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Urapidil: Nebenwirkungen und Wirkung
Urapidil ist ein verschreibungspflichtiger Blutdrucksenker, der die Blutgefäße erweitert. Als Retardkapsel wird Urapidil zur Behandlung von Bluthochdruck eingenommen. Häufig sind Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit, gelegentlich unter anderem ein Blutdruckabfall beim Lagewechsel, Herzklopfen und Müdigkeit. Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung verstärken. Beenden Sie die Behandlung nicht eigenmächtig.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Urapidil eingesetzt?
Urapidil ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff zur Senkung des Blutdrucks [1, 3, 5]. Als Hartkapsel mit verzögerter Wirkstofffreisetzung (Retardkapsel), etwa Ebrantil 30 mg, wird es zur Behandlung von Bluthochdruck angewendet [1, 5]. Die Behandlung ist in der Regel eine Langzeittherapie; wie lange sie dauert, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].
Urapidil gibt es außerdem als Injektionslösung zur Anwendung über die Vene (Ebrantil i.v.) [2]. Für diese Darreichungsform gilt eine eigene Packungsbeilage. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der Retardkapseln; Angaben zur Injektionslösung enthalten sie nicht [1, 2, 5].
Wie wirkt Urapidil?
Laut Packungsbeilage senkt Urapidil den Blutdruck, indem es die Blutgefäße erweitert [1]. Die Kapseln setzen den Wirkstoff verzögert frei ("retardiert"); sie werden morgens und abends unzerkaut eingenommen [1].
Die Fachinformation beschreibt den Wirkmechanismus genauer: Urapidil senkt den oberen (systolischen) und den unteren (diastolischen) Blutdruck, indem es den Widerstand in den Blutgefäßen vermindert; die Herzfrequenz bleibt dabei weitgehend gleich [5]. Der Wirkstoff greift außerhalb und innerhalb des Gehirns an. Außerhalb des Gehirns blockiert er vor allem Alpha-1-Rezeptoren und hemmt so die gefäßverengende Wirkung der Katecholamine, körpereigener Botenstoffe wie Adrenalin. Im Gehirn beeinflusst er die Zentren, die den Kreislauf regeln; dadurch wird ein reflexartiger Anstieg der Aktivität des sympathischen Nervensystems verhindert oder diese Aktivität gesenkt [5].
80 bis 90 % des Wirkstoffs werden aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen. Bei den Retardkapseln ist die höchste Konzentration im Blut nach etwa 4 bis 6 Stunden erreicht; die Eliminationshalbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt etwa 4,7 Stunden [5]. Urapidil wird vorwiegend in der Leber abgebaut. Wirkstoff und Abbauprodukte werden zu 50 bis 70 % über die Nieren ausgeschieden, der Rest als Abbauprodukte mit dem Stuhl. Bei fortgeschrittener Leber- oder Nierenschwäche und bei älteren Menschen ist die Eliminationshalbwertszeit verlängert [5].
Wie stark der Blutdruck sinkt, kann sich mit anderen Faktoren verändern: Alpha-Rezeptorenblocker, andere gefäßerweiternde Mittel, andere Blutdrucksenker, ein Flüssigkeitsmangel etwa durch Durchfall oder Erbrechen sowie Alkohol können die blutdrucksenkende Wirkung verstärken [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben; beide ordnen sie denselben Häufigkeiten zu. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 5]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Häufig sind Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit [1, 5]. Gelegentlich kommt es unter anderem zu einem Blutdruckabfall beim Lagewechsel, zu Herzklopfen oder einem beschleunigten oder verlangsamten Herzschlag, zu einer verstopften Nase und zu Müdigkeit [1, 5]. Sehr selten wurde in zeitlichem Zusammenhang mit der Einnahme eine Verminderung der Blutplättchen beobachtet; ein ursächlicher Zusammenhang mit Urapidil konnte in diesen Einzelfällen nicht nachgewiesen werden [1, 5].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- PsycheSchlafstörungen[1, 5]Mehr dazu: Schlafstörungen
- HerzHerzklopfen, beschleunigter oder verlangsamter Herzschlag (Tachykardie, Bradykardie)[1, 5]Mehr dazu: HerzrasenVerlangsamter Herzschlag
- HerzDruckgefühl oder Schmerzen in der Brust, ähnlich einer Angina pectoris[1, 5]
- Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall beim Lagewechsel, etwa beim Aufstehen (orthostatische Dysregulation)[1, 5]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- AtemwegeVerstopfte Nase[1, 5]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Magen und DarmErbrechen, Durchfall, Mundtrockenheit[1, 5]Mehr dazu: ErbrechenDurchfallMundtrockenheit
- HautÜberempfindlichkeitsreaktionen wie Juckreiz, Hautrötung, Hautausschläge[1, 5]Mehr dazu: JuckreizHautausschlagAllergische Reaktionen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 5]Mehr dazu: Müdigkeit
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- PsycheUnruhe[1, 5]Mehr dazu: Unruhe und Nervosität
- Nieren und HarnwegeVerstärkter Harndrang oder Verstärkung einer Harninkontinenz[1, 5]Mehr dazu: Häufiges Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustDauererektion (Priapismus)[1, 5]
- Allgemeine BeschwerdenFlüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödeme)[1, 5]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Laborwerte und UntersuchungenUmkehrbare Erhöhung leberspezifischer Enzyme[1, 5]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Laborwerte und UntersuchungenVerminderung der Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten); ein ursächlicher Zusammenhang mit Urapidil konnte in diesen Einzelfällen nicht nachgewiesen werden[1, 5]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- HautSchwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Nesselsucht[1, 5]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsucht
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung oder Vergiftung verständigen Sie sofort eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt [1]. Zu den Nebenwirkungen mit nicht bekannter Häufigkeit gehören Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödem) und Nesselsucht; mehr dazu unter Arzneimittelallergie [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Einnahme zu den Mahlzeiten: Die Retardkapseln werden laut Packungsbeilage morgens und abends zu den Mahlzeiten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen, zum Beispiel mit einem halben Glas Wasser [1]. Halten Sie sich an diese Einnahmezeiten und an die Dosis, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt festgelegt hat.
Schwindel und Blutdruckabfall: Gelegentlich sinkt der Blutdruck beim Lagewechsel ab [1]. Weil Flüssigkeitsmangel durch Durchfall oder Erbrechen und Alkohol die Blutdrucksenkung verstärken können, sprechen Sie in solchen Situationen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Die Behandlung des Bluthochdrucks bedarf regelmäßiger ärztlicher Kontrolle; halten Sie die Untersuchungstermine ein [1].
Weitere Beschwerden: Fühlen Sie sich durch eine Nebenwirkung beeinträchtigt, unterbrechen Sie die Behandlung nicht eigenmächtig, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, vor kurzem eingenommen haben oder einnehmen wollen, auch über nicht verschreibungspflichtige [1]. Andere Blutdrucksenker und gefäßerweiternde Mittel können die Wirkung verstärken [1, 5]. Wer zugleich Cimetidin einnimmt, muss mit einem höheren Urapidil-Spiegel im Blut rechnen, laut Fachinformation um 15 % [1, 5]. Weil mit ACE-Hemmern noch keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen, wird diese Kombination derzeit nicht empfohlen [1, 5].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Alpha-Rezeptorenblocker, andere gefäßerweiternde Mittel und andere Blutdrucksenker; auch Zustände mit Flüssigkeitsmangel (z. B. Durchfall, Erbrechen) und Alkohol | Die blutdrucksenkende Wirkung kann verstärkt werden[1, 5] | Vorher Rücksprache halten |
| Cimetidin | Mit einem Anstieg des Urapidil-Spiegels im Blut ist zu rechnen, laut Fachinformation um 15 %[1, 5] | Vorher Rücksprache halten |
| ACE-Hemmer | Es liegen noch keine ausreichenden Erfahrungen mit der Kombination vor[1, 5] | Kombination wird derzeit nicht empfohlen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Urapidil nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei einer Allergie gegen Urapidil oder einen der sonstigen Bestandteile dürfen Sie die Kapseln nicht einnehmen [1, 5]. Besondere Vorsicht ist unter anderem bei einer Herzmuskelschwäche mit mechanischer Ursache, bei Leberfunktionsstörungen, mäßigen bis schweren Nierenfunktionsstörungen und im höheren Alter nötig [1, 5]. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auch dann, wenn eine dieser Erkrankungen früher einmal bestand [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Herzmuskelschwäche durch eine mechanische Behinderung der Herzfunktion, z. B. bei Verengung der Aorten- oder Mitralklappe, bei Lungenembolie oder bei eingeschränkter Herztätigkeit durch eine Herzbeutelerkrankung[1, 5]
- Leberfunktionsstörungen[1, 5]
- Mäßige bis schwere Nierenfunktionsstörung[1, 5]
- Ältere Menschen: Bei Langzeitbehandlung kann eine Dosisverringerung erforderlich sein[1, 5]
- Kinder: besondere Vorsicht, da keine ausreichenden Untersuchungen vorliegen[1, 5]
- Gleichzeitige Einnahme von Cimetidin[1, 5]
- Die Behandlung des Bluthochdrucks erfordert regelmäßige ärztliche Kontrollen; halten Sie die Untersuchungstermine ein[1, 5]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Kapseln enthalten Sucrose. Bei der seltenen erblichen Fructose-Unverträglichkeit (Fructose-Intoleranz), einer Glucose-Galactose-Malabsorption oder einem Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten sie laut Fachinformation nicht eingenommen werden[1, 5]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Urapidil verstärken [1, 5]. Das Reaktionsvermögen kann so weit verändert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt ist, in verstärktem Maße zu Behandlungsbeginn, nach einer Dosiserhöhung, bei einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol [1, 5]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen. Packungsbeilage und Fachinformation formulieren ihre Hinweise dazu unterschiedlich; die Karten nennen beide Angaben mit ihrer Quelle. Die Erfahrungen, die Embryotox für das zweite und dritte Schwangerschaftsdrittel beschreibt, stammen aus Studien mit Urapidil über die Vene [1, 4, 5].
