MedikamenteWirkstoff
Dorzolamid: Nebenwirkungen und Wirkung
Dorzolamid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff in Augentropfen aus der Gruppe der Carboanhydrasehemmer, enthalten etwa in Dorzolamid STADA. Er senkt den erhöhten Augeninnendruck bei okulärer Hypertension, Offenwinkelglaukom und Pseudoexfoliationsglaukom, allein oder zusammen mit Betablocker-Augentropfen. Sehr häufig sind Brennen und Stechen der Augen; bei Zeichen einer allergieartigen Reaktion oder einer schweren Hautreaktion brechen Sie die Behandlung ab und holen umgehend ärztlichen Rat ein.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Brennen und Stechen der Augen[1, 2]
- Häufig: Hornhauterkrankung mit Augenschmerzen und verschwommenem Sehen (Keratitis superficialis punctata)[1, 2]
- Häufig: Absonderung mit Jucken und Entzündung der Augen (Bindehautentzündung, Konjunktivitis)[1, 2]
- Häufig: Tränen der Augen[1, 2]
- Häufig: Jucken der Augen[1, 2]
- Häufig: Reizung oder Entzündung des Augenlids[1, 2]
- Häufig: Verschwommenes Sehen[1, 2]
- Häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Bitterer Geschmack[1, 2]
- Häufig: Schwäche oder Müdigkeit (Fatigue)[1, 2]
Wofür wird Dorzolamid eingesetzt?
Dorzolamid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff in Augentropfen und gehört zur Arzneimittelgruppe der Carboanhydrasehemmer [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er zur Senkung des erhöhten Augeninnendrucks und zur Glaukombehandlung verordnet, beim Offenwinkelglaukom und beim Pseudoexfoliationsglaukom; er kann allein oder zusammen mit anderen drucksenkenden Augentropfen aus der Gruppe der Betablocker angewendet werden [1]. Mehr zur Erkrankung lesen Sie unter Grüner Star (Glaukom).
Die Fachinformation fasst das Anwendungsgebiet genauer: Dorzolamid ist zur Behandlung des erhöhten Augeninnendrucks bei okulärer Hypertension, Offenwinkelglaukom und Pseudoexfoliationsglaukom zugelassen, und zwar als Zusatz zu Betablockern oder allein bei Menschen, die auf Betablocker nicht ansprechen oder bei denen Betablocker nicht angewendet werden dürfen [2]. Ob die Behandlung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie wirkt Dorzolamid?
Carboanhydrase ist ein Enzym, das in vielen Geweben des Körpers vorkommt, auch im Auge. Dorzolamid hemmt dieses Enzym im Ziliarkörper des Auges. Dadurch wird weniger Kammerwasser gebildet, und der Augeninnendruck sinkt [2]. Ein erhöhter Augeninnendruck ist laut Fachinformation ein Hauptrisikofaktor für Schäden am Sehnerv und Gesichtsfeldverlust [2]. Dorzolamid verengt die Pupille nicht und hat eine sehr geringe bzw. keine Wirkung auf Puls und Blutdruck [2].
