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Metamizol und Alkohol

Laut Packungsbeilage sollten Sie während der Anwendung von Metamizol möglichst keinen Alkohol trinken. Reagieren Sie schon auf geringe Mengen Alkohol mit Niesen, Augentränen und starker Gesichtsrötung, kann das ein Hinweis auf eine bisher nicht erkannte Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmitteln sein; die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen auf Metamizol ist dann deutlich erhöht. Eine Wartezeit oder eine Alkoholmenge ohne Risiko nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.

Frau Anfang fünfzig mit schulterlangem kastanienbraunem Haar in senfgelber Strickjacke sitzt in einem hellen Raum mit einer anderen Person am Esstisch und hält lächelnd ein Glas Mineralwasser mit Limette
Bild: KI-generiert

Die Packungsbeilage von Metamizol rät, während der Anwendung möglichst keinen Alkohol zu trinken; eine Begründung nennt sie an dieser Stelle nicht [1]. Außerdem geht sie auf eine Alkoholunverträglichkeit ein: Niesen, Augentränen und starke Gesichtsrötung schon bei geringen Mengen Alkohol können ein Hinweis auf eine bisher nicht erkannte Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmitteln sein. Bei einer Alkoholunverträglichkeit ist die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen auf Metamizol deutlich erhöht [1, 2]. Eine Alkoholmenge ohne Risiko und einen festen zeitlichen Abstand zwischen beidem nennen weder Packungsbeilage noch Fachinformation [1, 2].

Grundlage sind Packungsbeilage und Fachinformation von Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten [1, 2]. Novaminsulfon ist ein anderer Name für Metamizol; unter anderem Analgin, Berlosin und Novalgin enthalten den Wirkstoff [3]. Metamizol ist in Deutschland verschreibungspflichtig, maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats [2, 6].

Was die Packungsbeilage zu Alkohol sagt

Alkohol kommt in der Packungsbeilage an drei Stellen vor, alle in Abschnitt 2 [1]:

  • Einnahme zusammen mit Alkohol: Während der Anwendung sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken [1].
  • Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen: Die Alkoholunverträglichkeit steht in der Liste der Umstände, bei denen die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen auf Metamizol deutlich erhöht ist. Gemeint sind Niesen, Augentränen und starke Gesichtsrötung schon bei geringen Mengen Alkohol. Das kann ein Hinweis auf eine bisher nicht erkannte Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmitteln sein [1].
  • Verkehrstüchtigkeit: Zumindest bei höheren Dosierungen sollten Sie vorsichtshalber eine Beeinträchtigung in Betracht ziehen und auf das Bedienen von Maschinen, das Führen von Fahrzeugen und sonstige gefahrvolle Tätigkeiten verzichten, insbesondere wenn Sie Alkohol zu sich genommen haben [1].

Die Packungsbeilage der Tropfen von Novaminsulfon-ratiopharm enthält dieselben drei Hinweise [11]. Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte nennt Alkohol an zwei Stellen: die Alkoholintoleranz in Abschnitt 4.4 und das Zusammenwirken mit Alkohol bei der Verkehrstüchtigkeit in Abschnitt 4.7. In Abschnitt 4.5, der Liste der Wechselwirkungen, kommt Alkohol nicht vor [2]. Den Rat, möglichst keinen Alkohol zu trinken, gibt nur die Packungsbeilage [1, 2].

Grundsätzlich rät das Portal Kenn dein Limit des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), in der Packungsbeilage nachzulesen oder sich in Arztpraxis oder Apotheke zu informieren, ob Medikamente und Alkohol infrage kommen [12].

Warum Alkohol und Metamizol sich beeinflussen können

Wie Alkohol und Metamizol im Körper zusammenwirken, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Die Fachinformation ordnet aber den Hinweis auf die Alkoholunverträglichkeit ein: Eine solche Alkoholintoleranz kann ein Hinweis auf ein bisher nicht erkanntes Analgetika-Asthma-Syndrom sein [2].

Gemeint ist eine Unverträglichkeit von Schmerzmitteln. Betroffene reagieren auf Mittel wie Salicylate, Paracetamol, Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin oder Naproxen mit einer krampfartigen Verengung der unteren Atemwege oder mit anderen Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht mit Juckreiz und Quaddeln, Schnupfen oder Schwellungen. Wer eine solche Unverträglichkeit hat (Analgetika-Asthma-Syndrom oder Analgetika-Intoleranz vom Urtikaria-Angioödemtyp), darf Metamizol nicht einnehmen [1, 2]. Bei Menschen mit Analgetika-Asthma-Syndrom äußern sich Überempfindlichkeitsreaktionen typischerweise als Asthmaanfälle [1, 2]. Mehr dazu: Asthma und Arzneimittelallergie.

Vor der Gabe von Metamizol muss laut Fachinformation nach solchen Risiken gefragt werden [2]. Bei Menschen mit erhöhtem Risiko für Überempfindlichkeitsreaktionen darf Metamizol nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko eingesetzt werden. Wird es in solchen Fällen gegeben, müssen sie engmaschig ärztlich überwacht werden, und Notfallbereitschaft muss sichergestellt sein [1, 2].

Welche Risiken die Quellen nennen

Mann Mitte vierzig mit kurzem hellbraunem Haar im blau-weiß gestreiften Pullover spricht im hellen Sprechzimmer mit einer Ärztin im weißen Kittel und einer weiteren Frau im mintgrünen Oberteil, beide mit zurückgebundenem braunem Haar
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Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen

Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen (anaphylaktoide oder anaphylaktische Reaktionen) sind unter Metamizol selten, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten [1, 2]. Typische Anzeichen leichterer Reaktionen sind laut Packungsbeilage Augenbrennen, Husten, laufende Nase, Niesen, Engegefühl in der Brust, Hautrötung insbesondere an Gesicht und Kopf, Nesselsucht und Schwellungen im Gesicht, seltener Übelkeit und Bauchkrämpfe. Als spezielle Warnzeichen nennt sie Brennen, Jucken und Hitzegefühl auf und unter der Zunge und insbesondere auf Handflächen und Fußsohlen [1]. Leichtere Reaktionen können in schwerere Formen übergehen: starke Nesselsucht, schwere Schwellungen (Angioödem) auch im Kehlkopfbereich, eine schwere krampfartige Verengung der unteren Atemwege, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Blutdruckabfall (manchmal nach vorausgehendem Blutdruckanstieg), Bewusstlosigkeit und Kreislaufschock [1].

Solche Reaktionen können sich laut Fachinformation unmittelbar nach der Einnahme, aber auch Stunden später entwickeln; überwiegend treten sie in der ersten Stunde nach der Gabe auf. Sie können insbesondere nach einer Injektion auftreten und schwerwiegend und lebensbedrohlich sein, in manchen Fällen mit tödlichem Ausgang. Auch wer Metamizol früher ohne Komplikationen bekommen hat, kann sie entwickeln [2]. Ein anaphylaktischer Schock kann laut Packungsbeilage insbesondere bei empfindlichen Menschen auftreten; besondere Vorsicht ist bei Asthma oder einer Veranlagung zu Überempfindlichkeitsreaktionen geboten [1]. Packungsbeilage und Fachinformation nennen die Alkoholunverträglichkeit als einen der Umstände, bei denen die Gefahr solcher Reaktionen deutlich erhöht ist; dass Alkohol selbst eine solche Reaktion auslöst, steht dort nicht [1, 2].

Fahrtüchtigkeit

Im empfohlenen Dosisbereich ist laut Packungsbeilage und Fachinformation keine Beeinträchtigung von Konzentration und Reaktionsvermögen bekannt. Zumindest bei höheren Dosierungen sollte vorsichtshalber eine Beeinträchtigung in Betracht gezogen werden; das gilt laut Fachinformation besonders im Zusammenwirken mit Alkohol [1, 2]. Was in Ihrem Fall als höhere Dosierung gilt, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Für Alkohol allein gilt laut Kenn dein Limit: Schon geringe Mengen wirken sich fatal auf die Fahrtüchtigkeit aus, deshalb gilt die Regel "kein Alkohol im Straßenverkehr", auch mit dem Fahrrad oder dem E-Scooter [14]. Mehr dazu: Medikamente und Autofahren.

Leber

Unter Metamizol wurde über Leberentzündungen berichtet; die Beschwerden begannen wenige Tage bis wenige Monate nach Beginn der Behandlung [1, 2]. Ein arzneimittelbedingter Leberschaden mit akuter Leberentzündung (Hepatitis), Gelbfärbung von Haut oder Augenweiß und erhöhten Leberenzymen steht in der Packungsbeilage mit nicht bekannter Häufigkeit [1, 2]. Die meisten Betroffenen erholten sich laut Fachinformation nach dem Absetzen; in Einzelfällen wurde über ein Fortschreiten bis zum akuten Leberversagen berichtet, das eine Lebertransplantation nötig machte [2]. Auf das Risiko wies ein Rote-Hand-Brief vom 15.12.2020 hin; danach ist es sehr wichtig, einen möglichen Leberschaden frühzeitig zu erkennen [5]. Mehr dazu: Erhöhte Leberwerte durch Medikamente.

Alkohol nennen Packungsbeilage, Fachinformation und Rote-Hand-Brief in diesem Zusammenhang nicht [1, 2, 5]. Bei verringerter Leberfunktion sollte Metamizol nur nach strenger Abwägung von Nutzen und Risiko und mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen angewendet werden. Wer früher unter einem metamizolhaltigen Arzneimittel Leberprobleme hatte, sollte es nicht einnehmen [1, 2].

Blutdruck und Magen-Darm-Trakt

Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, sinkt unter Metamizol der Blutdruck, ohne dass andere Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion auftreten; nur in seltenen Fällen führt das zu einem schweren Blutdruckabfall. Typische Anzeichen eines starken Blutdruckabfalls sind Herzrasen, Blässe, Zittern, Schwindel, Übelkeit und Ohnmacht [1]. Die Gefahr ist erhöht bei niedrigem Blutdruck, deutlichem Flüssigkeitsmangel, Kreislaufschwäche, beginnendem Kreislaufversagen und hohem Fieber [1, 2]. Alkohol steht nicht in dieser Aufzählung [1, 2]. Mehr dazu: Niedriger Blutdruck durch Medikamente.

Magen-Darm-Blutungen nennt die Packungsbeilage mit nicht bekannter Häufigkeit; laut Fachinformation wurden Fälle berichtet [1, 2]. Einen Zusammenhang mit Alkohol stellen beide Dokumente nicht her [1, 2]. Mehr dazu: Blutungen und Blutbildveränderungen.

Was die Quellen zu einzelnen Gruppen sagen

  • Menschen mit Asthma, länger anhaltender Nesselsucht oder Überempfindlichkeit gegen Farb- oder Konservierungsstoffe: Wie bei einer Alkoholunverträglichkeit ist bei ihnen die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen auf Metamizol deutlich erhöht. Beim Asthma gilt das insbesondere zusammen mit Nasenpolypen oder Entzündungen von Nase und Nebenhöhlen [1, 2].
  • Menschen, die Metamizol-Tropfen anwenden: Die Tropfen von Novaminsulfon-ratiopharm enthalten laut Packungsbeilage Benzylalkohol und Propylenglycol als sonstige Bestandteile; Ethanol steht nicht in der Liste. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen. Wer schwanger ist, stillt oder eine Leber- oder Nierenerkrankung hat, fragt vor der Anwendung Ärztin, Arzt oder Apotheke, weil sich große Mengen Benzylalkohol im Körper anreichern und Nebenwirkungen verursachen können (metabolische Azidose) [11]. Unter den Bestandteilen der Tabletten nennt die Packungsbeilage keinen Alkohol [1].

Was Sie tun können

Während der Anwendung möglichst keinen Alkohol trinken. Das ist der Rat der Packungsbeilage [1]. Kenn dein Limit empfiehlt allgemein, Alkohol ganz wegzulassen, wenn man krank ist und Medikamente einnimmt [13]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Alkohol.

Eine Unverträglichkeit vorher ansprechen. Reagieren Sie schon auf wenig Alkohol mit Niesen, tränenden Augen und starker Gesichtsrötung, oder haben Sie auf Schmerzmittel schon einmal mit Atemnot, Nesselsucht oder Schwellungen reagiert, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2].

Metamizol nicht eigenmächtig weglassen. Eine Einnahmepause wegen Alkohol sehen Packungsbeilage und Fachinformation nicht vor [1, 2]. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Wenn Sie schon getrunken haben. Was nach einer einzelnen Kombination zu erwarten ist, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Für Alkohol allein gilt laut Kenn dein Limit die Regel "kein Alkohol im Straßenverkehr" [14]. Die Packungsbeilage rät zumindest bei höheren Dosierungen, auf Autofahren, das Bedienen von Maschinen und gefahrvolle Tätigkeiten zu verzichten, insbesondere nach Alkohol [1]. Ob und wann Sie die nächste Dosis nehmen, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke. Bei Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion holen Sie sofort ärztliche Hilfe (siehe unten).

Fragen für das Gespräch in Arztpraxis oder Apotheke:

  • Kann meine Reaktion auf Alkohol auf eine Unverträglichkeit von Schmerzmitteln hinweisen?
  • Wie wichtig ist der Verzicht auf Alkohol in meinem Fall, und für wie lange?
  • Gilt meine Dosis als höhere Dosierung, bei der ich nicht Auto fahren sollte?
  • Muss ich wegen meiner Leber etwas beachten?
  • Woran erkenne ich eine Agranulozytose oder eine allergische Reaktion, und was tue ich dann?
  • Vertragen sich meine anderen Medikamente mit Metamizol?

Hilfe bei Problemen mit Alkohol. Möchten Sie fachliche Hilfe bei einem Alkoholproblem, kann laut Kenn dein Limit auch Ihre hausärztliche Praxis weiterhelfen. Das Infotelefon des BIÖG zur Suchtvorbeugung ist unter 0221 892031 erreichbar, montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Suchtberatungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie über das Suchthilfeverzeichnis der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS); die Beratung dort ist kostenlos [16]. Mehr dazu: Alkoholabhängigkeit.

Nebenwirkungen melden. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Zeichen einer schweren Überempfindlichkeitsreaktion. Bei Brennen, Jucken und Hitzegefühl auf und unter der Zunge oder auf Handflächen und Fußsohlen, bei Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht oder im Kehlkopfbereich, Atemnot, Herzrasen, Blutdruckabfall oder Bewusstlosigkeit nehmen Sie Metamizol laut Packungsbeilage nicht weiter ein und suchen umgehend eine Ärztin oder einen Arzt auf; möglicherweise brauchen Sie dringend medizinische Hilfe [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Laut IQWiG ist es wichtig, schon bei ersten leichteren Beschwerden einer anaphylaktischen Reaktion die Notfallnummer 112 zu wählen und mitzuteilen, dass es sich vermutlich um eine Anaphylaxie handelt [17].

Zeichen einer Agranulozytose. Gleich zu Beginn warnt die Packungsbeilage vor der Agranulozytose, einer zu niedrigen Zahl bestimmter weißer Blutkörperchen, die zu schweren und lebensbedrohlichen Infektionen führen kann. Bei Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder schmerzhaften wunden Stellen in Nase, Mund und Rachen oder im Genital- oder Analbereich dürfen Sie Metamizol nicht mehr einnehmen und müssen sofort eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [1]. Laut Rote-Hand-Brief vom 09.12.2024 müssen Patientinnen und Patienten jederzeit auf diese Zeichen achten, weil sie zu jedem Zeitpunkt der Behandlung und auch kurz nach ihrem Ende auftreten können [4].

Kaum ansprechbar oder bewusstlos. Wichtige Zeichen einer schweren Alkoholvergiftung sind laut Kenn dein Limit, dass eine alkoholisierte Person kaum noch ansprechbar ist oder das Bewusstsein verliert. Dann bringen Sie die Person in die stabile Seitenlage, rufen den Notruf 112 und lassen sie nicht allein [15]. Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung, schwere Atemnot und Vergiftungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für die Notrufnummer 112 [18].

Zu viel eingenommen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung informieren Sie laut Packungsbeilage sofort eine Ärztin oder einen Arzt. Mögliche Zeichen sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Schwindel, Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit, Krämpfe, Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufversagen und Herzrasen [1]. Nummern für den Notfall finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Weitere Warnzeichen laut Packungsbeilage zeigt die Übersicht [1]:

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 11/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Metamizol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Metamizolhaltige Arzneimittel, Wichtige Maßnahmen zur Minimierung der schwerwiegenden Folgen des bekannten Risikos für Agranulozytose. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 09.12.2024. abgerufen am 10.10.2026
  5. Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Metamizol, Risiko für arzneimittelbedingten Leberschaden. Zulassungsinhaber metamizolhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM. Stand 15.12.2020. abgerufen am 10.10.2026
  6. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Metamizol. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). abgerufen am 10.10.2026
  7. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg/ml Tropfen (Versionscode Z19). ratiopharm GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 16.10.2026
  8. Behörde Medikamente und Alkohol: Keine gute Idee für die Gesundheit. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  9. Behörde Häufige Fragen zum Thema Alkohol. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  10. Behörde Alkohol am Steuer. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  11. Behörde Was passiert bei wie viel Promille?. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  12. Behörde Alkoholberatung. Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), kenn-dein-limit.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  13. Anaphylaktische Reaktion (Anaphylaxie). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 12.07.2023. abgerufen am 16.10.2026
  14. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Darf man Metamizol und Alkohol zusammen nehmen?

Die Packungsbeilage rät, während der Anwendung von Metamizol möglichst keinen Alkohol zu trinken. Zumindest bei höheren Dosierungen sollten Sie vorsichtshalber nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen, insbesondere wenn Sie Alkohol getrunken haben. Novaminsulfon und Präparate wie Novalgin enthalten denselben Wirkstoff; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats. Reagieren Sie schon auf wenig Alkohol mit Niesen, tränenden Augen und starker Gesichtsrötung, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie lange sollte ich zwischen Metamizol und Alkohol warten?

