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Tramadol absetzen

Tramadol sollten Sie laut Packungsbeilage nur dann abrupt absetzen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu anweist; unter Umständen wird die Dosis allmählich verringert, damit Entzugssymptome weniger wahrscheinlich auftreten. Nach langer Einnahme und plötzlichem Absetzen können zum Beispiel Unruhe, Ängstlichkeit, Nervosität, Zittern, Schlafstörungen oder Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Anfang fünfzig mit schulterlangem welligem dunkelblondem Haar in petrolfarbener gemusterter Bluse sitzt einem älteren Hausarzt mit weißem Haar und Brille gegenüber
Bild: KI-generiert

Tramadol sollte laut Packungsbeilage nur auf ärztliche Anweisung abrupt abgesetzt werden; unter Umständen wird die Dosis allmählich verringert [1]. Nach langer Einnahme und plötzlichem Absetzen können Sie sich zum Beispiel unruhig, ängstlich, nervös oder zittrig fühlen, und die Schmerzen treten wahrscheinlich erneut auf [1].

Tramadol ist ein zentral wirksames, verschreibungspflichtiges Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Tramadol-ratiopharm Retardtabletten; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats, auch bei Tropfen, Kapseln oder Kombinationen mit Paracetamol. Wirkung, alle Nebenwirkungen und die Einnahme beschreibt die Seite Tramadol.

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Laut Packungsbeilage sollten Sie Tramadol nur dann abrupt absetzen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie dazu anweist. Möchten Sie es absetzen, besprechen Sie das zuerst mit ihr oder ihm, insbesondere wenn Sie Tramadol schon längere Zeit einnehmen. Sie oder er berät Sie, wann und wie Sie es absetzen; unter Umständen geschieht das durch eine allmähliche Verringerung der Dosis, damit Entzugssymptome weniger wahrscheinlich auftreten [1].

Im Allgemeinen hat ein Abbruch der Behandlung laut Packungsbeilage keine Nachwirkungen. Bei einigen Menschen, die Tramadol über einen langen Zeitraum eingenommen haben und es plötzlich absetzen, kann es aber zu Nachwirkungen kommen. Möchten Sie die Behandlung wegen unangenehmer Begleiterscheinungen abbrechen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Laut Fachinformation können sich bei wiederholter Anwendung eine Toleranz, eine körperliche und psychische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln. Benötigt jemand Tramadol nicht mehr, ist es unter Umständen ratsam, die Dosis allmählich auszuschleichen, um Entzugssymptomen vorzubeugen [2].

Ein Plan für das Behandlungsende von Anfang an

Laut Fachinformation sollte vor Beginn der Behandlung gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten eine Strategie vereinbart werden, einschließlich Behandlungsdauer, Behandlungszielen und einem Plan für das Behandlungsende, in Übereinstimmung mit den Leitlinien zur Schmerztherapie. Während der Behandlung sollte es häufigen Kontakt zwischen Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient geben, um zu beurteilen, ob die Behandlung fortgesetzt werden muss, ihr Ende zu erwägen und die Dosis bei Bedarf anzupassen [2].

Laut Packungsbeilage bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung mit Ihnen, was Sie von Tramadol erwarten können, wann und wie lange Sie es anwenden müssen, wann Sie sich melden sollen und wann Sie die Anwendung beenden müssen. Nehmen Sie Tramadol auf keinen Fall länger ein als unbedingt notwendig [1].

Diese Angaben gehen auf ein europäisches Bewertungsverfahren zurück. Nach Daten aus der Fachliteratur und aus Spontanmeldungen zum Risiko von Arzneimittelabhängigkeit und Missbrauch hielt der Pharmakovigilanz-Ausschuss (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur es für gerechtfertigt, die Warnhinweise in den Produktinformationen tramadolhaltiger Arzneimittel zu verstärken, in Übereinstimmung mit den Formulierungen, die für andere Opioide bereits umgesetzt waren. Die Koordinierungsgruppe CMDh stimmte im Februar 2024 zu [11].

Wann eine geringere Dosis oder ein Ende vorgesehen ist

Packungsbeilage und Fachinformation nennen außerdem Situationen, in denen Tramadol nicht weiter eingenommen, die Dosis verringert oder ein Absetzen erwogen wird [1, 2]:

  • Zeichen einer Opioid-Vergiftung: Tramadol wird in der Leber über ein Enzym umgewandelt, das bei manchen Menschen verändert ist; bei ihnen sind schwerwiegende Nebenwirkungen wahrscheinlicher. Bemerken Sie eine langsame oder flache Atmung, Verwirrtheit, Schläfrigkeit, kleine Pupillen, Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung oder Appetitmangel, dürfen Sie Tramadol laut Packungsbeilage nicht mehr einnehmen und müssen sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
  • Serotoninsyndrom: Es kann zusammen mit bestimmten Antidepressiva oder unter Tramadol allein auftreten. Bei Anzeichen suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Je nach Schwere der Beschwerden erwägt die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation eine Dosisverringerung oder das Absetzen; nach dem Absetzen der serotonergen Arzneimittel bessern sich die Beschwerden in der Regel rasch [2].
  • Atempausen im Schlaf: Tramadol kann schlafbezogene Atemstörungen verursachen. Bemerken Sie selbst oder eine andere Person Anzeichen wie Atempausen im Schlaf oder übermäßige Schläfrigkeit am Tag, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er kann eine Verringerung der Dosis in Betracht ziehen [1, 2].
  • Unzureichende Schmerzlinderung: Laut Fachinformation sollte dann auch an eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie), eine Gewöhnung (Toleranz) oder ein Fortschreiten der Grunderkrankung gedacht werden [2]. Haben Sie den Eindruck, dass Tramadol zu stark oder zu schwach wirkt, sprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke [1].

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Nach langer Einnahme und plötzlichem Absetzen können laut Packungsbeilage bei einigen Menschen diese Beschwerden auftreten [1]:

Sehr wenige Menschen können laut Packungsbeilage Panikanfälle, Halluzinationen, Fehlempfindungen wie Kribbeln, Prickeln und Taubheitsgefühl oder Ohrgeräusche (Tinnitus) bekommen. Sehr selten wurden weitere ungewöhnliche Beschwerden des zentralen Nervensystems beobachtet: Verwirrung, Wahn, eine veränderte Wahrnehmung der eigenen Person (Depersonalisation) und der Realität (Derealisation) sowie Verfolgungswahn (Paranoia). Tritt eine dieser Beschwerden nach dem Ende der Behandlung auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Die Fachinformation ordnet diese Beschwerden als Symptome eines Drogenentzugssyndroms ein, ähnlich wie bei Opiaten; Panikanfälle, starke Ängstlichkeit, Halluzinationen, Missempfindungen, Tinnitus und die ungewöhnlichen Beschwerden des zentralen Nervensystems nennt sie als in sehr seltenen Fällen beobachtet [2]. Wie häufig Entzugssymptome insgesamt sind und wie lange sie anhalten, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2].

Gewöhnung, Abhängigkeit und Sucht

Die wiederholte Anwendung von Opioiden kann laut Packungsbeilage dazu führen, dass das Mittel weniger wirksam wird; das heißt Gewöhnung oder Toleranz. Sie kann auch zu Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht führen, was eine lebensbedrohliche Überdosierung zur Folge haben kann. Das Risiko kann mit einer höheren Dosis und einer längeren Anwendungsdauer steigen [1]. Laut Fachinformation kann die wiederholte Anwendung auch in therapeutischer Dosierung zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen [2]. Die Packungsbeilage führt die Arzneimittelabhängigkeit unter den seltenen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten [1].

Welche Anzeichen laut Packungsbeilage auf eine Abhängigkeit oder Sucht hinweisen können, zeigt der Kasten am Ende dieser Seite, zum Beispiel mehrere erfolglose Versuche, die Anwendung zu beenden oder zu kontrollieren. Bemerken Sie eines davon, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um den besten Behandlungsweg zu besprechen, auch wann es am besten ist, die Anwendung zu beenden, und wie Sie sie sicher beenden können [1]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen.

Kein Ersatzmittel: Als Ersatzmittel beim Drogenentzug darf Tramadol laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden [1]. Laut Fachinformation eignet es sich nicht als Ersatzdroge bei einer Opiat-Abhängigkeit: Obwohl Tramadol ein Opiat-Agonist ist, kann es Entzugssymptome nach Morphin nicht unterdrücken [2]. Glauben Sie, von anderen opioidhaltigen Schmerzmitteln abhängig zu sein, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Und die Schmerzen?

Wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden, treten die Schmerzen laut Packungsbeilage wahrscheinlich erneut auf [1]. Wie es mit der Schmerzbehandlung weitergeht, besprechen Sie am besten, bevor die Dosis verringert wird.

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Mitte fünfzig mit kurzem, an den Schläfen ergrautem braunem Haar im weinroten Strickpullover sitzt morgens mit einer Teetasse auf einer Gartenbank
Bild: KI-generiert

Ein Schema mit einzelnen Schritten oder Zeiträumen enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Wie schnell die Dosis bei Ihnen verringert wird, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen.

Die Bundesärztekammer beschreibt auf ihrer Seite zu Opioiden, dass Indikation und Wirksamkeit von Opioid-Schmerzmitteln regelmäßig kritisch überprüft werden sollen, besonders bei einer Anwendung über mehr als 26 Wochen. Medizinisch nicht mehr angezeigte Opioide sollen nicht weiter verschrieben werden. Ist das Absetzen angezeigt, soll es langsam ausschleichend geschehen [12].

