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Terbinafin: Nebenwirkungen und Wirkung
Terbinafin ist ein Mittel gegen Pilzinfektionen: Tabletten sind verschreibungspflichtig und werden bei Pilzinfektionen der Haut und der Nägel eingenommen, die Creme zum Auftragen gibt es ohne Rezept in der Apotheke. Unter den Tabletten sind Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, leichte Hautreaktionen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen sehr häufig. Bei Zeichen einer Leberschädigung wie Gelbfärbung der Haut, dunklem Urin oder anhaltender Übelkeit brechen Sie die Einnahme ab und benachrichtigen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, verminderter Appetit oder Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall[1, 2]
- Sehr häufig: Nicht schwerwiegende Hautreaktionen: Ausschlag, Nesselsucht (Rötung der Haut mit Juckreiz)[1, 2]
- Sehr häufig: Muskel- und Gelenkschmerzen[1, 2]
- Häufig: Depression; laut Fachinformation als Folge einer Geschmacksstörung[1, 2]
- Häufig: Geschmacksstörungen, auch vorübergehender Verlust des Geschmacks; in Einzelfällen länger dauernde Geschmacksstörung, die manchmal zu verminderter Nahrungsaufnahme und erheblicher Gewichtsabnahme führt[1, 2]
- Häufig: Schwindel[1, 2]
- Häufig: Störung des Sehvermögens[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit, Erschöpfung[1, 2]
Wofür wird Terbinafin eingesetzt?
Terbinafin ist ein Mittel gegen Pilzinfektionen mit breitem Wirkungsspektrum, das Pilze abtötet [1]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der verschreibungspflichtigen Terbinafin-ratiopharm 250 mg Tabletten. Sie werden bei Pilzinfektionen der Haut (etwa Fußpilz, Ausschlag in der Leistenbeuge oder Ringelflechte am Körper) und der Nägel eingenommen [1]. Laut Fachinformation sind die Tabletten für Hautinfektionen gedacht, wenn eine Behandlung zum Einnehmen nach Ort, Schwere und Ausmaß der Infektion geeignet ist, und für Nagelpilz durch Hautpilze, sogenannte Dermatophyten. Gegen die Kleiepilzflechte (Pityriasis versicolor) wirken die Tabletten nicht [2]. Mehr zu den Erkrankungen lesen Sie unter Nagelpilz, Fußpilz und Hautpilz.
Terbinafin gibt es auch als Creme zum Auftragen. Sie hat eine eigene Packungsbeilage: Die Terbinafin AbZ 10 mg/g Creme wird bei Pilz- und Hefeinfektionen der Haut angewendet, etwa bei Fußpilz, Flechte in der Leiste oder am Körper, Hautinfektionen durch den Hefepilz Candida und Kleieflechte [3, 4]. Zum äußeren Gebrauch ist Terbinafin von der Verschreibungspflicht ausgenommen; Tabletten gibt es nur auf Rezept [6]. Die Nebenwirkungsliste unten gilt für die Tabletten. Was für die Creme gilt, steht jeweils ausdrücklich dabei.
Wie wirkt Terbinafin?
Terbinafin gehört zur Gruppe der Allylamine. Es hemmt in der Zellmembran des Pilzes das Enzym Squalenepoxidase. Dadurch fehlt dem Pilz der Membranbaustein Ergosterol, zugleich sammelt sich der Stoff Squalen in der Zelle an, und die Pilzzelle stirbt ab. Gegen Hautpilze, Schimmelpilze und bestimmte dimorphe Pilze wirkt Terbinafin schon in niedrigen Konzentrationen pilzabtötend, gegen Hefen je nach Art abtötend oder wachstumshemmend [2].