Nach der Anwendung am Auge gelangt Dorzolamid in den Blutkreislauf. Unter Dauertherapie reichert es sich in den roten Blutkörperchen an, während die Konzentrationen im Blutplasma extrem niedrig bleiben. Ausgeschieden wird es größtenteils unverändert über den Urin; nach dem Ende der Anwendung fällt die Konzentration in den roten Blutkörperchen zunächst rasch ab, danach folgt eine langsamere Ausscheidungsphase mit einer Halbwertszeit von ca. vier Monaten [2]. In klinischen Studien führte die Anwendung am Auge laut Fachinformation nicht zu den Störungen des Säure-Basen-Haushalts oder der Blutsalze, die für Carboanhydrasehemmer zum Einnehmen typisch sind [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen aus Packungsbeilage und Fachinformation von Dorzolamid STADA. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2]. Die Einstufung folgt der jüngeren Fachinformation; sie stimmt mit der Packungsbeilage überein, die Lichtempfindlichkeit der Augen nennt nur die Fachinformation [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Laut Fachinformation wurde Dorzolamid an mehr als 1.400 Personen untersucht. In Langzeitstudien mit 1.108 Behandelten waren Nebenwirkungen am Auge, vor allem Bindehautentzündung und Reaktionen an den Lidern, bei etwa 3 Prozent der häufigste Grund, die Behandlung abzubrechen [2]. Klinisch bedeutsame Verschiebungen der Blutsalze wurden mit Dorzolamid nicht in Verbindung gebracht [2]. Mehr zum bitteren Geschmack lesen Sie unter Geschmacksstörungen.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- AugenHornhauterkrankung mit Augenschmerzen und verschwommenem Sehen (Keratitis superficialis punctata)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenAbsonderung mit Jucken und Entzündung der Augen (Bindehautentzündung, Konjunktivitis)[1, 2]
- AugenTränen der Augen[1, 2]
- AugenJucken der Augen[1, 2]
- AugenReizung oder Entzündung des Augenlids[1, 2]
- AugenVerschwommenes Sehen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
- Magen und DarmÜbelkeit[1, 2]Mehr dazu: Übelkeit
- Magen und DarmBitterer Geschmack[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen
- Allgemeine BeschwerdenSchwäche oder Müdigkeit (Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)Müdigkeit
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen
- Allgemeine BeschwerdenAllergieartige Reaktionen: Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, die das Atmen oder Schlucken erschweren kann (Angioödem), Nesselsucht, Juckreiz, Hautausschlag, Augenentzündung und Reaktionen an den Augenlidern, Kurzatmigkeit oder Atemnot, selten pfeifende Atemgeräusche (Bronchospasmus)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenNesselsuchtJuckreizHautausschlagAtemnot
- HautSchwerwiegende Hautreaktionen mit Blasenbildung, die Mund, Augen und Geschlechtsorgane betreffen können (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere Hautreaktionen
- AugenVorübergehende Kurzsichtigkeit, die nach dem Ende der Behandlung zurückgehen kann[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenFlüssigkeitseinlagerung unter der Netzhaut (Aderhautablösung) nach einer Glaukomoperation[1, 2]
- AugenNiedriger Augeninnendruck (okuläre Hypotonie)[1, 2]
- AugenHornhautschwellung (Hornhautödem) mit Sehstörungen[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- AugenAugenreizung einschließlich Augenrötung, Augenschmerzen und Verkrustung des Augenlids[1, 2]
- Magen und DarmReizung im Rachenbereich[1, 2]
- Magen und DarmTrockener Mund[1, 2]Mehr dazu: Mundtrockenheit
- NervensystemSchwindel[1, 2]Mehr dazu: Schwindel
- NervensystemKribbeln oder taubes Gefühl in Händen oder Füßen (Parästhesien)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Nieren und HarnwegeNierensteine (Urolithiasis)[1, 2]
- AtemwegeNasenbluten (Epistaxis)[1, 2]Mehr dazu: Blutungen und blaue Flecken
- HautÖrtlicher Hautausschlag (Kontaktdermatitis)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- AtemwegeKurzatmigkeit (Dyspnoe)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
- AugenFremdkörpergefühl im Auge[1, 2]
- AugenLichtempfindlichkeit der Augen (Photophobie)[2]
- HerzKräftiger Herzschlag, der schnell oder unregelmäßig sein kann (Palpitationen)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- HerzErhöhte Herzfrequenz (Tachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
- Gefäße und KreislaufErhöhter Blutdruck (Hypertonie)[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Weil Dorzolamid eine Sulfonamidgruppe besitzt und in den Körper aufgenommen wird, können laut Fachinformation dieselben Nebenwirkungen auftreten wie bei Sulfonamiden, auch schwerwiegende Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom oder die toxische epidermale Nekrolyse; bei Anzeichen schwerwiegender Reaktionen oder einer Überempfindlichkeit wird das Mittel abgesetzt [2]. Mehr dazu unter Schwere Hautreaktionen und Arzneimittelallergie.
