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Alkoholabhängigkeit
Eine Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die behandelt werden kann; die allermeisten Betroffenen schaffen es laut IQWiG nicht mehr allein, ihre Trinkgewohnheiten zu ändern. Ein plötzlicher Alkoholverzicht ohne ärztliche Begleitung kann ernsthafte Komplikationen wie starke Krampfanfälle auslösen. Weil nach einem rein körperlichen Entzug die Rückfallgefahr sehr hoch ist, gibt es die qualifizierte Entzugsbehandlung, an die sich eine Langzeittherapie anschließt. Medikamente lindern bei Bedarf die Entzugserscheinungen; zur Unterstützung der Abstinenz nach dem Entzug ist zum Beispiel Naltrexon als zusätzliche Behandlung innerhalb eines umfassenden Therapieprogramms mit psychologischer Begleitung zugelassen. Hilfe gibt es in Suchtberatungsstellen, in der Hausarztpraxis und bei der Sucht & Drogen Hotline unter 01806 313031; bei Bewusstlosigkeit oder anhaltenden Krampfanfällen rufen Sie den Notruf 112.

Eine Alkoholabhängigkeit ist laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) keine Charakterschwäche, sondern eine Krankheit, die behandelt werden kann [1]. Die allermeisten Betroffenen schaffen es nicht mehr allein, ihre Trinkgewohnheiten zu ändern [1]. Weil ein plötzlicher Verzicht ohne ärztliche Begleitung gefährlich werden kann, gehört der Entzug in ärztliche Hände; Medikamente lindern dabei bei Bedarf die Entzugserscheinungen, und nach dem Entzug können Medikamente die Abstinenz unterstützen [1, 2, 11]. Wo es Hilfe gibt, steht im Abschnitt Leben ohne Alkohol.
Was ist eine Alkoholabhängigkeit?
Eine Alkoholabhängigkeit entwickelt sich laut IQWiG oft schleichend. Die medizinische Diagnose ist erfüllt, wenn mindestens drei dieser Kriterien zutreffen [1]:
- ein starkes Verlangen nach Alkohol
- man braucht immer mehr Alkohol, um eine Wirkung zu spüren
- ohne Alkohol treten Entzugserscheinungen wie Zittern oder Angst auf
- man trinkt weiter, obwohl das bereits zu Problemen geführt hat, etwa zu Fehlzeiten, Abmahnungen, Unfällen oder Konflikten
- das Interesse an anderen Dingen geht verloren oder Verpflichtungen werden vernachlässigt
- man hat die Kontrolle darüber verloren, wann, wie viel, wie oft und wo man trinkt
Nach der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10), wie sie die S3-Leitlinie zu alkoholbezogenen Störungen beschreibt, müssen mindestens drei der Kriterien während des letzten Jahres gleichzeitig erfüllt gewesen sein [2]. Diese Leitlinie der Fachgesellschaften DGPPN und DG-Sucht stammt von 2021; ihre Gültigkeit ist Ende 2025 abgelaufen [2].
Alkoholprobleme haben laut IQWiG viele Gesichter. Manche Menschen trinken täglich, ohne je betrunken zu sein, und brauchen ein Mindestmaß an Alkohol im Blut, um keine Entzugserscheinungen wie Zittern zu bekommen ("Spiegel- oder Pegeltrinken"). Andere trinken nur selten, können dann aber nicht mehr aufhören ("Quartalstrinken") [1]. Nach einer in der S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) zitierten Erhebung von 2019 erfüllten 3,1 Prozent der Erwachsenen in Deutschland die Kriterien einer Alkoholabhängigkeit nach dem Diagnosesystem DSM-IV [2]. Als Krankheit ist sie in Deutschland laut BIÖG seit 1968 anerkannt; die Krankenversicherungen und die Rentenversicherungsträger übernehmen seitdem die Kosten der Behandlung [3].
Symptome und Folgen
Wer alkoholkrank ist, richtet sein Leben laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zunehmend nach dem Trinken aus: Tagespläne richten sich nach dem Alkohol, andere Interessen werden vernachlässigt, und Versuche, weniger oder nichts mehr zu trinken, scheitern wiederholt [4]. Ein Hinweis ist laut BIÖG auch, wenn jemand morgens trinkt, um Übelkeit oder ein Zittern der Hände zu lindern [4].
