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Insulin glargin: Nebenwirkungen und Wirkung
Insulin glargin ist ein verschreibungspflichtiges, lang wirkendes Insulin zur Behandlung von Diabetes mellitus. Lantus (100 Einheiten/ml) ist für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab 2 Jahren zugelassen und wird einmal täglich jeden Tag zur gleichen Zeit unter die Haut gespritzt. Sehr häufig ist eine Unterzuckerung, die schwerwiegend sein kann. Bei Warnzeichen wie Schwitzen, schnellem Puls, Heißhunger, Zittern oder Verwirrtheit spritzen Sie kein Insulin und nehmen sofort Zucker zu sich.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Unterzuckerung (Hypoglykämie), wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet. Sie kann sehr schwerwiegend sein: Fällt der Blutzucker zu stark ab, können Sie bewusstlos werden; eine schwere Unterzuckerung kann zu einem Gehirnschaden führen und lebensbedrohlich sein[1, 2]
- Häufig: Verdickung der Haut an der Injektionsstelle (Lipohypertrophie), wenn Insulin zu häufig in dieselbe Stelle gespritzt wird[1, 2]
- Häufig: Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung, ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddelbildung, Schwellung oder Entzündung; sie können sich auf die Umgebung der Einstichstelle ausbreiten, die meisten leichteren Reaktionen bilden sich gewöhnlich innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen zurück[1, 2]
Wofür wird Insulin glargin eingesetzt?
Insulin glargin ist ein verschreibungspflichtiges, lang wirkendes Insulin aus der Gruppe der Insuline [2, 5]. Es wird zur Behandlung von Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 2 Jahren angewendet [1, 2]. Diabetes mellitus ist laut Packungsbeilage eine Erkrankung, bei der der Körper nicht ausreichend Insulin produziert, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren [1]. Das Anwendungsgebiet lautet allgemein Diabetes mellitus und umfasst damit Typ-1-Diabetes ebenso wie Typ-2-Diabetes; bei Typ-2-Diabetes kann Insulin glargin laut Fachinformation auch zusammen mit Diabetesmitteln zum Einnehmen gegeben werden [2]. Laut Packungsbeilage verordnet die Ärztin oder der Arzt es möglicherweise zusammen mit einem kurz wirkenden Insulin oder mit Tabletten gegen hohe Blutzuckerspiegel [1].
Grundlage dieser Seite ist Lantus mit 100 Einheiten pro Milliliter [1, 2]. Denselben Wirkstoff mit 300 Einheiten pro Milliliter enthält Toujeo; es ist zur Behandlung von Diabetes mellitus bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab 6 Jahren zugelassen [3]. Laut Packungsbeilage von Lantus sind beide Arzneimittel nicht austauschbar: Eine Umstellung ist nur auf ärztliche Verschreibung, unter medizinischer Überwachung und mit Kontrolle des Blutzuckers möglich [1]. Die Fachinformation von Toujeo bezeichnet die beiden Konzentrationen als nicht bioäquivalent und nicht direkt austauschbar [3]. Weitere Insuline sind zum Beispiel Humaninsulin, Insulin aspart und Insulin degludec.
Wie wirkt Insulin glargin?
Insulin glargin ist laut Packungsbeilage ein verändertes Insulin, das dem menschlichen Insulin sehr ähnlich ist; es senkt den Blutzucker lang anhaltend und gleichmäßig [1]. Wie andere Insuline regelt es vor allem den Zuckerstoffwechsel: Es fördert die Aufnahme von Zucker aus dem Blut vor allem in die Skelettmuskulatur und das Fettgewebe und hemmt die Neubildung von Zucker in der Leber [2].
