MedikamenteWirkstoff

Dulaglutid: Nebenwirkungen und Wirkung

Dulaglutid ist ein verschreibungspflichtiger GLP-1-Rezeptoragonist zur Behandlung eines unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren. Als Trulicity wird es einmal pro Woche unter die Haut gespritzt. Sehr häufig sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen, die meist zu Beginn der Behandlung auftreten. Bei schweren Bauch- und Rückenschmerzen, die nicht weggehen, suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Frau in den Sechzigern geht an einem Herbsttag zügig auf einem Uferweg an einem See entlang
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall; sie verschwinden normalerweise im Lauf der Zeit, treten meist zu Beginn der Behandlung auf und sind normalerweise nicht schwerwiegend[1, 2]
  • Sehr häufig: Bauchschmerzen (Abdominalschmerzen)[1, 2]
  • Sehr häufig: Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die Metformin, einen Sulfonylharnstoff und/oder Insulin enthalten; zu den Anzeichen gehören Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwäche, Schwindel, Hungergefühl, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Herzrasen und Schwitzen[1, 2]
  • Häufig: Unterzuckerung (Hypoglykämie) bei alleiniger Anwendung, zusammen mit Metformin und Pioglitazon oder zusammen mit SGLT2-Hemmern mit oder ohne Metformin[1]
  • Häufig: Weniger Hunger (verminderter Appetit)[1, 2]
  • Häufig: Verdauungsstörung (Dyspepsie)[1, 2]
  • Häufig: Verstopfung[1, 2]
  • Häufig: Blähungen und geblähter Bauch[1, 2]
  • Häufig: Sodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit), hervorgerufen durch Magensäure, die vom Magen durch die Speiseröhre in den Mund gelangt[1, 2]
  • Häufig: Aufstoßen (Rülpsen)[1, 2]
  • Häufig: Müdigkeit (Fatigue)[1, 2]
  • Häufig: Erhöhter Puls (Sinustachykardie)[1, 2]
  • Häufig: Verlangsamung der elektrischen Herzströme (atrioventrikulärer Block ersten Grades)[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Dulaglutid eingesetzt?

Dulaglutid ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der GLP-1-Rezeptoragonisten und als Trulicity zugelassen [2, 4]. Er ist zur Behandlung eines unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren zugelassen, unterstützend zu Diät und Bewegung [1, 2]. Trulicity kann allein angewendet werden, wenn Metformin wegen einer Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen nicht infrage kommt, oder zusätzlich zu anderen Arzneimitteln zur Behandlung des Diabetes (zum Einnehmen und/oder Insulin) [1, 2]. Befolgen Sie die Anweisungen zu Diät und Bewegung weiter [1].

Laut Packungsbeilage wird Trulicity angewendet, um den Blutzucker zu senken, und kann dazu beitragen, Herzerkrankungen zu verhindern [1]. Die Fachinformation beschreibt dazu eine Langzeitstudie mit rund 9.900 Menschen mit Typ-2-Diabetes, die im Mittel (Median) 5,4 Jahre beobachtet wurden: Zusätzlich zur Standardbehandlung traten unter Trulicity schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse (Tod aus Herz-Kreislauf-Gründen, nicht tödlicher Herzinfarkt oder nicht tödlicher Schlaganfall) seltener auf als unter Placebo [2]. Bei Typ-1-Diabetes und zur Behandlung einer diabetischen Ketoazidose darf Dulaglutid nicht angewendet werden; es ist kein Ersatz für Insulin [2].

Wie wirkt Dulaglutid?

Dulaglutid ähnelt dem körpereigenen GLP-1 (Glucagon-like Peptide-1) und aktiviert dessen Bindungsstellen (Rezeptoren) [2]. Ist der Blutzucker erhöht, führt es laut Fachinformation in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse zur Ausschüttung von Insulin. Zugleich unterdrückt es die Ausschüttung des Hormons Glukagon, das bei Typ-2-Diabetes unangemessen erhöht ist; dadurch setzt die Leber weniger Zucker frei. Außerdem verlangsamt Dulaglutid die Magenentleerung [2]. Die Wirkung auf den Blutzucker beginnt mit der ersten Gabe und hält über die Woche bis zur nächsten Injektion an [2].

