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Tinzaparin (innohep): Nebenwirkungen und Wirkung
Tinzaparin ist ein verschreibungspflichtiges niedermolekulares Heparin, das als innohep gespritzt wird: zur Vorbeugung von Blutgerinnseln vor und nach Operationen oder bei eingeschränkter Beweglichkeit, zur Gerinnungshemmung bei der Dialyse und in höherer Stärke zur Behandlung von Blutgerinnseln. Häufig sind Blutungen und Reaktionen an der Einstichstelle. Bei einer ernsthaften allergischen Reaktion oder einer starken Blutung kontaktieren Sie sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Tinzaparin eingesetzt?
Tinzaparin ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel, das die natürliche Blutgerinnung hemmt; es gehört zu den niedermolekularen Heparinen und damit zu den Blutverdünnern [1, 2]. In Deutschland ist es als innohep erhältlich, in verschiedenen Stärken mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten [1, 3, 4]. innohep 4.500 Anti-Xa I.E. wird bei Erwachsenen angewendet [1, 2]:
- zur Vorbeugung von Blutgerinnseln vor und nach einer Operation, laut Fachinformation insbesondere bei orthopädischen, allgemeinchirurgischen oder Tumoroperationen,
- zur Vorbeugung von Blutgerinnseln bei erhöhtem Risiko, etwa wenn man sich wegen einer akuten Erkrankung nur eingeschränkt bewegen kann,
- bei einer Blutwäsche (Hämodialyse) oder Hämofiltration, damit sich im Gerät keine Blutgerinnsel bilden.
Die höher dosierte Fertigspritze innohep 10.000 Anti-Xa I.E./0,5 ml dient zur Behandlung von Blutgerinnseln und zur Vorbeugung weiterer Gerinnsel bei Erwachsenen, etwa bei einer Thrombose [3, 4]. Fühlen Sie sich dabei nicht besser oder schlechter, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [3].
Wie wirkt Tinzaparin?
Tinzaparin wird durch enzymatische Aufspaltung aus herkömmlichem unfraktioniertem Heparin vom Schwein hergestellt. Wie Heparin verstärkt es die Wirkung des körpereigenen Gerinnungshemmers Antithrombin III auf aktivierte Gerinnungsfaktoren, in erster Linie auf Faktor Xa; das Verhältnis der Hemmung von Faktor Xa zu Thrombin liegt zwischen 1,5 und 2,5. Laut Fachinformation hemmt Tinzaparin die Thrombinbildung mit fast der gleichen Wirksamkeit wie unfraktioniertes Heparin [2].
Nach einer Spritze unter die Haut gelangen etwa 90 Prozent des Wirkstoffs ins Blut. Die höchste Aktivität ist nach 4 bis 6 Stunden erreicht, die Halbwertszeit beträgt etwa 3,7 Stunden. Tinzaparin wird in der Leber nur geringfügig abgebaut und über die Nieren weitgehend unverändert ausgeschieden [2]. Die Ärztin oder der Arzt bestimmt die Wirkung möglicherweise mit routinemäßigen Blutuntersuchungen [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Am häufigsten sind Blutungen, eine Blutarmut durch Blutungen und Reaktionen an der Einstichstelle. Blutungen können in verschiedenen Schweregraden in allen Organen auftreten, Komplikationen vor allem bei hohen Dosen; schwere Blutungen sind gelegentlich, in einigen Fällen wurde über Todesfälle oder anhaltende Behinderung berichtet [2]. Packungsbeilage und Fachinformation (beide Stand 09/2025) nennen dieselben Häufigkeiten; die Packungsbeilage von innohep 10.000 Anti-Xa I.E./0,5 ml stimmt darin überein [1, 2, 3]. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Eine heparininduzierte Thrombozytopenie Typ II zeigt sich laut Fachinformation weitgehend innerhalb von 5 bis 14 Tagen nach der ersten Dosis und kann mit Blutgerinnseln in Arterien oder Venen verbunden sein; innohep muss dann abgebrochen werden [2]. Schwere allergische Reaktionen wie Hautnekrosen, toxische Hautausschläge, Angioödeme oder Anaphylaxie sind selten; laut Fachinformation sollte die Behandlung schon beim geringsten Verdacht sofort abgebrochen werden [2]. Mehr über Blutungen und Veränderungen des Blutbilds lesen Sie unter Blutungen und Blutbild.
