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Omalizumab (Xolair): Nebenwirkungen und Wirkung
Omalizumab ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper, der unter die Haut gespritzt wird und den körpereigenen Stoff Immunglobulin E (IgE) blockiert. Er wird als Zusatzbehandlung bei schwerem allergischem Asthma, bei schweren Nasenpolypen und bei chronischer spontaner Urtikaria eingesetzt. Häufig sind Reaktionen an der Einstichstelle und Kopfschmerzen. Schwere allergische Reaktionen sind selten, können laut Fachinformation aber auch noch mehr als 2 Stunden oder sogar mehr als 24 Stunden nach der Injektion auftreten.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle, einschließlich Schmerzen, Schwellung, Juckreiz und Rötung[1, 2]
- Häufig: Schmerzen im oberen Bauchbereich[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen (bei Kindern sehr häufig)[1, 2]
- Häufig: Infektionen der oberen Atemwege, wie Entzündung des Rachens oder Erkältung[1, 2]
- Häufig: Druck oder Schmerzen im Wangenbereich und an der Stirn (Sinusitis, Sinus-Kopfschmerz)[1, 2]
- Häufig: Schmerzen in den Gelenken (Arthralgie)[1, 2]
- Häufig: Schwindelgefühl[1, 2]
Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit, dort auch die Angaben für Kinder und Jugendliche
Wofür wird Omalizumab eingesetzt?
Omalizumab ist ein monoklonaler Antikörper und als Xolair im Handel. Grundlage dieser Seite ist die Produktinformation der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) mit Stand Juni 2026 [1, 2]. Omalizumab ist verschreibungspflichtig; die Behandlung sollte von Ärztinnen und Ärzten mit Erfahrung in der jeweiligen Erkrankung eingeleitet werden [2]. Es gibt drei getrennte Anwendungsgebiete:
Allergisches Asthma: Zusatzbehandlung zur besseren Kontrolle von schwerem, anhaltendem allergischem Asthma bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren, wenn ein Haut- oder Labortest eine Allergie gegen ganzjährig vorkommende Allergene aus der Luft zeigt und das Asthma trotz hoch dosierter Kortison-Inhalation und eines langwirksamen Beta-2-Agonisten nicht ausreichend kontrolliert ist [1, 2]. Laut Fachinformation kommt die Behandlung nur in Betracht, wenn von einem durch IgE vermittelten Asthma ausgegangen werden kann [2].
Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen: Zusatzbehandlung bei Erwachsenen ab 18 Jahren, deren Beschwerden trotz Kortison-Nasenspray nicht gut kontrolliert sind. Nasenpolypen sind kleine Wucherungen der Nasenschleimhaut; laut Packungsbeilage hilft Omalizumab, sie zu verkleinern, und verbessert Beschwerden wie verstopfte Nase und Verlust des Geruchssinns [1]. Mehr zur Entzündung der Nasennebenhöhlen auf der Seite Sinusitis.
Chronische spontane Urtikaria (csU): Zusatzbehandlung bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, deren Nesselsucht mit Antihistaminika nicht ausreichend kontrolliert ist [1, 2].
Wie wirkt Omalizumab?
Omalizumab ist ein künstlich hergestelltes Eiweiß, das körpereigenen Eiweißen ähnelt. Es blockiert Immunglobulin E (IgE), einen vom Körper gebildeten Stoff, der zu der Entzündung beiträgt, die bei allergischem Asthma, Nasenpolypen und chronischer spontaner Urtikaria eine wichtige Rolle spielt [1]. Laut Fachinformation bindet Omalizumab an IgE und verhindert, dass IgE an seine Rezeptoren auf bestimmten Immunzellen (Basophilen und Mastzellen) bindet; so steht weniger freies IgE zur Verfügung, um die allergische Reaktion auszulösen [2].
Nach der Injektion unter die Haut wird Omalizumab langsam aufgenommen und erreicht im Durchschnitt nach 6 bis 8 Tagen die höchste Konzentration im Blut; die mittlere Halbwertszeit lag bei Asthma bei 26 Tagen [2]. Eine Verbesserung spüren Sie möglicherweise nicht sofort: Bei Nasenpolypen trat die Wirkung nach 4 Wochen auf, bei Asthma dauert es üblicherweise 12 bis 16 Wochen bis zur vollen Wirkung [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, die die Packungsbeilage mit Häufigkeit angibt; einzelne Angaben aus der Fachinformation sind gekennzeichnet. "Sehr häufig" heißt: bei mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Laut Packungsbeilage sind die Nebenwirkungen im Allgemeinen leicht bis mittelschwer, können aber gelegentlich schwerwiegend sein [1]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Die Fachinformation nennt die Nebenwirkungen getrennt nach Anwendungsgebiet: In Asthma-Studien mit Erwachsenen und Jugendlichen waren Kopfschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle am häufigsten, bei Kindern von 6 bis 11 Jahren Kopfschmerzen, Fieber und Oberbauchschmerzen. In Studien zu Nasenpolypen waren es Kopfschmerzen, Schwindel, Gelenkschmerzen, Oberbauchschmerzen und Reaktionen an der Injektionsstelle; für csU nennt die Fachinformation Nebenhöhlenentzündung, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle und Infektionen der oberen Atemwege als häufig [2].
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenReaktionen an der Injektionsstelle, einschließlich Schmerzen, Schwellung, Juckreiz und Rötung[1, 2]
- Magen und DarmSchmerzen im oberen Bauchbereich[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- NervensystemKopfschmerzen (bei Kindern sehr häufig)[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- InfektionenInfektionen der oberen Atemwege, wie Entzündung des Rachens oder Erkältung[1, 2]
- InfektionenDruck oder Schmerzen im Wangenbereich und an der Stirn (Sinusitis, Sinus-Kopfschmerz)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen in den Gelenken (Arthralgie)[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
- NervensystemSchwindelgefühl[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemSchläfrigkeit oder Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- NervensystemKribbeln oder Taubheitsgefühl in den Händen oder Füßen (Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Gefäße und KreislaufOhnmacht (Synkope), niedriger Blutdruck beim Sitzen oder Stehen (Orthostasesyndrom), flüchtige Hautrötung (Flush)[1, 2]Mehr dazu: Niedriger BlutdruckHitzewallungen
- AtemwegeHalsentzündung, Husten, akute Atemprobleme (laut Fachinformation allergischer Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: ReizhustenAtemnot
- Magen und DarmÜbelkeit, Durchfall, Verdauungsstörungen[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitDurchfallSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- HautJuckreiz, Nesselsucht, Ausschlag, erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber der Sonne[1, 2]Mehr dazu: JuckreizNesselsuchtHautausschlagLichtempfindlichkeit der Haut
- Allgemeine BeschwerdenGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
- Allgemeine BeschwerdenGrippeähnliche Beschwerden[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenSchwellung der Arme[1, 2]
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktionen einschließlich Anaphylaxie; mögliche Zeichen sind Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge, Kehlkopf, Luftröhre oder anderen Körperteilen, schneller Herzschlag, Schwindel und Benommenheit, Verwirrtheit, Kurzatmigkeit, Keuchen oder Atemschwierigkeiten, blaue Haut oder Lippen, Zusammenbruch und Bewusstseinsverlust; laut Fachinformation selten auch Angioödem und Schwellung des Kehlkopfs (Larynxödem)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotHerzrasen
- ImmunsystemBildung von Antikörpern gegen Omalizumab (laut Fachinformation)[2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeSystemischer Lupus erythematodes (SLE); mögliche Zeichen sind Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen und Schwellung, Hautausschlag, Fieber, Gewichtsabnahme und Müdigkeit[1, 2]Mehr dazu: HautausschlagMuskelschmerzenGelenkschmerzenFieberGewichtsabnahmeMüdigkeit
- InfektionenParasiteninfektion (Wurminfektion)[1, 2]
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- AtemwegeChurg-Strauss-Syndrom oder hypereosinophiles Syndrom; mögliche Zeichen sind Schwellung, Schmerz oder Ausschlag um Blut- oder Lymphgefäße, eine hohe Zahl bestimmter weißer Blutzellen (ausgeprägte Eosinophilie), Verschlechterung der Atmung, verstopfte Nase, Herzprobleme, Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln in Armen und Beinen[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsAtemnotVerstopfte NaseKribbeln und Taubheitsgefühl
- Blut und LymphsystemGeringe Anzahl an Blutplättchen mit leichten oder vermehrt auftretenden Blutungen oder blauen Flecken (laut Fachinformation idiopathische Thrombozytopenie, auch schwere Fälle)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des BlutbildsBlutungen und blaue Flecken
- ImmunsystemSerumkrankheit; mögliche Zeichen sind Gelenkschmerzen mit oder ohne Schwellungen oder Steifigkeit, Ausschlag, Fieber, geschwollene Lymphknoten und Muskelschmerzen[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenHautausschlagFieberMuskelschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen und Schwellungen an Gelenken[1, 2]Mehr dazu: MuskelschmerzenGelenkschmerzen
- HautHaarausfall[1, 2]Mehr dazu: Haarausfall
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Allergische Reaktionen einschließlich schwerer Reaktionen (Anaphylaxie) traten laut Fachinformation meist innerhalb von 2 Stunden nach einer Injektion auf, einige aber erst nach mehr als 2 Stunden oder sogar nach mehr als 24 Stunden, und sie können auch nach längerer Behandlung noch auftreten [2]. Die meisten schweren allergischen Reaktionen treten während der ersten 3 Anwendungen auf [1]. Wer schon einmal eine Anaphylaxie hatte, die nicht mit Omalizumab zusammenhing, hat möglicherweise ein höheres Risiko [1, 2]. Mehr dazu auf der Seite Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Allergische Reaktionen erkennen: Bevor Sie sich Omalizumab selbst spritzen oder eine Betreuungsperson Ihnen eine Injektion gibt, werden Sie geschult, frühe Zeichen schwerer allergischer Reaktionen zu erkennen und darauf zu reagieren [1]. Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion oder anderer schwerwiegender Nebenwirkungen nehmen Sie umgehend medizinische Hilfe in Anspruch [1].
Einstichstelle: Schmerzen, Schwellung, Juckreiz und Rötung an der Einstichstelle sind häufig [1]. Muss für eine Dosis mehr als einmal gespritzt werden, sollten die Injektionen laut Fachinformation auf zwei oder mehr Injektionsstellen verteilt werden [2]. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das medizinische Fachpersonal [1].
Gelenke, Fieber, Ausschlag: Gelenkschmerzen, Ausschlag, Fieber und geschwollene Lymphknoten können auf eine Serumkrankheit hinweisen, die laut Fachinformation typischerweise 1 bis 5 Tage nach einer Injektion auftritt [1, 2]. Bei solchen Anzeichen nehmen Sie laut Packungsbeilage sofort ärztliche Hilfe in Anspruch [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie anwenden [1]. Weil IgE an der Abwehr mancher Wurminfektionen beteiligt sein kann, kann Omalizumab die Wirkung von Mitteln gegen Wurm- oder andere Parasiteninfektionen herabsetzen [1, 2]. Laut Fachinformation sind Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln wenig wahrscheinlich, weil Cytochrom-P450-Enzyme, Transportpumpen und Proteinbindung an der Ausscheidung von Omalizumab nicht beteiligt sind; Studien zu Wechselwirkungen mit Arzneimitteln oder Impfstoffen wurden nicht durchgeführt [2]. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Mittel gegen Wurm- oder andere Parasiteninfektionen | Omalizumab kann deren Wirkung herabsetzen[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Inhalative Kortikosteroide und andere Mittel gegen allergisches Asthma | Laut Fachinformation gab es in Studien keine Anzeichen für eine veränderte Sicherheit von Omalizumab[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; Asthma-Medikamente nicht ohne Rücksprache absetzen |
| Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) | Laut Fachinformation begrenzte Daten; in einer Studie unterschieden sich Sicherheit und Wirksamkeit nicht von Omalizumab allein[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Omalizumab nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Bei einer Allergie gegen Omalizumab oder einen der sonstigen Bestandteile darf es nicht angewendet werden [1, 2]. Omalizumab ist nicht zur Behandlung akuter Asthma-Beschwerden vorgesehen und nicht zur Vorbeugung oder Behandlung plötzlicher allergischer Reaktionen, Nahrungsmittelallergien, Ekzemen oder Heuschnupfen [1]. Nach Beginn der Behandlung sollten Kortison-Präparate laut Fachinformation nicht plötzlich abgesetzt, sondern nur unter ärztlicher Aufsicht und gegebenenfalls stufenweise verringert werden [2].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Nieren- oder Leberprobleme[1, 2]
- Autoimmunerkrankung, bei der das eigene Immunsystem Teile des Körpers angreift; laut Fachinformation auch immunkomplexvermittelte Erkrankungen[1, 2]
- Reisen in Regionen, in denen Parasiteninfektionen häufig auftreten: Omalizumab kann die Widerstandskraft gegen solche Infektionen schwächen[1, 2]
- Frühere schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie), z. B. durch ein Arzneimittel, einen Insektenstich oder Nahrungsmittel: Das Risiko für eine schwere allergische Reaktion unter Omalizumab kann erhöht sein; laut Fachinformation wird Omalizumab dann durch medizinisches Fachpersonal gegeben[1, 2]
- Latex-Allergie: Die Nadelschutzkappe der Fertigspritze kann trockenen Gummi (Latex) enthalten[1, 2]
- Nicht zur Behandlung akuter Asthma-Beschwerden wie plötzlicher Asthma-Anfälle; nicht zur Vorbeugung oder Behandlung allergieartiger Zustände wie plötzlicher allergischer Reaktionen, Hyperimmunglobulin-E-Syndrom, Aspergillose, Nahrungsmittelallergie, Ekzem oder Heuschnupfen vorgesehen[1, 2]
- Kortison nicht plötzlich absetzen: Nach Beginn der Behandlung von Asthma oder Nasenpolypen sollten Kortikosteroide laut Fachinformation nur unter ärztlicher Aufsicht und gegebenenfalls stufenweise verringert werden[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: bei allergischem Asthma nicht unter 6 Jahren, bei Nasenpolypen nicht unter 18 Jahren und bei csU nicht unter 12 Jahren empfohlen, weil die Anwendung nicht untersucht wurde[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Es ist unwahrscheinlich, dass Omalizumab die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigt [1, 2]. Zu Schwangerschaft und Stillzeit fassen die Karten die Angaben der Produktinformation und des Beratungszentrums Embryotox zusammen; Embryotox hält das Stillen während der Behandlung für akzeptabel [1, 2, 3]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder werden möchten; sie oder er bespricht mit Ihnen Nutzen und mögliche Risiken. Werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation zeigen Daten zu 300 bis 1.000 Schwangerschaftsverläufen keine Hinweise auf Fehlbildungen oder schädliche Wirkungen beim ungeborenen oder neugeborenen Kind; Omalizumab passiert die Plazenta. Bei klinischer Notwendigkeit kann die Anwendung in der Schwangerschaft in Betracht gezogen werden.[1, 2]
Embryotox: Die Auswertung von etwa 300 Schwangerschaften mit Omalizumab im ersten Drittel ergab keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; die Daten reichen für eine differenzierte Risikobewertung aber nicht aus. Laut Embryotox kann Omalizumab nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung in der Schwangerschaft eingesetzt werden, wenn besser untersuchte Alternativen keine ausreichende Wirksamkeit zeigen; eine effektive Krankheitskontrolle, besonders bei Asthma, ist eine wichtige Voraussetzung für einen komplikationslosen Schwangerschaftsverlauf. Nach Anwendung im ersten Drittel kann eine weiterführende Ultraschalldiagnostik angeboten werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Omalizumab kann in die Muttermilch übergehen; fragen Sie vor der Anwendung Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation sind keine Auswirkungen auf gestillte Säuglinge zu erwarten, weil solche Eiweiße im Darm abgebaut werden; bei klinischer Notwendigkeit kann die Anwendung in der Stillzeit in Betracht gezogen werden.[1, 2]
Embryotox: Das Stillen während einer Behandlung der Mutter mit Omalizumab ist akzeptabel. Wurde in der Schwangerschaft nicht behandelt, sollte die erste Gabe frühestens zwei Wochen nach der Entbindung erfolgen.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Es ist unwahrscheinlich, dass Omalizumab die Verkehrstüchtigkeit oder die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt.[1, 2]
Einnahme
Omalizumab wird unter die Haut gespritzt (subkutan), laut Fachinformation nie in eine Vene oder einen Muskel. Die ersten 3 Anwendungen erfolgen immer durch medizinisches Fachpersonal oder unter dessen Aufsicht. Danach können Sie sich Omalizumab nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt selbst spritzen oder von einer geschulten Betreuungsperson spritzen lassen, laut Fachinformation nur ohne bekannte Anaphylaxie in der Vorgeschichte und nach einer Schulung zur Injektion und zum Erkennen früher Zeichen schwerer allergischer Reaktionen.[1, 2]
Termin verpasst: so schnell wie möglich die Arztpraxis oder das Krankenhaus kontaktieren. Eine selbst gespritzte Dosis vergessen: spritzen, sobald Sie daran denken, und dann mit der Ärztin oder dem Arzt besprechen, wann die nächste Dosis folgt.[1]
Im Kühlschrank (2 bis 8 °C) lagern, nicht einfrieren und in der Originalverpackung vor Licht geschützt aufbewahren; vor der Anwendung kann die Packung insgesamt 48 Stunden bei Raumtemperatur (25 °C) liegen.[1]
Absetzen
Beenden Sie die Anwendung nicht ohne ärztliche Anweisung: Eine Unterbrechung oder das Ende der Behandlung kann dazu führen, dass die Beschwerden wiederkehren. Bei csU unterbricht die Ärztin oder der Arzt die Behandlung möglicherweise von Zeit zu Zeit, um die Beschwerden zu beurteilen. Asthma- und Nasenpolypen-Medikamente setzen Sie nicht ohne ärztliche Rücksprache ab.[1]
Überdosierung
Laut Fachinformation wurde die maximal verträgliche Dosis nicht ermittelt; auch die höchsten an Patienten verabreichten Dosen führten weder zu dosisbegrenzender Giftwirkung noch zu ungünstigen Akutwirkungen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte auf auffällige Zeichen und Beschwerden geachtet und eine angemessene medizinische Behandlung eingeleitet werden.[2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Bei allergischem Asthma und Nasenpolypen legt die Ärztin oder der Arzt Menge und Abstand der Injektionen nach Körpergewicht und dem vor Behandlungsbeginn gemessenen IgE-Wert fest; die Fachinformation enthält dafür eigene Dosierungstabellen, die hier nicht wiedergegeben werden [1, 2]. Bei chronischer spontaner Urtikaria ist die Dosis fest. Die Übersicht ersetzt nicht die Verordnung [1, 2].
Anwendung und Absetzen
Omalizumab wird unter die Haut gespritzt. Die ersten 3 Anwendungen erfolgen immer durch oder unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal; danach können Sie es nach Absprache und Schulung selbst spritzen oder von einer geschulten Betreuungsperson spritzen lassen [1]. Lagern Sie die Spritzen im Kühlschrank, nicht im Gefrierfach, und vor Licht geschützt in der Originalverpackung [1]. Hinweise zur Aufbewahrung gibt der Ratgeber Medikamente im Kühlschrank.
Haben Sie einen Termin verpasst, wenden Sie sich so schnell wie möglich an Ihre Arztpraxis oder Ihr Krankenhaus [1]. Beenden Sie die Anwendung nicht ohne ärztliche Anweisung, denn die Beschwerden können wiederkehren; Asthma- und Nasenpolypen-Medikamente setzen Sie ebenfalls nicht ohne Rücksprache ab [1].
Präparate mit Omalizumab
Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Xolair. Es gibt Injektionslösungen in Fertigspritze und Fertigpen sowie Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung; die Fertigspritze in der Stärke 300 mg und alle Fertigpens sind nicht für Kinder unter 12 Jahren vorgesehen [1, 2]. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Xolair | Novartis Europharm Limited (in Deutschland: Novartis Pharma GmbH) | Injektionslösung mit 75 mg, 150 mg oder 300 mg in Fertigspritze oder Fertigpen sowie Pulver und Lösungsmittel; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xolair 150 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze (26-Gauge-Nadel, lila Spritzenschutz), Anhang III B: Packungsbeilage. Novartis Europharm Limited. Stand 06/2026. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xolair 150 mg/300 mg Injektionslösung, Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale (Fachinformation) und Anhang II. Novartis Europharm Limited. Stand 06/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Omalizumab. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wann kann eine allergische Reaktion auf Xolair auftreten?
Laut Fachinformation traten die meisten allergischen Reaktionen innerhalb von 2 Stunden nach einer Injektion auf, manche aber erst nach mehr als 2 Stunden und sogar nach mehr als 24 Stunden, und auch noch nach längerer Behandlungsdauer. Die meisten schweren Reaktionen traten bei den ersten 3 Anwendungen auf; diese erfolgen deshalb immer durch oder unter Aufsicht von medizinischem Fachpersonal. Bei Zeichen wie Atemnot, Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Kehlkopf, Schwindel oder Ausschlag nehmen Sie sofort ärztliche Hilfe in Anspruch.
Wie schnell wirkt Omalizumab?
Laut Packungsbeilage spüren Sie möglicherweise keine sofortige Verbesserung. Bei Nasenpolypen trat die Wirkung 4 Wochen nach Beginn der Behandlung auf; bei Asthma dauert es üblicherweise 12 bis 16 Wochen, bis die volle Wirkung eintritt. Laut Fachinformation sollte die Ärztin oder der Arzt bei Asthma 16 Wochen nach Behandlungsbeginn überprüfen, ob die Behandlung wirkt, bevor weitere Injektionen folgen.
Hilft Xolair bei einem akuten Asthma-Anfall?
Nein. Omalizumab ist nicht zur Behandlung akuter Asthma-Beschwerden wie plötzlicher Asthma-Anfälle angezeigt und sollte dafür nicht angewendet werden. Wenden Sie Ihre übrigen Asthma-Medikamente weiter an und setzen Sie keines davon ab, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben.
Darf ich mir Omalizumab selbst spritzen?
Die ersten 3 Anwendungen erfolgen immer durch medizinisches Fachpersonal oder unter dessen Aufsicht. Danach können Sie sich Omalizumab nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt selbst spritzen oder von einer geschulten Betreuungsperson spritzen lassen. Laut Fachinformation gilt das nur, wenn keine Anaphylaxie bekannt ist, und erst nach einer Schulung zur Injektion und zum Erkennen früher Zeichen schwerer allergischer Reaktionen.
Kann Omalizumab in der Schwangerschaft angewendet werden?
Laut Fachinformation zeigen Daten zu 300 bis 1.000 Schwangerschaftsverläufen keine Hinweise auf Fehlbildungen; bei klinischer Notwendigkeit kann die Anwendung in Betracht gezogen werden. Das Beratungszentrum Embryotox hält einen Einsatz nach sorgfältiger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung für möglich, wenn besser untersuchte Alternativen nicht ausreichend wirken. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Macht Omalizumab anfälliger für Infektionen?
Infektionen der oberen Atemwege und Nebenhöhlenentzündungen sind als häufige Nebenwirkungen aufgeführt. Laut Packungsbeilage kann Omalizumab außerdem die Widerstandskraft gegen Parasiteninfektionen schwächen; sprechen Sie vor Reisen in Regionen, in denen solche Infektionen häufig sind, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mittel gegen Wurminfektionen können unter Omalizumab schwächer wirken.
Was passiert, wenn ich die Behandlung beende?
Eine Unterbrechung oder das Ende der Behandlung kann dazu führen, dass Ihre Beschwerden wiederkehren. Beenden Sie die Anwendung deshalb nicht ohne ärztliche Anweisung. Bei chronischer spontaner Urtikaria unterbricht die Ärztin oder der Arzt die Behandlung möglicherweise von Zeit zu Zeit, um die Beschwerden zu beurteilen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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