MedikamenteDetailfrage

Pantoprazol absetzen

Verordnetes Pantoprazol sollen Sie laut Packungsbeilage nicht absetzen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke zu sprechen. Rezeptfreie Tabletten beenden Sie laut Packungsbeilage, sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind, und nehmen sie ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4 Wochen ein. Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; laut Leitlinie der DGVS kann das abrupte Absetzen eines Protonenpumpenhemmers aber bei gesunden Probanden zu vermehrter Säurebildung mit Magenbeschwerden führen, bei Refluxkranken ist die Bedeutung unklar. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Anfang sechzig mit kurzem grauem Haar sitzt in einer hellen Arztpraxis einer Ärztin gegenüber und bespricht ruhig ihre Behandlung
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Ob und wann Sie Pantoprazol absetzen, hängt davon ab, wofür Sie es nehmen und ob es verordnet ist. Verordnetes Pantoprazol sollen Sie laut Packungsbeilage nicht absetzen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke zu sprechen [1, 3]. Rezeptfreie Tabletten beenden Sie laut Packungsbeilage, sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind; ohne ärztlichen Rat sollten Sie sie nicht länger als 4 Wochen einnehmen [4].

Beschwerden, die durch das Absetzen entstehen, nennen Packungsbeilagen und Fachinformationen von Pantoprazol nicht [1, 2, 3, 4, 5, 11]. Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) zur Refluxkrankheit beschreibt für Protonenpumpenhemmer allgemein: Bei gesunden Probanden kann ein abruptes Absetzen zu vermehrter Säurebildung mit Magenbeschwerden führen (Säurerebound); ob das bei Menschen mit Refluxkrankheit klinisch bedeutsam ist, ist unklar [12].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Verordnetes Pantoprazol

Für die verschreibungspflichtigen Tabletten mit 20 und 40 mg gilt: Setzen Sie die Tabletten nicht ab, ohne zuerst mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke zu sprechen [1, 3]. Wie lange die Behandlung dauert, hängt vom Anwendungsgebiet ab. Bei einer Entzündung der Speiseröhre durch zurückfließende Magensäure (Refluxösophagitis) und bei Magengeschwüren dauert sie laut Packungsbeilage der Tabletten mit 40 mg in der Regel zwischen 4 und 8 Wochen, bei Zwölffingerdarmgeschwüren zwischen 2 und 4 Wochen. Die Behandlung gegen das Bakterium Helicobacter pylori zusammen mit zwei Antibiotika dauert üblicherweise ein bis zwei Wochen. Wie lange Sie Pantoprazol einnehmen sollen, sagt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].

Beim Zollinger-Ellison-Syndrom und anderen Erkrankungen, bei denen der Magen krankhaft viel Säure bildet, ist die Dauer laut Fachinformation nicht begrenzt; die Behandlung sollte so lange fortgesetzt werden, wie sie klinisch erforderlich ist [2]. Tabletten mit 20 mg sind zur Langzeitbehandlung einer Refluxösophagitis und zur Vorbeugung von Rückfällen zugelassen, außerdem zur Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren bei Risikopatienten, die dauerhaft Entzündungshemmer aus der Gruppe der NSAR einnehmen müssen [3, 11].

Nehmen Sie Pantoprazol länger als 1 Jahr, wird Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Sie laut Packungsbeilage wahrscheinlich regelmäßig überwachen. Berichten Sie bei jedem Termin von allen neu aufgetretenen und auffälligen Beschwerden [1, 2].

Rezeptfreies Pantoprazol

Ohne Rezept gibt es nur Tabletten mit 20 mg in Packungen mit höchstens 14 Stück. Sie sind für Erwachsene zur kurzzeitigen Behandlung von Sodbrennen und saurem Aufstoßen bestimmt [4, 7]. Rezeptfrei sind sie laut Arzneimittelverschreibungsverordnung nur für eine Behandlung, die ohne ärztliche Beratung auf höchstens 4 Wochen und bei täglicher Einnahme auf höchstens 2 Wochen begrenzt ist [7]. Laut Packungsbeilage nehmen Sie die Tabletten an mindestens 2 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen ein und beenden die Einnahme, sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind [4]. Bis das Sodbrennen vollständig unter Kontrolle ist, kann laut Fachinformation eine Einnahme über 7 Tage nötig sein [5]. Zur Vorbeugung sollten Sie die Tabletten nicht einnehmen [4].