Von einer Tablette nimmt der Körper mehr als 70 Prozent auf; die höchste Konzentration im Blut ist nach 1,5 Stunden erreicht. Der Wirkstoff gelangt rasch in die Haut, wird mit dem Talg ausgeschieden und reichert sich so in Haarfollikeln, Haaren und talgreicher Haut an; es gibt Hinweise, dass er sich in den ersten Behandlungswochen auch in der Nagelplatte verteilt. Die effektive Halbwertszeit liegt bei etwa 30 Stunden, die terminale Halbwertszeit bei etwa 16,5 Tagen [2]. Von der Creme gelangen weniger als 5 Prozent der aufgetragenen Menge in den Körper [4].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt die Nebenwirkungen der Tabletten, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben, dazu die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura aus dem EU-Beschluss vom 25.06.2026 (mehr dazu unter "Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen") [7]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation klingt eine Geschmacksstörung nach dem Absetzen gewöhnlich innerhalb weniger Wochen ab; in Einzelfällen hält sie länger an. Gewichtsverlust, Angst und depressive Beschwerden können eine Folge davon sein [2]. Mehr dazu unter Geschmacksstörungen.
Creme: Ihre Packungsbeilage nennt eigene, örtliche Nebenwirkungen. Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Anwendern, schält sich die Haut ab oder juckt. Gelegentlich treten Pigmentstörungen, Schmerzen und Reizungen an der Anwendungsstelle, Hautabschürfungen und Schorf, Hauterkrankungen, Hautrötung und Brennen auf. Selten sind Augenreizungen, trockene, schuppige Haut und eine Verschlechterung der Pilzinfektion [3]. Laut Fachinformation sind diese örtlichen Beschwerden von Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Hautausschlag zu unterscheiden, die vereinzelt auftreten und ein Absetzen der Behandlung erfordern [4].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmMagen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, verminderter Appetit oder Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Blähungen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Durchfall[1, 2]Mehr dazu: BlähungenAppetitlosigkeitSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenÜbelkeitBauchschmerzenDurchfall
- HautNicht schwerwiegende Hautreaktionen: Ausschlag, Nesselsucht (Rötung der Haut mit Juckreiz)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagNesselsuchtJuckreiz
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskel- und Gelenkschmerzen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenGelenkschmerzen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheDepression; laut Fachinformation als Folge einer Geschmacksstörung[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- NervensystemGeschmacksstörungen, auch vorübergehender Verlust des Geschmacks; in Einzelfällen länger dauernde Geschmacksstörung, die manchmal zu verminderter Nahrungsaufnahme und erheblicher Gewichtsabnahme führt[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- AugenStörung des Sehvermögens[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, Erschöpfung[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- Blut und LymphsystemVerminderung der roten Blutkörperchen (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- PsycheÄngstlichkeit; laut Fachinformation als Folge einer Geschmacksstörung[1, 2]Mehr dazu: Angst
- NervensystemTaubheitsgefühl und Kribbeln ("Ameisenlaufen"), verminderte Berührungsempfindlichkeit[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Ohr und GleichgewichtKlingelndes oder summendes Ohrgeräusch (Tinnitus)[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HautLichtempfindlichkeit der Haut, z. B. Photodermatose, allergische Lichtempfindlichkeitsreaktion und polymorphe Lichtdermatose[1, 2]Mehr dazu: Lichtempfindlichkeit der Haut
- Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtsverlust; laut Fachinformation als Folge einer Geschmacksstörung[1, 2]Mehr dazu: Gewichtsabnahme
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Leber und GalleEinschränkung der Leberfunktion oder Leberversagen mit Gelbfärbung der Haut oder des Augenweißes (Gelbsucht), Leberentzündung (Hepatitis) und Stauung des Galleabflusses (Cholestase) mit Beschwerden wie Juckreiz, anhaltender Übelkeit, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Erbrechen, Erschöpfung, Schmerzen im rechten Oberbauch, dunklem Urin, sehr weichem oder blassem Stuhl[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteJuckreizÜbelkeitAppetitlosigkeitErbrechen
- Leber und GalleAnstieg der Leberenzyme[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- Allgemeine BeschwerdenAllgemeines Unwohlsein[1, 2]
