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Prasugrel: Nebenwirkungen und Wirkung

Prasugrel ist ein verschreibungspflichtiger Hemmer der Blutplättchen, der zusammen mit ASS eingenommen wird, wenn nach einem akuten Koronarsyndrom, etwa einem Herzinfarkt, die Herzkranzgefäße mit einem Kathetereingriff geöffnet wurden. Die häufigste Nebenwirkung sind Blutungen. Bei plötzlicher Taubheit oder Schwäche in Arm, Bein oder Gesicht, Sprachstörungen oder schweren Kopfschmerzen ohne bekannte Ursache, bei Blut im Urin oder Stuhl oder einer Blutung, die sich nicht stillen lässt, wenden Sie sich unverzüglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mann um die sechzig geht nach einem Herzinfarkt in einer Reha-Gruppe langsam einen Waldweg entlang, begleitet von einer Therapeutin
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Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Magen- oder Darmblutung[1, 2]
  • Häufig: Blutung an der Einstichstelle einer Nadel[1, 2]
  • Häufig: Blutergüsse (Hämatome): Blutung unter die Haut an der Einstichstelle oder bei einer Spritze in den Muskel, die zu einer Schwellung führt[1, 2]
  • Häufig: Nasenbluten[1, 2]
  • Häufig: Hautausschlag[1, 2]
  • Häufig: Kleine rote Flecken auf der Haut (Ekchymosen)[1, 2]
  • Häufig: Blut im Urin[1, 2]
  • Häufig: Niedriger Hämoglobinwert oder zu wenige rote Blutkörperchen (Blutarmut, Anämie)[1, 2]
  • Häufig: Blaue Flecken oder Prellung[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Prasugrel eingesetzt?

Prasugrel ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Blutplättchenfunktionshemmer (Thrombozytenaggregationshemmer), die zu den Blutverdünnern zählen [1]. Er wird zusammen mit Acetylsalicylsäure (ASS) bei Erwachsenen eingesetzt, die ein akutes Koronarsyndrom hatten (eine instabile Angina pectoris oder einen Herzinfarkt) und deren verengte Herzkranzgefäße sofort oder später mit einem Kathetereingriff (perkutane Koronarintervention, PCI) geöffnet werden [1, 2]. Dabei können ein oder mehrere Stents eingesetzt worden sein, die die verengten Herzkranzgefäße offen halten [1].

Ziel der Behandlung ist, weiteren Herzinfarkten, Schlaganfällen und Todesfällen durch solche Ereignisse vorzubeugen [1]. Die Packungsbeilage erklärt den Hintergrund: Bildet sich ein Blutgerinnsel in verkalkten Arterien, kann es die Blutversorgung unterbrechen und zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod führen; Gerinnsel in den Herzkranzgefäßen können auch die Blutzufuhr vermindern und eine Brustenge mit starken Brustschmerzen auslösen (instabile Angina pectoris) [1]. Mehr zur Grunderkrankung lesen Sie unter Koronare Herzkrankheit.

Wie wirkt Prasugrel?

Blutplättchen (Thrombozyten) sind sehr kleine Blutzellen. Wird ein Blutgefäß verletzt, klumpen sie zusammen und helfen, einen Blutpfropf zu bilden; deshalb sind sie nötig, um eine Blutung zu stoppen [1]. Prasugrel verhindert das Verklumpen der Blutplättchen und vermindert so die Bildung von Blutgerinnseln [1]. Es ist eine Vorstufe (Prodrug), die im Körper rasch in den wirksamen Abbaustoff umgewandelt wird. Dieser bindet dauerhaft an einen Rezeptor der Blutplättchen für den Botenstoff ADP, den sogenannten P2Y12-Rezeptor [2].

Laut Fachinformation erreicht der wirksame Abbaustoff seine höchste Konzentration im Blut innerhalb von etwa 30 Minuten, seine Halbwertszeit beträgt etwa 7,4 Stunden [2]. Nach dem Ende einer Dauerbehandlung kehrt die Verklumpung der Blutplättchen in 5 Tagen stufenweise zum Ausgangswert zurück [2]. Hinweise zum zeitlichen Abstand zu Operationen stehen im Abschnitt Einnahme und Absetzen.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Blutungen sind die häufigste Nebenwirkung von Prasugrel. Sie können, wenn auch nur gelegentlich, lebensbedrohlich sein [1]. Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt, ergänzt um die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura, die die Fachinformation mit der Häufigkeit "nicht bekannt" führt [1, 2]. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Laut Fachinformation lag in der Zulassungsstudie bei Patientinnen und Patienten unter 75 Jahren mit mindestens 60 kg Körpergewicht der Anteil schwerer und leichterer Blutungen, die nicht durch eine Bypass-Operation bedingt waren, bei 3,6 Prozent unter Prasugrel und bei 2,8 Prozent unter Clopidogrel [2]. Ein Schlaganfall ist bei Menschen, die zuvor keinen Schlaganfall und keine vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns hatten, eine gelegentliche Nebenwirkung [1]. Mehr über Blutungen als Nebenwirkung lesen Sie unter Blutungen und Blutbild.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Blut und LymphsystemThrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP), eine schwerwiegende Erkrankung: Fieber und Blutergüsse als stecknadelkopfgroße rote Punkte auf der Haut, mit oder ohne unerklärliche extreme Müdigkeit, Verwirrung oder Gelbfärbung von Haut oder Augen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsFieberBlutungen und blaue Flecken

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP) ist laut Fachinformation eine schwerwiegende Erkrankung, die eine sofortige Behandlung erfordert [2]. Bei Anzeichen eines Schlaganfalls oder bei Lebensgefahr wählen Sie den Notruf 112.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann um die sechzig spricht in einer hellen Arztpraxis mit einer Kardiologin, die ihm etwas erklärt
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Blutungen und Blutergüsse: Blaue Flecken, kleine rote Hautflecken, Nasenbluten und Blutungen an Einstichstellen sind häufig [1]. Laut Fachinformation kann es unter Prasugrel zusammen mit ASS länger dauern, bis eine Blutung aufhört; teilen Sie jede Blutung, die nach Ort oder Dauer ungewöhnlich ist, Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit [2]. Bemerken Sie Blut im Urin, Blut aus dem Enddarm, Blut im Stuhl oder schwarzen Stuhl oder lässt sich eine Blutung etwa aus einer Schnittwunde nicht stillen, benachrichtigen Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Hautausschlag und Jucken: Ein Hautausschlag ist häufig [1]. Kommen Jucken, ein geschwollenes Gesicht, geschwollene Lippen oder Zunge oder Kurzatmigkeit hinzu, kann das eine schwerwiegende allergische Reaktion sein: Setzen Sie sich unverzüglich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung [1]. Hatten Sie schon einmal eine allergische Reaktion auf Clopidogrel oder einen anderen Blutplättchenfunktionshemmer, sagen Sie das vor Beginn der Behandlung [1].

Weitere Beschwerden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Setzen Sie Prasugrel wegen Beschwerden nicht selbst ab: Bei einem zu frühen Abbruch kann das Risiko für einen Herzinfarkt steigen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, auch über rezeptfreie Mittel, Nahrungsergänzungsmittel und pflanzliche Mittel. Nehmen Sie während der Behandlung andere Arzneimittel nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt gesagt hat, dass das möglich ist [1]. Zusammen mit Clopidogrel, Warfarin oder entzündungshemmenden Schmerz- und Fiebermitteln wie Ibuprofen, Naproxen oder Etoricoxib kann das Blutungsrisiko ansteigen [1]. Laut Fachinformation kann auch die Wechselwirkung mit ASS zu einem erhöhten Blutungsrisiko führen; Prasugrel muss dennoch zusammen mit ASS eingenommen werden, Wirksamkeit und Verträglichkeit dieser Kombination wurden gezeigt [2].

Nehmen Sie Morphin oder andere Opioide gegen schwere Schmerzen, sagen Sie das Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation gelangten Prasugrel und sein wirksamer Abbaustoff bei einer Behandlung mit Morphin verzögert und in geringerer Menge ins Blut, was auch für andere Opioide gilt; die Wirkung von Prasugrel kann schwächer sein [2]. Prasugrel kann laut Fachinformation unter anderem zusammen mit Statinen, Heparin, Digoxin und Mitteln eingenommen werden, die den pH-Wert des Magens erhöhen, etwa Protonenpumpenhemmern; mit Heparin ist ein erhöhtes Blutungsrisiko möglich [2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Prasugrel
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Clopidogrel (ein anderer Blutplättchenfunktionshemmer)Blutungsrisiko kann ansteigen[1, 2]Ärztin oder Arzt vorher informieren
Warfarin oder andere Cumarinderivate (Gerinnungshemmer)Blutungsrisiko kann ansteigen[1, 2]Laut Fachinformation nur mit Vorsicht kombinieren; mit anderen Cumarinderivaten als Warfarin nicht untersucht
Entzündungshemmende Schmerz- und Fiebermittel (NSAR), z. B. Ibuprofen, Naproxen oder EtoricoxibBlutungsrisiko kann ansteigen[1, 2]Laut Fachinformation eine längerfristige gleichzeitige Einnahme nur mit Vorsicht
Morphin oder andere Opioide (gegen schwere Schmerzen)Laut Fachinformation gelangten Prasugrel und sein wirksamer Abbaustoff bei einer Behandlung mit Morphin verzögert und in geringerer Menge ins Blut, das gilt auch für andere Opioide; die Wirkung kann schwächer sein[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Acetylsalicylsäure (ASS)Blutungsrisiko kann steigen[1, 2]Prasugrel wird zusammen mit ASS eingenommen; die ASS-Dosis nennt die Ärztin oder der Arzt
HeparinBlutungsrisiko kann erhöht sein; die Wirkung beider Mittel änderte sich laut Fachinformation nicht wesentlich[2]Gleichzeitige Gabe laut Fachinformation möglich
Mittel, die ausschließlich über das Enzym CYP2B6 abgebaut werden und eine geringe therapeutische Breite haben, z. B. Cyclophosphamid oder EfavirenzPrasugrel hemmt CYP2B6 schwach; laut Fachinformation ist das wahrscheinlich nur bei solchen Mitteln von klinischer Bedeutung[2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Prasugrel nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bitte sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Laut Fachinformation sollte Prasugrel bei einem erhöhten Blutungsrisiko nur dann in Betracht gezogen werden, wenn der Nutzen bei der Vorbeugung von Ereignissen durch Durchblutungsstörungen das Risiko schwerwiegender Blutungen überwiegen kann [2]. In der Zulassungsstudie hatten Patientinnen und Patienten ab 75 Jahren laut Fachinformation ein höheres Risiko für Blutungen, auch für tödliche Blutungen [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Prasugrel oder einen der sonstigen Bestandteile; erkennbar an Hautausschlag, Juckreiz, Gesichtsschwellungen, geschwollenen Lippen oder Kurzatmigkeit[1, 2]
  • Eine Erkrankung, die derzeit zu Blutungen führt, z. B. Magen- oder Darmblutungen (laut Fachinformation eine aktive krankhafte Blutung)[1, 2]
  • Früherer Schlaganfall oder frühere vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (transitorische ischämische Attacke, TIA)[1, 2]
  • Schwerwiegende Lebererkrankung (laut Fachinformation schwere Leberfunktionsstörung, Child-Pugh-Klasse C)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Alter ab 75 Jahren: höheres Blutungsrisiko, die Ärztin oder der Arzt sollte eine niedrigere Tagesdosis verschreiben; laut Fachinformation wird Prasugrel in dieser Altersgruppe im Allgemeinen nicht empfohlen; die Anwendung sollte nur mit Vorsicht nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen[1, 2]
  • Körpergewicht unter 60 kg: die Ärztin oder der Arzt sollte eine niedrigere Tagesdosis verschreiben[1, 2]
  • Erhöhtes Blutungsrisiko durch eine kürzliche schwere Verletzung, eine kürzliche Operation (auch manche Zahnbehandlungen) oder kürzlich aufgetretene oder wiederkehrende Blutungen in Magen oder Darm (z. B. bei Magengeschwür oder Darmpolypen)[1, 2]
  • Nierenerkrankung oder mittelschwere Lebererkrankung; laut Fachinformation gibt es damit nur begrenzte Erfahrungen, das Blutungsrisiko kann erhöht sein[1, 2]
  • Geplante Operation, auch manche Zahnbehandlungen, in den nächsten 7 Tagen: Möglicherweise setzt die Ärztin oder der Arzt Prasugrel für eine gewisse Zeit aus. Laut Fachinformation sollte es spätestens 7 Tage vor einer Operation abgesetzt werden, wenn dabei keine gerinnungshemmende Wirkung gewünscht ist[1, 2]
  • Frühere allergische Reaktion auf Clopidogrel oder einen anderen Blutplättchenfunktionshemmer: vor Beginn der Behandlung mitteilen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Laktose[1]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Prasugrel sollte nicht angewendet werden[1, 2]
  • Unter Prasugrel zusammen mit ASS kann es länger dauern, bis Blutungen aufhören; jede ungewöhnliche Blutung (nach Ort oder Dauer) sollte laut Fachinformation der Ärztin oder dem Arzt mitgeteilt werden[2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen; zu Alkohol enthalten beide keinen eigenen Hinweis [1, 2]. Planen Sie eine Schwangerschaft oder werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].

Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie während der Behandlung schwanger werden oder es werden möchten. Sie dürfen Prasugrel nur einnehmen, nachdem Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über den möglichen Nutzen und die möglichen Risiken für Ihr ungeborenes Kind gesprochen haben.[1]

Laut Fachinformation gibt es keine klinischen Studien mit Schwangeren; Tierstudien ließen nicht auf schädliche Auswirkungen schließen. Prasugrel sollte in der Schwangerschaft nur eingesetzt werden, wenn der mögliche Nutzen für die Mutter das mögliche Risiko für das ungeborene Kind rechtfertigt.[2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Fragen Sie vor der Einnahme in der Stillzeit Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Prasugrel in die Muttermilch übergeht; im Tierversuch ging es in die Milch über, und die Anwendung in der Stillzeit wird nicht empfohlen.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Es ist unwahrscheinlich, dass Prasugrel die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.[1, 2]

Einnahme

Unabhängig von den Mahlzeiten oder zum Essen einnehmen, jeden Tag etwa zur selben Zeit. Die Tablette nicht teilen oder zerkleinern. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, Ihrer Zahnarztpraxis und Ihrer Apotheke, dass Sie Prasugrel einnehmen.[1]

Einnahme vergessen: die Tablette nehmen, sobald es Ihnen einfällt; haben Sie die Einnahme einen ganzen Tag vergessen, am nächsten Tag wie gewohnt fortsetzen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben: Bei einem zu frühen Abbruch kann das Risiko für einen Herzinfarkt ansteigen.[1]

Laut Fachinformation kann ein vorzeitiges Absetzen der Mittel gegen Blutgerinnsel nach einem akuten Koronarsyndrom mit Kathetereingriff das Risiko für Gerinnsel, Herzinfarkt oder Tod durch die Grunderkrankung erhöhen; empfohlen wird eine Behandlungsdauer von bis zu 12 Monaten, sofern ein Absetzen nicht medizinisch angezeigt ist.[2]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen, setzen Sie sich direkt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem nächstgelegenen Krankenhaus in Verbindung, weil Sie ein Risiko für sehr starke Blutungen haben könnten; zeigen Sie die Packung. Laut Fachinformation gibt es keine Daten dazu, wie sich die Wirkung von Prasugrel aufheben lässt; ist eine rasche Korrektur der verlängerten Blutungszeit nötig, können eine Übertragung von Blutplättchen und/oder andere Blutprodukte erwogen werden.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Die Packungsbeilage nennt eine einmalige Anfangsdosis und eine tägliche Dosis; für Menschen mit weniger als 60 kg Körpergewicht und für Menschen ab 75 Jahren gilt eine niedrigere tägliche Dosis. ASS verordnet die Ärztin oder der Arzt zusätzlich [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Nehmen Sie Prasugrel immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1].

Einnahme und Absetzen

Sie können Prasugrel zu den Mahlzeiten oder unabhängig davon einnehmen, jeden Tag etwa zur selben Zeit. Teilen oder zerkleinern Sie die Tablette nicht [1]. Sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, Ihrer Zahnarztpraxis und Ihrer Apotheke, dass Sie Prasugrel einnehmen [1]. Wie Sie bei einer vergessenen Einnahme vorgehen, steht oben in der Karte "Einnahme".

Beenden Sie die Einnahme nicht, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben: Bei einem zu frühen Abbruch kann das Risiko für einen Herzinfarkt ansteigen [1]. Laut Fachinformation wird nach einem akuten Koronarsyndrom mit Kathetereingriff eine Behandlungsdauer von bis zu 12 Monaten empfohlen, sofern ein Absetzen nicht medizinisch angezeigt ist [2]. Ist in den nächsten 7 Tagen eine Operation geplant, auch manche Zahnbehandlungen, setzt die Ärztin oder der Arzt Prasugrel möglicherweise für eine gewisse Zeit aus [1]. Laut Fachinformation sollte es spätestens 7 Tage vor der Operation abgesetzt werden, wenn keine gerinnungshemmende Wirkung gewünscht ist; bei einer Bypass-Operation am Herzen innerhalb von 7 Tagen nach der letzten Einnahme können Blutungen dreimal so häufig und schwerer auftreten [2]. Hinweise zur Vorbereitung finden Sie im Ratgeber Medikamente vor der OP. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Prasugrel

Prasugrel ist als Efient zentral in der Europäischen Union zugelassen, als Tabletten mit 5 mg und 10 mg (Filmtabletten) [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Efient in der deutschen Fassung der EMA-Produktinformation [1, 2]. Präparate anderer Anbieter haben eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist die Beilage Ihres Präparats. Ein weiterer Blutplättchenfunktionshemmer ist Clopidogrel [1].