Das körpereigene GLP-1 hat laut Fachinformation nur eine Halbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) von 1,5 bis 2 Minuten. Dulaglutid ist dagegen so aufgebaut, dass es nicht durch das Enzym DPP-4 abgebaut wird und wegen seiner Größe langsamer aufgenommen und über die Nieren ausgeschieden wird; seine Halbwertszeit beträgt laut Fachinformation 4,7 Tage. Das macht eine Injektion einmal pro Woche möglich [2]. Bei Typ-2-Diabetes ist die höchste Konzentration im Blut 48 Stunden nach der Injektion erreicht [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation von Trulicity eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "selten" bis zu 1 von 1.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Am häufigsten betreffen die Nebenwirkungen den Magen-Darm-Trakt. Laut Fachinformation hatten in Studien über bis zu 104 Wochen mit den beiden niedrigeren Dosen 12,9 bis 21,2 Prozent der Behandelten Übelkeit, 10,7 bis 13,7 Prozent Durchfall und 6,9 bis 11,5 Prozent Erbrechen; die Beschwerden waren typischerweise leicht oder mäßig, wurden vor allem in den ersten beiden Behandlungswochen berichtet und nahmen in den folgenden 4 Wochen rasch ab [2]. Bei der niedrigsten Dosis liegen Erbrechen und Bauchschmerzen laut Fachinformation eine Häufigkeitsgruppe niedriger [2]. Außerdem stieg der Puls in den Studien im Mittel leicht an [2]. Mehr dazu auf den Seiten Übelkeit und Erbrechen durch Medikamente und Durchfall durch Medikamente.

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen und Durchfall; sie verschwinden normalerweise im Lauf der Zeit, treten meist zu Beginn der Behandlung auf und sind normalerweise nicht schwerwiegend[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenDurchfall
  • Magen und DarmBauchschmerzen (Abdominalschmerzen)[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
  • Stoffwechsel und ErnährungUnterzuckerung (Hypoglykämie) bei Anwendung zusammen mit Arzneimitteln, die Metformin, einen Sulfonylharnstoff und/oder Insulin enthalten; zu den Anzeichen gehören Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwäche, Schwindel, Hungergefühl, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Herzrasen und Schwitzen[1, 2]Mehr dazu: Unterzuckerung

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Stoffwechsel und ErnährungUnterzuckerung (Hypoglykämie) bei alleiniger Anwendung, zusammen mit Metformin und Pioglitazon oder zusammen mit SGLT2-Hemmern mit oder ohne Metformin[1]Mehr dazu: Unterzuckerung
  • Magen und DarmWeniger Hunger (verminderter Appetit)[1, 2]Mehr dazu: Appetitlosigkeit
  • Magen und DarmVerdauungsstörung (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
  • Magen und DarmVerstopfung[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
  • Magen und DarmBlähungen und geblähter Bauch[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
  • Magen und DarmSodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit), hervorgerufen durch Magensäure, die vom Magen durch die Speiseröhre in den Mund gelangt[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
  • Magen und DarmAufstoßen (Rülpsen)[1, 2]
  • Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
  • Laborwerte und UntersuchungenErhöhter Puls (Sinustachykardie)[1, 2]Mehr dazu: Herzrasen
  • Laborwerte und UntersuchungenVerlangsamung der elektrischen Herzströme (atrioventrikulärer Block ersten Grades)[1, 2]

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Allgemeine BeschwerdenReaktionen an der Injektionsstelle, zum Beispiel Ausschlag oder Rötung[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit), zum Beispiel Schwellung oder erhabener juckender Hautausschlag (Nesselsucht)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtJuckreiz
  • Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitsmangel (Dehydrierung), häufig verbunden mit Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall[1, 2]
  • Leber und GalleGallensteine (Cholelithiasis)[1, 2]
  • Leber und GalleEntzündung der Gallenblase (Cholezystitis)[1, 2]
  • NervensystemVeränderung des Geschmacks von Speisen oder Getränken (Dysgeusie)[1, 2]Mehr dazu: Geschmacksstörungen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

  • Magen und DarmDarmverschluss ohne mechanisches Hindernis (nicht mechanische intestinale Obstruktion), eine schwere Form von Verstopfung mit zusätzlichen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Erbrechen[1, 2]Mehr dazu: VerstopfungBauchschmerzenBlähungenErbrechen

