MedikamenteWirkstoff
Dienogest/Ethinylestradiol (Valette): Nebenwirkungen und Wirkung
Dienogest und Ethinylestradiol bilden zusammen eine verschreibungspflichtige Kombinationspille zur Schwangerschaftsverhütung, unter anderem enthalten in Mayra und Valette. Manche Präparate wie Mayra sind auch zur Behandlung mittelschwerer Akne zugelassen, wenn eine äußerliche Behandlung oder geeignete Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben und die Frau sich für eine Pille entscheidet. Häufig sind Kopfschmerzen und Brustschmerzen. Die Pille erhöht das Risiko für Blutgerinnsel leicht; bei Zeichen einer Thrombose, Lungenembolie, eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls suchen Sie dringend ärztliche Hilfe auf.

Die häufigsten Nebenwirkungen
Wofür wird Dienogest mit Ethinylestradiol eingesetzt?
Dienogest und Ethinylestradiol sind zwei weibliche Geschlechtshormone: Dienogest ist ein Gestagen, Ethinylestradiol ein Östrogen. Zusammen in einer Tablette bilden sie eine verschreibungspflichtige Kombinationspille zur Schwangerschaftsverhütung; jede der 21 Filmtabletten enthält eine geringe Menge beider Hormone [1, 2]. Mehr zu dieser Gruppe lesen Sie unter Hormonelle Verhütungsmittel.
Mayra ist außerdem zur Behandlung von Frauen mit mittelschwerer Akne zugelassen, wenn eine äußerliche Behandlung oder geeignete Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben und die Frauen sich für eine Verhütungspille entscheiden. Die Akne verbessert sich laut Packungsbeilage normalerweise nach drei bis sechs Monaten; drei bis sechs Monate nach Behandlungsbeginn und danach regelmäßig wird besprochen, ob die Behandlung fortgeführt werden soll [1, 2]. Nicht jedes Präparat mit diesen beiden Wirkstoffen ist auch für Akne zugelassen; Violette zum Beispiel ist laut seiner Fachinformation nur zur Verhütung zugelassen [4]. Maßgeblich ist das Anwendungsgebiet in der Packungsbeilage Ihres Präparats. Mehr zur Hauterkrankung lesen Sie unter Akne.
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Mayra mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 2 mg Dienogest je Filmtablette [1, 2]. Laut einer Liste der Europäischen Arzneimittel-Agentur aus einem Bewertungsverfahren von 2017 ist in Deutschland unter dem Namen Valette ein Präparat mit 2 mg Dienogest und 0,03 mg Ethinylestradiol zugelassen [3]. Bevor Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Pille verschreibt, fragt sie oder er nach Ihrer Krankengeschichte und der Ihrer Familie und misst den Blutdruck; laut Fachinformation sollten dabei die persönlichen Risikofaktoren, vor allem für Blutgerinnsel in den Venen, berücksichtigt werden [1, 2].
Wie wirkt Dienogest mit Ethinylestradiol?
Die empfängnisverhütende Wirkung beruht laut Fachinformation auf dem Zusammenwirken mehrerer Faktoren; als die wichtigsten gelten die Hemmung des Eisprungs und Veränderungen der Absonderungen in der Scheide [2]. Weil die Pille die monatlichen Schwankungen der Körpertemperatur und die Zusammensetzung des Gebärmutterschleims beeinflusst, eignen sich Kalender- oder Temperaturmethoden nicht als zusätzliche Verhütung [1].
Die Kombination wirkt antiandrogen, also gegen männliche Hormone: Sie senkt unter anderem deren Konzentration im Blut [2]. In klinischen Prüfungen bewirkte sie laut Packungsbeilage bei Frauen, bei denen eine verstärkte Wirkung männlicher Hormone zu Akne führt, eine Besserung [1]. Als Maß für die Zuverlässigkeit nennt die Fachinformation einen Pearl-Index von 0,454 (unbereinigt) bzw. 0,182 (bereinigt). Dienogest wird rasch und nahezu vollständig aufgenommen; die Halbwertszeit liegt bei etwa 9 Stunden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die Packungsbeilage und Fachinformation von Mayra mit einer Häufigkeit angeben. "Häufig" betrifft laut Packungsbeilage 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen, "gelegentlich" 1 bis 10 von 1.000 und "selten" 1 bis 10 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Bei allen Pillen kann es vor allem in den ersten Monaten zu Blutungen außer der Reihe kommen. Leichte Zwischenblutungen gehen im Allgemeinen zurück, sobald sich der Körper an die Pille gewöhnt hat, normalerweise innerhalb von 3 Monaten; die Einnahme muss dafür nicht unterbrochen werden. Bei einer stärkeren, der Monatsblutung ähnlichen oder über mehrere Tage andauernden leichten Zwischenblutung sollten Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt aufsuchen [1]. Mehr dazu unter Zyklusstörungen.
