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Allopurinol absetzen

Allopurinol ist in der Regel eine Langzeitbehandlung: Laut Packungsbeilage nehmen Sie es regelmäßig und so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es bestimmt, und es wird regelmäßig geprüft, ob die Behandlung weiter nötig ist. Bei Hautausschlag oder anderen Zeichen einer Überempfindlichkeit wird Allopurinol dagegen laut Packungsbeilage sofort abgesetzt, und Sie suchen sofort ärztliche Hilfe. Absetzerscheinungen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Mann Ende sechzig mit kurzem grauem Haar und grauem Vollbart im dunkelgrün karierten Hemd spricht in einer hellen Hausarztpraxis ruhig mit einer Ärztin
Bild: KI-generiert

Die Behandlung mit Allopurinol ist laut Packungsbeilage in der Regel über einen längeren Zeitraum erforderlich. Sie nehmen das Mittel regelmäßig und so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es bestimmt. Bei den regelmäßigen Kontrollen wird auch geprüft, ob die Behandlung weiter nötig ist [1]. Absetzerscheinungen und ein Schema zum Ausschleichen nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2].

Sofort abgesetzt wird Allopurinol laut Packungsbeilage, wenn ein Hautausschlag oder andere Zeichen einer Überempfindlichkeit auftreten [1]. Laut S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie sollte eine schon begonnene harnsäuresenkende Behandlung dagegen nicht wegen eines erneuten Gichtanfalls unterbrochen werden; wie bei einem Anfall vorgegangen wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [11].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Einen Abschnitt zum Abbrechen der Einnahme enthält die Packungsbeilage von Allopurinol-ratiopharm nicht. Sie beschreibt eine Langzeitbehandlung mit laufender Überwachung: Die Harnsäurewerte werden wiederholt und regelmäßig kontrolliert, es wird auf Nebenwirkungen geachtet und geprüft, ob die Behandlung fortgesetzt werden muss. Haben Sie den Eindruck, dass Allopurinol zu stark oder zu schwach wirkt, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1].

Die Fachinformation macht die Dauer von der Grunderkrankung abhängig. Bei Gicht, bei primär erhöhter Harnsäure (primäre Hyperurikämie) und zur Verhinderung von Calciumoxalat- und Harnsäuresteinen ist in den meisten Fällen eine Dauerbehandlung erforderlich. Ist die Harnsäure nur als Folge einer anderen Ursache erhöht, etwa bei starkem Zellzerfall während einer Strahlen- oder Chemotherapie (sekundäre Hyperurikämie), wird eine vorübergehende Behandlung für die Dauer der erhöhten Werte empfohlen [1, 2]. Mehr dazu: Nierensteine.

Hautausschlag und Überempfindlichkeit

Hautreaktionen sind laut Fachinformation die häufigste beobachtete Nebenwirkung von Allopurinol (ca. 4 Prozent) und können zu jedem Zeitpunkt der Behandlung auftreten [2]. Sie können sich durch Hautjucken bemerkbar machen, eventuell mit Knötchen, Schuppung, punktförmigen bis flächigen Hautblutungen und selten mit Abschälen der Haut. Dann ist Allopurinol laut Packungsbeilage sofort abzusetzen und die Ärztin oder der Arzt aufzusuchen, weil schwere Überempfindlichkeitsreaktionen auftreten können [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Sagen Sie dabei, dass Sie Allopurinol einnehmen [1].

Das höchste Risiko für schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom und die toxische epidermale Nekrolyse besteht in den ersten Behandlungswochen [1, 2]. Der Verlauf solcher Überempfindlichkeitsreaktionen hängt laut Fachinformation maßgeblich davon ab, wie früh sie erkannt und alle verdächtigen Arzneimittel abgesetzt werden; ein frühes Absetzen verbessert die Prognose [2]. Für die Ärztin oder den Arzt gilt laut Fachinformation [2]:

  • Bei Anzeichen eines Stevens-Johnson-Syndroms oder einer toxischen epidermalen Nekrolyse, etwa einem fortschreitenden Hautausschlag, oft mit Blasen oder Veränderungen der Schleimhäute, muss die Behandlung sofort beendet werden.
  • Tritt zu irgendeinem Zeitpunkt eine Überempfindlichkeitsreaktion mit Beteiligung mehrerer Organe auf (DRESS, unter anderem mit Fieber, Hautausschlag und auffälligen Leberwerten), muss Allopurinol sofort und dauerhaft abgesetzt werden.
  • Nach einem DRESS, einem Stevens-Johnson-Syndrom oder einer toxischen epidermalen Nekrolyse darf Allopurinol nie wieder gegeben werden.
  • Nach dem Abklingen leichter Hauterscheinungen kann die Behandlung mit einer niedrigen Dosis wieder aufgenommen und diese bei Bedarf langsam erhöht werden. Tritt der Ausschlag erneut auf, sollte Allopurinol ganz abgesetzt werden.

Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen und Hautausschlag durch Medikamente.

Wer besonders auf erste Zeichen achten soll

Schwere Hautreaktionen können laut Packungsbeilage bei Menschen, die von Han-Chinesen, Thailändern oder Koreanern abstammen, häufiger auftreten; eine chronische Nierenerkrankung kann das Risiko bei ihnen möglicherweise weiter erhöhen [1]. Laut Fachinformation steht das Erbmerkmal HLA-B*5801 mit dem Risiko für schwere Überempfindlichkeits- und Hautreaktionen unter Allopurinol in Verbindung. Es kommt bei bis zu 20 Prozent der Han-Chinesen vor, bei 8 bis 15 Prozent der Thailänder, bei etwa 12 Prozent der Koreaner und bei 1 bis 2 Prozent der Menschen japanischer oder europäischer Abstammung. In Gruppen, in denen es häufig vorkommt, sollte vor Behandlungsbeginn ein Test erwogen werden; bei anderen Bevölkerungsgruppen ist der Test nicht etabliert [2]. Ein Stevens-Johnson-Syndrom oder eine toxische epidermale Nekrolyse kann laut Fachinformation auch bei Menschen ohne dieses Erbmerkmal auftreten, unabhängig von ihrer Herkunft [2].

Ist bekannt, dass jemand Träger von HLA-B*5801 ist, sollte Allopurinol laut Fachinformation nur angewendet werden, wenn keine sinnvollen anderen Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen und der Nutzen die Risiken übersteigt. Bei Trägern und bei chronisch eingeschränkter Nierenfunktion wird laut Fachinformation besonders auf Zeichen einer Überempfindlichkeit geachtet. Die Betroffenen werden darüber informiert, die Behandlung bei den ersten Anzeichen sofort abzubrechen [2]. Mehr dazu: Niereninsuffizienz.

Schwangerschaft und Stillzeit

Allopurinol sollte laut Packungsbeilage in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, weil es keine ausreichenden Erfahrungen beim Menschen gibt; die Fachinformation macht eine Ausnahme, wenn die Anwendung eindeutig erforderlich ist. Bei einer ungeplanten Schwangerschaft sollte im ersten Schwangerschaftsdrittel eine Ultraschalluntersuchung erfolgen, um eine normale Entwicklung des Kindes zu bestätigen. Allopurinol geht in die Muttermilch über; in der Stillzeit wird es nicht empfohlen [1, 2]. Werden Sie unter der Einnahme schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Packungsbeilage und Fachinformation beschreiben keine Beschwerden, die durch das Absetzen von Allopurinol selbst entstehen. Ob nach dem Absetzen Gichtanfälle auftreten oder wie sich die Harnsäure danach entwickelt, sagen sie ebenfalls nicht [1, 2].

Was sich zurückbilden kann

Eine sehr seltene Erkrankung der Lymphknoten (angioimmunoblastische Lymphadenopathie) verschwand laut Packungsbeilage nach dem Absetzen wieder [1, 2]. In Einzelfällen beobachtete Erhöhungen bestimmter Leberwerte (Transaminasen und alkalische Phosphatase) waren laut Fachinformation umkehrbar [2].

Gichtanfälle zu Beginn der Behandlung

Gichtanfälle beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nur für den Beginn der Behandlung: Dann können akute Anfälle ausgelöst werden, weil sich größere Harnsäureablagerungen im Körper lösen. Deshalb kommt während der ersten 4 Behandlungswochen eine vorbeugende Gabe von Schmerzmitteln oder Colchicin in Betracht. Liegt ein akuter Gichtanfall vor, sollte mit Allopurinol erst nach dessen vollständigem Abklingen begonnen werden [1, 2]. Mehr dazu: Erhöhte Harnsäure und Gicht.

Die Grunderkrankung

Die S3-Leitlinie gibt dazu eine Empfehlung der britischen NICE-Leitlinie wieder: Menschen mit einem ersten Gichtanfall sollten unter anderem erfahren, dass Gicht eine lebenslange Erkrankung ist, die von einer langfristigen harnsäuresenkenden Behandlung profitiert [11]. Laut IQWiG müssen harnsäuresenkende Medikamente über Jahre eingenommen werden und haben manchmal Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen; die Entscheidung für eine solche Behandlung ist deshalb auch eine persönliche [12].

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Anfang siebzig mit weißem Haar im ockerfarbenen Pullover geht an einem klaren Herbstmorgen mit Wanderstöcken einen Waldweg entlang
Bild: KI-generiert

Ein Ausschleichen, also ein schrittweises Verringern der Dosis vor dem Absetzen, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Ob und wann die Behandlung endet, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Die S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Gicht (Version 2.1, gültig bis voraussichtlich 2029) gibt dafür diese Hinweise [11]:

  • Gemeinsam entscheiden: Ärztinnen und Ärzte sollen über Therapieziele und Behandlungsmöglichkeiten informieren und möglichst gemeinsam mit den Betroffenen entscheiden, wenn diese das wünschen [11].
  • Längerfristige Behandlung erklären: Die harnsäuresenkende Behandlung ist laut Leitlinie längerfristig angelegt. Das muss den Betroffenen erklärt werden, auch damit eine begonnene Behandlung nicht vorzeitig aus Frust abgebrochen wird [11].
  • Beenden nach längerer Beschwerdefreiheit: Bei Beschwerdefreiheit über einen längeren Zeitraum und normalen Harnsäurewerten kann die Behandlung nach ärztlichem Ermessen und in gemeinsamer Entscheidung wieder beendet werden. Wann eine harnsäuresenkende Behandlung beendet werden kann, zählt die Leitlinie zugleich zu den wichtigen Forschungsfragen [11].
  • Bei einem erneuten Gichtanfall: Eine bereits begonnene harnsäuresenkende Behandlung sollte nicht wegen eines erneuten Gichtanfalls unterbrochen werden, weil Schwankungen des Harnsäurespiegels wiederum Gichtanfälle begünstigen können. Ein akuter Anfall soll zeitnah behandelt werden; welches Mittel infrage kommt, richtet sich unter anderem nach den übrigen Medikamenten und Erkrankungen (starke Empfehlung) [11].

Ob die Behandlung bei Ihnen fortgesetzt, angepasst oder beendet wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen fest. Mehr zur Gruppe: Gichtmittel.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie laut Packungsbeilage nicht die doppelte Menge ein [1]. Die Tabletten werden unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit nach einer Mahlzeit eingenommen, möglichst immer zur gleichen Tageszeit [1].

Was Sie tun können

Diese Fragen helfen, das Gespräch vorzubereiten:

  • Wofür nehme ich Allopurinol, und ist bei mir eine Dauerbehandlung oder nur eine vorübergehende Behandlung vorgesehen?
  • Wie sind meine Harnsäurewerte, und wann kontrollieren wir sie wieder?
  • Kommt für mich irgendwann ein Beenden der Behandlung infrage, und unter welchen Bedingungen?
  • Was tue ich bei einem Gichtanfall, und welches Mittel kommt dann für mich infrage?
  • Auf welche Hautveränderungen muss ich achten, und gehöre ich zu einer Gruppe mit höherem Risiko für schwere Hautreaktionen?
  • Muss die Dosis wegen meiner Nierenwerte angepasst werden?

Eine Vorlage für Ihre Fragen bietet das Werkzeug Fragen für das Arztgespräch.

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Sie können Nebenwirkungen auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Haut und Allgemeinbefinden: Schwere Hautreaktionen werden laut Packungsbeilage oft von grippeähnlichen Beschwerden mit Kopfschmerzen, Fieber und Gliederschmerzen begleitet; der Ausschlag kann zu großflächigen Blasen oder einer Ablösung der Haut führen. Bei Hautausschlag oder anderen Hautveränderungen beenden Sie die Anwendung und suchen sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf [1]. Hatten Sie bereits eine schwere Hautreaktion unter Allopurinol, dürfen Sie es nie wieder einnehmen [1, 2].