Eine Wartezeit nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die Packungsbeilage rät, während der Anwendung möglichst keinen Alkohol zu trinken. Wie lange Sie in Ihrer Situation warten sollten, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke.

Was passiert, wenn man Metamizol und Alkohol kombiniert?

Was nach einer einzelnen Kombination zu erwarten ist, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht, und in der Liste der Wechselwirkungen der Fachinformation steht Alkohol nicht. Sie nennen zwei Punkte: Zumindest bei höheren Dosierungen ist vorsichtshalber eine Beeinträchtigung beim Autofahren und Bedienen von Maschinen in Betracht zu ziehen, besonders zusammen mit Alkohol. Außerdem ist bei einer Alkoholunverträglichkeit, also Niesen, Augentränen und starker Gesichtsrötung schon bei geringen Mengen Alkohol, die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen auf Metamizol deutlich erhöht; sie kann ein Hinweis auf eine bisher nicht erkannte Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmitteln sein.

Darf ich Metamizol nach dem Trinken nehmen, etwa am nächsten Morgen?

Einen zeitlichen Abstand nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht; die Packungsbeilage rät, während der Anwendung möglichst keinen Alkohol zu trinken. Metamizol ist verschreibungspflichtig und zugelassen bei akuten starken Schmerzen nach Verletzungen oder Operationen, bei Koliken, bei Tumorschmerzen, bei sonstigen starken Schmerzen, wenn eine andere Behandlung nicht infrage kommt, und bei hohem Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht. Ein Ihnen verschriebenes Präparat geben Sie laut Packungsbeilage nicht an andere weiter. Ob und wann Sie Ihre nächste Dosis nehmen, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in der Apotheke.

Enthalten Metamizol-Tabletten oder -Tropfen Alkohol?

Unter den Bestandteilen von Novaminsulfon-ratiopharm 500 mg Tabletten nennt die Packungsbeilage keinen Alkohol. Die Tropfen desselben Herstellers enthalten laut Packungsbeilage Benzylalkohol und Propylenglycol als sonstige Bestandteile; Ethanol steht nicht in der Liste. Benzylalkohol kann allergische Reaktionen hervorrufen. Sind Sie schwanger, stillen Sie oder haben Sie eine Leber- oder Nierenerkrankung, fragen Sie vor der Anwendung der Tropfen Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke. Andere Präparate können andere Bestandteile enthalten.

Ich bekomme schon von wenig Alkohol ein rotes Gesicht und tränende Augen. Darf ich Metamizol nehmen?

Niesen, Augentränen und starke Gesichtsrötung schon bei geringen Mengen Alkohol beschreibt die Packungsbeilage als Alkoholunverträglichkeit. Sie kann ein Hinweis auf eine bisher nicht erkannte Unverträglichkeit gegenüber Schmerzmitteln sein, und bei einer solchen Unverträglichkeit dürfen Sie Metamizol nicht einnehmen. Bei einer Alkoholunverträglichkeit ist die Gefahr möglicherweise schwerer Überempfindlichkeitsreaktionen deutlich erhöht; Metamizol darf dann nur nach sorgfältiger Abwägung und unter engmaschiger ärztlicher Überwachung gegeben werden. Sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Schadet Metamizol zusammen mit Alkohol der Leber?

Ob Alkohol das Risiko eines Leberschadens unter Metamizol verändert, beschreiben Packungsbeilage, Fachinformation und der Rote-Hand-Brief vom 15.12.2020 nicht. Unter Metamizol wurde über Leberentzündungen berichtet, die wenige Tage bis wenige Monate nach Behandlungsbeginn begannen; die Häufigkeit ist nicht bekannt. Bei Übelkeit oder Erbrechen, Fieber, Müdigkeit, Appetitlosigkeit, dunklem Urin, hellem Stuhl, Gelbfärbung von Haut oder Augenweiß, Juckreiz, Ausschlag oder Schmerzen im Oberbauch brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und wenden sich an eine Ärztin oder einen Arzt.

Soll ich Metamizol weglassen, wenn ich Alkohol trinken möchte?

Eine Einnahmepause wegen Alkohol sehen Packungsbeilage und Fachinformation nicht vor; die Packungsbeilage rät, während der Anwendung möglichst keinen Alkohol zu trinken. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Wie lange Sie Metamizol anwenden, legt laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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