Präparate mit Prasugrel
PräparatAnbieterHinweis
EfientSUBSTIPHARM (Zulassungsinhaber)Filmtabletten mit 5 mg und 10 mg (verschreibungspflichtig): Grundlage dieser Seite
Prasugrel-ratiopharmratiopharm GmbHFilmtabletten mit 5 mg und 10 mg (verschreibungspflichtig)

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Efient (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Efient 10 mg und 5 mg Filmtabletten. SUBSTIPHARM (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Efient (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels (Fachinformation), und Anhang II. SUBSTIPHARM (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 07/2025. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür nimmt man Prasugrel?

Prasugrel wird zusammen mit Acetylsalicylsäure (ASS) bei Erwachsenen eingesetzt, die ein akutes Koronarsyndrom hatten (eine instabile Angina pectoris oder einen Herzinfarkt) und bei denen die verengten Herzkranzgefäße mit einem Kathetereingriff geöffnet wurden, gegebenenfalls mit einem Stent. Ziel ist, weiteren Herzinfarkten, Schlaganfällen und Todesfällen durch Blutgerinnsel in verkalkten Arterien vorzubeugen.

Welche Nebenwirkungen hat Prasugrel?

Die häufigste Nebenwirkung sind Blutungen. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Blutungen in Magen oder Darm, Nasenbluten, Blut im Urin, Blutungen und Blutergüsse an Einstichstellen, kleine rote Hautflecken, blaue Flecken, Hautausschlag und Blutarmut auf. Gelegentlich kommen allergische Reaktionen und spontane Blutungen etwa im Auge, am Zahnfleisch oder aus dem Enddarm vor. Blutungen können, wenn auch nur gelegentlich, lebensbedrohlich sein.

Warum darf man Prasugrel nach einem Schlaganfall nicht nehmen?

Ein früherer Schlaganfall oder eine frühere vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA) sind Gegenanzeigen. Laut Fachinformation traten in der großen Zulassungsstudie bei Menschen mit einer solchen Vorgeschichte unter Prasugrel bei 6,5 Prozent Schlaganfälle auf, darunter bei 2,3 Prozent Blutungen im Schädelinneren (intrakranielle Blutungen); unter Clopidogrel waren es 1,2 Prozent. Bei Menschen ohne diese Vorgeschichte ist ein Schlaganfall laut Packungsbeilage eine gelegentliche Nebenwirkung.

Muss ich Prasugrel vor einer Operation oder beim Zahnarzt absetzen?

Sagen Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt und Ihrer Zahnarztpraxis, dass Sie Prasugrel einnehmen. Ist in den nächsten 7 Tagen eine Operation geplant, auch manche Zahnbehandlungen, setzt die Ärztin oder der Arzt Prasugrel möglicherweise für eine gewisse Zeit aus. Laut Fachinformation sollte es spätestens 7 Tage vor einer Operation abgesetzt werden, wenn dabei keine gerinnungshemmende Wirkung gewünscht ist. Setzen Sie es aber nie ohne Rücksprache ab.

Wie lange muss ich Prasugrel nehmen?

Wie lange Sie Prasugrel nehmen, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut Fachinformation wird nach einem akuten Koronarsyndrom mit Kathetereingriff eine Behandlungsdauer von bis zu 12 Monaten empfohlen, sofern ein Absetzen nicht medizinisch angezeigt ist. Brechen Sie die Einnahme nicht eigenmächtig ab, denn bei einem zu frühen Abbruch kann das Risiko für einen Herzinfarkt steigen.

Darf ich Schmerzmittel wie Ibuprofen zusammen mit Prasugrel nehmen?

Entzündungshemmende Schmerz- und Fiebermittel wie Ibuprofen, Naproxen oder Etoricoxib können zusammen mit Prasugrel das Blutungsrisiko erhöhen; die Packungsbeilage bittet, die Ärztin oder den Arzt darüber zu informieren. Nehmen Sie andere Arzneimittel nur ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen gesagt hat, dass das möglich ist. Das gilt auch für rezeptfreie Mittel.

Darf ich Prasugrel in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft dürfen Sie Prasugrel nur einnehmen, nachdem Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Nutzen und mögliche Risiken für Ihr ungeborenes Kind gesprochen haben. Laut Fachinformation gibt es keine Studien mit Schwangeren oder Stillenden; die Anwendung in der Stillzeit wird nicht empfohlen.

Wie hoch ist die Dosis von Prasugrel?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie hängt unter anderem von Körpergewicht und Alter ab. Was die Packungsbeilage dazu angibt, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Ändern Sie die Dosis nicht selbst.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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