MedikamenteWirkstoff
Natriumhydrogencarbonat: Nebenwirkungen und Wirkung
Natriumhydrogencarbonat in magensaftresistenten Weichkapseln wird gegen eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) eingesetzt und um ihr bei chronischer Nierenschwäche erneut vorzubeugen. Laut Packungsbeilage können Blähungen und Bauchschmerzen auftreten; das enthaltene Sojaöl kann sehr selten allergische Reaktionen hervorrufen. Wirkung und Blutsalze werden laut Packungsbeilage regelmäßig ärztlich kontrolliert; ohne ärztliche Überwachung darf es nicht über längere Zeit eingenommen werden, weil sonst hohe Natriumspiegel oder ein niedriger Säuregehalt im Blut (Alkalose) entstehen können.

Wofür wird Natriumhydrogencarbonat eingesetzt?
Natriumhydrogencarbonat in magensaftresistenten Weichkapseln wird zur Behandlung einer stoffwechselbedingten Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) angewendet [1, 2]. Außerdem dient es als Erhaltungstherapie, um bei chronischer Niereninsuffizienz, also eingeschränkter Nierenfunktion, einem erneuten Auftreten der Übersäuerung vorzubeugen [1, 2]. Laut Fachinformation ist es für Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren bestimmt [2]. Liegt der pH-Wert des Blutes unter 7,2, ist zur Korrektur der Übersäuerung eine Infusion nötig [1, 2].
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Nephrotrans 840 mg magensaftresistente Weichkapseln [1, 2]. Nephrotrans ist apothekenpflichtig, also ohne Rezept nur in der Apotheke erhältlich [2]; was das bedeutet, erklärt der Ratgeber Rezeptfrei und apothekenpflichtig. Laut Packungsbeilage gehört Nephrotrans zur Gruppe der Antazida [1]. Präparate mit Natriumhydrogencarbonat gegen Sodbrennen haben eigene Packungsbeilagen und andere Anwendungsgebiete; sie sind nicht Gegenstand dieser Seite (zum Thema Sodbrennen siehe Reflux und Sodbrennen).
Wie wirkt Natriumhydrogencarbonat?
Bei einer metabolischen Azidose ist das Blut stoffwechselbedingt übersäuert, die Säurespiegel im Blut sind hoch [1]. Natriumhydrogencarbonat hebt laut Fachinformation den Bicarbonatspiegel im Blutplasma an und behebt das Bicarbonat-Defizit. Damit lässt sich eine metabolische Azidose unterschiedlicher Ursache behandeln, sofern der pH-Wert des Blutes nicht unter 7,2 liegt [2].
Die Weichkapseln sind magensaftresistent und lösen sich erst im Dünndarm; laut Fachinformation ist das verabreichte Bicarbonat dadurch vollständig verfügbar, ähnlich wie bei einer Infusion [2]. In einer Studie mit Weichkapseln zu je 0,5 g Natriumhydrogencarbonat setzte die Aufnahme nach etwa 2 Stunden ein, die größten Veränderungen des Säure-Basen-Haushalts zeigten sich nach etwa 5 bis 8 Stunden; den aufgenommenen Anteil schätzt die Fachinformation grob auf etwa 70 % [2]. Die Kapseln dürfen Sie nicht kauen oder öffnen, weil das die Magensaftresistenz zerstört [1].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Sehr selten, also bei bis zu 1 von 10.000 Behandelten, kann das in den Kapseln enthaltene Sojaöl allergische Reaktionen hervorrufen; mehr dazu auf der Seite Medikamentenallergie [1, 2]. Für die übrigen Nebenwirkungen lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen ("nicht bekannt"): Es können Beschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Blähungen und Bauchschmerzen auftreten, und eine Langzeitanwendung kann die Bildung von Calcium- oder Magnesiumphosphatsteinen in der Niere begünstigen (siehe Nierensteine) [1, 2].