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktion mit Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Hals, Atem- oder Schluckbeschwerden oder mit Hautreaktionen wie Hautausschlag oder Nesselausschlag (blasse oder rote, unregelmäßige, erhabene, stark juckende Flecken)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenHautausschlagNesselsuchtAtemnot
- HautSchwere Hautreaktionen: schwere Form von Hautausschlag (Erythema multiforme) mit Hautrötung, Fieber, Blasen- oder Geschwürbildung (Stevens-Johnson-Syndrom), starker Ausschlag mit Rötung, Abschälung und Blasenbildung wie bei einer schweren Verbrennung (toxische epidermale Nekrolyse) und andere schwere Hautreaktionen (toxischer Hautausschlag, exfoliative Dermatitis, bullöse Dermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlagFieber
- HautAkute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP), eine schwere Hautreaktion[2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Blut und LymphsystemVerminderung einiger Blutzellen (Neutropenie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Panzytopenie): leichter Bluten oder blaue Flecken, höhere Anfälligkeit für Infektionen, die auch schwerer verlaufen können[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue FleckenErhöhte Infektanfälligkeit
- Ohr und GleichgewichtSchwindelgefühl oder Drehschwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- ImmunsystemAusbruch oder Verschlechterung eines Lupus erythematodes, einer chronischen Erkrankung mit Beschwerden wie Hautausschlag sowie Muskel- und Gelenkschmerzen[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagMuskelschmerzenGelenkschmerzen
- HautSchuppenflechteähnlicher Hautausschlag oder Verschlechterung einer Schuppenflechte (Psoriasis)[1, 2]Mehr dazu: SchuppenflechteHautausschlag
- HautHaarausfall (Alopezie)[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
- Geschlechtsorgane und BrustDurchbruchblutungen und/oder unregelmäßige Blutungen (unregelmäßige Menstruation)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Blut und LymphsystemBlutgerinnungsstörung namens thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP), auch mit tödlichem Verlauf gemeldet; Anzeichen sind Fieber mit Blutergüssen unter der Haut, die als rote punktförmige Punkte auftreten können, mit oder ohne ungeklärte extreme Müdigkeit, Verwirrtheit oder Gelbfärbung von Haut oder Augen (Gelbsucht). Laut EU-Beschluss vom 25.06.2026, vom BfArM am 31.08.2026 umgesetzt, ist die TTP in die Produktinformation aufzunehmen; in der Packungsbeilage mit Stand 03/2025 steht sie noch nicht[7]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsFieberBlutungen und blaue Flecken
- Muskeln, Knochen und GelenkeAuflösung von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), die oft zu Nierenschäden führt; mögliche Anzeichen: unerklärliche Muskelschwäche oder Muskelschmerzen, dunkel (rotbraun) verfärbter Urin[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenNierenfunktionsstörungen
- Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) mit starken Schmerzen im Oberbauch, die in den Rücken ausstrahlen[1, 2]Mehr dazu: BauchspeicheldrüsenentzündungBauchschmerzen
- Gefäße und KreislaufEntzündung von Blutgefäßen (Vaskulitis) mit Beschwerden wie Hautausschlag, Fieber, Juckreiz, Müdigkeit oder violetten Flecken unter der Hautoberfläche[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagFieberJuckreizMüdigkeit
- ImmunsystemAnaphylaktische Reaktionen (schwere allergische Reaktionen)[2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- ImmunsystemSerumkrankheitsähnliche Reaktion, eine bestimmte Art von anaphylaktischer Reaktion mit Hautausschlag, Fieber und Entzündung verschiedener Gelenke[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagFieber
- NervensystemStörungen des Geruchsvermögens bis zum dauerhaften Verlust, vermindertes Geruchsvermögen[1, 2]
- AugenVerschwommenes Sehen, verminderte Sehschärfe[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtBeeinträchtigtes Hörvermögen, Hörverlust, Taubheitsgefühl[1, 2]Mehr dazu: Ohrgeräusche
- HautHautausschlag verbunden mit einer Erhöhung bestimmter weißer Blutkörperchen und Beschwerden im ganzen Körper (DRESS)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
- Allgemeine BeschwerdenGrippeähnliche Beschwerden[1, 2]
- Laborwerte und UntersuchungenAnstieg des Muskelenzyms Kreatinphosphokinase (CK) im Blut[1, 2]Mehr dazu: Veränderte Laborwerte
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Laut Fachinformation trat bei Behandelten in sehr seltenen Fällen ein schweres Leberversagen auf, das teils zum Tod oder zu einer Lebertransplantation führte; in der Mehrzahl der Fälle hatten die Betroffenen schwere Grunderkrankungen, und ein ursächlicher Zusammenhang mit Terbinafin war nicht sicher. Leberschäden können auch ohne vorbestehende Lebererkrankung auftreten [2]. Mehr zu Leberwerten lesen Sie unter Leberschäden und erhöhte Leberwerte, zu schweren Hautreaktionen unter Schwere Hautreaktionen.
