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Lactulose: Nebenwirkungen und Wirkung

Lactulose ist ein rezeptfreies Abführmittel, das Wasser in den Darm zieht und den Stuhl weicher macht. Es wird bei Verstopfung, bei Erkrankungen, die einen erleichterten Stuhlgang erfordern, und zur Vorbeugung und Behandlung der portokavalen Enzephalopathie eingesetzt, einer Störung der Gehirnfunktion bei chronischer Lebererkrankung. Sehr häufig ist Durchfall, häufig sind Blähungen, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen.

Frau in den Sechzigern mit grauem Haar isst an einem sonnigen Frühstückstisch eine Schale Müsli mit Joghurt, daneben ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Durchfall[1, 2]
  • Häufig: Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Lactulose eingesetzt?

Lactulose ist ein Abführmittel [1]. Laut Packungsbeilage von Lactulose-ratiopharm Sirup wird es angewendet bei Verstopfung (unregelmäßiger Darmbewegung mit harten, trockenen Stuhlgängen), die durch ballaststoffreiche Kost und andere allgemeine Maßnahmen nicht ausreichend beeinflusst werden kann. Weitere Anwendungsgebiete sind Erkrankungen, die einen erleichterten Stuhlgang erfordern, zum Beispiel Hämorrhoiden oder Operationen im Enddarm- oder Analbereich [1, 2].

Außerdem dient Lactulose der Vorbeugung und Behandlung der portokavalen Enzephalopathie. Das sind Störungen der Gehirnfunktion infolge chronischer Lebererkrankungen, die zu Verwirrtheit, Zittern und erniedrigtem Bewusstsein bis hin zu einem Koma führen können [1, 2]. Für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre mit dieser Erkrankung liegen keine Daten vor [1, 2]. Lactulose-ratiopharm Sirup ist nicht verschreibungspflichtig, aber apothekenpflichtig [2]. Fühlen Sie sich nach einigen Tagen nicht besser oder sogar schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Einen Überblick über verwandte Mittel bietet die Seite Abführmittel und Mittel gegen Durchfall.

Wie wirkt Lactulose?

Lactulose macht den Stuhl weicher, indem sie Wasser in den Darm zieht; dadurch lässt sich der Stuhlgang leichter abführen [1]. Laut Fachinformation ist Lactulose ein Zucker aus Galactose und Fructose (Disaccharid), den die Enzyme der Dünndarmschleimhaut nicht spalten. Im Dickdarm bauen Bakterien ihn vor allem zu Milch- und Essigsäure ab. Das Wasser, das der Zucker und die Säuren im Darm binden, vergrößert das Volumen des Darminhalts und regt die Darmbewegung indirekt an; die Säuren sollen sie zusätzlich direkt anregen [2]. Aus dem Dünndarm werden nur 0,4 bis 2 Prozent aufgenommen [2].

Bei der portokavalen Enzephalopathie senkt Lactulose laut Fachinformation die Ammoniakkonzentration im Blut um ca. 25 bis 50 Prozent; mit einer Wirkung kann innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen gerechnet werden. Diskutiert werden mehrere Mechanismen: Der sinkende pH-Wert im Darm wandelt giftiges Ammoniak in Ammoniumionen um, die nicht aufgenommen werden, Bakterien bilden weniger Ammoniak, und Ammoniak tritt aus dem Blut in den sauren Darminhalt über [2]. Als präbiotische Substanz fördert Lactulose laut Packungsbeilage und Fachinformation außerdem das Wachstum von Bifido- und Milchsäurebakterien [1, 2].

