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Pantoprazol in der Schwangerschaft

Laut Packungsbeilage der verschreibungspflichtigen Tabletten sollten Sie Pantoprazol in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Nutzen für Sie größer einschätzt als das mögliche Risiko für Ihr Kind; die Fachinformation sieht vor, es als Vorsichtsmaßnahme zu vermeiden, und das rezeptfreie Präparat sollten Schwangere nicht einnehmen. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an und nennt Pantoprazol unter anderem bei einer Refluxösophagitis als in der Schwangerschaft einsetzbar. Sind Sie unter der Einnahme schwanger geworden, gilt: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Frau Anfang dreißig mit rotbraunem Haar sitzt in einem hellen Sprechzimmer einer Ärztin gegenüber und hört aufmerksam zu
Bild: KI-generiert

Laut Packungsbeilage der verschreibungspflichtigen Pantoprazol-Tabletten liegen keine ausreichenden Daten zur Anwendung bei Schwangeren vor. Sie sollten das Mittel nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Nutzen für Sie größer einschätzt als das mögliche Risiko für Ihr ungeborenes Kind [1, 3]. Die Fachinformation sieht vor, Pantoprazol in der Schwangerschaft als Vorsichtsmaßnahme zu vermeiden, und die rezeptfreien Tabletten sollten Schwangere nicht einnehmen [2, 4]. Das Beratungszentrum Embryotox der Charité gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an: Zwei Studien mit etwa 600 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen haben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erbracht [6].

Sind Sie unter der Einnahme schwanger geworden, ergeben sich laut Embryotox aus der Anwendung keine Konsequenzen [6]. Wie Pantoprazol wirkt und welche Nebenwirkungen es hat, steht auf der Wirkstoffseite.

Was Packungsbeilage und Fachinformation sagen

Pantoprazol gibt es als verschreibungspflichtige Tabletten mit 20 oder 40 mg und als rezeptfreie, apothekenpflichtige Tabletten mit 20 mg für die kurzzeitige Behandlung von Reflux-Beschwerden bei Erwachsenen [1, 3, 4, 5]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit sagen die Texte der beiden Präparate Unterschiedliches.

Verschreibungspflichtige Tabletten (20 und 40 mg): Die Packungsbeilagen beider Stärken haben hier denselben Wortlaut. Es liegen keine ausreichenden Daten aus der Anwendung von Pantoprazol bei Schwangeren vor. Wenn Sie schwanger sind oder stillen, vermuten, schwanger zu sein, oder planen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat. Einnehmen sollten Sie das Arzneimittel nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt der Ansicht ist, dass der Nutzen für Sie größer ist als das mögliche Risiko für Ihr ungeborenes Kind oder Ihr Baby [1, 3].

Fachinformation der 40-mg-Tabletten: Eine moderate Datenmenge zu schwangeren Frauen, nämlich zwischen 300 und 1.000 Schwangerschaftsausgänge, deutet nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder auf eine schädigende Wirkung von Pantoprazol beim ungeborenen oder neugeborenen Kind (fötale oder neonatale Toxizität) hin. Tierexperimentelle Studien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Als Vorsichtsmaßnahme soll die Anwendung von Pantoprazol während der Schwangerschaft vermieden werden [2].

Was die Tierversuche zeigten: In einer Studie an Ratten rund um Geburt und Säugezeit zeigten die Jungtiere bei einer Belastung von ungefähr dem Doppelten der beim Menschen erreichten Werte unter anderem eine höhere Sterblichkeit und ein verringertes Knochenwachstum. Am Ende einer Erholungsphase waren die Knochenwerte in allen Gruppen ähnlich. Die höhere Sterblichkeit betraf nur Jungtiere vor der Entwöhnung; welche Bedeutung dieser Befund für Kinder hat, ist laut Fachinformation unklar. Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit oder auf Fehlbildungen (teratogene Wirkungen) ergaben die Untersuchungen nicht. Der Übergang über den Mutterkuchen (Plazenta) nahm bei Ratten mit fortschreitender Trächtigkeit zu [2].

Rezeptfreie Tabletten (20 mg): Die Packungsbeilage sagt, dass Sie dieses Arzneimittel nicht einnehmen sollten, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Wenn Sie schwanger sind, stillen, eine Schwangerschaft vermuten oder planen, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [4]. Die zugehörige Fachinformation beschreibt die klinischen Erfahrungen bei Schwangeren als begrenzt. Tierversuche zeigten eine Reproduktionstoxizität, aber keinen Hinweis auf eine eingeschränkte Fruchtbarkeit oder auf Fehlbildungen. Das mögliche Risiko beim Menschen ist danach nicht bekannt, und Pantoprazol sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden [5].