Für den Fall, dass die Dosis überschritten wird, nennt die Fachinformation bei den Nebenwirkungen außerdem eine muskuläre Übererregbarkeit durch erniedrigtes Calcium (hypokalzämische Tetanie) und, bei vorbestehenden Störungen des Magen-Darm-Trakts wie Durchfällen, eine mögliche Verstärkung dieser Störungen; die Packungsbeilage führt beides im Abschnitt zur Überdosierung auf [1, 2]. Wie Sie Häufigkeitsangaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- HautAllergische Reaktionen durch das enthaltene Sojaöl[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Magen und DarmBeschwerden im Magen-Darm-Trakt wie Blähungen und Bauchschmerzen[1, 2]Mehr dazu: BlähungenBauchschmerzen
- Nieren und HarnwegeBildung von Calcium- oder Magnesiumphosphatsteinen in der Niere bei Langzeitanwendung[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeLaut Fachinformation bei Überschreitung der Dosis: muskuläre Übererregbarkeit durch erniedrigtes Calcium (hypokalzämische Tetanie); bei vorbestehenden Störungen des Magen-Darm-Trakts, zum Beispiel Durchfällen, ist eine Verstärkung dieser Störungen möglich[2]
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Bei einer Überdosierung kann ein niedriger Säuregehalt im Blut (Alkalose) entstehen; Anzeichen sind laut Packungsbeilage Schwindelgefühl, Muskelschwäche, Müdigkeit, eine bläuliche Verfärbung von Haut oder Schleimhäuten, eine abgeflachte Atmung und krampfähnliche Muskelzuckungen, später auch Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Darmverschluss und Kreislaufkollaps [1]. Laut Fachinformation ist das auch bei einer relativen Überdosierung möglich, etwa bei Niereninsuffizienz [2]. In Einzelfällen können Zeichen eines zu hohen Natriumspiegels im Blut mit Verwirrtheit, erhöhter Erregbarkeit, Krampfanfällen und Koma vorherrschen [1]. Vermuten Sie eine Überdosierung, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet je nach Ausmaß über die nötigen Maßnahmen [1]. Bemerken Sie andere Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke, auch bei Nebenwirkungen, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Kontrollen wahrnehmen: Laut Packungsbeilage wird die Wirkung anfangs, insbesondere bei höheren Dosen, alle ein bis zwei Wochen ärztlich überwacht, zum Beispiel über eine Messung des pH-Wertes; auch die Blutsalze, vor allem Natrium, Kalium und Calcium, werden regelmäßig kontrolliert [1]. Die weitere Dosierung richtet sich nach diesen Ergebnissen, und ein zu niedriger Säuregehalt im Blut kann durch eine niedrigere Dosis korrigiert werden [1]. Laut Fachinformation sind die Kontrollen auch unter Dauerbehandlung regelmäßig durchzuführen [2].
Auf das Natrium achten: Jede Weichkapsel enthält 230 mg Natrium, den Hauptbestandteil von Kochsalz [1]. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie über längere Zeit zwei oder mehr Kapseln benötigen, besonders wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten sollen [1]. Nehmen Sie das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Überwachung über längere Zeit ein [1, 2].
Magen-Darm-Beschwerden: Blähungen und Bauchschmerzen können auftreten [1, 2]. Eigene Maßnahmen dagegen beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht; sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn solche Beschwerden Sie belasten [1, 2]. Hinweise finden Sie auf der Seite Magenbeschwerden; notieren können Sie Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch.
Sorbitol und Soja: Die Kapseln enthalten Sorbitol, eine Quelle für Fructose, und Sojaöl [1]. Bei einer Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern oder einer festgestellten angeborenen Fructose-Unverträglichkeit sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; laut Fachinformation dürfen Menschen mit hereditärer Fructoseintoleranz das Arzneimittel nicht einnehmen [1, 2]. Mehr zu Hilfsstoffen erklärt der Ratgeber Hilfsstoffe wie Laktose und Gluten.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen [1]. Natriumhydrogencarbonat kann die Aufnahme und Ausscheidung anderer Arzneimittel beeinflussen, sodass diese stärker oder schwächer wirken; laut Fachinformation geschieht das bei schwachen Säuren und Basen über die Erhöhung des pH-Wertes in Magen und Darm, bei anderen Mitteln nennt sie funktionelle Wechselwirkungen oder eine Beeinflussung der Löslichkeit [1, 2]. Genannt werden unter anderem Chinidin gegen Herzrhythmusstörungen, Kortison-Präparate, bestimmte harntreibende Mittel und Arzneimittel, die über den Harn ausgeschieden werden, etwa das Antibiotikum Ciprofloxacin [1, 2]. Mit Nahrungsmitteln und Getränken sind keine Wechselwirkungen bekannt [1]. Allgemeines erklärt der Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Sympathomimetika, Anticholinergika, trizyklische Antidepressiva, Barbiturate (gegen Epilepsie), H2-Antagonisten (zur Hemmung der Magensäurebildung), Captopril (ACE-Hemmer), Chinidin (gegen Herzrhythmusstörungen) | Aufnahme und Ausscheidung dieser Mittel können beeinflusst werden, ihre Wirkung kann stärker oder schwächer sein; laut Fachinformation über die Erhöhung des pH-Wertes in Magen und Darm[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Glucocorticoide und Mineralocorticoide (z. B. Kortison), Androgene (Geschlechtshormone), Diuretika, die die Kaliumausscheidung erhöhen | Wechselwirkungen möglich, die Wirkung kann stärker oder schwächer sein (laut Fachinformation funktionelle Wechselwirkungen)[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
| Arzneimittel, die über den Harn ausgeschieden werden (z. B. das Antibiotikum Ciprofloxacin) | Aufnahme und Ausscheidung können beeinflusst werden; laut Fachinformation ist auf eine mögliche Beeinflussung ihrer Löslichkeit zu achten[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Natriumhydrogencarbonat nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte
Nicht einnehmen dürfen Sie Nephrotrans bei einer Allergie gegen Natriumhydrogencarbonat, Soja, Erdnüsse oder einen der sonstigen Bestandteile, bei zu hohen Alkalispiegeln im Blut (metabolische Alkalose), bei einem erniedrigten Kaliumspiegel und bei einem erhöhten Natriumspiegel im Blut [1, 2]. Kinder unter 14 Jahren dürfen die Kapseln nicht einnehmen, weil Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern und Jugendlichen nicht untersucht wurden [1]. Besondere Vorsicht ist laut Packungsbeilage bei einer abgeflachten Atmung sowie bei niedrigen Calcium- oder hohen Salzspiegeln im Blut geboten [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Ärztliche Kontrollen: Die Wirkung wird anfangs, insbesondere bei höheren Dosen, alle ein bis zwei Wochen überwacht (z. B. mittels Messung des pH-Wertes); auch die Blutsalze, vor allem Natrium, Kalium und Calcium, werden regelmäßig kontrolliert, laut Fachinformation auch unter Dauerbehandlung. Die weitere Dosierung richtet sich nach diesen Ergebnissen; ein zu niedriger Säuregehalt im Blut (Hyperalkalisierung) kann durch eine niedrigere Dosis korrigiert werden[1, 2]
- Besondere Vorsicht bei abgeflachter Atmung (Hypoventilation), niedrigen Calciumspiegeln (Hypokalzämie) oder hohen Salzspiegeln im Blut (hyperosmolare Zustände)[1]
- Natriumgehalt: Jede Weichkapsel enthält 230 mg Natrium (Hauptbestandteil von Kochsalz), das entspricht 12 % der für Erwachsene empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung; die maximale empfohlene Tagesdosis von 6 Weichkapseln enthält 1,37 g Natrium (70 %). Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie über längere Zeit zwei oder mehr Weichkapseln benötigen, insbesondere bei einer kochsalzarmen (natriumarmen) Diät[1, 2]
- Keine Einnahme über längere Zeit ohne ärztliche Überwachung, weil hohe Natriumspiegel oder ein niedriger Säuregehalt im Blut (Alkalose) entstehen können[1, 2]
- Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern oder angeborene Fructose-Unverträglichkeit (hereditäre Fructoseintoleranz, HFI): Die Kapseln enthalten Sorbitol, eine Quelle für Fructose; sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation (Stand 12/2022) dürfen Menschen mit HFI dieses Arzneimittel nicht einnehmen[1, 2]
- Sehr starke Übersäuerung des Blutes (Blut-pH unter 7,2): Dann ist eine Infusion zur Korrektur der Azidose nötig[1, 2]
- Kinder und Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit wurden nicht untersucht; zur Anwendung bei Jugendlichen liegen laut Packungsbeilage keine Daten vor[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zur Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Studien. Obwohl bei entsprechender Indikation keine Einwände gegen Natriumhydrogencarbonat bestehen, sollten Sie Nephrotrans in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einnehmen [1]. Laut Fachinformation gelangt der Wirkstoff leicht über die Plazenta [2]. Auf die Verkehrstüchtigkeit hat das Arzneimittel keinen Einfluss [1, 2]. Einen Hinweis zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Allgemeines erklären die Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft und Medikamente in der Stillzeit.
Schwangerschaft
Es gibt keine Studien zur Einnahme in der Schwangerschaft. Obwohl bei entsprechender Indikation keine Einwände gegen die Einnahme von Natriumhydrogencarbonat bestehen, sollte Nephrotrans 840 mg in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt eingenommen werden.[1]
Laut Fachinformation wird eingenommenes Natriumhydrogencarbonat gut aufgenommen und gelangt leicht über die Plazenta. Über die Natriumbelastung können bestehende Störungen der Blutdruckregulation ebenso verstärkt werden wie die in der Schwangerschaft natürliche (physiologische) respiratorische Alkalose.[2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Es gibt keine Studien zur Einnahme in der Stillzeit. Fragen Sie vor der Einnahme Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke um Rat.[1, 2]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Nephrotrans 840 mg hat keinen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Die Weichkapseln über den Tag verteilt als Ganzes mit etwas Flüssigkeit einnehmen; nicht kauen oder öffnen, weil das die Magensaftresistenz zerstört.[1, 2]
Einnahme vergessen: nicht die doppelte Menge einnehmen und darüber hinaus die Ärztin oder den Arzt informieren.[1]
Nicht über 25 °C und in der Originalverpackung lagern, um den Inhalt vor Licht zu schützen.[1, 2]
Absetzen
Wenn Sie die Einnahme abbrechen, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.[1]
Überdosierung
Mögliche Beschwerden bei einer Überdosierung sind Schwindelgefühl, Muskelschwäche, Müdigkeit, eine bläuliche Verfärbung von Haut oder Schleimhäuten, eine abgeflachte Atmung und krampfähnliche Muskelzuckungen (Tetanie); später können Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Darmverschluss und Kreislaufkollaps folgen, Anzeichen eines niedrigen Säuregehalts im Blut (Alkalose). In Einzelfällen können Zeichen eines zu hohen Natriumspiegels im Blut mit Verwirrtheit, erhöhter Erregbarkeit, Krampfanfällen und Koma vorherrschen. Wird die Dosis überschritten, ist eine muskuläre Übererregbarkeit durch niedrige Calciumspiegel möglich; bei vorbestehenden Magen-Darm-Erkrankungen wie Durchfall können sich diese verschlechtern. Vermuten Sie eine Überdosierung, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation kann es auch bei relativer Überdosierung, etwa bei Niereninsuffizienz, zu einer Alkalose kommen.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt die übliche Tagesdosis und die maximale empfohlene Tagesdosis; zur Anwendung bei Jugendlichen liegen laut Packungsbeilage keine Daten vor [1]. Die Fachinformation ergänzt die Umrechnung auf das Körpergewicht [2]. In Abhängigkeit von den Blutwerten wird die Dosis an den Schweregrad der Azidose angepasst [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.
Einnahme und Absetzen
Schlucken Sie die Weichkapseln über den Tag verteilt als Ganzes mit etwas Flüssigkeit; kauen oder öffnen Sie sie nicht [1, 2]. Nehmen Sie das Arzneimittel nicht ohne ärztliche Überwachung über einen längeren Zeitraum ein, weil sonst hohe Natriumspiegel oder ein niedriger Säuregehalt im Blut (Alkalose) entstehen können [1, 2]. Haben Sie eine Einnahme vergessen, nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein und informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1].
Wenn Sie die Einnahme abbrechen, informieren Sie ebenfalls Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Lagern Sie die Kapseln nicht über 25 °C und in der Originalverpackung, um den Inhalt vor Licht zu schützen [1, 2]. Was bei einer zu großen Menge gilt, steht oben unter "Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen"; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Präparate mit Natriumhydrogencarbonat
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Nephrotrans 840 mg magensaftresistente Weichkapseln [1, 2]. Nephrotrans gibt es auch mit 500 mg Natriumhydrogencarbonat je Kapsel; für diese Stärke und für Präparate anderer Hersteller gelten eigene Packungsbeilagen mit eigenen Angaben zu Dosierung und Hilfsstoffen. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| bicaNorm | ||
| Nephrotrans 500 mg | MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG | magensaftresistente Weichkapseln mit 500 mg |
| Nephrotrans 840 mg | MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG | magensaftresistente Weichkapseln mit 840 mg; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Nephrotrans 840 mg magensaftresistente Weichkapseln. MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG. Stand 12/2025. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Nephrotrans 840 mg magensaftresistente Weichkapseln. MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG. Stand 12/2022. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Ist Natriumhydrogencarbonat dasselbe wie Natron gegen Sodbrennen?