Die abführende Wirkung kann bereits nach 2 bis 10 Stunden eintreten; es können aber auch 1 bis 2 Tage bis zum ersten Stuhlgang vergehen, besonders bei noch ungenügender Dosierung [1].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben [1, 2]. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10 und "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Zu Beginn der Behandlung können Blähungen auftreten, die in der Regel nach einigen Tagen verschwinden [1]. Bei höheren Dosen als angeordnet können Bauchschmerzen und Durchfall auftreten; dann sollte die Dosis verringert werden [1]. Bei langfristiger Einnahme in einer Dosierung, die zu anhaltend dünnen Stühlen führt, muss mit Störungen im Wasser- und Elektrolythaushalt gerechnet werden, mit vermehrter Ausscheidung von Kalium, Natrium und Wasser [1]. In seltenen Fällen wurde bei der Behandlung der portokavalen Enzephalopathie über einen erhöhten Natriumwert im Blut berichtet [1, 2]. Mehr dazu unter Veränderter Kaliumspiegel.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Bei Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts und bei Entzündungen im Magen-Darm-Bereich sollten Sie Lactulose nicht einnehmen; insbesondere bei Bauchschmerzen, Erbrechen und Fieber suchen Sie unverzüglich ärztlichen Rat [1]. Leiden Sie schon längere Zeit unter Verstopfung, lassen Sie sich vor Beginn einer Behandlung ärztlich beraten und untersuchen, denn chronische Störungen des Stuhlgangs können Anzeichen einer ernsteren Erkrankung sein [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Siebzigern geht mit seiner Frau im Frühling langsam auf einem Weg am Fluss spazieren, beide lächeln
Bild: KI-generiert

Blähungen und leichte Bauchschmerzen: Diese Beschwerden zu Beginn der Behandlung verschwinden meistens von allein im weiteren Behandlungsverlauf [1].

Durchfall: Kommt es bei der Einnahme, meist bei hoher Dosis, zu Durchfällen und nachfolgenden Störungen im Wasser- und Salzhaushalt, müssen diese gegebenenfalls mit Arzneimitteln behandelt und ein Mangel an Wasser, Kalium oder Natrium ausgeglichen werden; häufig ist dann auch eine geringere Menge Lactulose nötig [1]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet, ob die Dosis verringert oder in seltenen Fällen die Einnahme beendet werden muss [1]. Laut Packungsbeilage gelten Dosierungen als unangemessen, die dauerhaft zu mehr als 2 bis 3 weichen Stühlen am Tag führen [1].

Genug trinken: Nehmen Sie während der Behandlung mit Abführmitteln ausreichend Flüssigkeit zu sich, 1,5 bis 2 Liter am Tag, das entspricht 6 bis 8 Gläsern [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Lactulose kann den Kaliumverlust durch bestimmte harntreibende Mittel, Nebennierenrinden-Hormone und das Pilzmittel Amphotericin B verstärken; bei Kaliummangel ist die Empfindlichkeit gegenüber herzwirksamen Glykosiden erhöht [1, 2]. Studien zu Wechselwirkungen wurden laut Fachinformation nicht durchgeführt [2]. Mehr zu Kaliummangel unter Kaliummangel.

Wechselwirkungen von Lactulose
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Bestimmte harntreibende Mittel (Diuretika), Nebennierenrinden-Hormone (Kortikosteroide) und Amphotericin B (gegen Pilze)Lactulose kann den Kaliumverlust durch diese Mittel verstärken[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren
Herzwirksame Glykoside wie DigitoxinBei Kaliummangel ist die Empfindlichkeit für diese Mittel erhöht; laut Fachinformation kann ihre Wirkung verstärkt werden[1, 2]Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Lactulose nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Lactulose-Sirup enthält herstellungsbedingt Fructose, Galactose und Lactose [1, 2]. Diese verdaulichen Kohlenhydrate werden nur in relativ geringem Umfang aus dem Darm aufgenommen und haben daher fast keinen Nährwert; für Menschen mit Diabetes und anderen Verwertungsstörungen von Kohlenhydraten sind sie trotzdem zu beachten [1]. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie an Bauchschmerzen unbekannter Ursache oder an Diabetes leiden [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Lactulose oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Darmverschluss (Ileus) oder Darmdurchbruch (Darmperforation) oder ein Risiko für einen Darmdurchbruch[1, 2]
  • Angeborene Fructose-Unverträglichkeit (hereditäre Fructoseintoleranz): Laut Fachinformation dürfen Betroffene das Arzneimittel nicht einnehmen[2]