Die Übersicht stellt die Angaben der Packungsbeilagen, der Fachinformationen und der Embryotox-Seite zu Pantoprazol nebeneinander:

Pantoprazol in Schwangerschaft und Stillzeit: die Angaben im Vergleich
QuelleSchwangerschaftStillzeit
Packungsbeilage, verschreibungspflichtige TablettenKeine ausreichenden Daten; nur nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Einschätzung [1, 3]Übergang in die Muttermilch berichtet; nur nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Einschätzung [1, 3]
Fachinformation, 40-mg-TablettenDaten zu 300 bis 1.000 Schwangerschaftsausgängen deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko oder eine schädigende Wirkung beim Kind hin; Reproduktionstoxizität im Tierversuch; als Vorsichtsmaßnahme vermeiden [2]Risiko nicht ausgeschlossen; Stillen und Behandlung abwägen [2]
Rezeptfreie TablettenSollten nicht eingenommen werden [4, 5]Sollten nicht eingenommen werden [4, 5]
EmbryotoxErfahrungsumfang hoch; einsetzbar bei bestimmten Anwendungsgebieten; Ampelfarbe grau [6]Einsetzbar, falls ein Protonenpumpenhemmer erforderlich ist [6]

Einschätzung von Embryotox

Embryotox ist das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité Universitätsmedizin Berlin. Seine Kenntnisse zur Sicherheit von Arzneimitteln in der Schwangerschaft beruhen nach eigener Angabe größtenteils auf der Auswertung klinischer Erfahrungen [6].

Erfahrungsumfang: Embryotox gibt ihn für Pantoprazol mit "hoch" an [6]. Das bedeutet nach der Erläuterung von Embryotox: umfangreiche Erfahrungen oder mehr als 300 systematisch ausgewertete Schwangerschaften. Die Angabe bezieht sich auf Schwangerschaften, in denen das Mittel im ersten Schwangerschaftsdrittel (1. Trimenon) angewendet wurde [13].

Erstes Schwangerschaftsdrittel: Zwei Studien mit etwa 600 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen haben laut Embryotox keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erbracht. Die Daten stammen zum überwiegenden Teil aus einer großen dänischen Registerstudie. Auch für die Gruppe der Protonenpumpenhemmer insgesamt, die Embryotox als sehr gut untersucht bezeichnet, hat sich bisher kein Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gezeigt [6].

Zweites und drittes Schwangerschaftsdrittel, Zeit um die Geburt: Hinweise auf eine schädigende Wirkung der Protonenpumpenhemmer auf das ungeborene Kind (fetotoxische Wirkung) liegen laut Embryotox nicht vor [6].

Empfehlung: Für die Planung einer Behandlung und für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung schreibt Embryotox: Zur Therapie einer Refluxösophagitis (Entzündung der Speiseröhre durch zurückfließende Magensäure), eines Befalls mit dem Bakterium Helicobacter pylori im Rahmen einer Dreifachtherapie oder zur Vorbeugung einer Magenschleimhautentzündung (Gastritisprophylaxe) kann Pantoprazol in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine [6].

Ampel: Embryotox kennzeichnet Pantoprazol mit der Ampelfarbe "grau" und beschreibt es als Medikament, zu dem es widersprüchliche oder noch unzureichende Studienergebnisse gibt [6]. Bei grau gekennzeichneten Mitteln haben laut Erläuterung von Embryotox mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen in der Schwangerschaft kein nennenswertes Risiko für Embryo oder Fötus erkennen lassen; vor dem Gebrauch in der Schwangerschaft ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unbedingt erforderlich. Die Ampel ersetzt nie die ausführlicheren Informationen im Text und darf nicht als alleinige Entscheidungsgrundlage benutzt werden [12].

Andere Mittel: Besser geeignete Alternativen nennt Embryotox auf seiner Seite zu Pantoprazol nicht, dort steht "keine" [6]. Auf der Seite zu Omeprazol, einem anderen Protonenpumpenhemmer, zählt Embryotox Omeprazol zu den Mitteln der Wahl bei Refluxösophagitis und zur Gastritisprophylaxe in der Schwangerschaft; bei der Einnahme mehrerer Arzneimittel sollte laut dieser Seite gegebenenfalls Pantoprazol bevorzugt werden, weil es weniger Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln bedingt [16]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Sodbrennen und Refluxkrankheit in der Schwangerschaft

Beim Sodbrennen brennt es vom Oberbauch oder von hinter dem Brustbein aufsteigend bis zum Hals [17]. Bei der Refluxkrankheit verursacht zurückfließender Mageninhalt störende Beschwerden oder Schäden; typisch sind Sodbrennen und das Hochkommen von Mageninhalt. Ursache ist häufig ein nicht ausreichend schließender Muskel am unteren Ende der Speiseröhre, wozu es laut Embryotox auch in der Schwangerschaft kommen kann. Eine Refluxkrankheit tritt danach bei etwa 30 bis 50 % der Schwangeren auf, wesentlich häufiger als außerhalb der Schwangerschaft; besonders im letzten Drittel kommen Refluxbeschwerden wegen der normalen körperlichen Veränderungen häufig vor [11].