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Aufnahme in den Körper verringern: Schließen Sie nach dem Eintropfen die Augen und drücken Sie etwa zwei Minuten mit dem Finger auf den inneren Augenwinkel; das hilft zu verhindern, dass der Tropfen über den Tränenkanal abfließt [1]. Laut Fachinformation verringert das Abdrücken des Tränenkanals oder das Schließen der Lider für 2 Minuten die Aufnahme in den Körper; das kann Nebenwirkungen im Körper vermindern und die Wirkung am Auge verstärken [2].
Brennen, Stechen, Reizung: Treten eine Augenreizung oder andere Augenprobleme wie eine Augenrötung oder eine Schwellung der Lider neu auf, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen, besonders bei trockenen Augen oder Erkrankungen der Hornhaut [1]. Mehr zu trockenen Augen unter Trockene Augen.
Verschwommenes Sehen und Schwindel: Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Maschinen, solange Sie sich unwohl fühlen oder unscharf sehen [1]. Bemerken Sie andere Nebenwirkungen, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über andere Augentropfen. Besonders wichtig ist das bei anderen Carboanhydrasehemmern wie Acetazolamid und bei Antibiotika aus der Gruppe der Sulfonamide [1]. Laut Fachinformation können sich bei gleichzeitiger Gabe eines Carboanhydrasehemmers zum Einnehmen die bekannten Wirkungen im Körper addieren; diese Kombination wird nicht empfohlen [2].
In klinischen Studien wurde Dorzolamid zusammen mit Timolol- und Betaxolol-Augentropfen sowie mit Blutdrucksenkern wie ACE-Hemmern und Calciumkanalblockern, mit Entwässerungsmitteln, NSAR einschließlich Acetylsalicylsäure und Hormonen wie Östrogen, Insulin oder Thyroxin ohne Wechselwirkungen angewendet [2]. Wenden Sie weitere Augentropfen an, halten Sie mindestens 10 Minuten Abstand [1].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Carboanhydrasehemmer wie Acetazolamid; Antibiotika aus der Gruppe der Sulfonamide | Bei Carboanhydrasehemmern zum Einnehmen können sich laut Fachinformation die bekannten Wirkungen im Körper addieren[1, 2] | Ärztin, Arzt oder Apotheke vorher informieren; Carboanhydrasehemmer zum Einnehmen laut Fachinformation nicht gleichzeitig empfohlen |
| Andere Augentropfen | Gezielte Studien zu Wechselwirkungen wurden mit Dorzolamid nicht durchgeführt[1, 2] | Zwischen den Anwendungen mindestens 10 Minuten Abstand |
| Miotika und adrenerge Agonisten (Glaukommittel) | Das Zusammenwirken wurde nicht abschließend ausgewertet[2] | Ärztin oder Arzt informieren |
| Timolol- und Betaxolol-Augentropfen, ACE-Hemmer, Calciumkanalblocker, Diuretika, nichtsteroidale Antiphlogistika einschließlich Acetylsalicylsäure, Hormone wie Östrogen, Insulin oder Thyroxin | In klinischen Studien gleichzeitig ohne Auftreten von Wechselwirkungen angewendet[2] | Alle Arzneimittel angeben |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Dorzolamid nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Bei schweren Nierenfunktionsstörungen oder Nierenproblemen dürfen Sie Dorzolamid nicht anwenden, weil der Wirkstoff überwiegend über die Nieren ausgeschieden wird [1, 2]. Hatten Sie schon einmal Nierensteine, kann laut Fachinformation während der Anwendung ein erhöhtes Risiko für neue Steine bestehen [2]. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt vor der Anwendung über alle gesundheitlichen Probleme, auch über Augenprobleme und Augenoperationen, sowie über Allergien gegen Arzneimittel [1].
