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Muskelverspannungen

Muskelverspannungen sind laut IQWiG oft der Auslöser von Nackenschmerzen; akute Nackenschmerzen klingen in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab, und auch unspezifische Kreuzschmerzen sind meist mit Muskelverspannungen verbunden. Laut DEGAM-Leitlinie Nicht-spezifische Nackenschmerzen soll körperliche Aktivität empfohlen werden (Empfehlungsgrad A), Wärme in Selbstanwendung sollte empfohlen werden (Empfehlungsgrad B), und entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Ibuprofen können bei akuten nicht-spezifischen Nackenschmerzen über einen kurzen Zeitraum empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0). Muskelrelaxanzien wie Methocarbamol sollten laut Leitlinie bei akuten (Empfehlungsgrad B) und sollen bei chronischen nicht-spezifischen Nackenschmerzen (Empfehlungsgrad A) nicht empfohlen werden. Bei Lähmungserscheinungen, Taubheit im Genitalbereich, Fieber, Problemen beim Wasserlassen oder Stuhlgang oder nach einem Unfall brauchen Sie rasch ärztliche Hilfe.

Frau Ende dreißig mit hellbraunem, locker hochgestecktem Haar in einem korallenfarbenen Pullover sitzt aufrecht an einem Holztisch in der Küche und dehnt ihren Nacken behutsam zur Seite
Bild: KI-generiert

Verspannte Muskeln sind laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) oft der Auslöser von Nackenschmerzen, etwa nach langer Computerarbeit, nach Zugluft oder wenn man im Schlaf ungünstig gelegen hat. Akute Nackenschmerzen klingen in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab [2]. Auch unspezifische Kreuzschmerzen sind meist mit Muskelverspannungen verbunden [4]. Wichtig ist laut IQWiG, im Alltag in Bewegung zu bleiben [2]. Die S3-Leitlinie "Nicht-spezifische Nackenschmerzen" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) sieht vor, dass bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen körperliche Aktivität empfohlen werden soll (Empfehlungsgrad A) [1].

Was sind Muskelverspannungen?

Langes Sitzen am Schreibtisch, oft in ungünstiger Haltung und mit dauernd leicht angespannten Muskeln, kann laut IQWiG zu Schmerzen und Steifheit im Nacken- oder Schulterbereich führen, manchmal auch zu Kopfschmerzen [2]. Bei der körperlichen Untersuchung von Nackenschmerzen tastet die Ärztin oder der Arzt laut Leitlinie unter anderem nach muskulären Verspannungen [1].

Lässt sich keine behandlungs- oder abklärungsbedürftige Ursache finden, spricht die Leitlinie von nicht-spezifischen Nackenschmerzen. In weniger als 1 Prozent der Fälle gehen Nackenschmerzen auf eine gefährliche Grunderkrankung zurück, etwa eine bösartige Erkrankung, eine Infektion, eine Blutung oder eine Verletzung von Blutgefäßen [1]. Nackenschmerzen sind häufig: In einer Befragung gaben 46 Prozent der Menschen in Deutschland an, in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal Nackenschmerzen gehabt zu haben; in Hausarztpraxen sind sie der dritthäufigste Beratungsanlass [1]. Halten die Beschwerden länger als drei Monate an, spricht man laut IQWiG von chronischen Nackenschmerzen; oft sind dann psychische Belastungen und Stress im Spiel [2].

Ursachen und Auslöser

Zu den Ursachen von Nackenschmerzen zählt das IQWiG eine schwache Halsmuskulatur und Überlastung, zum Beispiel durch langes Sitzen, durch Arbeiten mit in den Nacken gelegtem Kopf wie beim Streichen einer Decke oder durch Sportarten wie Rennradfahren oder Brustschwimmen mit erhobenem Kopf. Häufig ist aber keine eindeutige Ursache erkennbar [2]. Nach einem Schleudertrauma, etwa bei einem Auffahrunfall, entstehen meist kleine Verletzungen im Muskel- und Bindegewebe mit schmerzhaften Verspannungen für einige Tage [2].

Im unteren Rücken können laut IQWiG unter anderem Bewegungsmangel, langes unbewegliches Sitzen, einseitige oder ungewohnte schwere körperliche Arbeit, eine schwache Rumpfmuskulatur und Muskelverspannungen Kreuzschmerzen auslösen. Auch psychischer Stress und Überforderung können zu Rückenbeschwerden beitragen, etwa indem sie zu Verspannungen führen [4]. Heftige Schmerzen, die plötzlich ins Kreuz fahren, heißen Hexenschuss (Lumbago); er bessert sich laut IQWiG meist innerhalb einiger Tage deutlich [4]. Mehr dazu: Rückenschmerzen und Ischias.

Spannungskopfschmerzen gehen laut IQWiG anders als der Name vermuten lässt nicht typischerweise auf Muskelverspannungen zurück; ihre Ursache ist nicht bekannt [6]. Mehr dazu: Kopfschmerzen. Muskelbeschwerden als Nebenwirkung von Medikamenten behandelt die Seite Muskelschmerzen, Muskelkrämpfe und Muskelschwäche durch Medikamente.

Diagnose

In der Praxis fragt die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG zum Beispiel nach einem vorangegangenen Unfall, wo genau es schmerzt und ob körperliche Belastungen oder starker Stress eine Rolle spielen; danach geht es bei der Untersuchung darum, ernsthafte Ursachen auszuschließen [2]. Finden sich bei neu aufgetretenen Nackenschmerzen keine Hinweise auf strukturelle Ursachen, sollen laut DEGAM-Leitlinie vorerst keine weiteren Untersuchungen erfolgen (Expertenkonsens). Bei akuten und wiederkehrenden Nackenschmerzen ohne solche Hinweise soll keine Bildgebung durchgeführt werden (Empfehlungsgrad A); Röntgenaufnahmen sollten zur ersten Abklärung nicht gemacht werden (Expertenkonsens) [1]. Bestehen die Schmerzen trotz leitliniengerechter Behandlung nach 4 bis 6 Wochen weiter und schränken sie die Aktivität ein oder nehmen sie zu, soll geprüft werden, ob eine Bildgebung nötig ist (Expertenkonsens) [1]. Psychosoziale und arbeitsplatzbezogene Faktoren sollen laut Leitlinie von Beginn an und im weiteren Verlauf berücksichtigt werden (Expertenkonsens) [1].

Behandlung ohne Medikamente

Laut DEGAM-Leitlinie gilt für nicht-spezifische Nackenschmerzen [1]:

  • Bewegung: Körperliche Aktivität soll empfohlen werden (Empfehlungsgrad A). Ruhigstellung sollte nicht empfohlen werden (Expertenkonsens). Für eine bestimmte Form von Übungen leitet die Leitlinie keine Empfehlung ab; entscheidend sind die Vorlieben der Betroffenen.
  • Wärme und Kälte: Selbstanwendung von Wärme sollte empfohlen werden (Empfehlungsgrad B), zum Beispiel ein aufgewärmtes Körnerkissen oder ähnliche Wärmeträger; Selbstanwendung von Kälte kann empfohlen werden (Expertenkonsens).
  • Entspannung: Entspannungsverfahren können empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0).
  • Bewegungstherapie: Sie kann bei akuten Nackenschmerzen verordnet werden (Expertenkonsens) und soll bei chronischen verordnet werden (Empfehlungsgrad A). Aufklärung und Schulung der Betroffenen (Patientenedukation) sollte eingesetzt werden (Empfehlungsgrad B).
  • Massage und Manuelle Therapie: Weichteilbehandlungen wie Massagen sollten bei akuten Nackenschmerzen nicht verordnet werden (Expertenkonsens); bei chronischen können sie zusammen mit aktivierenden Maßnahmen verordnet werden (Empfehlungsgrad 0). Manipulation und Mobilisation können angeboten werden (Empfehlungsgrad 0).
  • Nicht empfohlen: Bäder, Fango und Rotlicht sollten nicht verordnet werden (Expertenkonsens); wegen des fehlenden Wirksamkeitsnachweises empfiehlt die Leitlinie sie nicht als Heilmittel auf Kosten der Solidargemeinschaft. Auch Kinesiotaping sollte nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad B).

Dehn- und Kräftigungsübungen sollen laut IQWiG die Muskulatur entspannen, stärken und Beschwerden vorbeugen; hat man sie mit ärztlicher oder physiotherapeutischer Anleitung gelernt, kann man sie auch zu Hause machen. Viele Menschen verwenden wärmende Schals, Wärmekissen oder Wärmepackungen, um Verspannungen zu lösen. Die Packung sollte weder zu heiß noch zu kalt sein; ein Tuch um die Packung schützt die Haut vor Verletzungen [3]. Wie gut diese Maßnahmen helfen, ist laut IQWiG jedoch unklar [3].

Behandlung mit Medikamenten

Mann in den Fünfzigern mit kurzem, grau meliertem dunklem Haar in einem dunkelblauen T-Shirt liegt entspannt auf einem Sofa im Wohnzimmer, ein warmes Körnerkissen liegt auf seinen Schultern
Bild: KI-generiert

Laut DEGAM-Leitlinie sollen Nackenschmerzen, zum Beispiel mit Schmerzmitteln, so behandelt werden, dass körperliche Aktivität möglich ist; das beruht auf einem Konsens der Leitlinienautoren [1]. Auch das IQWiG schreibt, dass Schmerzmittel und Muskelrelaxanzien grundsätzlich nicht dauerhaft, sondern nur zur kurzfristigen Behandlung eingesetzt werden sollten [3]. Die Tabelle zeigt NSAR, Metamizol und Muskelrelaxanzien mit der jeweiligen Empfehlung der Leitlinie und dem Anwendungsgebiet laut Packungsbeilage; weitere Mittel, die die Leitlinie nicht empfiehlt, stehen im Abschnitt Nicht empfohlene Mittel.

Medikamente bei Muskelverspannungen und nicht-spezifischen Nackenschmerzen
WirkstoffgruppeBeispieleWie sie wirkenHäufige Nebenwirkungen
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR); laut DEGAM können sie bei akuten nicht-spezifischen Nackenschmerzen über einen kurzen Zeitraum empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0) [1]Ibuprofen [7], Diclofenac [9]; rezeptfrei zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker SchmerzenWirken über eine Hemmung der Prostaglandinbildung; beim Menschen verringern sie entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber [8, 10]Ibuprofen häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung und geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt [7]. Diclofenac sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, geringfügige Blutverluste im Magen-Darm-Trakt; häufig unter anderem Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautausschlag und erhöhte Leberwerte [9]
Nichtopioid-Schmerzmittel (Nichtopioid-Analgetika); laut DEGAM kann Metamizol bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen empfohlen werden, wenn NSAR nicht angewendet werden dürfen (Expertenkonsens) [1]Metamizol, verschreibungspflichtig, unter anderem bei akuten oder chronischen starken Schmerzen, soweit eine andere Behandlung nicht infrage kommt [11, 12]Wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und krampflösend; der Wirkmechanismus ist nicht vollständig aufgeklärt [12]Keine als häufig eingestuft; gelegentlich ein fixes Arzneimittelexanthem und Blutdruckabfall; sehr selten eine starke Verminderung weißer Blutkörperchen (Agranulozytose) [11]
Muskelrelaxanzien; laut DEGAM sollten sie bei akuten nicht-spezifischen Nackenschmerzen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad B) und sollen bei chronischen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad A) [1]Methocarbamol bei Erwachsenen zur symptomatischen Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen, insbesondere des unteren Rückens [13]; Pridinol bei Erwachsenen unter anderem bei krampfartigen Muskelverspannungen, Schiefhals und allgemeinen Muskelschmerzen [15]; beide verschreibungspflichtig [14, 16]Methocarbamol wirkt zentral über eine Hemmung der Reflexleitung über mehrere Nervenschaltstellen im Rückenmark und in Zentren unterhalb der Großhirnrinde [14]; Pridinol über einen atropinähnlichen Mechanismus an glatter und quergestreifter Muskulatur [16]Methocarbamol: keine als häufig eingestuft, selten unter anderem Kopfschmerz, Schwindel, metallischer Geschmack und Blutdruckerniedrigung [13]. Pridinol: keine als häufig eingestuft, gelegentlich unter anderem Herzrasen, niedriger Blutdruck, Übelkeit, Mundtrockenheit, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen [15]

Sehr häufig heißt laut Packungsbeilage: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig: bei bis zu 1 von 10, gelegentlich: bei bis zu 1 von 100, selten: bei bis zu 1 von 1.000, sehr selten: bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten [9, 11, 13].

Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR)

NSAR können laut DEGAM-Leitlinie bei akuten nicht-spezifischen Nackenschmerzen über einen kurzen Zeitraum empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0). Bei chronischen Nackenschmerzen sollten sie nicht empfohlen werden (Expertenkonsens), als Spritze oder Infusion (parenteral) sollen sie nicht gegeben werden (Expertenkonsens). Bestehen Risiken für Komplikationen im Magen-Darm-Trakt, sollten vorbeugend Protonenpumpenhemmer gegeben werden (Expertenkonsens) [1]. Grundsätzlich gilt laut Leitlinie, dass NSAR in der niedrigsten wirksamen Dosis für die kürzestmögliche Zeit eingesetzt werden [1]. Wie gut NSAR bei Nackenschmerzen helfen, lässt sich laut IQWiG nicht sicher sagen, weil es kaum gute Studien gibt. Auch Gele mit Diclofenac oder Ibuprofen zum Auftragen auf die Haut sind bei Nackenschmerzen nicht gut untersucht; manchmal treten Hautreizungen wie Rötungen, trockene Haut oder Juckreiz auf [3].

Rezeptfreies Ibuprofen ist laut Packungsbeilage zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen zugelassen; ist die Einnahme bei Erwachsenen länger als 4 Tage gegen Schmerzen nötig oder werden die Beschwerden schlimmer, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden [7]. Rezeptfreies Diclofenac zum Einnehmen nehmen Sie laut Packungsbeilage ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 4 Tage bei leichten bis mäßig starken Schmerzen ein; für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren wird es nicht empfohlen [9]. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen dürfen, steht auf den Wirkstoffseiten unter Dosierung von Ibuprofen und Dosierung von Diclofenac. Nicht eingenommen werden dürfen beide laut Packungsbeilage unter anderem bei bestehenden oder wiederholten Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren, nach einer Magen-Darm-Blutung unter NSAR, bei schweren Leber- oder Nierenfunktionsstörungen und in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft; Ibuprofen außerdem bei schwerer Herzschwäche, Diclofenac bei festgestellter Herz- oder Hirngefäßkrankheit und bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit [7, 9]. Mehr im Ratgeber Ibuprofen oder Diclofenac.

Metamizol nur in bestimmten Fällen

Metamizol kann laut DEGAM-Leitlinie zur Behandlung nicht-spezifischer Nackenschmerzen in der niedrigsten wirksamen Dosierung und so kurzzeitig wie möglich empfohlen werden, wenn NSAR nicht angewendet werden dürfen (Expertenkonsens). Wegen sehr seltener, aber schwerwiegender Nebenwirkungen wie der Agranulozytose empfiehlt die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft laut Leitlinie die Anwendung nur im Rahmen der Zulassung und nach ausführlicher Aufklärung [1]. Laut Packungsbeilage ist Metamizol unter anderem bei sonstigen akuten oder chronischen starken Schmerzen angezeigt, soweit eine andere Behandlung nicht infrage kommt [11].

Muskelrelaxanzien

Muskelrelaxanzien sollten laut DEGAM-Leitlinie bei akuten nicht-spezifischen Nackenschmerzen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad B) und sollen bei chronischen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad A) [1]. Methocarbamol und Pridinol sind in Deutschland zugelassen; laut Leitlinie haben sie wie die ebenfalls zugelassenen Mittel Orphenadrin und Tizanidin ein hohes Risiko verschiedener unerwünschter Wirkungen, und für sie besteht kein ausreichender Wirksamkeitsnachweis. Bei akuten Nackenschmerzen mit starken Verspannungen und unzureichendem Ansprechen auf NSAR können die zugelassenen Mittel nach Meinung der Leitlinienautoren eine Möglichkeit sein; die Indikation sollte dann streng gestellt und die Einnahme auf höchstens 2 Wochen befristet werden [1]. Muskelrelaxanzien sind laut IQWiG meist verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel, die auf das zentrale Nervensystem wirken; Mittel aus der Gruppe der Benzodiazepine können zudem abhängig machen [5].

Methocarbamol wird laut Packungsbeilage so lange eingenommen, wie die Muskelverspannung andauert, jedoch nicht länger als 30 Tage. Nicht eingenommen werden darf es unter anderem bei Erkrankungen des Zentralnervensystems, bei krankhafter Muskelschwäche (Myasthenia gravis) und bei Neigung zu epileptischen Krämpfen [13]. Pridinol darf laut Packungsbeilage unter anderem bei Grünem Star, einer vergrößerten Prostata, Problemen beim Entleeren der Blase, Einengungen im Magen-Darm-Kanal und Herzrhythmusstörungen nicht eingenommen werden; Vorsicht gilt bei niedrigem Blutdruck und ab 65 Jahren [15]. Die Angaben der Packungsbeilagen zur Dosis stehen unter Dosierung von Methocarbamol und Dosierung von Pridinol.

Nicht empfohlene Mittel

Laut DEGAM-Leitlinie sollte Paracetamol nicht zur Behandlung nicht-spezifischer Nackenschmerzen empfohlen werden (Empfehlungsgrad B). Opioide sollen bei akuten Nackenschmerzen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad A) und sollten bei chronischen nicht empfohlen werden (Expertenkonsens); Cannabis soll nicht empfohlen werden (Expertenkonsens). Für pflanzliche Mittel wie Weidenrinde oder Teufelskralle liegen laut Leitlinie keine aussagekräftigen Studien vor; sie verzichtet auf eine Empfehlung [1]. Für chronische Kreuzschmerzen empfiehlt laut IQWiG eine Leitlinie der Weltgesundheitsorganisation neben entzündungshemmenden Schmerzmitteln wie Ibuprofen auch Pflaster oder Cremes mit Capsaicin aus Cayennepfeffer, die die Durchblutung anregen und die Haut reizen können; Muskelrelaxanzien zählen dort zu den nicht empfohlenen Mitteln [5].

Schwangerschaft und Stillzeit

Ibuprofen und Diclofenac dürfen laut Packungsbeilage in den letzten drei Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Ibuprofen sollten Sie in den ersten sechs Monaten nur einnehmen, wenn es absolut notwendig ist und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt; ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine Einnahme über mehr als ein paar Tage beim ungeborenen Kind Nierenprobleme mit weniger Fruchtwasser verursachen [7, 9]. Metamizol wird laut Packungsbeilage im ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel generell nicht empfohlen und darf in den letzten drei Monaten nicht angewendet werden [11]. Methocarbamol sollten Sie laut Packungsbeilage als Vorsichtsmaßnahme in Schwangerschaft und Stillzeit nicht einnehmen [13]; Pridinol darf laut Packungsbeilage in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft nicht eingenommen werden [15]. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Nebenwirkungen der Medikamente

NSAR: Bei Zeichen einer Magen-Darm-Blutung wie stärkeren Oberbauchschmerzen, Bluterbrechen, schwarzem Stuhl oder Blut im Stuhl müssen Sie Diclofenac laut Packungsbeilage absetzen und sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren [9]. Ibuprofen kann laut Packungsbeilage in höherer Dosierung Müdigkeit und Schwindel verursachen und im Einzelfall das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr beeinträchtigen [7]. Nach einem europäischen Risikobewertungsverfahren (Bescheid des BfArM vom 22.07.2015) besteht bei hoch dosiertem Ibuprofen ein ähnliches Risiko für Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen wie bei einigen anderen NSAR einschließlich Diclofenac, mit einem leichten Anstieg des Risikos für Herzinfarkt oder Schlaganfall; bei Tagesdosen bis zur höchsten rezeptfreien Dosierung sieht das Verfahren keine Zunahme dieses Risikos [20]. Laut Rote-Hand-Brief vom Juli 2013 darf systemisch angewendetes Diclofenac nach einer europaweiten Überprüfung bei bestehender Herzschwäche (Stadien NYHA II bis IV), Durchblutungsstörungen des Herzens (ischämische Herzerkrankung), peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder Erkrankungen der Hirngefäße nicht angewendet werden; bei erheblichen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfetten, Diabetes oder Rauchen sollte die Behandlung nur nach sorgfältiger Abwägung begonnen werden [19]. Mehr dazu: Magenbeschwerden durch Medikamente.

Metamizol: Laut Rote-Hand-Brief vom 09.12.2024 müssen Behandelte über Frühzeichen einer Agranulozytose wie Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und schmerzhafte Schleimhautveränderungen, besonders in Mund, Nase und Rachen oder im Genital- oder Analbereich, informiert werden; treten sie während oder kurz nach der Behandlung auf, müssen sie die Behandlung abbrechen und sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [17]. Ein Rote-Hand-Brief vom 15.12.2020 informiert über Fälle eines arzneimittelbedingten Leberschadens unter Metamizol [18]. Mehr dazu: Blutbildveränderungen durch Medikamente.

Muskelrelaxanzien: Sie können laut IQWiG Müdigkeit oder Benommenheit verursachen, die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen und bei älteren Menschen das Risiko für Stürze erhöhen [5]. Unter Methocarbamol sollten Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen, bis Sie die Erfahrung gemacht haben, dass bei Ihnen keine Nebenwirkungen wie Schwindel oder Schläfrigkeit auftreten; Alkohol kann die Wirkung verstärken [13]. Treten unter Pridinol Sehstörungen auf, dürfen Sie laut Packungsbeilage keine Fahrzeuge führen, keine Maschinen bedienen und keine anderen gefahrvollen Tätigkeiten ausführen [15]. Mehr dazu: Medikamente und Autofahren und Müdigkeit durch Medikamente.

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem BfArM melden [13]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Vorbeugen im Alltag

Gezieltes Training kann laut IQWiG Nackenschmerzen vorbeugen; wichtig ist, trotz Schmerzen in Bewegung zu bleiben und wie gewohnt dem Alltag nachzugehen, solange es keine Warnzeichen gibt [2]. Auch für den Rücken gilt laut IQWiG: Gezieltes Training stärkt ihn, wirkt Schmerzen entgegen und beugt erneuten Rückenproblemen vor [4]. Entspannungsverfahren können laut DEGAM-Leitlinie bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0); möglicherweise helfen sie, über das Stresserleben einer Chronifizierung vorzubeugen. Viele Kurse dazu werden als Präventionskurse von den gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst [1].

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Nur sehr selten weisen Nackenschmerzen auf eine ernsthafte Erkrankung oder einen Notfall hin. Rasche ärztliche Hilfe ist laut IQWiG aber wichtig nach einem Unfall, wenn sich der Kopf nicht mehr zur Brust beugen lässt (Genickstarre), bei Kontrollverlust beim Wasserlassen oder Stuhlgang, bei Kopfschmerzen mit gleichzeitiger Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Lichtempfindlichkeit, bei gleichbleibend starken Schmerzen in Ruhe wie bei Bewegung, bei unerklärlichem Gewichtsverlust, Fieber oder Schüttelfrost und bei Nervenstörungen, Lähmungserscheinungen oder Problemen, den Arm oder die Finger zu bewegen [2]. Dauerndes Kribbeln, häufig eingeschlafene Hände oder Beine, Schwäche in den Beinen und Probleme mit dem Gleichgewicht beim Gehen sollten ärztlich abgeklärt werden [2].

Bei Rückenschmerzen nennt das IQWiG als mögliche Anzeichen einer ernsthaften Ursache Probleme beim Wasserlassen oder mit dem Stuhlgang, Taubheit im Genitalbereich, Lähmungen der Beinmuskeln, Fieber, Schüttelfrost oder einen unerklärlichen Gewichtsverlust; dann sollte man schnell zur Ärztin oder zum Arzt gehen oder ein Krankenhaus aufsuchen [4]. Liegen bei Nackenschmerzen Warnhinweise vor, sollen laut DEGAM-Leitlinie je nach Verdacht und Dringlichkeit weitere Untersuchungen oder eine Überweisung eingeleitet werden (Expertenkonsens) [1].

Quellen

  1. Leitlinie S3-Leitlinie Nicht-spezifische Nackenschmerzen, Langfassung, Version 3.0 (AWMF-Register-Nr. 053-007, DEGAM-Leitlinie Nr. 13). Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Stand Stand 16.01.2025, gültig bis 17.02.2030 (publiziert 08/2025). abgerufen am 18.10.2026
  2. Nackenschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.03.2026. abgerufen am 18.10.2026
  3. Was tun bei unspezifischen Nackenschmerzen?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 18.03.2026. abgerufen am 18.10.2026
  4. Rücken- und Kreuzschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.08.2025. abgerufen am 18.10.2026
  5. Medikamente bei chronischen Rückenschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 20.08.2025. abgerufen am 18.10.2026
  6. Spannungskopfschmerzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.07.2022. abgerufen am 18.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation IBU-ratiopharm 400 mg akut Schmerztabletten, Abschnitt 5.1. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 18.10.2026
  9. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Diclo-ratiopharm bei Schmerzen und Fieber 25 mg Filmtabletten, Abschnitt 5.1. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
  11. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Metamizol). ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  12. Fachinformation Fachinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten (Metamizol), Abschnitte 5.1 und 11. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 18.10.2026
  13. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Ortoton Recordati 750 mg Filmtabletten (Methocarbamol). Recordati Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 18.10.2026
  14. Fachinformation Fachinformation Methocarbamol STADA 750 mg Filmtabletten, Abschnitte 5.1 und 11. STADAPHARM GmbH. Stand 03/2023. abgerufen am 18.10.2026
  15. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Myditin 3 mg Tabletten (Pridinol). Trommsdorff GmbH & Co. KG. Stand 02/2023. abgerufen am 18.10.2026
  16. Fachinformation Fachinformation Myditin 3 mg Tabletten (Pridinol), Abschnitt 5.1. Trommsdorff GmbH & Co. KG. Stand 09/2021. abgerufen am 18.10.2026
  17. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu metamizolhaltigen Arzneimitteln: Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 09.12.2024. abgerufen am 18.10.2026
  18. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Metamizol: Risiko für arzneimittelbedingten Leberschaden. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Stand 15.12.2020. abgerufen am 18.10.2026
  19. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Diclofenac-haltigen Arzneimitteln: Kardiovaskuläre Risiken. Zulassungsinhaber systemisch angewendeter Diclofenac-haltiger Arzneimittel; veröffentlicht vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte am 16.07.2013. Stand 07/2013. abgerufen am 18.10.2026
  20. Behörde Ibuprofenhaltige Arzneimittel: Kardiovaskuläre Nebenwirkungen (Bescheid im Stufenplanverfahren vom 22.07.2015). Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 27.07.2015. abgerufen am 18.10.2026

Häufige Fragen

Was hilft schnell gegen verspannte Muskeln?

Laut DEGAM-Leitlinie Nicht-spezifische Nackenschmerzen soll körperliche Aktivität empfohlen werden (Empfehlungsgrad A), und Wärme in Selbstanwendung sollte empfohlen werden (Empfehlungsgrad B), etwa ein aufgewärmtes Körnerkissen. Selbstanwendung von Kälte kann empfohlen werden (Expertenkonsens). Ruhigstellung sollte nicht empfohlen werden (Expertenkonsens). Nackenschmerzen sollen laut Leitlinie, zum Beispiel mit Schmerzmitteln, so behandelt werden, dass körperliche Aktivität möglich ist; das beruht auf einem Konsens der Leitlinienautoren.

Welche Tabletten helfen gegen Muskelverspannungen?

NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac können laut DEGAM-Leitlinie bei akuten nicht-spezifischen Nackenschmerzen über einen kurzen Zeitraum empfohlen werden (Empfehlungsgrad 0); bei chronischen Nackenschmerzen sollten sie nicht empfohlen werden (Expertenkonsens). Metamizol kann laut Leitlinie bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen in der niedrigsten wirksamen Dosierung und so kurzzeitig wie möglich empfohlen werden, wenn NSAR nicht angewendet werden dürfen (Expertenkonsens). Paracetamol sollte dafür nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad B). Wie gut NSAR bei Nackenschmerzen helfen, lässt sich laut IQWiG nicht sicher sagen, weil es kaum gute Studien gibt.

Helfen Muskelrelaxanzien wie Methocarbamol?

Methocarbamol ist laut Packungsbeilage bei Erwachsenen zur Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen, insbesondere des unteren Rückens, zugelassen und wird nicht länger als 30 Tage eingenommen. Die DEGAM-Leitlinie sieht für Methocarbamol und Pridinol aber keinen ausreichenden Wirksamkeitsnachweis: Muskelrelaxanzien sollten bei akuten nicht-spezifischen Nackenschmerzen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad B) und sollen bei chronischen nicht empfohlen werden (Empfehlungsgrad A). Bei akuten Nackenschmerzen mit starken Verspannungen und unzureichender Wirkung von NSAR können die zugelassenen Mittel nach Meinung der Leitlinienautoren eine Möglichkeit sein; die Indikation sollte dann streng gestellt und die Einnahme auf höchstens 2 Wochen befristet werden. Muskelrelaxanzien können laut IQWiG müde oder benommen machen und die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Wie lange darf ich Ibuprofen gegen Verspannungsschmerzen nehmen?

Rezeptfreies Ibuprofen ist laut Packungsbeilage zur kurzzeitigen Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen zugelassen. Ist bei Erwachsenen die Einnahme länger als 4 Tage gegen Schmerzen nötig oder werden die Beschwerden schlimmer, sollte laut Packungsbeilage ärztlicher Rat eingeholt werden. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen dürfen, steht auf der Seite Ibuprofen.

Wärme oder Kälte bei Verspannungen?

Selbstanwendung von Wärme sollte laut DEGAM-Leitlinie bei nicht-spezifischen Nackenschmerzen empfohlen werden (Empfehlungsgrad B), Selbstanwendung von Kälte kann empfohlen werden (Expertenkonsens). Ob Wärme oder Kälte als lindernd empfunden wird, hängt laut Leitlinie unter anderem stark von den Vorerfahrungen und der Schmerzstärke ab. Laut IQWiG sollte die Packung weder zu heiß noch zu kalt sein; ein Tuch um die Packung schützt die Haut.

Helfen Massagen gegen Muskelverspannungen?

Massagen helfen laut IQWiG möglicherweise kurzfristig gegen akute Schmerzen, gute Studien fehlen aber, und sie können selbst schmerzhaft sein. Laut DEGAM-Leitlinie sollten Weichteilbehandlungen wie Massagen bei akuten nicht-spezifischen Nackenschmerzen nicht verordnet werden (Expertenkonsens); bei chronischen können sie zusammen mit aktivierenden Maßnahmen verordnet werden (Empfehlungsgrad 0).

Wann sollte ich mit Nacken- oder Rückenschmerzen zum Arzt?

Rasch ärztliche Hilfe ist laut IQWiG wichtig bei Nackenschmerzen nach einem Unfall, wenn sich der Kopf nicht mehr zur Brust beugen lässt, bei Kontrollverlust beim Wasserlassen oder Stuhlgang, bei Kopfschmerzen mit Übelkeit, Erbrechen, Schwindel oder Lichtempfindlichkeit, bei gleichbleibend starken Schmerzen in Ruhe wie bei Bewegung, bei Fieber, Schüttelfrost oder unerklärlichem Gewichtsverlust und bei Lähmungserscheinungen. Bei Rückenschmerzen nennt das IQWiG außerdem Taubheit im Genitalbereich und Lähmungen der Beinmuskeln; dann sollte man schnell zur Ärztin oder zum Arzt gehen oder ein Krankenhaus aufsuchen.

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