Brustkrebs wird bei Frauen, die Kombinationspillen nehmen, etwas häufiger festgestellt; ob die Pille die Ursache ist, ist nicht bekannt, und nach dem Absetzen nimmt das Auftreten von Brusttumoren langsam ab. In seltenen Fällen traten gutartige, noch seltener bösartige Lebertumoren auf. Einige Studien weisen darauf hin, dass die Langzeitanwendung ein Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs ist; wie stark andere Faktoren wie das Sexualverhalten oder humane Papillomviren dabei eine Rolle spielen, ist nicht geklärt [1].
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustBrustschmerzen einschließlich Brustbeschwerden und Brustspannen[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- InfektionenEntzündung der Scheide und/oder des äußeren Genitales (Vaginitis/Vulvovaginitis), Pilzinfektionen der Scheide (Candidose, andere vulvovaginale Infektionen)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- Stoffwechsel und ErnährungGesteigerter Appetit[1, 2]
- PsycheDepressive Verstimmung[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- NervensystemMigräne, Benommenheit[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenSchwindel
- Gefäße und KreislaufHoher Blutdruck, niedriger Blutdruck[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegNiedriger Blutdruck
- Magen und DarmBauchschmerzen (einschließlich Blähungen), Übelkeit, Erbrechen, Durchfall[1, 2]Mehr dazu: BauchschmerzenBlähungenÜbelkeitErbrechenDurchfall
- HautAkne, Haarausfall (Alopezie), Hautausschlag, Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: AkneHaarausfallHautausschlagJuckreiz
- Geschlechtsorgane und BrustUnregelmäßige Abbruchblutungen, einschließlich starker Blutungen (Menorrhagie), schwacher Blutungen (Hypomenorrhoe), seltener Blutungen (Oligomenorrhoe) und Ausbleiben der Blutung (Amenorrhoe); Zwischenblutungen (vaginale Hämorrhagie und Metrorrhagie); schmerzhafte Blutungen (Dysmenorrhoe)[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustAusfluss aus Genitale oder Scheide, Eierstockzysten, Beckenschmerzen, Brustvergrößerung, Brustödeme[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Allgemeine BeschwerdenErschöpfung einschließlich Schwäche, Ermüdung und allgemeinem Unwohlsein[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- InfektionenEileiter- oder Eierstockentzündung, Harnwegsinfektionen, Blasenentzündung (Zystitis), Brustdrüsenentzündung (Mastitis), Entzündung der Schleimhaut des Gebärmutterhalses (Zervizitis), Pilzinfektionen (z. B. Candida), Virusinfektionen (z. B. Lippenherpes), Grippe (Influenza), Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Infektionen der oberen Atemwege[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- Gutartige und bösartige NeubildungenGutartige Wucherungen in der Gebärmutter (Leiomyom), gutartige Wucherungen im Fettgewebe der Brust (Brustlipom)[1, 2]
- Blut und LymphsystemBlutarmut (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
- ImmunsystemAllergische Reaktionen[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
- HormonsystemVermännlichung (Virilismus)[1, 2]
- Stoffwechsel und ErnährungAppetitlosigkeit (Anorexie)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
- PsycheDepressionen, psychische Störungen, Schlaflosigkeit, Schlafstörungen, Aggressionen[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungSchlafstörungenAggressivität und Reizbarkeit
- NervensystemSchlaganfall, Durchblutungsstörungen des Gehirns, Muskelstörungen, die z. B. eine abnorme Körperhaltung verursachen können (Dystonie)[1, 2]
- AugenTrockene, gereizte Augen, Augenbeschwerden, Sehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Ohr und GleichgewichtPlötzlicher Hörsturz, Ohrgeräusche (Tinnitus), Schwindel, Beeinträchtigung des Hörvermögens[1, 2]Mehr dazu: OhrgeräuscheSchwindel
- HerzDurchblutungsstörungen des Herzens, schneller Herzrhythmus (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufVenenentzündung, diastolischer Bluthochdruck, Schwindel oder Ohnmacht beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen (orthostatische Dysregulation), Hitzewallungen, Krampfadern (Varikose), Venenerkrankungen, Venenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: BlutdruckanstiegNiedriger BlutdruckHitzewallungen
