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Dihydralazin (Nepresol): Nebenwirkungen und Wirkung
Dihydralazin ist ein verschreibungspflichtiger Blutdrucksenker, der die kleinen Arterien direkt erweitert; in Deutschland ist es als Nepresol im Handel. Eingesetzt wird es bei Bluthochdruck (vorzugsweise zusammen mit anderen Blutdrucksenkern) und bei Bluthochdruck-Erkrankungen in der Schwangerschaft. Häufig sind unter anderem ein Blutdruckabfall beim Aufstehen, Wassereinlagerungen, Magen-Darm-Störungen, Kopfschmerzen und Hautrötung; nach längerer Behandlung ist ein Lupus-ähnliches Krankheitsbild möglich.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1]
- Häufig: Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), weil der Körper Natrium und Wasser zurückhält[1]
- Häufig: Magen-Darm-Störungen: verminderter Appetit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, in Einzelfällen eine Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1]
- Häufig: Hautrötung mit Hitzegefühl (Flush)[1]
- Häufig: Angst[1]
- Häufig: Schwindel und migräneartige Kopfschmerzen[1]
Wofür wird Dihydralazin eingesetzt?
Dihydralazin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff gegen Bluthochdruck, der die Blutgefäße direkt erweitert [1, 3]. Laut Fachinformation ist er zugelassen zur Behandlung von Bluthochdruck, insbesondere wenn die Nieren beteiligt sind oder die Erkrankung bösartig (maligne) verläuft; vorzugsweise wird er dabei mit anderen blutdrucksenkenden Mitteln kombiniert. Ein zweites Anwendungsgebiet sind Bluthochdruck-Erkrankungen in der Schwangerschaft, die Präeklampsie und die Eklampsie; auch hier wird Dihydralazin bevorzugt mit anderen Blutdrucksenkern kombiniert, vorzugsweise mit Betablockern [1].
In Deutschland ist Dihydralazin als Nepresol in Tabletten mit 25 mg und als Nepresol forte in Tabletten mit 50 mg im Handel [1]. Als Nepresol Inject gibt es außerdem eine Zubereitung zur Injektion; laut ihrer Fachinformation wird sie bei akuten Blutdruckkrisen und bei Bluthochdruck-Erkrankungen in der Schwangerschaft eingesetzt [4]. Grundlage dieser Seite ist die Fachinformation der Tabletten Nepresol und Nepresol forte; maßgeblich für Sie bleibt die Packungsbeilage Ihrer Packung.
Wie wirkt Dihydralazin?
Dihydralazin entspannt direkt die Muskulatur in den Wänden der Blutgefäße, vor allem der kleinen Arterien (Arteriolen). Die Gefäße weiten sich, der Gefäßwiderstand nimmt ab, und ein erhöhter Blutdruck sinkt [1]. Laut Fachinformation senkt Dihydralazin auch den Gefäßwiderstand in Gehirn und Nieren; die Durchblutung der Nieren bleibt während einer Langzeitbehandlung erhalten [1].
Weil Dihydralazin das Herz nicht dämpft, bleiben die Gegenregulationen des Körpers erhalten: Schlagvolumen und Herzfrequenz können zunehmen (Reflextachykardie). Ein gleichzeitig gegebener Betablocker kann dem begegnen. Wie andere gefäßerweiternde Mittel kann Dihydralazin außerdem dazu führen, dass der Körper Natrium und Wasser zurückhält und weniger Urin bildet. Laut Fachinformation eignet sich Dihydralazin besonders als Zusatz zu anderen Blutdrucksenkern wie Betablockern und Entwässerungsmitteln, deren Wirkungen sich ergänzen [1].
