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Doxycyclin: Nebenwirkungen und Wirkung
Doxycyclin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline. Es wird unter anderem bei Infektionen der Atemwege und der Harn- und Geschlechtsorgane, bei Borreliose und bei schweren Formen von Akne und Rosacea eingesetzt. Nehmen Sie die Tablette mit einem Glas Wasser und nicht mit Milch ein. Meiden Sie während der Behandlung Sonnenbaden und Solarium, denn die Haut reagiert sehr häufig empfindlich auf Sonnenlicht.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Lichtempfindlichkeitsreaktionen (Photosensitivität) mit Rötung, Schwellung der Haut und Blasenbildung[1]
- Häufig: Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), darunter Entzündung kleiner Blutgefäße (Purpura Schönlein-Henoch), niedriger Blutdruck, Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Verschlechterung eines systemischen Lupus erythematodes, Asthma, Atemnot, Serumkrankheit, Wassereinlagerungen in Armen oder Beinen (periphere Ödeme), schneller Herzschlag und Nesselsucht[1]
- Häufig: Kopfschmerzen[1]
- Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Blähungen (Meteorismus), Fettstühle (Steatorrhoe)[1]
- Häufig: Hautausschläge, auch fleckig-knötchenförmig oder gerötet (makulopapulös, erythematös)[1]
Wofür wird Doxycyclin eingesetzt?
Doxycyclin ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Tetracycline. Es ist zugelassen bei Infektionen durch Erreger, die auf Doxycyclin ansprechen [1]. Laut Fachinformation gehören dazu Infektionen der Atemwege und des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs, etwa akute Schübe einer chronischen Bronchitis, Nebenhöhlen- und Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen durch Mykoplasmen, Rickettsien oder Chlamydien [1].
Weitere Anwendungsgebiete sind Infektionen der Harn- und Geschlechtsorgane, darunter Harnröhrenentzündungen durch Chlamydien, eine akute Prostataentzündung, eine unkomplizierte Gonorrhoe, Infektionen der weiblichen Geschlechtsorgane und eine Syphilis bei Penicillin-Allergie; Harnwegsinfektionen nur, wenn die Empfindlichkeit der Erreger nachgewiesen ist. Dazu kommen bestimmte Magen-Darm- und Gallenwegsinfektionen, die Borreliose, Chlamydien-Infektionen am Auge, seltene Infektionen wie Brucellose oder Rickettsiose sowie Malabsorptionssyndrome (tropische Sprue und Morbus Whipple) [1].
Auch bei Hauterkrankungen wird Doxycyclin eingesetzt, darunter infizierte schwere Formen der Akne vulgaris und der Rosacea [1]. Die Fachinformation verweist darauf, die offiziellen Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika zu berücksichtigen [1]. Wie Sie Antibiotika richtig anwenden, erklärt der Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.
Wie wirkt Doxycyclin?
Doxycyclin blockiert umkehrbar eine Bindungsstelle an den Ribosomen der Bakterien, genauer an deren 30S-Untereinheit. Ribosomen stellen in der Zelle Eiweiße her; Doxycyclin unterbricht diesen Vorgang. Die Wirkung ist vorwiegend bakteriostatisch: Die Bakterien werden nicht direkt abgetötet, sondern an ihrer Vermehrung gehindert [1]. Resistenzen beruhen zumeist auf Pumpen, die Tetracycline aktiv aus der Bakterienzelle befördern; daneben sind Schutzproteine an den Ribosomen beschrieben, die die Bindung von Doxycyclin verhindern [1].