- Gefäße und KreislaufGesundheitsschädliche Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie, zum Beispiel in einem Bein oder Fuß (tiefe Venenthrombose), in der Lunge (Lungenembolie), Herzinfarkt, Schlaganfall, Mini-Schlaganfall oder vorübergehende, einem Schlaganfall ähnelnde Beschwerden (transitorische ischämische Attacke) sowie Blutgerinnsel in Leber, Magen/Darm, Nieren oder Auge[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
- AtemwegeAsthma, Hyperventilation[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- Magen und DarmEntzündung der Magenschleimhaut (Gastritis), Darmentzündung (Enteritis), Magenverstimmung (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- HautAllergische Hautentzündung (allergische Dermatitis), Neurodermitis, Ekzeme, Schuppenflechte (Psoriasis), starkes Schwitzen (Hyperhidrose), goldbraune Pigmentflecken (Chloasma), Pigmentstörungen, verstärkte Pigmentierung, Überproduktion von Fett durch die Talgdrüsen (Seborrhoe), Schuppen, Hautveränderungen, Orangenhaut, Spider naevi (netzförmige Blutgefäße mit einem zentralen roten Fleck auf der Haut)[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagSchuppenflechteVermehrtes SchwitzenPigmentstörungen der Haut
- HautHirsutismus, Hautreaktionen[2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen, Muskel- und Knochenschmerzen, Muskelschmerzen (Myalgie), Schmerzen in Armen und Beinen[1, 2]Mehr dazu: RückenschmerzenMuskelschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustAbnormes Wachstum von Zellen auf der Oberfläche des Gebärmutterhalses (zervikale Dysplasie), Schmerzen oder Zysten an Eileitern und Eierstöcken, Zysten in den Brüsten, Schmerzen oder Krämpfe beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie), muttermilchähnliche Absonderung aus den Brustdrüsen (Galaktorrhoe), Menstruationsbeschwerden[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Geschlechtsorgane und BrustSchwellung angeborener zusätzlicher Brustdrüsen außerhalb der Brüste (akzessorische Brüste)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenSchmerzen im Brustkorb, Flüssigkeitsansammlungen im Körper (periphere Ödeme), grippeähnliche Beschwerden, Entzündungen, Fieber, Reizbarkeit[1, 2]Mehr dazu: WassereinlagerungenFieberAggressivität und Reizbarkeit
- Laborwerte und UntersuchungenErhöhte Triglyzerid- und Cholesterinwerte im Blut (erhöhte Blutfettwerte), Gewichtsabnahme, Gewichtsschwankungen[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte BlutfetteGewichtsabnahme
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- ImmunsystemVerschlimmerung der Beschwerden eines erblichen oder erworbenen Angioödems[2]Mehr dazu: Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Rachen
- PsycheStimmungsveränderungen, erhöhtes oder vermindertes sexuelles Verlangen (Libido)[1, 2]Mehr dazu: Depressive VerstimmungWeniger Lust auf Sex
- AugenUnverträglichkeit von Kontaktlinsen[1, 2]
- HautNesselsucht; Haut- und/oder Schleimhautreaktionen mit Hautausschlag, Knoten, Blasenbildung oder Absterben des Gewebes (Erythema nodosum oder multiforme)[1, 2]Mehr dazu: NesselsuchtHautausschlag
- Geschlechtsorgane und BrustAbsonderung aus der Brust[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenFlüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Kombinierte hormonale Verhütungsmittel erhöhen das Risiko für Blutgerinnsel in Venen und Arterien leicht, vor allem im ersten Jahr der Anwendung und wenn die Pille nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder begonnen wird. Laut Packungsbeilage erleiden ungefähr 2 von 10.000 Frauen ohne kombiniertes Verhütungsmittel, die nicht schwanger sind, im Laufe eines Jahres ein Blutgerinnsel, mit einer Levonorgestrel-, Norethisteron- oder Norgestimat-haltigen Pille ungefähr 5 bis 7 von 10.000 und mit einer Pille aus Dienogest und Ethinylestradiol ungefähr 8 bis 11 von 10.000. Das Gesamtrisiko ist gering; Blutgerinnsel heilen aber nicht immer vollständig aus und verlaufen sehr selten tödlich [1]. Laut Fachinformation kann das Risiko bis zu 1,6-fach so hoch sein wie bei Pillen mit dem geringsten Risiko [2]. Mehr dazu unter Thromboserisiko und Thrombose.