MedikamenteDetailfrage
Levetiracetam absetzen
Levetiracetam ist für eine Langzeitbehandlung vorgesehen. Laut Packungsbeilage beenden Sie die Behandlung nicht selbst, denn dadurch könnten Ihre Anfälle häufiger auftreten; soll sie enden, wird Levetiracetam schrittweise abgesetzt, und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gibt Ihnen dafür genaue Anweisungen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Werden Ihre Anfälle schlimmer oder häufiger, suchen Sie so schnell wie möglich ärztliche Hilfe.

Levetiracetam ist für eine Langzeitbehandlung vorgesehen. Sie nehmen es so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es Ihnen gesagt hat [1]. Beenden Sie die Behandlung laut Packungsbeilage nicht selbst, denn dadurch könnten Ihre Anfälle häufiger auftreten [1]. Soll die Behandlung enden, wird Levetiracetam schrittweise abgesetzt, und Sie erhalten dafür genaue Anweisungen [1].
Levetiracetam ist ein Mittel gegen epileptische Anfälle (Antiepileptikum). Allein wird es bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 16 Jahren mit neu festgestellter Epilepsie gegen partielle Anfälle eingesetzt, als Zusatzbehandlung gegen partielle Anfälle auch bei Kindern und Säuglingen ab 1 Monat [1, 2]. Wirkung, alle Nebenwirkungen und die Einnahme beschreibt die Seite Levetiracetam, die Erkrankung die Seite Epilepsie.
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Laut Packungsbeilage sollte Levetiracetam bei Beendigung der Behandlung schrittweise abgesetzt werden, um zu vermeiden, dass die Anfälle häufiger werden. Entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, die Behandlung zu beenden, gibt sie oder er Ihnen genaue Anweisungen zum schrittweisen Absetzen [1]. Auch in der Schwangerschaft dürfen Sie die Behandlung laut Packungsbeilage nicht ohne vorherige Rücksprache abbrechen [1].
Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte sieht ebenfalls ein Ausschleichen vor: Muss Levetiracetam abgesetzt werden, sollte die Dosis schrittweise verringert werden. Als Beispiel nennt sie für Erwachsene und Jugendliche, die mehr als 50 kg wiegen, Verringerungsschritte im Abstand von 2 bis 4 Wochen [2]. Wie groß die Schritte bei Ihnen sind und wie lange das Absetzen insgesamt dauert, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Eine feste Gesamtdauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].
Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung endet
Bei einigen Nebenwirkungen sprechen Packungsbeilage oder Fachinformation ein Absetzen oder eine Änderung der Behandlung ausdrücklich an:
- Schwere Überempfindlichkeitsreaktion mit Ausschlag, Fieber und Beteiligung innerer Organe (DRESS): Sie kann sich laut Fachinformation 2 bis 8 Wochen nach Beginn der Behandlung entwickeln; bei Verdacht soll Levetiracetam abgesetzt werden [2]. Laut Packungsbeilage sprechen Sie bei Anzeichen umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen die nächstgelegene Notfallambulanz auf [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
- Veränderungen von Stimmung und Verhalten: Levetiracetam kann laut Fachinformation zu psychotischen Beschwerden und Verhaltensauffälligkeiten führen, auch zu Reizbarkeit und Aggressivität. Werden wesentliche Veränderungen der Stimmung oder der Persönlichkeit bemerkt, sollte eine Anpassung der Behandlung oder ein schrittweises Absetzen erwogen werden [2]. Sind ungewöhnliche Gedanken, Reizbarkeit, aggressivere Reaktionen oder deutliche Veränderungen von Stimmung oder Verhalten neu, suchen Sie laut Packungsbeilage so schnell wie möglich eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Mehr dazu: Aggressivität und Reizbarkeit und Depression.
- Anfälle werden schlimmer oder häufiger: Das kann laut Packungsbeilage in seltenen Fällen vorkommen, hauptsächlich im ersten Monat nach Beginn der Behandlung oder bei einer Erhöhung der Dosis [1]. Laut Fachinformation bildete sich diese Verschlechterung nach dem Absetzen oder einer Verringerung der Dosis zurück; Behandelte sollten bei einer Verschlechterung der Epilepsie unverzüglich ärztlichen Rat einholen [2].
- Enzephalopathie, ein krankhafter Zustand des Gehirns, zum Beispiel mit Verwirrtheit, Schläfrigkeit oder Gedächtnisverlust: Sie trat laut Fachinformation im Allgemeinen zu Beginn der Behandlung auf, nach wenigen Tagen bis einigen Monaten, und bildete sich nach dem Absetzen zurück [2]. Bei Anzeichen sprechen Sie laut Packungsbeilage umgehend mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder suchen die nächstgelegene Notfallambulanz auf [1].
- Haarausfall: In mehreren Fällen wurde laut Fachinformation nach dem Absetzen von Levetiracetam eine Besserung beobachtet [2]. Mehr dazu: Haarausfall.
Ob die Behandlung in solchen Fällen angepasst oder beendet wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Als mögliche Folge eines Absetzens nennen Packungsbeilage und Fachinformation, dass Anfälle häufiger auftreten [1, 2]. Andere Absetz- oder Entzugserscheinungen beschreiben sie nicht [1, 2]. Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schwindel stehen in der Packungsbeilage unter den Nebenwirkungen während der Behandlung [1]. Bekommen Sie beim Absetzen neue oder stärkere Beschwerden, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Rebound-Anfälle
Ein plötzliches Absetzen muss laut Fachinformation wie bei allen Antiepileptika vermieden werden. Sie begründet das im Abschnitt zu Frauen im gebärfähigen Alter mit möglichen Rebound-Anfällen, die ernsthafte Folgen für die Frau und das ungeborene Kind haben können [2]. Mehr zu Anfällen als Nebenwirkung und als Warnzeichen: Krampfanfälle.
Wie hoch das Risiko erneuter Anfälle ist
Zu anfallssuppressiven Medikamenten allgemein, nicht nur zu Levetiracetam, äußert sich die Leitlinie für Patientinnen und Patienten zur Epilepsie im Erwachsenenalter, die unter anderem die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) und die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) herausgeben. Werden diese Mittel nach mindestens 2 Jahren ohne Anfall abgesetzt, ist das Risiko für einen erneuten Anfall in den folgenden 2 Jahren laut Leitlinie höher als bei fortgeführter Behandlung [11].
Laut gesund.bund.de bleiben manche Menschen, die mit Medikamenten über Jahre ohne Anfälle waren, auch nach dem Absetzen anfallsfrei. Andere verhindern Anfälle nur, solange sie Medikamente nehmen [12].
Auch eine ausgelassene oder fehlerhafte Einnahme ist laut Leitlinie mit teils erheblichen Risiken verbunden, vor allem mit erneuten Anfällen bis hin zum plötzlichen unerwarteten Tod bei Epilepsie (SUDEP). Bei Menschen, die zuvor anfallsfrei waren, können erneute Anfälle gravierende Folgen für die Fahreignung oder den Beruf haben [11]. Unverträgliche Mittel gefährden laut Leitlinie den Behandlungserfolg, weil Betroffene dann häufig die Dosis selbst verringern oder das Mittel ohne Rücksprache absetzen. Um die Therapietreue zu verbessern, sollen Schwierigkeiten bei der Einnahme laut Leitlinie regelmäßig angesprochen werden [11].
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ob ein anfallssuppressives Medikament abgesetzt wird, hängt laut Leitlinie von klinischen Faktoren ab, aber auch von den Wünschen und Ängsten der Patientin oder des Patienten [11]. Die Leitlinie betrifft Erwachsene. Diese Situationen beschreibt sie gesondert:
- Nach einer Epilepsie-Operation: Die medikamentöse Behandlung wird nach dem Eingriff zunächst fortgeführt, und nicht immer können die Medikamente danach vollständig abgesetzt werden. Ein Absetzen kann laut Leitlinie erwogen werden, wenn nach der operativen Entfernung des anfallsauslösenden Hirngewebes 12 bis 24 Monate lang keine Anfälle aufgetreten sind. Die Entscheidung soll gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten und nach Rücksprache mit dem Epilepsiezentrum fallen [11].
- Ältere Menschen: Sind Menschen ab 65 Jahren mit fokaler oder genetischer generalisierter Epilepsie seit vielen Jahren unter ihrer Behandlung anfallsfrei und haben keine relevanten Nebenwirkungen, soll die bisherige Therapie laut Leitlinie fortgeführt werden, gegebenenfalls mit einer leichten Verringerung der Dosis [11].
- Nebenwirkungen oder fehlende Wirkung: Bringt ein Mittel allein keine Anfallsfreiheit oder wird es wegen Nebenwirkungen nicht vertragen, sollte laut Leitlinie auf ein anderes Mittel allein gewechselt werden. Wird eine Depression oder eine Angsterkrankung festgestellt, soll geprüft werden, ob eine Nebenwirkung der Medikamente die Ursache ist; die anfallssuppressive Behandlung sollte dann angepasst werden [11]. Zu den ungünstigen Eigenschaften von Levetiracetam zählt die Leitlinie vor allem psychische Nebenwirkungen wie Aggressivität, Gereiztheit und Depression [11]. Einen Wechsel plant Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Kinder und Jugendliche: Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht nennt die Fachinformation als Beispiel Verringerungsschritte, die nach dem Körpergewicht begrenzt sind und im Abstand von 2 Wochen erfolgen [2].
Kinderwunsch und Schwangerschaft: Frauen im gebärfähigen Alter sollten laut Fachinformation fachärztlich beraten werden. Planen sie eine Schwangerschaft, sollte neu überprüft werden, ob die Behandlung mit Levetiracetam nötig ist [2]. Laut Leitlinie sollen Frauen mit Epilepsie vor, während und nach der Schwangerschaft gezielt zu ihren Medikamenten beraten werden [11]. Embryotox, das Beratungszentrum der Charité, nennt Levetiracetam neben Lamotrigin das Antiepileptikum der Wahl in der Schwangerschaft und bietet eine individuelle Beratung an [3]. Weitere Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Haben Sie eine oder mehrere Einnahmen vergessen, benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1]. Laut Leitlinie sollen Behandelte darüber informiert werden, wie sie die Einnahme fortsetzen, wenn sie eine Dosis ausgelassen haben; als Hilfen nennt sie zum Beispiel Erinnerungs-Apps und Medikamentenboxen [11].
Was Sie tun können
Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:
- Was spricht in meiner Situation dafür, Levetiracetam zu beenden, und was dagegen?
- In welchen Schritten und Abständen verringern wir die Dosis, und wie lange dauert das?
- Wie hoch ist mein Risiko für erneute Anfälle, und was tue ich, wenn einer auftritt?
- Darf ich während des Absetzens und danach Auto fahren?
- Was bedeutet das Absetzen für meine Arbeit und für meine anderen Medikamente?
- Was gilt, wenn ich schwanger werden möchte?
Notieren Sie während des Absetzens im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und ob Anfälle oder andere Beschwerden auftreten.
Autofahren: Die Leitlinie verweist bei der Fahreignung auf die Fahrerlaubnis-Verordnung und die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung. Vorsätzliches Fahren trotz fehlender Fahreignung kann laut Leitlinie bei einem Verkehrsunfall eine strafrechtliche Verfolgung oder Regressforderungen der Kfz-Versicherung nach sich ziehen [11]. Klären Sie vor dem Absetzen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wie lange Sie nicht fahren dürfen. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt über das nationale Meldesystem anzeigen [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr dazu: Medikamente absetzen, die Gruppe Antiepileptika und Gabapentin absetzen.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Anfälle: Werden Ihre Anfälle schlimmer oder häufiger, suchen Sie laut Packungsbeilage so schnell wie möglich eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Von einem Status epilepticus spricht man laut Leitlinie, wenn ein epileptischer Anfall länger als 5 Minuten dauert [11]. Hält ein Anfall länger als 5 Minuten an oder treten mehrere Anfälle kurz hintereinander auf, sollte laut gesund.bund.de der Rettungsdienst über den Notruf 112 informiert werden [12]. Auch laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung sind akute und anhaltende Krampfanfälle ein Fall für die Notrufnummer 112 [13].
Gedanken, sich etwas anzutun: Haben Sie Anzeichen einer Depression oder Suizidgedanken, benachrichtigen Sie laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Suizidversuche sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für die Notrufnummer 112 [13]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [13].
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Keppra, Anhang III B: Packungsbeilage Keppra 250 mg / 500 mg / 750 mg / 1000 mg Filmtabletten. UCB Pharma S.A.. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Keppra, Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation) Keppra Filmtabletten, und Anhang II. UCB Pharma S.A.. Stand 04/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Levetiracetam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Keppra Lösung zum Einnehmen (Levetiracetam): Risiko eines Medikationsfehlers durch Wechsel der Applikationsspritze für Zubereitungen zum Einnehmen. UCB Pharma GmbH in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 08.07.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Leitlinie Leitlinie erster epileptischer Anfall und Epilepsie für Patientinnen und Patienten im Erwachsenenalter, 1. Auflage (Grundlage: S2k-Leitlinie Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter, AWMF-Registernr. 030/041). Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN), Deutsche Hirnstiftung, Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) und Deutsche Epilepsievereinigung. Stand 10/2024 (gültig bis 31.08.2028). abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Epilepsie (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 18.10.2024. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Levetiracetam einfach absetzen?
Nein. Laut Packungsbeilage könnten Ihre Anfälle häufiger auftreten, wenn Sie die Behandlung selbst beenden. Soll sie enden, wird Levetiracetam schrittweise abgesetzt; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gibt Ihnen dafür genaue Anweisungen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Gibt es ein Schema zum Absetzen von Levetiracetam?
Die Packungsbeilage enthält kein Schema; sie sagt, dass Sie genaue Anweisungen von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt erhalten. Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte nennt als Beispiel für Erwachsene und Jugendliche über 50 kg Körpergewicht Verringerungsschritte im Abstand von 2 bis 4 Wochen, für Säuglinge, Kinder und leichtere Jugendliche nach dem Körpergewicht begrenzte Schritte alle 2 Wochen. Wie das bei Ihnen aussieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Welche Symptome kann das Absetzen von Levetiracetam auslösen?
Packungsbeilage und Fachinformation nennen als Folge vor allem, dass Anfälle häufiger auftreten können. Im Abschnitt zu Frauen im gebärfähigen Alter hält die Fachinformation fest, dass ein plötzliches Absetzen wie bei allen Antiepileptika vermieden werden muss, weil es zu Rebound-Anfällen führen kann. Weitere Absetz- oder Entzugserscheinungen beschreiben die beiden Dokumente nicht.
Bekommt man vom Absetzen von Levetiracetam Kopfschmerzen?
Als Absetzerscheinung führen Packungsbeilage und Fachinformation Kopfschmerzen nicht auf. In der Packungsbeilage stehen Kopfschmerzen unter den sehr häufigen Nebenwirkungen während der Behandlung. Bekommen Sie beim Absetzen neue oder stärkere Beschwerden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Kann ich Levetiracetam absetzen, wenn ich lange keinen Anfall hatte?
Das entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Für anfallssuppressive Medikamente allgemein und für Erwachsene beschreibt die Leitlinie für Patientinnen und Patienten: Auch nach mindestens 2 Jahren ohne Anfall ist das Risiko für einen erneuten Anfall in den 2 Jahren nach dem Absetzen höher als bei fortgeführter Behandlung. Die Entscheidung hängt laut Leitlinie von klinischen Faktoren und von Ihren Wünschen und Ängsten ab.
Darf ich Levetiracetam wegen Aggressivität oder Depression absetzen?
Nicht auf eigene Faust. Treten ungewöhnliche Gedanken, Reizbarkeit, aggressivere Reaktionen oder deutliche Veränderungen von Stimmung oder Verhalten neu auf, suchen Sie laut Packungsbeilage so schnell wie möglich eine Ärztin oder einen Arzt auf. Laut Fachinformation sollte dann eine Anpassung der Behandlung oder ein schrittweises Absetzen erwogen werden. Bei Anzeichen einer Depression oder Suizidgedanken benachrichtigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wie wird Levetiracetam bei Kindern abgesetzt?
Ebenfalls schrittweise und nur auf ärztliche Anweisung. Für Säuglinge, Kinder und Jugendliche unter 50 kg Körpergewicht nennt die Fachinformation als Beispiel Verringerungsschritte, die nach dem Körpergewicht begrenzt sind und im Abstand von 2 Wochen erfolgen. Die Schritte legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt fest.
Darf ich während des Absetzens Auto fahren?
Das klären Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Leitlinie für Patientinnen und Patienten verweist bei der Fahreignung auf die Fahrerlaubnis-Verordnung und die Begutachtungsleitlinien zur Kraftfahreignung. Erneute Anfälle können laut Leitlinie bei zuvor anfallsfreien Menschen gravierende Folgen für die Fahreignung haben.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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