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Naratriptan: Nebenwirkungen und Wirkung
Naratriptan ist ein Migränemittel aus der Gruppe der Triptane zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit und ohne Aura. In kleinen Packungen ist es nach ärztlicher Erstdiagnose einer Migräne rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, sonst ist es verschreibungspflichtig. Häufig sind Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Benommenheit, Schwindel, Kribbeln und Hitzewallungen. Bei Herzerkrankungen, Durchblutungsstörungen, früherem Schlaganfall oder mäßigem bis schwerem oder nicht kontrolliertem Bluthochdruck darf es nicht eingenommen werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Naratriptan eingesetzt?
Naratriptan gehört zu den Triptanen, einer Gruppe von Migränemitteln [1, 2]. Es wird zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräneanfällen mit und ohne Aura angewendet [1, 4]. Rezeptfreie Packungen sind nur für Menschen geeignet, die nach einer ärztlichen Erstdiagnose wissen, dass sie Migräne haben; typische Beschwerden sind einseitige, hämmernde Kopfschmerzen, Übelkeit und Empfindlichkeit gegen Licht und Geräusche [1].
Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Naratriptan nur für diesen Zweck von der Verschreibungspflicht aus: als Tabletten mit höchstens 2,5 mg je Tablette und mit höchstens 5 mg Naratriptan je Packung [6]. Die rezeptfreie Packung von Naratriptan-ratiopharm bei Migräne ist apothekenpflichtig und enthält 2 Filmtabletten [1, 2]; daneben gibt es verschreibungspflichtige Präparate [4]. Mehr zu den Abgabeformen erklärt der Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig.
Wie wirkt Naratriptan?
Laut Packungsbeilage können Migränebeschwerden durch eine vorübergehende Erweiterung der Blutgefäße im Kopf entstehen; man nimmt an, dass Naratriptan diese Erweiterung vermindert [1]. Die Fachinformation beschreibt Naratriptan als gezielten Anreger von Serotonin-Rezeptoren vom Typ 5-HT1, die Blutgefäße verengen; es bindet stark an die Untertypen 5-HT1B und 5-HT1D, und vom 5-HT1B-Rezeptor nimmt man an, dass er die Verengung von Blutgefäßen im Kopf auslöst. Tierversuche weisen außerdem auf eine Hemmung des Trigeminusnervs hin [2].
In klinischen Studien setzte die Wirkung nach 1 Stunde ein, die maximale Wirkung nach 4 Stunden. Die Halbwertszeit liegt bei 6 Stunden; ausgeschieden wird Naratriptan überwiegend über die Nieren [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000 [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Einige Beschwerden, die als Nebenwirkungen gemeldet wurden, können laut Fachinformation auch Teil des Migräneanfalls sein [2]. Gelegentlich treten ein Schwere-, Druck- oder Engegefühl oder Schmerzen in Brust, Hals oder anderen Körperteilen auf, die intensiv sein können, aber üblicherweise schnell vorübergehen [1, 2]. In sehr seltenen Fällen traten nach der Einnahme schwerwiegende Herzprobleme auf, ohne dass es vorher Anzeichen für eine Herzerkrankung gab [1, 2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmÜbelkeit und Erbrechen, sie können auch durch die Migräneattacke selbst ausgelöst sein[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechen
- NervensystemBenommenheit, Schwindel, Gefühl von Kribbeln[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwindelKribbeln und Taubheitsgefühl
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit oder allgemeines Unwohlsein, Hitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitHitzewallungen
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenSchweregefühl, Gefühl von Druck, Enge oder Schmerzen in der Brust, im Hals oder in anderen Körperteilen, sie können intensiv sein, gehen aber üblicherweise schnell vorüber[1, 2]
- AugenSehstörungen, sie können auch durch die Migräneattacke selbst ausgelöst sein[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- HerzBeschleunigter oder verlangsamter Herzschlag oder veränderter Herzrhythmus; laut Fachinformation auch Herzklopfen[1, 2]Mehr dazu: HerzrasenVerlangsamter HerzschlagHerzrhythmusstörungen
- Laborwerte und UntersuchungenLeichter Blutdruckanstieg, der bis zu 12 Stunden nach der Einnahme andauern kann[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen mit Hautausschlag, pfeifenden Atemgeräuschen, geschwollenen Augenlidern, Gesicht oder Lippen oder Kreislaufzusammenbruch (laut Fachinformation Anaphylaxie)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- NervensystemÜbermäßige Schläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Magen und DarmSchmerzen in der linken unteren Magengegend und blutiger Durchfall (ischämische Kolitis)[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzen
- HautNesselsucht, Juckreiz; laut Fachinformation auch Hautausschlag und Schwellungen im Gesicht[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtJuckreizHautausschlag
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei sehr wenigen Menschen können Schmerzen oder Enge in der Brust durch einen Herzinfarkt verursacht sein [1]. Laut Fachinformation sollten bei Beschwerden, die auf eine Durchblutungsstörung des Herzens hindeuten, keine weiteren Dosen eingenommen werden, und es sollte eine angemessene Untersuchung erfolgen [2]. Telefonnummern für den Ernstfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel: Sie sind häufig; auch der Migräneanfall selbst kann benommen machen [1, 2]. Sind Sie davon betroffen, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen [1]. Mehr auf den Seiten Müdigkeit und Schwindel.
Übelkeit und Erbrechen: Sie gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, können aber auch durch die Migräneattacke ausgelöst sein [1, 2]. Hintergründe unter Übelkeit und Erbrechen.
Keine Wirkung: Hat die erste Tablette nicht geholfen, nehmen Sie für dieselbe Attacke keine zweite; bringt Naratriptan keine Linderung, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Bei nachfolgenden Attacken kann Naratriptan laut Fachinformation wieder eingenommen werden [2].
Häufige Kopfschmerzen: Eine zu häufige Einnahme kann die Kopfschmerzen verschlimmern [1]. Laut Fachinformation ist an einen arzneimittelbedingten Kopfschmerz zu denken, wenn trotz oder wegen regelmäßiger Einnahme von Kopfschmerzmitteln häufig oder täglich Kopfschmerzen auftreten; dann sollte ärztlicher Rat eingeholt und die Behandlung beendet werden [2]. Mehr unter Kopfschmerzen und im Ratgeber Schmerzmittel richtig anwenden.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Andere Triptane wie Sumatriptan und Ergotamin-haltige Migränemittel dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden; nach Naratriptan sollten mindestens 24 Stunden vergehen, bevor eines dieser Mittel eingenommen wird, und Ergotamin-haltige Mittel sollten mindestens 24 Stunden vor Naratriptan abgesetzt werden [1, 2]. Zusammen mit Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI oder SNRI können Verwirrung, Schwäche oder verminderte Koordination auftreten; zusammen mit Johanniskraut können Nebenwirkungen wahrscheinlicher sein [1, 2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Triptane oder 5-HT1-Rezeptoragonisten gegen Migräne | Gleichzeitige Anwendung ausgeschlossen (Gegenanzeige); laut Fachinformation nur begrenzte Daten zu Wechselwirkungen mit Sumatriptan[1, 2] | Nicht gleichzeitig einnehmen; frühestens 24 Stunden nach Naratriptan erneut einnehmen |
| Ergotamin oder ähnliche Mittel wie Methysergid | Laut Fachinformation theoretisch höheres Risiko für Verkrampfungen der Herzkranzgefäße[1, 2] | Nicht gleichzeitig einnehmen; mindestens 24 Stunden vor Naratriptan absetzen und frühestens 24 Stunden danach wieder einnehmen |
| Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI oder SNRI | Verwirrung, Schwäche und/oder verminderte Koordination möglich; laut Fachinformation wurden Beschwerden wie bei einem Serotonin-Syndrom berichtet[1, 2] | Vorher Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren; bei solchen Anzeichen umgehend Ärztin oder Arzt informieren |
| Johanniskraut (pflanzliche Zubereitungen) | Nebenwirkungen können wahrscheinlicher auftreten[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Naratriptan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Naratriptan darf bei bestimmten Herz- und Gefäßerkrankungen nicht eingenommen werden [1, 2]. Bei Risikofaktoren für eine Herzerkrankung (etwa starkem Rauchen oder einer Nikotinersatztherapie, besonders bei Männern über 40 Jahren und Frauen nach den Wechseljahren) sollte die Herzfunktion vorher ärztlich überprüft werden [1, 2]. Beim Blutdruck unterscheidet die Fachinformation: Mäßiger bis schwerer und leichter, aber nicht kontrollierter Bluthochdruck schließen die Einnahme aus [2]; ist der Blutdruck nur leicht erhöht und gut eingestellt, kann Naratriptan laut Packungsbeilage eingenommen werden [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Naratriptan oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Herzerkrankungen wie eine Verengung der Herzkranzgefäße (ischämische Herzkrankheit), Brustschmerzen (Angina pectoris) oder ein früherer Herzinfarkt; laut Fachinformation auch Verkrampfungen der Herzkranzgefäße (Prinzmetal-Angina) und Anzeichen einer ischämischen Herzkrankheit[1, 2]