Die Behandlung in der Schwangerschaft richtet sich laut Embryotox oft nach den Beschwerden und wird stufenweise aufgebaut. An erster Stelle stehen Allgemeinmaßnahmen ohne Medikamente. Als Mittel der Wahl bei leichten Refluxbeschwerden nennt Embryotox Antazida, also säurebindende Mittel, zur vorübergehenden Linderung; in der Schwangerschaft angewandt werden können laut Embryotox auch Kombinationen von Antazida mit Alginat [11]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Protonenpumpenhemmer können laut Embryotox in der gesamten Schwangerschaft verordnet werden. Je nach Anwendungsgebiet und Behandlungsdauer nennt Embryotox aus dieser Gruppe Omeprazol oder Pantoprazol als Mittel der Wahl; Omeprazol ist nach Angabe von Embryotox das am besten untersuchte Mittel dieser Gruppe, die Verwendung von Pantoprazol ist ebenfalls möglich [11]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Stillzeit

Frau mit dunkelblondem Haar und ihr Partner gehen am späten Nachmittag langsam einen von Bäumen gesäumten Weg entlang
Bild: KI-generiert

Verschreibungspflichtige Tabletten: Über die Ausscheidung des Wirkstoffs in die Muttermilch wurde laut Packungsbeilage berichtet. Wenn Sie stillen, fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat; einnehmen sollten Sie das Mittel nur, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Nutzen für Sie größer einschätzt als das mögliche Risiko für Ihr Baby [1, 3].

Die Fachinformation ergänzt: Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass Pantoprazol in die Milch ausgeschieden wird. Beim Menschen gibt es dazu nur unzureichende Informationen, über die Ausscheidung in die Muttermilch wurde aber berichtet. Ein Risiko für das Neugeborene oder Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Bei der Entscheidung, ob das Stillen unterbrochen oder die Behandlung mit Pantoprazol unterbrochen beziehungsweise auf sie verzichtet wird, sollten der Nutzen des Stillens für das Kind und der Nutzen der Behandlung für die Mutter berücksichtigt werden [2].

Rezeptfreie Tabletten: Stillende sollten sie laut Packungsbeilage nicht einnehmen [4]. Laut Fachinformation wurden Pantoprazol oder seine Abbauprodukte in der Muttermilch nachgewiesen; die Auswirkungen auf Neugeborene und Säuglinge sind unbekannt, und Pantoprazol sollte während der Stillzeit nicht angewendet werden [5].

Embryotox: Die Erfahrungen beruhen auf 12 Mutter-Kind-Paaren. Auffälligkeiten bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht berichtet und sind wegen des geringen Übergangs in die Muttermilch laut Embryotox auch nicht zu erwarten. Die relative Dosis gibt Embryotox mit 1 % an [6]. Gemeint ist der Anteil an der auf das Körpergewicht bezogenen Tagesdosis der Mutter, den ein voll gestillter Säugling pro Kilogramm Körpergewicht in 24 Stunden mit der Milch erhält [14]. Falls ein Protonenpumpenhemmer erforderlich ist, kann Pantoprazol laut Embryotox in der Stillzeit eingesetzt werden [6].

Stillende Mütter berät Embryotox aus Kapazitätsgründen nicht selbst. Embryotox bittet Stillende, sich an ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt, ihre Gynäkologin oder ihren Gynäkologen, die Hebamme, eine Stillberaterin oder die Apotheke zu wenden; das Fachpersonal können sie auf das Beratungsangebot von Embryotox für Fachkreise hinweisen [15].

Kinderwunsch und Fruchtbarkeit

Zur Fruchtbarkeit (Fertilität) nennen beide Fachinformationen Ergebnisse aus Tierversuchen: Sie ergaben keine Hinweise darauf, dass Pantoprazol die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Daten beim Menschen nennen die Fachinformationen dazu nicht [2, 5].

Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat; das gilt für die verschreibungspflichtigen wie für die rezeptfreien Tabletten [1, 3, 4]. Die oben genannte Empfehlung von Embryotox gilt ausdrücklich auch für die Planung einer Schwangerschaft unter Behandlung [6]. Für Fragen zur Planung einer Schwangerschaft im Zusammenhang mit Medikamenten hat Embryotox einen eigenen Online-Fragebogen "Kinderwunsch" [15].

Was Sie tun können

Schwanger geworden unter Pantoprazol: Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Auch die Packungsbeilage sieht vor, die Tabletten nicht abzusetzen, ohne zuerst mit der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke zu sprechen [1]. Sagen Sie in der Praxis, dass Sie schwanger sind oder es vermuten, und seit wann Sie Pantoprazol einnehmen. Laut Embryotox ergeben sich nach einer Anwendung in der Schwangerschaft keine Konsequenzen [6]. Was Packungsbeilage und Fachinformation allgemein zum Beenden der Behandlung sagen, steht auf der Seite Pantoprazol absetzen.

Beratung durch Embryotox: Embryotox berät kostenlos und bittet bei einer konkreten Schwangerschaft um Einzelheiten einschließlich der verwendeten Medikamente [6]. Die Beratung erfolgt telefonisch; Embryotox bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über einen Online-Fragebogen zu schicken. Es gibt Fragebögen zum Kinderwunsch, zu einer bestehenden und zu einer zurückliegenden Schwangerschaft [15].

Rezeptfreies Pantoprazol: Die rezeptfreien Tabletten sollten Sie in Schwangerschaft und Stillzeit laut Packungsbeilage nicht einnehmen; vor der Einnahme fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat [4]. Was bei Sodbrennen in der Schwangerschaft für Sie infrage kommt, klären Sie in der Praxis oder in der Apotheke.

Fragen für das Gespräch in der Praxis:

  • Wofür nehme ich Pantoprazol, und brauche ich es in der Schwangerschaft oder Stillzeit weiter?
  • Wie lange soll ich es einnehmen, und wann sprechen wir erneut darüber?
  • Welche Maßnahmen ohne Medikamente kommen bei meinen Beschwerden infrage?
  • Ich nehme weitere Arzneimittel: Passen sie zu Pantoprazol?
  • Was gilt, wenn ich nach der Geburt stillen möchte?

Einnahme und Beschwerden notieren: Halten Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch fest, seit wann Sie Pantoprazol in welcher Stärke einnehmen und wann Beschwerden auftreten. Das hilft im Gespräch in der Praxis und beim Fragebogen von Embryotox, der um möglichst genaue Angaben bittet [15].

Nebenwirkungen melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen. Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Manche Beschwerden können laut Packungsbeilage ein Hinweis auf eine andere, ernstere Erkrankung sein. Bemerken Sie sie vor oder während der Behandlung, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie stehen im Kasten unten [1, 4]. Bei unklaren Beschwerden kann laut Embryotox auch in der Schwangerschaft eine Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (Ösophago-Gastro-Duodenoskopie) mit den üblichen vorbereitenden Medikamenten (Prämedikation) durchgeführt werden [11]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 40 mg magensaftresistente Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm 20 mg magensaftresistente Tabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 10.10.2026
  4. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Pantoprazol-ratiopharm SK 20 mg magensaftresistente Tabletten (rezeptfrei). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 10.10.2026
  5. Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm SK 20 mg magensaftresistente Tabletten (apothekenpflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 09/2022. abgerufen am 10.10.2026
  6. Embryotox Embryotox: Pantoprazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  7. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Pantoprazol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  8. Fachinformation Fachinformation Pantoprazol-ratiopharm 20 mg magensaftresistente Tabletten (verschreibungspflichtig). ratiopharm GmbH. Stand 06/2026. abgerufen am 16.10.2026
  9. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation PANTOZOL Control 20 mg magensaftresistente Tabletten (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage. Takeda GmbH. Stand 05/2023. abgerufen am 18.10.2026
  10. Embryotox Embryotox: Refluxkrankheit. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  11. Embryotox Embryotox: Glossar, Erläuterungen zur Ampel. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 14.11.2023 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  12. Embryotox Embryotox: Glossar, Erfahrungsumfang. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  13. Embryotox Embryotox: Glossar, Relative Dosis. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 21.06.2018 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  14. Embryotox Embryotox: Beratung. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand 18.09.2026 (letzte Änderung). abgerufen am 16.10.2026
  15. Embryotox Embryotox: Omeprazol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  16. Behörde Sodbrennen und Refluxkrankheit. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 04.04.2025. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Darf man Pantoprazol in der Schwangerschaft nehmen?

