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Olanzapin absetzen
Beenden Sie Olanzapin laut Packungsbeilage nicht, nur weil Sie sich besser fühlen; nehmen Sie es so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Nach einem plötzlichen Ende können Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst, Übelkeit und Erbrechen auftreten, laut Fachinformation selten; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann vorschlagen, die Dosis vorher schrittweise zu verringern. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Beenden Sie Olanzapin laut Packungsbeilage nicht, nur weil Sie sich besser fühlen. Es ist wichtig, dass Sie es so lange einnehmen, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Hören Sie plötzlich auf, können Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst oder Übelkeit und Erbrechen auftreten. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen vorschlagen, die Dosis schrittweise zu verringern, bevor die Behandlung endet [1].
Olanzapin ist ein verschreibungspflichtiges Mittel aus der Gruppe der Antipsychotika. Erwachsene nehmen es bei Schizophrenie, auch um eine erreichte Besserung aufrechtzuerhalten, und bei mäßig schweren bis schweren manischen Episoden. Bei einer bipolaren Störung wird es zur Vorbeugung neuer Krankheitsphasen eingesetzt, wenn eine manische Episode auf Olanzapin angesprochen hat [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Olanzapin-ratiopharm Tabletten [1, 2].
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Wie viele Tabletten Sie einnehmen und wie lange, sagt Ihnen laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Treten Ihre Beschwerden wieder auf, sprechen Sie mit ihr oder ihm. Hören Sie aber nicht auf, Olanzapin einzunehmen, es sei denn, Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt es Ihnen [1].
Laut Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte sollte bei einer Beendigung der Behandlung eine schrittweise Verminderung der Dosis in Betracht gezogen werden. Akute Symptome nach einem plötzlichen Absetzen wurden laut Fachinformation selten berichtet [2]. In welchen Schritten die Dosis sinkt und wie lange das Ausschleichen dauert, steht weder in der Packungsbeilage noch in der Fachinformation [1, 2].
Für die Vorbeugung neuer Krankheitsphasen bei einer bipolaren Störung beschreibt die Fachinformation, wie Ärztinnen und Ärzte die Behandlung planen: Bei Patientinnen und Patienten, die Olanzapin gegen eine manische Episode erhalten haben, sollte die Behandlung zur Vorbeugung eines Rückfalls fortgesetzt werden. Tritt erneut eine manische, gemischte oder depressive Episode auf, sollte die Behandlung mit Olanzapin fortgesetzt und, falls klinisch angezeigt, durch eine Behandlung der Stimmungsbeschwerden ergänzt werden [2]. Die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung endet
Bei einigen Nebenwirkungen sieht die Fachinformation vor, dass die Ärztin oder der Arzt die Behandlung beendet oder das in Betracht zieht [2]:
- Malignes neuroleptisches Syndrom: laut Fachinformation ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand mit erhöhter Körpertemperatur, Muskelsteifheit, wechselnden Bewusstseinslagen und Zeichen wie unregelmäßigem Puls oder Blutdruck, Herzrasen und Schwitzen. Bei Anzeichen eines malignen neuroleptischen Syndroms oder bei unklarem hohem Fieber ohne weitere Zeichen müssen laut Fachinformation alle Antipsychotika einschließlich Olanzapin abgesetzt werden [2].
- Spätdyskinesie: spät auftretende Bewegungsstörungen. Treten Anzeichen auf, sollte laut Fachinformation überlegt werden, die Dosis zu verringern oder die Behandlung abzubrechen [2].
- Leberentzündung: Wurde eine Hepatitis festgestellt, muss die Behandlung mit Olanzapin laut Fachinformation beendet werden [2]. Die Packungsbeilage nennt Lebererkrankungen mit Gelbfärbung der Haut und des Weißen im Auge als seltene Nebenwirkung [1].
Bemerken Sie ungewöhnliche Bewegungen oder eine Kombination aus Fieber, schnellerer Atmung, Schwitzen, Muskelsteifheit und Benommenheit oder Schläfrigkeit, informieren Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Was im Notfall zu tun ist, steht im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Nach einem plötzlichen Ende nennt die Packungsbeilage diese Beschwerden [1]:
- Schwitzen
- Schlaflosigkeit (mehr dazu: Schlafstörungen durch Medikamente)
- Zittern
- Angst (mehr dazu: Unruhe und Angst)
- Übelkeit und Erbrechen
Die Fachinformation nennt nach plötzlichem Absetzen dieselben Beschwerden und führt solche Absetzsymptome unter den seltenen Nebenwirkungen, die aus Berichten nach der Markteinführung stammen. Selten heißt: bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten [2]. Wie lange die Beschwerden anhalten, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Ungewöhnliche Bewegungen nach dem Ende der Behandlung
Ungewöhnliche Bewegungen, vor allem des Gesichts oder der Zunge, nennt die Packungsbeilage als häufige Nebenwirkung, die Sie sofort Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt melden [1]. Spät auftretende Bewegungsstörungen (Spätdyskinesie) führt die Fachinformation als gelegentlich. Ihr Risiko nimmt während einer Langzeitbehandlung zu, und ihre Anzeichen können sich laut Fachinformation zeitweilig verschlechtern oder auch erst nach dem Ende der Behandlung auftreten [2]. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein beschreibt die S3-Leitlinie unwillkürliche Bewegungen von Gesicht, Lippen, Zunge, Armen, Beinen und anderen Körperteilen als mögliches Absetzphänomen. Sie treten häufig in den ersten Wochen nach dem Absetzen auf und können Monate anhalten [11]. Mehr dazu: Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen.
Absetzphänomene bei Antipsychotika
Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein können Absetzsymptome laut S3-Leitlinie in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Verringerung der Dosis oder einem schnellen Absetzen auftreten. Die Leitlinie nennt unter anderem Störungen von Konzentration und Gedächtnis, Magen-Darm-Beschwerden, Schwitzen, Schwindel, Herzrasen, grippeähnliche Beschwerden und Kopfschmerz, außerdem emotionale Instabilität, Angst, Unruhe, Depression, Reizbarkeit und Aggressivität [11]. Eine große Auswertung zum abrupten Beenden von Antipsychotika fand laut Leitlinie vor allem Angstbeschwerden, Durchfall, EKG-Veränderungen, Herzrasen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden, aber auch viele andere Beschwerden. Ein abruptes Absetzen kann laut Leitlinie viele körperliche und psychische Absetzphänomene nach sich ziehen, sodass ein vorbereitetes, langsames Verringern und Absetzen entscheidend für eine gute Verträglichkeit ist [11].
Psychotische Beschwerden nach einer Verringerung der Dosis lassen sich laut Leitlinie nicht immer von der ursprünglichen Erkrankung unterscheiden. Sie entstehen meist innerhalb von Tagen bis ungefähr sechs Wochen und bessern sich oftmals erst nach Wochen [11]. Diese Angaben gelten für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein, nicht speziell für Olanzapin.
Rückfall
Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sollten Antipsychotika bei Schizophrenie nicht plötzlich abgesetzt werden, da es sonst eher zu einem Rückfall kommt. Soll die Behandlung beendet werden, ist es deshalb wichtig, das genaue Vorgehen mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen [12]. Bei einer schnellen Verringerung der Dosis oder einem abrupten, unkontrollierten Absetzen ist laut S3-Leitlinie Schizophrenie ein erhöhtes Rückfallrisiko anzunehmen. Für den Einzelfall gibt es keine verlässlichen Anzeichen, die einen Rückfall nach dem Absetzen vorhersagen [11].
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Das ärztliche Vorgehen beschreibt auch die S3-Leitlinie Schizophrenie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Ihre Empfehlungen gelten für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein, nicht speziell für Olanzapin [11]. Wie das Absetzen bei Ihnen abläuft, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
- Gemeinsame Entscheidung: Eine Verringerung der Dosis und gegebenenfalls das Absetzen können laut Leitlinie in allen Stadien der Erkrankung als gemeinsame Entscheidung von Patientin oder Patient und behandelnder Ärztin oder behandelndem Arzt angeboten werden. Voraussetzung sind ausreichende Stabilität, ausreichende psychosoziale Unterstützung, regelmäßige Verlaufskontrollen und keine Hinweise auf eine Gefährdung der eigenen Person oder anderer. Über das erhöhte Rückfallrisiko des Absetzens soll in jedem Fall aufgeklärt werden [11].
- Langsame Schritte: Ist eine Verringerung der Dosis beschlossen, sollte sie laut Leitlinie kontrolliert in kleinstmöglichen Schritten mit Abständen von 6 bis 12 Wochen angeboten werden, je nach Wunsch der Patientin oder des Patienten, unter Einbezug von Vertrauenspersonen und je nach bisherigem Verlauf und Verträglichkeit. Eine langsame Verringerung, teilweise über Monate, hält die Leitlinie für sinnvoll, um Absetzphänomene zu vermeiden [11].
- Beobachten: Bei jedem Schritt sollten Absetzphänomene laut Leitlinie in den ersten Wochen beobachtet und eingeordnet werden. Vor dem nächsten Schritt sollte ein Zeitraum von einigen Wochen mit ausreichender Stabilität liegen, und auf ausreichend Schlaf sollte geachtet werden [11].
- Vorbereitung: Die Leitlinie nennt unter anderem eine engmaschige psychiatrisch-psychotherapeutische Begleitung, klare Ziele, einen Krisenplan mit Frühwarnzeichen, gute soziale Unterstützung und, mit Einverständnis der betroffenen Person, die Einbeziehung wichtiger Bezugspersonen. Weil Absetzbeschwerden und eine zurückkehrende Erkrankung schwer zu unterscheiden sein können, hält sie eine Liste von Frühwarnzeichen vor der Verringerung der Dosis für hilfreich [11].
- Nach dem Absetzen: Mindestens zwei Jahre lang soll laut Leitlinie eine fortlaufende Beobachtung auf Zeichen eines Rückfalls angeboten werden [11].
Wechsel auf ein anderes Mittel
Für den Wechsel zwischen Antipsychotika bei Schizophrenie beschreibt die S3-Leitlinie allgemein mehrere Wege. Zumeist wird eine überlappende Behandlung bevorzugt, bei der das erste Mittel allmählich verringert wird. Ein plötzliches Absetzen im Austausch gegen ein anderes Mittel sollte Fällen vorbehalten bleiben, in denen das erste Mittel wegen Nebenwirkungen rasch abgesetzt werden muss. Auch beim Wechsel können Absetzphänomene auftreten [11]. Nehmen Sie Carbamazepin, das Antidepressivum Fluvoxamin oder das Antibiotikum Ciprofloxacin, informieren Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, da eine Änderung Ihrer Olanzapin-Dosis notwendig sein kann [1]. Mehr zu verwandten Wirkstoffen: Quetiapin absetzen und Risperidon absetzen.
Schwangerschaft
Werden Sie unter Olanzapin schwanger, besprechen Sie das weitere Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation darf Olanzapin in der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der mögliche Nutzen das mögliche Risiko für das Ungeborene rechtfertigt [2]. Bei Frauen mit Schizophrenie wird ein abruptes oder rasches Absetzen von Antipsychotika bei Feststellung einer Schwangerschaft laut S3-Leitlinie wegen des hohen Rückfallrisikos nicht empfohlen [11].
Laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin, muss keine Umstellung erfolgen, wenn eine Behandlung mit Olanzapin bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft angezeigt ist. Für eine Neueinstellung sollte das besser erprobte Quetiapin vorgezogen werden, falls es ebenso geeignet ist. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Quetiapin, gegebenenfalls auch Risperidon und, wenn auf klassische Antipsychotika zurückgegriffen werden muss, Haloperidol [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ein Schwangerschaftsdiabetes sollte laut Embryotox ausgeschlossen werden. Weil das Wochenbett eine besonders anfällige Phase für Rückfälle ist, sollten frühzeitig vorbeugende Strategien mit der Mutter geplant werden, vor allem Reizabschirmung und die Vermeidung von Schlafmangel [3]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Nehmen Sie Ihre Tabletten laut Packungsbeilage, sobald Sie sich daran erinnern. Nehmen Sie die verordnete Dosis aber nicht zweimal an einem Tag [1].
Was Sie tun können
Möchten Sie die Behandlung beenden, sprechen Sie das offen an. Laut IQWiG lässt sich bei Schizophrenie nach einiger Zeit besprechen, ob die Einnahme irgendwann beendet werden kann oder ob es sinnvoller ist, die Medikamente längerfristig einzunehmen [12]. Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:
- Was spricht in meiner Situation dafür, Olanzapin weiter einzunehmen, und was dagegen?
- In welchen Abständen verringern wir die Dosis, und wann sehen wir uns zur Kontrolle?
- Welche Absetzerscheinungen sind möglich, und wann soll ich mich melden?
- Was sind meine persönlichen Frühwarnzeichen, und was steht in meinem Krisenplan?
- Wen aus meinem Umfeld beziehen wir ein?
- Was ändert sich bei meinen anderen Medikamenten?
Notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und welche Beschwerden wann auftreten.
Nebenwirkung melden: Nebenwirkungen können Sie laut Packungsbeilage auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeines zum Thema: Medikamente absetzen.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Fieber mit Muskelsteifheit: Bemerken Sie eine Kombination aus Fieber, schnellerer Atmung, Schwitzen, Muskelsteifheit und Benommenheit oder Schläfrigkeit, setzen Sie sich laut Packungsbeilage sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [1]. Ein malignes neuroleptisches Syndrom mit erhöhter Körpertemperatur, Muskelsteifheit und wechselnden Bewusstseinslagen ist laut Fachinformation ein potenziell lebensbedrohlicher Zustand [2].
Blutgerinnsel: Bei Schwellungen, Schmerzen und Rötungen der Beine, Brustschmerzen oder Schwierigkeiten beim Atmen holen Sie laut Packungsbeilage unverzüglich ärztlichen Rat ein [1]. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot, starke Brustschmerzen, Suizidversuche sowie akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für die Notrufnummer 112 [13].
Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [13]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten (2,5 mg bis 20 mg). ratiopharm GmbH. Stand 04/2023. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Olanzapin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2020. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Olanzapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 17.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie (Living Guideline), Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register-Nr. 038-009), Kapitel 9.5 mit Empfehlungen 24 bis 26 und Tabellen 15 bis 17, Kapitel 9.7, Kapitel 11.11. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0 vom 13.06.2026, veröffentlicht Juli 2026. abgerufen am 16.10.2026
- Medikamente bei Schizophrenie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 29.04.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Olanzapin einfach absetzen?
Nein. Laut Packungsbeilage beenden Sie die Einnahme nicht, nur weil Sie sich besser fühlen, und nehmen Olanzapin so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es empfiehlt. Nach einem plötzlichen Ende können Absetzsymptome auftreten; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann vorschlagen, die Dosis vorher schrittweise zu verringern. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Welche Entzugserscheinungen kann Olanzapin machen?
Laut Packungsbeilage können nach einem plötzlichen Ende Schwitzen, Schlaflosigkeit, Zittern, Angst oder Übelkeit und Erbrechen auftreten. Die Fachinformation führt solche Absetzsymptome als selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein nennt die S3-Leitlinie weitere mögliche Absetzphänomene, etwa Schwindel, Herzrasen, Unruhe, Reizbarkeit oder unwillkürliche Bewegungen.
Wie lange dauern Absetzerscheinungen bei Olanzapin?
Eine Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein beschreibt die S3-Leitlinie, dass Absetzsymptome in der Regel innerhalb von Tagen bis Wochen nach einer deutlichen Verringerung der Dosis oder einem schnellen Absetzen auftreten können; unwillkürliche Bewegungen treten häufig in den ersten Wochen auf und können Monate anhalten. Halten Beschwerden an oder werden sie stärker, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann ich nach dem Absetzen von Olanzapin müde oder depressiv werden?
Müdigkeit und Depression nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht unter den Absetzsymptomen. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein zählt die S3-Leitlinie Depression, Angst, Unruhe und Reizbarkeit zu den möglichen Absetzphänomenen, und eine große Auswertung zum abrupten Beenden von Antipsychotika fand unter anderem Müdigkeit. Solche Beschwerden von einer zurückkehrenden Erkrankung abzugrenzen, kann laut Leitlinie schwierig sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Ich schlafe nach dem Absetzen von Olanzapin schlecht. Was kann ich tun?
Schlaflosigkeit gehört laut Packungsbeilage zu den Beschwerden, die nach einem plötzlichen Ende auftreten können. Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein sollte laut S3-Leitlinie während einer Verringerung der Dosis auf ausreichend Schlaf geachtet werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas an der Einnahme ändern oder Schlafmittel nehmen.
Nimmt man nach dem Absetzen von Olanzapin wieder ab?
Dazu machen Packungsbeilage und Fachinformation keine Angabe. Gewichtszunahme gehört zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Olanzapin, und Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollten Ihr Gewicht laut Packungsbeilage regelmäßig überprüfen. Allgemeines zum Thema lesen Sie unter Gewichtszunahme durch Medikamente.
Was tun, wenn nach dem Absetzen die Beschwerden zurückkommen?
Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut IQWiG kommt es bei Schizophrenie eher zu einem Rückfall, wenn Antipsychotika plötzlich abgesetzt werden. Kehren Beschwerden während der Behandlung zurück, hören Sie laut Packungsbeilage nicht von sich aus auf, Olanzapin einzunehmen. Bei Bewusstlosigkeit oder einem Suizidversuch rufen Sie die 112.
Darf ich Olanzapin in der Schwangerschaft absetzen?
Nicht auf eigene Faust. Bei Schizophrenie wird ein abruptes oder rasches Absetzen von Antipsychotika bei Feststellung einer Schwangerschaft laut S3-Leitlinie wegen des hohen Rückfallrisikos nicht empfohlen. Ist eine Behandlung mit Olanzapin bei Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft angezeigt, muss laut Embryotox keine Umstellung erfolgen. Embryotox bietet eine kostenlose individuelle Beratung an.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Medikamente Edoxaban absetzenWird Edoxaban ohne Rücksprache abgebrochen, kann das Risiko für Blutgerinnsel erhöht sein.
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BehandlungenNebenwirkungen von Behandlungen wie Strahlentherapie, Kontrastmitteln, Narkose oder Eiseninfusion.