Bessern sich die Beschwerden nach 2 Wochen dauerhafter Einnahme nicht oder geht es Ihnen schlechter, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; ob eine Langzeitbehandlung nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt [4]. Für eine Langzeitanwendung mit ihren zusätzlichen Risiken braucht es laut Fachinformation eine ärztliche Verschreibung und regelmäßige Überwachung [5]. Haben Sie das Präparat länger als 4 Wochen eingenommen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er legt fest, ob Ihre Magnesiumwerte regelmäßig im Blut kontrolliert werden [4].

Wann die Ärztin oder der Arzt die Behandlung beendet oder unterbricht

In diesen Situationen sehen Packungsbeilage und Fachinformation vor, die Behandlung zu beenden, zu unterbrechen oder vorher Rücksprache zu halten [1, 2, 4]. Die Entscheidung trifft die Ärztin oder der Arzt:

  • Steigende Leberwerte: Bei einer schweren Lebererkrankung oder früheren Leberbeschwerden werden die Leberenzym-Werte öfter kontrolliert, besonders bei einer Langzeitbehandlung. Steigen sie an, sollte die Behandlung beendet werden [1, 2]. Mehr dazu: Erhöhte Leberwerte durch Medikamente.
  • Hautausschlag an sonnenbeschienenen Stellen: Tritt ein Hautausschlag auf, besonders an Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, da Sie die Behandlung eventuell abbrechen sollten; erwähnen Sie dabei auch Gelenkschmerzen [1]. Hintergrund ist laut Fachinformation eine Hautreaktion, der subakute kutane Lupus erythematodes; ist er unter einem Protonenpumpenhemmer aufgetreten, kann das Risiko dafür auch unter anderen Protonenpumpenhemmern steigen [2].
  • Hoch dosiertes Methotrexat: Bei gleichzeitiger Behandlung mit hohen Dosen Methotrexat, etwa bei Krebs oder Schuppenflechte, kann der Methotrexatspiegel im Blut steigen. Die Ärztin oder der Arzt unterbricht die Pantoprazol-Behandlung dann möglicherweise vorübergehend [1, 2].
  • Bluttest auf Chromogranin A: Weil der Magen weniger sauer ist, steigt unter Säurehemmern der Chromogranin-A-Wert im Blut. Erhöhte Werte können Untersuchungen auf neuroendokrine Tumoren beeinflussen. Laut Fachinformation sollte Pantoprazol deshalb mindestens fünf Tage vor der Messung vorübergehend abgesetzt werden. Liegen Chromogranin A und Gastrin nach der ersten Messung nicht im Referenzbereich, werden die Messungen 14 Tage nach dem Absetzen wiederholt [2, 5]. Sagen Sie vor einem geplanten Bluttest, dass Sie Pantoprazol einnehmen [1, 4].
  • Magenspiegelung oder Atemtest: Ist eine Magenspiegelung (Endoskopie) oder ein 13C-Harnstoff-Atemtest geplant, sprechen Sie laut Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [4, 5].

Was sich nach dem Absetzen ändern kann

Unter Pantoprazol steigt der Gastrinwert im Blut. Der Anstieg verläuft laut Fachinformation im Verhältnis zur Säurehemmung und ist umkehrbar; bei einer Langzeitbehandlung verdoppelt sich der Wert meist [2].

Ein schwerer Magnesiummangel wurde selten bei Menschen berichtet, die mindestens 3 Monate, in den meisten Fällen 1 Jahr lang Protonenpumpenhemmer eingenommen hatten. Bei den meisten Betroffenen besserte er sich laut Fachinformation nach Gabe von Magnesium und Absetzen des Mittels, ebenso ein damit verbundener Mangel an Kalzium oder Kalium [2]. Mehr dazu: Nährstoffmangel durch Medikamente.

Nehmen Sie zugleich Phenprocoumon oder Warfarin zur Blutverdünnung, empfiehlt die Fachinformation des rezeptfreien Präparats, die Gerinnungswerte (Prothrombinzeit, INR) nach Beginn und nach Ende der Pantoprazol-Behandlung sowie bei unregelmäßiger Einnahme zu überwachen [5].

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Packungsbeilagen und Fachinformationen von Pantoprazol beschreiben weder Absetzerscheinungen noch eine vermehrte Säurebildung nach dem Absetzen [1, 2, 3, 4, 5, 11]. Die Leitlinie der DGVS nennt zwei Dinge, die nach dem Ende einer Behandlung mit Protonenpumpenhemmern auftreten können: vermehrte Säurebildung und einen Rückfall der Refluxkrankheit [12].