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Besteht der Verdacht auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, muss Dulaglutid laut Fachinformation abgesetzt werden; bestätigt sie sich, darf die Behandlung nicht wieder aufgenommen werden [2]. Erhöhte Werte der Bauchspeicheldrüsenenzyme allein sagen ohne andere Anzeichen keine akute Entzündung voraus [2]. Mehr dazu auf der Seite Bauchspeicheldrüsenentzündung durch Medikamente. Haben Sie schon einmal eine Pankreatitis gehabt, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann in den Fünfzigern isst am hellen Küchentisch eine kleine Schale Gemüsesuppe, daneben ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall: Diese Beschwerden sind normalerweise nicht schwerwiegend und lassen bei den meisten Menschen im Lauf der Zeit nach [1]. Zu Beginn der Behandlung kann es in einigen Fällen zu einem Flüssigkeitsverlust kommen, zum Beispiel bei Erbrechen, Übelkeit oder Durchfall; das kann die Nierenfunktion einschränken. Die Packungsbeilage rät, eine Austrocknung zu vermeiden, indem Sie viel trinken [1]. Treten schwerwiegende Beschwerden durch eine verzögerte Magenentleerung wie Völlegefühl, Übelkeit oder Erbrechen auf, die nicht verschwinden, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Unterzuckerung: Zusammen mit Arzneimitteln, die Metformin, einen Sulfonylharnstoff wie Glimepirid und/oder Insulin enthalten, ist eine Unterzuckerung sehr häufig [1, 2]. Zu den Anzeichen gehören Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwäche, Schwindel, Hungergefühl, Verwirrtheit, Reizbarkeit, Herzrasen und Schwitzen; wie eine Unterzuckerung zu behandeln ist, erklärt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt [1]. Wenden Sie Trulicity zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin an, überprüfen Sie Ihren Blutzucker so, wie es Ihnen vorgeschrieben wurde; möglicherweise wird die Dosis dieser Mittel verringert [1]. Mehr dazu auf der Seite Medikamente, die den Blutzucker verändern.

Gallenblase: Gallensteine und eine Entzündung der Gallenblase sind gelegentliche Nebenwirkungen [1, 2]. Mehr über die Erkrankung lesen Sie auf der Seite Gallensteine.

Halten Beschwerden an oder belasten sie Sie, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal [1]. Notieren können Sie Beschwerden im Nebenwirkungs-Tagebuch.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt, Ihre Apotheke oder das medizinische Fachpersonal über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, kürzlich angewendet haben oder anwenden wollen [1]. Weil Trulicity die Entleerung des Magens verlangsamen kann, kann es die Aufnahme anderer Arzneimittel beeinflussen [1, 2]. Für Paracetamol, Atorvastatin, Digoxin, Lisinopril, Metoprolol, Warfarin, die untersuchte Pille und Metformin mit sofortiger Freisetzung ist laut Fachinformation keine Dosisanpassung nötig, wenn sie zusammen mit Dulaglutid gegeben werden; in Studien veränderten sich ihre Blutspiegel teilweise [2]. Sitagliptin erhöhte dagegen die Menge von Dulaglutid im Blut, was dessen blutzuckersenkende Wirkung verstärken kann [2].

Wechselwirkungen von Dulaglutid
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Sulfonylharnstoffe oder InsulinUnterzuckerung möglich[1, 2]Die Ärztin oder der Arzt ordnet möglicherweise eine niedrigere Dosis dieser Mittel an; Blutzucker so überprüfen, wie es vorgeschrieben wurde
Arzneimittel zum EinnehmenTrulicity kann die Magenentleerung verlangsamen und so die Aufnahme anderer Arzneimittel beeinflussen; laut Fachinformation vor allem zu Beginn der Behandlung bei Mitteln, die im Magen-Darm-Trakt rasch aufgenommen oder verzögert freigesetzt werden[1, 2]Alle angewendeten Arzneimittel der Ärztin, dem Arzt oder der Apotheke nennen
Sitagliptin (Diabetesmittel zum Einnehmen)Laut Fachinformation steigt die Menge von Dulaglutid im Blut (Bioverfügbarkeit um etwa 38 %), was die blutzuckersenkende Wirkung erhöhen kann[2]Ärztlich besprechen
Paracetamol, Atorvastatin, Digoxin, Lisinopril, Metoprolol, Warfarin, die Pille (Norgestimat/Ethinylestradiol) und Metformin mit sofortiger FreisetzungIn Studien teils veränderte Blutspiegel dieser Mittel[2]Laut Fachinformation keine Dosisanpassung dieser Mittel nötig

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Dulaglutid nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte

Als Gegenanzeige nennen Packungsbeilage und Fachinformation nur eine Allergie gegen Dulaglutid oder einen der sonstigen Bestandteile [1, 2]. Die folgenden Punkte stammen aus den Warnhinweisen; trifft einer davon auf Sie zu, sprechen Sie vor der Anwendung mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt, Ihrer Apotheke oder dem medizinischen Fachpersonal [1]. Allgemeine Hinweise zur Vorbereitung auf einen Eingriff gibt der Ratgeber Medikamente vor der OP.

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Dulaglutid oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Typ-1-Diabetes: Dulaglutid ist dann nicht das Richtige; laut Fachinformation darf es bei Typ-1-Diabetes und zur Behandlung einer diabetischen Ketoazidose nicht angewendet werden. Trulicity ist kein Insulin und sollte nicht als Ersatz für Insulin angewendet werden[1, 2]
  • Diabetische Ketoazidose, eine Diabetes-Komplikation bei Insulinmangel; zu den Anzeichen zählen rascher Gewichtsverlust, Krankheitsgefühl, süßlich riechender Atem, ein süßer oder metallischer Geschmack im Mund und ein ungewohnter Geruch von Urin oder Schweiß. Laut Fachinformation gibt es Berichte über Ketoazidosen bei insulinabhängigen Patienten nach raschem Absetzen oder schneller Dosisverringerung von Insulin[1, 2]
  • Dialyse: Die Anwendung wird dann nicht empfohlen; laut Fachinformation gibt es bei terminaler Niereninsuffizienz nur sehr begrenzte Erfahrungen[1, 2]
  • Ernsthafte Probleme mit der Verdauung oder Nahrung, die länger als normal im Magen bleibt (einschließlich Gastroparese); laut Fachinformation wird Dulaglutid bei schweren Magen-Darm-Erkrankungen nicht empfohlen[1, 2]
  • Frühere Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)[1]
  • Operation unter Narkose: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, dass Sie Trulicity anwenden. Laut Fachinformation wurden bei Menschen, die GLP-1-Rezeptoragonisten erhielten und eine Vollnarkose oder tiefe Sedierung bekamen, Fälle von Lungenentzündung durch eingeatmeten Mageninhalt (Aspirationspneumonie) berichtet[1, 2]
  • Flüssigkeitsverlust (Dehydrierung) zu Beginn der Behandlung, etwa durch Erbrechen, Übelkeit und/oder Durchfall: Er kann zu einer Einschränkung der Nierenfunktion führen. Trinken Sie viel, um einen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden[1, 2]
  • Kinder unter 10 Jahren: Es liegen keine Daten vor[1, 2]
  • Polysorbat 80 kann allergische Reaktionen auslösen; teilen Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit, ob bei Ihnen oder Ihrem Kind schon einmal eine allergische Reaktion beobachtet wurde[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen; zu Alkohol enthält die Produktinformation von Trulicity keinen eigenen Hinweis [1, 2, 3]. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung verhüten [1]. Allgemeines zu Arzneimitteln in der Schwangerschaft erklärt der Ratgeber Medikamente in der Schwangerschaft.

Schwangerschaft

Es ist nicht bekannt, ob Dulaglutid dem ungeborenen Kind schadet. Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung verhüten. Sind Sie schwanger, vermuten Sie es oder planen Sie eine Schwangerschaft, fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt: Trulicity sollte während der Schwangerschaft nicht angewendet werden; besprechen Sie, wie Sie Ihren Blutzucker in der Schwangerschaft am besten kontrollieren.[1]

Laut Fachinformation liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren vor; Tierstudien haben eine Reproduktionstoxizität gezeigt. Die Anwendung in der Schwangerschaft wird nicht empfohlen.[2]

Embryotox: Erste Daten zu den GLP-1-Agonisten ergaben keinen Verdacht auf eine fruchtschädigende Wirkung, reichen aber für eine differenzierte Risikobewertung nicht aus. Bei einem nicht insulinpflichtigen Typ-2-Diabetes sollten GLP-1-Analoga in der Schwangerschaft auf Humaninsulin bzw. Insulinanaloga umgestellt werden. Metformin kann laut Embryotox eine alternative Behandlungsmöglichkeit für Typ-2-Diabetikerinnen in der Schwangerschaft sein. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Wenden Sie Trulicity nicht an, wenn Sie stillen, und sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Ob Dulaglutid in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; laut Fachinformation kann ein Risiko für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden.[1, 2]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Autofahren und Maschinen

Trulicity hat keinen bis einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit. Zusammen mit einem Sulfonylharnstoff oder Insulin kann es jedoch zu einer Unterzuckerung kommen, die die Konzentrationsfähigkeit herabsetzt. Bemerken Sie Anzeichen einer Unterzuckerung, führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]

Einnahme

Trulicity wird einmal wöchentlich unter die Haut von Bauch oder Oberschenkel gespritzt; spritzt eine andere Person, auch in den Oberarm. Jeder Fertigpen enthält eine Wochendosis. Die Injektion ist zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Mahlzeiten möglich, wenn möglich immer am gleichen Wochentag; innerhalb der Körperregion jede Woche eine andere Stelle wählen. Der Wochentag kann gewechselt werden, wenn seit der letzten Injektion mindestens 3 Tage vergangen sind. Lesen Sie vor der Anwendung die Bedienungsanleitung des Fertigpens.[1, 2]

Dosis vergessen: Ist die nächste Dosis in frühestens 3 Tagen geplant, die vergessene Dosis so bald wie möglich spritzen; sind es weniger als 3 Tage, die vergessene Dosis auslassen und die nächste zum geplanten Termin spritzen. Nie die doppelte Menge anwenden.[1, 2]

Absetzen

Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne zuvor mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Nach dem Abbruch kann der Blutzucker ansteigen.[1]

Besteht der Verdacht auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, muss Dulaglutid laut Fachinformation abgesetzt werden; bestätigt sie sich, darf die Behandlung nicht wieder aufgenommen werden.[2]

Überdosierung

Haben Sie mehr Trulicity angewendet, als Sie sollten, sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt: Zu viel kann den Blutzucker zu stark senken und dazu führen, dass Sie sich schlecht fühlen oder krank werden. Laut Fachinformation traten bei Überdosierungen in Studien Magen-Darm-Beschwerden und Unterzuckerungen auf; behandelt wird unterstützend nach den Beschwerden.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt Dosen für Erwachsene und für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren; die Fachinformation ergänzt die Höchstdosis sowie Hinweise für Kombinationen und für Menschen mit eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion [1, 2]. Jeder Fertigpen enthält eine Wochendosis [1]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Anwendung und Absetzen

Trulicity wird einmal pro Woche unter die Haut des Bauchs oder des Oberschenkels gespritzt; spritzt eine andere Person, ist auch der Oberarm möglich [1]. Die Tageszeit und die Mahlzeiten spielen keine Rolle, wenn möglich nutzen Sie aber immer denselben Wochentag. Zur Erinnerung können Sie den Wochentag der ersten Dosis auf dem Karton oder in Ihrem Kalender markieren [1]. Sie können jede Woche in dieselbe Körperregion spritzen, wählen dort aber jeweils eine andere Stelle [1]. Lesen Sie vor der Anwendung die Bedienungsanleitung des Fertigpens; jeder Pen ist nur zum einmaligen Gebrauch bestimmt [1]. Trulicity wird im Kühlschrank gelagert und kann bis zu 14 Tage außerhalb des Kühlschranks bei höchstens 30 °C aufbewahrt werden [1].

Brechen Sie die Behandlung nicht ab, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen: Danach kann der Blutzucker ansteigen [1]. Steht eine Operation unter Narkose an, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, dass Sie Trulicity anwenden [1]. Was bei einer Überdosierung zu tun ist, steht in der Karte oben; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Präparate mit Dulaglutid

Trulicity enthält Dulaglutid; Fertigpens gibt es in den Stärken 0,75 mg, 1,5 mg, 3 mg und 4,5 mg, und jeder Pen enthält eine Dosis [1, 2]. Das Arzneimittel ist in der gesamten EU zugelassen, die Produktinformation veröffentlicht die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Trulicity [1, 2]. Verwandte Wirkstoffe derselben Gruppe sind zum Beispiel Semaglutid und Liraglutid; sie haben eigene Packungsbeilagen.