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemBlutungen, die Komplikationen wie Blutarmut (Anämie) oder Blutergüsse (Hämatome) zur Folge haben können[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenVeränderungen des Blutbilds
- Allgemeine BeschwerdenReaktionen an der Einstichstelle: Blutergüsse, Blutungen, Schmerzen, Juckreiz, Rötung, Schwellung und ein harter Knoten[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenJuckreiz
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemAbfall der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemÜberempfindlichkeit (allergische Reaktion)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- HautBlutergüsse und Verfärbung der Haut[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Leber und GalleErhöhte Leberenzymwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautEntzündungsreaktion der Haut (Dermatitis), Hautausschlag und Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemDurch die Heparinbehandlung ausgelöster Abfall der Blutplättchen (heparininduzierte Thrombozytopenie); laut Fachinformation weitgehend innerhalb von 5 bis 14 Tagen nach der ersten Dosis, nach früherer Heparinbehandlung auch rasch einsetzend, und möglicherweise mit Blutgerinnseln in Arterien oder Venen verbunden[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutgerinnsel
- Blut und LymphsystemAnstieg der Blutplättchen (Thrombozytose)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- HautSchwellung von Gesicht, Lippen und Zunge (Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- Stoffwechsel und ErnährungAnstieg des Kaliumwerts im Blut (Hyperkaliämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- HautToxischer Hautausschlag (laut Fachinformation einschließlich Stevens-Johnson-Syndrom)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HautAbsterben von Hautgewebe (Hautnekrosen)[1, 2]
- HautNesselausschlag (Urtikaria)[1, 2]Mehr dazu: Nesselsucht
- Muskeln, Knochen und GelenkeKnochenschwund (Osteoporose), beobachtet in Verbindung mit Langzeitanwendung[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
- Geschlechtsorgane und BrustAnhaltende, normalerweise schmerzhafte Erektion ohne sexuelles Verlangen (Priapismus)[1, 2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Schwerwiegende Nebenwirkungen, die sofortige medizinische Hilfe erforderlich machen, werden unter innohep selten beobachtet [1]. Bei Lebensgefahr wählen Sie den Notruf 112.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Einstichstelle: Reaktionen an der Einstichstelle wie Blutergüsse, Schmerzen, Juckreiz, Rötung, Schwellung oder ein harter Knoten sind häufig [1, 2]. Wählen Sie für jede Injektion eine andere Stelle, etwa abwechselnd die linke und rechte Bauchseite. Drücken Sie die Luftblase in der Spritze nicht heraus und warten Sie nach der Injektion einige Sekunden, bevor Sie die Nadel herausziehen, damit sich die Lösung im Gewebe verteilt [1]. Laut Fachinformation darf nicht im Bereich des Bauchnabels, in Narben oder in Wunden gespritzt werden [2].
Blutungen: Achten Sie auf Zeichen einer starken Blutung wie roten oder braunen Urin, schwarzen Teerstuhl, ungewöhnliche Blutergüsse oder eine Blutung, die sich nicht stoppen lässt, und kontaktieren Sie dann sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus [1]. Spritzen in den Muskel sollten laut Fachinformation während der Behandlung wegen der Gefahr von Blutergüssen vermieden werden [2].
Kalium und Blutplättchen: Laut Fachinformation werden die Blutplättchen vor Beginn und regelmäßig danach gezählt; bei Menschen mit erhöhtem Risiko, etwa bei Diabetes oder chronischem Nierenversagen, wird auch der Kaliumspiegel kontrolliert [2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Mit Entzündungs- und Schmerzmitteln, vor allem NSAR wie Acetylsalicylsäure, mit Mitteln zur Auflösung von Blutgerinnseln, Vitamin-K-Antagonisten, direkten Faktor-Xa- und IIa-Hemmern oder einer hoch dosierten Penicillin-Therapie können Sie wahrscheinlich leichter bluten [1, 2]. Laut Fachinformation sollten solche Kombinationen vermieden oder nur unter engmaschiger Überwachung gegeben werden [2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Entzündungs- und Schmerzmittel, insbesondere NSAR wie Acetylsalicylsäure | Leichtere Blutungen wahrscheinlich; laut Fachinformation verstärkte gerinnungshemmende Wirkung[1, 2] | Laut Fachinformation vermeiden oder nur unter engmaschiger Überwachung |
| Mittel zur Auflösung von Blutgerinnseln (Thrombolytika) | Leichtere Blutungen wahrscheinlich[1, 2] | Laut Fachinformation vermeiden oder nur unter engmaschiger Überwachung |
| Arzneimittel, die die Wirkung von Vitamin K blockieren (Vitamin-K-Antagonisten), direkte Faktor-Xa- und IIa-Hemmer, aktiviertes Protein C | Leichtere Blutungen wahrscheinlich[1, 2] | Laut Fachinformation vermeiden oder nur unter engmaschiger Überwachung |
| Hoch dosierte Penicillin-Therapie | Leichtere Blutungen wahrscheinlich[1, 2] | Laut Fachinformation vermeiden oder nur unter engmaschiger Überwachung |
| Arzneimittel, die den Kaliumspiegel erhöhen | Laut Fachinformation erhöhtes Risiko für einen hohen Kaliumspiegel[2] | Kaliumspiegel vorher und regelmäßig kontrollieren lassen |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Tinzaparin nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1]. Bei einer eingeschränkten Nierenfunktion wird innohep laut Fachinformation ab einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min nicht empfohlen [2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Tinzaparin-Natrium oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2, 3]
- Bestehende oder frühere heparininduzierte Thrombozytopenie (laut Fachinformation immunvermittelt, Typ II)[1, 2, 3]
- Starke Blutung, z. B. im Gehirn, Rückenmark, Auge oder Magen; laut Fachinformation auch Zustände, die schwere Blutungen begünstigen[1, 2, 3]
- Infektion der Herzinnenhaut (septische Endokarditis)[1, 2, 3]
- Behandlung von Blutgerinnseln (höhere Dosis): geplante Rückenmarks- oder Epiduralanästhesie oder Lumbalpunktion[2, 3]
Besondere Vorsicht bei
- Geplante rückenmarksnahe Betäubung (Spinal- oder Epiduralanästhesie) oder Lumbalpunktion: Laut Fachinformation sollen zwischen der letzten vorbeugenden Dosis und dem Setzen der Nadel oder des Katheters mindestens 12 Stunden liegen, ein ähnlicher Abstand vor dem Entfernen des Katheters; danach wird die Behandlung erst nach 4 bis 6 Stunden fortgesetzt[1, 2]
- Bekannte Blutungsneigung; laut Fachinformation soll die Kombination mit Arzneimitteln, die die Blutplättchen oder die Gerinnung beeinflussen, vermieden oder engmaschig überwacht werden[1, 2]
- Behandlung mit anderen Arzneimitteln, die in den Muskel gespritzt werden; laut Fachinformation sollen solche Spritzen wegen der Gefahr von Blutergüssen vermieden werden, und innohep selbst wird nicht in den Muskel gespritzt[1, 2]
- Herabgesetzte Zahl der Blutplättchen; laut Fachinformation wird die Thrombozytenzahl vor Beginn und danach in regelmäßigen Abständen gemessen[1, 2]
- Erhöhter Kaliumspiegel im Blut; laut Fachinformation haben Menschen mit Diabetes, chronischem Nierenversagen, vorbestehender Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose), erhöhtem Kalium vor Beginn, kaliumerhöhenden Arzneimitteln oder langfristiger Anwendung ein höheres Risiko, bei ihnen wird der Kaliumspiegel vorher und regelmäßig kontrolliert[1, 2]
- Künstliche Herzklappe; laut Fachinformation wurde bei voller gerinnungshemmender Dosis über Therapieversagen berichtet, die Anwendung wird für diese Gruppe nicht empfohlen[1, 2]
- Nierenprobleme; laut Fachinformation wird innohep bei einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min nicht empfohlen. Ältere Menschen haben häufiger eine eingeschränkte Nierenfunktion, deshalb ist bei ihnen Vorsicht geboten[1, 2]
- Niedermolekulare Heparine sind laut Fachinformation nicht austauschbar; eine Umstellung auf ein anderes niedermolekulares Heparin erfolgt nur mit besonderer Vorsicht nach dessen Dosierungsanleitung[2]
- Kinder und Jugendliche: innohep ist nicht zur Anwendung bei ihnen vorgesehen[1]
- innohep 10.000 Anti-Xa I.E./0,5 ml enthält Natriummetabisulfit, das in seltenen Fällen Überempfindlichkeitsreaktionen und Verkrampfungen der Bronchien (Bronchospasmen) hervorrufen kann[3]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen; zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2, 4]. Allgemeines zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
innohep in Fertigspritzen kann während der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Ist eine epidurale Betäubung nötig, sagen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, dass Sie innohep anwenden; haben Sie eine künstliche Herzklappe, sprechen Sie mit ihr oder ihm darüber.[1]
Laut Fachinformation deuten Erfahrungen mit mehr als 2.200 Schwangerschaftsverläufen nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder schädliche Wirkungen beim Kind hin; Tinzaparin geht nicht über die Plazenta. Schwangere sollten von einer erfahrenen Ärztin oder einem erfahrenen Arzt behandelt werden. Eine epidurale Betäubung sollte bei Schwangeren mindestens 24 Stunden nach der letzten Behandlungsdosis erfolgen, bei vorbeugender Dosis mit mindestens 12 Stunden Abstand.[2]
Embryotox nennt Tinzaparin ein Medikament der Wahl, eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung sei dennoch nötig. Publizierte Erfahrungen mit über 1.000 Schwangeren im ersten Drittel ergaben keine Hinweise auf schädliche Wirkungen beim Ungeborenen; niedermolekulare Heparine können laut Embryotox in der Schwangerschaft angewendet werden.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Fragen Sie vor der Anwendung in der Stillzeit Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Tinzaparin beim Menschen in die Muttermilch übergeht; ein Risiko für das Kind kann nicht ausgeschlossen werden, deshalb ist abzuwägen, ob das Stillen oder die Behandlung unterbrochen wird.[1, 2]
Laut Embryotox darf während einer Behandlung mit Tinzaparin weiter gestillt werden; Beschwerden beim gestillten Säugling werden nicht erwartet und sind bisher nicht beschrieben.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
innohep hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Vor der Injektion die Hände gründlich waschen und die Haut um die Einstichstelle mit Alkohol reinigen und trocknen lassen. Die Lösung nicht anwenden, wenn sie trüb ist oder Bodensatz hat; eine gelbliche, aber klare Lösung ist weiterhin anwendbar, solange das Verfallsdatum nicht abgelaufen ist. Jede Fertigspritze ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt.[1]
Die Luftblase nicht herausdrücken. Eine Hautfalte locker zwischen Daumen und Zeigefinger halten, die Nadel langsam senkrecht einstechen und den Inhalt langsam in das Fettgewebe spritzen, z. B. der Bauchhaut, der Außenseite des Oberschenkels, des unteren Rückens oder des Oberarms; einige Sekunden warten, dann die Nadel herausziehen. Für die nächste Injektion eine andere Stelle wählen.[1]
Anwendung vergessen: nicht die doppelte Dosis spritzen; haben Sie mehr als eine Anwendung vergessen, wenden Sie sich so bald wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Absetzen
Wenn Sie die Anwendung abbrechen, lässt die blutverdünnende Wirkung nach. Setzen Sie innohep nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal ab. Bei einer heparininduzierten Thrombozytopenie Typ II muss innohep laut Fachinformation abgesetzt werden; die Blutplättchen normalisieren sich gewöhnlich innerhalb von 2 bis 4 Wochen.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie mehr erhalten als vorgesehen, können Blutungen auftreten; sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal, wenn Sie sich unwohl fühlen oder meinen, zu viel angewendet zu haben. Laut Fachinformation können kleinere Blutungen wegen der relativ kurzen Halbwertszeit nach Abbruch der Behandlung konservativ behandelt werden; schwere Blutungen können die Gabe des Gegenmittels Protaminsulfat notwendig machen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage der Fertigspritzen mit 4.500 Anti-Xa I.E. nennt keine festen Dosisangaben, sondern verweist auf die ärztliche Verordnung; die Packungsbeilage der Stärke 10.000 Anti-Xa I.E./0,5 ml nennt eine Dosis nach Körpergewicht [1, 3]. Ergänzend sind Angaben der Fachinformation aufgeführt [2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Wenden Sie innohep immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an [1].
Anwendung und Absetzen
innohep wird unter die Haut gespritzt, bei einer Hämodialyse oder Hämofiltration dagegen in die Schläuche des Dialysegeräts oder in eine Vene [1]. Die Packungsbeilage beschreibt die Anwendung Schritt für Schritt: Hände waschen, die Haut mit Alkohol reinigen und trocknen lassen, die Lösung prüfen, eine Hautfalte bilden, die Nadel langsam senkrecht einstechen und langsam spritzen [1]. Danach wird die Nadel mit der Sicherheitslasche gesichert und die Spritze im Kunststoffbehältnis oder in einem durchstichsicheren Behälter entsorgt [1]. Wie Sie bei einer vergessenen Anwendung vorgehen, steht oben in der Karte "Einnahme".