Nicht einnehmen bei
Besondere Vorsicht bei
- Lebererkrankung, jetzt oder früher; laut Fachinformation bei Leberfunktionsstörungen nicht geprüft und mit Vorsicht anzuwenden[1, 2]
- Nierensteine in der Vorgeschichte: Laut Fachinformation kann während der Anwendung ein erhöhtes Risiko für Nierensteine (Urolithiasis) bestehen; Carboanhydrasehemmer zum Einnehmen wurden mit Nierensteinen in Zusammenhang gebracht[2]
- Allergien gegen Arzneimittel: Laut Fachinformation besitzt Dorzolamid eine Sulfonamidgruppe und wird in den Körper aufgenommen; deshalb können dieselben Nebenwirkungen wie bei Sulfonamiden auftreten, auch schwerwiegende Hautreaktionen. Bei Anzeichen schwerwiegender Reaktionen oder einer Überempfindlichkeit ist das Mittel abzusetzen[1, 2]
- Frühere Augenoperationen oder Hornhauterkrankungen; laut Fachinformation wurde bei chronischen Hornhautdefekten oder nach Operationen im Auge über Hornhautödeme und bleibende Hornhautschäden (irreversible Hornhautdekompensation) berichtet[1, 2]
- Laut Fachinformation nach fistulierenden Operationen Berichte über Aderhautabhebung mit zu niedrigem Augeninnendruck bei Arzneimitteln, die die Kammerwasserbildung hemmen[2]
- Akutes Winkelblockglaukom: laut Fachinformation nicht geprüft; neben drucksenkenden Augentropfen sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich[2]
- Kontaktlinsen: Benzalkoniumchlorid kann von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben, Linsen vor der Anwendung herausnehmen und erst nach 15 Minuten wieder einsetzen[1, 2]
- Trockene Augen oder Erkrankungen der Hornhaut: Benzalkoniumchlorid kann Reizungen am Auge hervorrufen; laut Fachinformation sollten Patientinnen und Patienten bei längerer Anwendung überwacht werden[1, 2]
- Frühgeborene und Neugeborene: Laut Fachinformation bei Frühgeborenen vor der 36. Schwangerschaftswoche und bei Neugeborenen unter einer Woche nicht geprüft; bei ausgeprägter Unreife der Nieren wegen des Risikos einer Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose) nur nach gründlicher Abwägung[2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Schwangerschaft, Stillzeit, Verkehrstüchtigkeit und Anwendung sagen [1, 2, 3]. Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keinen Hinweis. Laut Packungsbeilage sollten Sie Dorzolamid nicht während der Schwangerschaft anwenden [1]. Embryotox hält dorzolamidhaltige Augentropfen in der gesamten Schwangerschaft für anwendbar, wenn besser untersuchte Alternativen nicht infrage kommen oder nicht ausreichend wirken; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Timolol und Latanoprost [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.
Schwangerschaft
Laut Packungsbeilage sollten Sie Dorzolamid STADA nicht während der Schwangerschaft anwenden; informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen. Laut Fachinformation liegen keine oder nur begrenzte Daten vor; bei Kaninchen führte Dorzolamid in für das Muttertier giftigen Dosen zu Fehlbildungen.[1, 2]
Embryotox: Dorzolamidhaltige Augentropfen dürfen in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden, wenn besser untersuchte Alternativen nicht infrage kommen oder nicht ausreichend wirken; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Timolol und Latanoprost. Hinweise auf eine fehlbildende Wirkung haben sich bisher nicht ergeben, die Erfahrungen sind aber gering. Die Aufnahme in den Körper sollte durch Verschließen des Tränenkanals und Schließen der Augenlider für wenige Minuten verringert werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Laut Packungsbeilage wird Stillen nicht empfohlen, wenn eine Behandlung mit Dorzolamid erforderlich ist. Laut Fachinformation ist nicht bekannt, ob Dorzolamid beim Menschen in die Muttermilch übergeht; im Tierversuch ging es in die Milch über, ein Risiko für das Neugeborene oder Kleinkind kann nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]