Die europäische Koordinierungsgruppe CMDh hat am 25.06.2026 beschlossen, die Fach- und Gebrauchsinformationen von Terbinafin zum Einnehmen um eine Blutgerinnungsstörung zu ergänzen, die thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP), mit der Häufigkeit "nicht bekannt"; gemeldet wurden auch Fälle mit tödlichem Verlauf. Das BfArM hat den Beschluss mit Bescheid vom 31.08.2026 umgesetzt; Zubereitungen zum Auftragen wie die Creme betrifft er nicht [7]. Anzeichen sind laut dem vorgesehenen Text der Packungsbeilage Fieber mit Blutergüssen unter der Haut, die als rote punktförmige Punkte auftreten können, mit oder ohne ungeklärte extreme Müdigkeit, Verwirrtheit oder Gelbfärbung von Haut oder Augen. Dann brechen Sie laut diesem Text die Behandlung sofort ab und wenden sich unverzüglich an eine Ärztin oder einen Arzt oder begeben sich in ein Krankenhaus [7]. In der Packungsbeilage von Terbinafin-ratiopharm mit Stand März 2025 steht dieser Hinweis noch nicht [1]. Mehr dazu unter Blutungen und Blutbildveränderungen.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Leber im Blick behalten: Laut Fachinformation sollten die Leberwerte vor Beginn der Behandlung bestimmt und nach 4 bis 6 Behandlungswochen kontrolliert werden. Sind sie erhöht, muss Terbinafin sofort abgesetzt werden [2]. Achten Sie auf die Warnzeichen oben und melden Sie Juckreiz, anhaltende Übelkeit, Appetitlosigkeit, Schwäche, Erbrechen, Schmerzen im rechten Oberbauch, Gelbsucht, dunklen Urin oder blassen Stuhl sofort Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2].
Hautausschlag: Bekommen Sie während der Einnahme einen Hautausschlag, setzen Sie sich sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt in Verbindung; sie oder er entscheidet, welche Maßnahmen nötig sind [1]. Laut Fachinformation sollte die Behandlung bei einem fortschreitenden Ausschlag beendet werden [2]. Gelegentlich reagiert die Haut empfindlicher auf Licht; mehr dazu unter Lichtempfindlichkeit der Haut.