Nach dem Einnehmen wird Dihydralazin rasch aufgenommen. Bei Gesunden war die Konzentration im Blut 1 bis 1,5 Stunden nach einer Tablette Nepresol am höchsten; die Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt im Mittel 4 bis 5 Stunden [1]. Die Fachinformation unterscheidet Menschen, die den Wirkstoff langsam abbauen (Langsam-Acetylierer): Ein Lupus-ähnliches Krankheitsbild tritt insbesondere bei ihnen auf, und sie sind empfindlicher für eine allergisch-toxische Leberentzündung [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Fachinformation von Nepresol eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören ein Blutdruckabfall beim Aufstehen, Wassereinlagerungen, Magen-Darm-Störungen, Hautrötung mit Hitzegefühl, Angst, Schwindel und migräneartige Kopfschmerzen [1]. Herzrasen, Herzklopfen und Brustschmerzen können laut Fachinformation vor allem zu Beginn der Behandlung und bei zu rascher Dosissteigerung auftreten, besonders wenn der Bluthochdruck nur mit Dihydralazin behandelt wird; bei Kombination mit Betablockern ist das Risiko minimiert [1]. Gelegentlich kann eine Schädigung der Nerven in Armen und Beinen mit Missempfindungen auftreten, mehr dazu auf der Seite Polyneuropathie [1].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Gefäße und KreislaufWassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), weil der Körper Natrium und Wasser zurückhält[1]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Magen und DarmMagen-Darm-Störungen: verminderter Appetit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, in Einzelfällen eine Darmlähmung (paralytischer Ileus)[1]Mehr dazu: AppetitlosigkeitÜbelkeitErbrechenDurchfallVerstopfung
- HautHautrötung mit Hitzegefühl (Flush)[1]Mehr dazu: Hitzewallungen
- PsycheAngst[1]Mehr dazu: Angst
- NervensystemSchwindel und migräneartige Kopfschmerzen[1]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenAbgeschlagenheit und Fieber[1]Mehr dazu: MüdigkeitFieber
- NervensystemSchädigung der Nerven in Armen und Beinen (periphere Neuropathie), die sich durch Missempfindungen (Parästhesien) äußern kann[1]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen (Arthralgien)[1]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemLymphknotenschwellungen und Veränderungen des Blutbilds: Blutarmut (Anämie), Mangel an weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und an Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- Nieren und HarnwegeStörungen beim Wasserlassen (Miktionsstörungen)[1]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis), Leberfunktionsstörungen und Gelbsucht (Ikterus)[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautAllergische Hautreaktionen, zum Beispiel Hautausschlag (Exanthem), Nesselsucht (Urtikaria) oder Juckreiz (Pruritus)[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagNesselsuchtJuckreiz
- PsycheDepressive Verstimmungen[1]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- NervensystemZittern (Tremor) und Muskelkrämpfe[1]Mehr dazu: ZitternMuskelschmerzen
- AtemwegeVerstopfte Nase[1]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Geschlechtsorgane und BrustPotenzstörungen[1]Mehr dazu: Erektionsstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemStarker Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Agranulozytose)[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HerzSchneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen (Palpitationen) und Beschwerden wie bei Angina pectoris (pektanginöse Beschwerden), insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei zu rascher Dosissteigerung; laut Fachinformation besonders bei Bluthochdruck, der nur mit Dihydralazin behandelt wird, bei Kombination mit Betablockern ist das Risiko minimiert[1]Mehr dazu: Herzrasen