Embryotox: Dorzolamidhaltige Augentropfen können, wenn es notwendig ist, in der Stillzeit angewendet werden; über Beschwerden bei gestillten Säuglingen wurde bisher nicht berichtet. Die Aufnahme in den Körper sollte durch Verschließen des Tränenkanals und Schließen der Augenlider für wenige Minuten verringert werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Nebenwirkungen wie Schwindel und verschwommenes Sehen können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, solange Sie sich unwohl fühlen oder unscharf sehen.[1, 2]
Einnahme
Hände waschen und vor der ersten Anwendung prüfen, ob der Sicherheitsstreifen am Flaschenhals unversehrt ist. Kopf nach hinten beugen, das Unterlid leicht herabziehen, die Flasche kippen und leicht zusammendrücken, bis ein Tropfen ins Auge gelangt; die Tropferspitze darf weder Auge noch Augenlid, Umgebung oder andere Oberflächen berühren. Danach die Augen schließen und etwa zwei Minuten mit dem Finger auf den inneren Augenwinkel drücken. Bei weiteren Augentropfen mindestens 10 Minuten Abstand.[1, 2]
Dosis vergessen: schnellstmöglich nachholen; ist es fast Zeit für die nächste Anwendung, die vergessene auslassen und wie gewohnt weitermachen, keine doppelte Dosis. Die Flasche im Umkarton aufbewahren, nicht über 30 °C lagern und 4 Wochen (28 Tage) nach dem Anbruch entsorgen.[1]
Absetzen
Dorzolamid sollte jeden Tag angewendet werden, nur so wird die angestrebte Wirkung erreicht. Wollen Sie die Behandlung abbrechen, sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Laut Fachinformation wird bei einer Umstellung von einem anderen Glaukommittel dieses noch einen Tag angewendet und Dorzolamid am nächsten Tag begonnen.[1, 2]
Überdosierung
Zu viele Tropfen im Auge oder etwas geschluckt: Kontaktieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Fachinformation wurde nach dem Einnehmen Schläfrigkeit berichtet, nach Anwendung am Auge Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, verändertes Träumen und Schluckbeschwerden; möglich sind Verschiebungen der Blutsalze, eine Übersäuerung des Blutes und Wirkungen auf das Nervensystem.[1, 2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt, wie oft Dorzolamid allein und wie oft es zusammen mit Betablocker-Augentropfen eingetropft wird; die Fachinformation ergänzt einen Hinweis zu Kindern [1, 2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Die geeignete Dosis und die Dauer der Behandlung bestimmt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1].
Einnahme und Absetzen
Waschen Sie sich vor der Anwendung die Hände. Prüfen Sie vor der ersten Anwendung, ob der Sicherheitsstreifen am Flaschenhals unversehrt ist; ein Spalt zwischen Flasche und Deckel ist bei ungeöffneter Flasche normal. Beugen Sie den Kopf nach hinten, ziehen Sie das Unterlid leicht herab, kippen Sie die Flasche und drücken Sie sie leicht zusammen, bis ein Tropfen ins Auge gelangt. Berühren Sie mit der Tropferspitze weder Auge noch Lid oder andere Oberflächen: Verunreinigte Tropfen können Augeninfektionen verursachen und zu schweren Augenschäden bis zum Verlust des Sehvermögens führen [1].
Haben Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie schnellstmöglich nach; ist es fast Zeit für die nächste Anwendung, lassen Sie die vergessene aus und wenden Sie keine doppelte Dosis an [1]. Entsorgen Sie die Flasche vier Wochen nach dem Anbruch, auch wenn noch Inhalt übrig ist [1].
Dorzolamid sollte jeden Tag angewendet werden, nur so wird die angestrebte Wirkung erreicht. Wollen Sie die Behandlung abbrechen, sprechen Sie zuerst mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente absetzen.
Präparate mit Dorzolamid
Dorzolamid-Augentropfen gibt es von mehreren Herstellern. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Dorzolamid STADA 20 mg/ml Augentropfen [1, 2]. Für Präparate, die Dorzolamid zusammen mit Timolol enthalten, gelten eigene Packungsbeilagen; maßgeblich ist immer die Packungsbeilage Ihres Präparats.
