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Pravastatin: Nebenwirkungen und Wirkung

Pravastatin ist ein verschreibungspflichtiger Cholesterinsenker aus der Gruppe der Statine. Es wird bei erhöhten Blutfettwerten, zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und nach Organtransplantationen eingesetzt. Gelegentliche Nebenwirkungen sind unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Muskel- oder Gelenkschmerzen. Bei ungeklärten oder dauerhaften Muskelschmerzen, Muskelschwäche oder Krämpfen beenden Sie die Einnahme und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Mann Mitte sechzig mit weißem Haar macht am Morgen auf einer sonnigen Gartenwiese leichte Dehnübungen
Bild: KI-generiert

Wofür wird Pravastatin eingesetzt?

Pravastatin ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Statine [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er angewendet, um hohe Werte des "schlechten" Cholesterins zu senken und das "gute" Cholesterin zu steigern, wenn Veränderungen der Ernährung und körperliche Betätigung allein nicht ausreichen [1]. Außerdem dient er der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen: bei erhöhtem Cholesterin und Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, hohem Blutzucker, hohem Blutdruck oder Bewegungsmangel sowie nach einem Herzinfarkt oder bei instabiler Angina pectoris (dann auch bei normalen Cholesterinwerten), um das Risiko für einen weiteren Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu verringern [1, 2]. Nach einer Organtransplantation senkt Pravastatin erhöhte Blutfettwerte bei Menschen, die Mittel gegen die Abstoßung des Transplantats erhalten [1, 2].

Laut Packungsbeilage lagert sich zu viel Cholesterin im Blut an den Wänden der Blutgefäße ab und kann sie verstopfen (Arterienverkalkung). Das kann zu Brustschmerzen (Angina pectoris), Herzinfarkt oder Schlaganfall führen [1]. Laut Fachinformation wurde Pravastatin in sieben placebokontrollierten Studien mit über 21.000 Patientinnen und Patienten untersucht; vor Behandlungsbeginn müssen andere Ursachen für ein erhöhtes Cholesterin ausgeschlossen werden, und eine lipidsenkende Diät sollte während der gesamten Behandlung fortgesetzt werden [2].

Wie wirkt Pravastatin?

Pravastatin hemmt die Bildung von Cholesterin in der Leber und senkt so den Cholesterinspiegel und andere Blutfette (Triglyzeride) [1]. Genauer hemmt es das Enzym HMG-CoA-Reduktase, das einen frühen Schritt der Cholesterinbildung steuert. Die Zellen bilden daraufhin mehr Aufnahmestellen (LDL-Rezeptoren) und holen mehr LDL-Cholesterin aus dem Blut; zugleich bildet die Leber weniger VLDL, die Vorstufe des LDL. Gesamt-, LDL- und VLDL-Cholesterin sowie Triglyzeride sinken, das HDL-Cholesterin steigt [2].

Die Wirkung setzt laut Fachinformation innerhalb einer Woche ein und entfaltet sich innerhalb von vier Wochen voll [2]. Die höchsten Blutspiegel sind 1 bis 1,5 Stunden nach der Einnahme erreicht, die Halbwertszeit im Blut beträgt 1,5 bis 2 Stunden. Anders als manche anderen Statine wird Pravastatin nicht in nennenswertem Umfang über das Cytochrom-P450-System der Leber abgebaut; für Grapefruitsaft und Arzneimittel wie Itraconazol oder Verapamil wurde nachgewiesen, dass sie die Pravastatin-Spiegel nicht bedeutsam verändern [2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Grapefruit.

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Pravastatin-ratiopharm, für die eine Häufigkeit angegeben ist. "Gelegentlich" heißt: bis zu 1 von 100 Behandelten, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

In den sieben placebokontrollierten Studien trat laut Fachinformation keine der dort berichteten Nebenwirkungen unter Pravastatin um mehr als 0,3 % häufiger auf als unter Placebo; Muskelschmerzen wurden in beiden Gruppen bei 1,4 % beobachtet [2]. Bei einigen Statinen wurden laut Packungsbeilage und Fachinformation außerdem (ohne Häufigkeitsangabe) Albträume, Gedächtnisverlust, Depression, Atemprobleme mit anhaltendem Husten und/oder Kurzatmigkeit oder Fieber sowie Diabetes berichtet; das Risiko für Diabetes ist größer bei erhöhten Blutzucker- und Blutfettwerten, Übergewicht und hohem Blutdruck [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Blutzucker.