- ImmunsystemNach Langzeitbehandlung ein Krankheitsbild ähnlich dem Lupus erythematodes (LED-ähnliches Zustandsbild), insbesondere bei Menschen, die den Wirkstoff langsam abbauen ("Langsam-Acetylierer"), und bei fortgeschrittener Nierenschwäche. Erste Anzeichen sind Fieber und rheumaähnliche Gelenk- und Muskelschmerzen; außerdem möglich sind Lymphknotenschwellungen, Gelenkentzündungen, Bindehautentzündung (Konjunktivitis), eine Nierenentzündung (Glomerulonephritis) und im Blut nachweisbare antinukleäre Antikörper[1]Mehr dazu: FieberGelenkschmerzenMuskelschmerzen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Nach einer Langzeitbehandlung kann ein Krankheitsbild entstehen, das einem Lupus erythematodes ähnelt. Erste Anzeichen sind Fieber und rheumaähnliche Gelenk- und Muskelschmerzen; hinzukommen können Lymphknotenschwellungen, Gelenkentzündungen, eine Bindehautentzündung, eine Nierenentzündung und antinukleäre Antikörper im Blut. Die Erscheinungen bilden sich laut Fachinformation in der Regel nach dem Absetzen zurück; halten die rheumaähnlichen Beschwerden an, gehen sie erst nach einer Behandlung mit Kortison zurück. Träger des HLA-DR4-Antigens haben ein erhöhtes Risiko [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Herzrasen und Brustschmerzen: Sie können vor allem zu Beginn der Behandlung und bei zu rascher Dosissteigerung auftreten. Laut Fachinformation ist es empfehlenswert, einen Betablocker gleichzeitig oder schon einige Tage vor Dihydralazin zu geben; eine Steigerung der Dosis hat schrittweise unter intensiver Beobachtung zu erfolgen. Bemerken Sie schnellen Herzschlag, Herzklopfen oder Brustschmerzen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Kreislauf und Wassereinlagerungen: Ein Blutdruckabfall beim Aufstehen und Wassereinlagerungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Bei älteren Menschen mit Neigung zu niedrigem Blutdruck ist laut Fachinformation Vorsicht geboten, weil Dihydralazin die Durchblutung des Gehirns vermindern kann [1]. Wie Sie mit Schwindel beim Aufstehen umgehen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kontrollen: Laut Fachinformation werden vor Behandlungsbeginn die Bestimmung des HLA-DR4-Antigens, bei längerer Behandlung die Bestimmung antinukleärer Antikörper und regelmäßige Blutbildkontrollen empfohlen [1]. Die Behandlung des Bluthochdrucks mit Dihydralazin erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Andere Blutdrucksenker wie Betablocker, ACE-Hemmer, Calciumantagonisten und Entwässerungsmittel verstärken zusammen mit Dihydralazin gegenseitig die blutdrucksenkende Wirkung [1]. Schlaf- und Beruhigungsmittel, trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, Narkosemittel und Neuroleptika verstärken die Blutdrucksenkung ebenfalls; Sympathomimetika wie Ephedrin und Indometacin schwächen sie ab [1]. Bei gleichzeitiger Anwendung von Isoniazid kommt es zu einer Wirkungsverstärkung, weil beide Wirkstoffe auf demselben Weg abgebaut werden [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere blutdrucksenkende Mittel (zum Beispiel Betablocker, ACE-Hemmer, Calciumantagonisten, Entwässerungsmittel), Mittel gegen Herzrhythmusstörungen mit herzkraftsenkender Wirkung und gefäßerweiternde Mittel, insbesondere Diazoxid | Die blutdrucksenkende Wirkung verstärkt sich gegenseitig[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Schlaf- und Beruhigungsmittel (Hypnotika, Sedativa), trizyklische Antidepressiva, MAO-Hemmer, Narkosemittel und Neuroleptika | Die blutdrucksenkende Wirkung von Dihydralazin wird verstärkt; ebenso die schlafanstoßende Wirkung der Schlaf- und Beruhigungsmittel[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Sympathomimetika (zum Beispiel Ephedrin) und Indometacin | Sie schwächen die blutdrucksenkende Wirkung von Dihydralazin ab[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Isoniazid | Verstärkte Wirkung, weil beide Wirkstoffe über denselben Weg (Acetylierung) abgebaut werden[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Dihydralazin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei einer Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße oder einem sehr hohen Puls soll Dihydralazin laut Fachinformation nicht allein angewendet werden. Bei koronarer Herzkrankheit mit Zeichen einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels, Angina pectoris oder eines Herzinfarkts sowie bei schnellem Herzschlag darf es nur zusammen mit einem Betablocker gegeben werden [1]. Für Kinder sind die Tabletten nicht geeignet, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen [1].
