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Eplerenon: Nebenwirkungen und Wirkung
Eplerenon ist ein verschreibungspflichtiger Aldosteronblocker. Er wird zusätzlich zu anderen Mitteln bei Herzschwäche eingesetzt: nach einem kürzlich aufgetretenen Herzinfarkt oder bei chronischer Herzschwäche mit leichten Beschwerden. Häufig ist ein erhöhter Kaliumwert; deshalb wird das Kalium vor Beginn, in der ersten Woche, nach einem Monat und nach jeder Dosisänderung kontrolliert. Viele Arzneimittel dürfen nicht oder nur mit Vorsicht zusammen mit Eplerenon eingenommen werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Erhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie), mit Beschwerden wie Muskelkrämpfen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Cholesterinwerte im Blut (Hypercholesterinämie)[1, 2]
- Häufig: Schlaflosigkeit (Schlafprobleme)[1, 2]
- Häufig: Bewusstseinsverlust (Synkope), Schwindel, Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Herzbeschwerden wie Herzschwäche der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz) und Vorhofflimmern[1, 2]
- Häufig: Niedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]
- Häufig: Husten[1, 2]
- Häufig: Durchfall, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen[1, 2]
- Häufig: Hautausschlag, Juckreiz (Pruritus)[1, 2]
- Häufig: Muskelkrämpfe (Muskelspasmen), Rückenschmerzen[1, 2]
- Häufig: Nierenfunktionsstörungen[1, 2]
- Häufig: Schwächegefühl (Asthenie)[1, 2]
- Häufig: Erhöhte Harnstoffwerte im Blut; erhöhte Kreatininwerte im Blut, was auf Nierenprobleme hinweisen kann[1, 2]
Wofür wird Eplerenon eingesetzt?
Eplerenon ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der selektiven Aldosteronblocker [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er bei Herzmuskelschwäche angewendet, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern und mögliche Krankenhausaufenthalte zu verringern: wenn Sie kürzlich einen Herzinfarkt hatten, zusammen mit anderen Mitteln gegen Herzschwäche, oder wenn trotz der bisherigen Behandlung anhaltend leichte Beschwerden bestehen [1].
Die Fachinformation beschreibt die Anwendungsgebiete genauer: Nach einem Herzinfarkt ist Eplerenon zusätzlich zu einer Standardbehandlung mit Betablockern für stabile Patientinnen und Patienten vorgesehen, deren linke Herzkammer höchstens 40 % des Blutes auswirft und die Zeichen einer Herzschwäche haben. Bei chronischer Herzschwäche mit leichten Beschwerden (NYHA-Klasse II) gilt die Zulassung für Erwachsene mit einer Auswurfleistung von höchstens 30 %, zusätzlich zu einer optimalen Standardbehandlung [2]. Laut Fachinformation gehört Eplerenon zur Gruppe der Aldosteronantagonisten [2]; verwandte Mittel wie Spironolacton finden Sie unter Diuretika.
Wie wirkt Eplerenon?
Aldosteron ist ein körpereigenes Hormon, das Blutdruck und Herzfunktion reguliert. In hohen Konzentrationen kann es Veränderungen bewirken, die den Herzmuskel schwächen. Eplerenon hemmt die Wirkung von Aldosteron [1]. Laut Fachinformation bindet es vergleichsweise selektiv an die Rezeptoren, an denen Aldosteron wirkt, und hemmt dort dessen Bindung; an die Rezeptoren für Glukokortikoide, Progesteron und männliche Geschlechtshormone bindet es vergleichsweise wenig [2].
Laut Fachinformation kann wegen dieses Wirkmechanismus der Kaliumwert im Blut steigen; zu Beginn der Behandlung und nach jeder Dosisanpassung muss er kontrolliert werden [2]. Die höchste Konzentration im Blut ist nach etwa 1,5 bis 2 Stunden erreicht. Eplerenon wird hauptsächlich über das Leberenzym CYP3A4 abgebaut; die Eliminationshalbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) beträgt etwa 3 bis 6 Stunden [2]. Bestimmte andere Arzneimittel können den Abbau von Eplerenon verzögern oder beschleunigen [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation war die Gesamthäufigkeit der berichteten Nebenwirkungen in zwei Studien unter Eplerenon ähnlich wie unter Placebo [2]. Häufig ist ein erhöhter Kaliumwert, der sich durch Muskelkrämpfe, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen bemerkbar machen kann [1]. Ebenfalls häufig sind Schwindel, ein niedriger Blutdruck, Nierenfunktionsstörungen und erhöhte Nierenwerte im Blut [1, 2]. Gelegentlich kommt es zu einer Vergrößerung der Brust beim Mann [1, 2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhter Kaliumwert im Blut (Hyperkaliämie), mit Beschwerden wie Muskelkrämpfen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Cholesterinwerte im Blut (Hypercholesterinämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- PsycheSchlaflosigkeit (Schlafprobleme)[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemBewusstseinsverlust (Synkope), Schwindel, Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
- HerzHerzbeschwerden wie Herzschwäche der linken Herzkammer (Linksherzinsuffizienz) und Vorhofflimmern[1, 2]Mehr dazu: HerzschwächeHerzrhythmusstörungen
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- Magen und DarmDurchfall, Übelkeit, Verstopfung, Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: DurchfallÜbelkeitVerstopfungErbrechen
- HautHautausschlag, Juckreiz (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe (Muskelspasmen), Rückenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenRückenschmerzen
- Nieren und HarnwegeNierenfunktionsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenSchwächegefühl (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Harnstoffwerte im Blut; erhöhte Kreatininwerte im Blut, was auf Nierenprobleme hinweisen kann[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenInfektionen, Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), Entzündung im Rachenbereich (Pharyngitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Blut und LymphsystemErhöhung bestimmter weißer Blutzellen (Eosinophilie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HormonsystemSchilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungNiedriger Natriumwert im Blut (Hyponatriämie), Flüssigkeitsmangel (Dehydrierung), erhöhte Triglyzeridwerte (Blutfette)[1, 2]Mehr dazu: NatriummangelErhöhte Blutfette
- NervensystemVermindertes Tast- und Berührungsgefühl (Hypästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- HerzRascher Herzschlag (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufBlutdruckabfall beim Aufstehen, der Schwindel verursachen kann (orthostatische Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
- Gefäße und KreislaufBlutgerinnsel in den Beinen; laut Fachinformation arterielle Thrombose in den Gliedmaßen[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
- Magen und DarmBlähungen (Flatulenz)[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
- HautSchwellungen von Gesicht, Zunge oder Hals mit Schluckbeschwerden, Nesselsucht und Atembeschwerden (angioneurotisches Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtAtemnot
- HautVermehrtes Schwitzen (Hyperhidrose)[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeSkelettmuskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Leber und GalleEntzündung der Gallenblase (Cholezystitis)[1, 2]
- Geschlechtsorgane und BrustVergrößerung der Brust beim Mann (Gynäkomastie)[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Allgemeine BeschwerdenAllgemeines Unwohlsein[1, 2]
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Blutzuckerwerte; Veränderungen bei einigen Bluttestergebnissen (verminderter Wert für den epidermalen Wachstumsfaktorrezeptor)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter BlutzuckerVeränderte Laborwerte
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Hals mit Schluck- oder Atembeschwerden und Nesselsucht sind Zeichen eines angioneurotischen Ödems, einer gelegentlichen Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten; suchen Sie dann umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Mehr dazu unter Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kaliumkontrollen einhalten: Der Kaliumwert muss vor Beginn der Behandlung, in der 1. Woche und 1 Monat nach Beginn bzw. nach jeder Dosisänderung bestimmt werden; abhängig davon kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis anpassen [1]. Bei Nieren- oder Leberproblemen kann es nötig sein, den Kaliumwert öfter zu bestimmen [1]. Laut Fachinformation werden Kaliumpräparate nach Beginn der Behandlung nicht empfohlen [2].