Schwangerschaft
Bisher liegen keine Erfahrungen bei schwangeren Frauen vor. Eine Behandlung in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hält den Nutzen für Sie für größer als das mögliche Risiko für Ihr ungeborenes Kind. Bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht wirksam verhüten, wird die Anwendung nicht empfohlen. Der Einfluss auf die Fruchtbarkeit ist nicht bekannt.[1]
Laut Fachinformation liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren vor, Urapidil geht über die Plazenta auf das ungeborene Kind über (plazentagängig), und Tierversuche haben eine schädigende Wirkung auf die Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität) gezeigt. Nach der Fachinformation dürfen die Kapseln in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, eine Behandlung mit Urapidil ist aufgrund des klinischen Zustands der Frau erforderlich. Klinische Studien zur Fruchtbarkeit von Männern und Frauen gibt es laut Fachinformation nicht; in Tierversuchen beeinflusste Urapidil die Fruchtbarkeit.[5]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als gering; für das erste Schwangerschaftsdrittel ist wegen der geringen Erfahrungen keine Risikobeurteilung möglich, Hinweise auf ein fehlbildendes Risiko liegen trotz mehr als 30-jähriger Markterfahrung bisher nicht vor. Die Erfahrungen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel stammen aus kleineren Studien mit Urapidil über die Vene bei schwerem Bluthochdruck oder Präeklampsie. Besser geeignete Alternative ist laut Embryotox Nifedipin, falls es ausreichend wirkt. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Urapidil in die Muttermilch übergeht; Mütter sollten während der Behandlung deshalb nicht stillen.[1]
Laut Fachinformation kann ein Risiko für das Neugeborene oder Kind nicht ausgeschlossen werden; die Kapseln sollen während der Stillzeit nicht angewendet werden.[5]
Laut Embryotox liegen keine veröffentlichten Erfahrungen zur Stillzeit vor. Bei längerfristiger Behandlung eines Bluthochdrucks oder bei einer Neueinstellung sollten laut Embryotox besser untersuchte Mittel bevorzugt werden, zum Beispiel Calciumantagonisten wie Nifedipin oder Amlodipin oder Betablocker wie Metoprolol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Urapidil verstärken; zusammen mit Alkohol kann außerdem das Reaktionsvermögen in verstärktem Maße beeinträchtigt sein.[1, 5]
Autofahren und Maschinen
Durch individuell unterschiedliche Reaktionen kann das Reaktionsvermögen so weit verändert sein, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne festen Halt beeinträchtigt ist, in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol.[1, 5]
Einnahme
Die Retardkapseln morgens und abends zu den Mahlzeiten unzerkaut mit etwas Flüssigkeit, z. B. einem halben Glas Wasser, einnehmen. Die Behandlung ist in der Regel eine Langzeittherapie; über die Dauer entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]
Absetzen
Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung, etwa wegen Nebenwirkungen, eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig beenden.[1]
Überdosierung
Verständigen Sie bei Verdacht auf eine Überdosierung oder Vergiftung sofort eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt. Laut Fachinformation kann sich eine Überdosierung am Kreislauf durch Schwindel, Blutdruckabfall beim Lagewechsel und Kollaps zeigen, am zentralen Nervensystem durch Müdigkeit und verminderte Reaktionsfähigkeit. Eine übermäßige Blutdrucksenkung kann ärztlich unter anderem durch Hochlagern der Beine und Flüssigkeitsersatz gebessert werden.[1, 5]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Retardkapseln nennt eine Anfangsdosis für eine behutsame und für eine schnellere Blutdrucksenkung sowie einen Dosierungsbereich für die Erhaltungstherapie [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Urapidil immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein: morgens und abends zu den Mahlzeiten, unzerkaut mit etwas Flüssigkeit [1]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1]. Die Kapseln enthalten Sucrose; wissen Sie, dass Sie bestimmte Zucker nicht vertragen, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei der seltenen erblichen Fructose-Unverträglichkeit, einer Glucose-Galactose-Malabsorption oder einem Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten die Kapseln laut Fachinformation nicht eingenommen werden [5].
Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig beenden [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung verständigen Sie sofort eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Urapidil
Urapidil gibt es als Hartkapseln, retardiert, mit 30, 60 und 90 mg sowie als Injektionslösung [1, 2, 5]. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Ebrantil 30 mg Hartkapseln, retardiert, und die Fachinformation für Ebrantil 30 mg, 60 mg und 90 mg [1, 5].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Ebrantil | CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH | Hartkapseln, retardiert, mit 30, 60 oder 90 mg; Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage der 30-mg-Kapseln und die Fachinformation für alle drei Stärken |
| Ebrantil i.v. | CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH | Injektionslösung zur Anwendung über die Vene; nicht Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ebrantil 30 mg, Hartkapseln, retardiert. CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 11.10.2026
- Produktseiten Ebrantil 30 mg Hartkapseln, retardiert und Ebrantil i.v. 25 mg Injektionslösung. CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Urapidil. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Urapidil. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Ebrantil 30 mg/60 mg/90 mg Hartkapseln, retardiert. CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 07/2022. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Urapidil eingesetzt?
Urapidil als Retardkapsel, etwa Ebrantil 30 mg, wird zur Behandlung von Bluthochdruck angewendet. Es senkt den Blutdruck, indem es die Blutgefäße erweitert. Daneben gibt es eine Injektionslösung zur Anwendung über die Vene; für sie gilt eine eigene Packungsbeilage, und sie wird auf dieser Seite nicht beschrieben.
Macht Urapidil schwindelig oder müde?
Schwindel gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; Müdigkeit und ein Blutdruckabfall beim Lagewechsel sind gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100. Das Reaktionsvermögen kann besonders zu Behandlungsbeginn, nach einer Dosiserhöhung, bei einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol beeinträchtigt sein.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Urapidil nehme?
Alkohol kann die blutdrucksenkende Wirkung von Urapidil verstärken, und zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen stärker beeinträchtigt sein, etwa im Straßenverkehr. Ob und wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann ich Urapidil mit anderen Blutdrucksenkern kombinieren?
Alpha-Rezeptorenblocker, andere gefäßerweiternde Mittel und andere Blutdrucksenker können die blutdrucksenkende Wirkung von Urapidil verstärken. Mit ACE-Hemmern liegen laut Packungsbeilage noch keine ausreichenden Erfahrungen vor; diese Kombination wird derzeit nicht empfohlen. Welche Kombination für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Darf ich Urapidil in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage liegen bei Schwangeren keine Erfahrungen vor; eine Behandlung wird nicht empfohlen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hält den Nutzen für größer als das mögliche Risiko für das ungeborene Kind. Laut Fachinformation dürfen die Kapseln in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der klinische Zustand der Frau erfordert eine Behandlung mit Urapidil. Ob Urapidil in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; laut Packungsbeilage sollten Mütter während der Behandlung nicht stillen, laut Fachinformation sollen die Kapseln in der Stillzeit nicht angewendet werden.
Darf ich Urapidil einfach absetzen?
Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie die Behandlung eigenmächtig unterbrechen oder vorzeitig beenden, auch wenn Nebenwirkungen der Grund sind. Die Behandlung des Bluthochdrucks mit Urapidil ist in der Regel eine Langzeittherapie.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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