Liegen weder ein Abhängigkeitssyndrom noch gravierende psychische Erkrankungen vor, sollte nach Darstellung der Bundesärztekammer ein ambulantes und/oder stationäres Ausschleichen in einer interdisziplinären schmerztherapeutischen Einrichtung angeboten werden, in der mehrere Fachrichtungen zusammenarbeiten. Eine stationäre Behandlung ist danach empfehlenswert, wenn ein ambulantes Ausschleichen nicht erfolgreich oder nicht aussichtsreich ist. Beschwerden, die während der Reduktion auftreten, zum Beispiel die Angst, dass die ursprünglichen Beschwerden wiederkommen, sollten möglichst in einer interdisziplinären Betreuung berücksichtigt werden [12].

Laut Fachinformation sollten Behandelte vor und während der Behandlung über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden. Die Ärztin oder der Arzt achtet auf Anzeichen eines Suchtverhaltens, etwa zu frühe Anfragen nach Folgerezepten, und prüft, ob gleichzeitig Opioide und Psychopharmaka wie Benzodiazepine angewendet werden. Zeigen sich Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung, sollte erwogen werden, eine Suchtspezialistin oder einen Suchtspezialisten hinzuzuziehen [2].

Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage sollten Sie Tramadol in der Schwangerschaft nicht einnehmen, weil zur Sicherheit nur wenige Informationen vorliegen. Die wiederholte Einnahme in der Schwangerschaft kann zu Entzugserscheinungen beim Neugeborenen führen [1]. Embryotox, das Beratungszentrum der Charité, schätzt das anders ein: Tramadol kann danach bei entsprechender Indikation in der gesamten Schwangerschaft verwendet werden, eine Dauertherapie sollte aber einer strengen Indikationsstellung unterliegen [3].

Laut Embryotox kann ein akuter Opiat-Entzug während der Schwangerschaft zum Tod des ungeborenen Kindes im Mutterleib (intrauteriner Fruchttod) oder zu vorzeitigen Wehen führen; er ist in der Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden [3]. Sind Sie schwanger und nehmen Tramadol ein, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie an der Einnahme etwas ändern. Bei einer Anwendung bis zur Geburt sollte die Entbindung in einem perinatologischen Zentrum erfolgen, um eine optimale Versorgung des Neugeborenen zu gewährleisten [3]. Als Schmerzmittel sollten laut Embryotox Paracetamol, gegebenenfalls mit Codein, oder Ibuprofen bevorzugt werden; bei Ibuprofen weist Embryotox ab der 28. Schwangerschaftswoche auf die Gefahr eines vorzeitigen Verschlusses des Ductus arteriosus beim Kind hin [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Embryotox bietet eine kostenlose Beratung an [3]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine Einnahme vergessen, können Ihre Schmerzen laut Packungsbeilage erneut auftreten. Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis, um die vergessene nachzuholen, sondern setzen Sie die Einnahme wie vorher fort [1].

Was Sie tun können

Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:

  • Brauche ich Tramadol noch, und welches Ziel hatten wir für die Behandlung vereinbart?
  • Verringern wir die Dosis schrittweise, und wie lange dauert das insgesamt?
  • Welche Beschwerden sind beim Absetzen möglich, und wann soll ich mich melden?
  • Wie behandeln wir meine Schmerzen, wenn sie wiederkommen?
  • Kann eine schmerztherapeutische Einrichtung das Ausschleichen begleiten?
  • Was bedeutet das Absetzen für meine anderen Medikamente, zum Beispiel Antidepressiva?

Notieren Sie während des Absetzens im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert, wie stark die Schmerzen sind und wie Sie schlafen. Ein Schmerzkalender oder Schmerztagebuch hilft laut gesund.bund.de auch, den Überblick über die eingenommenen Medikamente zu behalten [15].

Übrige Tabletten: Bewahren Sie Tramadol an einem abgeschlossenen und sicheren Ort auf, an dem keine anderen Personen Zugriff darauf haben. Bei Menschen, denen es nicht verschrieben wurde, kann es schweren Schaden verursachen und zum Tod führen. Entsorgen Sie Reste nie über Toilette oder Waschbecken und fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie Sie sie entsorgen [1]. Mehr dazu: Medikamente entsorgen.

Beratung bei Abhängigkeit: Selbsthilfegruppen und Suchtberatungen können laut gesund.bund.de dabei helfen, einen schädlichen Konsum oder eine Abhängigkeit zu erkennen. Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie über das Online-Portal der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) [15].

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeine Hinweise geben die Ratgeber Medikamente absetzen und Tilidin oder Tramadol.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Sehr seltene Beschwerden nach dem Absetzen: Bekommen Sie nach dem Ende der Behandlung Panikanfälle, Halluzinationen, Verwirrung oder Wahnvorstellungen, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [13].

Notfälle: Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot, Vergiftungen sowie akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [13]. Die Zeichen einer Überdosierung laut Packungsbeilage zeigt der Kasten unten [1].

Gedanken, sich etwas anzutun: Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, oder bemerken Sie solche Anzeichen bei einem anderen Menschen: Betroffene und Angehörige bekommen laut IQWiG Hilfe beim Sozialpsychiatrischen Dienst, in Krisenzentren oder bei der Telefonseelsorge, notfalls anonym und rund um die Uhr. Ist jemand akut gefährdet, sollte die 112 angerufen werden [14]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Tramadol-ratiopharm 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Tramadol-ratiopharm 100 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Tramadol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Tramadol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  5. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III (Tramadol nicht aufgeführt). Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  6. Behörde Tramadol: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Gründe für die Änderung der Bedingungen der Genehmigungen für das Inverkehrbringen, Verfahren PSUSA/00003002/202306 (Arzneimittelabhängigkeit und Missbrauch, Gabapentinoide). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Koordinierungsgruppe CMDh auf Grundlage des PRAC-Beurteilungsberichts. Stand CMDh-Sitzung Februar 2024. abgerufen am 16.10.2026
  7. Opioide (Fragen 7 und 8). Bundesärztekammer. Stand 19.07.2022 (letzte Aktualisierung der Seite). abgerufen am 16.10.2026
  8. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  9. Depression (Abschnitt "Leben und Alltag"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 16.10.2026
  10. Behörde Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit (geprüft durch die DGPPN). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Tramadol einfach absetzen?

Abrupt absetzen sollten Sie Tramadol laut Packungsbeilage nur auf ärztliche Anweisung. Ein Abbruch hat danach im Allgemeinen keine Nachwirkungen; nach langer Einnahme und plötzlichem Absetzen kann es aber zu Entzugserscheinungen kommen. Wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden, treten die Schmerzen wahrscheinlich erneut auf. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Welche Entzugserscheinungen kann Tramadol auslösen?

Die Packungsbeilage nennt Unruhe, Ängstlichkeit, Nervosität, Zittrigkeit, Überaktivität, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden. Sehr wenige Menschen können Panikanfälle, Halluzinationen, Fehlempfindungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühl oder Ohrgeräusche bekommen; sehr selten wurden Verwirrung, Wahn, eine veränderte Wahrnehmung der eigenen Person und der Umgebung und Verfolgungswahn beobachtet. Treten solche Beschwerden nach dem Absetzen auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Wie lange dauert der Entzug von Tramadol?

Eine Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Wie schnell die Dosis verringert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Notieren Sie Beschwerden beim Absetzen und besprechen Sie sie mit ihr oder ihm.

Muss Tramadol ausgeschlichen werden?

Laut Packungsbeilage berät Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie, wann und wie Sie Tramadol absetzen; das kann unter Umständen durch eine allmähliche Verringerung der Dosis geschehen. Laut Fachinformation ist es unter Umständen ratsam, die Dosis allmählich auszuschleichen, wenn Tramadol nicht mehr gebraucht wird. Ein Schema mit einzelnen Schritten enthalten beide nicht.

Kann ich nach dem Absetzen von Tramadol schlecht schlafen?

Ja, das ist möglich. Schlafstörungen gehören laut Packungsbeilage zu den Beschwerden, die nach langer Einnahme und plötzlichem Absetzen auftreten können; die Fachinformation nennt Schlaflosigkeit als Symptom eines Entzugssyndroms. Halten die Schlafprobleme an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kommen die Schmerzen nach dem Absetzen von Tramadol zurück?

Laut Packungsbeilage treten die Schmerzen wahrscheinlich erneut auf, wenn Sie die Behandlung unterbrechen oder vorzeitig beenden. Wie es mit der Schmerzbehandlung weitergeht, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, am besten bevor die Dosis verringert wird.

Kann Tramadol beim Entzug von anderen Opioiden helfen?

Nein. Als Ersatzmittel beim Drogenentzug darf Tramadol laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden. Laut Fachinformation eignet es sich nicht als Ersatzdroge bei einer Opiat-Abhängigkeit; obwohl es selbst ein Opioid ist, kann es Entzugssymptome nach Morphin nicht unterdrücken. Glauben Sie, von anderen opioidhaltigen Schmerzmitteln abhängig zu sein, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich Tramadol in der Schwangerschaft absetzen?

Laut Packungsbeilage sollten Sie Tramadol in der Schwangerschaft nicht einnehmen, weil zur Sicherheit nur wenige Informationen vorliegen. Laut Embryotox ist ein akuter Opiat-Entzug in der Schwangerschaft aber unbedingt zu vermeiden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Embryotox bietet außerdem eine kostenlose Beratung an.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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