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Olmesartan: Nebenwirkungen und Wirkung
Olmesartan ist ein verschreibungspflichtiger Blutdrucksenker aus der Gruppe der Sartane (Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten). Häufige Nebenwirkungen sind Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Müdigkeit. Bei Schwellungen von Gesicht, Mund oder Kehlkopf beenden Sie die Einnahme und kontaktieren umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei starkem, anhaltendem Durchfall mit erheblichem Gewichtsverlust verständigen Sie sie oder ihn. Ab dem vierten Schwangerschaftsmonat darf Olmesartan nicht eingenommen werden.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Schwindelgefühl und Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Übelkeit, Verdauungsstörungen, Durchfall, Bauchschmerzen und Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)[1, 2]
- Häufig: Halsentzündung, Schnupfen, Bronchitis und Husten[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit, grippeähnliche Beschwerden, Schmerzen und Schmerzen im Brustkorb[1, 2]
- Häufig: Geschwollene Knöchel, Füße, Beine, Hände oder Arme (periphere Ödeme)[1, 2]
- Häufig: Schmerzen im Rücken, in den Knochen oder Gelenken; laut Fachinformation auch Gelenkentzündung (Arthritis)[1, 2]
- Häufig: Infektionen der Harnwege[1, 2]
- Häufig: Blut im Urin (Hämaturie)[1, 2]
- Häufig: Anstieg der Blutfette (Hypertriglyceridämie)[1, 2]
- Häufig: Anstieg der Harnsäure (Hyperurikämie)[1, 2]
- Häufig: Anstieg des Harnstoffs im Blut und erhöhte Werte in Untersuchungen der Leber- und Muskelfunktion (Leberenzyme, Kreatinphosphokinase)[1, 2]
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Olmesartan eingesetzt?
Olmesartan ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Sartane, auch Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten genannt [1, 2]. Er wird zur Behandlung von Bluthochdruck bei Erwachsenen sowie bei Kindern und Jugendlichen von 6 bis unter 18 Jahren angewendet [1, 2]. Bluthochdruck macht gewöhnlich keine Beschwerden, kann laut Packungsbeilage aber die Blutgefäße von Herz, Nieren, Gehirn und Augen schädigen und in manchen Fällen zu Herzinfarkt, Herz- oder Nierenversagen, Schlaganfall oder Erblindung führen [1].
Zusätzlich zu Arzneimitteln empfiehlt die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage wahrscheinlich, die Lebensgewohnheiten zu ändern: Gewicht abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, weniger Alkohol trinken, salzarm essen und sich regelmäßig bewegen, etwa durch Gehen oder Schwimmen [1]. Laut Fachinformation ist die Wirkung von Olmesartan auf Sterblichkeit und Krankheitshäufigkeit derzeit noch unbekannt [2].
Wie wirkt Olmesartan?
Olmesartan senkt den Blutdruck, indem es die Blutgefäße entspannt [1]. In den Tabletten steckt Olmesartanmedoxomil, eine Vorstufe, die bei der Aufnahme aus dem Darm rasch in den Wirkstoff Olmesartan umgewandelt wird. Olmesartan blockiert gezielt den AT1-Rezeptor, über den das Hormon Angiotensin II die Blutgefäße verengt; der Renin-Spiegel im Blut steigt, die Aldosteron-Konzentration nimmt geringfügig ab [2, 3].
