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Hämorrhoiden
Hämorrhoiden sind Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms, die jeder Mensch hat; Beschwerden wie Blutungen, Juckreiz und Brennen können auftreten, wenn sie sich vergrößern. Bei leicht vergrößerten Hämorrhoiden kann es laut IQWiG ausreichen, Verstopfungen zu vermeiden und das Verhalten beim Stuhlgang zu ändern; ob Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder die Beschwerden lindern, ist nicht gut untersucht. Je nach Schweregrad kommen laut IQWiG eine Verödung, eine Gummibandligatur oder eine Operation infrage. Blut im Stuhl sollten Sie immer ärztlich abklären lassen.

Hämorrhoiden hat jeder Mensch: Es sind Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms. Beschwerden wie Blutungen, Juckreiz und Brennen können auftreten, wenn sie sich vergrößern [1, 4]. Bei leicht vergrößerten Hämorrhoiden kann es ausreichen, Verstopfungen zu vermeiden und das Verhalten beim Stuhlgang zu ändern. Ob Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder die Beschwerden lindern, ist nicht gut in Studien untersucht [1]. Blut im Stuhl sollte immer ärztlich abgeklärt werden [1, 4].
Was sind Hämorrhoiden?
Hämorrhoiden sind laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ringförmig angeordnete, durchblutete Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms, kurz vor dem After. Zusammen mit dem Schließmuskel sorgen sie dafür, dass der Darm nach außen richtig schließt, etwa damit bei Blähungen nur Luft entweicht und kein Stuhl [1]. Wer von "Hämorrhoiden" spricht, meint meist Beschwerden durch vergrößerte Hämorrhoiden; Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von einem Hämorrhoidalleiden [1].
Das Hämorrhoidalleiden ist sehr häufig. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Erwachsenen im Laufe des Lebens Beschwerden bekommt; in Deutschland lassen sich jährlich etwa 4 von 100 Erwachsenen deswegen ärztlich behandeln [1, 4]. Je nach Ausprägung unterscheidet man vier Schweregrade [1]:
- Grad 1: leicht vergrößert und von außen nicht sichtbar.
- Grad 2: treten beim Stuhlgang, seltener auch bei anderen körperlichen Aktivitäten, aus dem After heraus und ziehen sich von selbst wieder zurück.
- Grad 3: treten heraus, ziehen sich nicht von selbst zurück, lassen sich aber mit der Hand zurückschieben.
- Grad 4: dauerhaft aus dem After ausgetreten und nicht mehr zurückzuschieben; meist ragt auch ein kleines Stück Analschleimhaut heraus (Analprolaps).
Symptome
Das Hauptsymptom sind schmerzlose Blutungen während oder kurz nach dem Stuhlgang. Dazu kann es kommen, wenn fester Stuhl oder starkes Pressen die dünnen Gefäßwände beschädigt. Die Blutungen zeigen sich meist als hellrote bis rote Blutspuren auf dem Toilettenpapier oder dem Stuhl [1]. Weitere typische Beschwerden im Afterbereich sind laut IQWiG [1]:
- Juckreiz, Nässen und Brennen,
- unbeabsichtigter Abgang kleiner Mengen Schleim und Stuhl,
- das Gefühl, den Darm nach dem Toilettengang nicht vollständig entleert zu haben,
- ein Druck- oder Fremdkörpergefühl.
Vergrößerte Hämorrhoiden können aus dem After heraustreten und als weiche Knoten sichtbar werden (Hämorrhoiden-Vorfall). Verwechselt werden sie manchmal mit Marisken, Hautläppchen am After, die in der Regel keine Beschwerden machen [1]. Schmerzen treten in der Regel nur bei einem sehr weit fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden auf. Häufig stammen Schmerzen von anderen Hautverletzungen im Afterbereich wie Einrissen [1]. Mehr dazu: Analfissur. Nässen vergrößerte Hämorrhoiden, kann die Haut am After gereizt werden; manchmal entsteht ein Analekzem, bei dem die Haut rot und entzündet ist, nässt und juckt [1].
Ursachen und Risikofaktoren
Was vergrößerte Hämorrhoiden verursacht, ist laut IQWiG nicht gut erforscht. Vermutlich wird das Gewebe, das die Hämorrhoiden stützt, mit der Zeit schwächer; möglicherweise gibt es auch eine familiäre Veranlagung [1]. Als weitere mögliche Faktoren nennen IQWiG und gesund.bund.de [1, 4]:
- chronische Verstopfung, harten Stuhl und starkes Pressen beim Stuhlgang,
- häufigen Durchfall,
- Schwangerschaft und Geburt,
- Übergewicht.
Medikamente: Verstopfung kann laut gesund.bund.de auch eine Nebenwirkung vieler Arzneimittel sein, zum Beispiel von Eisenpräparaten, opioidhaltigen Schmerzmitteln, Antidepressiva und Medikamenten gegen Bluthochdruck [10]. Welche Mittel Verstopfung oder Durchfall laut Packungsbeilage auslösen können, steht auf den Seiten Verstopfung durch Medikamente und Durchfall durch Medikamente.
Diagnose
Nach dem Gespräch über die Beschwerden untersucht die Ärztin oder der Arzt laut IQWiG den After und tastet den Enddarm mit einem Finger ab. Bei Verdacht auf vergrößerte Hämorrhoiden folgt in der Regel eine Enddarmspiegelung (Proktoskopie) mit einem kurzen Rohr mit Lichtquelle; die Untersuchungen verursachen normalerweise keine Schmerzen [1]. Wenn Blut auf dem Stuhl ist, schlägt die Ärztin oder der Arzt möglicherweise eine Darmspiegelung vor [1]. Mehr dazu: Darmspiegelung.
Behandlung ohne Medikamente
Welche Behandlung infrage kommt, hängt laut IQWiG vor allem von der Größe der Hämorrhoiden und der Stärke der Beschwerden ab. Bei leicht vergrößerten Hämorrhoiden reicht es unter Umständen aus, Verstopfungen zu vermeiden und das Verhalten beim Stuhlgang zu verändern [1]. Starkes Pressen kann die Beschwerden verstärken und Schmerzen verursachen. Es lässt sich laut IQWiG vermeiden, wenn man Verstopfungen vorbeugt, auf Stuhldrang achtet, statt den Toilettengang aufzuschieben, und entspannt und ohne Zeitdruck zur Toilette geht [2].
Um Verstopfungen vorzubeugen, werden häufig eine Ernährungsumstellung mit ballaststoffreichem Essen aus Obst, Getreide, Gemüse und Hülsenfrüchten, ausreichendes Trinken von 1,5 bis 2 Litern am Tag und regelmäßige Bewegung empfohlen [2].
Hygiene und Sitzbäder: Feuchte Reste am After können vergrößerte Hämorrhoiden reizen. Wichtig ist laut IQWiG deshalb, den After nach dem Stuhlgang sorgfältig zu reinigen, etwa mit leicht angefeuchtetem Toilettenpapier und danach trockenem Papier, ohne fest zu reiben. Feuchtes Toilettenpapier und Waschlotionen können Stoffe enthalten, die die Haut reizen und allergische Reaktionen hervorrufen können [2]. Ob Sitzbäder mit klarem Wasser oder Zusätzen wie Kamille, Hamamelis oder Eichenrinde helfen, ist nicht ausreichend untersucht; manche Zusätze können die Haut reizen oder verfärben, Seife oder Badelotion im Wasser ebenfalls [2].
Eingriffe: Reicht das nicht, kommen laut IQWiG bei Hämorrhoiden 1. und 2. Grades eine Verödung infrage, bei der ein Wirkstoff unter die Hämorrhoiden gespritzt wird, und eine Gummibandligatur, bei der ein kleiner Gummiring die Hämorrhoiden abschnürt. Beide Eingriffe sind ambulant und ohne Narkose möglich und werden meist nach einigen Wochen wiederholt [3]. Bei Hämorrhoiden 3. oder 4. Grades kann eine Operation erforderlich sein [1, 3]. Ansprechpartner sind laut IQWiG die Hausarztpraxis oder eine Fachpraxis für Proktologie, also für Erkrankungen des Enddarms [1].
Behandlung mit Medikamenten

Gegen Hämorrhoiden-Beschwerden werden laut IQWiG häufig Salben und Pasten mit Zink, Panthenol oder pflanzlichen Wirkstoffen wie Hamamelis oder Aloe Vera empfohlen. Manche Ärztinnen und Ärzte verordnen Salben, die die Haut örtlich betäuben, etwa mit Lidocain, oder kortisonhaltige Salben, die die Entzündung hemmen sollen [2]. Alle diese Salben werden eingesetzt, um akute Beschwerden wie Hautreizungen und Jucken kurzfristig zu lindern. Vergrößerte Hämorrhoiden bilden sich laut IQWiG meist nicht von selbst zurück, auch wenn manche Mittel die Beschwerden lindern können [2]. Einige Wirkstoffe gibt es auch als Zäpfchen oder Analtampons. Ob sie die Beschwerden lindern, ist nicht gut in Studien untersucht [2].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Örtliche Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) | Lidocain als Rektalsalbe, etwa Posterisan akut: Juckreiz und Schmerzen im Analbereich, zum Beispiel durch Hämorrhoiden, bei Erwachsenen [5] | Lokal wirksames Schmerzmittel, das schmerzende und juckende Beschwerden im Analbereich lindert [5] | Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten: örtliche Überempfindlichkeitsreaktionen wie Jucken und Brennen; häufig, also bei bis zu 1 von 10: Durchfall [5] |
| Pflanzliche Mittel mit Hamamelis | Destillat aus Hamamelisblättern und -zweigen, etwa Faktu lind Hämorrhoidensalbe: Besserung der Beschwerden in den Anfangsstadien [6] | Pflanzliches Arzneimittel bei Hämorrhoiden [6] | Die Packungsbeilage nennt keine häufigen Nebenwirkungen; sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, allergische Reaktionen auf Hamamelis, auch bei Überempfindlichkeit gegen Wollwachsalkohol [6] |
Örtlich betäubende Salben mit Lidocain
Laut Packungsbeilage von Posterisan akut dient die Salbe zur Linderung von Schmerzen vor einer proktologischen Untersuchung und zur örtlichen Behandlung von Juckreiz und Schmerzen im Analbereich, zum Beispiel durch Hämorrhoiden, bei Erwachsenen [5]. Ohne ärztliche Anweisung darf sie höchstens 3 Tage bis zum Arztbesuch angewendet werden, keinesfalls längerfristig; die Anwendung ersetzt laut Packungsbeilage keine ärztliche Untersuchung, und Sie sollten so bald wie möglich Ihre Hausarztpraxis, eine proktologisch erfahrene Hautarztpraxis oder eine Praxis für Proktologie aufsuchen [5]. Bei einer Allergie gegen Lidocain oder einen der sonstigen Bestandteile darf die Salbe nicht angewendet werden; bei Pilzbefall ist laut Packungsbeilage zusätzlich ein örtlich wirksames Mittel gegen Pilze erforderlich [5]. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist die Sicherheit nicht erwiesen [5]. Vorher sprechen sollten Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke bei einer Leber-, Nieren- oder Herzerkrankung und wenn Sie Mittel gegen Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck nehmen [5]. Die Wirkstoffseite Lidocain beschreibt das Pflaster gegen Nervenschmerzen nach einer Gürtelrose; für die Rektalsalbe gilt deren eigene Packungsbeilage.
Kortisonhaltige Salben
Salben mit Kortison sollen laut IQWiG die Entzündung hemmen. Es gibt sie auf Rezept, und sie sollten nur für einen begrenzten Zeitraum angewendet werden [2]. Mehr zu Kortison auf der Haut: Kortisonsalben (topische Glucocorticoide).
Hamamelis und andere pflanzliche Mittel
Faktu lind Hämorrhoidensalbe ist laut Packungsbeilage ein pflanzliches Arzneimittel zur Besserung der Beschwerden in den Anfangsstadien von Hämorrhoidalleiden [6]. Bei fortgeschrittenem Hämorrhoidalleiden und tastbaren äußerlichen Veränderungen am After ist danach ein Arzt aufzusuchen. Bessern sich die Beschwerden innerhalb einer Woche nicht oder werden sie schlechter, wird ein Arztbesuch empfohlen; ohne Arzt sollte die Selbstbehandlung 4 Wochen nicht überschreiten [6]. Die Salbe enthält Stoffe, die bei länger dauernder Anwendung im Analbereich Allergien verursachen können; bei neuem oder stärkerem Juckreiz, Rötung oder Schwellung beenden Sie die Anwendung laut Packungsbeilage und suchen Ihren Arzt auf [6]. Wegen Paraffin und Vaselin kann die Reißfestigkeit von Kondomen aus Latex vermindert sein [6]. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wird sie nicht empfohlen. Bei Überempfindlichkeit gegen Hamamelis, Wollwachs oder einen der sonstigen Bestandteile darf sie nicht angewendet werden [6].
Weicher Stuhl: Flohsamen und Lactulose
Es gibt laut IQWiG Hinweise aus Studien, dass pflanzliche Mittel mit Ballaststoffen wie Flohsamen die Häufigkeit von Blutungen verringern können. Ob sie auch andere Beschwerden lindern, ist nicht gut genug untersucht. Wer Flohsamen einnimmt, muss besonders darauf achten, ausreichend zu trinken [2]. Das Abführmittel Lactulose ist laut Packungsbeilage unter anderem bei Erkrankungen zugelassen, die einen erleichterten Stuhlgang erfordern, zum Beispiel Hämorrhoiden oder Operationen im Enddarm- bzw. Analbereich; es zieht Wasser in den Darm und macht den Stuhl weicher [7]. Bei Darmverschluss, einem Durchbruch der Darmwand oder dem Risiko dafür darf sie nicht eingenommen werden [7]. Während der Behandlung mit Abführmitteln sollten Sie laut Packungsbeilage ausreichend trinken, 1,5 bis 2 Liter am Tag [7]. Wie viel Sie laut Packungsbeilage nehmen, steht unter Dosierung. Mehr zu Abführmitteln: Verstopfung.
