MedikamenteWirkstoff
Moxonidin: Nebenwirkungen und Wirkung
Moxonidin ist ein verschreibungspflichtiger, zentral wirksamer Blutdrucksenker zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck (essenzielle oder primäre Hypertonie). Sehr häufig ist ein trockener Mund, häufig sind unter anderem Benommenheit, Schläfrigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, allgemeine Schwäche, Schlafstörungen und Magen-Darm-Beschwerden. Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schwäche, Schwindel, Schläfrigkeit und Benommenheit treten besonders zu Beginn der Behandlung auf. Die Behandlung soll nicht abrupt beendet werden; sie sollte in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt stufenweise über 2 Wochen beendet werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Mundtrockenheit[1, 2]
- Häufig: Denkstörungen, Schlafstörungen einschließlich Schlaflosigkeit[1, 2]
- Häufig: Benommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]
- Häufig: Erweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation)[1, 2]
- Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie) und andere Magen-Darm-Störungen[1, 2]
- Häufig: Hautausschlag, Juckreiz[1, 2]
- Häufig: Rückenschmerzen[1, 2]
- Häufig: Allgemeine Schwäche (Asthenie)[1, 2]
Wofür wird Moxonidin eingesetzt?
Moxonidin ist ein verschreibungspflichtiges, blutdrucksenkendes Arzneimittel (Antihypertensivum) aus der Gruppe der Imidazolin-Rezeptoragonisten [1, 2]. Angewendet wird es zur Behandlung von erhöhtem Blutdruck (essenzielle oder primäre Hypertonie) [1, 2]. Wird Moxonidin zusammen mit anderen Blutdrucksenkern eingenommen, verstärkt sich die blutdrucksenkende Wirkung von Moxonidin; mit Betablockern gibt es Besonderheiten beim Absetzen [1, 2].
Bei einer schweren koronaren Herzkrankheit oder einer instabilen Angina pectoris (Brustschmerz) ist laut Fachinformation besondere Vorsicht erforderlich, weil nur begrenzte Erfahrungen vorliegen [2]. Bei einer Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) und bei bestimmten Erregungsleitungsstörungen des Herzens darf Moxonidin nicht eingenommen werden [1, 2].
Wie wirkt Moxonidin?
Moxonidin wirkt über das zentrale Nervensystem: Es bindet an bestimmte Bindestellen (Rezeptoren) im Gehirn und verringert dadurch die Aktivität der Nerven, die den Blutdruck regulieren [1]. Laut Fachinformation bindet es im Hirnstamm gezielt an sogenannte I1-Imidazolin-Rezeptoren in einer Region, die für die zentrale Steuerung des sympathischen Nervensystems entscheidend ist. Die Aktivität des Sympathikus wird gehemmt, wie an sympathischen Nervenendigungen von Herz, Eingeweiden und Nieren gezeigt wurde. Beim Menschen sinkt der Widerstand in den Blutgefäßen und mit ihm der Blutdruck [2].
An zentrale alpha-2-Rezeptoren bindet Moxonidin im Vergleich dazu nur schwach; der Bindung an diese Rezeptoren werden die häufigsten Nebenwirkungen zentral wirksamer Blutdrucksenker wie Benommenheit und Mundtrockenheit zugeschrieben [2]. Wie sich Moxonidin auf Sterblichkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auswirkt, ist laut Fachinformation derzeit nicht bekannt [2]. Etwa 90 Prozent einer eingenommenen Dosis werden aufgenommen, Essen beeinflusst das nicht. Die höchsten Blutspiegel werden 30 bis 180 Minuten nach der Einnahme erreicht; die Halbwertszeit beträgt 2,2 bis 2,3 Stunden. Moxonidin wird fast vollständig über die Nieren ausgeschieden; wegen dieser Ausscheidung erfordert eine eingeschränkte Nierenfunktion besondere Vorsicht, und es gelten niedrigere Höchstdosen [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10 und "gelegentlich" bis zu 1 von 100 [1, 2]. Die Häufigkeiten stammen aus placebokontrollierten Studien mit 886 Menschen, die Moxonidin erhielten; bei Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), niedrigem Blutdruck (Hypotonie) und Bewusstseinsverlust (Synkope) wurde dabei keine höhere Häufigkeit als unter Placebo festgestellt [2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, allgemeine Schwäche (Asthenie), Schwindel und Schläfrigkeit oder Benommenheit wurden häufiger beschrieben. Laut Packungsbeilage treten diese Beschwerden besonders zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden im Laufe der Zeit [1]; die Fachinformation formuliert, dass Häufigkeit und Stärke dieser Beschwerden im Laufe der Behandlung oft abklingen [2]. Mehr dazu auf den Seiten Mundtrockenheit und Müdigkeit.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Magen und DarmMundtrockenheit[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheDenkstörungen, Schlafstörungen einschließlich Schlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Konzentrations- und GedächtnisstörungenSchlafstörungen
- NervensystemBenommenheit, Kopfschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit (Somnolenz)[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitKopfschmerzenSchwindel
- Gefäße und KreislaufErweiterung der Blutgefäße (Vasodilatation)[1, 2]
- Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall, Verdauungsstörungen (Dyspepsie) und andere Magen-Darm-Störungen[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenVerstopfungDurchfallSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- HautHautausschlag, Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagJuckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Rückenschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenAllgemeine Schwäche (Asthenie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitsretention, Appetitverlust (Anorexie)[1, 2]Mehr dazu: WassereinlagerungenAppetitlosigkeit
- PsycheDepression, Angst, Nervosität, vermindertes sexuelles Verlangen (Libidoverlust)[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungAngstUnruhe und NervositätWeniger Lust auf Sex
- NervensystemDämpfung (Sedierung)[1, 2]
- NervensystemBewusstseinsverlust (Synkope)[1, 2]
- NervensystemMissempfindungen in Armen und Beinen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- AugenTrockener Juckreiz oder brennendes Gefühl am Auge[1, 2]
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HerzVerlangsamter Puls (Bradykardie)[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
- Gefäße und KreislaufNiedriger Blutdruck (Hypotonie), Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger Blutdruck
- Gefäße und KreislaufVerfärbung der Finger und Zehen wegen verminderter Durchblutung (Raynaud-Syndrom)[1, 2]
- Gefäße und KreislaufDurchblutungsstörungen in den Gliedmaßen und äußeren (peripheren) Gefäßen[1, 2]
- Magen und DarmSchmerz in den Speicheldrüsen (Parotisschmerz)[1, 2]
- HautAllergische Hautreaktionen[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- HautSchwellung der Haut und der Schleimhäute, besonders im Bereich von Gesicht, Mund, Zunge und Rachen (angioneurotisches Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- Muskeln, Knochen und GelenkeNacken-/Halsschmerzen[1, 2]
- Nieren und HarnwegeUnfähigkeit, Wasser zu lassen (Harnverhalten) oder Inkontinenz[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
- Geschlechtsorgane und BrustBrustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie), Impotenz[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und BrustvergrößerungErektionsstörungen
- Allgemeine BeschwerdenGewebeschwellung (Ödem), die verschiedene Teile des Körpers betreffen kann[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Gelegentlich kommt es zu einem verlangsamten Puls, zu niedrigem Blutdruck, zu einem Blutdruckabfall beim Aufstehen oder zu einem Bewusstseinsverlust (Synkope) [1, 2]. Nach versehentlicher Einnahme von zu vielen Tabletten suchen Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses auf [1]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Benommenheit: Diese Beschwerden treten laut Packungsbeilage besonders zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden im Laufe der Zeit [1]. Belasten sie Sie, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke. Beenden Sie die Behandlung wegen Nebenwirkungen nicht abrupt und fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut Packungsbeilage sollte sie stufenweise über einen Zeitraum von 2 Wochen beendet werden [1, 2].
Alkohol und Beruhigungsmittel: Während der Behandlung sollten Sie keinen Alkohol trinken [1]. Moxonidin kann die Wirkung von Alkohol, Beruhigungsmitteln, angstlösenden Mitteln und Schlafmitteln verstärken [1, 2]. Hintergründe im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Schwindel beim Aufstehen: Ein Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) gehört zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, Schwindel zu den häufigen [1, 2]. Bemerken Sie Benommenheit oder Schwindel, sollten Sie laut Packungsbeilage potenziell gefährliche Tätigkeiten wie Autofahren oder das Bedienen von Maschinen vermeiden [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Andere Blutdrucksenker verstärken die blutdrucksenkende Wirkung von Moxonidin [1, 2]. Moxonidin kann die Wirkung von Beruhigungsmitteln, angstlösenden Mitteln und Schlafmitteln verstärken; die dämpfende Wirkung von Benzodiazepinen kann zunehmen [1, 2]. Trizyklische Antidepressiva mindern laut Fachinformation die Wirkung zentral wirksamer Blutdrucksenker, und Moxonidin kann ihre Wirkung verstärken; Moxonidin sollte nicht gleichzeitig mit ihnen angewendet werden [1, 2]. Tolazolin, ein gefäßerweiterndes Mittel, kann die Wirkung von Moxonidin abschwächen [1, 2]. Nehmen Sie zusätzlich einen Betablocker, wird beim Beenden der Behandlung zuerst dieser abgesetzt [1, 2]. Mehr im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere blutdrucksenkende Mittel (Antihypertensiva) | Die blutdrucksenkende Wirkung von Moxonidin wird verstärkt[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Beruhigungsmittel, angstlösende Mittel (Tranquilizer) und Schlafmittel | Moxonidin kann ihre Wirkung verstärken[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; bei Schlafmitteln vermerkt die Fachinformation: gleichzeitige Anwendung vermeiden |
| Benzodiazepine (Schlaf- und Beruhigungsmittel) wie Lorazepam | Ihre dämpfende Wirkung kann verstärkt werden; bei Lorazepam mäßige Verstärkung der durch Lorazepam bedingten Einschränkung der Denk- und Merkfähigkeit[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Trizyklische Antidepressiva (gegen depressive Erkrankungen) | Sie mindern die Wirkung zentral wirksamer Blutdrucksenker; Moxonidin kann ihre Wirkung verstärken[1, 2] | Moxonidin sollte nicht gleichzeitig mit ihnen angewendet werden |
| Tolazolin (gefäßerweiterndes Mittel gegen Verkrampfungen der äußeren Blutgefäße) | Kann die Wirkung von Moxonidin abschwächen, laut Fachinformation abhängig von der Dosis[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Betablocker | Beim Beenden einer gemeinsamen Behandlung kommt es auf die Reihenfolge an[1, 2] | Zuerst den Betablocker schrittweise absetzen, einige Tage später Moxonidin, fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt |
| Arzneimittel, die wie Moxonidin aktiv über die Nierenkanälchen ausgeschieden werden | Wechselwirkungen sind nicht auszuschließen[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Moxonidin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Bei einem verlangsamten Herzschlag mit weniger als 50 Schlägen pro Minute in Ruhe, bestimmten Erregungsleitungsstörungen des Herzens und einer Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz) darf Moxonidin nicht eingenommen werden [1, 2]. Bei einer mittelgradigen Herzinsuffizienz ist laut Fachinformation besondere Vorsicht erforderlich, weil die Sicherheit der Anwendung bisher nicht ausreichend belegt ist [2]. Wegen der vorwiegenden Ausscheidung über die Nieren erfordert eine eingeschränkte Nierenfunktion besondere Vorsicht [2]; laut Packungsbeilage ist die Wirkung dann möglicherweise zu stark, insbesondere zu Behandlungsbeginn [1]. Bei einem AV-Block 1. Grades, einer Störung der Erregungsleitung am Herzen, ist besondere Vorsicht geboten, um einen verlangsamten Herzschlag zu vermeiden [2]. Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren sollten Moxonidin nicht erhalten, weil keine ausreichenden Erfahrungen in dieser Altersgruppe vorliegen [1, 2].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Moxonidin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Sick-Sinus-Syndrom (eine Herzerkrankung, die zu einem anormalen oder unregelmäßigen Herzschlag führt)[1, 2]
- Verlangsamte Herzschlagfolge (Bradykardie) mit weniger als 50 Schlägen pro Minute in Ruhe[1, 2]
- Atrioventrikulärer Block (AV-Block) 2. oder 3. Grades, eine Störung der Erregungsleitung des Herzens; der AV-Block 3. Grades wird auch vollständige Herzblockade genannt[1, 2]
- Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- AV-Block 1. Grades (eine Störung der Erregungsleitung am Herzen, die sich im EKG zeigt): besondere Vorsicht, um einen verlangsamten Herzschlag (Bradykardie) zu vermeiden[1, 2]
- Gleichzeitige Einnahme eines Betablockers: Wird die Behandlung beendet, wird zuerst der Betablocker abgesetzt und erst einige Tage später Moxonidin[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Wirkung von Moxonidin ist möglicherweise zu stark, insbesondere zu Behandlungsbeginn; die Ärztin oder der Arzt passt die Dosis deshalb besonders vorsichtig an[1, 2]
- Schwere koronare Herzkrankheit (verminderte Blutversorgung des Herzmuskels) oder instabile Angina pectoris (Brustschmerz): besondere Vorsicht, weil nur begrenzte Erfahrungen vorliegen[1, 2]
- Mittelgradige Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz): besondere Vorsicht, weil die Sicherheit der Anwendung bisher nicht ausreichend belegt ist[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren: Moxonidin sollte nicht angewendet werden, weil keine ausreichenden Erfahrungen in dieser Altersgruppe vorliegen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose; erst nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt einnehmen[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit wurden nicht untersucht; Moxonidin kann aber Benommenheit und Schwindel verursachen. Bemerken Sie das bei sich, sollten Sie potenziell gefährliche Tätigkeiten wie Autofahren oder das Bedienen von Maschinen vermeiden [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Mehr zur Fahrtüchtigkeit im Ratgeber Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft darf Moxonidin nur bei zwingender Notwendigkeit eingenommen werden. Es gibt keine ausreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren; Tierversuche ergaben schädliche Wirkungen auf die Fortpflanzung (Reproduktionstoxizität), das mögliche Risiko für Menschen ist nicht bekannt.[1, 2]
Embryotox ordnet Moxonidin den Mitteln mit widersprüchlichen oder noch unzureichenden Studienergebnissen zu (geringer Erfahrungsumfang). Die wenigen dort dokumentierten Schwangerschaften zeigten kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; eine fundierte Risikobewertung ist laut Embryotox derzeit nicht möglich. In der Schwangerschaft sollten besser geeignete Blutdrucksenker bevorzugt werden; nach einer Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Alpha-Methyldopa oder Metoprolol, im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel auch Nifedipin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Moxonidin geht in die Muttermilch über und wird deshalb während der Stillzeit nicht eingenommen. Ist eine Behandlung zwingend erforderlich, soll abgestillt werden.[1]
Embryotox gibt die relative Dosis für den Säugling mit 12 Prozent an, erhoben 1987 bei fünf Müttern, und empfiehlt, Mittel der Wahl gegen Bluthochdruck zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Während der Behandlung sollten Sie keinen Alkohol trinken. Moxonidin kann die Wirkung von Alkohol verstärken.[1, 2]
Autofahren und Maschinen
Die Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen wurden nicht untersucht. Moxonidin kann aber Benommenheit und Schwindel verursachen; bemerken Sie das bei sich, sollten Sie potenziell gefährliche Tätigkeiten wie Autofahren oder das Bedienen von Maschinen vermeiden.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen, vor, während oder nach den Mahlzeiten; eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme beeinflusst die Wirkung von Moxonidin nicht.[1, 2]
Einnahme vergessen: diese Dosis auslassen und die nächste Dosis zum nächsten regulären Einnahmezeitpunkt einnehmen; nicht die doppelte Menge nehmen.[1]
Absetzen
Die Behandlung nicht abrupt beenden; sie sollte stufenweise über einen Zeitraum von 2 Wochen beendet werden, fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Nehmen Sie zusätzlich einen Betablocker, wird zuerst dieser abgesetzt und einige Tage später Moxonidin.[1, 2]
Überdosierung
Bei versehentlicher Einnahme von zu vielen Tabletten sofort eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses aufsuchen. Zeichen einer Überdosierung sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Schläfrigkeit oder Benommenheit, Müdigkeit, Bauchschmerzen, allgemeine Schwäche, Dämpfung (Sedierung), niedriger Blutdruck, Blutdruckabfall mit Schwindel beim Aufstehen, langsamer Herzschlag und Mundtrockenheit; in seltenen Fällen können Erbrechen und ein erneuter Blutdruckanstieg (paradoxe Hypertonie) auftreten. Bei einem 2-jährigen Kind wurden nach versehentlicher Einnahme Dämpfung, Koma, niedriger Blutdruck, enge Pupillen und Atemnot berichtet. Ein spezifisches Gegenmittel gibt es laut Fachinformation nicht.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage beschreibt, mit welcher Dosis die Behandlung am Morgen beginnt, wie sie in Abständen von 3 Wochen gesteigert werden kann und welche Höchstmengen je Einnahme und je Tag gelten (bei eingeschränkter Nierenfunktion niedrigere) [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten mit ausreichend Flüssigkeit ein, vor, während oder nach den Mahlzeiten; eine gleichzeitige Nahrungsaufnahme beeinflusst die Wirkung nicht [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, lassen Sie diese Dosis aus und nehmen Sie die nächste Dosis zum nächsten regulären Einnahmezeitpunkt; nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].
Beenden Sie die Behandlung nicht abrupt. Laut Packungsbeilage sollte sie stufenweise über einen Zeitraum von 2 Wochen beendet werden; fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. In einer begrenzten Zahl von Studien wurde nach dem Absetzen keine Gegenregulation des Blutdrucks (Rebound-Effekt) festgestellt; trotzdem wird laut Fachinformation ein plötzliches Absetzen nicht empfohlen [2]. Tipps im Ratgeber Medikamente absetzen. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Moxonidin
Moxonidin gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten in verschiedenen Stärken. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Moxonidin STADA [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Cynt | verschreibungspflichtig | |
| Moxonidin AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 0,2, 0,3 oder 0,4 mg |
| Moxonidin STADA | STADAPHARM GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 0,2, 0,3 oder 0,4 mg; Grundlage dieser Seite |
| Moxonidin-CT | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 0,2, 0,3 oder 0,4 mg |
| Moxonidin-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 0,2, 0,3 oder 0,4 mg |
| Physiotens | verschreibungspflichtig |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Moxonidin STADA 0,2 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 09/2019. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Moxonidin STADA 0,2 mg/0,3 mg/0,4 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 11/2021. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Moxonidin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Macht Moxonidin müde?
Ja, Schläfrigkeit und Benommenheit gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten; häufig sind auch Schwindel und allgemeine Schwäche, gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100, eine Dämpfung (Sedierung). Laut Packungsbeilage treten Schläfrigkeit, Benommenheit, Schwäche und Schwindel besonders zu Beginn der Behandlung auf und verschwinden im Laufe der Zeit. Bemerken Sie Benommenheit oder Schwindel, sollten Sie potenziell gefährliche Tätigkeiten wie Autofahren oder das Bedienen von Maschinen vermeiden.
Warum habe ich unter Moxonidin einen trockenen Mund?
Mundtrockenheit ist laut Packungsbeilage die einzige sehr häufige Nebenwirkung von Moxonidin, sie kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Sie tritt besonders zu Beginn der Behandlung auf und verschwindet im Laufe der Zeit. Belastet sie Sie oder hält sie an, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Darf ich Moxonidin einfach absetzen?
Nein. Die Behandlung mit Moxonidin soll nicht abrupt beendet werden; laut Packungsbeilage sollte sie stufenweise über einen Zeitraum von 2 Wochen beendet werden. Fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Nehmen Sie zusätzlich einen Betablocker, wird zuerst dieser abgesetzt und erst einige Tage später Moxonidin.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Moxonidin nehme?
Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Behandlung mit Moxonidin keinen Alkohol trinken. Laut Fachinformation kann Moxonidin die Wirkung von Alkohol verstärken. Allgemeines dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.
Wann nehme ich Moxonidin ein, morgens oder abends?
Die Behandlung beginnt laut Packungsbeilage mit einer Einnahme am Morgen. Nach einer Dosiserhöhung kann die Tagesdosis einmal am Tag oder aufgeteilt auf morgens und abends eingenommen werden; bei der höchsten Tagesdosis sollte sie auf morgens und abends aufgeteilt werden. Wie Sie Moxonidin einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Sie können die Tabletten vor, während oder nach den Mahlzeiten mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen.
Darf ich Moxonidin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
In der Schwangerschaft darf Moxonidin laut Packungsbeilage nur bei zwingender Notwendigkeit eingenommen werden; es ist nicht bekannt, ob es das ungeborene Kind schädigen kann. Moxonidin geht in die Muttermilch über; laut Packungsbeilage nehmen Sie es deshalb in der Stillzeit nicht ein, und ist eine Behandlung zwingend erforderlich, soll abgestillt werden. Das Beratungszentrum Embryotox rät, in Schwangerschaft und Stillzeit besser geeignete Blutdrucksenker zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Welche Dosis Moxonidin ist üblich?
Die Behandlung beginnt laut Packungsbeilage mit einer Einnahme am Morgen; die Dosis kann jeweils nach 3 Wochen erhöht werden. Es gelten Höchstmengen je Einnahme und je Tag, bei eingeschränkter Nierenfunktion niedrigere. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Angaben der Packungsbeilage finden Sie im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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Medikamente LorazepamLorazepam ist ein Benzodiazepin zur Kurzzeitbehandlung schwerer Angst- und Spannungszustände.
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