Wenn Sie die Anwendung abbrechen, lässt die blutverdünnende Wirkung nach; setzen Sie innohep nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem medizinischen Fachpersonal ab [1]. Vor einer rückenmarksnahen Betäubung soll laut Fachinformation ein zeitlicher Mindestabstand zur letzten vorbeugenden Dosis eingehalten werden [2]. Hinweise zur Vorbereitung finden Sie im Ratgeber Medikamente vor der OP. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Tinzaparin
Tinzaparin gibt es in Deutschland als innohep in mehreren Stärken; Embryotox nennt ebenfalls diesen Produktnamen [1, 3, 4]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von innohep 4.500 Anti-Xa I.E. Injektionslösung sowie die Packungsbeilage von innohep 10.000 Anti-Xa I.E./0,5 ml [1, 2, 3]. Niedermolekulare Heparine sind laut Fachinformation nicht untereinander austauschbar; für jedes Präparat gilt seine eigene Dosierungsanleitung [2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| innohep 4.500 Anti-Xa I.E. Injektionslösung | LEO Pharma A/S (pharmazeutischer Unternehmer), LEO Pharma GmbH (örtlicher Vertreter) | Fertigspritzen zur Vorbeugung (verschreibungspflichtig): Grundlage dieser Seite |
| innohep 10.000 Anti-Xa I.E./0,5 ml Injektionslösung, Fertigspritze | LEO Pharma A/S (pharmazeutischer Unternehmer), LEO Pharma GmbH (örtlicher Vertreter) | Fertigspritzen zur Behandlung von Blutgerinnseln (verschreibungspflichtig) |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation innohep 4.500 Anti-Xa I.E. Injektionslösung. LEO Pharma A/S (pharmazeutischer Unternehmer), LEO Pharma GmbH (örtlicher Vertreter). Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation innohep 4.500 Anti-Xa I.E. Injektionslösung. LEO Pharma A/S (Zulassungsinhaber), LEO Pharma GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation innohep 10.000 Anti-Xa I.E./0,5 ml Injektionslösung, Fertigspritze. LEO Pharma A/S (pharmazeutischer Unternehmer), LEO Pharma GmbH (örtlicher Vertreter). Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Tinzaparin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür wird innohep angewendet?
innohep 4.500 Anti-Xa I.E. dient zur Vorbeugung von Blutgerinnseln bei Erwachsenen vor und nach einer Operation und bei erhöhtem Risiko, etwa wenn man sich wegen einer akuten Erkrankung nur eingeschränkt bewegen kann; außerdem wird es bei einer Blutwäsche (Hämodialyse) oder Hämofiltration angewendet, damit sich im Gerät keine Blutgerinnsel bilden. Die höhere Stärke innohep 10.000 Anti-Xa I.E./0,5 ml wird zur Behandlung von Blutgerinnseln und zur Vorbeugung weiterer Gerinnsel bei Erwachsenen eingesetzt.
Welche Nebenwirkungen hat Tinzaparin am häufigsten?
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, sind Blutungen, die zu Blutarmut oder Blutergüssen führen können, und Reaktionen an der Einstichstelle wie Blutergüsse, Blutungen, Schmerzen, Juckreiz, Rötung, Schwellung oder ein harter Knoten. Gelegentlich treten ein Abfall der Blutplättchen, allergische Reaktionen, erhöhte Leberwerte, Hautausschlag und Juckreiz auf.
Sind blaue Flecken an der Einstichstelle normal?
Blutergüsse und andere Reaktionen an der Einstichstelle gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Wählen Sie für jede Injektion eine andere Stelle, zum Beispiel abwechselnd links und rechts am Bauch. Sehr schmerzhafte, große oder dunkle Blutergüsse können dagegen Zeichen einer starken Blutung sein. Dann kontaktieren Sie sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder ein Krankenhaus.
Darf ich innohep in der Schwangerschaft anwenden?
Laut Packungsbeilage kann innohep in Fertigspritzen während der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Die Fachinformation nennt Erfahrungen mit mehr als 2.200 Schwangerschaftsverläufen ohne Hinweis auf ein Fehlbildungsrisiko; Tinzaparin geht nicht über die Plazenta. Embryotox nennt Tinzaparin ein Medikament der Wahl, eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung sei dennoch nötig. Ist eine epidurale Betäubung nötig, sagen Sie der Ärztin oder dem Arzt, dass Sie innohep anwenden.
Darf ich während der Behandlung mit innohep stillen?
Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Tinzaparin beim Menschen in die Muttermilch übergeht; ein Risiko für das Kind kann nicht ausgeschlossen werden, deshalb wird abgewogen, ob das Stillen oder die Behandlung unterbrochen wird. Laut Embryotox darf während einer Behandlung mit Tinzaparin weiter gestillt werden. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Was mache ich, wenn ich eine Spritze vergessen habe?
Spritzen Sie nicht die doppelte Dosis. Haben Sie mehr als eine Anwendung vergessen, wenden Sie sich so bald wie möglich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wie hoch ist die Dosis von innohep?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie hängt davon ab, ob vorgebeugt oder ein Blutgerinnsel behandelt wird, und bei der Behandlung vom Körpergewicht. Was Packungsbeilage und Fachinformation dazu angeben, steht im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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