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Fluvastatin: Nebenwirkungen und Wirkung
Fluvastatin ist ein verschreibungspflichtiger Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine. Er wird bei erhöhten Blutfettwerten eingesetzt und bei Erwachsenen mit koronarer Herzkrankheit nach einem Eingriff an den Herzkranzgefäßen. Häufig sind Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden und auffällige Muskel- und Leberwerte im Blut. Bei Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche unklarer Ursache benötigen Sie sofort medizinische Hilfe.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Fluvastatin eingesetzt?
Fluvastatin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Statine, die die Fette (Lipide) im Blut senken [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er bei Erwachsenen angewendet, deren Blutfettwerte zu hoch sind (vor allem das Gesamtcholesterin und das sogenannte "schlechte" LDL-Cholesterin), auch wenn zugleich die Triglyzeride erhöht sind. Das LDL-Cholesterin ist laut Packungsbeilage mit einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall verbunden [1]. Die Fachinformation nennt als Anwendungsgebiet erhöhtes Cholesterin (primäre Hypercholesterinämie) und gemischte Fettstoffwechselstörungen, jeweils zusätzlich zu einer Diät, wenn Diät und andere Maßnahmen wie Bewegung und Gewichtsabnahme nicht ausreichen [2].
Außerdem kann Fluvastatin Erwachsenen mit koronarer Herzkrankheit, deren Herzkranzgefäße mit dem Herzkatheter behandelt wurden (perkutane Koronarintervention), zur Vorbeugung weiterer schwerwiegender Ereignisse am Herzen wie eines Herzinfarkts verordnet werden [1, 2]. Die Fachinformation beschreibt dazu die Studie LIPS mit rund 1.700 Teilnehmenden, die nach einem solchen Eingriff über 4 Jahre Fluvastatin oder ein Scheinmedikament erhielten; untersucht wurden schwere Herzereignisse, nämlich Herztod, nicht tödlicher Herzinfarkt und erneute Eingriffe an den Herzkranzgefäßen. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [2].
Die Packungsbeilage nennt auch Dosierungen für Kinder ab 9 Jahren. Laut Fachinformation wurde Fluvastatin nur bei Kindern ab 9 Jahren mit einer erblichen Form erhöhten Cholesterins (heterozygote familiäre Hypercholesterinämie) untersucht; bei jüngeren Kindern ist es nicht zur Anwendung vorgesehen [1, 2].
Wie wirkt Fluvastatin?
Fluvastatin hemmt das Enzym HMG-CoA-Reduktase. Dieses Enzym wandelt HMG-CoA in Mevalonsäure um, eine Vorstufe der Sterole, zu denen auch das Cholesterin gehört [2]. Fluvastatin wirkt hauptsächlich in der Leber: Weil die Leberzellen weniger Cholesterin bilden, stellen sie mehr Aufnahmestellen für LDL (LDL-Rezeptoren) her und holen mehr LDL-Teilchen aus dem Blut; so sinkt die Cholesterinkonzentration im Blut [2].
Laut Fachinformation sinken unter Fluvastatin Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin, Apolipoprotein B und Triglyzeride, das HDL-Cholesterin steigt; die maximale lipidsenkende Wirkung wird unabhängig von der Dosis innerhalb von 4 Wochen erreicht [2]. Aus der Retardtablette wird der Wirkstoff langsamer aufgenommen als aus einer Kapsel. Fluvastatin wird über mehrere Wege in der Leber abgebaut und vor allem mit dem Stuhl ausgeschieden; die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) lag in Untersuchungen im Mittel bei 2,3 Stunden [2]. Weil das Enzym CYP3A4 nur in geringem Maß am Abbau beteiligt ist, beeinflussen starke Hemmstoffe dieses Enzyms wie Itraconazol und Erythromycin die Verfügbarkeit von Fluvastatin nur minimal [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Locol, für die eine Häufigkeit angegeben ist. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Die Packungsbeilage fasst einige schwerwiegende Nebenwirkungen als "selten oder sehr selten" zusammen; die Fachinformation ordnet sie einzeln zu [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation sind milde Magen-Darm-Beschwerden, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen [2]. Bei einigen Statinen wurden außerdem ohne Häufigkeitsangabe Schlafstörungen einschließlich Albträumen, Gedächtnisverlust, sexuelle Störungen, Depression, Diabetes und Sehnenerkrankungen berichtet, manchmal bis hin zu einem Sehnenriss [1, 2]. Diabetes tritt laut Packungsbeilage wahrscheinlicher auf, wenn Sie hohe Zucker- und Fettwerte im Blut haben, übergewichtig sind und hohen Blutdruck haben; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überwacht Sie dann entsprechend [1]. Mehr dazu auf den Seiten Blutzucker und Sehnenschäden.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheSchlafprobleme (Insomnie)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmMagenbeschwerden (Dyspepsie), Bauchschmerzen und Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und VerdauungsbeschwerdenBauchschmerzenÜbelkeit
- Laborwerte und UntersuchungenAuffällige Blutwerte für Muskeln und Leber (erhöhte Kreatinkinase, erhöhte Transaminasen)[1, 2]Mehr dazu: Veränderte LaborwerteLeberschäden und erhöhte Leberwerte
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen mit Hautausschlag oder Nesselsucht (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsucht
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen (Myalgie), Muskelschwäche und Muskelerkrankung (Myopathie)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenMuskelschwäche
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderte Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie), erkennbar an einer stärkeren Neigung zu Blutungen oder Blutergüssen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion) mit Schwellung der Haut, Schwierigkeiten beim Atmen oder Schwindel[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnotSchwindel
- NervensystemKribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen, gestörte oder herabgesetzte Empfindlichkeit (Parästhesie, Dysästhesie, Hypästhesie); laut Fachinformation können sie auch mit der zugrunde liegenden Fettstoffwechselstörung zusammenhängen[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Gefäße und KreislaufEntzündung der Blutgefäße (Vaskulitis), erkennbar an roten oder violetten Hautveränderungen[1, 2]
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit starken Schmerzen im Oberbauch[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzen
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis) mit ungewohnter Müdigkeit oder Fieber, Gelbfärbung von Haut und Augenweiß oder dunklem Urin[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteMüdigkeitFieber
- HautSchwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Schwellung des Gesichts und andere Hautreaktionen wie Ekzem, Hautentzündung (Dermatitis) oder Ausschlag mit Blasen (bullöses Exanthem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelentzündung (Myositis) und schwerer Abbau der Muskulatur (Rhabdomyolyse)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeLupus-erythematodes-ähnliche Reaktion: roter, fleckiger Hautausschlag vor allem im Gesicht, möglicherweise mit Abgeschlagenheit, Fieber, Übelkeit und Appetitverlust[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagMüdigkeitFieberÜbelkeitAppetitlosigkeit
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Geschlechtsorgane und BrustImpotenz (erektile Dysfunktion)[1, 2]Mehr dazu: Erektionsstörungen
- Muskeln, Knochen und GelenkeAnhaltende Muskelschwäche; laut Fachinformation eine immunvermittelte nekrotisierende Myopathie mit anhaltender Schwäche der rumpfnahen Muskeln und erhöhter Kreatinkinase, die auch nach dem Absetzen fortbestehen[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)MuskelschwächeVeränderte Laborwerte
- AtemwegeAtemprobleme einschließlich anhaltendem Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber (laut Fachinformation interstitielle Lungenerkrankung)[1, 2]Mehr dazu: AtemnotReizhustenFieber
- Magen und DarmDurchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
- NervensystemMyasthenia gravis: allgemeine Muskelschwäche, in einigen Fällen auch der Atemmuskulatur[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
- AugenOkuläre Myasthenie: Muskelschwäche der Augen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche unklarer Ursache können Frühzeichen eines potenziell schwerwiegenden Muskelabbaus sein; laut Packungsbeilage lässt er sich verhindern, indem die Ärztin oder der Arzt die Behandlung so schnell wie möglich beendet [1]. Laut Fachinformation wurden Fälle von tödlichem und nicht tödlichem Leberversagen mit Statinen einschließlich Locol berichtet; ein ursächlicher Zusammenhang mit Locol wurde nicht festgestellt [2]. Mehr dazu auf den Seiten Muskelschmerzen und Leberwerte.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Muskeln: Laut Fachinformation sollte bei Muskelbeschwerden wie Schmerzen, Schwäche oder Krämpfen der CK-Wert (Kreatinkinase) im Blut bestimmt werden. Liegt er über dem Fünffachen des oberen Normwerts, sollte die Behandlung abgebrochen werden; bei stark ausgeprägten Beschwerden, die täglich belasten, ist eine Beendigung auch bei geringerem Anstieg zu erwägen [2]. Sind die Beschwerden abgeklungen und die Werte wieder normal, kann eine erneute Behandlung mit Fluvastatin oder einem anderen Statin in der niedrigsten Dosis unter engmaschiger Überwachung in Betracht gezogen werden [2].
CK-Messung richtig einordnen: Laut Fachinformation spricht bisher nichts dafür, die CK ohne Beschwerden routinemäßig zu überwachen. Gemessen werden sollte nicht nach starker körperlicher Belastung, weil die Werte sonst schwer zu deuten sind [2]. Vor Behandlungsbeginn sollte die CK bei bestimmten Risiken gemessen werden, etwa bei eingeschränkter Nierenfunktion, Schilddrüsenunterfunktion, erblichen Muskelerkrankungen oder Alkoholmissbrauch [2].
Weitere Beschwerden: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Nebenwirkungen Sie beunruhigen oder erheblich beeinträchtigen [1]. Mehr zu Schlafproblemen lesen Sie auf der Seite Schlafstörungen. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch über nicht verschreibungspflichtige [1]. Müssen Sie das Antibiotikum Fusidinsäure einnehmen, wird Fluvastatin vorübergehend unterbrochen, weil die Kombination zu schwerwiegenden Muskelproblemen führen kann; laut Fachinformation kann die Behandlung 7 Tage nach der letzten Fusidinsäure-Dosis wieder aufgenommen werden [1, 2]. Nehmen Sie ein Austauscherharz wie Colestyramin ein, warten Sie danach mindestens 4 Stunden, bevor Sie Fluvastatin einnehmen [1, 2].
Unter anderen Statinen zusammen mit Ciclosporin, Fibraten wie Gemfibrozil oder Nikotinsäure wurde über ein erhöhtes Risiko für Muskelerkrankungen berichtet, unter Fluvastatin mit dem Gichtmittel Colchicin in Einzelfällen über Muskelschäden; laut Fachinformation sollten solche Kombinationen nur mit Vorsicht angewendet werden [1, 2]. Bei Gerinnungshemmern wie Warfarin oder anderen Cumarinderivaten wurde sehr selten über Blutungen berichtet; die Gerinnungswerte sollten zu Beginn, beim Absetzen und bei Dosisänderungen von Fluvastatin kontrolliert werden [2]. Zwischen Fluvastatin und Grapefruitsaft ist laut Fachinformation keine Wechselwirkung zu erwarten [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Fusidinsäure (Antibiotikum zum Einnehmen oder Spritzen) | Kann in seltenen Fällen zu Muskelschwäche, Muskelempfindlichkeit oder Schmerzen führen (Rhabdomyolyse); laut Fachinformation wurden Rhabdomyolysen berichtet, auch mit tödlichem Ausgang[1, 2] | Fluvastatin vorübergehend unterbrechen; die Ärztin oder der Arzt sagt, ab wann es wieder eingenommen werden darf, laut Fachinformation 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure |
| Ionenaustauscherharze wie Colestyramin (Cholesterinsenker) | Das Harz kann Fluvastatin binden[1, 2] | Fluvastatin mindestens 4 Stunden nach dem Austauscherharz einnehmen |
| Ciclosporin (Mittel zur Unterdrückung des Immunsystems) | Laut Fachinformation in einer Studie bei Nierentransplantierten doppelt so viel Fluvastatin im Blut wie bei Gesunden; in Einzelfällen wurde über Muskelerkrankungen berichtet[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation sollten Anfangs- und Erhaltungsdosis von Fluvastatin so niedrig wie möglich sein |
| Fibrate (zum Beispiel Gemfibrozil) und Nikotinsäure (Niacin) | Unter anderen Statinen wurde in Kombination ein erhöhtes Risiko für Muskelerkrankungen und Muskelzerfall beobachtet[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation nur nach sorgfältiger Abwägung und mit Vorsicht kombinieren |
| Colchicin (Gichtmittel) | In Einzelfällen Muskelschäden einschließlich Muskelschmerzen, Muskelschwäche und Rhabdomyolyse[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation mit Vorsicht kombinieren |
| Gerinnungshemmer zum Einnehmen wie Warfarin oder andere Cumarinderivate | Sehr selten vereinzelte Blutungen und/oder eine verlängerte Gerinnungszeit (Prothrombinzeit)[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation die Gerinnungswerte zu Beginn, beim Absetzen und bei Dosisänderungen von Fluvastatin kontrollieren |
| Fluconazol (gegen Pilzinfektionen) | Laut Fachinformation stieg die Gesamtmenge von Fluvastatin im Blut um etwa 84 Prozent und die Höchstkonzentration um etwa 44 Prozent[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation nur mit Vorsicht kombinieren |
| Rifampicin (Antibiotikum) | Laut Fachinformation um etwa 50 Prozent verminderte Verfügbarkeit von Fluvastatin[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; bei Langzeitbehandlung mit Rifampicin kann laut Fachinformation eine Anpassung der Fluvastatin-Dosis nötig sein |
| Glibenclamid (gegen Diabetes) | Laut Fachinformation stiegen die Blutspiegel beider Mittel; Veränderungen von Blutzucker, Insulin und C-Peptid wurden nicht festgestellt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation weiter geeignet überwachen, wenn die Fluvastatin-Dosis auf die Höchstdosis erhöht wird |
| Phenytoin (gegen Epilepsie) | Laut Fachinformation geringe, klinisch nicht bedeutsame Veränderung der Phenytoin-Spiegel[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation reicht die routinemäßige Kontrolle des Phenytoin-Spiegels |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Fluvastatin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; vor der Verordnung wird dann eine Blutuntersuchung durchgeführt [1]. Sind Sie älter als 70 Jahre, prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, ob Risikofaktoren für Muskelerkrankungen vorliegen [1]. Statine können eine Myasthenia gravis manchmal verschlimmern oder auslösen [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Fusidinsäure (Antibiotikum) jetzt oder in den letzten 7 Tagen eingenommen oder gespritzt: Die Kombination kann zu schwerwiegenden Muskelproblemen (Rhabdomyolyse) führen[1, 2]
- Frühere Lebererkrankung oder regelmäßiger Konsum großer Mengen Alkohol: Die Leberwerte werden normalerweise vor Behandlungsbeginn, vor einer Dosissteigerung und in Abständen während der Behandlung kontrolliert, laut Fachinformation auch 12 Wochen nach Beginn bzw. nach einer Dosiserhöhung[1, 2]
- Nierenerkrankung, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Muskelerkrankungen bei Ihnen oder in der Familie, frühere Muskelprobleme unter einem anderen Blutfettsenker, schwere Infektion, sehr niedriger Blutdruck, starke Muskelzuckungen, geplante Operation oder schwere Stoffwechselerkrankungen wie ein entgleister Diabetes oder niedrige Kaliumwerte: Vor der Verordnung wird das Blut untersucht; laut Fachinformation sollte dann vor Behandlungsbeginn die Kreatinkinase (CK) gemessen werden[1, 2]
- Über 70 Jahre: Die Ärztin oder der Arzt prüft, ob Risikofaktoren für Muskelerkrankungen vorliegen; spezielle Blutuntersuchungen können nötig sein[1, 2]
- Myasthenie oder okuläre Myasthenie, auch früher: Statine können sie manchmal verschlimmern oder auslösen[1, 2]
- Diabetes oder Risiko für Diabetes (hohe Zucker- und Fettwerte im Blut, Übergewicht, hoher Blutdruck): Die Ärztin oder der Arzt überwacht Sie genau[1, 2]
- Schwere Atemwegserkrankung: vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke klären[1]
- Kinder: Bei Kindern unter 9 Jahren wurde Fluvastatin nicht untersucht und ist nicht zur Anwendung vorgesehen; zur Kombination mit Nikotinsäure, Colestyramin oder Fibraten gibt es bei Kindern und Jugendlichen keine Erfahrung[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Packungsbeilage und Fachinformation schließen die Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit aus; Embryotox hält Stillen für erwägbar, wenn die Behandlung der Mutter nach kritischer Prüfung dringend angezeigt ist, rät aber vor allem bei Neugeborenen und Frühgeborenen davon ab [1, 2, 3]. Erscheint eine Statinbehandlung in der Schwangerschaft unumgänglich, nennt Embryotox Atorvastatin oder Simvastatin als besser untersuchte Wirkstoffe [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr zum Thema Alkohol lesen Sie im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Schwangerschaft
Sie dürfen Fluvastatin nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, weil der Wirkstoff Ihr ungeborenes Kind schädigen kann. Verwenden Sie während der Behandlung eine zuverlässige Methode zur Verhütung. Werden Sie schwanger, beenden Sie die Einnahme und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Laut Fachinformation liegen keine hinreichenden Daten zur Anwendung in der Schwangerschaft vor; weil Statine die Bildung von Cholesterin und möglicherweise weiterer biologisch wichtiger Stoffe vermindern, könnte das Ungeborene geschädigt werden.[1, 2]
Laut Embryotox wurden etwa 100 Schwangerschaften unter Fluvastatin ausgewertet, für alle Statine zusammen etwa 3.000. Die Ergebnisse sprechen insgesamt gegen ein substanziell erhöhtes Fehlbildungsrisiko; eine Registerstudie beschrieb ein geringfügig erhöhtes Risiko für Herzscheidewanddefekte, einige Auswertungen ein gering erhöhtes Fehlgeburtsrisiko nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel, ein ursächlicher Zusammenhang ist aber nicht gesichert. Eine Fluvastatin-Behandlung sollte in der Schwangerschaft pausiert werden; nach Einnahme im ersten Drittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Erscheint eine Statinbehandlung in der Schwangerschaft unumgänglich, sollten laut Embryotox die besser untersuchten Wirkstoffe Atorvastatin oder Simvastatin gewählt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Sie dürfen Fluvastatin in der Stillzeit nicht einnehmen, weil nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht. Laut Fachinformation ist nach Tierdaten zu erwarten, dass Fluvastatin in die Muttermilch ausgeschieden wird; über Wirkungen bei Neugeborenen und Säuglingen gibt es keine hinreichenden Informationen.[1, 2]
Laut Embryotox liegen keine Daten zum Übergang von Fluvastatin in die Muttermilch vor; aus theoretischen Überlegungen ist nur ein geringer Übergang zu erwarten. Vor allem Neugeborene und Frühgeborene sollten unter einer Statinbehandlung nicht gestillt werden; ist die Behandlung der Mutter nach kritischer Prüfung dringend angezeigt, kann Stillen erwogen werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Trinken Sie regelmäßig große Mengen Alkohol, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; laut Fachinformation sollte Fluvastatin bei starkem Alkoholkonsum mit Vorsicht angewendet werden.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Laut Packungsbeilage liegen keine Informationen über Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen vor; laut Fachinformation wurden dazu keine Untersuchungen durchgeführt.[1, 2]
Einnahme
Die Retardtabletten können zu einer beliebigen Tageszeit eingenommen werden, mit oder ohne Nahrung. Schlucken Sie die Tabletten als Ganzes mit einem Glas Wasser. Führen Sie die cholesterinarme Diät, die Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt, auch während der Behandlung fort. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1, 2]
Einnahme vergessen: die Dosis nachholen, sobald Sie es bemerken, aber nicht, wenn die nächste Einnahme in weniger als 4 Stunden ansteht; dann die nächste Dosis zur gewohnten Zeit nehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Einnahme nicht, solange Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen nicht sagt. Fluvastatin bewirkt keine Heilung, sondern hilft, die Erkrankung unter Kontrolle zu halten; die Cholesterinwerte werden regelmäßig kontrolliert. Muss Fusidinsäure eingenommen werden, wird Fluvastatin vorübergehend unterbrochen.[1]
Überdosierung
Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise ist eine medizinische Behandlung nötig. Laut Fachinformation sind die Erfahrungen mit Überdosierungen begrenzt und es gibt keine spezielle Behandlung; Leberwerte und CK-Spiegel sollten überwacht werden.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt einen Dosisbereich für Erwachsene sowie Anfangs- und Höchstdosis für Kinder ab 9 Jahren; die Fachinformation ergänzt die Dosis nach einem Eingriff an den Herzkranzgefäßen und Hinweise bei eingeschränkter Nierenfunktion und im Alter [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Wie viele Tabletten Sie einnehmen sollen, teilt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Fluvastatin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Die Retardtabletten können Sie zu einer beliebigen Tageszeit einnehmen, mit oder ohne Nahrung; schlucken Sie sie als Ganzes mit einem Glas Wasser [1, 2]. Die cholesterinarme Diät, die Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt, führen Sie während der Behandlung fort [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie es bemerken, es sei denn, die nächste Einnahme steht in weniger als 4 Stunden an [1].
Beenden Sie die Einnahme nicht, solange Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen nicht sagt. Fluvastatin bewirkt keine Heilung, sondern hilft, die Erkrankung unter Kontrolle zu halten; Ihre Cholesterinwerte werden regelmäßig kontrolliert [1]. Laut Fachinformation wird empfohlen, die Leberwerte vor Beginn, 12 Wochen nach Beginn bzw. nach einer Dosiserhöhung und danach in regelmäßigen Abständen zu bestimmen [2]. Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Fluvastatin
Fluvastatin gibt es als Retardtabletten mit 80 mg, als Locol und von Generika-Herstellern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Locol 80 mg Retardtabletten mit dem Stand August 2023 [1, 2]. Für andere Präparate gelten deren eigene Packungsbeilagen.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Locol | ETHYX PHARMACEUTICALS | verschreibungspflichtig; Retardtabletten mit 80 mg; Grundlage dieser Seite |
| Fluvastatin PUREN | PUREN Pharma GmbH & Co. KG | verschreibungspflichtig; Retardtabletten mit 80 mg |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Locol 80 mg Retardtabletten. ETHYX PHARMACEUTICALS (Hersteller: Novartis Pharma GmbH). Stand 08/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Locol 80 mg Retardtabletten. ETHYX PHARMACEUTICALS. Stand 08/2023. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Fluvastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Fluvastatin?
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Schlafprobleme, Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Bauchschmerzen, Übelkeit und auffällige Blutwerte für Muskeln und Leber auf. Selten oder sehr selten sind schwerwiegende Nebenwirkungen wie Muskelschmerzen und Muskelschwäche, ein schwerer Muskelabbau (Rhabdomyolyse), eine Leberentzündung, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und schwere allergische Reaktionen. Bei einigen Statinen wurden außerdem ohne Häufigkeitsangabe Albträume, Gedächtnisverlust, sexuelle Störungen, Depression, Diabetes und Sehnenerkrankungen berichtet.
Was tun bei Muskelschmerzen unter Fluvastatin?
Kommt es zu Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit oder Muskelschwäche unklarer Ursache, benötigen Sie laut Packungsbeilage sofort medizinische Hilfe; es kann sich um Frühzeichen eines potenziell schwerwiegenden Muskelabbaus handeln. Laut Fachinformation sollte dann der CK-Wert im Blut bestimmt werden; liegt er über dem Fünffachen des oberen Normwerts, sollte die Behandlung abgebrochen werden.
Wird bei Fluvastatin der CK-Wert kontrolliert?
Laut Fachinformation spricht bisher nichts dafür, die Kreatinkinase (CK) ohne Beschwerden routinemäßig zu überwachen. Vor Behandlungsbeginn sollte sie bei bestimmten Risiken gemessen werden, etwa bei eingeschränkter Nierenfunktion, Schilddrüsenunterfunktion, erblichen Muskelerkrankungen, früheren Muskelproblemen unter Statinen oder Fibraten oder Alkoholmissbrauch; bei Menschen über 70 Jahren wird die Notwendigkeit nach weiteren Risikofaktoren beurteilt. Während der Behandlung sollte die CK bestimmt werden, wenn Muskelbeschwerden auftreten.
Erhöht Fluvastatin das Risiko für Diabetes?
Diabetes wird in Packungsbeilage und Fachinformation als Nebenwirkung von Statinen genannt, ohne genaue Häufigkeit. Er tritt laut Packungsbeilage wahrscheinlicher auf, wenn Sie hohe Zucker- und Fettwerte im Blut haben, übergewichtig sind und hohen Blutdruck haben. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt überwacht Sie während der Behandlung entsprechend.
Darf ich während der Behandlung Grapefruitsaft trinken?
Laut Fachinformation ist zwischen Fluvastatin und Grapefruitsaft keine Wechselwirkung zu erwarten, weil Fluvastatin nicht mit anderen Stoffen in Wechselwirkung tritt, die über das Enzym CYP3A4 abgebaut werden. Fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Wie nehme ich Fluvastatin zusammen mit Colestyramin ein?
Nehmen Sie ein Austauscherharz wie Colestyramin ein, warten Sie danach mindestens 4 Stunden, bevor Sie Fluvastatin einnehmen. Laut Fachinformation lassen sich so bedeutsame Wechselwirkungen vermeiden, die durch eine Bindung von Fluvastatin an das Harz entstehen.
Darf ich Fluvastatin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Nein. Sie dürfen Fluvastatin nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder stillen, und sollten während der Behandlung zuverlässig verhüten; werden Sie schwanger, beenden Sie die Einnahme und suchen Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Laut Embryotox sollte eine Fluvastatin-Behandlung in der Schwangerschaft pausiert werden; erscheint eine Statinbehandlung unumgänglich, nennt Embryotox Atorvastatin oder Simvastatin als besser untersuchte Wirkstoffe. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wann nehme ich Fluvastatin ein?
Die Retardtabletten können Sie zu einer beliebigen Tageszeit einnehmen, mit oder ohne Nahrung; schlucken Sie sie als Ganzes mit einem Glas Wasser. Haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie nach, sobald Sie es bemerken, es sei denn, die nächste Einnahme steht in weniger als 4 Stunden an. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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