Die lange Wirkdauer beruht auf einer Besonderheit der Lösung. Laut Fachinformation ist Insulin glargin in der sauren Injektionslösung vollständig gelöst; im Unterhautgewebe wird die Lösung neutralisiert, und es bilden sich feine Ausfällungen, aus denen fortlaufend kleine Mengen Insulin freigesetzt werden. So entsteht ein gleichmäßiger Verlauf ohne Spitzen, und die Wirkung setzt langsamer ein als bei humanem NPH-Insulin [2]. Diese Wirkdauer hängt davon ab, dass Insulin glargin unter die Haut gespritzt wird; in eine Vene gespritzt, könnte die übliche Dosis eine schwere Unterzuckerung auslösen [2]. Bei einmal täglicher Injektion stellt sich nach 2 bis 4 Tagen ein gleichbleibender Spiegel ein. Der zeitliche Wirkverlauf kann sich laut Fachinformation zwischen verschiedenen Menschen und auch bei derselben Person erheblich unterscheiden und kann zum Beispiel durch körperliche Aktivität beeinflusst werden [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Lantus eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Die Unterzuckerung ist laut Fachinformation im Allgemeinen die häufigste Nebenwirkung einer Insulinbehandlung; sie kann auftreten, wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet [2]. Schwere Unterzuckerungen können, vor allem wenn sie wiederholt auftreten, das Nervensystem schädigen; anhaltende oder schwere Unterzuckerungen können lebensbedrohlich sein [2]. Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre sind die Nebenwirkungen im Allgemeinen ähnlich wie bei Erwachsenen; über Reaktionen an der Einstichstelle und Hautreaktionen wie Ausschlag oder Nesselsucht wurde bei ihnen aber relativ häufiger berichtet [1, 2]. Mehr zu Unterzuckerung und erhöhtem Blutzucker lesen Sie auf der Seite Medikamente, die den Blutzucker verändern.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungUnterzuckerung (Hypoglykämie), wenn die Insulindosis den Bedarf überschreitet. Sie kann sehr schwerwiegend sein: Fällt der Blutzucker zu stark ab, können Sie bewusstlos werden; eine schwere Unterzuckerung kann zu einem Gehirnschaden führen und lebensbedrohlich sein[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- HautVerdickung der Haut an der Injektionsstelle (Lipohypertrophie), wenn Insulin zu häufig in dieselbe Stelle gespritzt wird[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenReaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung, ungewohnt starker Schmerz beim Spritzen, Juckreiz, Quaddelbildung, Schwellung oder Entzündung; sie können sich auf die Umgebung der Einstichstelle ausbreiten, die meisten leichteren Reaktionen bilden sich gewöhnlich innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen zurück[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemSchwere allergische Reaktionen; Anzeichen können großflächige Hautreaktionen (Hautausschlag und Juckreiz am ganzen Körper), starke Haut- und Schleimhautschwellungen (Angioödem), Atemnot sowie ein Blutdruckabfall mit schnellem Puls und Schwitzen sein. Schwere allergische Reaktionen auf Insulin können lebensbedrohlich werden[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenHautausschlagJuckreizSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnotNiedriger BlutdruckHerzrasenVermehrtes Schwitzen
- AugenVorübergehende Sehstörungen bei ausgeprägten Veränderungen (Verbesserung oder Verschlechterung) der Blutzuckereinstellung[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenDiabetische Augenerkrankung (Retinopathie): Eine Intensivierung der Insulinbehandlung mit abrupter Verbesserung des Blutzuckers kann eine Retinopathie vorübergehend verschlechtern; bei einer proliferativen Retinopathie können schwere Unterzuckerungen zu einem vorübergehenden Verlust der Sehschärfe führen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Allgemeine BeschwerdenVorübergehende Wassereinlagerungen im Körper (Ödeme), die sich als Schwellungen im Bereich der Unterschenkel und Knöchel äußern können[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- NervensystemStörung des Geschmacksempfindens (Dysgeusie)[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschmerzen (Myalgie)[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die ersten Warnzeichen einer Unterzuckerung können verändert, abgeschwächt oder ganz fehlen, etwa im höheren Alter, bei lange bestehendem Diabetes oder kurz nach einer Unterzuckerung. Dann ist eine schwere Unterzuckerung, auch mit Bewusstlosigkeit, möglich, ohne dass Sie die Gefahr rechtzeitig bemerken [1]. Häufigere Blutzuckerkontrollen können helfen, leichte Unterzuckerungen zu entdecken; sind Sie unsicher, ob Sie Ihre Warnzeichen erkennen, meiden Sie Situationen wie das Autofahren, in denen Sie oder andere gefährdet wären [1]. Weil Insulin glargin lange wirkt, kann sich die Rückbildung einer Unterzuckerung verzögern [1, 2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Unterzuckerungen vorbeugen: Ursachen einer Unterzuckerung können laut Packungsbeilage zum Beispiel sein, dass Sie mehr Insulin spritzen, als Sie brauchen, Mahlzeiten auslassen oder zu spät essen, zu wenig oder zu kohlenhydratarm essen, durch Erbrechen oder Durchfall Kohlenhydrate verlieren, Alkohol trinken (besonders bei wenig Essen), sich körperlich mehr oder ungewohnt belasten oder sich von einer Verletzung, Operation, Krankheit oder Fieber erholen. Auch der Beginn oder das Ende bestimmter anderer Arzneimittel kann eine Rolle spielen [1]. Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe sind keine Kohlenhydrate [1]. Tragen Sie immer mindestens 20 Gramm Zucker und einen Ausweis bei sich, aus dem hervorgeht, dass Sie zuckerkrank sind [1].
Bei einer Unterzuckerung: Spritzen Sie kein Insulin und nehmen Sie sofort ungefähr 10 bis 20 g Zucker zu sich, etwa Traubenzucker, Würfelzucker oder ein zuckergesüßtes Getränk; künstliche Süßstoffe und Diät-Getränke helfen nicht. Essen Sie anschließend etwas mit lang anhaltender blutzuckersteigernder Wirkung, etwa Brot oder Nudeln, und nehmen Sie bei einer erneuten Unterzuckerung wieder Zucker zu sich [1]. Die Packungsbeilage rät, möglichst gleich nach der Zuckereinnahme den Blutzucker zu bestimmen, um sich zu vergewissern, dass wirklich eine Unterzuckerung vorliegt [1]. Informieren Sie Angehörige, Freunde und nahestehende Kollegen: Wenn Sie nicht schlucken können oder bewusstlos sind, brauchen Sie Glukagon oder gespritzte Glucose [1].
Haut an der Einstichstelle: Wechseln Sie die Einstichstelle bei jeder Injektion innerhalb des gewählten Hautbereichs; so beugen Sie Verdickungen, dünner werdender Haut und Knoten unter der Haut vor [1]. Laut Fachinformation wird nach einem Wechsel des Injektionsbereichs eine Überwachung des Blutzuckers empfohlen [2]. Die meisten leichteren Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Juckreiz oder Schwellung bilden sich gewöhnlich innerhalb von wenigen Tagen bis Wochen zurück [1].
Sehstörungen und Schwellungen: Ausgeprägte Veränderungen der Blutzuckereinstellung können das Sehvermögen vorübergehend beeinträchtigen; selten kann die Insulinbehandlung zu vorübergehenden Wassereinlagerungen führen, die sich als Schwellungen an Unterschenkeln und Knöcheln zeigen können [1]. Bemerken Sie Nebenwirkungen, informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal [1]. Notieren können Sie Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch.