Heilung unterstützen: Die Packungsbeilage rät, die infizierten Stellen sauber und trocken zu halten und täglich die Kleidung zu wechseln, die mit den betroffenen Stellen in Berührung kommt [1]. Bei Schwindel oder Benommenheit fahren Sie nicht selbst und bedienen keine Maschinen [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder anwenden, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Terbinafin hemmt das Enzym CYP2D6, über das bestimmte Antidepressiva, Betablocker und Mittel gegen Herzrhythmusstörungen abgebaut werden; ihre Konzentration im Blut kann dadurch steigen. Umgekehrt können Rifampicin die Konzentration von Terbinafin senken und Cimetidin, Fluconazol, Ketoconazol oder Amiodaron sie erhöhen [1, 2]. Für die Creme gibt es laut Packungsbeilage keine Hinweise auf Auswirkungen auf andere Arzneimittel [3]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Rifampicin (Antibiotikum) | Kann die Wirkung von Terbinafin abschwächen; laut Fachinformation erhöht Rifampicin die Ausscheidung von Terbinafin aus dem Blut um 100 Prozent[1, 2] | Laut Fachinformation sollte die Terbinafin-Dosis bei notwendiger gleichzeitiger Anwendung entsprechend angepasst werden |
| Cimetidin (Mittel bei Magengeschwüren), Fluconazol, Ketoconazol (Mittel gegen Pilzinfektionen), Amiodaron | Mehr Terbinafin im Blut: Cimetidin senkte die Ausscheidung um 33 Prozent, Fluconazol erhöhte die höchste Konzentration um 52 und die Gesamtmenge im Blut um 69 Prozent[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Mittel, die vor allem über das Enzym CYP2D6 abgebaut werden: trizyklische Antidepressiva (z. B. Desipramin), SSRI, MAO-Hemmer vom Typ B, Betablocker, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Klassen 1A, 1B, 1C) | Terbinafin hemmt ihren Abbau; die Ausscheidung von Desipramin sank um 82 Prozent, laut Fachinformation möglicherweise klinisch bedeutsam, besonders bei Mitteln mit engem therapeutischem Bereich[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Dextromethorphan (Hustenmittel) | Terbinafin hemmt seinen Abbau über CYP2D6[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Warfarin (Blutverdünner) | Selten Veränderungen der Gerinnungswerte (INR, Prothrombinzeit) berichtet[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Ciclosporin (gegen Abstoßung transplantierter Organe) | Terbinafin erhöhte die Ausscheidung von Ciclosporin um 15 Prozent[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Pille (orale Verhütungsmittel) | Unregelmäßige Menstruation oder Durchbruchblutungen können auftreten[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Koffein | Terbinafin verringerte die Ausscheidung von Koffein (nach Gabe in die Vene) um 19 Prozent[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Terbinafin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Die Tabletten dürfen Sie nicht einnehmen, wenn Sie Leberprobleme haben oder früher hatten oder allergisch gegen Terbinafin sind [1]. Bei Kindern werden die Tabletten nicht empfohlen, weil es keine Erfahrungen gibt; die Creme wird bei Kindern unter 12 Jahren nicht empfohlen [1, 3]. Sprechen Sie vor der Behandlung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn einer der folgenden Punkte auf Sie zutrifft [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Chronische oder akute Lebererkrankung: Tabletten nicht empfohlen. Laut Fachinformation sollte die Leberfunktion vor Beginn geprüft und nach 4 bis 6 Behandlungswochen kontrolliert werden; sind die Leberwerte erhöht, muss Terbinafin sofort abgesetzt werden[1, 2]
- Eingeschränkte Nierenfunktion: Die Tabletten wurden nicht ausreichend untersucht und werden nicht empfohlen (laut Fachinformation bei einer Kreatinin-Clearance unter 50 ml/min oder einem Serum-Kreatinin über 300 Mikromol/l)[1, 2]
- Schuppenflechte (Psoriasis) oder Lupus erythematodes: In sehr seltenen Fällen wurde über einen Lupus erythematodes und eine Verschlimmerung der Psoriasis berichtet[1, 2]
- Ältere Menschen: Die Möglichkeit einer Leber- oder Nierenfunktionsstörung sollte bedacht werden[1, 2]
- Kinder: Die Tabletten werden nicht empfohlen[1, 2]
- Creme: Bei Kindern unter 12 Jahren wird sie nicht empfohlen, weil nur begrenzte Erfahrungen vorliegen[3, 4]
- Creme: nur zur äußerlichen Anwendung; sie kann Augenreizungen hervorrufen, Kontakt mit den Augen vermeiden und bei versehentlichem Kontakt gründlich unter fließendem Wasser spülen[3]
- Creme: Cetylstearylalkohol und Cetylalkohol können örtlich begrenzt Hautreizungen (z. B. Kontaktdermatitis) hervorrufen; Benzylalkohol kann allergische Reaktionen und leichte örtliche Reizungen hervorrufen[3]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilagen, Fachinformationen und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Anwendung sagen [1, 2, 3, 4, 5]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation der Tabletten keinen eigenen Hinweis. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Tabletten: In der Schwangerschaft sollten Sie Terbinafin nicht einnehmen, es sei denn, es ist zwingend erforderlich; in jedem Fall ist vorher eine Befragung Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes erforderlich. Laut Fachinformation sind die klinischen Erfahrungen bei Schwangeren sehr begrenzt.[1, 2]
Creme: Laut Packungsbeilage sollte die Creme in der Schwangerschaft oder bei geplanter Schwangerschaft nicht angewendet werden; werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation darf sie in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, es ist unbedingt erforderlich.[3, 4]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als hoch: In einer dänischen Registerstudie mit über 500 Schwangeren, die Terbinafin eingenommen hatten, und über 1.400 mit örtlicher Behandlung zeigte sich weder ein erhöhtes Fehlbildungs- noch ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko. Eine Behandlung mit Tabletten sollte laut Embryotox nur bei zwingender Notwendigkeit und möglichst nicht im ersten Schwangerschaftsdrittel erfolgen; für die örtliche Behandlung nennt Embryotox Clotrimazol, Miconazol und Nystatin als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Tabletten: Sie dürfen Terbinafin nicht einnehmen, wenn Sie stillen, da es mit der Muttermilch ausgeschieden wird.[1, 2]
Creme: Sie sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden (laut Fachinformation nur, wenn es unbedingt erforderlich ist); Säuglinge dürfen nicht mit behandelter Haut, auch der Brust, in Kontakt kommen.[3, 4]
Embryotox: Zu Terbinafin in der Stillzeit liegen keine publizierten Fallberichte vor. Zur örtlichen Behandlung sind Clotrimazol, Miconazol und Nystatin zu bevorzugen; ist dennoch Terbinafin zum Auftragen nötig, darf weiter gestillt werden, und an der Brustwarze angewendet sollte diese vor dem Stillen sorgfältig gereinigt werden. Ist eine Behandlung im ganzen Körper (systemisch) erforderlich, sollte laut Embryotox z. B. Fluconazol bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Tabletten: Einige Patientinnen und Patienten berichteten über Schwindelgefühl und Benommenheit. Wenn Sie ein solches Gefühl haben, sollten Sie kein Fahrzeug lenken und keine Maschinen bedienen.[1, 2]
Creme: Sie hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.[3, 4]
Einnahme
Tabletten jeden Tag zur gleichen Zeit mit Wasser einnehmen, auf nüchternen Magen oder nach einer Mahlzeit. Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge nehmen, sondern wie gewohnt fortsetzen. Halten Sie die infizierten Stellen sauber und trocken und wechseln Sie täglich die Kleidung, die mit ihnen in Berührung kommt.[1, 2]
Creme: Haut vorher sorgfältig reinigen und abtrocknen, die Creme dünn auf die entzündete Haut und etwas darüber hinaus auftragen und leicht einreiben; Hautfalten können besonders nachts mit sterilem Verbandmull abgedeckt werden. Danach die Hände waschen, außer die Hände werden behandelt. Nach dem ersten Öffnen ist die Tube 3 Monate verwendbar.[3]
Höchstmenge in der Selbstmedikation
Creme in der Selbstbehandlung (Erwachsene und Jugendliche über 12 Jahre): Fußpilz und Flechte 1-mal täglich für 1 Woche, Hautinfektionen durch Candida 1-mal täglich für 1 bis 2 Wochen, Kleieflechte 1- bis 2-mal täglich für 2 Wochen. Stellen Sie nach 1 bis 2 Wochen keine Besserung fest, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.[3]
Absetzen
