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Valsartan: Nebenwirkungen und Wirkung

Valsartan ist ein verschreibungspflichtiger Blutdrucksenker aus der Gruppe der Sartane (Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten). Er wird bei Bluthochdruck ab 6 Jahren eingesetzt, außerdem bei Herzschwäche und nach einem Herzinfarkt. Häufige Nebenwirkungen sind Schwindel, ein zu niedriger Blutdruck und eine herabgesetzte Nierenfunktion. Bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen brechen Sie die Einnahme ab und holen unverzüglich ärztliche Hilfe.

Mann Ende fünfzig sitzt morgens entspannt mit einer Tasse Tee auf einer Gartenbank in der Sonne
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Schwindel[1, 2]
  • Häufig: Niedriger Blutdruck mit oder ohne Beschwerden wie Schwindel und Ohnmacht beim Aufstehen[1, 2]
  • Häufig: Herabgesetzte Nierenfunktion (Zeichen einer Nierenfunktionseinschränkung)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Valsartan eingesetzt?

Valsartan gehört zu den Sartanen, auch Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten genannt, und ist verschreibungspflichtig [1, 2]. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis 18 Jahren angewendet [1, 2]. Ein hoher Blutdruck belastet Herz und Arterien; besteht er lange, kann er die Blutgefäße von Gehirn, Herz und Nieren schädigen und zu Schlaganfall, Herz- oder Nierenversagen führen. Ihn auf Normalwerte zu senken, verringert dieses Risiko [1].

Die niedrigeren Stärken sind laut Fachinformation außerdem zugelassen für Erwachsene mit Herzschwäche mit Beschwerden (wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden oder, bei Unverträglichkeit von Betablockern, zusätzlich zu einem ACE-Hemmer, wenn Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten nicht angewendet werden können) und zur Behandlung klinisch stabiler Erwachsener nach einem kurz zurückliegenden Herzinfarkt (12 Stunden bis 10 Tage), wenn sich dabei eine Herzschwäche mit Beschwerden oder eine eingeschränkte Pumpfunktion der linken Herzkammer ohne Beschwerden gezeigt hat [2]. Die Packungsbeilage, auf die sich diese Seite stützt, gehört zur höchsten Stärke, die nur für Bluthochdruck zugelassen ist [1, 2].

Wie wirkt Valsartan?

Angiotensin II ist eine körpereigene Substanz, die die Blutgefäße verengt und den Blutdruck steigen lässt. Valsartan blockiert ihre Wirkung, sodass sich die Blutgefäße erweitern und der Blutdruck sinkt [1]. Genauer wirkt es am AT1-Rezeptor, über den Angiotensin II seine bekannten Wirkungen entfaltet [2]. Anders als ACE-Hemmer wie Ramipril hemmt Valsartan nicht das Enzym ACE und verstärkt die Wirkung des Botenstoffs Bradykinin nicht; deshalb ist Husten als Nebenwirkung laut Fachinformation nicht zu erwarten. In vergleichenden Studien trat trockener Husten unter Valsartan bei 2,6 Prozent der Behandelten auf, unter einem ACE-Hemmer bei 7,9 Prozent [2].

Bei den meisten Menschen setzt die blutdrucksenkende Wirkung innerhalb von 2 Stunden nach einer Einzeldosis ein, ist nach 4 bis 6 Stunden am stärksten und hält 24 Stunden an. Bei regelmäßiger Einnahme ist sie im Wesentlichen innerhalb von 2 Wochen erreicht, die maximale Wirkung innerhalb von 4 Wochen [1, 2]. Die höchsten Blutspiegel stellen sich nach 2 bis 4 Stunden ein; ausgeschieden wird Valsartan überwiegend unverändert über Galle und Stuhl [2]. Menschen mit hohem Blutdruck merken oft keine Anzeichen; halten Sie deshalb die Arzttermine auch dann ein, wenn Sie sich wohl fühlen [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Die Häufigkeit mancher Nebenwirkungen hängt von der Erkrankung ab: Schwindel und eine herabgesetzte Nierenfunktion wurden bei Erwachsenen mit Bluthochdruck seltener beobachtet als bei Erwachsenen, die wegen einer Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt behandelt wurden [1]. In Studien mit Bluthochdruck traten Nebenwirkungen unter Valsartan insgesamt ähnlich oft auf wie unter Placebo [2]. Bei Kindern und Jugendlichen sind die Nebenwirkungen ähnlich wie bei Erwachsenen; ein erhöhter Kaliumwert wurde bei Kindern mit einer chronischen Nierenerkrankung häufiger beobachtet [1, 2]. Mehr zu den häufigsten Beschwerden lesen Sie auf den Seiten Schwindel und niedriger Blutdruck.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Ein Angioödem kann die Atemwege verengen. Tritt es auf, sollte Valsartan laut Fachinformation sofort abgesetzt und nicht erneut gegeben werden; bei manchen Betroffenen waren Angioödeme schon vorher unter anderen Arzneimitteln wie ACE-Hemmern aufgetreten [1, 2]. Auch eine Schwellung der Darmwand ist möglich; die Beschwerden klangen nach dem Absetzen ab [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Sechzigern steht morgens langsam von der Bettkante auf und stützt sich mit einer Hand am Nachttisch ab
Bild: KI-generiert

Schwindel und niedriger Blutdruck: Schwindel und ein zu niedriger Blutdruck, der sich als Schwindel oder Ohnmacht beim Aufstehen zeigen kann, gehören zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. Bei starkem Flüssigkeitsverlust, etwa durch Durchfall oder Erbrechen, oder unter hohen Dosen harntreibender Mittel kann zu Beginn der Behandlung in seltenen Fällen ein zu niedriger Blutdruck mit Beschwerden auftreten; ein solcher Mangel wird laut Fachinformation vorher ausgeglichen, zum Beispiel durch eine niedrigere Diuretika-Dosis [1, 2]. Haben Sie mehr eingenommen, als Sie sollten, und kommt es zu starkem Schwindel oder dem Gefühl, ohnmächtig zu werden, legen Sie sich hin und informieren unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Beeinträchtigt Sie Schwindel im Alltag, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Nierenfunktion und Kalium: Eine herabgesetzte Nierenfunktion ist häufig; Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen als Zeichen eines erhöhten Kaliumwerts (Hyperkaliämie) sind gelegentlich [1]. Bei einer Behandlung wegen Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt sollte die Nierenfunktion überprüft werden; nehmen Sie Arzneimittel, die das Kalium erhöhen, kann es notwendig sein, die Kaliumwerte regelmäßig zu kontrollieren [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Kalium.

Magen-Darm-Beschwerden: Bemerken Sie nach der Einnahme Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen; unter Umständen muss die Dosis angepasst oder ein Arzneimittel beendet werden [1]. Wichtig sind andere Blutdrucksenker (vor allem harntreibende Mittel), Mittel, die das Kalium erhöhen, und Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR [1, 2]. Zusammen mit einem ACE-Hemmer oder Aliskiren steigt das Risiko für einen zu niedrigen Blutdruck, einen zu hohen Kaliumwert und eine Verschlechterung der Nierenfunktion; diese doppelte Blockade wird nicht empfohlen [1, 2]. Bei Lithium kann der Lithiumspiegel steigen [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.

Wechselwirkungen von Valsartan
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Andere blutdrucksenkende Mittel, vor allem harntreibende Mittel (Diuretika)Der Behandlungserfolg kann sich ändern; zusätzliche Diuretika wie Hydrochlorothiazid senken den Blutdruck stärker[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt passt die Dosierung gegebenenfalls an
Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel, kaliumsparende Arzneimittel, HeparinKaliumwert im Blut kann steigen[1, 2]Kombination nicht empfohlen; wenn nötig, Kalium regelmäßig kontrollieren lassen
Entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) einschließlich COX-2-Hemmern sowie Acetylsalicylsäure in Dosen über 3 g am TagBlutdrucksenkende Wirkung kann nachlassen; höheres Risiko für eine Verschlechterung der Nierenfunktion und einen Anstieg des Kaliums[1, 2]Vorsicht; zu Beginn Nierenfunktion überwachen lassen und ausreichend trinken
Lithium (gegen psychiatrische Erkrankungen)Lithiumspiegel und -giftigkeit können steigen, zusätzlich mit einem Diuretikum vermutlich noch mehr[1, 2]Kombination nicht empfohlen; wenn nötig, Lithiumspiegel überwachen lassen
Antibiotika der Rifamycin-Gruppe (z. B. Rifampicin), Ciclosporin, RitonavirKönnen die Valsartan-Spiegel im Blut erhöhen[1, 2]Vorsicht beim Beginn und Beenden einer solchen Behandlung
ACE-Hemmer oder Aliskiren (doppelte Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems)Häufiger zu niedriger Blutdruck, zu hohes Kalium und verschlechterte Nierenfunktion einschließlich eines akuten Nierenversagens[1, 2]Mit Aliskiren bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion nicht erlaubt; sonst nicht empfohlen, mit ACE-Hemmern bei Nierenschädigung durch Diabetes nicht anwenden; nach einem Herzinfarkt Kombination mit einem ACE-Hemmer nicht empfohlen
Bei Herzschwäche: Dreifachkombination aus ACE-Hemmer, Valsartan und Betablocker oder Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonist (z. B. Spironolacton)Mit Betablocker kein nachgewiesener klinischer Nutzen, aber ein höheres Risiko für Nebenwirkungen; die Kombination mit einem Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten wird ebenfalls nicht empfohlen[2]Nicht empfohlen; wenn doch, nur unter fachärztlicher Aufsicht mit engmaschigen Kontrollen von Nierenfunktion, Elektrolyten und Blutdruck

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Valsartan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Bei Menschen mit primärem Hyperaldosteronismus wird Valsartan nicht empfohlen, weil das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System bei ihnen nicht aktiviert ist [1, 2]. Für eine schwere Nierenfunktionsstörung mit einer Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min und für Dialyse gibt es laut Fachinformation keine Erfahrungen zur sicheren Anwendung [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Valsartan oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwere Lebererkrankung, biliäre Zirrhose (eine Form der Leberzirrhose) oder Gallenstau (Cholestase)[1, 2]
  • Diabetes mellitus oder eingeschränkte Nierenfunktion bei gleichzeitiger Behandlung mit Aliskiren[1, 2]
  • Schwangerschaft ab dem vierten Monat (zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel)[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Lebererkrankung: bei leichter bis mittelschwerer Leberinsuffizienz ohne Gallenstau nur mit Vorsicht[1, 2]
  • Schwere Nierenerkrankung oder Dialyse, Verengung der Nierenarterie, kürzlich erfolgte Nierentransplantation[1, 2]
  • Behandlung nach einem Herzinfarkt oder wegen Herzschwäche: Die Nierenfunktion sollte überprüft werden[1, 2]
  • Andere schwere Herzerkrankung, etwa Verengung der Aorten- oder Mitralklappe oder hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie[1, 2]
  • Arzneimittel, die das Kalium erhöhen (Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel, kaliumsparende Mittel, Heparin): Kaliumwerte regelmäßig kontrollieren lassen[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die zusätzlich andere Hemmer des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems einnehmen: Nierenfunktion und Kalium werden regelmäßig geprüft[1, 2]
  • Hyperaldosteronismus (Nebennieren bilden zu viel Aldosteron): Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
  • Großer Flüssigkeitsverlust durch Durchfall oder Erbrechen, hohe Dosen harntreibender Mittel oder ein anderer Volumenmangel[1, 2]
  • Frühere Schwellungen, besonders von Zunge und Gesicht, unter anderen Arzneimitteln einschließlich ACE-Hemmern[1, 2]
  • Gleichzeitige Behandlung mit einem ACE-Hemmer (z. B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril), besonders bei Nierenproblemen durch Diabetes, oder mit Aliskiren: Nierenfunktion, Blutdruck und Elektrolyte werden gegebenenfalls regelmäßig überprüft[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche: zur Behandlung einer Herzschwäche und nach einem Herzinfarkt unter 18 Jahren nicht empfohlen; bei Kindern von 1 bis 6 Jahren sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht nachgewiesen; bei Kindern und Jugendlichen mit einer Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min oder Dialyse wurde Valsartan nicht untersucht und wird daher nicht empfohlen[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder schwanger werden könnten: In der Regel wird Valsartan vor einer Schwangerschaft bzw. sobald sie bekannt ist abgesetzt und durch ein anderes Arzneimittel ersetzt [1]. Das Beratungszentrum Embryotox ordnet Valsartan der Kategorie "rot" zu (gesicherte Teratogenität und/oder gravierende Fetotoxizität): Sartane können zu einer Schädigung des ungeborenen Kindes (Fetopathie) führen, die besonders kritische Zeit beginnt ab der 20. Schwangerschaftswoche [3]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und Embryotox sagen [1, 2, 3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Valsartan wird in der frühen Phase der Schwangerschaft nicht empfohlen und darf nach dem dritten Schwangerschaftsmonat nicht mehr eingenommen werden, weil es dann zu schweren Schädigungen des ungeborenen Kindes führen kann. In der Regel empfiehlt die Ärztin oder der Arzt, Valsartan vor einer Schwangerschaft bzw. sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, abzusetzen, und verordnet ein anderes Arzneimittel. Teilen Sie mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder schwanger werden könnten.[1, 2]