Vermehrte Säurebildung (Säurerebound)

Placebokontrollierte Studien haben laut Leitlinie gezeigt, dass das abrupte Absetzen eines Protonenpumpenhemmers bei gesunden Probanden zu einem Säurerebound mit Magenbeschwerden (dyspeptischen Beschwerden) führen kann. Die Beschwerden können zum Teil Wochen anhalten. Sie betreffen offensichtlich nur Menschen, die nicht mit dem Magenbakterium Helicobacter pylori infiziert sind, und das Risiko steigt mit der Dauer der vorangegangenen Behandlung [12].

Ob ein Säurerebound auch bei Menschen mit Refluxkrankheit klinisch bedeutsam ist, ist laut Leitlinie bisher unklar [12].

Rückkehr der Refluxbeschwerden

Eine Refluxkrankheit bleibt laut IQWiG meist dauerhaft bestehen und tritt in der Regel in Schüben auf: Beschwerdefreie Zeiten wechseln sich mit Zeiten stärkerer Beschwerden ab [14]. Manche Medikamente lindern die Beschwerden laut IQWiG oft nur so lange, wie sie angewendet werden [13]. Laut Leitlinie erleiden die meisten Menschen mit Refluxösophagitis innerhalb der ersten 6 bis 12 Monate nach einer erfolgreichen Akutbehandlung einen Rückfall, der sich an Beschwerden oder bei einer Spiegelung zeigt [12].

Eine große Bevölkerungsstudie aus Norwegen zeigte laut Leitlinie, dass Refluxbeschwerden im langfristigen Verlauf bei einem beträchtlichen Teil der Betroffenen von selbst verschwinden; dazu kann besonders eine Gewichtsabnahme beitragen [12].

Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation als gelegentliche Nebenwirkungen während der Einnahme [1, 2]. Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen sowie schwere oder anhaltende Durchfälle gehören zugleich zu den Zeichen, bei denen Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen [1, 4]. Mehr dazu: Magenbeschwerden und Sodbrennen durch Medikamente.

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Ende fünfzig mit hellbraunem Haar geht nach dem Abendessen entspannt an einem ruhigen Flussufer spazieren
Bild: KI-generiert

Die S2k-Leitlinie der DGVS zur Refluxkrankheit (Stand 03/2023) enthält dazu eine starke Empfehlung mit starkem Konsens: Ist eine Behandlung mit Protonenpumpenhemmern nicht mehr notwendig, soll sie beendet werden. Das kann ausschleichend geschehen, mit einem Mittel bei Bedarf für zwischendurch auftretende Beschwerden (Durchbruchsymptome) [12]. Bei allen, die wegen einer Refluxkrankheit Protonenpumpenhemmer verordnet bekommen, sollte laut Leitlinie regelmäßig überprüft werden, ob die Behandlung noch zwingend nötig ist [12].

Wie das Beenden aussieht, hängt laut Leitlinie von der Erkrankung ab:

  • Einnahme nur bei Bedarf: Nach den Empfehlungen der Leitlinie würde man etwa 90 Prozent der Patientinnen und Patienten im Anschluss an die Akutbehandlung eine Einnahme bei Bedarf empfehlen. Die Behandlung hört dann von selbst auf, wenn sie nicht mehr gebraucht wird [12]. Für die Tabletten mit 20 mg beschreibt die Fachinformation das ebenfalls: Sobald sich Refluxbeschwerden gebessert haben, können erneut auftretende Beschwerden bei Bedarf behandelt werden. Lassen sie sich so nicht ausreichend kontrollieren, sollte ein Wechsel zu einer Dauerbehandlung erwogen werden [11].
  • Leichte Refluxösophagitis: Bei einer leichten Entzündung der Speiseröhre (Los-Angeles-Grad A oder B) scheint ein Auslassversuch laut Leitlinie risikoarm möglich zu sein. Eine Alternative ist der Wechsel zu einer Einnahme bei Bedarf [12].
  • Schwere oder komplizierte Refluxkrankheit: In placebokontrollierten Studien hatten nach erfolgreicher Akutbehandlung nahezu alle Menschen mit schwerer Refluxösophagitis (Los-Angeles-Grad C oder D) innerhalb weniger Wochen einen Rückfall. Bei einer komplizierten Refluxkrankheit mit Blutung oder Verengung der Speiseröhre rät die Leitlinie davon ab, eine erfolgreiche Langzeitbehandlung zu beenden [12].