Einmal täglich eingenommen senkt Olmesartan den Blutdruck gleichmäßig über 24 Stunden. Die blutdrucksenkende Wirkung tritt im Wesentlichen innerhalb von 2 Wochen ein und ist etwa 8 Wochen nach Behandlungsbeginn am stärksten [2]. Die höchste Konzentration im Blut ist etwa 2 Stunden nach der Einnahme erreicht, die Halbwertszeit liegt zwischen 10 und 15 Stunden. Vom aufgenommenen Olmesartan werden etwa 40 % über die Nieren und etwa 60 % über Leber und Galle ausgeschieden; deshalb darf Olmesartan bei einem Verschluss der Gallenwege nicht angewendet werden [2]. Bei Menschen mit schwarzer Hautfarbe ist die blutdrucksenkende Wirkung etwas geringer [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Olmesartan-ratiopharm eine Häufigkeit angeben. "Häufig" heißt: bis zu 1 von 10 Behandelten, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wenn Nebenwirkungen auftreten, sind sie laut Packungsbeilage oft leichter Natur und erfordern keinen Abbruch der Behandlung [1]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation wurden Kopfschmerzen (7,7 %), grippeähnliche Beschwerden (4,0 %) und Schwindelgefühl (3,7 %) am häufigsten berichtet [2]. Bei Kindern und Jugendlichen ähneln die Nebenwirkungen denen bei Erwachsenen; Schwindelgefühl und Kopfschmerzen werden bei ihnen öfter gesehen, und Nasenbluten ist eine nur bei Kindern häufig berichtete Nebenwirkung [1, 2]. Zu den Laborwerten zählen höhere Blutfette, eine höhere Harnsäure und selten ein erhöhter Kaliumwert [1, 2].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemSchwindelgefühl und Kopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: SchwindelKopfschmerzen
- Magen und DarmÜbelkeit, Verdauungsstörungen, Durchfall, Bauchschmerzen und Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis)[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitSodbrennen und VerdauungsbeschwerdenDurchfallBauchschmerzen
- AtemwegeHalsentzündung, Schnupfen, Bronchitis und Husten[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte NaseReizhusten
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit, grippeähnliche Beschwerden, Schmerzen und Schmerzen im Brustkorb[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Allgemeine BeschwerdenGeschwollene Knöchel, Füße, Beine, Hände oder Arme (periphere Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen im Rücken, in den Knochen oder Gelenken; laut Fachinformation auch Gelenkentzündung (Arthritis)[1, 2]Mehr dazu: RückenschmerzenGelenkschmerzen
- Nieren und HarnwegeInfektionen der Harnwege[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Nieren und HarnwegeBlut im Urin (Hämaturie)[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungAnstieg der Blutfette (Hypertriglyceridämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
- Stoffwechsel und ErnährungAnstieg der Harnsäure (Hyperurikämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht
- Laborwerte und UntersuchungenAnstieg des Harnstoffs im Blut und erhöhte Werte in Untersuchungen der Leber- und Muskelfunktion (Leberenzyme, Kreatinphosphokinase)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteVeränderte Laborwerte
- AtemwegeBei Kindern und Jugendlichen: Nasenbluten (bei Erwachsenen nicht berichtet)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchnelle allergische Reaktionen, die den ganzen Körper betreffen und sowohl Atemprobleme als auch einen schnellen Blutdruckabfall bis zur Ohnmacht verursachen können (anaphylaktische Reaktionen)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnotNiedriger Blutdruck
- Allgemeine BeschwerdenGesichtsschwellung[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- Ohr und GleichgewichtSchwindel (Vertigo)[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- Magen und DarmErbrechen[1, 2]Mehr dazu: Erbrechen
- Allgemeine BeschwerdenSchwäche (Asthenie) und Unwohlsein[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- HautHautausschlag, allergischer Hautausschlag, Juckreiz, Exanthem und Quaddeln (Nesselsucht)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagAllergische ReaktionenJuckreizNesselsucht
- HerzAngina pectoris (Schmerz oder unangenehmes Gefühl im Brustkorb)[1, 2]
- Blut und LymphsystemVerringerte Anzahl der Blutplättchen (Thrombozytopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- HautSchwellung von Gesicht, Mund und/oder Kehlkopf zusammen mit Juckreiz und Hautausschlag als allergische Reaktion (angioneurotisches Ödem)[1, 2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAllergische ReaktionenJuckreizHautausschlag
- Gefäße und KreislaufZu starke Blutdrucksenkung bei anfälligen Personen oder als Folge einer allergischen Reaktion, mit starker Benommenheit oder Ohnmacht; bei älteren Menschen gelegentlich[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckSchwindel
- Allgemeine BeschwerdenKraftlosigkeit (laut Fachinformation Lethargie)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Nieren und HarnwegeNierenfunktionsstörung und Nierenversagen[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
- Magen und DarmSchwellung des Darms (intestinales Angioödem) mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenBauchschmerzenDurchfall
- Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderter Kaliumspiegel
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Nierenfunktionswerte (laut Fachinformation erhöhtes Kreatinin)[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- Magen und DarmSchwere, chronische Durchfälle mit erheblichem Gewichtsverlust, einige Monate bis Jahre nach Behandlungsbeginn (sprue-ähnliche Enteropathie); in Gewebeproben aus dem Darm häufig ein Schwund der Darmzotten[2]Mehr dazu: DurchfallGewichtsabnahme
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Leber und GalleGelbfärbung des weißen Teils der Augen, dunkler Urin oder Juckreiz der Haut, auch lange nach Behandlungsbeginn; laut Fachinformation Fälle einer Autoimmunhepatitis mit einer Latenz von wenigen Monaten bis Jahren, die sich nach dem Absetzen zurückbildeten[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte LeberwerteJuckreizUrinverfärbung
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Schwere Durchfälle: Sehr selten wurden unter Olmesartan einige Monate bis Jahre nach Behandlungsbeginn schwere, chronische Durchfälle mit erheblichem Gewichtsverlust berichtet, die möglicherweise auf eine örtliche, verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion zurückgehen; Gewebeproben aus dem Darm zeigten dabei häufig einen Schwund der Darmzotten (sprue-ähnliche Enteropathie). Liegt keine andere Ursache vor, sollte Olmesartan laut Fachinformation sofort und dauerhaft beendet werden; bessern sich die Durchfälle innerhalb einer Woche danach nicht, kommt fachärztlicher Rat in Betracht [2]. Die Packungsbeilage bittet, bei starkem, anhaltendem Durchfall mit erheblichem Gewichtsverlust die Ärztin oder den Arzt zu verständigen [1].
Leber: Nach der Markteinführung wurden Fälle einer Autoimmunhepatitis berichtet, die wenige Monate bis Jahre nach Behandlungsbeginn auftraten und sich nach dem Absetzen zurückbildeten [2]. Mögliche Zeichen sind eine Gelbfärbung des Augenweiß, dunkler Urin oder Juckreiz [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Schwindel und niedriger Blutdruck: Fühlen Sie sich müde oder schwindelig, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis die Beschwerden abgeklungen sind [1]. Kommt es durch eine zu starke Blutdrucksenkung zu starker Benommenheit oder Ohnmacht, beenden Sie die Einnahme, verständigen umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und legen sich flach hin [1]. Ein Blutdruckabfall mit Beschwerden ist laut Fachinformation vor allem nach der ersten Dosis möglich, wenn ein Flüssigkeits- oder Salzmangel besteht, ausgelöst durch hoch dosierte Entwässerungsmittel, salzarme Diät, Durchfall oder Erbrechen [2]. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Niedriger Blutdruck.
Magen und Darm: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie nach der Einnahme Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall bemerken, und beenden Sie die Einnahme nicht eigenmächtig [1]. Dahinter kann selten eine Schwellung der Darmwand (intestinales Angioödem) stecken; die Beschwerden klangen nach dem Absetzen ab [1, 2].