Besondere Vorsicht bei

  • Bauchschmerzen unbekannter Ursache oder Diabetes: vor der Einnahme mit Ärztin, Arzt oder Apotheke sprechen[1, 2]
  • Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts (Salzverluste) und Entzündungen im Magen-Darm-Bereich: Lactulose sollte dann nicht eingenommen werden[1, 2]
  • Länger bestehende Verstopfung: vor Beginn ärztlich beraten und untersuchen lassen, weil chronische Störungen des Stuhlgangs Anzeichen einer ernsteren Erkrankung sein können[1]
  • Dauereinnahme unangemessener Dosierungen (mehr als 2 bis 3 weiche Stühle pro Tag) oder unsachgemäßer Gebrauch kann zu Durchfällen und Störungen im Elektrolythaushalt führen; bei langfristiger Einnahme einer Dosierung, die zu anhaltend dünnen Stühlen führt, ist mit vermehrter Ausscheidung von Kalium, Natrium und Wasser zu rechnen[1, 2]
  • Während der Behandlung mit Abführmitteln ausreichend trinken: 1,5 bis 2 Liter pro Tag, entsprechend 6 bis 8 Gläsern[1, 2]
  • Diabetes und andere Verwertungsstörungen von Kohlenhydraten: 100 ml Sirup enthalten herstellungsbedingt höchstens 17 g verdauliche Kohlenhydrate wie Fructose, Galactose und Lactose (höchstens 1,4 BE); bei den höheren Mengen zur Behandlung der portokavalen Enzephalopathie kann eine Anpassung der Diabetes-Medikation erforderlich sein[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: vorher mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Bei der seltenen angeborenen Galactose-Unverträglichkeit (hereditäre Galactose-Intoleranz), zum Beispiel Galaktosämie, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption, sollte Lactulose laut Fachinformation nicht eingenommen werden[1, 2]
  • Kinder: Abführmittel bei Kindern, Neugeborenen und Säuglingen nur in Ausnahmefällen und unter ärztlicher Aufsicht, weil die normalen Stuhlentleerungsreflexe gestört werden können; Kindern unter 14 Jahren Lactulose nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache geben. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann eine angeborene Fructose-Unverträglichkeit noch unerkannt sein[1, 2]
  • Bei der Behandlung der portokavalen Enzephalopathie wurde in seltenen Fällen über einen erhöhten Natriumwert im Blut (Hypernatriämie) berichtet[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Lactulose kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden; Einschränkungen beim Essen und Trinken gibt es nicht. Zu Alkohol enthält die Packungsbeilage keine eigenen Hinweise [1]. Auf die Fähigkeit, sicher zu fahren oder Maschinen zu bedienen, hat Lactulose keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss [1, 2]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3]. Allgemeine Hinweise bietet der Ratgeber Medikamente in der Stillzeit.

Schwangerschaft

Schädliche Wirkungen von Lactulose in der Schwangerschaft sind nicht bekannt; Lactulose kann auch während der Schwangerschaft eingenommen werden. Laut Fachinformation ist die Aufnahme von Lactulose in den Körper vernachlässigbar.[1, 2]

Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als gering: Lactulose wird seit mehreren Jahrzehnten bei Verstopfung angewendet, häufig auch in der Schwangerschaft, ohne dass Hinweise auf ein fehlbildendes Risiko bekannt wurden; relevante Risiken für das werdende Kind sind laut Embryotox nicht zu erwarten, zumal Lactulose kaum aus dem Darm aufgenommen wird. Lactulose kann laut Embryotox in allen Stadien der Schwangerschaft eingesetzt werden.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Schädliche Wirkungen in der Stillzeit sind nicht bekannt; Lactulose kann auch während der Stillzeit eingenommen werden.[1, 2]