Eine ideale Form, die Behandlung zu beenden, ist laut Leitlinie bisher nicht belegt. Üblicherweise wird die Dosis schrittweise verringert; wie lange die Abstände zwischen den Schritten sein sollten, ist nicht untersucht. Kehren die Beschwerden nach einem Auslassversuch rasch zurück, ist es laut Leitlinie naheliegend, die Behandlung ausschleichend zu beenden [12]. Ein Umstieg auf H2-Blocker, um den Säurerebound zu umgehen, kann laut Leitlinie nicht empfohlen werden, weil auch diese Säurehemmer nach dem Absetzen mit einer erheblichen Säurehypersekretion (vermehrter Säurebildung) verbunden sind [12]. Wie Ihre Behandlung endet, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Die Empfehlung der Leitlinie betrifft Protonenpumpenhemmer allgemein [12]. Zu einem verwandten Wirkstoff gibt es die Seite Omeprazol absetzen.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Menge ein, sondern zum nächsten Einnahmezeitpunkt Ihre normale Dosis [1, 3, 4]. Die rezeptfreien Tabletten nehmen Sie täglich zur gleichen Zeit vor einer Mahlzeit ein [4].

Was Sie tun können

Diese Fragen helfen, das Gespräch vorzubereiten:

  • Wofür nehme ich Pantoprazol, und ist die Behandlung noch nötig?
  • Kommen für mich ein Auslassversuch, ein schrittweises Beenden oder eine Einnahme nur bei Bedarf infrage?
  • Was tue ich, wenn Sodbrennen oder saures Aufstoßen nach dem Absetzen wiederkommen, und welches Mittel kommt dann bei Bedarf infrage?
  • Sollten vorher oder danach Blutwerte kontrolliert werden, etwa Magnesium oder Leberwerte?
  • Nehme ich Mittel, bei denen nach dem Ende der Pantoprazol-Behandlung Kontrollen nötig sind, etwa Phenprocoumon oder Warfarin?
  • Ist bei mir ein Bluttest auf Chromogranin A, eine Magenspiegelung oder ein Atemtest geplant?
  • Brauche ich den Magenschutz noch, wenn sich meine Behandlung mit Schmerz- oder Rheumamitteln ändert?

Was die Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats gegen Sodbrennen im Alltag nennt, steht auf der Seite Pantoprazol.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Die Packungsbeilagen nennen Zeichen, die auf eine andere, ernstere Erkrankung hinweisen können. Bemerken Sie eines davon, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, vor oder während der Behandlung und laut Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats auch nach der Einnahme; die Zeichen stehen in der Liste unten. Die Ärztin oder der Arzt ordnet dann eventuell Untersuchungen an, um eine bösartige Erkrankung auszuschließen, weil Pantoprazol auch Beschwerden einer Krebserkrankung lindern und ihre Erkennung verzögern kann [1, 4].

Bei Alarmzeichen ist laut Leitlinie stets sofort eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm angezeigt. Zu den Alarmzeichen zählt die Leitlinie auch Appetitlosigkeit und Tumoren des Verdauungstrakts in der Familie, als Hinweis auf eine Blutung auch eine Blutarmut durch Eisenmangel [12]. Halten die Beschwerden trotz Behandlung an, sind laut Fachinformation weitere Untersuchungen in Betracht zu ziehen [2]. Bleibt ein erster Behandlungsversuch bei Refluxbeschwerden erfolglos, soll laut Leitlinie ebenfalls eine Spiegelung erfolgen [12].

Bei Zeichen einer schweren allergischen Reaktion, einer schweren Hautreaktion, einer Gelbfärbung von Haut und Augen oder einer schweren Nierenentzündung sieht die Packungsbeilage vor, keine weiteren Tabletten einzunehmen und sofort die Ärztin oder den Arzt zu informieren oder die Notfallambulanz des nächsten Krankenhauses aufzusuchen [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 20 mg magensaftresistente Tabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm SK 20 mg magensaftresistente Tabletten (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 10.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm SK 20 mg magensaftresistente Tabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 10.10.2026
  6. Embryotox Embryotox: Pantoprazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  7. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Pantoprazol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 20 mg magensaftresistente Tabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 16.10.2026
  9. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation PANTOZOL Control 20 mg magensaftresistente Tabletten (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage. Takeda GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 18.10.2026
  10. Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 20 mg magensaftresistente Tabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 16.10.2026
  11. Leitlinie S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis, Version 3.0 (AWMF-Registernummer 021-013), Online-Fassung, Empfehlungen 3.5 und 4.15 mit Hintergrund. Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Stand 03/2023. abgerufen am 16.10.2026
  12. Wie wird Reflux behandelt?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.07.2024. abgerufen am 16.10.2026
  13. Sodbrennen und Refluxkrankheit. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 31.07.2024. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Pantoprazol einfach absetzen?