Laut Fachinformation kann Valsartan im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel beim ungeborenen Kind die Nierenfunktion vermindern, zu wenig Fruchtwasser (Oligohydramnion) verursachen und die Verknöcherung des Schädels verzögern; beim Neugeborenen sind Nierenversagen, niedriger Blutdruck und ein zu hoher Kaliumwert möglich. Nach einer Einnahme ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel empfiehlt die Fachinformation Ultraschalluntersuchungen der Nierenfunktion und des Schädels; Säuglinge, deren Mütter Valsartan eingenommen haben, sollten häufig wiederholt auf einen zu niedrigen Blutdruck untersucht werden.[2]

Embryotox ordnet Valsartan der Kategorie "rot" zu (gesicherte Teratogenität und/oder gravierende Fetotoxizität). Aus insgesamt etwa 400 Schwangerschaftsverläufen mit Sartanen (nicht nur Valsartan) im ersten Drittel lässt sich weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko noch ein Fehlbildungsmuster erkennen; ab der 20. Schwangerschaftswoche beginnt die besonders kritische Zeit, danach ist in etwa 30 Prozent der Schwangerschaften mit Einnahme mit einer Schädigung des Kindes (Fetopathie) zu rechnen. Nach einer versehentlichen Einnahme in der Frühschwangerschaft sieht Embryotox die Umstellung auf einen risikoärmeren Blutdrucksenker vor; eine weiterführende Ultraschalluntersuchung kann angeboten werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox, abhängig vom Anwendungsgebiet, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa, im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel auch Nifedipin; ist bei schwerer Herzschwäche ein Hemmstoff des Renin-Angiotensin-Systems unumgänglich, sollte laut Embryotox wegen des geringeren Risikos einer Fetopathie ein ACE-Hemmer gewählt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Valsartan wird in der Stillzeit nicht empfohlen; die Ärztin oder der Arzt kann eine andere Behandlung wählen, vor allem bei Neugeborenen oder Frühgeborenen.[1, 2]

Laut Embryotox liegen keine veröffentlichten Daten zur Stillzeit vor; Sartane sollten in der Stillzeit gemieden werden. Versehentlich eingenommene Einzeldosen erfordern kein Abstillen. Laut Embryotox sollte die Behandlung aber auf in der Stillzeit besser untersuchte Blutdrucksenker wie Alpha-Methyldopa, Metoprolol oder Nifedipin umgestellt werden; beim älteren Säugling können laut Embryotox auch Enalapril oder Captopril erwogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Wie viele andere Blutdrucksenker kann Valsartan Schwindel verursachen und die Konzentrationsfähigkeit beeinflussen; laut Fachinformation kann zeitweise auch Müdigkeit auftreten. Wissen Sie vor dem Autofahren, dem Bedienen von Maschinen oder anderen Tätigkeiten, die Konzentration erfordern, wie Sie auf Valsartan reagieren.[1, 2]

Einnahme

Mit oder ohne Nahrung mit einem Glas Wasser schlucken, jeden Tag etwa zur gleichen Zeit. Die Filmtablette kann in gleiche Dosen geteilt werden. Termine bei der Ärztin oder dem Arzt einhalten, auch wenn Sie sich wohl fühlen.[1]

Dosis vergessen: einnehmen, sobald Sie daran denken; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, die vergessene auslassen. Nicht die doppelte Menge nehmen.[1]

Absetzen

Das Abbrechen der Behandlung kann dazu führen, dass sich Ihre Krankheit verschlechtert. Beenden Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt.[1]

Überdosierung

Kommt es zu starkem Schwindel oder dem Gefühl, ohnmächtig zu werden, legen Sie sich hin und informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin, einen Arzt, die Apotheke oder ein Krankenhaus. Laut Fachinformation kann eine Überdosierung einen ausgeprägten Blutdruckabfall verursachen, der unter Umständen zu Bewusstseinsstörungen, Kreislaufkollaps und/oder Schock führen kann.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage der höchsten Stärke nennt die Dosis bei Bluthochdruck für Erwachsene sowie für Kinder und Jugendliche nach Körpergewicht; für Herzschwäche, die Behandlung nach einem Herzinfarkt, ältere Menschen, eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion und die in Studien geprüften Höchstdosen bei Kindern gibt die Übersicht die Angaben der Fachinformation wieder [1, 2]. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung: Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Valsartan jeden Tag etwa zur gleichen Zeit ein, mit oder ohne Essen, und schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser; sie kann in gleiche Dosen geteilt werden [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie, sobald Sie daran denken; ist es fast Zeit für die nächste Dosis, lassen Sie die vergessene aus. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Das Abbrechen der Behandlung kann dazu führen, dass sich Ihre Krankheit verschlechtert. Beenden Sie die Einnahme nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es sagt [1]. Haben Sie versehentlich zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich sofort an eine Ärztin, einen Arzt, eine Apotheke oder ein Krankenhaus [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Valsartan

Valsartan gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken, außerdem in festen Kombinationen, etwa mit Hydrochlorothiazid oder als Sacubitril/Valsartan; für Kombinationspräparate gelten eigene Packungsbeilagen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Valsartan STADA [1, 2]. Weitere Sartane sind etwa Candesartan und Losartan.

Präparate mit Valsartan
PräparatAnbieterHinweis
Diovanverschreibungspflichtig
Provasverschreibungspflichtig
Valsartan STADASTADAPHARM GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 40, 80, 160 oder 320 mg; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Valsartan STADA 320 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Valsartan STADA 40 mg/80 mg/160 mg/320 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Valsartan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Verursacht Valsartan Husten?

Husten gehört zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten. Weil Valsartan das Enzym ACE nicht hemmt, ist Husten laut Fachinformation nicht zu erwarten; in vergleichenden Studien trat trockener Husten unter Valsartan bei 2,6 Prozent auf, unter einem ACE-Hemmer bei 7,9 Prozent. Atemnot, Schwierigkeiten beim Atmen im Liegen oder geschwollene Füße oder Beine können laut Packungsbeilage Zeichen einer Herzleistungsschwäche sein. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Macht Valsartan schwindelig oder müde?

Schwindel gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, ebenso ein zu niedriger Blutdruck mit Schwindel oder Ohnmacht beim Aufstehen; Müdigkeit und Schwäche sind gelegentlich. Bei Erwachsenen, die wegen Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt behandelt wurden, wurden Schwindel und eine herabgesetzte Nierenfunktion häufiger beobachtet als bei Bluthochdruck. Fahren Sie erst Auto, wenn Sie wissen, wie Sie auf Valsartan reagieren.

Darf ich Ibuprofen nehmen, wenn ich Valsartan einnehme?

Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, zu denen Ibuprofen gehört, können die blutdrucksenkende Wirkung von Valsartan abschwächen. Zusammen können sie außerdem das Risiko erhöhen, dass sich die Nierenfunktion verschlechtert und das Kalium steigt; laut Fachinformation wird zu Beginn eine Überwachung der Nierenfunktion empfohlen, und Sie sollten ausreichend trinken. Fragen Sie vorher Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Valsartan nehme?

Packungsbeilage und Fachinformation von Valsartan STADA enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Valsartan kann aber Schwindel verursachen und den Blutdruck zu stark senken. Wie viel Alkohol für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; Allgemeines im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Wann sollte ich Valsartan einnehmen?

Sie können Valsartan mit oder ohne Nahrung einnehmen. Schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser und nehmen Sie sie jeden Tag etwa zur gleichen Zeit ein. Bei Herzschwäche und nach einem Herzinfarkt wird die Tagesdosis auf zwei Einnahmen verteilt.

Darf ich Valsartan in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der frühen Schwangerschaft wird Valsartan nicht empfohlen, nach dem dritten Schwangerschaftsmonat darf es nicht mehr eingenommen werden, weil es das ungeborene Kind schwer schädigen kann. Planen Sie eine Schwangerschaft oder sind Sie schwanger, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; in der Regel wird auf ein anderes Arzneimittel umgestellt. In der Stillzeit wird Valsartan nicht empfohlen.

Welche Dosis Valsartan ist üblich?

Die Dosis hängt vom Anwendungsgebiet ab: Bei Bluthochdruck wird sie einmal täglich eingenommen, bei Herzschwäche und nach einem Herzinfarkt wird sie schrittweise gesteigert und auf zwei Gaben verteilt. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Angaben aus Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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