Nicht einnehmen bei
- Überempfindlichkeit gegen Dihydralazin, Hydralazin oder einen der sonstigen Bestandteile[1]
- Lupus erythematodes ohne erkennbare Ursache (idiopathisch) oder durch Arzneimittel ausgelöst[1]
- Ausweitung der Hauptschlagader (Aortenaneurysma)[1]
- Verengung von Herzklappen (Herzklappenstenosen)[1]
- Verdickung des Herzmuskels (hypertrophe Kardiomyopathie)[1]
- Schwäche der rechten Herzhälfte allein infolge von Lungenhochdruck (isolierte Rechtsherzinsuffizienz infolge pulmonaler Hypertonie)[1]
- Erstes Schwangerschaftsdrittel[1]
- Durchblutungsstörung der Herzkranzgefäße (Koronarinsuffizienz) oder sehr hohe Pulsfrequenz: Dihydralazin nicht allein anwenden[1]
Besondere Vorsicht bei
- Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung (Leber- und Niereninsuffizienz)[1]
- Durchblutungsstörungen des Gehirns (zerebrovaskuläre Durchblutungsstörungen) und ihre Folgen[1]
- Menschen, die den Wirkstoff langsam abbauen ("Langsam-Acetylierer"): Ein Lupus-ähnliches Krankheitsbild tritt laut Fachinformation insbesondere bei ihnen auf, und gegenüber einer allergisch-toxischen Leberentzündung zeigen sie eine höhere Empfindlichkeit[1]
- Koronare Herzkrankheit mit Zeichen einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels, Angina pectoris oder Herzinfarkt sowie schneller Herzschlag (Tachykardie): Dihydralazin darf dann nur zusammen mit einem Betablocker gegeben werden[1]
- Laut Fachinformation ist es empfehlenswert, einen Betablocker gleichzeitig oder schon einige Tage vor Dihydralazin zu geben, um einen reflektorisch schnellen Herzschlag zu vermeiden; Nebenwirkungen, die auf einer Aktivierung des Renin-Angiotensin-Systems beruhen, werden durch Betablocker gemindert[1]
- Ältere Menschen mit Neigung zu niedrigem Blutdruck: Dihydralazin kann die Durchblutung des Gehirns vermindern[1]
- Untersuchungen: Laut Fachinformation werden vor Behandlungsbeginn die Bestimmung des HLA-DR4-Antigens, bei längerer Behandlung die Bestimmung antinukleärer Antikörper sowie regelmäßige Blutbildkontrollen empfohlen; Träger des HLA-DR4-Antigens haben ein erhöhtes Risiko für Lupus-ähnliche Nebenwirkungen[1]
- Kinder: Die Tabletten sind nicht für Kinder geeignet, da keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was die Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Die beiden Quellen weichen teils voneinander ab: Die Fachinformation schließt das erste Schwangerschaftsdrittel aus und rät vom Stillen ab; Embryotox hält Abstillen nicht für notwendig und beschreibt Dihydralazin unter engmaschiger Überwachung als einsetzbar für die Akutbehandlung schwerer Bluthochdruck-Erkrankungen in der Schwangerschaft [1, 2]. Als besser geeignet nennt Embryotox je nach Situation Nifedipin, Urapidil, Metoprolol oder Alpha-Methyldopa [2]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Laut Fachinformation darf Dihydralazin im ersten Schwangerschaftsdrittel nicht angewendet werden, weil keine Daten aus Tierversuchen zur Fortpflanzung vorliegen und Erfahrungen bei Schwangeren nicht beschrieben sind. Im weiteren Verlauf der Schwangerschaft sollte es nur angewendet werden, wenn es zwingend erforderlich ist. Bluthochdruck-Erkrankungen in der Schwangerschaft (Präeklampsie, Eklampsie) gehören zu den Anwendungsgebieten.[1]
Laut Embryotox gehören Dihydralazin und das verwandte Hydralazin zu den am längsten bei Bluthochdruck in der Schwangerschaft eingesetzten Mitteln; der Erfahrungsumfang wird als gering eingestuft. Langjährige Erfahrung hat bisher keinen Hinweis auf Fehlbildungen beim Menschen ergeben, dokumentierte Erfahrungen zum ersten Schwangerschaftsdrittel gibt es aber kaum; in einer Untersuchung mit 40 im ersten Drittel behandelten Schwangeren wurde ein Neugeborenes mit Fehlbildungen registriert. Eine besondere Schädigung des Ungeborenen wurde nicht beobachtet, bei den Müttern aber vermehrt Nebenwirkungen wie niedriger Blutdruck, vorzeitige Plazentalösung, Kopfschmerzen und schneller Herzschlag. Unter engmaschiger Überwachung von Blutdruck und Herzfrequenz kann Dihydralazin laut Embryotox zur Akutbehandlung schwerer Bluthochdruck-Erkrankungen in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Als besser geeignet nennt Embryotox zur Akutbehandlung Nifedipin, im zweiten und dritten Drittel auch Urapidil; bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa, insbesondere im zweiten und dritten Drittel auch Nifedipin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Dihydralazin geht in die Muttermilch über. Weil nicht bekannt ist, ob es dem gestillten Kind schadet, sollte laut Fachinformation während der Behandlung nicht gestillt werden; ist eine Behandlung erforderlich, sollte abgestillt werden.[1]