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Dorzolamid STADA | STADAPHARM GmbH | Augentropfen mit 20 mg/ml, mit Benzalkoniumchlorid; verschreibungspflichtig; Grundlage dieser Seite |
| Dorzolamid - 1 A Pharma | 1 A Pharma GmbH | Augentropfen, Lösung mit 20 mg/ml; eigene Packungsbeilage |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Dorzolamid STADA 20 mg/ml Augentropfen. STADAPHARM GmbH. Stand 12/2022. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Dorzolamid STADA 20 mg/ml Augentropfen. STADAPHARM GmbH. Stand 01/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Dorzolamid. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Gehört ein bitterer Geschmack zu den Nebenwirkungen von Dorzolamid?
Ja, ein bitterer Geschmack gehört zu den häufigen Nebenwirkungen, betrifft also bis zu 1 von 10 Behandelten. Zur Anwendung empfiehlt die Packungsbeilage, nach dem Eintropfen die Augen zu schließen und etwa zwei Minuten mit dem Finger auf den inneren Augenwinkel zu drücken; das hilft zu verhindern, dass der Tropfen über den Tränenkanal abfließt. Laut Fachinformation verringert das die Aufnahme in den Körper und kann Nebenwirkungen im Körper vermindern.
Kann Dorzolamid Nierensteine verursachen?
Nierensteine (Urolithiasis) gehören zu den seltenen Nebenwirkungen, betreffen also bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Laut Fachinformation kann bei Menschen, die schon einmal Nierensteine hatten, während der Anwendung ein erhöhtes Risiko bestehen. Bei schweren Nierenfunktionsstörungen dürfen Sie Dorzolamid nicht anwenden.
Darf ich Dorzolamid bei einer Sulfonamid-Allergie anwenden?
Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und nennen Sie alle Arzneimittelallergien. Laut Fachinformation besitzt Dorzolamid eine Sulfonamidgruppe und wird in den Körper aufgenommen; deshalb können dieselben Nebenwirkungen wie bei Sulfonamiden auftreten, auch schwerwiegende Hautreaktionen. Die Packungsbeilage nennt außerdem Antibiotika aus der Gruppe der Sulfonamide: Wenden Sie solche an, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Kann ich Dorzolamid zusammen mit Timolol anwenden?
Laut Fachinformation ist Dorzolamid auch als Zusatz zu Betablocker-Augentropfen zugelassen, und in klinischen Studien wurde es zusammen mit Timolol-Augentropfen ohne Wechselwirkungen angewendet. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosierung bei gemeinsamer Anwendung stehen im Abschnitt Dosierung. Zwischen zwei verschiedenen Augentropfen sollten laut Packungsbeilage mindestens 10 Minuten liegen. Ob die gemeinsame Anwendung für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Darf ich Dorzolamid mit Kontaktlinsen anwenden?
Nicht, während Sie die Linsen tragen. Dorzolamid STADA enthält das Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid, das von weichen Kontaktlinsen aufgenommen werden und sie verfärben kann. Nehmen Sie die Linsen vor der Anwendung heraus und setzen Sie sie erst nach 15 Minuten wieder ein.
Darf ich Dorzolamid in der Schwangerschaft anwenden?
Laut Packungsbeilage sollten Sie Dorzolamid STADA nicht während der Schwangerschaft anwenden. Das Beratungszentrum Embryotox schreibt, dass dorzolamidhaltige Augentropfen in der gesamten Schwangerschaft angewendet werden dürfen, wenn besser untersuchte Alternativen nicht infrage kommen oder nicht ausreichend wirken; als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox Timolol und Latanoprost. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Darf ich nach dem Eintropfen Auto fahren?
Schwindel und verschwommenes Sehen können die Verkehrstüchtigkeit beeinträchtigen. Setzen Sie sich nicht ans Steuer und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen, solange Sie sich unwohl fühlen oder unscharf sehen.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
-
Medikamente Nepafenac (Nevanac)Nepafenac lindert Schmerzen und Entzündungen nach einer Kataraktoperation.
-
-
Impfungen COVID-19-Impfung: Nebenwirkungen und ReaktionenWelche Nebenwirkungen die COVID-19-Impfstoffe laut Fachinformation haben, je Impfstoff.