Wechselwirkungen
Manche Arzneimittel beeinflussen den Blutzucker: Sie können ihn senken, erhöhen oder je nach Situation beides. Dann kann es nötig sein, die Insulinmenge anzupassen, um zu niedrige und zu hohe Werte zu vermeiden; das gilt, wenn Sie ein anderes Arzneimittel beginnen und wenn Sie es beenden [1]. Fragen Sie deshalb vor jedem neuen Arzneimittel Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob es den Blutzucker beeinflussen kann und was dann zu tun ist [1]. Den Blutzucker senken können zum Beispiel alle anderen Arzneimittel zur Behandlung von Diabetes und ACE-Hemmer; erhöhen können ihn unter anderem Kortikosteroide, Entwässerungsmittel und Östrogene und Progestagene wie in der Pille [1, 2]. Betablocker können außerdem die ersten Warnzeichen einer Unterzuckerung abschwächen oder ganz unterdrücken [1, 2]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Arzneimittel gegen Diabetes, ACE-Hemmer, Disopyramid, Fluoxetin, Fibrate, MAO-Hemmer, Pentoxifyllin, Propoxyphen, Salicylate wie Acetylsalicylsäure, Sulfonamid-Antibiotika | Blutzucker kann sinken (Unterzuckerung)[1, 2] | Die Insulinmenge muss eventuell angepasst werden, vor Beginn und vor dem Ende einer solchen Behandlung ärztlich besprechen |
| Kortikosteroide ("Kortison"), Danazol, Diazoxid, Entwässerungsmittel (Diuretika), Glukagon, Isoniazid, Östrogene und Progestagene (z. B. in der Pille), Phenothiazin-Abkömmlinge, Somatropin (Wachstumshormon), Sympathomimetika wie Epinephrin, Salbutamol oder Terbutalin, Schilddrüsenhormone, atypische Antipsychotika wie Clozapin oder Olanzapin, Proteaseinhibitoren (gegen HIV) | Blutzucker kann ansteigen (Überzuckerung)[1, 2] | Die Insulinmenge muss eventuell angepasst werden, ärztlich besprechen |
| Betablocker, Clonidin, Lithiumsalze | Blutzucker kann sowohl ansteigen als auch abfallen[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Pentamidin (gegen bestimmte Infektionen durch Parasiten) | Kann eine Unterzuckerung auslösen, die manchmal in eine Überzuckerung übergeht[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Betablocker und andere Sympatholytika wie Clonidin, Guanethidin oder Reserpin | Die ersten Warnzeichen einer Unterzuckerung können abgeschwächt oder ganz unterdrückt sein[1, 2] | Ärztlich besprechen |
| Pioglitazon (Diabetesmittel zum Einnehmen) | Unter der Kombination mit Insulin wurden Fälle von Herzschwäche berichtet, vor allem bei Risikofaktoren dafür[1, 2] | Anzeichen wie ungewöhnliche Kurzatmigkeit, rasche Gewichtszunahme oder Schwellungen so schnell wie möglich ärztlich melden |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Insulin glargin nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Als Gegenanzeige nennen Packungsbeilage und Fachinformation nur eine Allergie gegen Insulin glargin oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 2]. Die übrigen Punkte erfordern besondere Sorgfalt; besprechen Sie sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Halten Sie sich bei Dosierung, Überwachung durch Blut- und Urintests, Ernährung und körperlicher Aktivität genau an die besprochenen Anweisungen [1]. Informieren Sie alle Personen, die Sie behandeln und betreuen, darüber, dass Sie Insulin brauchen [1]. Hinweise für unterwegs gibt der Ratgeber Medikamente ins Ausland.
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Wechsel auf ein anderes Insulin: nur auf ärztliche Verschreibung, unter medizinischer Überwachung und mit Kontrolle des Blutzuckers. Laut Fachinformation muss ein Wechsel auf einen anderen Insulintyp oder eine andere Insulinmarke unter strenger ärztlicher Überwachung erfolgen; jede Änderung von Stärke, Insulinmarke, Insulintyp, Ursprung oder Herstellungsmethode kann eine Änderung der Dosierung erforderlich machen. Lantus und Toujeo (Insulin glargin 300 Einheiten/ml) enthalten denselben Wirkstoff, sind aber nicht austauschbar[1, 2, 3]
- Die Warnzeichen einer Unterzuckerung können verändert, abgeschwächt oder ganz fehlen: im höheren Alter, bei lange bestehendem Diabetes, bei einer bestimmten Nervenerkrankung (diabetische autonome Neuropathie), nach einer kürzlich erlittenen oder sich langsam entwickelnden Unterzuckerung, bei fast normalen oder stark gebesserten Blutzuckerwerten, kurz nach einem Wechsel von tierischem Insulin auf Humaninsulin und bei bestimmten anderen Arzneimitteln, laut Fachinformation auch bei einer psychiatrischen Erkrankung. Dann ist eine schwere Unterzuckerung möglich, ohne dass Sie die Gefahr rechtzeitig bemerken[1, 2]
- Erhöhte Neigung zu Unterzuckerungen: nach Beginn der Behandlung oder einem Wechsel der Insulinzubereitung, bei fast normalem oder stark schwankendem Blutzucker, nach einem Wechsel des Hautbereichs für die Injektion sowie bei schweren Nieren- oder Lebererkrankungen oder bestimmten anderen Erkrankungen wie einer Schilddrüsenunterfunktion[1]
- Krankheit oder größere Verletzungen: Der Blutzucker kann ansteigen; essen Sie nicht genug, kann er absinken. In den meisten Fällen ist ärztliche Hilfe nötig. Bei Typ-1-Diabetes die Insulinbehandlung nicht unterbrechen und ausreichend Kohlenhydrate zu sich nehmen[1]
- Injektionsstelle regelmäßig wechseln, um Knoten unter der Haut vorzubeugen. Spritzen Sie derzeit in einen Bereich mit Knoten, sprechen Sie vor dem Wechsel in einen anderen Bereich mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; möglicherweise müssen Blutzucker engmaschiger überwacht und Dosis angepasst werden[1, 2]
- Seit Längerem bestehender Typ-2-Diabetes mit Herzerkrankung oder früherem Schlaganfall bei gleichzeitiger Behandlung mit Pioglitazon: Einige so behandelte Patientinnen und Patienten entwickelten eine Herzschwäche[1, 2]
- Diabetische Ketoazidose: Laut Fachinformation ist Lantus dann nicht das Insulin der Wahl; empfohlen wird stattdessen Normalinsulin in die Vene[2]
- Deutliche Verengungen der Herzkranzgefäße oder der hirnversorgenden Gefäße sowie eine proliferative Retinopathie, vor allem ohne Laserbehandlung: Laut Fachinformation ist besondere Vorsicht und eine verstärkte Blutzuckerüberwachung empfehlenswert, weil eine Unterzuckerung dann Komplikationen an Herz oder Gehirn bzw. eine vorübergehende Erblindung auslösen kann[2]
- Reisen: Fragen zur Behandlung vorher mit der Ärztin oder dem Arzt klären, zum Beispiel die Verfügbarkeit des Insulins im Reiseland, einen ausreichenden Vorrat an Insulin und Nadeln, die richtige Aufbewahrung, Essenszeiten und Insulingabe unterwegs sowie die Umstellung auf andere Zeitzonen[1]
- Kinder unter 2 Jahren: Es gibt keine Erfahrung mit Lantus[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alkohol, Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 4]. Bei einem schon vor der Schwangerschaft bestehenden Diabetes und bei einem Schwangerschaftsdiabetes ist laut Fachinformation eine gute Stoffwechseleinstellung während der gesamten Schwangerschaft unbedingt erforderlich, um unerwünschte Folgen eines zu hohen Blutzuckers zu vermeiden [2]. Allgemeines erklären die Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente und Autofahren.
Schwangerschaft
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder schon schwanger sind: Möglicherweise muss die Insulindosis während der Schwangerschaft und nach der Geburt geändert werden. Für die Gesundheit des Kindes ist es wichtig, dass die Blutzuckerwerte besonders sorgfältig überwacht und Unterzuckerungen vermieden werden.[1]
Laut Fachinformation deuten weitreichende Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen weder auf schädliche Auswirkungen von Insulin glargin auf die Schwangerschaft noch auf ein durch Insulin glargin bedingtes Fehlbildungsrisiko oder eine Schädigung von Ungeborenen und Neugeborenen hin; Lantus kann angewendet werden, wenn es aus klinischer Sicht notwendig ist. Der Insulinbedarf kann im ersten Schwangerschaftsdrittel abfallen, steigt im zweiten und dritten in der Regel an und fällt unmittelbar nach der Entbindung rasch ab, dann ist das Risiko einer Unterzuckerung erhöht.[2]
Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang als hoch: Studien mit mehreren hundert Schwangerschaften ergaben im Vergleich zu Humaninsulin keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko; ein schlecht eingestellter Diabetes ist dagegen mit einem höheren Risiko für Fehlbildungen und Fehlgeburten verbunden. Eine bestehende Behandlung mit Insulin glargin darf fortgesetzt werden, auch eine Neueinstellung in der Schwangerschaft ist möglich; beim Schwangerschaftsdiabetes ist Insulin glargin ebenfalls eine Option.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Fragen Sie in der Stillzeit Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, ob Insulindosis und Ernährung angepasst werden müssen. Ob Insulin glargin in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; laut Fachinformation wird angenommen, dass es keine Auswirkungen auf das gestillte Kind hat, weil es als Eiweißstoff (Peptid) im Magen-Darm-Trakt zu Aminosäuren abgebaut wird.[1, 2]
Laut Embryotox kann Insulin glargin in der Stillzeit uneingeschränkt verwendet werden; bei Einsetzen der Milchbildung sinkt der Insulinbedarf häufig.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Alkohol
Wenn Sie Alkohol trinken, kann Ihr Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen. Zu einer Unterzuckerung kann es besonders dann kommen, wenn Sie Alkohol trinken und gleichzeitig nur wenig essen.[1]
Autofahren und Maschinen
Bei zu niedrigem oder zu hohem Blutzucker und bei Sehstörungen können Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein, ein Risiko etwa beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen. Haben Sie häufig Unterzuckerungen oder sind die ersten Warnzeichen abgeschwächt oder fehlen sie, lassen Sie sich ärztlich beraten, ob Sie ein Fahrzeug führen sollten.[1, 2]
Einnahme
Lantus wird einmal täglich jeden Tag zur gleichen Zeit unter die Haut gespritzt, nicht in eine Vene, denn das verändert die Wirkung und kann zu einer Unterzuckerung führen. Wechseln Sie die Einstichstelle bei jeder Injektion innerhalb des gewählten Hautbereichs; welcher Bereich infrage kommt, zeigt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.[1]
Fertigpen SoloStar: Vor jedem Gebrauch eine neue, für SoloStar geeignete Nadel befestigen und vor jeder Injektion einen Sicherheitstest durchführen. Nur eine klare, farblose, wässrige Lösung ohne sichtbare Teilchen verwenden, nicht schütteln oder mischen. Den Pen nie mit anderen teilen. Die Hinweise zur Handhabung von SoloStar in der Packungsbeilage sorgfältig lesen und den Pen genau so verwenden, wie dort beschrieben.[1]
Prüfen Sie vor jeder Injektion die Bezeichnung des Insulins, um Verwechslungen mit anderen Insulinen zu vermeiden. Tragen Sie immer etwas Zucker (mindestens 20 Gramm) und einen Ausweis bei sich, aus dem hervorgeht, dass Sie zuckerkrank sind.[1]
Dosis vergessen oder zu wenig gespritzt: Der Blutzucker kann zu stark ansteigen. Kontrollieren Sie ihn häufig und wenden Sie nicht die doppelte Menge an.[1]
Absetzen
Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen: Das könnte zu einer schweren Überzuckerung und einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) führen.[1]
Überdosierung
Haben Sie zu viel Lantus gespritzt, kann der Blutzucker zu stark abfallen. Kontrollieren Sie ihn häufig und essen Sie mehr, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Laut Fachinformation kann eine Überdosierung zu einer schweren, unter Umständen lang anhaltenden und lebensbedrohlichen Unterzuckerung führen, die nach scheinbarer Erholung wieder auftreten kann.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Wie viel Insulin glargin Sie pro Tag brauchen und zu welcher Tageszeit, bestimmt laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, und zwar entsprechend Ihrer Lebensweise, den Ergebnissen der Blutzuckerbestimmungen und Ihrer bisherigen Insulinanwendung [1]. Die Fachinformation ergänzt Hinweise für die Umstellung von anderen Insulinen und für besondere Personengruppen [2]. Die Wirkstärke ist in Einheiten angegeben; diese Einheiten beziehen sich laut Fachinformation ausschließlich auf Lantus und sind nicht identisch mit den Einheiten anderer Insulinanaloga [2]. Die Übersicht gibt die Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung [1].
Anwendung und Absetzen
Lantus wird einmal täglich jeden Tag zur gleichen Zeit unter die Haut gespritzt; in welchen Hautbereich Sie spritzen, zeigt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Lantus darf nicht mit einem anderen Insulin gemischt oder verdünnt werden [2]. Für den Fertigpen SoloStar gilt laut Packungsbeilage: vor jedem Gebrauch eine neue, für SoloStar geeignete Nadel, vor jeder Injektion ein Sicherheitstest, nur eine klare und farblose Lösung verwenden und den Pen nie mit anderen teilen. Lesen Sie die Hinweise zur Handhabung von SoloStar in der Packungsbeilage sorgfältig und verwenden Sie den Pen genau wie dort beschrieben [1]. Wird Ihre Blutzuckereinstellung unerwartet schlechter, verwenden Sie grundsätzlich einen neuen Pen [1].
Noch nicht verwendete Pens werden im Kühlschrank bei 2 bis 8 °C gelagert und nicht eingefroren. Ein Pen in Gebrauch kann bis zu 4 Wochen bei höchstens 30 °C aufbewahrt werden, geschützt vor direkter Hitze und direktem Licht, aber nicht im Kühlschrank [1]. Kaltes Insulin zu spritzen ist schmerzhafter; ein im Kühlschrank gelagerter Pen wird deshalb 1 bis 2 Stunden vor der Injektion herausgenommen [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente im Kühlschrank.
Brechen Sie die Behandlung nicht ohne ärztliche Rücksprache ab: Das könnte zu einer schweren Überzuckerung und einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) führen [1]. Bei Erkrankungen ist der Insulinbedarf laut Fachinformation häufig erhöht; Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen auch dann regelmäßig zumindest kleine Mengen Kohlenhydrate zu sich nehmen, wenn sie nicht oder nur wenig essen können oder erbrechen, und dürfen das Insulin nie ganz weglassen [2]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Insulin glargin
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Lantus; Lantus gibt es als Fertigpen SoloStar, als Patrone für wiederverwendbare Pens und als Durchstechflasche [1, 2]. Die Patronen dürfen laut Fachinformation nur mit bestimmten Pens verwendet werden, für die die Dosiergenauigkeit ermittelt wurde [2]. Toujeo mit 300 Einheiten pro Milliliter hat eine eigene Produktinformation [3]. Präparate mit Insulin glargin unterscheiden sich in Konzentration, Pen und zugelassenem Alter. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Abasaglar | Eli Lilly Nederland B.V. | 100 Einheiten/ml |
| Lantus | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | 100 Einheiten/ml als Fertigpen (SoloStar), Patrone oder Durchstechflasche; Grundlage dieser Seite |
| Toujeo | Sanofi-Aventis Deutschland GmbH | 300 Einheiten/ml; nicht austauschbar mit Insulin glargin 100 Einheiten/ml |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Lantus (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Lantus SoloStar 100 Einheiten/ml Injektionslösung in einem Fertigpen. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Lantus (EPAR), Anhang I: Fachinformation. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Toujeo (EPAR), Anhang I: Fachinformation. Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Embryotox Embryotox: Insulin glargin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
- Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Insulin glargin. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Lantus und Toujeo?
Beide enthalten den Wirkstoff Insulin glargin, Lantus mit 100 Einheiten pro Milliliter, Toujeo mit 300 Einheiten pro Milliliter. Laut Packungsbeilage von Lantus sind die beiden Arzneimittel nicht austauschbar; eine Umstellung ist nur auf ärztliche Verschreibung, unter medizinischer Überwachung und mit Kontrolle des Blutzuckers möglich. Lantus ist ab 2 Jahren zugelassen, Toujeo ab 6 Jahren. Was die Fachinformation von Lantus zur Umstellung von Toujeo auf Lantus angibt, steht im Abschnitt Dosierung.
Woran erkenne ich eine Unterzuckerung?
Warnzeichen im Körper sind zum Beispiel Schwitzen, kühle und feuchte Haut, Angstgefühl, schneller Puls, hoher Blutdruck, Herzklopfen und unregelmäßiger Herzschlag. Ein Zuckermangel im Gehirn kann sich unter anderem durch Kopfschmerzen, Heißhunger, Übelkeit, Müdigkeit, Unruhe, Konzentrations- und Sprachstörungen, Sehstörungen, Zittern, Verwirrtheit, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit zeigen. Dann spritzen Sie kein Insulin und nehmen sofort Zucker zu sich, zum Beispiel Traubenzucker oder ein zuckergesüßtes Getränk; Süßstoffe helfen nicht.
Können die Warnzeichen einer Unterzuckerung fehlen?
Ja. Laut Packungsbeilage können sie verändert, abgeschwächt oder ganz fehlen, etwa im höheren Alter, bei lange bestehendem Diabetes, bei einer diabetischen autonomen Neuropathie, kurz nach einer Unterzuckerung, bei fast normalen Blutzuckerwerten oder unter bestimmten Arzneimitteln wie Betablockern. Dann ist eine schwere Unterzuckerung möglich, ohne dass Sie die Gefahr rechtzeitig bemerken. Häufigere Blutzuckerkontrollen können helfen; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was passiert, wenn ich eine Dosis vergessen habe?
Haben Sie eine Dosis ausgelassen oder zu wenig gespritzt, kann der Blutzucker zu stark ansteigen. Kontrollieren Sie ihn häufig und wenden Sie nicht die doppelte Menge an. Bei Anzeichen eines zu hohen Blutzuckers wie Durst, häufigem Wasserlassen und Müdigkeit bestimmen Sie den Blutzucker und untersuchen den Urin auf Ketonkörper.
Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Insulin glargin spritze?
Laut Packungsbeilage kann Alkohol den Blutzucker sowohl ansteigen als auch abfallen lassen. Zu einer Unterzuckerung kann es besonders dann kommen, wenn Sie Alkohol trinken und gleichzeitig nur wenig essen. Wie Sie das in Ihrer Behandlung berücksichtigen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich Insulin glargin in der Schwangerschaft und Stillzeit spritzen?
Laut Fachinformation kann Lantus in der Schwangerschaft angewendet werden, wenn es aus klinischer Sicht notwendig ist; Erfahrungen mit mehr als 1.000 Schwangerschaftsausgängen deuten nicht auf ein Fehlbildungsrisiko durch Insulin glargin hin. Die Insulindosis muss in der Schwangerschaft und nach der Geburt möglicherweise geändert werden. Embryotox hält eine bestehende Behandlung für fortführbar und eine Anwendung in der Stillzeit für uneingeschränkt möglich. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie eine Schwangerschaft planen oder schwanger sind.
Warum soll ich die Einstichstelle wechseln?
Wird Insulin zu häufig in dieselbe Stelle gespritzt, kann die Haut dort dünner werden oder sich verdicken; außerdem können sich Knoten durch Ablagerung des Eiweißes Amyloid bilden. In solchen Bereichen wirkt das Insulin möglicherweise nicht richtig. Spritzen Sie derzeit in einen Bereich mit Knoten, sprechen Sie vor dem Wechsel mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Laut Fachinformation wurde berichtet, dass ein plötzlicher Wechsel in einen nicht betroffenen Bereich zu Unterzuckerungen führte.
Darf ich mit Insulin glargin Auto fahren?
Bei Unterzuckerung, zu hohem Blutzucker oder Sehstörungen können Konzentration und Reaktionsfähigkeit eingeschränkt sein. Haben Sie häufig Unterzuckerungen oder sind die ersten Warnzeichen abgeschwächt oder fehlen sie, lassen Sie sich ärztlich beraten, ob Sie ein Fahrzeug führen sollten. Sind Sie unsicher, ob Sie Ihre Warnzeichen erkennen, meiden Sie laut Packungsbeilage Situationen wie das Autofahren.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
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Medikamente Natriumhydrogencarbonat (Bicanorm)Natriumhydrogencarbonat gleicht eine Übersäuerung des Blutes aus.
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Behandlungen Strahlentherapie: NebenwirkungenMüdigkeit und Hautreizungen im Bestrahlungsfeld gehören zu den möglichen Nebenwirkungen einer Strahlentherapie.