Embryotox zählt Lactulose zu den Abführmitteln der Wahl in der Stillzeit; bei gestillten Kindern wurden bisher keine Auffälligkeiten berichtet.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Lactulose hat keinen oder einen vernachlässigbaren Einfluss auf die Fähigkeit, sicher zu fahren oder Maschinen zu bedienen.[1, 2]

Einnahme

Immer zur gleichen Tageszeit einnehmen, unabhängig von den Mahlzeiten; Einschränkungen beim Essen und Trinken gibt es nicht. Die abgemessene Dosis mit Wasser oder warmen Getränken wie Kaffee oder Tee mischen oder in Joghurt, Müsli oder Brei einrühren. Reicht zur Behandlung einer Verstopfung eine Dosis am Tag, hat sich die Einnahme morgens nach dem Frühstück als besonders verträglich erwiesen.[1]

Einnahme vergessen: mit der Behandlung wie empfohlen fortfahren, ohne die Dosis selbst zu erhöhen; nicht die doppelte Menge nehmen, sondern die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt.[1]

Höchstmenge in der Selbstmedikation

Die Dosierungen der Packungsbeilage dienen nur der Orientierung und müssen gegebenenfalls verändert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Eine Dauereinnahme von Dosierungen, die zu mehr als 2 bis 3 weichen Stühlen pro Tag führen, kann Durchfälle und Störungen im Elektrolythaushalt verursachen. Kindern unter 14 Jahren Lactulose nicht ohne vorherige ärztliche Rücksprache geben. Fühlen Sie sich nach einigen Tagen nicht besser oder schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]

Absetzen

Wer die Behandlung unterbricht oder vorzeitig beendet, muss damit rechnen, dass sich die gewünschte Wirkung nicht einstellt oder das Krankheitsbild wieder verschlechtert; sprechen Sie deshalb vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Entwicklung des Krankheitsbildes.[1, 2]

Überdosierung

Zu große Mengen können Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfälle und Verluste an Wasser und Elektrolyten, vor allem Kalium und Natrium, verursachen, die gegebenenfalls mit Arzneimitteln ausgeglichen werden müssen; informieren Sie dann Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation wird die Behandlung abgebrochen oder die Dosis verringert.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage

Lactulose muss je nach Anwendungsgebiet unterschiedlich dosiert werden. Die angegebenen Dosierungen dienen laut Packungsbeilage nur der Orientierung und müssen gegebenenfalls verändert werden, um die gewünschte Wirkung zu erzielen [1]. Hat Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Lactulose immer zur gleichen Tageszeit ein. Messen Sie die erforderliche Dosis ab und mischen Sie sie mit Wasser oder warmen Getränken wie Kaffee oder Tee, oder rühren Sie sie in Joghurt, Müsli oder Brei ein [1]. Reicht zur Behandlung einer Verstopfung eine Dosis am Tag, hat sich die Einnahme morgens nach dem Frühstück als besonders verträglich erwiesen [1]. Haben Sie eine Dosis vergessen, fahren Sie mit der Behandlung wie empfohlen fort, ohne selbstständig die Dosis zu erhöhen [1]. Nach dem Öffnen ist der Sirup 12 Monate haltbar; eine Verfärbung nach längerer Lagerung beeinträchtigt die Qualität laut Packungsbeilage nicht [1].

Unterbrechen Sie die Behandlung oder beenden Sie sie vorzeitig, müssen Sie damit rechnen, dass sich die gewünschte Wirkung nicht einstellt oder sich das Krankheitsbild wieder verschlechtert; sprechen Sie deshalb vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Haben Sie zu viel eingenommen und treten Beschwerden auf, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Lactulose

Grundlage dieser Seite sind die Packungsbeilage (Stand Mai 2026) und die Fachinformation (Stand Juni 2026) von Lactulose-ratiopharm Sirup mit 66,7 g Lactulose je 100 ml [1, 2]. Embryotox nennt als weitere Produktnamen unter anderem Bifiteral und Lactuflor [3]. Maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Präparate mit Lactulose
PräparatAnbieterHinweis
Lactulose-ratiopharm Sirupratiopharm GmbH66,7 g Lactulose je 100 ml; Grundlage dieser Seite
Lactulose AbZAbZ-Pharma GmbHSirup mit 66,7 g Lactulose je 100 ml

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lactulose-ratiopharm Sirup 66,7 g/100 ml. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Lactulose-ratiopharm Sirup. ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Lactulose. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wie schnell wirkt Lactulose?

Die abführende Wirkung kann bereits nach 2 bis 10 Stunden eintreten. Es können aber auch 1 bis 2 Tage bis zum ersten Stuhlgang vergehen, besonders bei noch ungenügender Dosierung. Halten Sie sich an die Angaben der Packungsbeilage, damit das Mittel richtig wirken kann.

Wie viel Lactulose darf ich nehmen?

Die Packungsbeilage nennt die Dosis getrennt für Verstopfung (Erwachsene und Kinder) und für die portokavale Enzephalopathie (Erwachsene); die Angaben stehen im Abschnitt Dosierung laut Packungsbeilage. Sie dienen laut Packungsbeilage nur der Orientierung und müssen gegebenenfalls verändert werden. Hat Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine andere Dosis verordnet, gilt diese. Eine Dauereinnahme von Dosierungen, die zu mehr als 2 bis 3 weichen Stühlen am Tag führen, kann laut Packungsbeilage Durchfälle und Störungen im Salzhaushalt verursachen.

Kann man Lactulose dauerhaft nehmen?

Die Behandlungsdauer richtet sich nach der Entwicklung des Krankheitsbildes. Bei langfristiger Einnahme in einer Dosierung, die zu anhaltend dünnen Stühlen führt, ist mit Störungen im Wasser- und Salzhaushalt zu rechnen, mit vermehrter Ausscheidung von Kalium, Natrium und Wasser. Leiden Sie schon länger unter Verstopfung, lassen Sie sich vor Beginn ärztlich beraten und untersuchen.

Warum bekomme ich von Lactulose Blähungen?

Blähungen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen. Sie können zu Beginn der Behandlung auftreten und verschwinden laut Packungsbeilage in der Regel nach einigen Tagen. Bei höheren Dosen als angeordnet können Bauchschmerzen und Durchfall auftreten; dann sollte die Dosis verringert werden.

Ist Lactulose für Menschen mit Diabetes geeignet?

Lactulose-Sirup enthält herstellungsbedingt kleine Mengen verdaulicher Kohlenhydrate wie Fructose, Galactose und Lactose: höchstens 17 g in 100 ml, entsprechend höchstens 1,4 BE. Sie werden nur in geringem Umfang aufgenommen. Wer eine Diabetes-Diät einhalten muss, sollte das berücksichtigen; bei den höheren Mengen zur Behandlung der portokavalen Enzephalopathie kann eine Anpassung der Diabetesmedikation nötig sein. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Darf ich Lactulose in der Schwangerschaft und Stillzeit nehmen?

Schädliche Wirkungen in Schwangerschaft und Stillzeit sind laut Packungsbeilage nicht bekannt; Lactulose kann in beiden Phasen eingenommen werden. Embryotox hält den Einsatz in allen Stadien der Schwangerschaft für möglich und zählt Lactulose in der Stillzeit zu den Abführmitteln der Wahl. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.

Dürfen Kinder Lactulose bekommen?

Abführmittel sollten bei Kindern, Neugeborenen und Säuglingen nur in Ausnahmefällen und unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden, weil sie die normalen Reflexe für die Stuhlentleerung stören können. Kindern unter 14 Jahren geben Sie Lactulose nicht, ohne vorher eine Ärztin oder einen Arzt zu fragen. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist zudem eine angeborene Fructose-Unverträglichkeit möglicherweise noch nicht erkannt.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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