Entzugserscheinungen: Auf eine Abhängigkeit deuten laut IQWiG auch kurzfristige Entzugserscheinungen hin, etwa Schlafstörungen, Unruhe, Übelkeit, Reizbarkeit und Schweißausbrüche; nach Stunden und Tagen des Verzichts können Herzrasen, Krämpfe und manchmal Halluzinationen hinzukommen [1]. Das Alkoholentzugssyndrom ist laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) vor allem durch Zittern, Unruhe, Schwitzen, Schlafstörungen und Kreislaufprobleme geprägt; es kann durch Krampfanfälle oder ein Delir kompliziert werden [2]. Als Entzugserscheinungen nennt das BIÖG außerdem depressive Verstimmungen, Unruhe und Angst sowie das Delirium tremens [4].
Folgen für die Gesundheit: Größere Mengen Alkohol können laut IQWiG zu gesundheitlichen Problemen führen, etwa mit der Bauchspeicheldrüse, dem Magen, der Leber, dem Herz oder den Gelenken [1]. Ein dauerhafter und übermäßiger Konsum schädigt laut BIÖG die Leber; im schlimmsten Fall entsteht eine Leberzirrhose [4]. Bei psychischen Erkrankungen wie Angsterkrankungen oder einer Depression ist es laut IQWiG besonders wichtig, sich Hilfe zu holen und die Probleme nicht noch durch Alkohol zu vergrößern [1]. Mehr: Depression und Angststörung.
Ursachen und Risikofaktoren
Für Alkoholprobleme gibt es laut IQWiG viele Ursachen, die nichts mit Schuld oder persönlicher Schwäche zu tun haben [1]. Manche Menschen trinken, um Stress abzubauen oder Probleme zu vergessen [1]. Langfristiger Konsum kann laut BIÖG zu einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen: Körperlich zeigt sich das häufig in einer Toleranzentwicklung: Man muss immer mehr trinken, um die ursprüngliche Wirkung zu erzielen. Psychisch äußert sich die Abhängigkeit vor allem in einem starken, unwiderstehlichen Verlangen nach Alkohol (Craving), um unangenehme Gefühle zu lindern [4].
Alkohol und Medikamente: Alkohol kann laut IQWiG die Wirkung bestimmter Medikamente wie Schlafmittel und mancher Schmerzmittel verstärken oder abschwächen und dadurch manchmal zu ernsthaften Komplikationen führen [1]. Mehr: Medikamente und Alkohol. Zur Abhängigkeit von Medikamenten: Absetz- und Entzugserscheinungen.
Diagnose
Um ein mögliches Alkoholproblem zu erkennen, gibt es Fragebogen-Tests; einer davon ist laut IQWiG der von Fachleuten empfohlene AUDIT-Fragebogen [1]. In der Hausarztpraxis kann laut BIÖG eine körperliche Untersuchung klären, ob der Alkohol bereits zu Organschäden geführt hat: Erste Hinweise geben eine Untersuchung von Herz und Kreislauf, eine einfache neurologische Untersuchung und das Abtasten der Leber; das Blutbild zeigt Veränderungen im Stoffwechsel [5].
Behandlung ohne Medikamente

Ein "kalter" Entzug, also ein plötzlicher Alkoholverzicht ohne ärztliche Begleitung, kann laut IQWiG ernsthafte Komplikationen wie starke Krampfanfälle auslösen; um dem vorzubeugen, ist ärztliche Unterstützung notwendig [1]. Nach einem rein körperlichen Entzug ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall sehr hoch; deshalb haben Fachleute die qualifizierte Entzugsbehandlung entwickelt [1]. Sie umfasst laut IQWiG [1]:
- den körperlichen Entzug, bei Bedarf mithilfe von Medikamenten
- die Behandlung psychischer und körperlicher Begleit- und Folgeerkrankungen und Unterstützung bei sozialen Problemen, vor allem mit psychotherapeutischen Angeboten, in denen man Strategien für einen Alltag ohne Alkohol lernt
- die Planung einer Langzeittherapie, die Rückfällen vorbeugen soll, etwa mit regelmäßigem Kontakt zu einer Beratungsstelle
Manchmal wird zuerst eine Kurztherapie über fünf Sitzungen angeboten, die dabei unterstützt, weniger oder gar nicht mehr zu trinken [1]. Eine qualifizierte Entzugsbehandlung sollte laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) statt einer reinen körperlichen Entgiftung angeboten werden und in der Regel 21 Behandlungstage umfassen (klinischer Konsenspunkt) [2]. Stationär soll sie angeboten werden, wenn ein Risiko für einen Entzugsanfall oder ein Entzugsdelir besteht oder wenn Abstinenz unter den gesundheitlichen oder sozialen Bedingungen ambulant nicht erreichbar erscheint (Empfehlungsgrad A) [2].
Die Schritte der Behandlung: Laut BIÖG verläuft ein Alkoholentzug in der Regel in vier Schritten [3]:
- Beratung: Gespräche in einer Suchtberatungsstelle, meist über einige Wochen; die Beratung ist kostenlos, die Beratungsstellen unterliegen der Schweigepflicht [3].
- Entzug: ärztlich begleitet, ambulant über etwa zwei Wochen oder stationär, etwa bei sehr starker Abhängigkeit oder großer Angst vor dem Entzug [3].
- Entwöhnung: ambulant meist über 12 bis 18 Monate mit Gruppen- oder Einzelgesprächen, stationär in einer Fachklinik als Kurzzeittherapie über 6 bis 8 Wochen oder Langzeittherapie über 12 bis 16 Wochen [3].
- Nachsorge: regelmäßige Gespräche in der Praxis oder Beratungsstelle oder eine Selbsthilfegruppe, um die Abstinenz zu festigen [3].
In der Behandlung nach dem Entzug sollen laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) motivationale Verfahren, Verhaltenstherapie und kognitive Verhaltenstherapie sowie Kontingenzmanagement, Angehörigenarbeit und Paartherapie angeboten werden (jeweils Empfehlungsgrad A) [2]. Die aufeinander abgestimmte Versorgung soll sich über mindestens 12 Monate erstrecken (klinischer Konsenspunkt) [2].
Behandlung mit Medikamenten
Medikamente kommen bei einer Alkoholabhängigkeit in zwei Phasen zum Einsatz: im Entzug, um Entzugserscheinungen zu lindern und gefährlichen Komplikationen vorzubeugen, und danach zur Rückfallvorbeugung [2]. Die folgenden Empfehlungen stammen aus der S3-Leitlinie zu alkoholbezogenen Störungen (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) [2]. Welche Behandlung infrage kommt und in welcher Dosis, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Medikamente im Entzug
Eine Behandlung des Alkoholentzugssyndroms mit Medikamenten soll laut Leitlinie unter Berücksichtigung von Entzugsschwere und Entzugskomplikationen erfolgen (Empfehlungsgrad A). Leichte Entzugssyndrome können, mittelschwere und schwere sollen medikamentös behandelt werden (Empfehlungsgrad 0 beziehungsweise A) [2].
- Benzodiazepine: Im ärztlich begleiteten Entzug sollen sie laut Leitlinie zur Behandlung des akuten Alkoholentzugssyndroms zeitlich begrenzt eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A) [2]. Diazepam zum Beispiel ist laut Fachinformation unter anderem zur symptomatischen Behandlung akuter und chronischer Spannungs-, Erregungs- und Angstzustände zugelassen; den Alkoholentzug nennt sie nicht als Anwendungsgebiet. Als Gegenanzeige führt sie eine Abhängigkeit in der Vorgeschichte; Menschen mit einer Abhängigkeit von Arzneimitteln mit dämpfender Wirkung auf das zentrale Nervensystem einschließlich Alkohol sollten laut Fachinformation, außer bei akuten Entzugsreaktionen, nicht mit Diazepam behandelt werden [8]. Mehr: Schlafmittel und Benzodiazepine.
- Clomethiazol: Es sollte laut Leitlinie unter stationären Bedingungen eingesetzt werden (Empfehlungsgrad B). Wegen seines Abhängigkeits- oder Missbrauchspotenzials und einer geringen therapeutischen Breite soll es nicht im ambulanten Entzug eingesetzt und in keinem Fall mit Benzodiazepinen kombiniert werden (klinischer Konsenspunkt) [2]. Laut Packungsbeilage von Distraneurin wird es zur Behandlung von Prädelir, Delirium tremens und akuter Entzugssymptomatik unter kontrollierten stationären Bedingungen angewendet [16]. Es hat laut Packungsbeilage ein starkes Abhängigkeitspotenzial: Bei Menschen mit Arzneimittel- oder Alkoholabhängigkeit besteht bei mehrtägiger Anwendung ein erhebliches Risiko, abhängig zu werden, und die Behandlung muss stationär unter streng kontrollierten Bedingungen stattfinden [16]. Zusammen mit anderen dämpfend wirkenden Arzneimitteln ist eine Störung von Herz und Atmung mit tödlichem Ausgang beschrieben, und Alkohol während einer Behandlung im Entzug kann lebensbedrohliche Auswirkungen haben [16].
- Mittel gegen Krampfanfälle (Antikonvulsiva): Sie sollten bei erhöhtem Risiko für Entzugskrampfanfälle eingesetzt werden, laut Leitlinie nur bei spezifischer Indikationsstellung (Empfehlungsgrad B), und können bei leichten bis mittelgradigen Entzugssyndromen eingesetzt werden (Empfehlungsgrad 0) [2]. Carbamazepin ist laut Packungsbeilage zur Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom zugelassen, darf dafür aber nur unter stationären Bedingungen angewendet werden [6]. Die Kombination mit beruhigenden und schlaffördernden Mitteln wird laut Fachinformation nicht empfohlen; entsprechend den klinischen Erfordernissen kann Carbamazepin jedoch mit anderen in der Alkoholentzugsbehandlung eingesetzten Mitteln bei Bedarf kombiniert werden [7].
- Antipsychotika beim Delir: Bei einem Delir mit Halluzinationen, Wahn oder Erregung sollten Benzodiazepine oder Clomethiazol laut Leitlinie mit Antipsychotika wie Haloperidol kombiniert werden (Empfehlungsgrad B). Weil Antipsychotika selbst nicht auf die vegetativen Entzugssymptome wirken, sollen sie zum Beispiel mit Benzodiazepinen oder Clomethiazol kombiniert werden (Empfehlungsgrad B) [2]. Haloperidol ist laut Fachinformation bei Erwachsenen zur Akutbehandlung eines Delirs zugelassen, wenn Behandlungen ohne Medikamente versagt haben [10].
- Thiamin (Vitamin B1): Im Entzug sollte laut Leitlinie Thiamin gegeben werden, gegebenenfalls zusammen mit Magnesium, um einer Wernicke-Enzephalopathie vorzubeugen (klinischer Konsenspunkt) [2].
Nicht eingesetzt werden sollten laut Leitlinie Baclofen (Empfehlungsgrad 0), Gamma-Hydroxybuttersäure (Empfehlungsgrad B) sowie niederpotente Antipsychotika und trizyklische Antidepressiva (klinischer Konsenspunkt); Alkohol soll nicht als Medikament für einen ärztlich überwachten Entzug verwendet werden (klinischer Konsenspunkt) [2]. Ist in der Schwangerschaft eine medikamentöse Entzugsbehandlung nötig, sollten bevorzugt Benzodiazepine stationär und interdisziplinär eingesetzt werden (klinischer Konsenspunkt) [2].
Medikamente nach dem Entzug
Außerhalb einer stationären Reha sollte laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans eine Behandlung mit Acamprosat oder Naltrexon angeboten werden (Empfehlungsgrad B); eine Behandlung mit Nalmefen kann angeboten werden (Empfehlungsgrad 0) [2].
Die Tabelle zeigt Mittel, die laut Packungsbeilage, Fachinformation oder EU-Produktinformation für das in Klammern genannte Anwendungsgebiet zugelassen sind. Die Nebenwirkungen stammen aus der jeweiligen Produktinformation und gelten nur für den genannten Wirkstoff ("sehr häufig": bei mehr als 1 von 10 Behandelten) [6, 9, 11, 12].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Antiepileptika (Anfallsverhütung beim Alkoholentzugssyndrom, nur unter stationären Bedingungen) | Carbamazepin [6] | Der Wirkmechanismus ist laut Fachinformation nicht geklärt; ähnlich wie Phenytoin hemmt Carbamazepin die Übertragung zwischen Nervenzellen und verringert so die Weiterleitung krampfauslösender Entladungen [7] | Sehr häufig: verminderte Zahl weißer Blutkörperchen, Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Gang- und Bewegungsstörungen, Erschöpfung, Übelkeit und Erbrechen, allergische Hautreaktionen mit und ohne Fieber und Nesselsucht, Anstieg des Leberwerts Gamma-GT [6] |
| Antipsychotika (Akutbehandlung eines Delirs bei Erwachsenen, wenn Behandlungen ohne Medikamente versagt haben) | Haloperidol [10] | Blockiert stark die Dopamin-D2-Rezeptoren im Gehirn, unterdrückt so Wahnvorstellungen und Halluzinationen und dämpft die psychomotorische Erregung [10] | Sehr häufig: unkontrollierte Bewegungen des Körpers oder der Gliedmaßen, etwa Rastlosigkeit, Muskelzittern oder Muskelsteife, schlurfender Gang und Verlust der normalen Mimik; Agitiertheit, Schlafstörungen, Kopfschmerzen [9] |
| Opioid-Antagonisten (zusätzliche Behandlung in einem umfassenden Therapieprogramm mit psychologischer Begleitung zur Unterstützung der Abstinenz) | Naltrexon (ohne eigene Wirkstoffseite) [11] | Blockiert die Opioidrezeptoren; bei Alkoholabhängigkeit wird eine Wechselwirkung mit dem körpereigenen Opioidsystem angenommen, der Mechanismus ist nicht restlos geklärt [11] | Sehr häufig: Nervosität, Angstzustände, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Brechreiz, Erbrechen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Schwäche [11] |
| Opioidsystem-Modulatoren (Reduktion des Alkoholkonsums bei hohem Risikoniveau, nur mit psychosozialer Unterstützung) | Nalmefen (ohne eigene Wirkstoffseite) [12] | Moduliert das Opioidsystem: hemmt die µ- und δ-Rezeptoren und regt die κ-Rezeptoren teilweise an; laut In-vivo-Studien verringert es den Alkoholkonsum, möglicherweise durch eine Beeinflussung bestimmter Funktionen im Gehirn (kortiko-mesolimbische Funktionen) [12] | Sehr häufig: Schlaflosigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit [12] |
- Naltrexon: Laut Fachinformation ist es zugelassen als zusätzliche Behandlung innerhalb eines umfassenden Therapieprogramms einschließlich psychologischer Begleitung für entwöhnte Patientinnen und Patienten, die opioid- und alkoholabhängig waren, zur Unterstützung der Abstinenz [11]. Nach Alkohol löst es keine Unverträglichkeitsreaktionen aus [11]. Es darf unter anderem nicht angewendet werden bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung, akuter Leberentzündung, bei opioidabhängigen Patientinnen und Patienten mit gegenwärtigem Opioidmissbrauch, weil es bei ihnen zu akuten Entzugssymptomen kommen kann, bei positivem Screening-Test auf Opioide oder positivem Naloxon-Provokationstest, zusammen mit opioidhaltigen Arzneimitteln und in Kombination mit Methadon [11].
- Nalmefen: Laut EU-Produktinformation ist es zur Verringerung des Alkoholkonsums bei Erwachsenen mit Alkoholabhängigkeit zugelassen, deren Konsum auf einem hohen Risikoniveau liegt, die keine körperlichen Entzugserscheinungen haben und keine sofortige Entgiftung brauchen; verschrieben werden sollte es nur zusammen mit kontinuierlicher psychosozialer Unterstützung, die auf Therapieadhärenz und eine Reduktion des Alkoholkonsums zielt, und eingeleitet nur bei Menschen, deren Konsum 2 Wochen nach einer ersten Untersuchung weiterhin auf einem hohen Risikoniveau liegt [12]. Für Menschen, deren Therapieziel eine sofortige Abstinenz ist, ist es nicht bestimmt [12].
Nebenwirkungen der Medikamente
- Abhängigkeit von Benzodiazepinen: Benzodiazepine können laut Fachinformation von Diazepam eine körperliche und psychische Abhängigkeit hervorrufen, auch im therapeutischen Dosisbereich; das Risiko steigt mit Dosis und Dauer der Behandlung und ist bei Menschen mit Alkohol-, Arzneimittel- oder Drogenabhängigkeit in der Vorgeschichte erhöht [8]. Bei plötzlichem Abbruch nach einer Abhängigkeit treten Entzugssymptome auf [8]. Alkohol kann die Wirkung von Diazepam in nicht voraussehbarer Weise verändern und verstärken und ist zu meiden [8]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Mehr: Absetz- und Entzugserscheinungen.
- Carbamazepin: Bei Fieber, Halsschmerzen, Geschwüren im Mund, Lymphknotenschwellung, leichter auftretenden blauen Flecken oder ungewöhnlicher Infektanfälligkeit (mögliche Blutbildveränderungen) und bei Hautausschlag mit Bläschen an Lippen, Augen oder im Mund, Abschälen der Haut und Fieber (Anzeichen schwerer Hautreaktionen) suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [6]. Mehr: Blutbildveränderungen und Schwere Hautreaktionen.
- Haloperidol: Laut Fachinformation ist bei schwerem Alkoholmissbrauch in der Vorgeschichte wegen möglicher Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung) Vorsicht geboten; vor Behandlungsbeginn wird ein EKG empfohlen [10]. Haloperidol kann die Krampfschwelle herabsetzen, deshalb ist bei Zuständen, die Krampfanfälle auslösen können, etwa einem Alkoholentzug, Vorsicht angezeigt [10]. Mehr: QT-Verlängerung und Parkinson-ähnliche Beschwerden.
- Naltrexon: Leberfunktionstests sollten laut Fachinformation vor und während der Behandlung durchgeführt werden; während der Behandlung können die Leberwerte (Transaminasen) ansteigen [11]. Nach der Behandlung können Betroffene empfindlicher auf opioidhaltige Arzneimittel reagieren [11]. Mehr: Erhöhte Leberwerte.
- Nalmefen: Häufig sind laut EU-Produktinformation unter anderem Verwirrtheit, Ruhelosigkeit, Zittern und verminderter Appetit; die Mehrzahl der häufigsten Nebenwirkungen war leicht oder mittelschwer, trat zu Behandlungsbeginn auf und hielt kurz an [12]. Muss im Notfall ein Opioid gegeben werden, kann eine höhere Dosis nötig sein; die behandelnden Ärztinnen und Ärzte sollten über die letzte Einnahme informiert werden [12].
Das erhöhte Suizidrisiko bei Personen mit Alkohol- und Substanzmissbrauch wird laut EU-Produktinformation durch Nalmefen nicht verringert [12]; laut Fachinformation von Naltrexon wird das erhöhte Suizidrisiko bei Drogenabhängigen durch Naltrexon nicht gesenkt [11]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; wie Sie eine Nebenwirkung auch selbst melden können, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden [6].
Leben ohne Alkohol
Für Menschen, die wegen einer Alkoholabhängigkeit behandelt wurden und keinen Alkohol mehr trinken, ist es laut IQWiG wichtig, abstinent zu bleiben, weil das Risiko für einen Rückfall sonst sehr hoch ist [1]. Auch auf alkoholhaltige Speisen wie bestimmte Saucen, Pralinen oder Nachspeisen sollte man verzichten, weil sie ein starkes Verlangen nach Alkohol auslösen können [1]. Vielen hilft eine Selbsthilfegruppe, in der man sich mit anderen Betroffenen austauscht und gegenseitig motiviert [1]. Oft braucht es mehrere Anläufe, um Trinkgewohnheiten zu verändern; davon sollte man sich laut IQWiG nicht entmutigen lassen [1]. Nach einem Rückfall geht es laut BIÖG vor allem darum, nicht aus Scham auf Hilfe zu verzichten [3].
Hilfe und Beratung: Die Sucht & Drogen Hotline bietet telefonische Beratung durch Fachkräfte aus der Drogen- und Suchthilfe, für Betroffene und für Angehörige, Freunde oder Kollegen; sie ist täglich von 8 bis 24 Uhr unter 01806 313031 erreichbar und kostet laut BIÖG 20 Cent pro Anruf aus dem Fest- und Mobilfunknetz [13]. Das Infotelefon des BIÖG zur Suchtvorbeugung (0221 892031) ist montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr erreichbar und vermittelt Anschriften von Suchtberatungsstellen [5]. Suchtberatungsstellen beraten kostenlos und unterliegen der Schweigepflicht [5]; laut IQWiG kann man sich dort auch anonym beraten lassen, ebenso Angehörige, die sich um einen nahestehenden Menschen sorgen [1].
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Im Entzug. Die Entzugserscheinungen können laut BIÖG lebensbedrohlich sein und sind dringend behandlungsbedürftig; nur mit ärztlicher Unterstützung lassen sich Risiken wie ein Krampfanfall mit Bewusstseinsverlust oder ein Delirium weitgehend ausschließen [3]. Laut IQWiG können nach Stunden und Tagen des Verzichts Herzrasen, Krämpfe und manchmal Halluzinationen auftreten [1].
Notruf. Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot, Vergiftungen, Suizidversuche aller Art sowie akute und anhaltende Krampfanfälle nennt die Kassenärztliche Bundesvereinigung als Fälle für die Notrufnummer 112 [14]. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 [14].
Gedanken, sich das Leben zu nehmen. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenfrei und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [15]. Suizidalität nennt die S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) als eines der Kriterien, bei denen eine stationäre Entzugsbehandlung angeboten werden sollte (klinischer Konsenspunkt) [2].
Quellen
- Alkohol. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.01.2023. abgerufen am 18.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen (AWMF-Register-Nr. 076-001), Kurzfassung. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht). Stand Aktualisierte Version 2020 (Version 3.1 von 2021), laut DGPPN gültig bis 31.12.2025, abgelaufen. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Alkoholentzug: Hilfe bei Alkoholsucht und Alkoholtherapie. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Alkoholkrankheit: Ab wann ist man Alkoholiker oder Alkoholikerin?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Beratung (Telefonberatung des BIÖG, Hausärztliche Praxis, Suchtberatungsstellen). Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Carbamazepin-ratiopharm 200 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2023. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Diazepam STADA 10 mg Tabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2018. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Haloperidol-ratiopharm 5 mg und 10 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Naltrexonhydrochlorid Accord 50 mg Filmtabletten. Accord Healthcare. Stand 06/2024. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Selincro (Nalmefen), Anhang I: Fachinformation. H. Lundbeck A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 10/2025 (EMA, aktualisiert am 07.10.2025). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Sucht & Drogen Hotline. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), gemeinsames Angebot der Drogennotrufe Frankfurt am Main und München. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Distraneurin Kapsel 192 mg Weichkapseln (Clomethiazol). CHEPLAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 04/2018. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Welche Medikamente gibt es gegen Alkoholabhängigkeit?
Medikamente werden in zwei Phasen eingesetzt. Im Entzug sollen laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) Benzodiazepine zeitlich begrenzt eingesetzt werden (Empfehlungsgrad A). Clomethiazol sollte unter stationären Bedingungen eingesetzt werden, Mittel gegen Krampfanfälle bei erhöhtem Risiko für Entzugskrampfanfälle und nur bei spezifischer Indikationsstellung; bei einem Delir mit Halluzinationen, Wahn oder Erregung sollten Benzodiazepine oder Clomethiazol mit Antipsychotika wie Haloperidol kombiniert werden (jeweils Empfehlungsgrad B). Nach dem Entzug sollte außerhalb einer stationären Reha im Rahmen eines Gesamtbehandlungsplans eine Behandlung mit Acamprosat oder Naltrexon angeboten werden (Empfehlungsgrad B), mit Nalmefen kann sie angeboten werden (Empfehlungsgrad 0). Welche Behandlung infrage kommt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Kann ich einen Alkoholentzug allein zu Hause machen?
Ohne ärztliche Begleitung nicht: Ein plötzlicher Alkoholverzicht kann laut IQWiG ernsthafte Komplikationen wie starke Krampfanfälle auslösen. Ein ärztlich begleiteter ambulanter Entzug ist laut BIÖG auf etwa zwei Wochen angelegt; in der ersten Woche gehen Betroffene in der Regel täglich in die Praxis. Bei sehr starker Abhängigkeit oder großer Angst vor dem Entzug sollte er laut BIÖG stationär im Krankenhaus stattfinden. Ambulant kann eine Entzugsbehandlung laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) angeboten werden, wenn keine schweren Entzugssymptome oder Komplikationen zu erwarten sind und eine hohe Therapietreue und ein unterstützendes Umfeld bestehen (klinischer Konsenspunkt).
Wann ist ein Alkoholentzug gefährlich?
Die Entzugserscheinungen können laut BIÖG lebensbedrohlich sein und sind dringend behandlungsbedürftig; zu den Risiken zählen ein Krampfanfall mit Bewusstseinsverlust oder ein Delirium. Laut IQWiG können nach Stunden und Tagen des Verzichts Herzrasen, Krämpfe und manchmal Halluzinationen hinzukommen. Besteht ein Risiko für einen Entzugsanfall oder ein Entzugsdelir, soll laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) eine stationäre Behandlung angeboten werden (Empfehlungsgrad A). Bei Bewusstlosigkeit oder anhaltenden Krampfanfällen rufen Sie den Notruf 112.
Wie lange dauert die Behandlung?
Eine qualifizierte Entzugsbehandlung sollte laut S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) bei Erwachsenen in der Regel 21 Behandlungstage umfassen (klinischer Konsenspunkt). Eine ambulante Entwöhnungstherapie dauert laut BIÖG meist zwischen 12 und 18 Monaten, stationär sind Kurzzeittherapien auf 6 bis 8 Wochen und Langzeittherapien auf 12 bis 16 Wochen angelegt. Danach folgt die Nachsorge, zum Beispiel mit Gesprächen in der Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe.
Wie wirkt Naltrexon bei Alkoholabhängigkeit?
Naltrexon blockiert laut Fachinformation bestimmte Andockstellen für Opioide (Opioidrezeptoren); wie es bei Alkoholabhängigkeit wirkt, ist nicht restlos geklärt, angenommen wird eine Wechselwirkung mit dem körpereigenen Opioidsystem. Es löst nach Alkohol keine Unverträglichkeitsreaktionen aus. Zugelassen ist es als zusätzliche Behandlung innerhalb eines umfassenden Therapieprogramms einschließlich psychologischer Begleitung für entwöhnte Patientinnen und Patienten, die opioid- und alkoholabhängig waren, zur Unterstützung der Abstinenz. Nicht angewendet werden darf es unter anderem bei opioidabhängigen Menschen mit gegenwärtigem Opioidmissbrauch, bei positivem Screening-Test auf Opioide oder positivem Naloxon-Provokationstest, zusammen mit opioidhaltigen Arzneimitteln und in Kombination mit Methadon.
Ist kontrolliertes Trinken nach einer Alkoholabhängigkeit möglich?
Verlässliche Forschungsergebnisse, die zeigen, dass reduziertes oder kontrolliertes Trinken bei Alkoholabhängigkeit möglich ist, gibt es laut IQWiG nicht; nach einer Entwöhnung ist es wichtig, gar keinen Alkohol mehr zu trinken. Auch die S3-Leitlinie (Stand 2021, Gültigkeit abgelaufen) nennt Abstinenz als primäres Therapieziel; ist sie zurzeit nicht erreichbar, soll eine Verringerung des Konsums zur Schadensminderung angestrebt werden (Empfehlungsgrad A).
Wo bekomme ich Hilfe bei Alkoholproblemen?
Die Sucht & Drogen Hotline ist täglich von 8 bis 24 Uhr unter 01806 313031 erreichbar (kostenpflichtig, laut BIÖG 20 Cent pro Anruf); das Infotelefon des BIÖG zur Suchtvorbeugung unter 0221 892031. Suchtberatungsstellen beraten kostenlos und unterliegen der Schweigepflicht; laut IQWiG ist die Beratung auch anonym möglich. Auch die Hausarztpraxis hilft weiter. Angehörige, die sich Sorgen machen, bekommen dort ebenfalls Rat.
Zahlt die Krankenkasse die Behandlung?
Alkoholabhängigkeit ist laut BIÖG seit 1968 in Deutschland als Krankheit anerkannt; seitdem übernehmen die Krankenversicherungen und die Rentenversicherungsträger die Kosten der Behandlung. Wer an einer Entzugsbehandlung teilnimmt, erhält für diese Zeit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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