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • ImmunsystemPlötzliche schwerwiegende allergische Reaktionen mit Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Luftröhre, die große Schwierigkeiten beim Atmen verursachen kann (laut Fachinformation Anaphylaxie und Angioödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
  • ImmunsystemSchwerwiegende Hauterkrankung (Lupus-erythematodes-ähnliches Syndrom)[1, 2]
  • NervensystemEmpfindungsstörungen mit brennendem oder prickelndem Gefühl oder Taubheit als Hinweis auf eine Nervenschädigung; laut Fachinformation periphere Polyneuropathie, vor allem bei Einnahme über einen langen Zeitraum[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
  • Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis), Gelbsucht (Gelbfärbung von Haut und Augen) und sehr schnelles Absterben von Leberzellen (fulminante Lebernekrose)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • Magen und DarmEntzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1, 2]Mehr dazu: Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Muskeln, Knochen und GelenkeEntzündung eines oder mehrerer Muskeln mit Muskelschmerzen oder -schwäche (Myositis, Polymyositis oder Dermatomyositis); Schmerzen oder Schwäche der Muskeln (laut Fachinformation Myopathie)[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenSchwäche (Asthenie)Muskelschwäche
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSchwerer Muskelzerfall (Rhabdomyolyse), der zu einer lebensbedrohlichen Nierenerkrankung führen kann; laut Fachinformation kann sie mit akutem Nierenversagen infolge von Myoglobin im Urin einhergehen[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenNierenfunktionsstörungen
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhung der Transaminasen (Leberenzyme), die ein Anzeichen für eine Lebererkrankung sein kann[1]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Muskeln, Knochen und GelenkeAnhaltende Muskelschwäche; laut Fachinformation immunvermittelte nekrotisierende Myopathie mit anhaltender Schwäche der rumpfnahen Muskeln und erhöhter Kreatinkinase, die auch nach dem Absetzen fortbestehen[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)MuskelschwächeVeränderte Laborwerte
  • Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelriss[1, 2]
  • Leber und GalleLeberversagen, laut Fachinformation tödlich oder nicht tödlich verlaufend[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • NervensystemMyasthenia gravis: allgemeine Muskelschwäche, in einigen Fällen auch der Atemmuskulatur[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
  • AugenOkuläre Myasthenie: Muskelschwäche der Augen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • HautAusschlag einschließlich lichenoidem Ausschlag (knötchenförmiger Ausschlag)[2]Mehr dazu: Hautausschlag

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

In sehr seltenen Fällen können Muskelprobleme ernst sein (Rhabdomyolyse) und zu einer lebensbedrohlichen Nierenerkrankung führen [1]. Laut Fachinformation kann eine Rhabdomyolyse zu jeder Zeit der Behandlung auftreten; sie tritt in etwa einem Fall pro 100.000 Patientenjahren auf [2]. Nach der Markteinführung wurde unter Statinen einschließlich Pravastatin selten über Leberversagen berichtet, teils mit tödlichem Ausgang [2].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Fünfzigern bereitet am Abend in einer hellen Küche ein Gericht mit Gemüse und Fisch zu
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Muskeln: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sofort, wenn Sie während der Behandlung ungeklärte Muskelkrämpfe oder Muskelschmerzen haben [1]. Laut Fachinformation sollte dann der CK-Wert im Blut gemessen werden. Liegt er über dem Fünffachen des oberen Normwerts, muss die Behandlung unterbrochen werden; sind die Muskelbeschwerden schwerwiegend und verursachen täglich Unbehagen, sollte eine Unterbrechung auch bei geringerem Anstieg erwogen werden. Muskelbeschwerden gehen normalerweise zurück, wenn die Statinbehandlung unterbrochen wird [2].