Nach der Einnahme werden mehr als 90 % des Wirkstoffs im oberen Dünndarm aufgenommen. Relevante Konzentrationen im Blut sind schon nach 30 Minuten erreicht, die höchsten nach 1 bis 2 Stunden. Die Halbwertszeit beträgt bei Gesunden etwa 16 ± 6 Stunden; bei Lebererkrankungen kann sie stärker verlängert sein, bei eingeschränkter Nierenfunktion nur gering. Doxycyclin verteilt sich rasch im Körper und erreicht unter anderem in Leber, Nieren, Lunge, Knochen und Genitalorganen gute Konzentrationen. Ausgeschieden wird es überwiegend über den Darm, zu 30 bis 55 % über die Nieren [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die die Fachinformation eine Häufigkeit angibt. Sie wurden unter einer Behandlung mit Tetracyclinen beschrieben, zu denen Doxycyclin gehört. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Die häufigste Nebenwirkung betrifft die Haut: Unter Sonnenlicht kann es zu phototoxischen Reaktionen mit Rötung, Schwellung und Blasen kommen [1]. Mehr dazu auf der Seite Lichtempfindlichkeit durch Medikamente. Bei Kindern während der Zahnentwicklung (in der letzten Hälfte der Schwangerschaft, im Säuglingsalter und bis 8 Jahre) können Tetracycline bleibende gelb-grau-braune Zahnverfärbungen verursachen; das tritt häufiger bei Langzeitbehandlungen auf, wurde aber auch nach wiederholten Kurzzeitbehandlungen beobachtet [1].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- HautLichtempfindlichkeitsreaktionen (Photosensitivität) mit Rötung, Schwellung der Haut und Blasenbildung[1]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- ImmunsystemÜberempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktische Reaktionen), darunter Entzündung kleiner Blutgefäße (Purpura Schönlein-Henoch), niedriger Blutdruck, Herzbeutelentzündung (Perikarditis), Schwellungen von Haut und Schleimhaut (Angioödem), Verschlechterung eines systemischen Lupus erythematodes, Asthma, Atemnot, Serumkrankheit, Wassereinlagerungen in Armen oder Beinen (periphere Ödeme), schneller Herzschlag und Nesselsucht[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtNiedriger BlutdruckAtemnotWassereinlagerungenHerzrasen
- NervensystemKopfschmerzen[1]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Blähungen (Meteorismus), Fettstühle (Steatorrhoe)[1]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenBlähungen
- HautHautausschläge, auch fleckig-knötchenförmig oder gerötet (makulopapulös, erythematös)[1]Mehr dazu: Hautausschlag
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemStörung der Blutgerinnung[1]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- Magen und DarmVerdauungsstörungen (Sodbrennen, Magenschleimhautentzündung), Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Heiserkeit, schwarze Haarzunge[1]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Magen und DarmBleibende Zahnverfärbungen mit Schmelzdefekten bei Anwendung während der Zahnbildung[1]Mehr dazu: Zahnschäden
- Muskeln, Knochen und GelenkeUmkehrbare Verzögerung des Knochenwachstums bei Anwendung in der Schwangerschaft und bei Kindern unter 8 Jahren[1]
- Nieren und HarnwegeBlut im Urin (Hämaturie)[1]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- InfektionenBesiedelung von Haut oder Schleimhäuten mit dem Hefepilz Candida, vor allem im Genitalbereich, in Mund und Darm, mit Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, der äußeren Geschlechtsorgane und der Scheide sowie Juckreiz am After[1]Mehr dazu: PilzinfektionenJuckreiz
- Blut und LymphsystemVeränderungen des Blutbilds (mehr weiße Blutkörperchen, zu wenige Blutplättchen, Blutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen, Neutropenie, Eosinophilie, Lymphozytopenie, veränderte weiße Blutkörperchen) und Lymphknotenschwellungen[1]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemAnaphylaktischer Schock[1]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- ImmunsystemArzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS)[1]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit (Anorexie)[1]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheUnruhe, Angstzustände[1]Mehr dazu: Unruhe und NervositätAngst