Die Quellen sagen dazu Unterschiedliches. Laut Packungsbeilage der verschreibungspflichtigen Tabletten liegen keine ausreichenden Daten zu Schwangeren vor; Sie sollten Pantoprazol nur einnehmen, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt den Nutzen für Sie größer einschätzt als das mögliche Risiko für Ihr ungeborenes Kind. Die Fachinformation sieht vor, es als Vorsichtsmaßnahme in der Schwangerschaft zu vermeiden, und die rezeptfreien Tabletten sollten Schwangere nicht einnehmen. Laut Embryotox kann Pantoprazol in der Schwangerschaft bei Refluxösophagitis, bei einem Befall mit Helicobacter pylori im Rahmen einer Dreifachtherapie oder zur Vorbeugung einer Magenschleimhautentzündung eingesetzt werden; vor dem Gebrauch ist laut Embryotox eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unbedingt erforderlich.

Spielt es eine Rolle, ob ich im 1., 2. oder 3. Trimester bin?

Embryotox bewertet die Abschnitte getrennt. Für das erste Schwangerschaftsdrittel ergaben zwei Studien mit etwa 600 ausgewerteten Schwangerschaftsverläufen keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko. Für das zweite und dritte Drittel und die Zeit um die Geburt liegen laut Embryotox keine Hinweise auf eine schädigende Wirkung der Protonenpumpenhemmer auf das ungeborene Kind vor. Refluxbeschwerden kommen laut Embryotox besonders im letzten Drittel häufig vor. Protonenpumpenhemmer können nach Angabe von Embryotox in der gesamten Schwangerschaft verordnet werden. Ob die Behandlung für Sie nötig ist, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Ich habe Pantoprazol genommen und bin schwanger. Was nun?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sagen Sie in der Praxis, seit wann Sie Pantoprazol einnehmen. Unter "Konsequenzen nach Anwendung in der Schwangerschaft" steht bei Embryotox: keine. Embryotox berät außerdem kostenlos und bittet darum, die Anfrage nach Möglichkeit vorab über den Online-Fragebogen für eine bestehende Schwangerschaft zu schicken.

Was sagt Embryotox zu Pantoprazol?

Embryotox gibt den Erfahrungsumfang mit "hoch" an, das heißt umfangreiche Erfahrungen oder mehr als 300 systematisch ausgewertete Schwangerschaften. In der Ampel ist Pantoprazol grau gekennzeichnet. Grau bedeutet nach der Erläuterung von Embryotox: Mehr oder weniger umfangreiche Erfahrungen haben kein nennenswertes Risiko für das Ungeborene erkennen lassen, der Erfahrungsumfang kann aber noch unzureichend sein oder Studienergebnisse können sich widersprechen; vor dem Gebrauch in der Schwangerschaft ist eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unbedingt erforderlich. Besser geeignete Alternativen nennt Embryotox auf seiner Seite zu Pantoprazol keine. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Darf ich rezeptfreies Pantoprazol gegen Sodbrennen in der Schwangerschaft nehmen?

Die Packungsbeilage der rezeptfreien Tabletten sagt, dass Sie das Arzneimittel nicht einnehmen sollten, wenn Sie schwanger sind oder stillen, und dass Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat fragen. Auch die zugehörige Fachinformation sieht vor, Pantoprazol in der Schwangerschaft nicht anzuwenden. Was bei Sodbrennen in der Schwangerschaft infrage kommt, klären Sie in der Praxis oder in der Apotheke.

Wie lange und wie oft darf ich Pantoprazol in der Schwangerschaft nehmen?

Eine eigene Dosierung oder Behandlungsdauer für Schwangere nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Dosis und Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Die allgemeinen Angaben der Packungsbeilagen stehen auf der Seite Pantoprazol im Abschnitt zur Dosierung.

Darf ich Pantoprazol in der Stillzeit nehmen?

Laut Embryotox kann Pantoprazol in der Stillzeit eingesetzt werden, falls ein Protonenpumpenhemmer erforderlich ist; Auffälligkeiten bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht berichtet, die Erfahrungen beruhen auf 12 Mutter-Kind-Paaren. Die Fachinformation sieht vor, den Nutzen des Stillens für das Kind und den Nutzen der Behandlung für die Mutter abzuwägen, weil ein Risiko für das Kind nicht ausgeschlossen werden kann. Die rezeptfreien Tabletten sollten Stillende laut Packungsbeilage nicht einnehmen.

Beeinflusst Pantoprazol die Fruchtbarkeit?

In Tierversuchen ergaben sich laut Fachinformation keine Hinweise darauf, dass Pantoprazol die Fruchtbarkeit beeinträchtigt. Daten beim Menschen nennt die Fachinformation dazu nicht. Planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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