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Pivmecillinam: Nebenwirkungen und Wirkung

Pivmecillinam ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum aus der Gruppe der Penicilline zur Behandlung unkomplizierter Infektionen der unteren Harnwege, etwa einer Blasenentzündung. Häufig sind Übelkeit, Durchfall und eine Pilzinfektion der Scheide. Die Tabletten werden im Sitzen oder Stehen mit mindestens einem halben Glas Flüssigkeit eingenommen. Bei schweren allergischen Reaktionen, Blutungen in der Haut oder schweren Hautreaktionen beenden Sie die Einnahme und begeben sich sofort in ärztliche Behandlung.

Frau Ende zwanzig sitzt im Schneidersitz auf dem Bett, in eine weiche Decke gehüllt, und hält eine Tasse Kräutertee, Morgenlicht durch helle Vorhänge
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Häufig: Übelkeit, Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Infektion oder Entzündung der Scheide (Pilzinfektion der Scheide)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Pivmecillinam eingesetzt?

Pivmecillinam ist ein verschreibungspflichtiges Antibiotikum zur Behandlung von Infektionen der unteren Harnwege, die durch Bakterien verursacht werden [1, 2]. Laut Fachinformation gehört es zu den Penicillinen mit erweitertem Wirkspektrum und ist für unkomplizierte Infektionen des unteren Harntrakts durch Mecillinam-empfindliche Erreger zugelassen; dabei sollen die allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von Antibiotika berücksichtigt werden [2]. Embryotox nennt als Anwendungsgebiet die unkomplizierte Blasenentzündung (Zystitis) [3].

Als Präparatenamen nennt Embryotox X-Systo und Pivmelam [3]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Pivmelam [1, 2]; für andere Präparate gelten deren eigene Packungsbeilagen.

Wie wirkt Pivmecillinam?

Pivmecillinam selbst ist unwirksam, eine Vorstufe (Prodrug). Im Körper wird es schnell in den eigentlichen Wirkstoff Mecillinam umgewandelt, einen Abkömmling der Penicilline. Mecillinam hemmt bei gramnegativen Bakterien den Aufbau der Zellwand, indem es an ein bestimmtes Eiweiß der Bakterien bindet (PBP-2); darin unterscheidet es sich von anderen Penicillinen. Es wirkt vor allem bakterizid (tötet die Bakterien also ab) und richtet sich in erster Linie gegen gramnegative Bakterien [2].

60 bis 80 % einer Dosis werden aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen; Nahrung im Magen beeinflusst die Aufnahme nicht entscheidend. Die höchste Konzentration von Mecillinam im Blut ist 1 bis 2 Stunden nach der Einnahme erreicht, die Halbwertszeit beträgt 1 bis 1,5 Stunden. Etwa die Hälfte wird unverändert mit dem Urin ausgeschieden [2]. Bei der Umwandlung entsteht außerdem Pivalinsäure, die der Körper teilweise an Carnitin gebunden ausscheidet; nach 7 bis 10 Tagen Behandlung mit der höchsten empfohlenen Dosis ist der Carnitinvorrat um etwa 10 % verringert [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die die Packungsbeilage eine Häufigkeit angibt; die Fachinformation desselben Stands nennt für die dort aufgeführten Nebenwirkungen dieselben Klassen. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten und "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen; für die schweren Hautreaktionen begründen Packungsbeilage und Fachinformation das damit, dass seit der Markteinführung nur sehr wenige Fälle gemeldet wurden [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten berichtet werden laut Fachinformation Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Anaphylaktische Reaktionen und eine tödlich verlaufende pseudomembranöse Darmentzündung wurden berichtet [2]. Bei anderen Antibiotika derselben Klasse traten außerdem Veränderungen von Blut- und Leberwerten auf, laut Fachinformation ein leichter, sich zurückbildender Anstieg von Leberenzymen und Bilirubin sowie eine Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen und eine Vermehrung der Eosinophilen [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Durchfall durch Medikamente.

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • NervensystemKopfschmerzen, Benommenheit[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenMüdigkeit
  • Ohr und GleichgewichtDrehschwindel, das Gefühl, dass sich der Raum dreht (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
  • Magen und DarmErbrechen, Bauchschmerzen, Magenverstimmung (Verdauungsstörung)[1, 2]Mehr dazu: ErbrechenBauchschmerzenSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
  • InfektionenDickdarmentzündung, die zu Durchfall, gewöhnlich mit Blut und Schleim, und Bauchschmerzen führt (laut Fachinformation Clostridium-difficile-Kolitis); auch schwerer und lang andauernder blutiger Durchfall mit Bauchschmerzen und Fieber (pseudomembranöse Kolitis)[1, 2]Mehr dazu: DurchfallBauchschmerzen
  • Magen und DarmProbleme beim Kauen oder Schlucken durch ein Geschwür im Mund oder in der Speiseröhre oder eine Entzündung der Speiseröhre, wenn die Tabletten mit zu wenig Flüssigkeit eingenommen wurden[1, 2]
  • InfektionenHäufigeres Auftreten von Fieber oder Infektionen durch eine Veränderung bestimmter Zellen im Körper[1]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitFieber
  • Blut und LymphsystemBlutungen von Haut und Schleimhäuten und Blutergüsse durch zu wenige Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue FleckenVeränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemSchwere allergische Reaktion (anaphylaktische Reaktion), z. B. mit plötzlichem Hautausschlag, Anschwellen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, Atembeschwerden oder Ohnmacht[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnot
  • Stoffwechsel und ErnährungMuskelschwäche oder Muskelverlust durch einen zu niedrigen Carnitinspiegel im Körper[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
  • Leber und GalleGelbfärbung der Haut oder der Augen, ungewöhnlich dunkler Urin (laut Fachinformation Beeinträchtigung der Leberfunktion)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteUrinverfärbung
  • HautHautausschlag (laut Fachinformation u. a. gerötete, fleckige oder knötchenförmige Ausschläge), Nesselsucht (Urtikaria), Juckreiz (Pruritus)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagNesselsuchtJuckreiz
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit oder Energiemangel (Erschöpfung)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom, die toxische epidermale Nekrolyse und das DRESS-Syndrom können laut Fachinformation lebensbedrohlich oder tödlich sein [2]. Erkranken Sie während der Behandlung plötzlich an Durchfall, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt unverzüglich; möglicherweise hat sich Ihr Darm entzündet [1]. Telefonnummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Frau in den Vierzigern sitzt aufrecht an einem hellen Küchentisch und trinkt ein volles Glas Wasser, vor ihr ein Teller mit Mittagessen
Bild: KI-generiert

Magen und Darm: Übelkeit und Durchfall sind häufig [1, 2]. Nehmen Sie die Tabletten bevorzugt mit einer Mahlzeit ein, um Magenprobleme zu vermeiden [1, 2]. Schlucken Sie sie unzerkaut im Sitzen oder Stehen mit mindestens einem halben Glas Wasser oder einem anderen Getränk und nicht kurz vor dem Schlafengehen; mit zu wenig Flüssigkeit können Geschwüre im Mund oder in der Speiseröhre oder eine Entzündung der Speiseröhre entstehen [1, 2].

Scheidenpilz: Eine Infektion oder Entzündung der Scheide durch Pilze gehört zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie Beschwerden bemerken. Mehr dazu auf der Seite Scheidenpilz.

Muskelschwäche: Muskelschwäche oder Muskelverlust kann gelegentlich durch einen zu niedrigen Carnitinspiegel entstehen [1]. Laut Fachinformation gehören Muskelschmerzen, Müdigkeit und Verwirrung zu den Zeichen eines Carnitinmangels [2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Besonders wichtig sind Methotrexat, Probenecid und andere Antibiotika wie Erythromycin oder Tetracyclin [1]. Haben Sie kürzlich Valproat gegen Epilepsie eingenommen, sagen Sie das ebenfalls: Zusammen mit Pivmecillinam kann das Risiko für einen Carnitinmangel steigen [1, 2].