- Durchblutungsstörungen in den Beinen, die krampfartige Schmerzen beim Gehen verursachen (periphere Gefäßerkrankung)[1, 2]
- Schlaganfall oder vorübergehende Minderdurchblutung im Gehirn (TIA) in der Vorgeschichte[1, 2]
- Hoher Bluthochdruck, laut Fachinformation mäßiger bis schwerer sowie leichter, nicht kontrollierter Bluthochdruck. Bei leicht erhöhtem, gut eingestelltem Blutdruck kann Naratriptan laut Packungsbeilage eingenommen werden[1, 2]
- Schwere Nieren- oder Lebererkrankungen[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme anderer Migränemittel: Ergotamin oder ähnliche Mittel wie Methysergid, andere Triptane oder 5-HT1-Rezeptoragonisten[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Rezeptfreie Packung: nur für Menschen, die nach ärztlicher Erstdiagnose wissen, dass sie Migräne haben; laut Fachinformation nicht bei hemiplegischer, Basilar- oder ophthalmoplegischer Migräne[1, 2]
- Risikofaktoren für Herzerkrankungen, starkes Rauchen oder Nikotinersatztherapie, besonders bei Männern über 40 Jahren und Frauen nach den Wechseljahren: Herzfunktion vorher ärztlich überprüfen lassen. In sehr seltenen Fällen traten nach der Einnahme schwerwiegende Herzprobleme auf, ohne dass es vorher Anzeichen gab[1, 2]
- Allergie gegen Sulfonamid-Antibiotika: Auch eine Allergie gegen Naratriptan ist möglich[1, 2]
- Häufige Einnahme: Eine zu häufige Einnahme kann die Kopfschmerzen verschlimmern. Laut Fachinformation ist an einen arzneimittelbedingten Kopfschmerz zu denken, wenn trotz oder wegen regelmäßiger Einnahme von Kopfschmerzmitteln häufig oder täglich Kopfschmerzen auftreten[1, 2]
- Einnahme von Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI oder SNRI[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Erwachsene über 65 Jahren: Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Filmtabletten enthalten Lactose (Milchzucker); erst nach ärztlicher Rücksprache einnehmen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Klinische Studien ließen laut Fachinformation keine Wechselwirkungen mit Alkohol erkennen [2]. In der Schwangerschaft wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen möglicherweise empfehlen, Naratriptan nicht einzunehmen; nach der Einnahme sollten Sie 24 Stunden nicht stillen [1]. Die Karten stellen die Angaben von Packungsbeilage, Fachinformation und dem Beratungszentrum Embryotox der Charité nebeneinander [1, 2, 5]. Mehr in den Ratgebern Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Zur Sicherheit in der Schwangerschaft gibt es bisher nur begrenzte Informationen, aber bisher keine Anzeichen eines erhöhten Risikos für Geburtsfehler. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Ihnen möglicherweise empfehlen, Naratriptan in der Schwangerschaft nicht einzunehmen.[1]
Laut Fachinformation sind in Schwangerschaftsregistern die Verläufe von weniger als 60 Frauen dokumentiert; wegen der geringen Zahl sind keine endgültigen Schlussfolgerungen möglich. Naratriptan sollte in der Schwangerschaft nur erwogen werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als jedes mögliche Risiko für das Kind.[2]
Laut Embryotox wurde weder für die Triptane insgesamt noch für Naratriptan (über 120 Schwangerschaften im ersten Drittel) ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beobachtet. Embryotox nennt das in der Schwangerschaft besser untersuchte Sumatriptan als das zu bevorzugende Triptan; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen auch Einzeldosen von Naratriptan akzeptabel. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox außerdem Ibuprofen, das nur bis zur 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden darf, und bei individuell gegebener Wirksamkeit Paracetamol. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Stillen Sie bis 24 Stunden nach der Einnahme nicht; in dieser Zeit abgepumpte Milch verwerfen und nicht dem Säugling geben.[1, 2]
Laut Embryotox wurde bisher nicht über unerwünschte Wirkungen bei gestillten Kindern berichtet. Als Schmerzmittel der Wahl in der Stillzeit nennt Embryotox Ibuprofen und Paracetamol, bei unzureichender Wirksamkeit Sumatriptan gegen akute Migräneattacken; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen auch Einzeldosen von Naratriptan akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Laut Fachinformation ließen klinische Studien keine Wechselwirkungen mit Alkohol erkennen.[2]
Autofahren und Maschinen
Sowohl der Migräneanfall als auch Naratriptan können Benommenheit verursachen. Sind Sie davon betroffen, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Erst einnehmen, wenn der Migränekopfschmerz begonnen hat, nicht zur Vorbeugung. Am besten, sobald der Kopfschmerz beginnt; die Einnahme ist aber auch später während der Attacke möglich. Die Filmtablette als Ganzes mit Wasser schlucken.[1, 2]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Die rezeptfreie Packung enthält 2 Filmtabletten mit je 2,5 mg Naratriptan; ohne Rezept sind höchstens 5 mg je Packung erlaubt. Nicht mehr als 2 Filmtabletten innerhalb von 24 Stunden; bei einer Nieren- oder Lebererkrankung nicht mehr als 1 Filmtablette innerhalb von 24 Stunden. Hat die erste Tablette nicht gewirkt, keine zweite für dieselbe Attacke. Bringt Naratriptan keine Linderung, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.[1, 6]
Absetzen
Eine zu häufige Einnahme kann die Kopfschmerzen verschlimmern. Trifft das zu, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er wird Ihnen möglicherweise das Absetzen empfehlen.[1, 2]
Überdosierung
Zu viel Naratriptan kann krank machen. Haben Sie mehr als 2 Filmtabletten innerhalb von 24 Stunden eingenommen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.[1]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage nennt die übliche Dosis für Erwachsene, wann eine zweite Tablette infrage kommt, die Höchstmenge innerhalb von 24 Stunden und die Grenzen bei Nieren- oder Lebererkrankungen [1]. Die Angaben der verschreibungspflichtigen Filmtabletten stimmen damit überein [3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; bei einem verordneten Präparat gilt die Dosis, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt festgelegt hat [1, 3].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Naratriptan erst ein, wenn der Migränekopfschmerz begonnen hat, und nicht zur Vorbeugung. Am besten nehmen Sie die Filmtablette, sobald Sie bemerken, dass der Kopfschmerz beginnt; die Einnahme ist aber auch später während der Attacke möglich. Schlucken Sie die Tablette als Ganzes mit Wasser [1, 2]. Die Sicherheit und Wirksamkeit während der Aura vor Beginn des Kopfschmerzes ist laut Fachinformation noch nicht nachgewiesen [2].
Nehmen Sie Naratriptan häufig ein und werden die Kopfschmerzen schlimmer, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er wird Ihnen möglicherweise das Absetzen empfehlen [1].
Präparate mit Naratriptan
Naratriptan gibt es als Filmtabletten von mehreren Anbietern, verschreibungspflichtig und in kleinen Packungen rezeptfrei [1, 4, 6]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Naratriptan-ratiopharm bei Migräne [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Naratriptan-ratiopharm bei Migräne 2,5 mg Filmtabletten | ratiopharm GmbH | apothekenpflichtig; Packung mit 2 Filmtabletten; Grundlage dieser Seite |
| Naratriptan-ratiopharm 2,5 mg Filmtabletten | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; eigene Packungsbeilage |
| Naratriptan STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig |
| Naratriptan Migräne STADA | STADA Consumer Health Deutschland GmbH | |
| Formigran | ||
| Naramig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naratriptan-ratiopharm bei Migräne 2,5 mg Filmtabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Naratriptan-ratiopharm bei Migräne (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 08/2023. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Naratriptan-ratiopharm 2,5 mg Filmtabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 04/2022. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Naratriptan-ratiopharm 2,5 mg Filmtabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 09/2021. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Naratriptan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Naratriptan. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Gibt es Naratriptan rezeptfrei?
Ja, aber nur eingeschränkt: Ohne Rezept dürfen Apotheken Naratriptan zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphase bei Migräne abgeben, wenn eine Ärztin oder ein Arzt die Migräne zuvor festgestellt hat. Das gilt für Tabletten mit höchstens 2,5 mg je Tablette und höchstens 5 mg je Packung. Größere Packungen sind verschreibungspflichtig.
Wann darf ich Naratriptan nicht nehmen?
Nicht bei Herzerkrankungen wie Angina pectoris oder nach einem Herzinfarkt, bei Durchblutungsstörungen der Beine, nach einem Schlaganfall oder einer vorübergehenden Minderdurchblutung des Gehirns, bei hohem Bluthochdruck, bei schweren Nieren- oder Lebererkrankungen und nicht zusammen mit anderen Triptanen oder Ergotamin. Bei leicht erhöhtem, gut eingestelltem Blutdruck kann Naratriptan laut Packungsbeilage eingenommen werden.
Ist ein Engegefühl in der Brust nach Naratriptan gefährlich?
Schweregefühl, Druck, Enge oder Schmerzen in Brust, Hals oder anderen Körperteilen sind gelegentliche Nebenwirkungen; sie können intensiv sein, gehen aber üblicherweise schnell vorüber. Halten sie an oder werden sie schlimmer, besonders Brustschmerzen, suchen Sie umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf. Bei sehr wenigen Menschen kann ein Herzinfarkt die Ursache sein.
Kann Naratriptan Kopfschmerzen verschlimmern?
Ja, wenn es zu häufig eingenommen wird. Laut Fachinformation ist an einen arzneimittelbedingten Kopfschmerz zu denken, wenn trotz oder wegen regelmäßiger Einnahme von Kopfschmerzmitteln häufig oder täglich Kopfschmerzen auftreten. Informieren Sie dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; möglicherweise wird das Absetzen empfohlen.
Darf ich Naratriptan zusammen mit Antidepressiva nehmen?
Informieren Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI oder SNRI einnehmen. Die gleichzeitige Einnahme kann zu Verwirrung, Schwäche oder verminderter Koordination führen; laut Fachinformation wurden Beschwerden wie bei einem Serotonin-Syndrom berichtet. Treten solche Anzeichen auf, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Darf ich Naratriptan in der Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage sollten Sie bis 24 Stunden nach der Einnahme nicht stillen und in dieser Zeit abgepumpte Milch verwerfen. Das Beratungszentrum Embryotox nennt Ibuprofen und Paracetamol als Schmerzmittel der Wahl in der Stillzeit und bei unzureichender Wirksamkeit Sumatriptan gegen akute Migräneattacken; bei individuell besserer Wirksamkeit oder Verträglichkeit erscheinen auch Einzeldosen von Naratriptan akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie viele Naratriptan-Tabletten darf ich am Tag nehmen?
Laut Packungsbeilage der rezeptfreien Packung sollte niemand mehr als zwei Filmtabletten innerhalb von 24 Stunden einnehmen; bei einer Nieren- oder Lebererkrankung nicht mehr als eine. Kehren die Beschwerden nach anfänglicher Besserung zurück, kann nach 4 Stunden eine zweite Tablette eingenommen werden, außer bei einer Nieren- oder Lebererkrankung. Hat die erste nicht gewirkt, nehmen Sie für dieselbe Attacke keine zweite. Einzelheiten stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage".
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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