Kalium und Nieren: Ob Kalium oder Nierenwerte verändert sind, zeigt eine Blutuntersuchung. Die Fachinformation empfiehlt bei eingeschränkter Nierenfunktion regelmäßige Kontrollen von Kalium und Kreatinin, bei erhöhtem Risiko für einen zu hohen Kaliumwert eine engmaschige Kontrolle des Kaliums [2]. Weitere Informationen bietet die Seite Nierenfunktionsstörungen.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Andere Blutdrucksenker können die Wirkung von Olmesartan verstärken [1, 2]. Die gleichzeitige Behandlung mit ACE-Hemmern wie Ramipril oder mit Aliskiren erhöht laut Fachinformation das Risiko für niedrigen Blutdruck, zu hohes Kalium und eine Abnahme der Nierenfunktion einschließlich eines akuten Nierenversagens und wird deshalb nicht empfohlen [2]. Entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen können das Risiko eines Nierenversagens erhöhen und die Wirkung von Olmesartan abschwächen [1, 2]. Zusammen mit Lithium steigt das Risiko einer Lithium-Vergiftung [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere blutdrucksenkende Arzneimittel | Die Wirkung von Olmesartan kann verstärkt werden[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt passt gegebenenfalls die Dosierung an |
| ACE-Hemmer oder Aliskiren | Laut Fachinformation häufiger zu niedriger Blutdruck, zu hohes Kalium und Abnahme der Nierenfunktion einschließlich akuten Nierenversagens[1, 2] | Kombination laut Fachinformation nicht empfohlen, mit Aliskiren bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion nicht erlaubt; bei Nierenschäden durch Diabetes ACE-Hemmer und Sartan nicht gleichzeitig |
| Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel, Entwässerungsmittel (Diuretika) oder Heparin | Der Kaliumwert im Blut kann steigen[1, 2] | Laut Fachinformation wird die Kombination mit kaliumsparenden Entwässerungsmitteln und Kaliumpräparaten nicht empfohlen |
| Lithium | Erhöhtes Risiko einer Lithium-Vergiftung[1, 2] | Kombination laut Fachinformation nicht empfohlen; wenn nötig, wird der Lithiumspiegel überprüft |
| Schmerz- und Entzündungsmittel aus der Gruppe der NSAR (laut Fachinformation auch Acetylsalicylsäure über 3 g am Tag und COX-2-Hemmer) | Höheres Risiko für ein Nierenversagen; die Wirkung von Olmesartan kann nachlassen[1, 2] | Laut Fachinformation zu Beginn Nierenfunktion prüfen und ausreichend trinken |
| Colesevelam (Cholesterinsenker) | Die Wirkung von Olmesartan kann vermindert werden[1, 2] | Die Ärztin oder der Arzt kann anweisen, Olmesartan mindestens 4 Stunden vor Colesevelam einzunehmen |
| Bestimmte Mittel gegen Magenübersäuerung (Antazida, laut Fachinformation Magnesium-Aluminium-Hydroxid) | Die Wirkung von Olmesartan kann leicht verringert werden[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Olmesartan nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Wie bei jedem Blutdrucksenker könnte ein übermäßiger Blutdruckabfall bei Durchblutungsstörungen des Herzens oder des Gehirns zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen; deshalb wird der Blutdruck sorgfältig überwacht [1, 2]. Olmesartan wurde an Kindern und Jugendlichen untersucht; für Kinder von 1 bis unter 6 Jahren wird es nicht empfohlen, bei Kindern unter 1 Jahr darf es nicht angewendet werden [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Olmesartanmedoxomil oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Schwangerschaft ab dem vierten Monat (zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel)[1, 2]
- Gelbsucht oder Probleme mit dem Abfluss der Galle aus der Gallenblase, etwa Verengungen der Gallenwege durch Gallensteine (Gallenwegsobstruktion)[1, 2]
- Diabetes mellitus oder eingeschränkte Nierenfunktion bei gleichzeitiger Behandlung mit Aliskiren[1, 2]
- Kinder unter 1 Jahr[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Gleichzeitige Einnahme eines ACE-Hemmers (z. B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril), besonders bei Nierenproblemen durch Diabetes, oder von Aliskiren: Die Ärztin oder der Arzt überprüft gegebenenfalls regelmäßig Nierenfunktion, Blutdruck und Elektrolyte wie Kalium[1, 2]