Präparate mit Dulaglutid
PräparatAnbieterHinweis
TrulicityEli Lilly Nederland B.V.Fertigpens mit 0,75 mg, 1,5 mg, 3 mg oder 4,5 mg; Grundlage dieser Seite

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Trulicity (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Trulicity 0,75 mg/1,5 mg/3 mg/4,5 mg Injektionslösung in einem Fertigpen. Eli Lilly Nederland B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Trulicity (EPAR), Anhang I: Fachinformation. Eli Lilly Nederland B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 01/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Diabetes mellitus (Erkrankungen). Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV), Anlage 1, Eintrag Dulaglutid. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026

Häufige Fragen

Wofür ist Trulicity zugelassen?

Trulicity ist zur Behandlung eines unzureichend kontrollierten Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen und Kindern ab 10 Jahren zugelassen, unterstützend zu Diät und Bewegung: als alleiniges Diabetesmittel, wenn Metformin wegen Unverträglichkeit oder Gegenanzeigen nicht infrage kommt, oder zusätzlich zu anderen Diabetesmitteln. Laut Packungsbeilage kann es außerdem dazu beitragen, Herzerkrankungen zu verhindern. Bei Typ-1-Diabetes darf es laut Fachinformation nicht angewendet werden.

Nimmt man mit Trulicity ab?

Laut Fachinformation veränderte sich das Körpergewicht in Studien je nach Dosis unterschiedlich: Bei den beiden niedrigeren Dosen lagen die Veränderungen zwischen einer Zunahme von 0,86 kg und einer Abnahme von 2,90 kg; im Vergleich der Dosen nahm das Gewicht unter den beiden höchsten Dosen stärker ab als unter der zweitniedrigsten. Zur Gewichtsabnahme ist Trulicity nicht zugelassen; das Anwendungsgebiet ist der Typ-2-Diabetes. Weniger Hunger (verminderter Appetit) ist eine häufige Nebenwirkung.

Wie lange halten Übelkeit und Durchfall unter Trulicity an?

Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verschwinden laut Packungsbeilage normalerweise im Lauf der Zeit; sie treten meist zu Beginn der Behandlung auf. Laut Fachinformation wurden sie hauptsächlich in den ersten beiden Behandlungswochen berichtet und nahmen in den folgenden 4 Wochen rasch ab. Trinken Sie viel, um einen Flüssigkeitsmangel zu vermeiden, und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn die Beschwerden nicht verschwinden.

Kann Trulicity Gallensteine verursachen?

Ja. Gallensteine und eine Entzündung der Gallenblase gehören laut Packungsbeilage zu den gelegentlichen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten. Mehr über die Erkrankung lesen Sie auf der Seite Gallensteine; bei Beschwerden sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Kann Dulaglutid die Bauchspeicheldrüse entzünden?

Ja, eine akute Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) ist eine seltene Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 1.000 Behandelten. Sie kann schwere Bauch- und Rückenschmerzen verursachen, die nicht weggehen; dann suchen Sie sofort eine Ärztin oder einen Arzt auf. Besteht der Verdacht, muss Dulaglutid laut Fachinformation abgesetzt werden; bestätigt sich die Entzündung, darf die Behandlung nicht wieder aufgenommen werden.

Was tue ich, wenn ich eine Injektion vergessen habe?

Ist Ihre nächste Dosis in frühestens 3 Tagen geplant, spritzen Sie die vergessene Dosis so bald wie möglich und die nächste zum geplanten Termin. Sind es weniger als 3 Tage, lassen Sie die vergessene Dosis aus. Wenden Sie nie die doppelte Menge an.

Warum muss ich vor einer Operation sagen, dass ich Trulicity anwende?

Dulaglutid verlangsamt die Magenentleerung. Laut Fachinformation wurden bei Menschen, die GLP-1-Rezeptoragonisten erhielten und eine Vollnarkose oder tiefe Sedierung bekamen, Fälle von Lungenentzündung durch eingeatmeten Mageninhalt berichtet. Die Packungsbeilage bittet, die Ärztin oder den Arzt vor einer Operation unter Narkose zu informieren.

Darf ich Trulicity in der Schwangerschaft oder Stillzeit anwenden?

In der Schwangerschaft sollte Trulicity nicht angewendet werden. Es ist nicht bekannt, ob Dulaglutid dem ungeborenen Kind schadet; Frauen, die schwanger werden können, müssen während der Behandlung verhüten. In der Stillzeit wenden Sie Trulicity nicht an. Planen Sie eine Schwangerschaft, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wie Sie Ihren Blutzucker dann kontrollieren.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu