MedikamenteWirkstoff

Methocarbamol (Ortoton): Nebenwirkungen und Wirkung

Methocarbamol ist ein verschreibungspflichtiges Mittel zur Muskelentspannung, enthalten unter anderem in Ortoton. Erwachsene erhalten es bei schmerzhaften Muskelverspannungen, vor allem im unteren Rücken. Es kann Schwindel und Schläfrigkeit verursachen, und Alkohol kann die Wirkung verstärken. Eingenommen wird es höchstens 30 Tage.

Mann in den Vierzigern steht in einem hellen Wohnzimmer und stützt eine Hand in den unteren Rücken, auf dem Tisch neben ihm ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Wofür wird Methocarbamol eingesetzt?

Methocarbamol gehört zu den Muskelrelaxanzien, also zu den Mitteln, die verspannte Muskeln lockern. Es ist verschreibungspflichtig und unter anderem als Ortoton im Handel [1, 4]. Zugelassen ist es für Erwachsene zur symptomatischen Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen, insbesondere des unteren Rückenbereichs (Lumbago) [1, 2].

"Symptomatisch" bedeutet: Behandelt werden die Beschwerden, nicht deren Ursache. Wie Rückenschmerzen entstehen und welche Behandlungen es außerdem gibt, lesen Sie auf unserer Krankheitsseite. Für Kinder und Jugendliche ist Methocarbamol nicht bestimmt, weil dazu keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen [1].

Wie wirkt Methocarbamol?

Laut der Fachinformation von Methocarbamol STADA ist Methocarbamol ein zentral wirkendes Muskelrelaxans, wirkt also über das zentrale Nervensystem: Es hemmt die Weiterleitung von Reflexen, die über mehrere Nervenschaltstellen laufen (polysynaptische Reflexleitung), im Rückenmark und in Zentren unterhalb der Großhirnrinde. Nach derselben Fachinformation werden die natürliche Grundspannung der Skelettmuskulatur, ihre Fähigkeit, sich zusammenzuziehen, und die Beweglichkeit der glatten Muskulatur bei therapeutischer Dosierung nicht beeinträchtigt; auch die Übertragung vom Nerv auf den Muskel bleibt unbeeinflusst [2].

Zur Verarbeitung im Körper nennt die Fachinformation von Methocarbamol STADA: Nach der Einnahme wird Methocarbamol rasch und vollständig aufgenommen. Schon 10 Minuten später ist es im Blut nachweisbar, den höchsten Spiegel erreicht es nach 30 bis 60 Minuten. Die Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert, beträgt ca. 2 Stunden. Der Körper bindet Methocarbamol und seine Abbauprodukte an Glucuron- und Schwefelsäure und scheidet sie fast ausschließlich über die Nieren aus; etwa die Hälfte der Dosis verlässt den Körper innerhalb von 4 Stunden mit dem Urin [2].

Laut derselben Fachinformation war bei Menschen mit einer alkoholbedingten Leberzirrhose die Clearance (die Fähigkeit des Körpers, den Wirkstoff aus dem Blut zu entfernen) um ca. 70 Prozent verringert und die Halbwertszeit auf ca. 3,4 Stunden verlängert. Bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion unter Langzeit-Blutwäsche war die Clearance um ca. 40 Prozent verringert, die Halbwertszeit aber ähnlich wie bei Menschen mit normaler Nierenfunktion [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage von Ortoton aufführt. Häufige oder gelegentliche Nebenwirkungen nennt sie nicht. "Selten" heißt: bis zu 1 von 1.000 Behandelten, "sehr selten": bis zu 1 von 10.000. Bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Selten sind Kopfschmerz, Schwindel, ein metallischer Geschmack, niedriger Blutdruck, eine Schwellung der Nasenschleimhaut, Bindehautentzündung, Fieber sowie Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht und akut auftretende Schwellungen von Haut oder Gewebe (angioneurotisches Ödem). Sehr selten sind allergische Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), Unruhe, Angstzustände, Verwirrtheit, Ohnmacht, Augenflattern, Benommenheit, Zittern, Krampfanfälle, Sehverschlechterung, Doppeltsehen, ein verlangsamter Herzschlag, Hitzewallungen, Appetitlosigkeit, Brechreiz und Erbrechen [1].

Ohne bekannte Häufigkeit sind Schläfrigkeit, Müdigkeit, Koordinationsstörungen, Übelkeit, Durchfall und vorübergehende Missempfindungen, die vorwiegend Gesicht, Kopfhaut, Lippen, Zunge, Hände, Finger oder Füße betreffen [1]. Die Fachinformation von Methocarbamol STADA ordnet dieselben Nebenwirkungen denselben Häufigkeiten zu [2].

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • NervensystemSchläfrigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • NervensystemKoordinationsstörung[1, 2]
  • NervensystemÖrtlich begrenzte, vorübergehende Missempfindungen, vorwiegend im Bereich von Gesicht, Kopfhaut, Lippen, Zunge, Händen, Fingern oder Füßen[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
  • Magen und DarmDurchfall[1, 2]Mehr dazu: Durchfall
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Haben Sie mehr eingenommen, als Sie sollten, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet über die notwendigen Maßnahmen [1]. Laut der Fachinformation von Methocarbamol STADA sind in der Literatur 3 Todesfälle beschrieben, bei denen außer Methocarbamol zugleich große Mengen Alkohol oder Opiate eingenommen worden waren. Behandelt wird eine Vergiftung symptomatisch unter Überwachung der lebenswichtigen Körperfunktionen [2]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Zu den sehr seltenen Nebenwirkungen zählen allergische Überempfindlichkeitsreaktionen und Krampfanfälle, zu den seltenen akute Schwellungen von Haut oder Gewebe [1]. Was bei allergischen Reaktionen auf Medikamente zu tun ist, lesen Sie unter Arzneimittelallergie.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Fünfzigern sitzt entspannt auf dem Beifahrersitz eines Autos, während ein Mann in den Fünfzigern am Steuer sitzt, durch die Scheibe fällt Tageslicht
Bild: KI-generiert

Schwindel und Schläfrigkeit: Methocarbamol kann Schwindel oder Schläfrigkeit verursachen, laut der Fachinformation von Methocarbamol STADA besonders dann, wenn Sie zugleich andere Mittel einnehmen, die ebenfalls müde machen können [1, 2]. Fahren Sie dann nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen. Die Packungsbeilage rät, damit zu warten, bis Sie wissen, dass bei Ihnen keine solchen Nebenwirkungen auftreten [1]. Mehr dazu lesen Sie unter Schwindel, Müdigkeit und im Ratgeber Medikamente und Autofahren.

Haut: Ausschlag, Juckreiz oder Nesselsucht sind seltene Nebenwirkungen [1]. Eine Maßnahme zum Selbermachen nennt die Packungsbeilage nicht. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Hautveränderungen auftreten; allgemeine Informationen bietet die Seite Hautausschlag.

Magen und Darm: Übelkeit und Durchfall sind ohne bekannte Häufigkeit beschrieben, Brechreiz und Erbrechen sehr selten [1]. Eine Maßnahme dagegen nennt die Packungsbeilage nicht; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn solche Beschwerden auftreten [1]. Mehr zu Übelkeit durch Medikamente lesen Sie auf unserer Nebenwirkungsseite.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken (auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen), wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Nehmen Sie Methocarbamol zusammen mit Mitteln, die auf das Gehirn wirken (etwa Barbituraten, Opioiden oder Appetitzüglern), können sich die Wirkungen gegenseitig verstärken. Umgekehrt kann Methocarbamol die Wirkung von Anticholinergika wie Atropin und von anderen Psychopharmaka verstärken [1, 2].

Methocarbamol kann die Wirkung von Pyridostigminbromid abschwächen, einem Mittel gegen die krankhafte Muskelschwäche Myasthenia gravis. Menschen mit Myasthenia gravis, insbesondere unter Pyridostigmin, dürfen Methocarbamol deshalb nicht einnehmen [1, 2]. Damit Ihr Behandlungsteam den Überblick behält, hilft ein Medikationsplan.

Wechselwirkungen von Methocarbamol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Zentral wirksame Arzneimittel wie Barbiturate, Opiat-Abkömmlinge (Opioide) und AppetitzüglerDie Wirkungen können sich gegenseitig verstärken[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle eingenommenen Mittel informieren
Anticholinergika (z. B. Atropin) und andere psychotrope ArzneimittelDeren Wirkung kann durch Methocarbamol verstärkt werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle eingenommenen Mittel informieren
Pyridostigminbromid (Mittel bei Myasthenia gravis)Methocarbamol kann dessen Wirkung abschwächen[1, 2]Bei Myasthenia gravis, insbesondere unter Pyridostigmin, darf Methocarbamol nicht eingenommen werden
AlkoholAlkohol während der Behandlung kann die Wirkung von Methocarbamol verstärken[1, 2]

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Methocarbamol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Methocarbamol darf nicht eingenommen werden bei Allergie gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile, bei Bewusstlosigkeit oder drohender Bewusstlosigkeit (komatöse oder präkomatöse Zustände), bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, bei Myasthenia gravis und bei einer Neigung zu epileptischen Krämpfen; mehr zu dieser Erkrankung lesen Sie unter Epilepsie [1, 2].

Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Ihre Nieren oder Ihre Leber eingeschränkt arbeiten [1, 2]. Die Filmtabletten von Ortoton enthalten Lactose: Wissen Sie, dass Sie bestimmte Zucker nicht vertragen, nehmen Sie das Mittel erst nach ärztlicher Rücksprache ein [1]. Stehen bei Ihnen Laboruntersuchungen auf 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) oder Vanillinmandelsäure (VMA) an, sagen Sie, dass Sie Methocarbamol nehmen: Es kann diese Messungen durch eine Farbinterferenz stören [1, 2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Methocarbamol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Komatöse oder präkomatöse Zustände (Bewusstlosigkeit oder drohende Bewusstlosigkeit)[1, 2]
  • Erkrankungen des Zentralnervensystems[1, 2]
  • Krankhafte Muskelschwäche (Myasthenia gravis)[1, 2]
  • Neigung zu epileptischen Krämpfen[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Eingeschränkte Nierenfunktion und/oder eingeschränkte Leberfunktion: vor der Einnahme mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke sprechen[1, 2]
  • Laboruntersuchungen: Methocarbamol kann bei Laboruntersuchungen auf 5-Hydroxyindolessigsäure (5-HIAA) und Vanillinmandelsäure (VMA) eine Farbinterferenz verursachen und so die Messung stören[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose; erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen[1]
  • Kinder und Jugendliche: nicht zur Anwendung bestimmt, weil keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Alkohol kann die Wirkung von Methocarbamol verstärken [1, 2]. Allgemeines dazu erklärt der Ratgeber Medikamente und Alkohol. Mit der Anwendung in der Schwangerschaft gibt es keine Erfahrungen, das mögliche Risiko ist nicht bekannt; als Vorsichtsmaßnahme sollte Methocarbamol in Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden [1, 2]. Hinweise zu Arzneimitteln in dieser Zeit geben die Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Mit der Anwendung in der Schwangerschaft gibt es keine Erfahrungen; laut der Fachinformation von Methocarbamol STADA fehlen auch Daten aus Tierversuchen zur Schwangerschaft und zur Entwicklung des Kindes. Das mögliche Risiko für den Menschen ist nicht bekannt. Als Vorsichtsmaßnahme sollte Methocarbamol in der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Zum Einfluss auf die Fruchtbarkeit beim Menschen liegen keine Daten vor.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Es ist nicht bekannt, ob Methocarbamol oder seine Abbaustoffe beim Menschen in die Muttermilch übergehen; laut der Fachinformation von Methocarbamol STADA gehen sie bei säugenden Hunden in die Milch über. Als Vorsichtsmaßnahme sollte Methocarbamol in der Stillzeit nicht eingenommen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Alkohol während der Behandlung mit Methocarbamol kann die Wirkung verstärken.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Methocarbamol kann die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Laut der Fachinformation von Methocarbamol STADA kann es Schwindel oder Schläfrigkeit verursachen, insbesondere wenn zugleich andere Arzneimittel eingenommen werden, die ebenfalls Schläfrigkeit verursachen können. Laut Packungsbeilage sollten Sie nicht fahren und keine Maschinen bedienen, bis Sie die Erfahrung gemacht haben, dass bei Ihnen keine entsprechenden Nebenwirkungen wie Schwindel oder Schläfrigkeit auftreten.[1, 2]

Einnahme

Die Filmtabletten mit reichlich Wasser schlucken. Die Tablette von Ortoton Recordati kann laut ihrer Packungsbeilage in gleiche Dosen geteilt werden; geteilte Tabletten haben einen bitteren Nachgeschmack. Bei Methocarbamol STADA dient die Bruchkerbe laut Fachinformation nur zum leichteren Schlucken, nicht zum Teilen in gleiche Dosen.[1, 2]

Methocarbamol wird so lange eingenommen, wie die Muskelverspannung anhält, jedoch nicht länger als 30 Tage.[1, 2, 3]

Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen.[1, 3]

Absetzen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie die Behandlung beenden wollen. Besondere Auswirkungen eines Abbruchs sind laut Packungsbeilage nicht zu erwarten.[1, 3]

Überdosierung

Bei Einnahme einer zu großen Menge die Ärztin oder den Arzt informieren; sie oder er entscheidet über die notwendigen Maßnahmen. Laut der Fachinformation von Methocarbamol STADA sind in der Literatur 3 Todesfälle beschrieben, bei denen außer Methocarbamol zugleich große Mengen Alkohol (2-mal) oder Opiate (1-mal) eingenommen worden waren. Behandelt wird eine Vergiftung danach symptomatisch unter Überwachung der lebenswichtigen Körperfunktionen; ob eine Blutwäsche (Hämodialyse) nützt, ist nicht bekannt.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilagen von Ortoton nennen eine empfohlene Dosis für Erwachsene, eine höhere Dosis zu Beginn der Behandlung, eine Obergrenze für schwere Fälle und eine Höchstdauer der Behandlung; die Angaben unterscheiden sich je nach Tablettenstärke [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Methocarbamol immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Filmtabletten mit reichlich Wasser. Die Tablette von Ortoton Recordati kann in gleiche Dosen geteilt werden; geteilte Tabletten schmecken bitter [1]. Bei anderen Präparaten kann das anders sein: Bei Methocarbamol STADA dient die Bruchkerbe laut Fachinformation nur dazu, die Tablette zum leichteren Schlucken zu teilen, nicht zum Teilen in gleiche Dosen [2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Methocarbamol wird so lange eingenommen, wie die Beschwerden der Muskelverspannung anhalten, jedoch nicht länger als 30 Tage [1, 2, 3]. Wenn Sie die Behandlung beenden möchten, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Besondere Auswirkungen eines Abbruchs sind laut Packungsbeilage nicht zu erwarten [1].

Präparate mit Methocarbamol

Methocarbamol gibt es von mehreren Anbietern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite ist die Packungsbeilage von Ortoton Recordati; eine frei zugängliche Fachinformation dieses Präparats lag nicht vor. Angaben zu Wirkweise, Verarbeitung im Körper und Überdosierung sowie einzelne Ergänzungen zu Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft, Stillzeit und Teilbarkeit stammen deshalb aus der Fachinformation von Methocarbamol STADA, einem anderen Präparat mit demselben Wirkstoff; im Text sind sie so gekennzeichnet [1, 2]. Weitere Muskelrelaxanzien mit anderem Wirkstoff sind zum Beispiel Tizanidin und Baclofen. Für jedes Präparat gilt seine eigene Packungsbeilage.

Präparate mit Methocarbamol
PräparatAnbieterHinweis
Methocarbamol ALALIUD PHARMA GmbHFilmtabletten mit 750 mg; verschreibungspflichtig
Methocarbamol STADASTADAPHARM GmbHFilmtabletten mit 750 mg; verschreibungspflichtig
Ortoton forteRecordati Pharma GmbHFilmtabletten mit 1500 mg; verschreibungspflichtig
Ortoton RecordatiRecordati Pharma GmbHFilmtabletten mit 750 mg; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ortoton Recordati 750 mg Filmtabletten (Versionscode Z04). Recordati Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Methocarbamol STADA 750 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ortoton forte 1500 mg Filmtabletten (Versionscode Z06). Recordati Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Methocarbamol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Methocarbamol?

Methocarbamol ist bei Erwachsenen zugelassen zur symptomatischen Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen, insbesondere im unteren Rückenbereich (Lumbago). "Symptomatisch" heißt: Behandelt werden die Beschwerden, nicht deren Ursache. Für Kinder und Jugendliche ist es nicht bestimmt.

Ist Methocarbamol rezeptpflichtig?

Ja. Methocarbamol steht ohne Ausnahme in Anlage 1 der Arzneimittelverschreibungsverordnung; alle Präparate, auch Ortoton, gibt es nur auf Rezept. Die Packungsbeilage weist darauf hin, dass das Mittel persönlich verschrieben wurde und nicht an andere weitergegeben werden soll.

Macht Methocarbamol müde?

Das ist möglich. Schläfrigkeit und Müdigkeit stehen in der Packungsbeilage mit der Häufigkeit "nicht bekannt", Benommenheit unter "sehr selten" und Schwindel unter "selten". Laut der Fachinformation von Methocarbamol STADA kann Methocarbamol Schwindel oder Schläfrigkeit insbesondere dann verursachen, wenn zugleich andere Arzneimittel eingenommen werden, die ebenfalls Schläfrigkeit verursachen können.

Darf ich mit Methocarbamol Auto fahren?

Methocarbamol kann die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Laut Packungsbeilage sollten Sie diese Tätigkeiten so lange lassen, bis Sie die Erfahrung gemacht haben, dass bei Ihnen keine Nebenwirkungen wie Schwindel oder Schläfrigkeit auftreten.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Methocarbamol nehme?

Die Packungsbeilage weist darauf hin, dass Alkohol während der Behandlung die Wirkung von Methocarbamol verstärken kann. Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, was das für Sie bedeutet.

Wie lange darf man Methocarbamol nehmen?

Laut Packungsbeilage wird Methocarbamol so lange eingenommen, wie die Muskelverspannung anhält, jedoch nicht länger als 30 Tage. Wenn Sie die Behandlung beenden möchten, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; besondere Auswirkungen eines Abbruchs sind laut Packungsbeilage nicht zu erwarten.

Wie hoch ist die Dosis von Methocarbamol?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Welche Angaben die Packungsbeilage macht, steht im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage" auf dieser Seite. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Wie schnell wirkt Methocarbamol?

Die Fachinformation von Methocarbamol STADA nennt keinen Zeitpunkt für den Wirkungseintritt, aber Messwerte im Blut: Methocarbamol ist bereits 10 Minuten nach der Einnahme im Blut nachweisbar, der höchste Spiegel wird nach 30 bis 60 Minuten erreicht. Die Halbwertszeit im Blut beträgt ca. 2 Stunden.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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