Welche Nummer: In lebensbedrohlichen Fällen, etwa bei schwerer Atemnot, Bewusstlosigkeit oder akuten, anhaltenden stärksten Schmerzen, alarmieren Sie laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung den Rettungsdienst unter 112. Sind die Praxen geschlossen und kann die Behandlung nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [13]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Allopurinol-ratiopharm 100 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Allopurinol-ratiopharm 100 mg/300 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Allopurinol-ratiopharm 300 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 10.10.2026
  4. Leitlinie Diagnostik und Therapie der Gicht. S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) und beteiligter Fachgesellschaften, Version 2.1 (AWMF-Register-Nr. 060-005), Z Rheumatol 2025;84(Suppl 2):S51-S81, Abschnitte 4.1, 4.2.1 und 4.2.3, Empfehlung 3.1, Abschnitt Forschungsfragen. Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh). Stand Version 2.1, gültig ab 24.08.2024 bis voraussichtlich 26.08.2029. abgerufen am 16.10.2026
  5. Wann ist bei Gicht eine langfristige Behandlung mit Medikamenten sinnvoll?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.01.2022. abgerufen am 16.10.2026
  6. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "116117 oder 112?"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Allopurinol einfach absetzen?

Einen Abschnitt zum Abbrechen der Einnahme enthält die Packungsbeilage nicht. Sie sieht vor, Allopurinol regelmäßig und so lange einzunehmen, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es bestimmt; bei den regelmäßigen Kontrollen wird geprüft, ob die Behandlung weiter nötig ist. Eine Ausnahme sind Hautausschlag und andere Zeichen einer Überempfindlichkeit: Dann wird Allopurinol sofort abgesetzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Allopurinol absetzen oder ausschleichen?

Ein Ausschleichen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht, und sie nennen keine Absetzerscheinungen. Laut S3-Leitlinie zur Gicht kann eine harnsäuresenkende Behandlung bei längerer Beschwerdefreiheit und normalen Harnsäurewerten nach ärztlichem Ermessen und in gemeinsamer Entscheidung beendet werden. Wie das bei Ihnen geschieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Soll ich Allopurinol bei einem Gichtanfall absetzen?

Ob die Behandlung bei einem Gichtanfall unterbrochen wird, sagen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; mit einer neuen Behandlung sollte laut Packungsbeilage erst begonnen werden, wenn ein akuter Anfall vollständig abgeklungen ist. Laut S3-Leitlinie sollte eine bereits begonnene harnsäuresenkende Behandlung nicht wegen eines erneuten Gichtanfalls unterbrochen werden, weil Schwankungen des Harnsäurespiegels wiederum Gichtanfälle begünstigen können; ein akuter Anfall soll zeitnah behandelt werden. Wie es bei Ihnen weitergeht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Sprechen Sie bei einem Anfall rasch mit ihr oder ihm.

Was passiert, wenn man Allopurinol absetzt?

Beschwerden, die durch das Absetzen selbst entstehen, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht; ob danach Gichtanfälle auftreten, sagen sie ebenfalls nicht. Wann eine harnsäuresenkende Behandlung beendet werden kann, zählt die S3-Leitlinie zur Gicht zu den wichtigen Forschungsfragen. Ob und wann Allopurinol bei Ihnen beendet wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Darf ich Allopurinol nach einem Hautausschlag wieder nehmen?

Das entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Laut Fachinformation kann die Behandlung nach dem Abklingen leichter Hauterscheinungen mit einer niedrigen Dosis wieder aufgenommen werden, die bei Bedarf langsam erhöht wird. Tritt der Ausschlag erneut auf, sollte Allopurinol ganz abgesetzt werden. Nach einer schweren Hautreaktion wie dem Stevens-Johnson-Syndrom, der toxischen epidermalen Nekrolyse oder einem DRESS darf es nie wieder gegeben werden.

Wie lange muss man Allopurinol nehmen?

Die Dauer richtet sich laut Fachinformation nach der Grunderkrankung. Bei Gicht, primär erhöhter Harnsäure und zur Verhinderung von Harnsäure- und Calciumoxalatsteinen ist in den meisten Fällen eine Dauerbehandlung erforderlich. Bei einer sekundären Hyperurikämie, etwa durch Zellzerfall während einer Chemotherapie, wird eine vorübergehende Behandlung für die Dauer der erhöhten Werte empfohlen. Die Dauer bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Muss ich Allopurinol vor einer OP absetzen?

Eine Pause vor Operationen sehen Packungsbeilage und Fachinformation nicht vor. Ob Allopurinol um einen Eingriff herum weiter eingenommen wird, legt das Behandlungsteam fest. Nennen Sie im Vorgespräch alle Medikamente, die Sie nehmen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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