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Gentamicin am Auge: Nebenwirkungen und Wirkung
Gentamicin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside. Als Augentropfen und Augensalbe wird es bei bakteriellen Infektionen des vorderen Auges angewendet, etwa bei Bindehaut-, Hornhaut- oder Lidrandentzündung und Gerstenkorn, in der Regel nicht länger als 2 Wochen. Packungsbeilage und Fachinformation nennen Augenirritationen, Wundheilungsstörungen und Überempfindlichkeitsreaktionen ohne Häufigkeit. Sehr selten wurde über eine Erweiterung der Pupille berichtet.

Wofür wird Gentamicin eingesetzt?
Diese Seite beschreibt Gentamicin zur Anwendung am Auge, als Augentropfen und Augensalbe. Gentamicin-POS sind antibakteriell wirkende, verschreibungspflichtige Augentropfen [1, 2]. Sie werden bei Infektionen des vorderen Augenabschnitts durch Gentamicin-empfindliche Erreger angewendet, etwa bei bakteriellen Entzündungen der Bindehaut (Konjunktivitis), der Hornhaut (Keratitis, Keratokonjunktivitis), der Lidränder (Blepharitis) und der Augenliddrüsen (Gerstenkorn, Hordeolum) [1]. Die Augensalbe ist laut Fachinformation zusätzlich zur Vorbeugung von Infektionen zugelassen, wenn bei Verletzungen des vorderen Augenabschnitts oder bei Augenoperationen eine Infektion mit Gentamicin-empfindlichen Erregern möglich erscheint [2]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Bindehautentzündung.
Gentamicin als Spritze oder Infusion: Laut Embryotox wird Gentamicin außerdem bei schweren Infektionen eingesetzt, meist zusammen mit weiteren Antibiotika; weil es über den Darm praktisch nicht aufgenommen wird, wird es dann in die Vene oder in den Muskel gegeben. Schäden an Nieren und Gehör (Nephro- und Ototoxizität) sind bekannte Nebenwirkungen einer solchen Behandlung mit Aminoglykosiden [3]. Für diese Anwendung gelten eigene Packungsbeilagen; die Angaben auf dieser Seite gelten nur für die Anwendung am Auge. Gentamicin gehört zu den Antibiotika.
Wie wirkt Gentamicin?
Gentamicin ist ein bakterientötend (bakterizid) wirkendes Antibiotikum aus der Gruppe der Aminoglykoside. Es verbindet sich mit Eiweißen der Ribosomen von Bakterien, sodass die Information der Boten-RNS (m-RNS) falsch abgelesen wird; laut Embryotox hemmt es so die Eiweißbildung empfindlicher Bakterien [2, 3]. Laut Fachinformation wirkt es sowohl auf Bakterien, die sich vermehren, als auch auf ruhende Bakterien [2].
Bakterien können gegen Gentamicin unempfindlich (resistent) werden, am häufigsten, indem sie den Wirkstoff mit Enzymen verändern. Zwischen Gentamicin und anderen Aminoglykosiden besteht eine weitgehende Kreuzresistenz [2]. Weil am Auge meist deutlich höhere Konzentrationen erreicht werden als bei Gabe in den Körper, kann Gentamicin dort laut Fachinformation auch bei Erregern wirken, die im Labor als unempfindlich gelten, etwa bei Streptokokken und Enterokokken [2]. Nach der Anwendung am Auge werden in Binde- und Hornhaut, abhängig von der Häufigkeit der Anwendung, bakterientötende Konzentrationen erreicht, bei häufiger Anwendung am entzündeten Auge auch therapeutisch wirksame Konzentrationen im Kammerwasser. Mit einer Aufnahme ins Blut über die Nachweisgrenze hinaus ist nicht zu rechnen [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Packungsbeilage und Fachinformation von Gentamicin-POS nennen nur für zwei Nebenwirkungen eine Häufigkeit: Sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, wurde über eine Erweiterung der Pupille berichtet, und sehr selten entwickelten Menschen mit ausgeprägten Hornhautschäden unter phosphathaltigen Augentropfen Trübungen der Hornhaut durch Kalkablagerungen [1, 2]. Die Liste unten zeigt diese beiden Nebenwirkungen. Wie Sie Häufigkeitsangaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Ohne Angabe einer Häufigkeit nennen beide Dokumente außerdem Augenirritationen wie Brennen, Fremdkörpergefühl oder Rötung, Wundheilungsstörungen (vor allem nach Verletzungen der Hornhaut) sowie Überempfindlichkeitsreaktionen wie Schwellung, Rötung oder Juckreiz [1, 2]. Das Wollwachs der Augensalbe kann örtlich begrenzte Hautreaktionen wie eine Kontaktdermatitis hervorrufen [2]. Mehr zu allergischen Reaktionen lesen Sie unter Arzneimittelallergie.