Verordnetes Pantoprazol sollen Sie laut Packungsbeilage nicht absetzen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke zu sprechen. Rezeptfreie Tabletten beenden Sie laut Packungsbeilage, sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind; ohne ärztlichen Rat sollten Sie sie nicht länger als 4 Wochen einnehmen. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Pantoprazol absetzen oder ausschleichen?

Ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die Leitlinie der DGVS zur Refluxkrankheit empfiehlt, eine nicht mehr notwendige Behandlung mit Protonenpumpenhemmern zu beenden; das kann ausschleichend geschehen, mit einem Mittel bei Bedarf für Durchbruchsymptome. Eine ideale Form des Beendens ist laut Leitlinie nicht belegt. Kehren die Beschwerden nach einem Auslassversuch rasch zurück, hält die Leitlinie ein ausschleichendes Beenden für naheliegend; wie das bei Ihnen aussieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Welche Symptome können nach dem Absetzen von Pantoprazol auftreten?

Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Pantoprazol nicht. Laut Leitlinie der DGVS kann das abrupte Absetzen eines Protonenpumpenhemmers bei gesunden Probanden zu vermehrter Säurebildung mit Magenbeschwerden führen; ob das bei Menschen mit Refluxkrankheit klinisch bedeutsam ist, ist unklar. Außerdem kann die Erkrankung zurückkehren, gegen die Pantoprazol eingesetzt wurde, etwa Sodbrennen bei einer Refluxkrankheit.

Wie lange dauern die Beschwerden nach dem Absetzen?

Beschwerden durch das Absetzen und damit auch deren Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation von Pantoprazol nicht. Laut Leitlinie der DGVS können Beschwerden durch vermehrte Säurebildung nach dem abrupten Absetzen eines Protonenpumpenhemmers bei gesunden Probanden zum Teil Wochen anhalten; das Risiko steigt mit der Dauer der vorangegangenen Behandlung. Ob das bei Menschen mit Refluxkrankheit klinisch bedeutsam ist, ist unklar. Halten Beschwerden an oder kommen Warnzeichen hinzu, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann ich Pantoprazol nach 2 Wochen absetzen?

Beim rezeptfreien Präparat ist das vorgesehen, sobald Sie vollständig beschwerdefrei sind: Laut Packungsbeilage nehmen Sie es an mindestens 2 bis 3 aufeinanderfolgenden Tagen ein und beenden die Einnahme, wenn die Beschwerden weg sind. Bei täglicher Einnahme ist die rezeptfreie Behandlung laut Arzneimittelverschreibungsverordnung auf höchstens 2 Wochen begrenzt; bessern sich die Beschwerden nach 2 Wochen dauerhafter Einnahme nicht, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Bei verordnetem Pantoprazol hängt die Dauer vom Anwendungsgebiet ab, bei Zwölffingerdarmgeschwüren sind es laut Packungsbeilage in der Regel 2 bis 4 Wochen. Sprechen Sie vor dem Absetzen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Bauchschmerzen, Durchfall oder Übelkeit nach dem Absetzen: Was tun?

Packungsbeilage und Fachinformation nennen Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit als gelegentliche Nebenwirkungen während der Einnahme, nicht als Folge des Absetzens. Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen sowie schwere oder anhaltende Durchfälle gehören zu den Zeichen, bei denen Sie laut Packungsbeilage sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt informieren sollen; die Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats nennt dafür ausdrücklich auch die Zeit nach der Einnahme. Notieren Sie, wann die Beschwerden auftreten, und lassen Sie sie ärztlich abklären.

Muss ich Pantoprazol vor einer Untersuchung absetzen?

Vor einem Bluttest auf Chromogranin A sollte Pantoprazol laut Fachinformation mindestens fünf Tage vorher vorübergehend abgesetzt werden, weil der Wert unter der Behandlung steigt und Untersuchungen auf neuroendokrine Tumoren beeinflussen kann. Ist eine Magenspiegelung oder ein 13C-Harnstoff-Atemtest geplant, sprechen Sie laut Packungsbeilage des rezeptfreien Präparats vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ob und wann Sie Pantoprazol vor einer Untersuchung pausieren, legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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