- NervensystemMissempfindungen (Parästhesien)[1]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- NervensystemGutartige Drucksteigerung im Schädel bei Erwachsenen (Pseudotumor cerebri) mit möglichen Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und möglicherweise Sehstörungen (Gesichtsfeldausfälle, Doppeltsehen) oder Sehverlust durch eine Schwellung der Sehnervenpapille (Papillenödem)[1]Mehr dazu: KopfschmerzenÜbelkeitErbrechenSehstörungen
- NervensystemStörung oder Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, nur in einigen Fällen und auch nur teilweise umkehrbar[1]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- Ohr und GleichgewichtOhrgeräusche (Tinnitus)[1]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- Gefäße und KreislaufHautrötung mit Hitzegefühl (Flush)[1]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Magen und DarmDarmentzündung durch Clostridioides difficile (pseudomembranöse Kolitis), Enterokolitis, Bauchschmerzen, Durchfall[1]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzen
- Magen und DarmEntzündungen und Geschwüre der Speiseröhre (Ösophagitis, ösophageale Ulzerationen), Schluckbeschwerden, Entzündung der Zunge (Glossitis)[1]
- Leber und GalleLeberschädigung, Leberentzündung (Hepatitis), abnormale Leberfunktion[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Leber und GalleEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
- HautSchwere Hautreaktionen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen (Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- HautAblösung und Verfärbung der Nägel[1]
- HautVermehrte Pigmentierung der Haut bei Langzeitanwendung[1]Mehr dazu: Pigmentstörungen der Haut
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen, Gelenkschmerzen[1]Mehr dazu: MuskelschmerzenGelenkschmerzen
- Nieren und HarnwegeErhöhte Harnstoffwerte im Blut (BUN)[1]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- NervensystemKrampfanfälle[1]Mehr dazu: Krampfanfälle
- AugenVorübergehende Kurzsichtigkeit (passagere Myopie)[1]Mehr dazu: Sehstörungen
- Nieren und HarnwegeNierenschäden wie Entzündung des Nierengewebes (interstitielle Nephritis), akutes Nierenversagen und fehlende Harnausscheidung (Anurie)[1]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemJarisch-Herxheimer-Reaktion kurz nach Behandlungsbeginn bei einigen Patienten mit einer Spirochäten-Infektion; üblicherweise selbstbegrenzend[1]
- Magen und DarmUmkehrbare Verfärbungen der Oberfläche bleibender Zähne; Zahnschmelzdefekte (Hypoplasien)[1]Mehr dazu: Zahnschäden
- HautFixes Arzneimittelexanthem (Hautausschlag, der bei erneuter Anwendung an derselben Stelle wiederkehrt)[1]Mehr dazu: Hautausschlag
- Laborwerte und UntersuchungenMikroskopische bräunlich-schwarze Verfärbung der Schilddrüse nach Langzeitbehandlung, ohne veränderte Schilddrüsenwerte[1]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei schweren allergischen Reaktionen oder schweren Hauterscheinungen mit lebensbedrohlichen Allgemeinreaktionen muss die Behandlung sofort abgebrochen werden [1]. Schwere, anhaltende Durchfälle während oder nach der Behandlung können auf eine Darmentzündung hinweisen, die meist durch das Bakterium Clostridioides difficile ausgelöst wird und lebensbedrohlich sein kann. Mittel, die die Darmbewegung hemmen, dürfen dann nicht eingenommen werden [1]. Eine Drucksteigerung im Schädel (Pseudotumor cerebri) bildete sich nach dem Absetzen rasch zurück [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Lichtempfindlichkeit: Meiden Sie während der Behandlung Sonnenbaden im Freien und im Solarium; phototoxische Reaktionen betreffen die belichteten Hautstellen, selten auch die Nägel [1]. Wenn Sie nach Sonnenlicht Rötung, Schwellung oder Blasen bemerken, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].
Übelkeit und Magenbeschwerden: Die Einnahme während oder nach einer Mahlzeit kann Magen-Darm-Störungen verringern; die Aufnahme des Wirkstoffs wird dadurch nur unwesentlich beeinträchtigt. Nehmen Sie die Tablette regelmäßig morgens zum Frühstück oder zu einer anderen Mahlzeit ein [1].