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Wird Gentamicin am Auge häufiger angewendet als angegeben, weil die Erkrankung schwer ist, können laut Fachinformation in Einzelfällen Defekte (Geschwüre) der Bindehaut auftreten; dann sollte die Dosis verringert oder das Arzneimittel abgesetzt werden, und gegebenenfalls muss mit einem anderen Antibiotikum weiterbehandelt werden [2]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Brennen und Reizung: Die Augentropfen enthalten das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, das Reizungen am Auge hervorrufen kann, besonders bei trockenen Augen oder Erkrankungen der Hornhaut. Tritt nach der Anwendung ein ungewöhnliches Gefühl, Brennen oder Schmerz im Auge auf, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Mehr dazu unter Trockene Augen.
Kontaktlinsen: Laut Fachinformation dürfen während der Behandlung keine Kontaktlinsen getragen werden [2]. Die Packungsbeilage weist darauf hin, dass Benzalkoniumchlorid von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben kann [1]. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wann Sie wieder Linsen tragen können.
Schleiersehen nach der Augensalbe: Durch den Salbenfilm auf der Hornhaut sehen Sie nach der Anwendung der Augensalbe vorübergehend verschleiert; das beeinträchtigt das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr, beim Bedienen von Maschinen und beim Arbeiten ohne sicheren Halt [2]. Laut Packungsbeilage der Augensalbe dürfen Sie unmittelbar nach der Anwendung kein Fahrzeug führen, keine Maschinen bedienen und nicht ohne sicheren Halt arbeiten [4]. Laut Fachinformation wird die Salbe bei gemeinsamer Anwendung mit den Tropfen abends vor dem Schlafengehen eingestrichen [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen, auch wenn sie nicht verschreibungspflichtig sind [1]. Studien zu Wechselwirkungen wurden nicht durchgeführt; klinisch relevante Wechselwirkungen mit Gentamicin sind laut Fachinformation bislang nicht bekannt [2]. Gentamicin ist aber unverträglich mit Amphotericin B, Heparin, Sulfadiazin, Cephalotin und Cloxacillin: Werden diese Mittel gleichzeitig am Auge angewendet, können sich sichtbare Niederschläge im Bindehautsack bilden [1, 2]. Wenden Sie zusätzlich andere Augentropfen oder Augensalben an, sollten Sie zwischen den Anwendungen 15 Minuten Abstand einhalten; Augensalben sollten Sie stets als Letztes anwenden [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Amphotericin B, Heparin, Sulfadiazin, Cephalotin und Cloxacillin | Unverträglich mit Gentamicin: Die gleichzeitige Anwendung am Auge kann sichtbare Niederschläge im Bindehautsack verursachen[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke über alle angewendeten Mittel informieren |
| Andere Augentropfen oder Augensalben | Klinisch relevante Wechselwirkungen mit Gentamicin sind laut Fachinformation bislang nicht bekannt; Studien dazu wurden nicht durchgeführt[1, 2] | 15 Minuten Abstand zwischen den Anwendungen; Augensalben stets als Letztes anwenden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Gentamicin nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Sie dürfen Gentamicin-POS nicht anwenden, wenn Sie allergisch gegen Gentamicinsulfat oder einen der sonstigen Bestandteile sind [1, 2]. Zur Anwendung bei Kindern gibt es laut Fachinformation keine Erfahrungen [2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Kontaktlinsen: Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid der Augentropfen kann von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben; laut Packungsbeilage müssen Kontaktlinsen vor der Anwendung herausgenommen werden und dürfen erst nach 15 Minuten wieder eingesetzt werden[1, 2]
- Trockene Augen oder Erkrankungen der Hornhaut: Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen[1, 2]
- Schwere Schädigung der Hornhaut: Die Phosphate der Augentropfen können in sehr seltenen Fällen Trübungen der Hornhaut durch Kalkablagerungen verursachen[1, 2]
- Verletzungen der Hornhaut: Packungsbeilage und Fachinformation nennen Wundheilungsstörungen als mögliche Nebenwirkung, insbesondere nach Verletzungen der Hornhaut[1, 2]
- Häufigere Anwendung als angegeben: laut Fachinformation können in Einzelfällen Defekte (Geschwüre) der Bindehaut auftreten; dann sollte die Dosis verringert oder das Arzneimittel abgesetzt werden[2]
- Augensalbe: Wollwachs kann örtlich begrenzte Hautreaktionen (etwa eine Kontaktdermatitis) hervorrufen[2]
- Kinder: Laut Fachinformation gibt es keine Erfahrungen bei Kindern[2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was die Packungsbeilagen von Augentropfen und Augensalbe, die Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Anwendung sagen [1, 2, 3, 4]. Zu Alkohol enthalten die Packungsbeilagen und die Fachinformation keinen Hinweis. Für die Schwangerschaft sind die Empfehlungen unterschiedlich streng: Laut Packungsbeilage sollte Gentamicin-POS im ersten Drittel nicht und danach nur bei lebensbedrohenden Erkrankungen angewendet werden [1]; Embryotox hält eine lokale Anwendung in allen Phasen der Schwangerschaft für vertretbar [3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Gentamicin-POS sollte im ersten Drittel der Schwangerschaft nicht angewendet und im weiteren Verlauf nur bei lebensbedrohenden Erkrankungen eingesetzt werden. Zur Anwendung von Gentamicin-Augentropfen bei Schwangeren gibt es bisher keine Erfahrungen; wegen der geringen Aufnahme in den Blutkreislauf ist laut Packungsbeilage nicht mit unerwünschten Wirkungen auf das ungeborene Kind zu rechnen. Laut Fachinformation haben Tierstudien eine Reproduktionstoxizität gezeigt.[1, 2]
Embryotox: Eine lokale Anwendung von Gentamicin ist in allen Phasen der Schwangerschaft vertretbar, weil Gentamicin dabei nicht quantitativ (nicht vollständig) in den Körper aufgenommen wird. Eingespritzt sollte Gentamicin in der Schwangerschaft nur bei lebensbedrohlichen Infektionen und nach Prüfung besser geeigneter Alternativen angewendet werden. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Penicilline, Cephalosporine und gegebenenfalls Makrolide. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Wegen der geringen Aufnahme in den Blutkreislauf ist bei Anwendung am Auge laut Packungsbeilage nicht mit unerwünschten Wirkungen auf den gestillten Säugling zu rechnen. Fragen Sie in der Stillzeit vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.[1, 2]
Embryotox bewertet eine lokale Anwendung in der Stillzeit als "unbedenklich". Laut Embryotox sind in der Stillzeit Penicilline, Cephalosporine und Makrolide zu bevorzugen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Augentropfen: Laut ihrer Packungsbeilage sind keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.[1]
Augensalbe: Nach der Anwendung kommt es durch den Salbenfilm auf der Hornhaut vorübergehend zu Schleiersehen; dadurch ist das Reaktionsvermögen beeinträchtigt. Laut ihrer Packungsbeilage dürfen Sie unmittelbar nach der Anwendung kein Fahrzeug führen, keine Maschinen bedienen und nicht ohne sicheren Halt arbeiten.[2, 4]
Einnahme
Kontakt des Tropfers mit Auge oder Gesichtshaut vermeiden: Schutzkappe abschrauben, Kopf etwas zurücklegen, Unterlid etwas vom Auge abziehen und mit leichtem Druck auf die Flasche einen Tropfen in den Bindehautsack geben; Augenlider langsam schließen und die Flasche danach sorgfältig verschließen. Gleichmäßig über den Tag verteilt anwenden.[1, 2]
Nicht über 25 °C lagern. Augentropfen nach Anbruch 6 Wochen verwendbar, Augensalbe laut Fachinformation 4 Wochen. Anwendung vergessen: so schnell wie möglich nachholen und dann im gleichen Rhythmus weitermachen; nicht die doppelte Menge anwenden.[1, 2]
Absetzen
Eine Behandlung sollte normalerweise 2 Wochen nicht überschreiten. Die genaue Dauer bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, die oder der in Abständen die Wirksamkeit kontrolliert und über Fortsetzung oder Änderung der Behandlung entscheidet.[1, 2]
Überdosierung
Haben Sie zu viel angewendet, sind laut Packungsbeilage keine besonderen Maßnahmen erforderlich; eine kurzfristige Überdosierung führt zu keinen bekannten Nebenwirkungen. Trinkt zum Beispiel ein Kind die Lösung, besteht keine Gefahr einer Vergiftung; laut Fachinformation wird Gentamicin über den Darm nur minimal aufgenommen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die Dosierung der Augentropfen, die Fachinformation ergänzt die Augensalbe und die gemeinsame Anwendung von Tropfen und Salbe [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Wenden Sie Gentamicin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt an [1].
Einnahme und Absetzen
Augentropfen werden so angewendet, dass der Tropfer weder das Auge noch die Gesichtshaut berührt: Schrauben Sie die Schutzkappe ab, legen Sie den Kopf etwas zurück, ziehen Sie das Unterlid etwas vom Auge ab und geben Sie mit leichtem Druck auf die Flasche einen Tropfen in den Bindehautsack. Schließen Sie langsam die Augenlider und verschließen Sie die Flasche danach wieder sorgfältig. Verteilen Sie die Anwendungen gleichmäßig über den Tag [1].
Haben Sie eine Anwendung vergessen, holen Sie sie so schnell wie möglich nach und machen dann im gleichen Rhythmus weiter; wenden Sie nicht die doppelte Menge an [1]. Die Augentropfen sind nach Anbruch 6 Wochen verwendbar, die Augensalbe 4 Wochen; lagern Sie beides nicht über 25 °C [1, 2]. Eine Behandlung sollte normalerweise 2 Wochen nicht überschreiten; über Fortsetzung oder Änderung entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nach Kontrolle der Wirksamkeit [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.
Präparate mit Gentamicin
Gentamicin gibt es zur Anwendung am Auge als Augentropfen und Augensalbe. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Gentamicin-POS (URSAPHARM) [1, 2]. Präparate zum Spritzen haben eigene Packungsbeilagen und sind nicht Gegenstand dieser Seite.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Gentamicin-POS 5,0 mg/ml Augentropfen | URSAPHARM Arzneimittel GmbH | mit Benzalkoniumchlorid; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Gentamicin-POS 5,0 mg/g Augensalbe | URSAPHARM Arzneimittel GmbH | verschreibungspflichtig |
| Gentamicin-ratiopharm SF | ratiopharm GmbH | Injektionslösung mit eigener Packungsbeilage; nicht Gegenstand dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Gentamicin-POS 5,0 mg/ml Augentropfen. URSAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 01/2020. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Gentamicin-POS 5,0 mg/ml Augentropfen und Gentamicin-POS 5,0 mg/g Augensalbe. URSAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 01/2020. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Gentamicin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Gentamicin-POS 5,0 mg/g Augensalbe. URSAPHARM Arzneimittel GmbH. Stand 06/2014. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wofür werden Gentamicin-Augentropfen angewendet?
Gentamicin-Augentropfen werden bei Infektionen des vorderen Augenabschnitts durch Gentamicin-empfindliche Erreger angewendet, etwa bei bakteriellen Entzündungen der Bindehaut, der Hornhaut, der Lidränder oder der Augenliddrüsen (Gerstenkorn). Die Augensalbe ist laut Fachinformation zusätzlich zur Vorbeugung von Infektionen bei Verletzungen des vorderen Auges und bei Augenoperationen zugelassen.
Welche Nebenwirkungen haben Gentamicin-Augentropfen?
Packungsbeilage und Fachinformation nennen Augenirritationen wie Brennen, Fremdkörpergefühl oder Rötung, Wundheilungsstörungen (vor allem nach Verletzungen der Hornhaut) und Überempfindlichkeitsreaktionen wie Schwellung, Rötung oder Juckreiz, jeweils ohne Angabe einer Häufigkeit. Sehr selten wurde über eine Erweiterung der Pupille berichtet. Bei stark geschädigter Hornhaut können phosphathaltige Augentropfen sehr selten Kalkablagerungen in der Hornhaut verursachen.
Darf ich mit Gentamicin-Augentropfen Kontaktlinsen tragen?
Laut Fachinformation dürfen während der Behandlung mit Gentamicin-POS keine Kontaktlinsen getragen werden. Die Packungsbeilage weist außerdem darauf hin, dass das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben kann. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ab wann Sie wieder Linsen tragen können.
Wie lange darf ich Gentamicin-Augentropfen anwenden?
Eine Behandlung sollte normalerweise 2 Wochen nicht überschreiten. Die genaue Dauer bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Sie oder er kontrolliert in Abständen, ob die Behandlung wirkt, und entscheidet über Fortsetzung oder Änderung. Wie oft Sie tropfen, steht im Abschnitt Dosierung.
Wie lange sind Gentamicin-Augentropfen nach dem Öffnen haltbar?
Gentamicin-POS Augentropfen sind nach Anbruch 6 Wochen verwendbar, die Augensalbe laut Fachinformation 4 Wochen. Lagern Sie beides nicht über 25 °C.
Darf ich Gentamicin-Augentropfen in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?
Laut Packungsbeilage sollte Gentamicin-POS im ersten Drittel der Schwangerschaft nicht und im weiteren Verlauf nur bei lebensbedrohenden Erkrankungen angewendet werden. Wegen der geringen Aufnahme in den Blutkreislauf ist bei Anwendung am Auge nicht mit unerwünschten Wirkungen auf das ungeborene Kind oder den gestillten Säugling zu rechnen. Embryotox hält eine lokale Anwendung in allen Phasen der Schwangerschaft für vertretbar. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was tun, wenn ein Kind Gentamicin-Augentropfen getrunken hat?
Laut Packungsbeilage besteht keine Gefahr einer Vergiftung, wenn zum Beispiel ein Kind die Lösung trinkt; laut Fachinformation wird Gentamicin über den Darm nur minimal aufgenommen. Bei Unsicherheit fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Ist Gentamicin am Auge dasselbe wie eine Gentamicin-Spritze?
Nein. Laut Embryotox wird Gentamicin bei schweren Infektionen meist zusammen mit weiteren Antibiotika in die Vene oder den Muskel gegeben; Schäden an Nieren und Gehör (Nephro- und Ototoxizität) sind bekannte Nebenwirkungen einer solchen Behandlung mit Aminoglykosiden. Für Spritzen und Infusionen gelten eigene Packungsbeilagen. Nach Anwendung am Auge ist laut Fachinformation nicht mit einer Aufnahme ins Blut über die Nachweisgrenze hinaus zu rechnen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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