In der Schwangerschaft
Schwangerschaft und Geburt gehören laut IQWiG zu den möglichen Faktoren für vergrößerte Hämorrhoiden [1]. Lidocain sollte laut Packungsbeilage von Posterisan akut in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden; eine Gefährdung des gestillten Säuglings erscheint danach unwahrscheinlich [5]. Zur Hamamelis-Salbe Faktu lind liegen laut Packungsbeilage keine Erfahrungen in Schwangerschaft und Stillzeit vor; die Behandlung mit gerbstoffhaltigen Präparaten sollte danach nur nach Rücksprache mit dem Arzt und nicht länger als 2 Wochen erfolgen [6]. Lactulose kann laut Packungsbeilage auch in Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden [7].
Gegen Verstopfung stehen in der Schwangerschaft laut Embryotox (Charité Berlin) ballaststoffreiche Ernährung, ausreichendes Trinken und Bewegung im Vordergrund. Abführmittel sollten danach nur bei schwerer Verstopfung und nach erfolglosen Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen und möglichst kurzfristig eingesetzt werden. Reicht eine ballaststoffreiche Kost nicht aus, können Füll- und Quellstoffe wie indische Flohsamenschalen eingesetzt werden; gegen ihre Anwendung in der Schwangerschaft bestehen laut Embryotox keine Bedenken, es sollte aber auf ausreichendes Trinken geachtet werden. Wirken sie nicht ausreichend, ist Lactulose laut Embryotox das Abführmittel der Wahl in der Schwangerschaft, Macrogol kommt alternativ infrage [8]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Nebenwirkungen der Medikamente
Salben und Zäpfchen am After: Unter Posterisan akut sind örtliche Überempfindlichkeitsreaktionen wie Jucken und Brennen sehr häufig; häufig tritt Durchfall auf, gelegentlich Unwohlsein im Afterbereich wie leichte Schmerzen und Rötung [5]. Verstärken sich die Beschwerden unter der Behandlung, ist sie laut Packungsbeilage abzubrechen und ein Arzt aufzusuchen [5]. Hilfsstoffe wie Cetylalkohol, Wollwachs oder Propylenglycol können laut den Packungsbeilagen örtlich Hautreizungen hervorrufen [5, 6]. Mehr dazu: Juckreiz und Arzneimittelallergie.
Lactulose: Sehr häufig ist Durchfall, häufig sind Blähungen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen [7]. Dauerhaft zu hohe Mengen oder unsachgemäßer Gebrauch können laut Packungsbeilage zu Durchfällen und Störungen im Salzhaushalt führen. Bei Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sollten Sie Lactulose danach nicht einnehmen; bei Beschwerden wie Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber sollten Sie unverzüglich ärztlichen Rat suchen [7]. Mehr dazu: Durchfall durch Medikamente.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [5]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Blut im Stuhl sollten Sie laut IQWiG und gesund.bund.de in jedem Fall ärztlich abklären lassen, statt selbst eine Diagnose zu stellen [1, 4]. Auch laut Packungsbeilage von Faktu lind bedürfen Blut im Stuhl und Blutungen aus dem Darm-After-Bereich grundsätzlich der Abklärung durch einen Arzt [6]. Starke, nicht stillbare Blutungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) ein Fall für den Notruf 112 [9].
Bei unangenehmen und belastenden Beschwerden ist es laut IQWiG sinnvoll, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen [1, 4].
Quellen
- Vergrößerte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 19.02.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Was kann man selbst gegen Hämorrhoiden tun?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 19.02.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Welche Eingriffe kommen bei Hämorrhoiden infrage?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 19.02.2025. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Hämorrhoiden. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 05.03.2026. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Posterisan akut 50 mg/g Rektalsalbe (Lidocain). DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH. Stand 05/2025. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Faktu lind Hämorrhoidensalbe (Destillat aus Hamamelisblättern und -zweigen). DR. KADE Pharmazeutische Fabrik GmbH. Stand 10/2023. abgerufen am 17.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lactulose-ratiopharm Sirup (Versionscode Z10), dazu Fachinformation Stand 06/2026. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 17.10.2026
- Embryotox Embryotox: Obstipation (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "Fälle für den Bereitschaftsdienst" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 17.10.2026
- Behörde Verstopfung bei Erwachsenen (Abschnitt Ursachen). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 02.10.2023. abgerufen am 17.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft schnell gegen Hämorrhoiden?
Laut IQWiG werden Salben und Pasten mit Zink, Panthenol oder pflanzlichen Wirkstoffen wie Hamamelis eingesetzt, um akute Beschwerden wie Hautreizungen und Jucken kurzfristig zu lindern; ärztlich verordnet werden auch Salben mit örtlich betäubendem Lidocain oder mit Kortison. Ob Salben, Zäpfchen oder Sitzbäder die Beschwerden lindern, ist laut IQWiG nicht gut in Studien untersucht. Wichtig ist danach, Verstopfungen vorzubeugen und beim Stuhlgang nicht stark zu pressen.
Welche Salbe hilft bei Hämorrhoiden?
Häufig empfohlen werden laut IQWiG Salben mit Zink, Panthenol, Hamamelis oder Aloe Vera. Manche Ärztinnen und Ärzte verordnen danach Salben mit Lidocain, das die Haut örtlich betäubt; kortisonhaltige Salben sollen die Entzündung hemmen, es gibt sie auf Rezept. Alle diese Salben werden eingesetzt, um akute Beschwerden kurzfristig zu lindern. Die Lidocain-Salbe Posterisan akut darf laut Packungsbeilage ohne ärztliche Anweisung höchstens 3 Tage bis zum Arztbesuch angewendet werden. Die Hamamelis-Salbe Faktu lind wird laut Packungsbeilage zur Besserung der Beschwerden in den Anfangsstadien angewendet; bessern sich die Beschwerden innerhalb einer Woche nicht, wird ein Arztbesuch empfohlen.
Gehen Hämorrhoiden von selbst weg?
Wie sich vergrößerte Hämorrhoiden entwickeln, lässt sich laut IQWiG nicht vorhersagen. Die Beschwerden können stärker werden oder wieder nachlassen. Bereits vergrößerte Hämorrhoiden werden aber meist nicht von selbst wieder kleiner.
Was tun bei Blut im Stuhl?
Blutungen aus Hämorrhoiden zeigen sich laut IQWiG meist als hellrote bis rote Blutspuren auf dem Toilettenpapier oder dem Stuhl. Bei Blut im Stuhl sollte man danach keine Eigendiagnose stellen, sondern die Ursache ärztlich abklären lassen; möglicherweise schlägt die Ärztin oder der Arzt eine Darmspiegelung vor. Starke, nicht stillbare Blutungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den Notruf 112.
Welche Abführmittel helfen bei Hämorrhoiden?
Pflanzliche Mittel mit Ballaststoffen wie Flohsamen können laut IQWiG nach Hinweisen aus Studien die Häufigkeit von Blutungen verringern; wer Flohsamen nimmt, muss ausreichend trinken. Lactulose ist laut Packungsbeilage unter anderem bei Erkrankungen zugelassen, die einen erleichterten Stuhlgang erfordern, zum Beispiel Hämorrhoiden. Sehr häufig ist laut Packungsbeilage Durchfall. Die Angaben der Packungsbeilage zur Menge stehen auf der Seite Lactulose.
Was hilft gegen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?
Schwangerschaft und Geburt gehören laut IQWiG zu den möglichen Faktoren für vergrößerte Hämorrhoiden. Lidocain sollte laut Packungsbeilage von Posterisan akut in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikationsstellung angewendet werden. Hamamelis-Salbe sollte laut Packungsbeilage von Faktu lind in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt und nicht länger als 2 Wochen angewendet werden. Lactulose kann laut Packungsbeilage auch in Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden. Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.
Wann muss ich mit Hämorrhoiden zum Arzt?
Blut im Stuhl sollten Sie laut IQWiG und gesund.bund.de in jedem Fall ärztlich abklären lassen. Bei belastenden Beschwerden ist laut IQWiG ärztlicher Rat sinnvoll, etwa in der Hausarztpraxis oder einer Fachpraxis für Proktologie. Fühlen Sie sich laut Packungsbeilage von Posterisan akut nach 3 Tagen nicht besser oder verstärken sich die Beschwerden unter der Salbe, wenden Sie sich an eine Ärztin oder einen Arzt. Bei fortgeschrittenen Hämorrhoiden und tastbaren Veränderungen am After ist laut Packungsbeilage von Faktu lind ein Arzt aufzusuchen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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