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Lamotrigin absetzen

Brechen Sie Lamotrigin laut Packungsbeilage nicht ohne ärztlichen Rat ab. Soll die Behandlung einer Epilepsie enden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis über etwa 2 Wochen schrittweise, weil die Epilepsie nach einem plötzlichen Ende erneut auftreten oder sich verschlimmern kann; bei bipolarer Störung muss die Dosis nicht schrittweise verringert werden, Sie sollten aber vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nach einer Pause wägt die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation ab, ob Lamotrigin wegen des Risikos schwerer Hautausschläge wieder schrittweise gesteigert werden muss.

Frau Anfang dreißig mit langem dunkelbraunem Haar im korallenroten Strickpullover sitzt mit einer Tasse Tee an einem Holztisch am sonnigen Küchenfenster und spricht mit ihrem Partner
Bild: KI-generiert

Lamotrigin brechen Sie laut Packungsbeilage nicht ohne ärztlichen Rat ab. Wie das Ende abläuft, hängt von der Erkrankung ab: Bei Epilepsie verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis über etwa 2 Wochen schrittweise, weil die Epilepsie nach einem plötzlichen Ende erneut auftreten oder sich verschlimmern kann. Bei einer bipolaren Störung muss die Dosis nicht schrittweise verringert werden; Sie sollten aber vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen [1].

Lamotrigin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel aus der Gruppe der Antiepileptika. Es wird bei Epilepsie eingesetzt und bei Erwachsenen mit bipolarer Störung, um depressiven Phasen vorzubeugen [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Lamotrigin-ratiopharm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen, beide mit Stand Mai 2026 [1, 2].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Lamotrigin muss laut Packungsbeilage so lange eingenommen werden, wie es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt. Brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt rät es Ihnen [1]. Für das Ende der Behandlung unterscheiden Packungsbeilage und Fachinformation nach dem Anwendungsgebiet:

  • Epilepsie: Um die Einnahme zu beenden, ist es laut Packungsbeilage wichtig, dass die Dosis über etwa 2 Wochen schrittweise verringert wird [1]. Die Fachinformation begründet das so: Wie bei anderen Antiepileptika kann ein plötzliches Absetzen Rebound-Anfälle hervorrufen. Deshalb sollte die Ärztin oder der Arzt die Dosis schrittweise über einen Zeitraum von 2 Wochen verringern, es sei denn, Sicherheitsgründe wie ein Hautausschlag machen einen plötzlichen Abbruch erforderlich [2].
  • Bipolare Störung: Hier muss die Dosis laut Packungsbeilage nicht schrittweise verringert werden. Wenn Sie die Einnahme beenden möchten, sollten Sie trotzdem erst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen [1]. Ist ein Ende der Behandlung beschlossen, kann Lamotrigin bei bipolarer Störung laut Fachinformation ohne schrittweise Verringerung der Dosis abgesetzt werden [2].

Je nach Erkrankung und Ansprechen rät Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage möglicherweise auch, ein anderes Arzneimittel zusätzlich zu beginnen oder zu beenden [1].

Wenn andere Arzneimittel oder die Pille wegfallen

Auch das Ende anderer Mittel kann die Behandlung mit Lamotrigin verändern. Informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Mittel wie Valproat, Carbamazepin, Phenytoin oder östrogenhaltige Arzneimittel wie die "Pille" einnehmen, mit der Einnahme beginnen oder sie beenden [1]. Wird eine Begleitbehandlung mit anderen Antiepileptika abgesetzt, sollte laut Fachinformation berücksichtigt werden, wie sich das auf Lamotrigin im Körper auswirkt. Für die bipolare Störung enthält sie eigene Anpassungen der Lamotrigin-Dosis für den Fall, dass Valproat oder Mittel wie Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon oder Rifampicin abgesetzt werden [2].