Magen, Darm und Schlaf: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel und Schlafstörungen sind gelegentliche Nebenwirkungen [1]. Wird eine Nebenwirkung ernst oder bemerken Sie Beschwerden, die nicht in der Packungsbeilage stehen, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Haben Sie den Eindruck, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, sprechen Sie ebenfalls mit ihnen [1].

Haut und Leber: Selten wird die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenlicht [1]. Zeigen Sie Beschwerden einer Lebererkrankung, führt die Ärztin oder der Arzt eine Blutuntersuchung durch, um die Leberfunktion zu überprüfen [1]. Mehr dazu auf den Seiten Lichtempfindlichkeit und Leberwerte.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Mehrere Arzneimittel können zusammen mit Pravastatin das Risiko für Muskelprobleme erhöhen: andere Cholesterinsenker aus der Gruppe der Fibrate, Ciclosporin, Antibiotika wie Erythromycin oder Clarithromycin, Colchicin, Nikotinsäure, Rifampicin und Lenalidomid [1]. Müssen Sie das Antibiotikum Fusidinsäure einnehmen, wird Pravastatin vorübergehend abgesetzt; die Kombination kann zu schwerwiegenden Muskelproblemen führen [1, 2]. Bei Gerinnungshemmern vom Typ der Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon kann der Gerinnungswert (INR) steigen; sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2].

Wechselwirkungen von Pravastatin
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Fibrate wie Gemfibrozil oder Fenofibrat (Cholesterinsenker)Erhöhtes Risiko für Muskelprobleme[1, 2]Kombination laut Fachinformation im Allgemeinen vermeiden; wenn nötig, sorgfältige Überwachung und Kontrolle der CK-Werte
Ciclosporin (Mittel zur Unterdrückung der Abwehr)Erhöhtes Risiko für Muskelprobleme; laut Fachinformation etwa 4-fach höhere Verfügbarkeit von Pravastatin im Körper[1, 2]Ärztliche Überwachung
Antibiotika wie Erythromycin oder Clarithromycin (Makrolide)Erhöhtes Risiko für Muskelprobleme[1, 2]Laut Fachinformation nur mit Vorsicht kombinieren
Fusidinsäure (Antibiotikum zum Einnehmen oder als Spritze)Die Kombination kann zu schwerwiegenden Muskelproblemen (Rhabdomyolyse) führen[1, 2]Pravastatin muss vorübergehend abgesetzt werden; die Ärztin oder der Arzt sagt, ab wann es wieder eingenommen werden kann, laut Fachinformation frühestens 7 Tage nach der letzten Dosis Fusidinsäure
Colchicin (Gichtmittel)Erhöhtes Risiko für Muskelprobleme[1, 2]Laut Fachinformation Überwachung, besonders zu Beginn der Kombination
Nikotinsäure (Cholesterinsenker)Erhöhtes Risiko für Muskelprobleme[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Rifampicin (Tuberkulosemittel)Erhöhtes Risiko für Muskelprobleme; laut Fachinformation nahezu dreifach höhere Pravastatin-Spiegel[1, 2]Laut Fachinformation Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe; bei mindestens 2 Stunden Abstand wäre keine Wechselwirkung zu erwarten
Lenalidomid (Mittel gegen Multiples Myelom)Erhöhtes Risiko für Muskelprobleme; laut Fachinformation erhöhtes Risiko für eine Rhabdomyolyse[1, 2]Laut Fachinformation verstärkte Überwachung, vor allem in den ersten Behandlungswochen
Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon oder Warfarin (Gerinnungshemmer)Die Gerinnungswerte (INR) können steigen[1, 2]Vor der Einnahme ärztlich besprechen; laut Fachinformation sind angemessene INR-Kontrollen nötig
Ionenaustauscherharze wie Colestyramin oder Colestipol (Cholesterinsenker)Das Harz kann die Aufnahme von Pravastatin beeinträchtigen[1, 2]Pravastatin mindestens eine Stunde vor oder vier Stunden nach dem Harz einnehmen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Pravastatin nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder traf er früher zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Das Risiko eines Muskelzerfalls ist bei bestimmten Menschen erhöht; bei ihnen und bei Menschen über 70 Jahren wird vor und möglicherweise während der Behandlung das Blut untersucht [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Pravastatin oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Schwangerschaft, geplante Schwangerschaft und Stillzeit[1, 2]
  • Akute Lebererkrankung[1, 2]
  • Mehrere Blutuntersuchungen mit abnormaler Leberfunktion (erhöhte Leberenzymwerte); laut Fachinformation nicht abgeklärte, anhaltende Erhöhungen der Transaminasen über das Dreifache des oberen Normwerts[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Nierenerkrankung oder Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)[1, 2]
  • Lebererkrankung oder Alkoholprobleme (regelmäßiges Trinken größerer Mengen Alkohol)[1, 2]
  • Erbliche Muskelerkrankungen; frühere Muskelprobleme durch ein anderes Statin oder ein Fibrat[1, 2]
  • Myasthenie oder okuläre Myasthenie, auch früher: Statine können sie manchmal verschlimmern oder auslösen[1, 2]
  • Bei diesen Vorerkrankungen oder einem Alter über 70 Jahren führt die Ärztin oder der Arzt vor und möglicherweise während der Behandlung eine Blutuntersuchung durch, um das Risiko für Nebenwirkungen an den Muskeln zu bewerten; laut Fachinformation sollte bei diesen Vorerkrankungen vor Behandlungsbeginn die Kreatinkinase (CK) gemessen werden, bei Menschen über 70 Jahren sollte das erwogen werden[1, 2]
  • Diabetes oder Risiko für Diabetes (erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, Übergewicht, hoher Blutdruck): Die Ärztin oder der Arzt überwacht Sie engmaschig[1, 2]
  • Schwere Atembeschwerden: vor der Einnahme ärztlich beraten lassen[1]
  • Kinder vor der Pubertät: Laut Fachinformation sollten Nutzen und Risiko vor Behandlungsbeginn sorgfältig abgewogen werden[2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zur Stillzeit weichen die Angaben voneinander ab: Packungsbeilage und Fachinformation schließen die Einnahme in der Stillzeit aus, Embryotox hält Stillen für erwägbar, wenn die Behandlung der Mutter nach kritischer Prüfung angezeigt ist, rät aber vor allem bei Neugeborenen und Frühgeborenen davon ab [1, 2, 3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Schwangerschaft

Nehmen Sie Pravastatin nicht während der Schwangerschaft ein, auch nicht, wenn Sie eine Schwangerschaft planen. Stellen Sie fest, dass Sie schwanger sind, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Laut Fachinformation sollte Pravastatin Frauen im gebärfähigen Alter nur gegeben werden, wenn eine Schwangerschaft sehr unwahrscheinlich ist und sie über die möglichen Risiken informiert wurden; bei geplanter oder bestehender Schwangerschaft muss es abgesetzt werden.[2]

Laut Embryotox sprechen die Studienergebnisse zu Statinen insgesamt gegen ein substanziell erhöhtes Fehlbildungsrisiko; eine Registerstudie beschrieb ein geringfügig erhöhtes Risiko für Herzscheidewanddefekte, einige Auswertungen ein gering erhöhtes Fehlgeburtsrisiko nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel; ein ursächlicher Zusammenhang mit der Statineinnahme ist aber nicht gesichert. Eine Pravastatin-Behandlung sollte in der Schwangerschaft pausiert werden. Nach Einnahme im ersten Schwangerschaftsdrittel sollte eine weiterführende Ultraschalluntersuchung angeboten werden. Erscheint eine Behandlung mit Statinen in der Schwangerschaft unumgänglich, sollten laut Embryotox die besser untersuchten Wirkstoffe Atorvastatin oder Simvastatin gewählt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Nehmen Sie Pravastatin nicht ein, wenn Sie stillen möchten, weil es in die Muttermilch übergeht. Laut Fachinformation wurde es in geringer Konzentration in der Muttermilch nachgewiesen; die Anwendung in der Stillzeit ist deshalb kontraindiziert.[1, 2]

Laut Embryotox sollten vor allem Neugeborene und Frühgeborene unter einer Statinbehandlung nicht gestillt werden; ist die Behandlung der Mutter nach kritischer Prüfung nötig, kann Stillen erwogen werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Beschränken Sie Ihren Alkoholkonsum auf ein Minimum. Sind Sie unsicher, wie viel Alkohol Sie während der Behandlung trinken können, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1]

Autofahren und Maschinen

Pravastatin beeinträchtigt gewöhnlich nicht die Verkehrstüchtigkeit. Bemerken Sie aber Schwindel oder Sehstörungen wie Verschwommen- oder Doppeltsehen, stellen Sie vor dem Fahren und vor dem Bedienen von Maschinen sicher, dass Sie dazu in der Lage sind.[1, 2]

Einnahme

Mit einer Mahlzeit oder auf nüchternen Magen mit einem halben Glas Wasser einnehmen; laut Packungsbeilage und Fachinformation einmal täglich, vorzugsweise abends. Die fettreduzierte Diät, zu der Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie berät, halten Sie während der gesamten Behandlung ein. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Einnahme vergessen: einfach die nächste Dosis wie verordnet einnehmen, nicht die doppelte Menge.[1]

Absetzen

Pravastatin muss sehr regelmäßig eingenommen werden, so lange es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt für erforderlich hält, auch wenn das sehr lange ist. Beenden Sie die Behandlung nicht selbst.[1]

Überdosierung

Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen oder hat jemand versehentlich Tabletten geschluckt, wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächste Krankenhaus. Laut Fachinformation sind die Erfahrungen mit Überdosierungen begrenzt; eine spezifische Behandlung gibt es nicht.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt übliche Dosen je Anwendungsgebiet und Altersgruppe sowie eine Höchstdosis; die Fachinformation ergänzt eine Anfangsdosis bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie angemessen ist, teilt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Pravastatin immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke ein [1]. Die Tabletten können mit einer Mahlzeit oder auf nüchternen Magen mit einem halben Glas Wasser eingenommen werden, einmal täglich und vorzugsweise abends [1, 2]. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie zu einer fettreduzierten Diät, die Sie während der gesamten Behandlung einhalten sollten [1]. Nehmen Sie zusätzlich ein Ionenaustauscherharz wie Colestyramin ein, nehmen Sie Pravastatin mindestens eine Stunde vorher oder vier Stunden danach [1, 2].

Pravastatin muss sehr regelmäßig eingenommen werden, so lange Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für erforderlich hält; beenden Sie die Behandlung nicht selbst [1]. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen, wenden Sie sich an eine Ärztin, einen Arzt oder das nächste Krankenhaus; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Pravastatin

Pravastatin gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten, Pravastatin-ratiopharm mit 10, 20 oder 40 mg. Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage von Pravastatin-ratiopharm 20 mg Tabletten und die Fachinformation von Pravastatin-ratiopharm Tabletten [1, 2].

Präparate mit Pravastatin
PräparatAnbieterHinweis
Pravastatin-ratiopharmratiopharm GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 10, 20 oder 40 mg; Grundlage dieser Seite
Pravastatin AbZAbZ-Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 40 mg
Pravastatin HEXALHEXAL AGverschreibungspflichtig; Tabletten mit 10, 20, 30 oder 40 mg
Pravastatin - 1 A Pharma1 A Pharma GmbHverschreibungspflichtig; Tabletten mit 10, 20, 30 oder 40 mg

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pravastatin-ratiopharm 20 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 08/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Pravastatin-ratiopharm Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2024. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Pravastatin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkungen hat Pravastatin?

Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, treten Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Verschwommen- oder Doppeltsehen, Magen-Darm-Beschwerden, Juckreiz, Ausschlag, Haarprobleme, Blasenprobleme, sexuelle Schwierigkeiten sowie Muskel- und Gelenkschmerzen und Sehnenentzündungen auf. Laut Fachinformation trat in sieben placebokontrollierten Studien keine der dort berichteten Nebenwirkungen unter Pravastatin um mehr als 0,3 % häufiger auf als unter Placebo. Sehr selten sind schwerwiegende Nebenwirkungen an Muskeln, Leber und Bauchspeicheldrüse.

Was tun bei Muskelschmerzen unter Pravastatin?

Entwickeln Sie ungeklärte oder dauerhafte Muskelschmerzen, Muskelempfindlichkeit, Schwäche oder Krämpfe (besonders zusammen mit Unwohlsein oder erhöhter Temperatur), beenden Sie laut Packungsbeilage die Einnahme und informieren sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. In sehr seltenen Fällen kann ein schwerer Muskelzerfall (Rhabdomyolyse) auftreten. Laut Fachinformation sollte dann der CK-Wert im Blut gemessen werden; liegt er über dem Fünffachen des oberen Normwerts, muss die Behandlung unterbrochen werden.

Wird bei Pravastatin der CK-Wert kontrolliert?

Laut Fachinformation wird eine routinemäßige Überwachung der Kreatinkinase (CK) bei Menschen ohne Beschwerden nicht empfohlen. Vor Behandlungsbeginn sollte sie bei besonderen Risiken gemessen werden, etwa bei Nierenerkrankung, Schilddrüsenunterfunktion, erblichen Muskelerkrankungen, früheren Muskelproblemen durch Statine oder Fibrate oder Alkoholmissbrauch. Bei Menschen über 70 Jahren sollte eine Messung erwogen werden. Während der Behandlung sollte die CK gemessen werden, wenn Muskelbeschwerden unbekannter Ursache auftreten.

Darf ich während der Einnahme von Pravastatin Alkohol trinken?

Laut Packungsbeilage sollten Sie Ihren Alkoholkonsum auf ein Minimum beschränken. Sind Sie unsicher, wie viel Alkohol Sie während der Behandlung trinken können, besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Lebererkrankungen oder Alkoholproblemen ist besondere Vorsicht nötig.

Wann sollte ich Pravastatin einnehmen?

Pravastatin wird einmal täglich eingenommen, laut Packungsbeilage und Fachinformation vorzugsweise abends. Sie können es mit einer Mahlzeit oder auf nüchternen Magen mit einem halben Glas Wasser nehmen. Nehmen Sie auch Colestyramin oder Colestipol ein, nehmen Sie Pravastatin mindestens eine Stunde vorher oder vier Stunden danach.

Darf ich Grapefruitsaft trinken, wenn ich Pravastatin nehme?

Laut Fachinformation wird Pravastatin nicht in nennenswertem Umfang über das Cytochrom-P450-System abgebaut; für Grapefruitsaft wurde nachgewiesen, dass er die Pravastatin-Spiegel nicht bedeutsam verändert. Dasselbe wurde für einige Arzneimittel gezeigt, die diesen Abbauweg hemmen, etwa Itraconazol oder Fluconazol. Fragen Sie im Zweifel Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Darf ich Pravastatin in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

Nein. Laut Packungsbeilage dürfen Sie Pravastatin nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen; stellen Sie eine Schwangerschaft fest, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Embryotox sollte eine Pravastatin-Behandlung in der Schwangerschaft pausiert werden.

Kann ich Pravastatin einfach absetzen?

Pravastatin muss sehr regelmäßig eingenommen werden, so lange es Ihre Ärztin oder Ihr Arzt für erforderlich hält, auch wenn das sehr lange ist. Beenden Sie die Behandlung nicht selbst. Eine Ausnahme ist die Behandlung mit dem Antibiotikum Fusidinsäure: Dann muss Pravastatin vorübergehend abgesetzt werden, und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, wann Sie es wieder einnehmen können.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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