Tabletten: Brechen Sie die Behandlung nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei Zeichen einer Leberschädigung, einer allergischen Reaktion, einer schweren Hautreaktion, einer Verminderung von Blutzellen, einer Auflösung von Muskelfasern, einer Bauchspeicheldrüsen- oder einer Blutgefäßentzündung brechen Sie die Einnahme ab und benachrichtigen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Creme: Wird die Anwendung vorzeitig abgebrochen oder unregelmäßig durchgeführt, können die Beschwerden wieder auftreten.[3]
Überdosierung
Tabletten: Verständigen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, die Notrufzentrale oder Ihre Apotheke. Mögliche Zeichen sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen und Schwindel; laut Fachinformation wurden wenige Fälle mit bis zu 5 g berichtet.[1, 2]
Creme: Zu viel aufgetragene Creme verursacht keinen Schaden. Wird sie, etwa von einem Kind, verschluckt, ist mit ähnlichen Beschwerden wie bei einer Überdosis Tabletten zu rechnen (z. B. Kopfschmerzen, Übelkeit, Oberbauchschmerzen, Schwindel); dann eine Ärztin, einen Arzt oder den Notarzt verständigen.[3]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Tabletten nennt eine feste Tagesdosis und eine Behandlungsdauer, die vom Ort der Infektion abhängt; die Packungsbeilage der Creme nennt Häufigkeit und Dauer je nach Pilzinfektion [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Wie lange Sie Terbinafin-Tabletten einnehmen, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein, am besten jeden Tag zur gleichen Zeit mit Wasser, nüchtern oder nach einer Mahlzeit [1, 2]. Brechen Sie die Behandlung nur nach Rücksprache ab [1]. Bei Nagelpilz zeigt sich der Erfolg langsam: Laut Fachinformation ist geringes Nagelwachstum in den ersten Wochen ein Hinweis darauf, dass eine längere Behandlung nötig ist, und die Zeichen der Infektion können erst einige Wochen nach dem negativen Pilzbefund ganz verschwinden [2].
Die Creme tragen Sie dünn auf die zuvor gereinigte und abgetrocknete Haut auf, etwas über die entzündete Stelle hinaus, und reiben sie leicht ein. Liegt die Entzündung in einer Hautfalte, etwa zwischen den Zehen oder in der Leiste, können Sie die Stelle besonders nachts mit sterilem Verbandmull abdecken. Wer die Anwendung unregelmäßig durchführt oder vorzeitig beendet, riskiert, dass die Beschwerden wiederkommen [3]. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen oder hat ein Kind Creme verschluckt, verständigen Sie eine Ärztin, einen Arzt oder die Notrufzentrale; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1, 3].
Präparate mit Terbinafin
Terbinafin gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten zum Einnehmen und als Zubereitungen zum Auftragen auf die Haut. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Terbinafin-ratiopharm 250 mg Tabletten; die Angaben zur Creme stammen aus Packungsbeilage und Fachinformation der Terbinafin AbZ 10 mg/g Creme [1, 2, 3, 4]. Ob ein Präparat ohne Rezept erhältlich ist, hängt von der Anwendungsart ab; mehr dazu im Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig [6].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Dermatin | Präparat mit eigener Packungsbeilage | |
| Lamisil | Präparat mit eigener Packungsbeilage | |
| Terbinafin AbZ 10 mg/g Creme | AbZ-Pharma GmbH | apothekenpflichtig; Creme zum Auftragen auf die Haut |
| Terbinafin-ratiopharm 250 mg Tabletten | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Terbinafin-ratiopharm 250 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Terbinafin-ratiopharm 250 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Terbinafin AbZ 10 mg/g Creme. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Terbinafin AbZ 10 mg/g Creme. AbZ-Pharma GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Terbinafin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Terbinafin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Terbinafin: Einstimmiger Beschluss der Koordinierungsgruppe CMDh vom 25.06.2026 (PSUSA/00002896/202509) mit Anhängen I bis III in deutscher Übersetzung, nur Arzneimittel zur systemischen Anwendung; Umsetzung durch Bescheid des BfArM vom 31.08.2026. Koordinierungsgruppe CMDh, Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA); Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 25.06.2026. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Wie lange muss ich Terbinafin-Tabletten gegen Nagelpilz einnehmen?
Die Dauer richtet sich nach dem Ort der Infektion; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt legt sie fest. Die Packungsbeilage nennt für Nagelinfektionen bei den meisten Behandelten 6 Wochen bis 3 Monate, bei Zehennägeln 3 Monate und falls notwendig bis zu 6 Monate. Laut Fachinformation kann es einige Wochen nach dem negativen Pilzbefund dauern, bis die Zeichen der Infektion ganz zurückgegangen sind. Die Angaben der Packungsbeilage stehen im Abschnitt Dosierung.
Kann Terbinafin der Leber schaden?
Ja, Leberschäden sind möglich: Einschränkungen der Leberfunktion, Leberentzündung, Gallestau und Leberversagen sind selten, betreffen also bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Laut Fachinformation sollte die Leberfunktion vor Beginn geprüft und nach 4 bis 6 Behandlungswochen kontrolliert werden. Bei Gelbfärbung von Haut oder Augen, dunklem Urin, blassem Stuhl, anhaltender Übelkeit oder Schmerzen im rechten Oberbauch brechen Sie die Einnahme ab und benachrichtigen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Warum schmeckt unter Terbinafin alles anders?
Geschmacksstörungen, auch ein vorübergehender Verlust des Geschmacks, gehören zu den häufigen Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 10 Behandelten. Laut Fachinformation klingen sie nach dem Absetzen gewöhnlich innerhalb weniger Wochen ab; in Einzelfällen halten sie länger an. Laut Packungsbeilage führt eine länger dauernde Geschmacksstörung manchmal zu verminderter Nahrungsaufnahme und erheblicher Gewichtsabnahme. Angst und depressive Beschwerden können laut Fachinformation eine Folge der Geschmacksstörung sein. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie solche Veränderungen bemerken.
Gibt es Terbinafin ohne Rezept?
Ja, aber nur zum äußeren Gebrauch. Die Arzneimittelverschreibungsverordnung nimmt Terbinafin zum äußeren Gebrauch von der Verschreibungspflicht aus; eine Creme zum Auftragen auf die Haut gibt es deshalb ohne Rezept in der Apotheke. Tabletten zum Einnehmen sind verschreibungspflichtig.
Wie lange wende ich Terbinafin-Creme gegen Fußpilz an?
Laut Packungsbeilage der Terbinafin-Creme von AbZ wird sie bei Fußpilz einmal täglich eine Woche lang aufgetragen; bei Hautinfektionen durch Candida sind es 1 bis 2 Wochen, bei Kleieflechte 2 Wochen. Die Beschwerden bessern sich im Allgemeinen nach einigen Tagen; wer unregelmäßig behandelt oder früh aufhört, riskiert, dass sie zurückkehren. Ohne Besserung nach 1 bis 2 Wochen fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Darf ich Terbinafin in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?
Die Tabletten sollten Sie in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn es zwingend erforderlich ist, und nur nach ärztlicher Rücksprache. In der Stillzeit dürfen Sie sie nicht einnehmen, weil Terbinafin in die Muttermilch übergeht. Laut Embryotox zeigte eine dänische Registerstudie mit über 500 Schwangeren, die Terbinafin eingenommen hatten, und über 1.400 mit örtlicher Behandlung weder ein erhöhtes Fehlbildungs- noch ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko; für die örtliche Behandlung nennt Embryotox aber Clotrimazol, Miconazol und Nystatin als besser geeignete Alternativen. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch die Creme sollte laut Packungsbeilage in Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.
Beeinflusst Terbinafin die Pille?
Die Packungsbeilage nennt bei gleichzeitiger Einnahme der Pille unregelmäßige Menstruation oder Durchbruchblutungen. Laut Fachinformation liegt die Häufigkeit solcher Berichte im Rahmen dessen, was auch bei Frauen vorkommt, die nur die Pille einnehmen. Sprechen Sie bei Blutungsstörungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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