- Nierenprobleme: laut Fachinformation regelmäßige Kontrolle von Kalium und Kreatinin im Blut; bei stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min) nicht empfohlen; keine Erfahrungen kurz nach einer Nierentransplantation[1, 2]
- Lebererkrankungen; bei stark eingeschränkter Leberfunktion laut Fachinformation nicht empfohlen, weil keine Erfahrungen vorliegen[1, 2]
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder Probleme mit den Herzklappen oder dem Herzmuskel; laut Fachinformation besondere Vorsicht bei Verengung der Aorten- oder Mitralklappe oder obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie[1, 2]
- Starkes Erbrechen, Durchfall, hoch dosierte Behandlung mit Entwässerungsmitteln oder salzarme Diät: Ein Volumen- oder Natriummangel sollte laut Fachinformation vorher ausgeglichen werden, weil sonst vor allem nach der ersten Dosis ein Blutdruckabfall mit Beschwerden möglich ist[1, 2]
- Erhöhte Kaliumwerte im Blut; laut Fachinformation ist das Risiko für einen zu hohen Kaliumwert bei älteren Menschen, eingeschränkter Nierenfunktion, Diabetes und kaliumerhöhenden Begleitmitteln größer[1, 2]
- Probleme mit den Nebennieren; bei primärem Aldosteronismus (Conn-Syndrom) wird Olmesartan laut Fachinformation nicht empfohlen[1, 2]
- Durchblutungsstörungen des Herzens oder des Gehirns: Ein übermäßiger Blutdruckabfall könnte zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen; die Ärztin oder der Arzt überwacht den Blutdruck sorgfältig[1, 2]
- Verengung beider Nierenarterien oder der Arterie einer Einzelniere: erhöhtes Risiko für einen schweren Blutdruckabfall und eine eingeschränkte Nierenfunktion (Niereninsuffizienz)[2]
- Menschen mit schwarzer Hautfarbe: Die blutdrucksenkende Wirkung ist etwas geringer[1, 2]
- Kinder von 1 bis unter 6 Jahren: Anwendung nicht empfohlen[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten wird Olmesartan nicht empfohlen, danach darf es nicht mehr eingenommen werden. Wenn Sie schwanger werden möchten, sprechen Sie frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Behandlung [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alltag, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Die Einnahme in der frühen Schwangerschaft wird nicht empfohlen, und nach dem dritten Schwangerschaftsmonat dürfen Sie Olmesartan nicht mehr einnehmen, weil es in diesem Stadium das ungeborene Kind schwer schädigen kann. In der Regel empfiehlt die Ärztin oder der Arzt, Olmesartan vor einer Schwangerschaft oder sobald sie bekannt ist abzusetzen, und verordnet ein anderes Mittel. Teilen Sie mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder schwanger werden könnten.[1, 2]
Laut Fachinformation können Sartane ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel die Nierenfunktion des Kindes verschlechtern (zu wenig Fruchtwasser) und die Verknöcherung des Schädels verzögern; beim Neugeborenen sind Nierenversagen, niedriger Blutdruck und ein zu hoher Kaliumwert möglich.[2]
Laut Embryotox beginnt die hochkritische Zeit ab der 20. Schwangerschaftswoche; danach ist in etwa 30 % der Schwangerschaften mit Einnahme mit einer Schädigung des Kindes (Fetopathie) zu rechnen. Aus insgesamt etwa 400 Schwangerschaftsverläufen mit Sartanen (nicht nur Olmesartan) im ersten Drittel ließ sich weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko noch ein Fehlbildungsmuster erkennen. Nach versehentlicher Einnahme in der Frühschwangerschaft sieht Embryotox die Umstellung auf einen risikoärmeren Blutdrucksenker vor; eine weiterführende Ultraschalluntersuchung kann angeboten werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox, abhängig vom Anwendungsgebiet, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa, insbesondere im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel auch Nifedipin. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Olmesartan wird für stillende Mütter nicht empfohlen; die Ärztin oder der Arzt kann eine andere Behandlung wählen, vor allem solange das Kind ein Neugeborenes ist oder zu früh geboren wurde. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Olmesartan beim Menschen in die Muttermilch übergeht.[1, 2]
Laut Embryotox liegen zu Sartanen keine veröffentlichten Daten zur Stillzeit vor; sie sollten gemieden werden. Versehentlich eingenommene einzelne Dosen erfordern laut Embryotox kein Abstillen. Laut Embryotox sollte die Behandlung aber auf in der Stillzeit besser untersuchte Blutdrucksenker wie Alpha-Methyldopa, Metoprolol oder Nifedipin umgestellt werden; beim älteren Säugling können laut Embryotox auch Enalapril oder Captopril erwogen werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Zur Unterstützung der Blutdrucksenkung empfiehlt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wahrscheinlich auch, Ihre Lebensgewohnheiten zu ändern; dazu zählt laut Packungsbeilage die Verringerung des Alkoholkonsums.[1]
Autofahren und Maschinen
Während der Behandlung des Bluthochdrucks fühlen Sie sich möglicherweise müde oder schwindelig. Dann führen Sie kein Fahrzeug und bedienen keine Maschinen, bis die Beschwerden abgeklungen sind; fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat.[1, 2]
Einnahme
Die Tabletten mit ausreichend Wasser (z. B. einem Glas) schlucken, mit den Mahlzeiten oder unabhängig davon, und möglichst jeden Tag zur gleichen Tageszeit nehmen, zum Beispiel zum Frühstück. Laut Fachinformation sollte die Tablette nicht gekaut werden.[1, 2]
Einnahme vergessen: am nächsten Tag die normale Dosis wie immer einnehmen, nicht die doppelte Menge.[1]
Absetzen
Nehmen Sie Olmesartan so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat; über einen Abbruch sollte nur sie oder er entscheiden.[1]
Überdosierung
Haben Sie mehr Tabletten eingenommen als verordnet oder hat ein Kind versehentlich Tabletten geschluckt, setzen Sie sich sofort mit einer Ärztin, einem Arzt oder der Notaufnahme des nächsten Krankenhauses in Verbindung und nehmen Sie die Packung mit. Laut Fachinformation zeigt sich eine Überdosierung am wahrscheinlichsten als niedriger Blutdruck.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt eine Anfangsdosis, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt bei Bedarf erhöhen kann, sowie Grenzen bei eingeschränkter Nierenfunktion und für Kinder nach Körpergewicht; die Fachinformation ergänzt eine Grenze bei mäßig eingeschränkter Leberfunktion [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung. Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie Olmesartan immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein [1]. Schlucken Sie die Tabletten mit ausreichend Wasser, zum Beispiel einem Glas, mit den Mahlzeiten oder unabhängig davon, und möglichst jeden Tag zur gleichen Tageszeit, etwa zum Frühstück; laut Fachinformation sollte die Tablette nicht gekaut werden [1, 2]. Das gallensäurebindende Mittel Colesevelam kann die Wirkung vermindern; die Ärztin oder der Arzt kann deshalb anweisen, Olmesartan mindestens 4 Stunden vorher einzunehmen [1, 2].
Nehmen Sie Olmesartan so lange ein, wie es verordnet wurde; über einen Abbruch sollte nur Ihre Ärztin oder Ihr Arzt entscheiden [1]. Bei Verdacht auf eine Überdosierung wenden Sie sich sofort an eine Ärztin, einen Arzt oder die Notaufnahme; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Olmesartan
Olmesartan gibt es von mehreren Herstellern als Filmtabletten mit 10, 20 oder 40 mg, außerdem in festen Kombinationen mit anderen Blutdrucksenkern wie Amlodipin oder Hydrochlorothiazid, für die eigene Packungsbeilagen gelten. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Olmesartan-ratiopharm [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Olmesartan-ratiopharm | ratiopharm GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10, 20 oder 40 mg; Grundlage dieser Seite |
| Olmesartan AbZ | AbZ-Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10, 20 oder 40 mg |
| Olmesartan - 1 A Pharma | 1 A Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 10, 20 oder 40 mg |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Olmesartan-ratiopharm 10 mg/20 mg/40 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Olmesartan-ratiopharm Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 12/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Olmesartan. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Olmesartan?
Häufig, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten, treten Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Durchfall, Bauchschmerzen, Müdigkeit, Halsentzündung, Schnupfen, Bronchitis, Husten, Schmerzen und geschwollene Knöchel auf. Außerdem können Blutfette, Harnsäure, Harnstoff sowie Leber- und Muskelwerte ansteigen. Laut Fachinformation sind Kopfschmerzen, grippeähnliche Beschwerden und Schwindelgefühl die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen.
Kann Olmesartan Durchfall verursachen?
Ja. Durchfall gehört zu den häufigen Nebenwirkungen. Sehr selten wurden einige Monate bis Jahre nach Behandlungsbeginn schwere, chronische Durchfälle mit erheblichem Gewichtsverlust beschrieben (sprue-ähnliche Enteropathie). Bekommen Sie starken, anhaltenden Durchfall und verlieren dadurch erheblich an Gewicht, verständigen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; laut Fachinformation sollte Olmesartan dann sofort und dauerhaft beendet werden, wenn keine andere Ursache vorliegt.
Wie schnell wirkt Olmesartan?
Laut Fachinformation tritt die blutdrucksenkende Wirkung im Wesentlichen innerhalb von 2 Wochen nach Behandlungsbeginn ein und erreicht ihr Maximum etwa 8 Wochen nach Beginn. Einmal täglich eingenommen senkt Olmesartan den Blutdruck gleichmäßig über 24 Stunden.
Darf ich Olmesartan zusammen mit Ibuprofen nehmen?
Schmerz- und Entzündungsmittel aus der Gruppe der NSAR wie Ibuprofen können zusammen mit Olmesartan das Risiko eines Nierenversagens erhöhen und die blutdrucksenkende Wirkung verringern. Laut Fachinformation sollten zu Beginn die Nierenfunktion geprüft und auf ausreichendes Trinken geachtet werden. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Kann Olmesartan den Kaliumwert erhöhen?
Ja. Ein erhöhter Kaliumwert gehört zu den seltenen Nebenwirkungen (bis zu 1 von 1.000 Behandelten). Kaliumpräparate, kaliumhaltige Salzersatzmittel, bestimmte Entwässerungsmittel und Heparin können den Kaliumwert zusätzlich erhöhen. Laut Fachinformation ist das Risiko bei älteren Menschen, eingeschränkter Nierenfunktion und Diabetes größer; eine engmaschige Kontrolle des Kaliumwerts wird dann empfohlen.
Darf ich Olmesartan in der Schwangerschaft nehmen?
In der frühen Schwangerschaft wird Olmesartan nicht empfohlen, und nach dem dritten Schwangerschaftsmonat dürfen Sie es nicht mehr einnehmen, weil es das ungeborene Kind schwer schädigen kann. Teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder schwanger werden könnten; in der Regel wird dann auf ein anderes Mittel umgestellt.
Darf ich Olmesartan einfach absetzen?
Nein. Nehmen Sie Olmesartan so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es verordnet hat; über einen Abbruch sollte nur sie oder er entscheiden.
Darf ich Olmesartan mit einem ACE-Hemmer kombinieren?
Laut Fachinformation wird die gleichzeitige Anwendung von Sartanen mit ACE-Hemmern oder Aliskiren nicht empfohlen, weil dann niedriger Blutdruck, zu hohes Kalium und eine Abnahme der Nierenfunktion häufiger auftreten. Bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion darf Olmesartan nicht mit Aliskiren kombiniert werden. Nehmen Sie einen ACE-Hemmer oder Aliskiren ein, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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