Speiseröhre schützen: Schlucken Sie die Tablette mit einem Glas Wasser, nicht mit Milch und nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen. So lassen sich laut Fachinformation Geschwüre der Speiseröhre vermeiden [1].
Pilzinfektionen: Selten siedelt sich der Hefepilz Candida an, etwa im Mund, im Genitalbereich oder im Darm. Solche Infektionen müssen behandelt werden; wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen. Calcium aus Milch und Milchprodukten, Mittel gegen Sodbrennen mit Aluminium oder Magnesium sowie Zink-, Eisen- oder Bismutpräparate können die Aufnahme von Doxycyclin verringern; zwischen beiden sollten 2 bis 3 Stunden liegen [1]. Bestimmte Mittel gegen Epilepsie, das Antibiotikum Rifampicin und chronischer Alkoholmissbrauch können den Abbau von Doxycyclin beschleunigen [1]. Zu gelegentlichem Alkohol, zu einer Alkoholmenge ohne Risiko und zu einer Wartezeit macht die Fachinformation keine Angabe [1]. Mehr dazu: Doxycyclin und Alkohol. Doxycyclin kann seinerseits Blutverdünner und blutzuckersenkende Sulfonylharnstoffe verstärken [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Aluminium, Calcium (Milch, Milchprodukte, calciumhaltige Fruchtsäfte), Magnesium in Mitteln gegen Sodbrennen (Antazida), Zink-, Bismut- oder Eisenpräparate, medizinische Kohle, Colestipol, Colestyramin | Doxycyclin kann schlechter aufgenommen werden[1] | 2 bis 3 Stunden Abstand einhalten |
| Rifampicin, Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin (Diphenylhydantoin), Primidon; chronischer Alkoholmissbrauch | Doxycyclin wird schneller abgebaut; wirksame Konzentrationen werden unter üblicher Dosierung möglicherweise nicht erreicht[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Sulfonylharnstoffe (Tabletten gegen Diabetes) | Blutzuckersenkende Wirkung kann verstärkt werden[1] | Blutzucker kontrollieren, gegebenenfalls Dosis des Diabetesmittels anpassen |
| Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon oder Warfarin | Verlängerte Gerinnungszeit (Prothrombinzeit) berichtet[1] | Dosisreduktion des Gerinnungshemmers erwägen lassen |
| Methotrexat | Giftigkeit von Methotrexat kann verstärkt werden[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Isotretinoin oder andere Retinoide (gegen Akne) | Beide können in seltenen Fällen eine umkehrbare Drucksteigerung im Schädel (Pseudotumor cerebri) auslösen[1] | Kurz vor, während und nach einer solchen Aknebehandlung kein Doxycyclin |
| Digoxin und Digoxin-Abkömmlinge | Digoxin-Spiegel kann steigen, Vergiftungszeichen wie Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit und Herzrhythmusstörungen möglich[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Betalaktam-Antibiotika wie Penicilline oder Cephalosporine | Antibakterielle Wirksamkeit kann vermindert sein[1] | Gleichzeitige Einnahme vermeiden |
| Theophyllin (Asthmamittel) | Mehr Nebenwirkungen im Magen-Darm-Trakt[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Mutterkornalkaloide (Sekale-Alkaloide) | Abbau in der Leber möglicherweise gehemmt; in Einzelfällen Mutterkornvergiftung (Ergotismus) möglich[1] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Narkose mit Methoxyfluran oder andere möglicherweise nierenschädigende Stoffe | Kann zum Nierenversagen führen[1] | Vor einer Narkose Bescheid geben |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Doxycyclin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Doxycyclin darf nicht angewendet werden bei Allergie gegen Tetracycline, schweren Leberfunktionsstörungen, in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 8 Jahren, außer bei schwerwiegenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen ohne angemessene Alternative [1]. Bei Kindern von 8 bis einschließlich 11 Jahren ist das Risiko für bleibende Zahnverfärbungen gering; die Anwendung sollte trotzdem sorgfältig geprüft werden [1]. Steht eine Narkose an, sagen Sie Bescheid, dass Sie Doxycyclin einnehmen [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Doxycyclin, andere Tetracycline oder einen der sonstigen Bestandteile; innerhalb der Tetracyclin-Gruppe besteht eine komplette Kreuzallergie[1]
- Schwere Funktionsstörungen der Leber[1]
- Schwangerschaft und Stillzeit[1]
- Kinder unter 8 Jahren; Ausnahme: schwerwiegende oder lebensbedrohliche Erkrankungen, wenn der erwartete Nutzen das Risiko überwiegt und keine angemessenen alternativen Therapien zur Verfügung stehen[1]
Besondere Vorsicht bei
- Kinder von 8 bis einschließlich 11 Jahren: Anwendung nur nach sorgfältiger Prüfung, wenn andere Arzneimittel nicht verfügbar oder wahrscheinlich unwirksam sind oder nicht angewendet werden dürfen (das Risiko bleibender Zahnverfärbungen ist in diesem Alter gering)[1]
- Sonne und Solarium: Sonnenbaden im Freien oder im Solarium während der Behandlung vermeiden, da phototoxische Hautreaktionen, selten mit Beteiligung der Nägel, auftreten können[1]
- Myasthenia gravis (krankhafte Muskelschwäche): Risiko einer Verschlimmerung[1]
- Systemischer Lupus erythematodes: Tetracycline können ihn verschlimmern[1]
- Eingeschränkte Leberfunktion oder gleichzeitige Einnahme anderer leberschädigender Mittel[1]
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Tetracycline können die Nieren schädigen oder eine bestehende Einschränkung verschlimmern[1]
- Behandlung länger als 21 Tage: regelmäßige Blut-, Leber- und Nierenuntersuchungen; bei Langzeitbehandlung auf einen Mangel an B-Vitaminen achten[1]
- Narkose mit Methoxyfluran: Vorsicht, die Kombination kann zum Nierenversagen führen[1]
- Sexuell übertragbare Erkrankungen mit Verdacht auf gleichzeitige Syphilis: geeignete Untersuchungen und monatliche Bluttests über mindestens 4 Monate; bei Gonokokken-Infektion Kontrolle des Behandlungserfolgs 3 bis 4 Tage nach Behandlungsende[1]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was die Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2]. Fachinformation und Embryotox bewerten die Schwangerschaft unterschiedlich: Die Fachinformation schließt die Anwendung in der gesamten Schwangerschaft aus, Embryotox hält Doxycyclin im ersten Drittel bei entsprechender Indikation für einsetzbar [1, 2]. Die Entscheidung trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft darf Doxycyclin laut Fachinformation nicht angewendet werden. Die Risiken betreffen vor allem die Entwicklung von Zähnen und Skelett des Kindes; zudem besteht während der Schwangerschaft eine erhöhte Gefahr von Leberschäden unter Tetracyclinen.[1]
Embryotox bewertet Doxycyclin im ersten Schwangerschaftsdrittel als Mittel der 2. Wahl, das bei entsprechender Indikation eingesetzt werden kann; Daten zu mehr als 7.500 im ersten Drittel behandelten Schwangerschaften sprechen gegen ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Nach dem ersten Drittel, spätestens ab der 16. Schwangerschaftswoche, sind Tetracycline wegen möglicher Auswirkungen auf Zähne und Knochen kontraindiziert. Nach einer Anwendung in der Schwangerschaft sieht Embryotox keine Konsequenzen vor. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox Penicilline, Cephalosporine und gegebenenfalls Makrolide. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Tetracycline gehen in die Muttermilch über; laut Fachinformation darf Doxycyclin in der Stillzeit nicht angewendet werden.[1]
Embryotox nennt Penicilline, Cephalosporine und Makrolide als bevorzugte Antibiotika. Sind sie nicht geeignet, kann laut Embryotox unter Doxycyclin gestillt werden; eine Behandlung über mehrere Wochen nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Chronischer Alkoholmissbrauch kann den Abbau von Doxycyclin in der Leber beschleunigen, sodass unter üblicher Dosierung möglicherweise keine wirksamen Konzentrationen erreicht werden.[1]
Autofahren und Maschinen
Doxycyclin kann Nebenwirkungen wie Sehstörungen hervorrufen. Seien Sie deshalb beim Autofahren und beim Bedienen von Maschinen vorsichtig.[1]
Einnahme
Regelmäßig morgens zum Frühstück oder zusammen mit einer anderen Mahlzeit einnehmen; die Einnahme während oder nach einer Mahlzeit kann Magen-Darm-Beschwerden verringern. Die Tablette mit einem Glas Wasser (keine Milch) und nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen einnehmen, um Geschwüre der Speiseröhre zu vermeiden.[1]
Milch, Milchprodukte und calciumhaltige Fruchtsäfte, andere Mittel mit Aluminium oder Calcium, Mittel gegen Sodbrennen mit Magnesium (Antazida), Zink-, Bismut- oder Eisenpräparate sowie medizinische Kohle, Colestipol und Colestyramin mit 2 bis 3 Stunden Abstand einnehmen.[1]
Absetzen
Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung; die Behandlung sollte noch mindestens 1 bis 2 Tage nach dem Abklingen der Beschwerden fortgeführt werden. Bei schweren allergischen Reaktionen, schweren Hautreaktionen oder schwerem anhaltendem Durchfall wird Doxycyclin sofort abgesetzt.[1]
Überdosierung
Eine einmalige Einnahme mehrerer üblicher Dosen ist laut Fachinformation nicht akut giftig; bei einer Überdosierung besteht aber die Gefahr von Leber- und Nierenschäden sowie einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Verständigen Sie bei Verdacht eine Ärztin oder einen Arzt.[1]
Dosierung laut Fachinformation
Die Übersicht gibt die Dosierungsangaben der Fachinformation von Doxy-M-ratiopharm wieder: für Erwachsene und Jugendliche nach Körpergewicht, für Kinder von 8 bis einschließlich 11 Jahren nach Körpergewicht und für einzelne Anwendungsgebiete [1]. Sie ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie oder Ihr Kind richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Doxycyclin regelmäßig morgens zum Frühstück oder zusammen mit einer anderen Mahlzeit ein, mit einem Glas Wasser und nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen. Milch, Milchprodukte und calciumhaltige Fruchtsäfte, Mittel gegen Sodbrennen sowie Zink-, Eisen- oder Bismutpräparate nehmen Sie mit 2 bis 3 Stunden Abstand [1].
Die Behandlungsdauer richtet sich nach dem Verlauf der Erkrankung; laut Fachinformation sollte sie noch mindestens 1 bis 2 Tage nach dem Abklingen der Beschwerden fortgeführt werden [1]. Dauert die Behandlung länger als 21 Tage, sind regelmäßige Blut-, Leber- und Nierenuntersuchungen vorgesehen [1]. Bei einer Gonokokken-Infektion wird der Behandlungserfolg 3 bis 4 Tage nach dem Ende der Behandlung kontrolliert [1]. Haben Sie zu viel eingenommen, verständigen Sie eine Ärztin oder einen Arzt; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Doxycyclin
Doxycyclin gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten in verschiedenen Stärken und als Injektionslösung. Grundlage dieser Seite ist die Fachinformation von Doxy-M-ratiopharm 100 mg und 200 mg Tabletten [1]. Die Packungsbeilage Ihres Präparats kann sich in einzelnen Angaben unterscheiden; maßgeblich ist die Beilage in Ihrer Packung.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Doxy-M-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Tabletten mit 100 oder 200 mg; Grundlage dieser Seite |
| Doxycyclin-ratiopharm SF | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Injektionslösung zur Anwendung in eine Vene |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Fachinformation Fachinformation Doxy-M-ratiopharm 100 mg / 200 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Doxycyclin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Darf ich während der Einnahme von Doxycyclin in die Sonne?
Lichtempfindlichkeitsreaktionen mit Rötung, Schwellung und Blasen sind sehr häufig: Sie können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Laut Fachinformation sollten Sie Sonnenbaden im Freien und im Solarium während der Behandlung vermeiden. Selten sind dabei auch die Nägel betroffen, die sich ablösen oder verfärben können.
Warum darf ich Doxycyclin nicht mit Milch einnehmen?
Calcium aus Milch, Milchprodukten und calciumhaltigen Fruchtsäften bindet Doxycyclin im Darm, ebenso Aluminium und Magnesium aus Mitteln gegen Sodbrennen sowie Zink-, Eisen- und Bismutpräparate. Dann wird weniger Wirkstoff aufgenommen. Halten Sie deshalb 2 bis 3 Stunden Abstand und nehmen Sie die Tablette mit einem Glas Wasser ein.
Kann ich Alkohol trinken, wenn ich Doxycyclin nehme?
Die Fachinformation nennt chronischen Alkoholmissbrauch als Grund, warum Doxycyclin in der Leber schneller abgebaut werden kann, sodass unter üblicher Dosierung möglicherweise keine wirksamen Konzentrationen erreicht werden. Zu gelegentlichem Alkoholkonsum macht sie keine Angabe. Fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Warum soll ich Doxycyclin nicht vor dem Schlafengehen einnehmen?
Unter Tetracyclinen wurden Entzündungen und Geschwüre der Speiseröhre berichtet. Die meisten Betroffenen hatten die Tablette unmittelbar vor dem Zubettgehen oder mit zu wenig Flüssigkeit eingenommen. Die Fachinformation sieht deshalb vor, die Tablette mit einem Glas Wasser und nicht direkt vor dem Schlafengehen zu schlucken.
Darf ich Doxycyclin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?
Laut Fachinformation nicht: Doxycyclin ist in Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert, vor allem wegen möglicher Wirkungen auf die Entwicklung von Zähnen und Skelett. Embryotox bewertet Doxycyclin im ersten Schwangerschaftsdrittel als Mittel der 2. Wahl; nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel, spätestens ab der 16. Schwangerschaftswoche, sind Tetracycline auch nach Embryotox kontraindiziert. Sprechen Sie bei einer Schwangerschaft oder in der Stillzeit mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wirkt die Pille, wenn ich Doxycyclin nehme?
Die Fachinformation von Doxy-M-ratiopharm nennt keine Wechselwirkung mit hormonellen Verhütungsmitteln. Häufige Nebenwirkungen sind aber Übelkeit und Erbrechen. Was das für Ihre Verhütung bedeutet, steht in der Packungsbeilage Ihrer Pille; fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Mehr dazu im Ratgeber Pille und Antibiotika.
Wird Doxycyclin bei Borreliose nach einem Zeckenstich eingesetzt?
Doxycyclin ist zur Behandlung der Borreliose zugelassen, sowohl bei der Wanderröte (Erythema chronicum migrans) als auch bei der Lyme-Krankheit. Bei einigen Patienten mit einer Spirochäten-Infektion kann kurz nach Behandlungsbeginn eine Jarisch-Herxheimer-Reaktion auftreten; sie ist laut Fachinformation üblicherweise selbstbegrenzend. Ob und wie lange Sie behandelt werden, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie hoch ist die Dosis von Doxycyclin?
Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; sie richtet sich nach dem Anwendungsgebiet, dem Körpergewicht und der Schwere der Erkrankung. Die Angaben der Fachinformation, auch für Kinder ab 8 Jahren nach Körpergewicht, finden Sie weiter oben auf dieser Seite im Abschnitt "Dosierung laut Fachinformation".
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Wirkstoffgruppen42 Wirkstoffgruppen von ACE-Hemmern bis Statinen, jeweils mit ihren Wirkstoffen.