Schwindel und niedriger Blutdruck: Fühlen Sie sich schwindlig, fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Andere Mittel wie Alpha-Blocker, trizyklische Antidepressiva oder Neuroleptika können den Blutdruck zusätzlich senken und Schwindel beim Aufstehen verursachen [1, 2].
Weitere Beschwerden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Starke Hemmstoffe des Abbauenzyms CYP3A4 (etwa die Pilzmittel Ketoconazol und Itraconazol, die HIV-Mittel Ritonavir und Nelfinavir, die Antibiotika Clarithromycin und Telithromycin sowie Nefazodon) verzögern den Abbau von Eplerenon und dürfen nicht zusammen eingenommen werden; laut Fachinformation erhöhte Ketoconazol die Menge an Eplerenon im Blut um 441 % [1, 2]. Auch schwächere Hemmstoffe wie Amiodaron, Verapamil oder Diltiazem verzögern den Abbau; laut Fachinformation gilt dann eine niedrigere Höchstdosis, die in der Dosierungsübersicht steht [1, 2]. Johanniskraut, Rifampicin und bestimmte Epilepsiemittel können den Abbau beschleunigen und die Wirkung vermindern [1, 2]. Kaliumsparende Entwässerungsmittel, Kaliumpräparate, Trimethoprim, Ciclosporin und Tacrolimus erhöhen das Risiko eines hohen Kaliumwerts; Schmerzmittel wie Ibuprofen können Nierenprobleme verursachen und dadurch dieses Risiko erhöhen [1, 2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Starke CYP3A4-Hemmer: Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir, Nelfinavir, Clarithromycin, Telithromycin, Nefazodon | Verzögern den Abbau von Eplerenon und verlängern seine Wirkung (laut Fachinformation erhöhte Ketoconazol die Eplerenon-Menge im Blut um 441 %)[1, 2] | Dürfen nicht zusammen eingenommen werden |
| Schwache bis mäßige CYP3A4-Hemmer: Erythromycin, Saquinavir, Fluconazol, Amiodaron, Diltiazem, Verapamil | Verzögern den Abbau von Eplerenon und verlängern seine Wirkung[1, 2] | Laut Fachinformation sollte die Eplerenon-Dosis dann 25 mg täglich nicht überschreiten |
| Johanniskraut, Rifampicin, Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital | Können den Abbau von Eplerenon beschleunigen und seine Wirkung vermindern[1, 2] | Laut Fachinformation nicht empfohlen |
| Kaliumsparende Entwässerungsmittel und Kaliumpräparate | Erhöhtes Risiko für einen hohen Kaliumwert[1, 2] | Laut Fachinformation darf Eplerenon dann nicht gegeben werden |
| ACE-Hemmer und Angiotensinrezeptor-Blocker (Sartane) | Erhöhtes Risiko für einen hohen Kaliumwert[1, 2] | ACE-Hemmer und Sartan zusammen mit Eplerenon nicht erlaubt; sonst laut Fachinformation engmaschige Kontrolle von Kalium und Nierenfunktion, insbesondere bei Risiko für eine eingeschränkte Nierenfunktion, etwa im höheren Alter |
| Lithium | Laut Packungsbeilage kann der Lithiumspiegel zusammen mit Entwässerungsmitteln und ACE-Hemmern zu hoch werden, mit Appetitlosigkeit, Sehstörungen, Müdigkeit, Muskelschwäche oder Muskelzucken; Studien zur Kombination mit Eplerenon gibt es laut Fachinformation nicht[1, 2] | Laut Fachinformation vermeiden; wenn notwendig, Lithiumspiegel überwachen |
| Ciclosporin oder Tacrolimus | Können Nierenprobleme verursachen und das Risiko eines hohen Kaliumwerts erhöhen[1, 2] | Laut Fachinformation vermeiden; wenn notwendig, Kalium und Nierenfunktion engmaschig kontrollieren |
| Schmerz- und Entzündungsmittel aus der Gruppe der NSAR (z. B. Ibuprofen) | Können Nierenprobleme verursachen und das Risiko eines hohen Kaliumwerts erhöhen; laut Fachinformation bei Risikopatienten akutes Nierenversagen möglich, außerdem eine verminderte blutdrucksenkende Wirkung[1, 2] | Laut Fachinformation auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten und die Nierenfunktion überwachen |
| Trimethoprim (Antibiotikum) | Erhöhtes Risiko für einen hohen Kaliumwert[1, 2] | Laut Fachinformation Kalium und Nierenfunktion überwachen, besonders bei eingeschränkter Nierenfunktion und im höheren Alter |
| Alpha-1-Blocker wie Prazosin oder Alfuzosin | Blutdruckabfall und Schwindel beim Aufstehen möglich[1, 2] | Laut Fachinformation auf Blutdruckabfall beim Aufstehen achten |
| Trizyklische Antidepressiva (z. B. Amitriptylin), Neuroleptika (z. B. Chlorpromazin, Haloperidol), Amifostin, Baclofen | Blutdruckabfall und Schwindel beim Aufstehen möglich[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Glukokortikoide (z. B. Hydrocortison, Prednison) und Tetracosactid | Können die blutdrucksenkende Wirkung von Eplerenon vermindern[1, 2] | Vorher Rücksprache halten |
| Digoxin | Digoxinspiegel im Blut kann steigen (laut Fachinformation um 16 %)[1, 2] | Laut Fachinformation Vorsicht, wenn Digoxin am oberen Rand des therapeutischen Bereichs dosiert ist |
| Warfarin | Laut Packungsbeilage können hohe Warfarin-Spiegel die Wirkung von Eplerenon verändern; laut Fachinformation wurden keine klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen beobachtet[1, 2] | Vorsicht geboten; die Fachinformation nennt dies für eine Warfarin-Dosierung am oberen Rand des therapeutischen Bereichs |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Eplerenon nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei einem erhöhten Kaliumwert, einer schweren Nieren- oder Lebererkrankung und bei gleichzeitiger Einnahme kaliumsparender Entwässerungsmittel oder starker CYP3A4-Hemmer dürfen Sie Eplerenon nicht einnehmen [1, 2]. Laut Fachinformation haben ältere Menschen, Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion und Menschen mit Diabetes ein erhöhtes Risiko für einen hohen Kaliumwert [2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Eplerenon oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Erhöhter Kaliumwert im Blut (laut Fachinformation über 5,0 mmol/l bei Behandlungsbeginn)[1, 2]
- Einnahme kaliumsparender Entwässerungsmittel[1, 2]
- Schwere Nierenerkrankung (laut Fachinformation eGFR unter 30 ml/min/1,73 m²)[1, 2]
- Schwere Lebererkrankung[1, 2]
- Einnahme starker Hemmstoffe des Enzyms CYP3A4: Ketoconazol oder Itraconazol (gegen Pilzinfektionen), Nelfinavir oder Ritonavir (gegen HIV), Clarithromycin oder Telithromycin (Antibiotika), Nefazodon (gegen Depressionen)[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers und eines Angiotensinrezeptor-Blockers (Sartan)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Kaliumwert: Er muss vor Behandlungsbeginn, in der 1. Woche und 1 Monat nach Beginn bzw. nach jeder Dosisänderung bestimmt werden; laut Fachinformation danach je nach Bedarf regelmäßig[1, 2]
- Nieren- oder Lebererkrankung: Der Kaliumwert muss möglicherweise öfter bestimmt werden; laut Fachinformation steigt das Risiko eines erhöhten Kaliumwerts mit abnehmender Nierenfunktion[1, 2]
- Ältere Menschen und Menschen mit Diabetes: laut Fachinformation erhöhtes Risiko für einen hohen Kaliumwert; regelmäßige Kontrollen empfohlen, bei Typ-2-Diabetes mit Eiweiß im Urin (Mikroalbuminurie) Behandlung mit Vorsicht[2]
- Kaliumpräparate: Laut Fachinformation wird ihre Einnahme nach Beginn der Behandlung wegen des erhöhten Risikos eines hohen Kaliumwerts nicht empfohlen[2]
- Einnahme von Lithium, Ciclosporin oder Tacrolimus[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit sind nicht nachgewiesen; die Anwendung wird nicht empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Eplerenon kann Schwindel verursachen; dann fahren Sie kein Auto und bedienen keine Maschinen [1]. Packungsbeilage und Fachinformation enthalten keinen eigenen Hinweis zu Alkohol. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2].
Schwangerschaft
Die Auswirkungen von Eplerenon in der Schwangerschaft wurden beim Menschen nicht untersucht. Laut Fachinformation liegen keine aussagekräftigen Daten vor; Tierstudien ergaben keine negativen Auswirkungen auf Trächtigkeit und Entwicklung. Eplerenon sollte bei Schwangeren nur mit Vorsicht eingesetzt werden.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Es ist nicht bekannt, ob Eplerenon in die Muttermilch übergeht. Sie müssen zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt entscheiden, ob abgestillt oder das Arzneimittel abgesetzt wird.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Sie können sich nach der Einnahme schwindlig fühlen; dann fahren Sie kein Auto und bedienen keine Maschinen. Laut Fachinformation verursacht Eplerenon keine Schläfrigkeit oder Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit, Benommenheit kann aber auftreten.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten mit einer Mahlzeit oder auf leeren Magen im Ganzen mit viel Wasser schlucken.[1, 2]
Einnahme vergessen: Ist es fast schon Zeit für die nächste Tablette, die vergessene überspringen und die nächste zum normalen Zeitpunkt nehmen; sonst die Tablette einnehmen, sobald Sie es bemerken (falls es noch mehr als 12 Stunden bis zur nächsten Einnahme sind). Nicht die doppelte Menge nehmen.[1]
Absetzen
Nehmen Sie Eplerenon wie verordnet so lange weiter ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie die Behandlung beenden können.[1]
Überdosierung
Haben Sie zu viel eingenommen, sagen Sie dies unverzüglich Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Am wahrscheinlichsten sind ein niedriger Blutdruck (mit Benommenheit, Schwindel, verschwommenem Sehen, Schwächegefühl oder plötzlichem Bewusstseinsverlust) oder ein hoher Kaliumwert (mit Muskelkrämpfen, Durchfall, Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen). Laut Fachinformation lässt sich Eplerenon nicht durch Dialyse entfernen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis, eine Erhöhung nach etwa 4 Wochen und eine Höchstdosis sowie Angaben für Nieren- und Lebererkrankungen [1]. Ergänzend stehen die Dosisanpassung nach dem Kaliumwert und die Höchstdosis bei gleichzeitiger Einnahme schwächerer CYP3A4-Hemmer aus der Fachinformation in der Übersicht [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Eplerenon immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein. Die Tabletten können mit einer Mahlzeit oder auf leeren Magen eingenommen werden; schlucken Sie sie im Ganzen mit viel Wasser [1, 2]. Haben Sie eine Tablette vergessen und ist es fast schon Zeit für die nächste, überspringen Sie die vergessene; sonst holen Sie sie nach, sofern bis zur nächsten Einnahme noch mehr als 12 Stunden bleiben. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].
Nehmen Sie Eplerenon wie verordnet so lange weiter ein, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie die Behandlung beenden können [1]. Haben Sie zu viel eingenommen, sagen Sie dies unverzüglich Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Eplerenon
Eplerenon gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten mit 25 oder 50 mg. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Eplerenon-ratiopharm [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Eplerenon-ratiopharm | ratiopharm GmbH | Filmtabletten mit 25 oder 50 mg, verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Eplerenon AbZ | AbZ-Pharma GmbH | Filmtabletten mit 25 oder 50 mg, verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Eplerenon-ratiopharm 25 mg, 50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Eplerenon-ratiopharm 25 mg/50 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird Eplerenon eingesetzt?
Eplerenon wird zusätzlich zu anderen Arzneimitteln bei Herzschwäche eingesetzt, um eine weitere Verschlechterung zu verhindern und Krankenhausaufenthalte zu verringern: nach einem kürzlich aufgetretenen Herzinfarkt mit Zeichen einer Herzschwäche oder bei chronischer Herzschwäche, wenn trotz bisheriger Behandlung anhaltend leichte Beschwerden bestehen. Laut Fachinformation muss dabei die Pumpfunktion der linken Herzkammer eingeschränkt sein.
Warum muss unter Eplerenon das Kalium kontrolliert werden?
Ein erhöhter Kaliumwert gehört zu den häufigen Nebenwirkungen und hängt mit der Wirkweise zusammen. Der Kaliumwert muss vor Behandlungsbeginn, in der ersten Woche, einen Monat nach Beginn und nach jeder Dosisänderung bestimmt werden; danach je nach Bedarf regelmäßig. Laut Fachinformation darf die Behandlung bei einem Kaliumwert über 5,0 mmol/l nicht begonnen werden, und je nach Kaliumwert wird die Dosis verringert oder die Behandlung pausiert.
Darf ich Kaliumpräparate nehmen, wenn ich Eplerenon einnehme?
Kaliumsparende Entwässerungsmittel und Kaliumpräparate erhöhen zusammen mit Eplerenon das Risiko eines hohen Kaliumwerts. Kaliumsparende Entwässerungsmittel dürfen Sie nicht zusammen mit Eplerenon einnehmen; laut Fachinformation werden Kaliumpräparate nach Beginn der Behandlung nicht empfohlen. Sprechen Sie vor der Einnahme solcher Mittel mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Welche Medikamente darf ich nicht zusammen mit Eplerenon nehmen?
Nicht zusammen eingenommen werden dürfen kaliumsparende Entwässerungsmittel und starke Hemmstoffe des Abbauenzyms CYP3A4, etwa Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir, Nelfinavir, Clarithromycin, Telithromycin oder Nefazodon. Ebenso nicht erlaubt ist die gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers und eines Sartans. Laut Fachinformation muss die gemeinsame Gabe mit Lithium, Ciclosporin oder Tacrolimus vermieden werden; Kaliumpräparate und Johanniskraut werden nicht empfohlen, und bei Schmerzmitteln wie Ibuprofen soll die Nierenfunktion überwacht werden. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel.
Macht Eplerenon schwindelig?
Schwindel, niedriger Blutdruck und Bewusstseinsverlust gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Fühlen Sie sich schwindlig, fahren Sie kein Auto und bedienen Sie keine Maschinen. Laut Fachinformation verursacht Eplerenon keine Schläfrigkeit, Benommenheit kann aber auftreten.
Kann Eplerenon zu einer Vergrößerung der Brust führen?
Eine Vergrößerung der Brust beim Mann (Gynäkomastie) gehört zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie Veränderungen bemerken.
Darf ich Eplerenon in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Die Auswirkungen in der Schwangerschaft wurden beim Menschen nicht untersucht; laut Fachinformation sollte Eplerenon bei Schwangeren nur mit Vorsicht eingesetzt werden. Ob Eplerenon in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; Sie entscheiden zusammen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob abgestillt oder das Arzneimittel abgesetzt wird.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Ratgeber Medikamente mit Milch einnehmen?Milch kann die Aufnahme mancher Medikamente verringern, etwa bestimmter Antibiotika.