Laut Packungsbeilage gehört Natriumhydrogencarbonat in Nephrotrans zur Gruppe der Antazida. Diese Seite beschreibt aber nur Nephrotrans 840 mg, ein Arzneimittel gegen eine stoffwechselbedingte Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose). Präparate gegen Sodbrennen haben eigene Packungsbeilagen mit anderen Anwendungsgebieten; mehr zum Thema Sodbrennen auf der Seite Reflux und Sodbrennen.
Warum muss ich die Kapseln im Ganzen schlucken?
Die Weichkapseln sind magensaftresistent. Laut Packungsbeilage dürfen Sie sie nicht kauen oder öffnen, weil das die Magensaftresistenz zerstört. Laut Fachinformation lösen sich die Kapseln erst im Dünndarm, sodass das verabreichte Bicarbonat vollständig verfügbar ist, ähnlich wie bei einer Infusion.
Warum sind unter Natriumhydrogencarbonat Blutkontrollen nötig?
Laut Packungsbeilage wird die Wirkung anfangs, insbesondere bei höheren Dosen, alle ein bis zwei Wochen ärztlich überwacht, zum Beispiel über eine Messung des pH-Wertes. Auch die Blutsalze, vor allem Natrium, Kalium und Calcium, werden regelmäßig kontrolliert, und die weitere Dosierung richtet sich nach den Ergebnissen. Ohne ärztliche Überwachung dürfen Sie die Kapseln nicht über längere Zeit einnehmen, weil sonst hohe Natriumspiegel oder ein niedriger Säuregehalt im Blut (Alkalose) entstehen können.
Was bedeutet der Natriumgehalt der Kapseln?
Jede Weichkapsel Nephrotrans 840 mg enthält 230 mg Natrium, den Hauptbestandteil von Kochsalz; das sind laut Packungsbeilage 12 % der für Erwachsene empfohlenen maximalen täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie über längere Zeit zwei oder mehr Kapseln benötigen, insbesondere wenn Sie eine kochsalzarme Diät einhalten sollen.
Kann Natriumhydrogencarbonat Nierensteine verursachen?
Laut Packungsbeilage kann eine Langzeitanwendung die Bildung von Calcium- oder Magnesiumphosphatsteinen in der Niere begünstigen. Wie häufig das vorkommt, lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen. Mehr dazu auf der Seite Nierensteine.
Darf ich Natriumhydrogencarbonat in der Schwangerschaft nehmen?
Zur Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Studien. Obwohl bei entsprechender Indikation keine Einwände gegen Natriumhydrogencarbonat bestehen, sollten Sie Nephrotrans 840 mg in der Schwangerschaft laut Packungsbeilage nur nach Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einnehmen. Laut Fachinformation gelangt der Wirkstoff leicht über die Plazenta.
Was passiert bei einer Überdosierung?
Laut Packungsbeilage können Anzeichen einer Alkalose auftreten: Schwindelgefühl, Muskelschwäche, Müdigkeit, eine bläuliche Verfärbung von Haut oder Schleimhäuten, eine abgeflachte Atmung und krampfähnliche Muskelzuckungen, später auch Teilnahmslosigkeit, Verwirrtheit, Darmverschluss und Kreislaufkollaps. In Einzelfällen stehen Zeichen eines zu hohen Natriumspiegels mit Verwirrtheit, erhöhter Erregbarkeit, Krampfanfällen und Koma im Vordergrund. Vermuten Sie eine Überdosierung, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Wer darf Natriumhydrogencarbonat nicht einnehmen?
Nephrotrans 840 mg darf laut Packungsbeilage nicht eingenommen werden bei einer Allergie gegen Natriumhydrogencarbonat, Soja, Erdnüsse oder einen der sonstigen Bestandteile, bei zu hohen Alkalispiegeln im Blut (metabolische Alkalose), bei einem erniedrigten Kaliumspiegel und bei einem erhöhten Natriumspiegel im Blut. Kinder unter 14 Jahren dürfen die Kapseln nicht einnehmen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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