Die "Pille" absetzen: Hormonelle Verhütungsmittel wie die "Pille" können laut Packungsbeilage die Wirkungsweise von Lamotrigin beeinflussen [1]. Laut Fachinformation beschleunigt eine Kombination aus Ethinylestradiol und Levonorgestrel den Abbau von Lamotrigin, sodass der Spiegel sinkt. Wird die hormonelle Verhütung beendet, kann sich der Abbau wieder verlangsamen. Ein Anstieg der Lamotrigin-Konzentration kann mit dosisabhängigen Nebenwirkungen verbunden sein; deshalb sollten Patientinnen darauf überwacht werden. Nehmen die Frauen keine Mittel ein, die den Abbau von Lamotrigin beschleunigen, muss die Ärztin oder der Arzt die Erhaltungsdosis nach dem Ende der hormonellen Verhütung laut Fachinformation in den meisten Fällen verringern [2]. Embryotox beschreibt dasselbe für Frauen, die die Pille wegen eines Kinderwunsches absetzen: Der Lamotrigin-Spiegel steigt in der Regel, und die Dosis sollte verringert werden, damit der Spiegel bei der Empfängnis nicht unnötig hoch ist [3]. Wie und wann die Dosis angepasst wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung endet

Bei einigen Nebenwirkungen sieht die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte vor, Lamotrigin abzusetzen oder ein Absetzen zu erwägen:

  • Hautausschlag: Alle Erwachsenen und Kinder, die einen Hautausschlag entwickeln, sollten umgehend untersucht werden, und Lamotrigin sollte sofort abgesetzt werden, es sei denn, der Ausschlag hängt eindeutig nicht mit Lamotrigin zusammen [2].
  • Frühe Zeichen einer Überempfindlichkeit: Fieber oder geschwollene Lymphknoten können auch ohne Hautausschlag auftreten. Dann sollten Betroffene umgehend untersucht und Lamotrigin sofort abgesetzt werden, wenn keine andere Ursache festgestellt wird [2].
  • Hämophagozytische Lymphohistiozytose (HLH): Diese seltene, sehr schwerwiegende Reaktion des Immunsystems zeigt sich unter anderem mit Fieber, Hautausschlag und Beschwerden des Nervensystems wie Zittern oder Verwirrtheit [1, 2]. Lamotrigin muss dann laut Fachinformation sofort abgesetzt werden, sofern keine andere Ursache festgestellt wird [2].
  • Lichtempfindlichkeit: Besteht der Verdacht, dass Lamotrigin eine Lichtempfindlichkeit auslöst, etwa mit starkem Sonnenbrand, sollte ein Absetzen erwogen werden [2].
  • Verschlechterung oder Suizidgedanken: Bei einer klinischen Verschlechterung oder bei Suizidgedanken sollte ein Wechsel der Behandlung einschließlich eines Abbruchs in Betracht gezogen werden, insbesondere bei schwerwiegenden, plötzlich auftretenden oder neuen Beschwerden [2].

Ob die Behandlung endet, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Eigene Absetzsymptome nennen Packungsbeilage und Fachinformation für Lamotrigin nicht [1, 2].

Epilepsie: Anfälle

Nach einem plötzlichen Ende kann die Epilepsie laut Packungsbeilage erneut auftreten oder sich verschlimmern [1]; die Fachinformation spricht von Rebound-Anfällen [2]. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nennt ein plötzliches Absetzen oder eine unregelmäßige Einnahme von Epilepsie-Medikamenten unter mehreren Umständen, die das Risiko für einen plötzlichen, unerwarteten Tod bei Epilepsie (SUDEP) erhöhen. Dieses Risiko ist laut IQWiG gering, aber vorhanden; es lässt sich vor allem dadurch verringern, dass die Epilepsie gut beobachtet und behandelt wird [12].

Bipolare Störung

Dass Lamotrigin bei bipolarer Störung ohne schrittweise Verringerung abgesetzt werden kann, begründet die Fachinformation mit klinischen Studien: Nach einem abrupten Absetzen traten Nebenwirkungen von Lamotrigin dort nicht häufiger, schwerer oder in anderer Art auf als unter Placebo [2]. Ob depressive Phasen nach dem Absetzen wiederkehren, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Menschen mit bipolarer Störung können laut Fachinformation eine Verschlechterung ihrer depressiven Beschwerden und Suizidgedanken erleben, unabhängig davon, ob sie Arzneimittel gegen die bipolare Störung einschließlich Lamotrigin einnehmen oder nicht [2]. Mehr zur Erkrankung: Depression.

Was nach dem Absetzen mit Nebenwirkungen geschieht

Die Hautausschläge unter Lamotrigin, meist mit Flecken und kleinen Knötchen (makulopapulär), klingen laut Fachinformation nach dem Absetzen wieder ab. Auch schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse oder DRESS bilden sich überwiegend nach dem Absetzen zurück; bei einigen Betroffenen bleiben aber dauerhafte Narben [2]. Die Beschwerden einer Hirnhautentzündung (Meningitis) gehen laut Packungsbeilage normalerweise ganz zurück, sobald die Behandlung beendet wird. Bleiben sie bestehen oder werden sie schlimmer, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen.

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Ende zwanzig mit kurzem blondem Haar im waldgrünen Strickpullover spricht in einem hellen Sprechzimmer mit einer Neurologin mit schulterlangem braunem Haar
Bild: KI-generiert

Wie das Absetzen bei Ihnen abläuft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Für die Epilepsie nennen Packungsbeilage und Fachinformation eine schrittweise Verringerung über etwa 2 Wochen, aber keine einzelnen Schritte [1, 2].

Epilepsie-Medikamente allgemein: Ob ein Absetzen nach längerer Anfallsfreiheit sinnvoll ist, hängt laut IQWiG vor allem davon ab, wie hoch das Risiko für einen Rückfall ist. Die Entscheidung sollte zusammen mit einer Ärztin oder einem Arzt abgewogen werden; die Einnahme auf eigene Faust zu beenden, ist laut IQWiG nicht zu empfehlen. Ein Absetzen kommt vor allem für Menschen in Frage, die schon lange anfallsfrei sind, ein niedrig dosiertes Medikament einnehmen und bei denen im EEG keine erhöhte Anfallsneigung festgestellt wird. Menschen mit einem dauerhaft erhöhten Risiko, etwa durch eine Veranlagung oder bleibende Schäden im Gehirn, brauchen oft ihr Leben lang Medikamente [11].

Werden zwei oder mehr Epilepsie-Medikamente eingenommen, verringert die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG zunächst nur die Dosis eines Medikaments [11].

Wiederbeginn nach einer Pause

Wird Lamotrigin nach einer Pause wieder aufgenommen, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation abwägen, ob die Dosis wieder schrittweise bis zur Erhaltungsdosis gesteigert werden muss. Der Grund: Das Risiko eines schweren Hautausschlags hängt mit hohen Anfangsdosen und mit einer schnelleren als der empfohlenen Steigerung zusammen. Je länger das Absetzen zurückliegt, desto eher sollte eine schrittweise Steigerung in Betracht gezogen werden. Liegt das Absetzen länger zurück als ein Abstand, den die Fachinformation über die Halbwertszeit festlegt, soll die Ärztin oder der Arzt die Dosis generell wieder nach dem vorgesehenen Schema schrittweise steigern [2].

Wurde Lamotrigin wegen eines Hautausschlags abgesetzt, wird laut Fachinformation empfohlen, die Behandlung nicht erneut zu beginnen, es sei denn, der mögliche Nutzen überwiegt das Risiko eindeutig. Nach einem Stevens-Johnson-Syndrom, einer toxischen epidermalen Nekrolyse oder DRESS im Zusammenhang mit Lamotrigin darf es nie wieder gegeben werden [2]. Nach einer Hirnhautentzündung durch Lamotrigin sollten Betroffene es laut Fachinformation ebenfalls nicht wieder einnehmen; bei erneuter Einnahme kehrten die Beschwerden in mehreren Fällen schnell und häufig schwerer zurück [2].

Schwangerschaft

Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger, sollten Sie die Behandlung laut Packungsbeilage nicht abbrechen, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben; das ist besonders bei Epilepsie wichtig [1]. Bei Frauen, die wegen einer Epilepsie behandelt werden, ist ein plötzliches Absetzen der antiepileptischen Behandlung laut Fachinformation zu vermeiden, weil es zu Durchbruchsanfällen mit schwerwiegenden Folgen für die Mutter und das ungeborene Kind führen kann [2]. Embryotox, das Beratungszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin, bezeichnet Lamotrigin wegen des sehr hohen Erfahrungsumfangs als Antiepileptikum der Wahl in der Schwangerschaft, falls es ausreichend wirksam ist [3].

Bei Epilepsie nennt Embryotox keine besser geeignete Alternative, bei bipolarer Erkrankung je nach klinischem Verlauf zum Beispiel Quetiapin [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Embryotox bietet eine individuelle Beratung an [3]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine einzelne Dosis vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage keine zusätzlichen Tabletten ein, sondern die nächste Dosis zur gewohnten Zeit. Haben Sie mehrere Dosen vergessen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie die Behandlung wieder beginnen und fortsetzen; es ist wichtig, dass Sie das befolgen [1].

Was Sie tun können

Möchten Sie Lamotrigin absetzen, sprechen Sie das offen an. Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:

  • Was spricht in meiner Situation dafür, Lamotrigin zu beenden, und wie hoch ist mein Risiko für neue Anfälle oder Krankheitsphasen?
  • Über welchen Zeitraum verringern wir die Dosis, und was geschieht mit meinen anderen Medikamenten?
  • Was tue ich, wenn wieder ein Anfall auftritt?
  • Was bedeutet das Absetzen für meinen Beruf und für das Autofahren? Das sollten Sie laut IQWiG vorher besprechen [11].
  • Muss die Dosis angepasst werden, wenn ich mit der Pille beginne oder sie absetze?

Notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und welche Beschwerden oder Anfälle wann auftreten.

Bei einer bipolaren Störung kann es laut Packungsbeilage hilfreich sein, einem Familienmitglied, einer Betreuungsperson oder einem engen Freund zu erzählen, dass Sie depressiv werden können oder ernstzunehmende Stimmungsschwankungen haben. Bitten Sie diese Person, Ihnen zu sagen, wenn sie sich Sorgen über Ihre Depression oder über Veränderungen in Ihrem Verhalten macht [1].

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr dazu: Medikamente absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Anfälle: Treten Ihre Anfälle häufiger auf oder kommt es zu einem schweren Anfall, suchen Sie laut Packungsbeilage so schnell wie möglich eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für die Notrufnummer 112 [14].

Haut und Überempfindlichkeit: Bei Hautausschlag, Blasen, Geschwüren im Mund, Fieber oder geschwollenen Drüsen suchen Sie laut Packungsbeilage umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf. Sie oder er entscheidet möglicherweise, Leber-, Nieren- oder Blutwerte zu untersuchen, und ordnet eventuell an, die Einnahme zu beenden. Bei Fieber, Hautausschlag und Beschwerden des Nervensystems wie Zittern oder Verwirrtheit kontaktieren Sie sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].

Gedanken, sich etwas anzutun: Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, setzen Sie sich laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung. Bei einer bipolaren Störung gehen Sie so schnell wie möglich zur Ärztin oder zum Arzt oder in das nächstgelegene Krankenhaus, wenn Sie solche Gedanken haben, sich schlechter fühlen oder neue Beschwerden bemerken [1]. Hilfe bekommen Betroffene und Angehörige laut IQWiG auch beim Sozialpsychiatrischen Dienst, in Krisenzentren oder bei der Telefonseelsorge, notfalls anonym und rund um die Uhr; ist jemand akut gefährdet, sollte die 112 angerufen werden [13].

Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117. Als Fälle für die Notrufnummer 112 nennt sie unter anderem Bewusstlosigkeit oder erhebliche Bewusstseinstrübung und Suizidversuche [14]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lamotrigin-ratiopharm 100 mg Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Lamotrigin-ratiopharm Tabletten zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Lamotrigin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Epilepsie bei Erwachsenen: Behandlung mit Medikamenten (Abschnitt "Kann die Einnahme nach einiger Zeit beendet werden?"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 05.04.2023. abgerufen am 16.10.2026
  5. SUDEP: Plötzlicher Tod bei Epilepsie (Abschnitt "Was erhöht das Risiko für SUDEP?"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 22.01.2025. abgerufen am 16.10.2026
  6. Depression (Abschnitt "Leben und Alltag"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 16.10.2026
  7. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Lamotrigin einfach absetzen?

Nein. Laut Packungsbeilage brechen Sie die Einnahme nicht ab, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt rät es Ihnen. Soll die Behandlung einer Epilepsie enden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis über etwa 2 Wochen schrittweise, weil die Epilepsie nach einem plötzlichen Ende erneut auftreten oder sich verschlimmern kann. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wie schnell darf Lamotrigin abgesetzt werden?

Soll die Behandlung einer Epilepsie enden, verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis laut Packungsbeilage und Fachinformation schrittweise über etwa 2 Wochen, es sei denn, Sicherheitsgründe wie ein Hautausschlag machen einen plötzlichen Abbruch nötig. Bei bipolarer Störung muss die Dosis laut Packungsbeilage nicht schrittweise verringert werden. Welcher Zeitraum für Sie gilt, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Welche Symptome können beim Absetzen von Lamotrigin auftreten?

Eigene Absetzsymptome nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Bei Epilepsie kann die Erkrankung nach einem plötzlichen Ende erneut auftreten oder sich verschlimmern; die Fachinformation spricht von Rebound-Anfällen. Bei bipolarer Störung traten in klinischen Studien nach einem abrupten Absetzen Nebenwirkungen nicht häufiger, schwerer oder in anderer Art auf als unter Placebo. Ob depressive Phasen zurückkehren, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht; achten Sie auf Veränderungen und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann das Absetzen von Lamotrigin Kopfschmerzen auslösen?

Als Absetzsymptom nennen Packungsbeilage und Fachinformation Kopfschmerzen nicht. Während der Einnahme gehören Kopfschmerzen zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, sie können also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Kopfschmerzen zusammen mit Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit und extremer Empfindlichkeit gegenüber hellem Licht können laut Packungsbeilage auf eine seltene Hirnhautentzündung hinweisen; diese Beschwerden gehen normalerweise ganz zurück, sobald die Behandlung beendet wird. Bleiben sie bestehen oder werden sie schlimmer, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Was passiert, wenn ich Lamotrigin nach einer Pause wieder einnehme?

Haben Sie mehrere Dosen vergessen, fragen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wie Sie die Behandlung wieder beginnen und fortsetzen. Laut Fachinformation wägt die Ärztin oder der Arzt ab, ob die Dosis wieder schrittweise gesteigert werden muss, weil das Risiko eines schweren Hautausschlags mit hohen Anfangsdosen und einer zu schnellen Steigerung zusammenhängt. Je länger das Absetzen zurückliegt, desto eher sollte eine schrittweise Steigerung in Betracht gezogen werden.

Was muss ich beachten, wenn ich die Pille absetze?

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; das verlangt die Packungsbeilage, wenn Sie östrogenhaltige Mittel wie die Pille beginnen oder beenden. Laut Fachinformation kann der Lamotrigin-Spiegel nach dem Ende der hormonellen Verhütung steigen, was mit dosisabhängigen Nebenwirkungen verbunden sein kann. Nehmen Sie keine Mittel ein, die den Abbau von Lamotrigin beschleunigen, muss die Ärztin oder der Arzt die Erhaltungsdosis dann laut Fachinformation in den meisten Fällen verringern. Embryotox beschreibt dasselbe für Frauen, die die Pille wegen eines Kinderwunsches absetzen.

Darf ich Lamotrigin in der Schwangerschaft absetzen?

Nicht ohne Rücksprache. Laut Packungsbeilage sollten Sie die Behandlung nicht abbrechen, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben; das ist besonders bei Epilepsie wichtig. Laut Fachinformation ist ein plötzliches Absetzen der antiepileptischen Behandlung bei Frauen mit Epilepsie zu vermeiden, weil es zu Durchbruchsanfällen mit schwerwiegenden Folgen für die Mutter und das ungeborene Kind führen kann. Embryotox bezeichnet Lamotrigin als Antiepileptikum der Wahl in der Schwangerschaft, falls es ausreichend wirksam ist, und bietet eine individuelle Beratung an.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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