Laut Embryotox liegen zum Übergang von Dihydralazin in die Muttermilch keine Angaben vor; das verwandte Hydralazin geht nur wenig über. Über Auffälligkeiten bei gestillten Säuglingen wurde nicht berichtet; vorsichtshalber sollte auf einen niedrigen Blutdruck oder Schläfrigkeit beim Kind geachtet werden. Abstillen hält Embryotox nicht für notwendig; bei weiter bestehendem Bluthochdruck sollte aber auf eines der besser geeigneten Blutdruckmittel umgestellt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Zusammen mit Alkohol kann die Fähigkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, laut Fachinformation verstärkt beeinträchtigt sein.[1]
Autofahren und Maschinen
Die Behandlung des Bluthochdrucks mit Dihydralazin erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen. Durch individuell unterschiedliche Reaktionen kann die Fähigkeit, aktiv am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, beeinträchtigt sein, verstärkt zu Beginn der Behandlung, beim Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol.[1]
Einnahme
Die Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit während oder nach den Mahlzeiten einnehmen. Die Tabletten haben eine Bruchrille und können in gleiche Hälften geteilt werden. Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.[1]
Absetzen
Laut Fachinformation dient Dihydralazin der Dauerbehandlung des Bluthochdrucks. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas an der Behandlung ändern. Ein Lupus-ähnliches Krankheitsbild bildet sich in der Regel nach dem Absetzen zurück; bleiben die rheumaähnlichen Beschwerden bestehen, gehen sie erst nach einer Behandlung mit Kortison (Kortikosteroiden) zurück.[1]
Überdosierung
Laut Fachinformation stehen bei einer Überdosierung Herz-Kreislauf-Störungen im Vordergrund: ausgeprägt schneller Herzschlag und Blutdruckabfall mit Übelkeit, Schwindel und Schweißausbrüchen sowie verminderter Harnmenge bis zum Kreislaufkollaps, eventuell eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels mit Angina pectoris und Herzrhythmusstörungen. Außerdem können Bewusstseinsstörungen, Kopfschmerzen und Erbrechen auftreten, eventuell auch Zittern, Krämpfe und Unterkühlung. Ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt.[1]
Dosierung laut Fachinformation
Die Fachinformation nennt eine Anfangsdosis, eine langsame Steigerung und eine Höchstdosis; ohne Bestimmung, wie schnell der Körper den Wirkstoff abbaut, gilt eine niedrigere Obergrenze [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Dihydralazin so ein, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt verordnet hat. Laut Fachinformation werden die Tabletten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit während oder nach den Mahlzeiten eingenommen; sie haben eine Bruchrille und lassen sich in gleiche Hälften teilen [1]. Mehr zum Teilen von Tabletten lesen Sie im Ratgeber Tabletten teilen und mörsern.
Dihydralazin ist für die Dauerbehandlung des Bluthochdrucks bestimmt. Ändern Sie nichts eigenmächtig an der Behandlung, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei einer Überdosierung stehen Herz-Kreislauf-Störungen im Vordergrund, etwa ein ausgeprägt schneller Herzschlag und ein Blutdruckabfall mit Übelkeit, Schwindel und Schweißausbrüchen; ein spezielles Gegenmittel ist nicht bekannt [1]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Dihydralazin
Dihydralazin gibt es als Nepresol (Tabletten mit 25 mg) und Nepresol forte (Tabletten mit 50 mg) sowie zur Injektion als Nepresol Inject; Zulassungsinhaber ist TEOFARMA [1, 4]. Grundlage dieser Seite ist die Fachinformation von Nepresol und Nepresol forte mit dem Stand Juni 2015 [1].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Nepresol | TEOFARMA S.R.L. | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 25 mg Dihydralazinsulfat; Grundlage dieser Seite |
| Nepresol forte | TEOFARMA S.R.L. | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 50 mg Dihydralazinsulfat; Grundlage dieser Seite |
| Nepresol Inject | TEOFARMA S.R.L. | Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung; eigene Fachinformation |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Fachinformation Fachinformation Nepresol 25 mg / Nepresol forte 50 mg Tabletten. TEOFARMA S.R.L.. Stand 06/2015. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Dihydralazin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Dihydralazin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Nepresol Inject, 25 mg, Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionslösung. TEOFARMA S.R.L.. Stand 06/2015. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Dihydralazin eingesetzt?