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Risiko für Blutgerinnsel im Blick behalten: Bei der Anwendung der Pille wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören; wer nicht aufhören kann und älter als 35 Jahre ist, dem kann die Ärztin oder der Arzt eine andere Verhütungsmethode raten. Flugreisen von mehr als 4 Stunden können das Risiko vorübergehend erhöhen. Stehen Sie vor einer Operation, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt mindestens vier Wochen vorher; sind Sie längere Zeit bettlägerig, fragen Sie sofort. Es kann nötig sein, die Pille mehrere Wochen vor einer Operation oder bei eingeschränkter Beweglichkeit abzusetzen; fragen Sie dann, wann Sie wieder beginnen können [1]. Ändert sich ein Risikofaktor, etwa weil Sie stark zunehmen oder bei einem nahen Angehörigen ohne bekannte Ursache eine Thrombose auftritt, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Stimmung und Kontrollen: Bemerken Sie Stimmungsschwankungen oder depressive Beschwerden, lassen Sie sich so rasch wie möglich ärztlich beraten [1]. Untersuchen Sie regelmäßig Ihre Brüste; normalerweise sollten Sie mindestens einmal im Jahr zur Kontrolluntersuchung gehen [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Nebenwirkungen schwerwiegend sind, anhalten oder sich Ihr Gesundheitszustand verändert [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Sagen Sie jeder Ärztin, jedem Arzt, jeder Zahnarztpraxis und Ihrer Apotheke, dass Sie die Pille nehmen. Dort erfahren Sie, ob Sie wegen eines anderen Arzneimittels zusätzlich verhüten müssen und wie lange [1]. Einige Arzneimittel können die Blutspiegel der Pille beeinflussen und die empfängnisverhütende Wirkung vermindern; umgekehrt kann die Pille die Wirkung anderer Mittel verändern, etwa von Lamotrigin gegen Epilepsie [1, 2]. Hintergründe bietet der Ratgeber Pille und Antibiotika.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel gegen Epilepsie (z. B. Primidon, Phenytoin, Barbiturate, Carbamazepin, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat), Tuberkulose (z. B. Rifampicin), HIV- und Hepatitis-C-Infektionen (Proteasehemmer und nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer), Pilzerkrankungen (z. B. Griseofulvin, Ketoconazol), Etoricoxib (gegen Arthritis und Arthrose) sowie Johanniskraut | Können die Blutspiegel der Pille beeinflussen, die empfängnisverhütende Wirkung vermindern oder unerwartete Blutungen auslösen[1, 2] | Während der Behandlung und 28 Tage danach zusätzlich ein lokales Verhütungsmittel (z. B. Kondom) anwenden; bei längerfristiger Behandlung eine andere verlässliche nichthormonale Verhütungsmethode wählen |
| Lamotrigin (gegen Epilepsie) | Die Pille kann seine Wirksamkeit beeinflussen; Krampfanfälle könnten häufiger auftreten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Ciclosporin, Theophyllin (gegen Atembeschwerden), Tizanidin (gegen Muskelschmerzen und -krämpfe) | Die Pille kann ihre Wirksamkeit beeinflussen; laut Fachinformation können ihre Konzentrationen im Blut steigen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Hepatitis-C-Mittel mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir, Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir | Anstieg des Leberenzyms ALT im Bluttest möglich[1, 2] | Nicht zusammen einnehmen; vor Beginn dieser Behandlung verschreibt die Ärztin oder der Arzt ein anderes Verhütungsmittel; zwei Wochen nach Behandlungsende kann die Pille wieder begonnen werden |
| Labortests | Die Pille kann Ergebnisse bestimmter Labortests beeinflussen, u. a. Werte der Leber-, Nebennierenrinden-, Nieren- und Schilddrüsenfunktion sowie bestimmte Eiweiße im Blut; im Allgemeinen bleiben die Werte im Normbereich[1, 2] |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Dienogest mit Ethinylestradiol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Trifft einer der Punkte unter "Nicht einnehmen bei" auf Sie zu, dürfen Sie die Pille nicht anwenden; teilen Sie es Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, die oder der mit Ihnen eine besser geeignete Verhütung bespricht. Tritt eine dieser Situationen während der Einnahme auf, beenden Sie die Einnahme sofort, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt und verhüten Sie in der Zwischenzeit nicht-hormonal [1]. Betrifft Sie einer der Punkte unter "Besondere Vorsicht bei", informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch wenn die Erkrankung erst während der Anwendung ausbricht oder sich verschlimmert; unter Umständen sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig [1].
