbar ist.
- Niedriges Blutungsrisiko: Apixaban sollte mindestens 24 Stunden vorher abgesetzt werden. Dazu gehören Eingriffe, bei denen jede mögliche Blutung als minimal eingeschätzt wird, an unkritischer Stelle liegt oder leicht zu kontrollieren ist.
Welche Untersuchung oder Operation in welche Gruppe fällt, zählt die Fachinformation nicht einzeln auf. Lässt sich ein Eingriff nicht verschieben, sollte das Blutungsrisiko gegen die Dringlichkeit abgewogen werden. Nach dem Eingriff sollte die Behandlung unter Berücksichtigung der klinischen Situation und einer ausreichenden Blutstillung so bald wie möglich wieder aufgenommen werden [2]. Bei einer Katheterablation wegen Vorhofflimmern muss die Behandlung laut Fachinformation nicht unterbrochen werden [2]. Bei einer Kardioversion, mit der ein gestörter Herzrhythmus wieder normalisiert wird, nehmen Sie Apixaban genau zu den Zeitpunkten ein, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nennt [1]; laut Fachinformation sollte vorher bestätigt werden, dass Sie es wie verschrieben eingenommen haben [2].
Betäubung am Rückenmark: Bleibt bei einer Spinal- oder Epiduralanästhesie ein Katheter im Rücken, sollten laut Fachinformation zwischen der letzten Einnahme und dem Entfernen 20 bis 30 Stunden liegen, und mindestens eine Dosis sollte vorher ausgelassen werden; klinische Erfahrung damit gibt es nicht [2]. Danach nehmen Sie Apixaban laut Packungsbeilage 5 Stunden nach dem Entfernen des Katheters oder später ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es anweist [1].
Überbrückung mit Heparin: Laut der Zusammenfassung der AkdÄ zur S3-Leitlinie Vorhofflimmern wird ein Überbrücken (Bridging) mit Heparin bei Vorhofflimmern nur empfohlen, wenn ein Eingriff mit hohem Blutungsrisiko ansteht und es sich um ausgewählte Menschen mit sehr hohem Risiko für Blutgerinnsel handelt, zum Beispiel nach einem Schlaganfall in den letzten 3 Monaten [12]. Mehr zur Vorbereitung: Medikamente vor der OP.
Umstellung auf einen anderen Gerinnungshemmer
Muss Ihre Behandlung umgestellt werden, beschreibt die Packungsbeilage den Ablauf so [1]:
- Auf einen gespritzten Gerinnungshemmer wie Heparin: Apixaban wird beendet, und das andere Mittel beginnt zu dem Zeitpunkt, an dem die nächste Tablette fällig gewesen wäre.
- Auf einen Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin: Beide Mittel müssen mindestens in den ersten 2 Tagen gemeinsam eingenommen werden. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt untersucht Ihr Blut und sagt Ihnen, wann Sie Apixaban beenden.
Laut Fachinformation sollte die gemeinsame Gabe von Apixaban und Vitamin-K-Antagonist fortgesetzt werden, bis der INR-Wert mindestens 2 beträgt [2].
Wenn kein Gerinnungshemmer infrage kommt
Laut der Zusammenfassung der AkdÄ zur S3-Leitlinie Vorhofflimmern ist der interventionelle Verschluss des linken Vorhofohrs aus Sicht der Leitliniengruppe allenfalls eine Möglichkeit für Menschen mit Vorhofflimmern, bei denen eine orale Gerinnungshemmung nicht angewendet werden darf. Ob er Blutgerinnseln genauso gut vorbeugt, ist mangels Studiendaten unklar [12].
Die Entscheidung über eine Gerinnungshemmung soll laut der Zusammenfassung der AkdÄ zur S3-Leitlinie gemeinsam von Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient getroffen werden, wobei die individuellen Risiken für Blutgerinnsel und für Blutungen gegeneinander abgewogen werden sollen [12]. Sie ist laut IQWiG nicht endgültig: Kommen mit der Zeit andere Risikofaktoren hinzu, ist es sinnvoll, Vor- und Nachteile erneut abzuwägen [13].
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Haben Sie eine Morgendosis vergessen, nehmen Sie sie laut Packungsbeilage ein, sobald Sie es bemerken, auch zusammen mit der Abenddosis. Eine vergessene Abenddosis dürfen Sie nur am selben Abend nachholen. Nehmen Sie am nächsten Morgen nicht zwei Dosen, sondern setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort. Sind Sie unsicher oder haben Sie mehr als eine Dosis versäumt, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Beim Erinnern hilft die Einnahme-Erinnerung.
Was Sie tun können
Wenn Sie Apixaban beenden möchten, sich um Blutungen sorgen oder ein Eingriff ansteht, können Sie diese Fragen in das Gespräch mitnehmen:
- Wie lange soll ich Apixaban in meiner Situation einnehmen, und wann prüfen wir das wieder?
- Was spricht bei mir für eine Fortsetzung, was dagegen?
- Muss ich Apixaban vor meinem Eingriff pausieren, und wann nehme ich die letzte und die nächste Tablette?
- Wer stimmt die Pause ab, wenn mehrere Praxen beteiligt sind, zum Beispiel Hausarztpraxis und Zahnarztpraxis?
- Woran erkenne ich ein Blutgerinnsel oder eine Blutung, und wann rufe ich den Notruf 112?
Tragen Sie den Patientenausweis laut Packungsbeilage ständig bei sich [1, 3]. Halten Sie im Medikationsplan fest, welche Mittel Sie nehmen, und notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann eine Pause begann und endete und ob Blutungen oder andere Beschwerden auftraten.
Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen; Sie können sie auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeines zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente absetzen.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Thrombose und Lungenembolie: Typische Anzeichen einer tiefen Venenthrombose sind laut IQWiG großflächige Schmerzen im Bein oder in der Hüfte, Druckempfindlichkeit, Schwellungen und Spannungsgefühle, warme, gerötete Haut und Muskelkrämpfe; meist ist nur ein Bein betroffen. Anzeichen einer Lungenembolie sind plötzliche Atemnot, Brustschmerzen vor allem beim Einatmen oder Husten, Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht, Herzrasen und blutiger Auswurf beim Husten. Dann ist es wichtig, sofort den Notruf 112 zu wählen [15].
Blutungen: Die Anzeichen einer Blutung und weitere Warnzeichen zeigt der Kasten unten [1, 3]. Starke, nicht stillbare Blutungen, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen und Bewusstlosigkeit sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für die Notrufnummer 112. Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [17]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Eliquis (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilagen Eliquis 2,5 mg und 5 mg Filmtabletten. Bristol-Myers Squibb/Pfizer EEIG (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Eliquis (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. Bristol-Myers Squibb/Pfizer EEIG (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Eliquis (EPAR), Anhang III A: Patientenausweis. Bristol-Myers Squibb/Pfizer EEIG (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Eliquis, Pradaxa, Lixiana/Roteas und Xarelto: Die Anwendung bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom wird nicht empfohlen. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.05.2019. abgerufen am 16.10.2026
- Neue Leitlinien: S3-Leitlinie Vorhofflimmern (Arzneiverordnung in der Praxis, Band 52, Heft 2). Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand September 2025. abgerufen am 16.10.2026
- Schlaganfällen vorbeugen bei Vorhofflimmern. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2022. abgerufen am 16.10.2026
- Wie lässt sich einer erneuten Lungenembolie vorbeugen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 06.09.2022. abgerufen am 16.10.2026
- Tiefe Venenthrombose (TVT). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 27.05.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Schlaganfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 16.12.2022. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Apixaban einfach absetzen?
Nein. Laut Packungsbeilage könnte das Risiko für ein Blutgerinnsel erhöht sein, wenn Sie die Behandlung vorzeitig abbrechen; der Patientenausweis nennt das Risiko eines Schlaganfalls oder anderer Komplikationen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Wie lange vor einer OP muss Apixaban abgesetzt werden?
Laut Fachinformation sollte Apixaban mindestens 48 Stunden vor geplanten Operationen oder Eingriffen mit mittlerem bis hohem Blutungsrisiko abgesetzt werden, vor Eingriffen mit niedrigem Blutungsrisiko mindestens 24 Stunden vorher. Wann Sie die letzte und die nächste Tablette nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Nach dem Eingriff sollte die Behandlung so bald wie möglich wieder aufgenommen werden.
Muss ich Apixaban vor dem Zahnarzt oder vor dem Zahnziehen absetzen?
Eine eigene Regel für Zahnbehandlungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Vor einem Eingriff, der Blutungen verursachen kann, fordert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie möglicherweise auf, Apixaban vorübergehend abzusetzen; sind Sie unsicher, ob ein Eingriff Blutungen verursachen kann, fragen Sie nach. Zeigen Sie den Patientenausweis vor jeder Behandlung auch in der Zahnarztpraxis.
Muss Apixaban vor einer Darmspiegelung oder Biopsie pausiert werden?
Laut IQWiG ist es wichtig, Ärztinnen und Ärzte auch vor kleineren Eingriffen wie einer Darmspiegelung über die Einnahme zu informieren, weil sie zu einer Blutung führen können. Ob und wie lange pausiert wird, richtet sich laut Fachinformation nach dem Blutungsrisiko des Eingriffs: mindestens 24 Stunden bei niedrigem, mindestens 48 Stunden bei mittlerem bis hohem Risiko. Sprechen Sie das schon bei der Terminvereinbarung an.
Wie lange wirkt Apixaban nach dem Absetzen nach?
Die Halbwertszeit von Apixaban beträgt laut Fachinformation bei Erwachsenen rund 12 Stunden. Für die direkten oralen Gerinnungshemmer insgesamt gibt das IQWiG an, dass sich die Blutgerinnung nach dem Absetzen innerhalb von 1 bis 4 Tagen normalisiert. Wann Sie vor einem Eingriff die letzte Tablette nehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Braucht man vor einer OP eine Überbrückung mit Heparin?
Laut der Zusammenfassung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zur S3-Leitlinie Vorhofflimmern wird eine Überbrückung mit Heparin bei Vorhofflimmern nur empfohlen, wenn ein Eingriff mit hohem Blutungsrisiko ansteht und es sich um ausgewählte Menschen mit sehr hohem Risiko für Blutgerinnsel handelt, zum Beispiel nach einem Schlaganfall in den letzten 3 Monaten. Ob das auf Sie zutrifft, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wann darf ich Apixaban nach einer Operation wieder einnehmen?
Laut Fachinformation sollte die Behandlung so bald wie möglich wieder aufgenommen werden, wenn die klinische Situation es erlaubt und die Blutstillung ausreicht. Nach dem Entfernen eines Katheters am Rückenmark weist Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie laut Packungsbeilage an, Apixaban frühestens 5 Stunden danach einzunehmen.
Wie lange muss ich Apixaban nehmen?
Das hängt vom Anwendungsgebiet ab. Nach einem Hüftgelenksersatz beträgt die empfohlene Behandlungsdauer laut Fachinformation 32 bis 38 Tage, nach einem Kniegelenksersatz 10 bis 14 Tage; die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Bei Vorhofflimmern sollte die Behandlung laut Fachinformation dauerhaft erfolgen; bei Thrombosen und Lungenembolien sollte die Gesamtdauer nach Abwägung von Nutzen und Blutungsrisiko individuell festgelegt werden.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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