Laut Fachinformation ist Dihydralazin bei Bluthochdruck zugelassen, insbesondere wenn die Nieren beteiligt sind oder die Erkrankung bösartig verläuft; gegeben wird es dann vorzugsweise zusammen mit anderen Blutdrucksenkern. Außerdem wird es bei Bluthochdruck-Erkrankungen in der Schwangerschaft (Präeklampsie, Eklampsie) eingesetzt, bevorzugt zusammen mit Betablockern. Als Nepresol Inject gibt es eine Form zur Injektion, die bei akuten Blutdruckkrisen angewendet wird.
Warum wird Dihydralazin mit einem Betablocker kombiniert?
Dihydralazin dämpft das Herz nicht; der Körper kann deshalb mit einem schnelleren Herzschlag gegensteuern (Reflextachykardie). Laut Fachinformation ist es empfehlenswert, einen Betablocker gleichzeitig oder schon einige Tage vorher zu geben; Betablocker mindern auch Nebenwirkungen, die auf einer Aktivierung des Renin-Angiotensin-Systems beruhen. Bei koronarer Herzkrankheit mit Angina pectoris oder bei schnellem Herzschlag darf Dihydralazin nur zusammen mit einem Betablocker gegeben werden.
Was ist das Lupus-ähnliche Syndrom unter Dihydralazin?
Nach längerer Behandlung kann ein Krankheitsbild entstehen, das einem Lupus erythematodes ähnelt; wie häufig, ist nicht bekannt. Erste Anzeichen sind Fieber und rheumaähnliche Gelenk- und Muskelschmerzen, außerdem sind Lymphknotenschwellungen sowie Gelenk-, Bindehaut- und Nierenentzündungen möglich. Laut Fachinformation tritt es insbesondere bei Menschen auf, die den Wirkstoff langsam abbauen, und bei fortgeschrittener Nierenschwäche; in der Regel bilden sich die Erscheinungen nach dem Absetzen zurück.
Macht Dihydralazin Herzrasen?
Schneller Herzschlag, Herzklopfen und Brustschmerzen wie bei Angina pectoris können auftreten, insbesondere zu Beginn der Behandlung und bei zu rascher Dosissteigerung; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Laut Fachinformation betrifft das besonders Menschen, deren Bluthochdruck nur mit Dihydralazin behandelt wird; zusammen mit Betablockern ist das Risiko minimiert. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Beschwerden bemerken.
Darf ich Dihydralazin in der Schwangerschaft nehmen?
Im ersten Schwangerschaftsdrittel darf Dihydralazin laut Fachinformation nicht angewendet werden, danach nur bei zwingender Notwendigkeit; zugleich gehören Bluthochdruck-Erkrankungen in der Schwangerschaft zu seinen Anwendungsgebieten. Laut Embryotox kann es unter engmaschiger Überwachung zur Akutbehandlung schwerer Bluthochdruck-Erkrankungen eingesetzt werden; als besser geeignet nennt Embryotox zur Akutbehandlung Nifedipin, im zweiten und dritten Drittel auch Urapidil, und bei Bluthochdruck ohne Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Dihydralazin nehme?
Die Fachinformation weist darauf hin, dass die Fähigkeit, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen, im Zusammenwirken mit Alkohol verstärkt beeinträchtigt sein kann. Wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann ich Dihydralazin einfach absetzen?
Laut Fachinformation dient Dihydralazin der Dauerbehandlung des Bluthochdrucks. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas an der Behandlung ändern. Ein Lupus-ähnliches Krankheitsbild bildet sich in der Regel nach dem Absetzen zurück; bleiben die rheumaähnlichen Beschwerden bestehen, gehen sie erst nach einer Behandlung mit Kortison zurück.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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