Nicht einnehmen bei
- Bestehendes oder früheres Blutgerinnsel in einem Blutgefäß der Beine (tiefe Beinvenenthrombose), der Lunge (Lungenembolie) oder eines anderen Organs[1, 2]
- Bekannte Störung der Blutgerinnung, etwa Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden-Mutation oder Antiphospholipid-Antikörper[1, 2]
- Bevorstehende Operation oder längere Bettlägerigkeit[1, 2]
- Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte; bestehende oder frühere Angina pectoris oder transitorische ischämische Attacke (TIA)[1, 2]
- Erkrankungen, die das Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Arterie erhöhen: schwerer Diabetes mit Schädigung der Blutgefäße, sehr hoher Blutdruck, sehr hohe Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyceride), Hyperhomocysteinämie[1, 2]
- Laut Fachinformation: hohes Risiko für ein Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie aufgrund mehrerer Risikofaktoren[2]
- Migräne mit Aura, jetzt oder früher[1, 2]
- Bestehende oder frühere Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) im Zusammenhang mit stark erhöhten Blutfettwerten (Hypertriglyzeridämie)[1, 2]
- Bestehende oder frühere schwere Lebererkrankung, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben[1, 2]
- Bestehende oder frühere gutartige oder bösartige Lebertumoren[1, 2]
- Bekannte oder vermutete bösartige Erkrankungen der Geschlechtsorgane oder Brüste, die von Geschlechtshormonen beeinflusst werden (z. B. Brustkrebs oder Gebärmutterschleimhautkrebs), jetzt oder früher[1, 2]
- Nicht abgeklärte Blutungen aus der Scheide[1, 2]
- Allergie gegen Ethinylestradiol, Dienogest oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Hepatitis C bei Behandlung mit Arzneimitteln, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir, Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten[1, 2]
- Schwangerschaft[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Risikofaktoren für Blutgerinnsel in den Venen: starkes Übergewicht (BMI über 30 kg/m²), Blutgerinnsel bei einem nächsten Angehörigen in jungen Jahren (jünger als 50 Jahre), Operation, Verletzung oder Krankheit mit längerer Bettlägerigkeit oder eingegipstem Bein, höheres Alter (insbesondere ab etwa 35 Jahren), Entbindung vor wenigen Wochen; Flugreisen über 4 Stunden können das Risiko vorübergehend erhöhen[1, 2]
- Risikofaktoren für Blutgerinnsel in den Arterien: Alter über 35 Jahre, Rauchen, Übergewicht, hoher Blutdruck, Herzinfarkt oder Schlaganfall bei einem nächsten Angehörigen in jungen Jahren (jünger als 50 Jahre), hohe Blutfettwerte bei Ihnen oder nächsten Angehörigen, Migräne (insbesondere mit Aura), Herzklappenerkrankung oder Vorhofflimmern, Diabetes[1, 2]
- Rauchen: Bei Anwendung der Pille wird geraten, mit dem Rauchen aufzuhören; wer nicht aufhören kann und älter als 35 Jahre ist, dem kann die Ärztin oder der Arzt eine andere Verhütungsmethode raten[1, 2]
- Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, systemischer Lupus erythematodes, hämolytisch-urämisches Syndrom, Sichelzellanämie, erhöhte Blutfettwerte (mit erhöhtem Risiko für eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse), Entzündung der Venen unter der Haut, Krampfadern, Herzklappenfehler oder Herzrhythmusstörungen, Brustkrebs bei nahen Verwandten, Leber- oder Gallenblasenerkrankungen oder Gallensteine, Gelbsucht oder Juckreiz durch Stauung der Gallenflüssigkeit, Porphyrie, Depressionen, Epilepsie, Veitstanz (Sydenham Chorea), Bläschenausschlag in einer früheren Schwangerschaft (Herpes gestationis), Innenohrschwerhörigkeit (Otosklerose): Ärztin oder Arzt informieren, gegebenenfalls sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen nötig[1, 2]
- Gelblich-braune Pigmentflecken der Haut, besonders im Gesicht (Chloasma), auch in einer früheren Schwangerschaft: stärkere Sonnen- und UV-Bestrahlung meiden[1, 2]
- Die Pille darf nur nach der ersten Monatsblutung (Menarche) und nur bei Frauen vor den Wechseljahren (Menopause) angewendet werden[1, 2]
- Kein Schutz vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten[1]
