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Brivaracetam: Nebenwirkungen und Wirkung

Brivaracetam ist ein verschreibungspflichtiges Antiepileptikum, das bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren zusätzlich zu anderen Epilepsie-Arzneimitteln gegen fokale Anfälle eingesetzt wird. Sehr häufig sind Schläfrigkeit und Schwindelgefühl, häufig unter anderem Erschöpfung, Depression, Angst und Reizbarkeit. Bei Gedanken, sich selbst zu verletzen, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; bei einem schweren Hautausschlag mit Blasen beenden Sie die Anwendung und suchen sofort ärztliche Hilfe.

Mann in den Dreißigern sitzt entspannt auf einer Holzbank in einem grünen Park und schaut in die Ferne
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schläfrigkeits- oder Schwindelgefühl (laut Fachinformation Somnolenz und Schwindel)[1, 2]
  • Häufig: Grippe (Influenza)[1, 2]
  • Häufig: Erschöpfung (Fatigue)[1, 2]
  • Häufig: Krampfanfälle (Konvulsionen)[1, 2]
  • Häufig: Drehschwindel (Vertigo)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung[1, 2]
  • Häufig: Depression, Angst, Schlaflosigkeit (Insomnie), Reizbarkeit[1, 2]
  • Häufig: Infektionen von Nase und Rachen (zum Beispiel Erkältungen; laut Fachinformation Infektionen der oberen Atemwege) und Husten[1, 2]
  • Häufig: Verminderter Appetit[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche

Wofür wird Brivaracetam eingesetzt?

Brivaracetam ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Antiepileptika [1, 2]. Er wird zur Zusatzbehandlung fokaler Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung angewendet, bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren mit Epilepsie [1, 2]. Fokale Anfälle beginnen auf einer Seite des Gehirns; breiten sie sich aus und betreffen größere Bereiche auf beiden Seiten, nennt man das sekundäre Generalisierung [1].

Zusatzbehandlung bedeutet: Brivaracetam wird zusammen mit anderen Arzneimitteln zur Behandlung der Epilepsie eingenommen; es soll die Zahl der Anfälle verringern [1]. Für Menschen, die Tabletten nicht als Ganzes schlucken können, oder wenn sich die passende Dosis nicht mit ganzen Tabletten zusammenstellen lässt, gibt es eine Lösung zum Einnehmen [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der Filmtabletten aus der EMA-Produktinformation [1, 2].

Wie wirkt Brivaracetam?

Laut Fachinformation bindet Brivaracetam mit hoher und selektiver Affinität an das synaptische Vesikelprotein 2A, kurz SV2A. Dieses Eiweiß kommt in Nervenzellen an den Kontaktstellen zu anderen Zellen vor; seine genaue Rolle ist noch nicht geklärt, es beeinflusst aber die Ausschüttung von Botenstoffen. Die Bindung an SV2A gilt als Grundlage der krampfhemmenden Wirkung [2].

Brivaracetam wird nach dem Einnehmen rasch und vollständig aufgenommen. Ohne Nahrung ist die höchste Konzentration im Blut im Median nach 1 Stunde erreicht; eine fettreiche Mahlzeit verlangsamt die Aufnahme, ohne die aufgenommene Menge zu verändern. Die Halbwertszeit im Blut beträgt etwa 9 Stunden. Der Wirkstoff wird überwiegend abgebaut, die Abbauprodukte sind unwirksam; mehr als 95 Prozent der Dosis werden innerhalb von 72 Stunden mit dem Urin ausgeschieden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bei bis zu 1 von 10 und "gelegentlich" bei bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation waren Schläfrigkeit (Somnolenz) und Schwindel die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen; sie waren in der Regel leicht bis mäßig ausgeprägt. Mit steigender Dosis wurden Schläfrigkeit und Erschöpfung häufiger berichtet [2]. Bei Kindern entsprach das Sicherheitsprofil dem von Erwachsenen; in offenen Langzeitstudien wurden bei Kindern und Jugendlichen aber häufiger Suizidgedanken und Verhaltensstörungen berichtet als bei Erwachsenen [2]. Mehr zu einzelnen Beschwerden auf den Seiten Müdigkeit, Schwindel und Depression.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • NervensystemSchläfrigkeits- oder Schwindelgefühl (laut Fachinformation Somnolenz und Schwindel)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwindel

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • HautWeit ausgebreiteter Ausschlag mit Blasenbildung und Schälen der Haut, insbesondere um Mund, Nase, Augen und Genitalien (Stevens-Johnson-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Über schwere Hautreaktionen einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom wurde im Zusammenhang mit Brivaracetam berichtet; laut Fachinformation können sie lebensbedrohlich oder tödlich sein, und beim Auftreten entsprechender Anzeichen sollte Brivaracetam sofort abgesetzt werden [1, 2]. Bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut Fachinformation sollte auch Betreuenden geraten werden, bei solchen Anzeichen ärztlichen Rat einzuholen [1, 2]. Mehr zu Hautreaktionen auf der Seite Schwere Hautreaktionen.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Dreißigern geht an einem Herbsttag mit zwei Begleitern ruhig im Park spazieren
Bild: KI-generiert

Schläfrigkeit und Schwindel: Diese Wirkungen treten eher zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auf. Führen Sie dann kein Fahrzeug, fahren Sie nicht Rad und benutzen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bis Sie wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt [1]. Alkohol wird während der Behandlung nicht empfohlen, weil Brivaracetam die negative Wirkung von Alkohol verstärken kann [1, 2].

Stimmung und Verhalten: Depression, Angst, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, psychotische Störungen, Aggressivität und Erregtheit zu den gelegentlichen [1, 2]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie oder Ihre Angehörigen solche Veränderungen bemerken, und setzen Sie Brivaracetam nicht eigenmächtig ab, weil ein Abbruch die Zahl der Anfälle erhöhen kann [1]. Weitere Hinweise auf der Seite Aggressivität und Reizbarkeit.

Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Besonders wichtig sind das Antibiotikum Rifampicin und das pflanzliche Mittel Johanniskraut: Beide können die Menge an Brivaracetam im Körper senken, sodass die Dosis eventuell angepasst werden muss [1, 2]. Laut Fachinformation legen Laboruntersuchungen ein geringes Wechselwirkungspotenzial von Brivaracetam nahe; es kann aber die Konzentration einiger anderer Mittel verändern, etwa die des wirksamen Abbauprodukts von Carbamazepin [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Brivaracetam
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Rifampicin (Antibiotikum)Laut Fachinformation sank die Brivaracetam-Menge im Blut bei Gesunden um 45 Prozent[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt muss die Brivaracetam-Dosis eventuell anpassen, auch wenn Rifampicin beendet wird
Johanniskraut (Hypericum perforatum)Kann die Brivaracetam-Konzentration im Körper senken[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt muss die Dosis eventuell anpassen; laut Fachinformation eine Behandlung mit Johanniskraut nur mit Vorsicht beginnen oder beenden
AlkoholBrivaracetam kann die negative Wirkung von Alkohol verstärken; laut Fachinformation verdoppelte es in einer Studie etwa die Wirkung von Alkohol auf Psychomotorik, Aufmerksamkeit und Gedächtnis[1, 2]Gleichzeitiger Alkoholkonsum wird nicht empfohlen
Carbamazepin (Antiepileptikum)Brivaracetam erhöht die Konzentration des wirksamen Abbauprodukts Carbamazepin-Epoxid; in kontrollierten Studien wurden keine sicherheitsrelevanten Risiken beobachtet[2]Laut Fachinformation keine Dosisanpassung erforderlich
Stark enzyminduzierende Antiepileptika (Carbamazepin, Phenobarbital, Phenytoin)Die Brivaracetam-Konzentration im Blut sinkt[2]Laut Fachinformation keine Dosisanpassung erforderlich
Starke CYP2C19-Hemmer (z. B. Fluconazol, Fluvoxamin) und CannabidiolDie Brivaracetam-Konzentration kann ansteigen; das Risiko einer klinisch bedeutsamen Wechselwirkung gilt laut Fachinformation als gering, bei Cannabidiol ist die klinische Bedeutung unklar[2]Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel, die über das Enzym CYP2C19 abgebaut werden (z. B. Lansoprazol, Omeprazol, Diazepam)Brivaracetam kann ihre Konzentration im Blut erhöhen[2]Ärztin oder Arzt informieren
Arzneimittel, die über das Enzym CYP2B6 abgebaut werden (z. B. Efavirenz)Brivaracetam kann ihre Konzentration im Blut senken[2]Ärztin oder Arzt informieren
Pille mit Ethinylestradiol und LevonorgestrelIn einer Studie veränderte die gleichzeitige Einnahme die Blutspiegel beider Mittel nicht; bei der doppelten empfohlenen Höchstdosis sanken die Hormonspiegel, ohne die Hemmung des Eisprungs zu beeinflussen[1, 2]Verhütung mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Brivaracetam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Brivaracetam darf nicht eingenommen werden, wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder gegen ähnliche chemische Verbindungen wie Levetiracetam oder Piracetam sind, und nicht, wenn Sie nach einer früheren Einnahme einen schweren Hautausschlag, Schälen der Haut, Blasen oder wunde Stellen im Mund hatten [1, 2]. Bei Leberproblemen muss die Ärztin oder der Arzt die Dosis eventuell anpassen; für Kinder unter 2 Jahren wird Brivaracetam nicht empfohlen [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Brivaracetam, ähnliche chemische Verbindungen wie Levetiracetam oder Piracetam (laut Fachinformation andere Pyrrolidon-Derivate) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwerer Hautausschlag, Schälen der Haut, Blasenbildung und/oder wunde Stellen im Mund nach einer früheren Einnahme von Brivaracetam[1]

Besondere Vorsicht bei

  • Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid: Eine geringe Anzahl von Menschen, die mit Antiepileptika wie Brivaracetam behandelt wurden, hatte solche Gedanken. Laut Fachinformation ergab eine Metaanalyse von Studien mit Antiepileptika ein leicht erhöhtes Risiko; Behandelte und Betreuende sollten bei Anzeichen ärztlichen Rat einholen[1, 2]
  • Leberprobleme: Die Ärztin oder der Arzt muss die Dosis eventuell anpassen; laut Fachinformation liegen zur Anwendung bei eingeschränkter Leberfunktion nur begrenzte Daten vor[1, 2]
  • Schwere Hautreaktionen: Laut Fachinformation sollen Behandelte bei der Verordnung über Anzeichen aufgeklärt und engmaschig auf Hautreaktionen überwacht werden[2]
  • Kinder unter 2 Jahren: Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
  • Unverträglichkeit bestimmter Zucker: Die Filmtabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Frauen im gebärfähigen Alter sollen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über Verhütung sprechen; entscheidet sich eine Frau, schwanger zu werden, muss die Anwendung laut Fachinformation erneut sorgfältig abgewogen werden [1, 2]. Brechen Sie die Behandlung in einer Schwangerschaft nicht ohne Rücksprache ab, denn mehr Anfälle könnten Ihnen und dem Baby schaden [1]. Weitere Hinweise geben die Ratgeber Medikamente und Alkohol und Medikamente und Autofahren.

Schwangerschaft

Frauen im gebärfähigen Alter sollen die Verhütung mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen. In der Schwangerschaft wird die Einnahme nicht empfohlen, da die Wirkung von Brivaracetam auf die Schwangerschaft und das ungeborene Kind nicht bekannt ist. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben: Sie könnten mehr Anfälle bekommen und Ihrem Baby schaden.[1]

Laut Fachinformation ist bei Kindern von Frauen mit Epilepsie, die Antiepileptika einnehmen, die Häufigkeit von Fehlbildungen zwei- bis dreimal so hoch wie in der Allgemeinbevölkerung (dort etwa 3 Prozent); unter Behandlung mit mehreren Antiepileptika (Polytherapie) wurden mehr Fehlbildungen festgestellt, wobei nicht geklärt ist, in welchem Ausmaß die Behandlung und/oder die Grunderkrankung dafür verantwortlich ist. Mit Brivaracetam gibt es nur begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren; Tierstudien ergaben keine Hinweise auf Fehlbildungen. Aus Vorsichtsgründen sollte Brivaracetam in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist klinisch erforderlich. Das Absetzen einer antiepileptischen Behandlung kann die Erkrankung verschlimmern, was Mutter und Kind schaden könnte.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Brivaracetam geht in die Muttermilch über; das Stillen während der Einnahme wird nicht empfohlen. Laut Fachinformation muss entschieden werden, ob das Stillen unterbrochen oder die Behandlung beendet wird; bei gleichzeitiger Einnahme von Carbamazepin kann mehr Carbamazepin-Epoxid in die Muttermilch gelangen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol während der Behandlung wird nicht empfohlen: Brivaracetam kann die negative Wirkung von Alkohol verstärken. Laut Fachinformation verdoppelte Brivaracetam in einer Studie mit Gesunden etwa die Wirkung von Alkohol auf Psychomotorik, Aufmerksamkeit und Gedächtnis.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Brivaracetam kann schläfrig, schwindelig oder müde machen, eher zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung. Führen Sie kein Fahrzeug, fahren Sie nicht Rad und benutzen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bis Sie wissen, wie das Arzneimittel bei Ihnen wirkt. Laut Fachinformation hat Brivaracetam einen geringen bis mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit.[1, 2]

Einnahme

Die Filmtabletten unzerteilt als Ganzes mit einem Glas Flüssigkeit schlucken, mit oder ohne Nahrung. Für Menschen, die Tabletten nicht als Ganzes schlucken können, gibt es andere Darreichungsformen, etwa eine Lösung zum Einnehmen. Brivaracetam ist eine Langzeitbehandlung: Nehmen Sie es so lange, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie aufhören können.[1, 2]

Dosis vergessen: einnehmen, sobald Sie sich daran erinnern, und die nächste Dosis zur gewohnten Zeit; nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Setzen Sie Brivaracetam nur ab, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt, denn ein Abbruch kann die Zahl der Anfälle erhöhen. Soll die Behandlung enden, setzt die Ärztin oder der Arzt die Dosis schrittweise herab, damit die Anfälle nicht zurückkommen oder schlimmer werden.[1]

Überdosierung

Bei Einnahme einer zu großen Menge mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Möglich sind Schwindel und Schläfrigkeit, außerdem Übelkeit, Gleichgewichtsprobleme, Angst, starke Ermüdung, Reizbarkeit, Aggressivität, Schlaflosigkeit, Depression sowie Gedanken oder Versuche, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Laut Fachinformation gibt es kein spezielles Gegenmittel; von einer Blutwäsche (Hämodialyse) ist keine wesentliche Verbesserung der Ausscheidung zu erwarten.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt die empfohlene Dosis nach Körpergewicht und Höchstdosen bei Leberproblemen; die Fachinformation ergänzt den wirksamen Dosisbereich, Angaben für ältere Menschen und bei eingeschränkter Nierenfunktion sowie das schrittweise Beenden [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Die richtige Tagesdosis berechnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Brivaracetam immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, zusammen mit Ihren anderen Epilepsie-Arzneimitteln [1]. Schlucken Sie die Filmtabletten unzerteilt als Ganzes mit einem Glas Flüssigkeit; Sie können sie mit oder ohne Nahrung einnehmen [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie ein, sobald Sie sich daran erinnern, und die nächste Dosis zur gewohnten Zeit; nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Brivaracetam ist eine Langzeitbehandlung: Nehmen Sie es so lange, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie aufhören können [1]. Setzen Sie es nicht eigenmächtig ab, denn ein Abbruch kann die Zahl der Anfälle erhöhen; soll die Behandlung enden, wird die Dosis schrittweise herabgesetzt [1]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen; Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Brivaracetam

Brivaracetam gibt es von mehreren Anbietern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken; Briviact ist zusätzlich als Lösung zum Einnehmen und als Injektions- oder Infusionslösung zugelassen. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation der Briviact Filmtabletten mit Stand Mai 2025 [1, 2]. Andere Präparate und Darreichungsformen haben eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Brivaracetam
PräparatAnbieterHinweis
BriviactUCB Pharma S.A.verschreibungspflichtig; Filmtabletten, Lösung zum Einnehmen, Injektions-/Infusionslösung; Grundlage dieser Seite: Filmtabletten
Brivaracetam-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10, 25, 50, 75 oder 100 mg
Brivaracetam STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10, 25, 50, 75 oder 100 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Briviact (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Briviact 10 mg/25 mg/50 mg/75 mg/100 mg Filmtabletten. UCB Pharma S.A. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 05/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Briviact (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Briviact Filmtabletten, und Anhang II. UCB Pharma S.A. (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 05/2025. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Kann Brivaracetam die Psyche verändern?

Ja. Depression, Angst, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Gelegentlich, bei bis zu 1 von 100, kommen psychotische Störungen, Aggressivität, Erregtheit sowie Gedanken oder Versuche vor, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Bei solchen Gedanken wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Macht Brivaracetam müde?

Schläfrigkeits- und Schwindelgefühl gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, Erschöpfung zu den häufigen. Diese Wirkungen treten eher zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auf. Laut Fachinformation wurden Schläfrigkeit und Erschöpfung mit steigender Dosis häufiger berichtet.

Darf ich mit Brivaracetam Alkohol trinken?

Alkohol während der Behandlung wird nicht empfohlen, weil Brivaracetam die negative Wirkung von Alkohol verstärken kann. Laut Fachinformation verdoppelte Brivaracetam in einer Studie mit Gesunden etwa die Wirkung von Alkohol auf Psychomotorik, Aufmerksamkeit und Gedächtnis.

Wirkt die Pille, wenn ich Brivaracetam einnehme?

Laut Fachinformation veränderte Brivaracetam in einer Studie die Blutspiegel einer Pille mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel nicht. Bei der doppelten empfohlenen Höchstdosis sanken die Hormonspiegel, ohne die Hemmung des Eisprungs zu beeinflussen. Frauen im gebärfähigen Alter sollen die Verhütung mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt besprechen.

Darf ich Brivaracetam in der Schwangerschaft nehmen?

In der Schwangerschaft wird die Einnahme nicht empfohlen, da die Wirkung auf die Schwangerschaft und das ungeborene Kind nicht bekannt ist; laut Fachinformation sollte Brivaracetam nur angewendet werden, wenn es klinisch erforderlich ist. Brechen Sie die Behandlung aber nicht ohne Rücksprache ab: Mehr Anfälle könnten Ihnen und dem Baby schaden.

Was passiert, wenn ich Brivaracetam absetze?

Ein Abbruch der Behandlung kann die Zahl der Anfälle erhöhen. Setzen Sie Brivaracetam deshalb nur ab, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen sagt. Soll die Behandlung enden, wird die Dosis schrittweise herabgesetzt, damit die Anfälle nicht zurückkommen oder schlimmer werden.

Darf ich mit Brivaracetam Auto fahren?

Führen Sie kein Fahrzeug, fahren Sie nicht Rad und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, bis Sie wissen, wie Brivaracetam bei Ihnen wirkt. Es kann schläfrig, schwindelig oder müde machen, eher zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung.

Wie hoch ist die Dosis von Brivaracetam?

Die Dosis berechnet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, unter anderem nach dem Körpergewicht. Die Angaben von Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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