Wechselwirkungen von Pivmecillinam
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Methotrexat (gegen Rheuma, Tumoren und Schuppenflechte)Methotrexat kann langsamer ausgeschieden werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation Methotrexat-Werte engmaschig überwachen
Probenecid (gegen Gicht)Penicilline werden langsamer ausgeschieden, der Blutspiegel des Antibiotikums steigt[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren
Valproat (gegen Epilepsie), auch wenn es kürzlich eingenommen wurde, und andere Mittel, die Pivalinsäure freisetzenHöheres Risiko für einen Carnitinmangel[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren; laut Fachinformation sollte die gleichzeitige Behandlung vermieden werden
Andere Antibiotika wie Erythromycin oder Tetracyclin, die Bakterien nur am Wachstum hindernDie bakterientötende Wirkung von Penicillinen kann beeinträchtigt werden[1, 2]Ärztin oder Arzt informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Pivmecillinam nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Trifft einer der Punkte unten auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Laut Fachinformation ist auf Grundlage begrenzter Daten davon auszugehen, dass Häufigkeit, Art und Schwere der Nebenwirkungen bei Kindern und Erwachsenen gleich sind [2].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Pivmecillinam oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Allergie gegen Antibiotika aus der Klasse der Penicilline oder Cephalosporine[1, 2]
  • Frühere schwere Hautreaktionen, Abschälen der Haut, Blasenbildung oder Mundgeschwüre nach Pivmecillinam oder anderen Betalaktam-Antibiotika wie Amoxicillin, Penicillin V oder Flucloxacillin[1]
  • Verengung der Speiseröhre und/oder Verengungen im Magen-Darm-Trakt[1, 2]
  • Erbliche Stoffwechselstörung, die zu einem Mangel an Carnitin führen kann (laut Fachinformation Carnitin-Transporter-Defekte)[1, 2]
  • Erbliche Stoffwechselstörung, bei der zu viel Säure im Blut (Azidämie) oder im Urin (Azidurie) auftritt; laut Fachinformation z. B. Methylmalonazidurie und Propionazidämie[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Porphyrie (seltene Stoffwechselerkrankung): laut Fachinformation sollte Pivmecillinam dann nicht angewendet werden, da es mit akuten Porphyrie-Anfällen in Verbindung gebracht wurde[1, 2]
  • Bekannter Carnitinmangel, instabile Zuckerkrankheit und laut Fachinformation ungewöhnlich kleine Muskelmasse: Vorsicht wegen des Risikos eines Carnitinmangels[1, 2]
  • Laut Fachinformation sollte eine Langzeitbehandlung über 3 Wochen oder eine häufig wiederholte Behandlung wegen der Gefahr eines Carnitinmangels vermieden werden; Zeichen eines Carnitinmangels sind Muskelschmerzen, Müdigkeit und Verwirrung[2]
  • Kreuzallergie: laut Fachinformation besteht die Möglichkeit einer Kreuzallergie mit anderen Penicillin-Abkömmlingen oder Cephalosporinen, auch wenn sie nicht nachgewiesen ist[2]
  • Kinder: Filmtabletten mit 400 mg werden für Kinder nicht empfohlen[1]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis [1, 2]. Klinische Studien zur Fruchtbarkeit gibt es nicht; in einer Tierstudie zeigte sich kein Einfluss [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Pivmecillinam kann während der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist; laut Fachinformation deuten Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaften nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine Schädigung von Ungeborenem oder Neugeborenem hin. Eine Einnahme kurz vor der Geburt kann beim Neugeborenen-Screening einen falsch positiven Test auf eine angeborene Stoffwechselstörung (Isovalerianazidämie) verursachen; für das Neugeborene besteht kein Risiko, informieren Sie aber Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1, 2]

Laut Embryotox gehört Pivmecillinam zu den Antibiotika der Wahl bei einer unkomplizierten Blasenentzündung in der Schwangerschaft und darf in jeder Phase indikationsgerecht eingesetzt werden; Daten zu mehreren tausend Schwangerschaften im ersten Drittel zeigten keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungs- oder Fehlgeburtsrisiko. Das mögliche falsch positive Neugeborenen-Screening sollte bedacht werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Pivmecillinam darf während der Stillzeit angewendet werden. Laut Fachinformation geht Mecillinam in die Muttermilch über, bei üblichen Dosen sind aber keine Auswirkungen auf gestillte Kinder zu erwarten.[1, 2]

Embryotox: Pivmecillinam darf in der Stillzeit indikationsgerecht eingesetzt werden; veröffentlichte Erfahrungen zum Stillen liegen nicht vor, Risiken erscheinen auch wegen der geringen Aufnahme von Mecillinam aus dem Darm unwahrscheinlich. Gelegentlich kann eine Antibiotika-Behandlung der Mutter beim Säugling vorübergehend Durchfall oder Soor auslösen.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Pivmecillinam hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit oder das Bedienen von Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Tabletten unzerkaut im Sitzen oder Stehen einnehmen und dabei mindestens ein halbes Glas Wasser oder ein anderes Getränk trinken; bevorzugt mit einer Mahlzeit einnehmen, um Magenprobleme zu vermeiden. Die Einnahme kurz vor dem Schlafengehen vermeiden.[1, 2]

Einnahme vergessen: die vergessene Dosis nehmen, sobald Sie sich daran erinnern, und die darauffolgende Dosis erst nach 4 Stunden; danach wie angewiesen weiter einnehmen. Nicht die doppelte Menge einnehmen.[1]

Absetzen

Nehmen Sie das Arzneimittel so lange, wie es verschrieben wurde, und führen Sie die Behandlung bis zum Ende fort, auch wenn Sie sich nach einigen Tagen besser fühlen; sonst können die Beschwerden zurückkehren.[1]

Überdosierung

Haben Sie versehentlich mehr eingenommen, kontaktieren Sie sofort die nächste Notaufnahme oder Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke und nehmen Sie die Packung und die übrigen Tabletten mit. Eine Überdosis wird wahrscheinlich Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall hervorrufen.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage von Pivmelam 400 mg nennt eine Dosis für Jugendliche und Erwachsene und eine feste Behandlungsdauer; die Fachinformation ergänzt Angaben für Kinder nach Körpergewicht sowie für ältere Menschen und eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie die Tabletten so lange ein, wie es Ihnen verschrieben wurde, und führen Sie die Behandlung bis zum Ende fort, auch wenn es Ihnen nach einigen Tagen besser geht; sonst können die Beschwerden zurückkehren [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, nehmen Sie sie, sobald Sie daran denken, und die nächste frühestens nach 4 Stunden, damit die Menge im Körper gleichmäßig bleibt; nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1].

Haben Sie versehentlich zu viel eingenommen, kontaktieren Sie sofort die nächste Notaufnahme, Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke und nehmen Sie die Packung mit [1]. Mehr zum Umgang mit Antibiotika im Ratgeber Antibiotika richtig einnehmen.

Präparate mit Pivmecillinam

Pivmelam gibt es laut Fachinformation als Filmtabletten mit 200 mg und mit 400 mg [2]. Weitere Präparatenamen nennt das Beratungszentrum Embryotox [3].

Präparate mit Pivmecillinam
PräparatAnbieterHinweis
PivmelamAPOGEPHA Arzneimittel GmbHverschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 400 mg; Grundlage dieser Seite
X-Systoverschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pivmelam 400 mg Filmtabletten (Version v007de-1). APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Pivmelam 200 mg/400 mg Filmtabletten (Version v008de-1). APOGEPHA Arzneimittel GmbH. Stand 09/2024. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Pivmecillinam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Pivmecillinam verschrieben?

Pivmecillinam behandelt Infektionen der unteren Harnwege, die durch Bakterien verursacht werden. Zugelassen ist es laut Fachinformation für unkomplizierte Infektionen des unteren Harntrakts durch Mecillinam-empfindliche Erreger. Embryotox nennt als Anwendungsgebiet die unkomplizierte Blasenentzündung und zählt Pivmecillinam dafür auch in der Schwangerschaft zu den Antibiotika der Wahl.

Ist Pivmelam dasselbe wie X-Systo?

Beide enthalten den Wirkstoff Pivmecillinam; Embryotox nennt beide Präparatenamen. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Pivmelam 400 mg des Herstellers APOGEPHA. Für X-Systo gilt dessen eigene Packungsbeilage, die in Einzelheiten abweichen kann; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Warum soll ich Pivmecillinam mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen?

Die Tabletten sollen unzerkaut im Sitzen oder Stehen mit mindestens einem halben Glas Wasser oder einem anderen Getränk eingenommen werden, nicht kurz vor dem Schlafengehen. Gelegentlich kommt es zu Geschwüren im Mund oder in der Speiseröhre oder einer Speiseröhrenentzündung, wenn die Tabletten mit zu wenig Flüssigkeit eingenommen wurden. Bevorzugt nehmen Sie die Tablette mit einer Mahlzeit, um Magenprobleme zu vermeiden.

Was hat Pivmecillinam mit Carnitin zu tun?

Bei der Umwandlung von Pivmecillinam entsteht Pivalinsäure, die der Körper teilweise an Carnitin gebunden ausscheidet. Laut Fachinformation ist der Carnitinvorrat nach 7 bis 10 Tagen mit der höchsten empfohlenen Dosis um etwa 10 % verringert. Gelegentlich kommt es zu Muskelschwäche durch einen zu niedrigen Carnitinspiegel. Bei bestimmten erblichen Stoffwechselstörungen mit Carnitinmangel darf Pivmecillinam nicht eingenommen werden. Eine Langzeit- oder häufig wiederholte Behandlung sollte laut Fachinformation vermieden werden.

Darf ich Pivmecillinam in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

Laut Packungsbeilage kann Pivmecillinam in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn dies aus klinischer Sicht notwendig ist, und ebenso in der Stillzeit. Embryotox zählt es zu den Antibiotika der Wahl bei einer unkomplizierten Blasenentzündung in der Schwangerschaft. Eine Einnahme kurz vor der Geburt kann beim Neugeborenen-Screening einen falsch positiven Test verursachen. Das ist kein Risiko für das Kind, informieren Sie aber Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Pivmecillinam einnehme?

Packungsbeilage und Fachinformation von Pivmelam enthalten keinen Hinweis zu Alkohol. Ob Alkohol während der Behandlung infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Wie hoch ist die Dosis von Pivmecillinam?

Die Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die Angaben von Packungsbeilage und Fachinformation finden Sie weiter oben im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation".

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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