- Kalender- oder Temperaturmethoden sind als zusätzliche Verhütung ungeeignet, weil die Pille die monatlichen Veränderungen der Körpertemperatur und des Gebärmutterschleims beeinflusst[1]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage und Fachinformation zu Schwangerschaft, Stillzeit, Autofahren, Einnahme und Absetzen sagen [1, 2]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit kommen die Angaben von Embryotox hinzu, dem Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin; zur Stillzeit weicht seine Einstufung von Packungsbeilage und Fachinformation ab [1, 2, 5]. Einen eigenen Hinweis zu Alkohol enthalten beide Dokumente nicht. Mehr zur Stillzeit lesen Sie im Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft darf die Pille nicht eingenommen werden; vor Beginn der Einnahme dürfen Sie nicht schwanger sein. Werden Sie während der Einnahme schwanger, beenden Sie die Einnahme sofort und suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf. Laut Fachinformation fand sich in umfangreichen Untersuchungen weder ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko bei Kindern von Müttern, die vor der Schwangerschaft eine Kombinationspille eingenommen hatten, noch eine fruchtschädigende Wirkung bei versehentlicher Einnahme in der Schwangerschaft.[1, 2]
Möchten Sie schwanger werden, beenden Sie die Einnahme und warten Sie Ihre Monatsblutung ab, bevor Sie versuchen, schwanger zu werden; so lässt sich der Entbindungstermin einfacher berechnen.[1]
Embryotox gibt den Erfahrungsumfang für orale Verhütungsmittel mit "sehr hoch" an: Studien mit mehreren tausend Schwangeren, die im ersten Schwangerschaftsdrittel orale Verhütungsmittel eingenommen hatten, ergaben keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; ein früher geäußerter Verdacht auf einen Zusammenhang zwischen Fehlbildungen der Harn- und Geschlechtsorgane und des Herzens und einer versehentlichen Einnahme bis in die Frühschwangerschaft hinein ließ sich nicht bestätigen. Zur (versehentlichen) Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel und um die Geburt liegen laut Embryotox keine Erfahrungen vor. Laut Embryotox gibt es in der Schwangerschaft keinen Anwendungsgrund (Indikation) für hormonale Verhütungsmittel; wurde eine übliche Kombinationspille versehentlich bis in die Frühschwangerschaft hinein eingenommen, ist keine weiterführende Diagnostik erforderlich.[5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
In der Stillzeit wird die Einnahme nicht empfohlen, da die Milchproduktion verringert sein kann und geringe Wirkstoffmengen in die Muttermilch übergehen; in dieser Zeit sollten Sie verlässliche nichthormonale Verhütungsmittel anwenden. Laut Fachinformation soll die Pille bis zum vollständigen Abstillen nicht angewendet werden.[1, 2]
Laut Embryotox liegen veröffentlichte Erfahrungen zu mehr als 150 Mutter-Kind-Paaren mit Kombinationspillen vor. Kombinationspillen können danach die Milchmenge verringern, vor allem wenn die Milchbildung schon vorher schwach war (Laktationsschwäche); eine Veränderung der Zusammensetzung der Muttermilch ist laut Embryotox bisher nicht sicher bestätigt, während die Fachinformation sie als möglich nennt. Abweichend von der Packungsbeilage, nach der die Einnahme in der Stillzeit nicht empfohlen wird, und der Fachinformation, nach der die Pille bis zum vollständigen Abstillen nicht angewendet werden soll, stuft Embryotox die heute üblichen sehr niedrig dosierten Kombinationspillen in der Stillzeit als akzeptabel ein; sie erfordern danach keine Einschränkung des Stillens. Mittel der ersten Wahl für die Verhütung mit der Pille in der Stillzeit sind laut Embryotox reine Gestagenpräparate (Minipille). Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[1, 2, 5]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Es wurden keine Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beobachtet.[1, 2]
Einnahme
Täglich eine Tablette unzerkaut, gegebenenfalls mit etwas Wasser, jeden Tag etwa zur gleichen Zeit, nüchtern oder zu den Mahlzeiten; der Pfeilrichtung auf dem Blisterstreifen folgen.[1]
Erbrechen innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme: so rasch wie möglich eine Ersatztablette einnehmen, möglichst innerhalb von 12 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit, sonst wie bei vergessenen Tabletten vorgehen. Bei schweren Magen-Darm-Störungen wie Erbrechen oder Durchfall sind zusätzliche Verhütungsmaßnahmen erforderlich.[1, 2]
Bei Akne: Sie verbessert sich normalerweise nach drei bis sechs Monaten Behandlung, weitere Verbesserungen sind auch danach möglich. Drei bis sechs Monate nach Behandlungsbeginn und danach regelmäßig wird mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen, ob die Behandlung fortgeführt werden soll.[1, 2]
Absetzen
Die Einnahme kann jederzeit beendet werden. Wenn Sie nicht schwanger werden wollen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über andere sichere Verhütungsmethoden. Nach dem Absetzen kehrt das Risiko für ein Blutgerinnsel innerhalb weniger Wochen auf den Normalwert zurück.[1]
Überdosierung
Berichte über schwerwiegende schädliche Folgen nach Einnahme zu vieler Tabletten liegen nicht vor. Möglich sind Übelkeit, Erbrechen und Blutungen aus der Scheide, auch bei Mädchen, die noch keine Monatsblutung hatten. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen oder hat ein Kind Tabletten verschluckt, suchen Sie Rat bei Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage beschreibt ein festes Einnahmeschema mit 21 Tabletten und 7 einnahmefreien Tagen sowie Regeln für den Beginn und für vergessene Tabletten [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder, auch die Regeln für jede Einnahmewoche; wie sich die Monatsblutung verschieben lässt, steht im Abschnitt "Einnahme und Absetzen". Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie unsicher sind [1].
Einnahme und Absetzen
Nehmen Sie die Tabletten in der auf dem Blisterstreifen angegebenen Reihenfolge jeden Tag etwa zur gleichen Zeit ein, nüchtern oder zu den Mahlzeiten und gegebenenfalls mit etwas Wasser [1]. Die Monatsblutung lässt sich laut Packungsbeilage verschieben, indem ohne Einnahmepause mit dem nächsten Blisterstreifen begonnen wird; empfohlen wird das nicht, und Sie sollten vorher Ihre Ärztin oder Ihren Arzt fragen. Die Einnahmepause dürfen Sie verkürzen, aber nie verlängern [1].
Sie können die Pille jederzeit absetzen. Möchten Sie nicht schwanger werden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über andere sichere Verhütungsmethoden; möchten Sie schwanger werden, rät die Packungsbeilage, nach dem Absetzen die Monatsblutung abzuwarten [1]. Haben Sie zu viele Tabletten eingenommen oder hat ein Kind Tabletten verschluckt, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].
Präparate mit Dienogest und Ethinylestradiol
Die Kombination aus Dienogest und Ethinylestradiol gibt es von mehreren Herstellern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Mayra [1, 2]. Pillen mit anderen Gestagenen, etwa mit Levonorgestrel und Ethinylestradiol, sowie Pillen ohne Östrogen wie Desogestrel sind eigene Arzneimittel mit eigener Packungsbeilage. Dienogest allein, ohne Östrogen, wird als Tablette zur Behandlung der Endometriose eingesetzt und ist kein Verhütungsmittel. Mehr dazu unter Dienogest.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Mayra | Exeltis Germany GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 2 mg Dienogest (21 Tabletten je Blisterstreifen); Grundlage dieser Seite |
| Valette | Jenapharm (Bayer Vital GmbH) | verschreibungspflichtig; überzogene Tabletten mit 2 mg Dienogest und 0,03 mg Ethinylestradiol |
| Velafee | Exeltis Germany GmbH | verschreibungspflichtig; Filmtabletten mit 0,03 mg Ethinylestradiol und 2 mg Dienogest |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Mayra 0,03 mg/2 mg Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Mayra 0,03 mg/2 mg Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Behörde Dienogest/ethinylestradiol-containing medicinal products indicated in acne, Article-31-Verfahren, Annex I: List of nationally authorised medicinal products. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Stand 03/2017. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Violette 0,03 mg/2 mg Filmtabletten. Exeltis Germany GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Kontrazeptiva, orale. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie hoch ist das Thromboserisiko bei einer Pille mit Dienogest und Ethinylestradiol?
Laut Packungsbeilage erleiden ungefähr 2 von 10.000 Frauen, die weder schwanger sind noch ein kombiniertes hormonales Verhütungsmittel anwenden, im Laufe eines Jahres ein Blutgerinnsel. Mit einer Pille, die Levonorgestrel, Norethisteron oder Norgestimat enthält, sind es ungefähr 5 bis 7 von 10.000, mit einer Pille aus Dienogest und Ethinylestradiol ungefähr 8 bis 11 von 10.000. Am größten ist das Risiko im ersten Jahr der erstmaligen Anwendung; erhöht sein kann es auch, wenn Sie die Pille nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder beginnen.
Hilft die Pille mit Dienogest gegen Akne?
Manche Präparate mit dieser Kombination, etwa Mayra, sind auch zur Behandlung mittelschwerer Akne zugelassen, und zwar bei Frauen, bei denen eine äußerliche Behandlung oder geeignete Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben und die sich für eine Verhütungspille entscheiden. Laut Packungsbeilage verbessert sich die Akne normalerweise nach drei bis sechs Monaten. Drei bis sechs Monate nach Beginn und danach regelmäßig besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob die Behandlung weitergeführt werden soll. Nicht jedes Präparat mit diesen Wirkstoffen ist für Akne zugelassen; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Was mache ich, wenn ich die Pille vergessen habe?
Liegt der übliche Einnahmezeitpunkt weniger als 12 Stunden zurück, ist der Schutz noch gewährleistet: Holen Sie die Tablette so schnell wie möglich nach und nehmen Sie die folgenden zur gewohnten Zeit. Bei mehr als 12 Stunden besteht möglicherweise kein vollständiger Empfängnisschutz mehr. Das weitere Vorgehen hängt dann von der Einnahmewoche ab; die Regeln der Packungsbeilage stehen im Abschnitt "Dosierung laut Packungsbeilage". Haben Sie mehr als eine Tablette eines Blisterstreifens vergessen, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wirkt die Pille bei Erbrechen oder Durchfall?
Bei schweren Magen-Darm-Störungen werden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen; dann sind zusätzliche Verhütungsmaßnahmen erforderlich. Erbrechen Sie innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme, nehmen Sie so rasch wie möglich eine Ersatztablette, möglichst innerhalb von 12 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit; sonst gelten die Regeln für vergessene Tabletten.
Welche Medikamente schwächen die Wirkung der Pille ab?
Laut Packungsbeilage gehören dazu unter anderem bestimmte Mittel gegen Epilepsie, Tuberkulose, HIV- und Hepatitis-C-Infektionen und Pilzerkrankungen, außerdem Etoricoxib und Johanniskraut. Sie können die empfängnisverhütende Wirkung vermindern oder zu unerwarteten Blutungen führen. Während einer solchen Behandlung und 28 Tage danach sollten Sie zusätzlich ein lokales Verhütungsmittel wie ein Kondom anwenden; fragen Sie dazu Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.
Macht die Pille mit Dienogest dick?
Gewichtszunahme gehört zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, betrifft also 1 bis 10 von 1.000 Anwenderinnen. Selten, bei 1 bis 10 von 10.000, sind Gewichtsabnahme und Gewichtsschwankungen; Flüssigkeitsansammlungen im Körper (Ödeme) sind mit nicht bekannter Häufigkeit beschrieben. Bemerken Sie eine deutliche Veränderung Ihres Gewichts, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich die Pille in der Stillzeit nehmen?
Laut Packungsbeilage wird die Einnahme in der Stillzeit nicht empfohlen, da die Milchproduktion verringert sein kann und geringe Wirkstoffmengen in die Muttermilch übergehen. Sie sollten in dieser Zeit verlässliche nichthormonale Verhütungsmittel anwenden. Laut Fachinformation soll die Pille bis zum vollständigen Abstillen nicht angewendet werden. Embryotox, das Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité, stuft die heute üblichen sehr niedrig dosierten Kombinationspillen in der Stillzeit dagegen als akzeptabel ein; sie erfordern danach keine Einschränkung des Stillens. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie in der Stillzeit verhüten möchten.
Enthalten Valette und andere Präparate dieselben Wirkstoffe?
Laut einer Liste der Europäischen Arzneimittel-Agentur (Stand 2017) ist in Deutschland unter dem Namen Valette ein Präparat mit 2 mg Dienogest und 0,03 mg Ethinylestradiol zugelassen. Dieselben Wirkstoffmengen je Filmtablette enthält Mayra, das Grundlage dieser Seite ist. Präparate können sich in Hilfsstoffen und Packungsbeilage unterscheiden; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu