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Duloxetin absetzen

Duloxetin beenden Sie laut Packungsbeilage nicht ohne ärztlichen Rat, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen; soll die Behandlung enden, verringert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis langsam über mindestens 2 Wochen. Absetzerscheinungen wie Schwindel, Kribbeln oder stromschlagartige Empfindungen vor allem im Kopf, Schlafstörungen, Übelkeit oder Reizbarkeit sind laut Fachinformation häufig, besonders nach einem abrupten Ende; gewöhnlich verschwinden sie innerhalb von 2 Wochen, bei einigen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, gehen Sie sofort zu einer Ärztin, einem Arzt oder in ein Krankenhaus.

Frau Anfang fünfzig mit kinnlangem hellbraunem Haar in einer petrolfarbenen gemusterten Bluse geht im Frühling langsam auf einem Uferweg an einem See entlang
Bild: KI-generiert

Duloxetin beenden Sie laut Packungsbeilage nicht ohne ärztlichen Rat, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Ist Ihre Ärztin oder Ihr Arzt der Meinung, dass Sie das Mittel nicht mehr brauchen, verringert sie oder er die Dosis langsam über mindestens 2 Wochen, bevor Sie die Einnahme beenden [1]. Absetzerscheinungen treten laut Fachinformation häufig auf, vor allem nach einem abrupten Ende. Im Allgemeinen klingen sie von selbst ab und verschwinden gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen, bei einigen Behandelten können sie aber 2 bis 3 Monate oder länger anhalten [2].

Duloxetin ist ein verschreibungspflichtiges Antidepressivum aus der Gruppe der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Es wird bei Erwachsenen gegen depressive Erkrankungen, die generalisierte Angststörung und Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie angewendet [1, 2].

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Laut Packungsbeilage beenden Sie die Einnahme der Kapseln nicht ohne den Rat Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Ist Ihre Ärztin oder Ihr Arzt der Meinung, dass Sie Duloxetin nicht länger benötigen, verringert sie oder er die Dosis langsam über mindestens 2 Wochen [1]. Außerdem rät die Packungsbeilage, die Behandlung nicht zu beenden und die Dosis nicht zu ändern, ohne mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben; ohne Behandlung kann sich Ihr Zustand verschlechtern statt bessern, und eine spätere Behandlung kann schwieriger werden [1].

Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte hält fest: Ein abruptes Absetzen muss vermieden werden. Soll die Behandlung enden, muss die Dosis über mindestens 1 bis 2 Wochen schrittweise verringert werden, um das Risiko für Absetzerscheinungen möglichst klein zu halten. An anderer Stelle empfiehlt sie, Duloxetin über mindestens 2 Wochen langsam stufenweise auszuschleichen und dabei die Bedürfnisse der behandelten Person zu berücksichtigen [2]. Einzelne Schritte nennen weder Packungsbeilage noch Fachinformation; die legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1, 2].

Wie lange die Behandlung normalerweise dauert

Wie lange Sie Duloxetin einnehmen, besprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Es ist möglich, dass Sie es auch dann noch verordnet bekommen, wenn Sie sich besser fühlen, damit eine Depression oder Angststörung nicht wiederkommt [1]. Laut Fachinformation wird bei beiden Erkrankungen empfohlen, die Behandlung nach Stabilisierung des Ansprechens einige Monate weiterzuführen, um einen Rückfall zu vermeiden. Bei Schmerzen durch diabetische Polyneuropathie sollte nach 2 Monaten beurteilt werden, ob Duloxetin wirkt; der Nutzen muss regelmäßig, mindestens alle drei Monate, überprüft werden [2].

Für die Behandlung der Depression mit Antidepressiva allgemein richtet sich die Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Unipolare Depression an die Behandelnden: Die Einnahme soll 6 bis 12 Monate über das Abklingen einer depressiven Episode (Remission) hinaus empfohlen werden. Ist danach keine längere Behandlung zur Vorbeugung neuer Episoden (Rezidivprophylaxe) angezeigt, soll das Antidepressivum ausgeschlichen werden [11].

Wenn die Behandlung wegen einer Nebenwirkung endet

Steigt der Blutdruck unter Duloxetin anhaltend an, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation erwägen, die Dosis zu verringern oder Duloxetin schrittweise abzusetzen [2]. Für die Behandlung der Depression empfiehlt die NVL: Ist ärztlich geplant, ein Antidepressivum wegen gefährlicher oder stark belastender Nebenwirkungen abzusetzen, soll das rasch oder abrupt geschehen [11]. Bei Zeichen eines Serotonin-Syndroms wie Unruhe, Halluzinationen, schnellem Herzschlag, erhöhter Körpertemperatur oder übermäßigen Reflexen wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Weitere Warnzeichen stehen im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Einige Menschen, die Duloxetin abrupt abgesetzt hatten, bemerkten laut Packungsbeilage folgende Beschwerden [1]:

Die Packungsbeilage beschreibt diese Beschwerden als normalerweise nicht schwerwiegend; sie verschwinden innerhalb einiger Tage. Treten bei Ihnen Beschwerden auf, fragen Sie trotzdem Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [1].

Laut Fachinformation treten Absetzerscheinungen häufig auf, besonders nach einem abrupten Ende der Behandlung. In klinischen Studien traten nach einem abrupten Behandlungsabbruch bei etwa 45 Prozent der mit Duloxetin und bei 23 Prozent der mit einem Scheinmedikament (Placebo) Behandelten unerwünschte Ereignisse auf. Das Risiko für Absetzsymptome kann bei SSRI und SNRI unter anderem von der Dauer der Behandlung, der Dosis und dem Ausmaß der Dosisverringerung abhängen. Die Beschwerden sind normalerweise leicht bis mittelschwer, können bei einigen aber schwerwiegend sein, und beginnen üblicherweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen. Im Allgemeinen gehen sie von selbst zurück und verschwinden gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen; bei einigen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten [2].

Laut Fachinformation wurden Krampfanfälle und Ohrgeräusche (Tinnitus) auch nach dem Absetzen berichtet, Aggression und Wut insbesondere zu Beginn der Behandlung oder nach dem Absetzen [2].

In der Übersicht der NVL zum Risiko für Absetzsyndrome steht Duloxetin unter "moderat"; die übrigen Stufen sind hoch, gering und unklar. Grundlage sind bei Duloxetin laut Leitlinie hochwertige und gute Belege aus Absetzstudien [11].

Absetzsyndrom, Rebound und Rückfall

Für Antidepressiva allgemein beschreibt die NVL das Absetzsyndrom als unspezifisch und überwiegend mild, zum Beispiel mit grippeähnlichen Beschwerden, Gleichgewichtsstörungen und stromschlagähnlichen Missempfindungen. Es hängt zeitlich eng mit dem Absetzen zusammen, bildet sich je nach Halbwertszeit innerhalb von 2 bis 6 Wochen von selbst zurück und bessert sich rasch, wenn das Mittel wieder eingenommen wird [11]. Laut Patientenblatt der NVL treten solche Beschwerden oft innerhalb von 2 bis 4 Tagen nach dem Absetzen auf [12]. Davon unterscheidet die Leitlinie Rebound-Phänomene: Depressive Beschwerden kehren stärker oder mit zusätzlichen Beschwerden wie Ängsten zurück, Rückfälle kommen rascher, oder das Risiko für erneute depressive Beschwerden ist erhöht; die Evidenzlage dazu ist noch unzureichend. Rebound-Phänomene und teilweise auch Absetzsyndrome lassen sich nur schwer von einem Rückfall unterscheiden [11]. Diese Angaben gelten für Antidepressiva als Gruppe in der Behandlung der Depression, nicht speziell für Duloxetin. Laut IQWiG erhöht ein eigenständiges Absetzen, sobald es einem besser geht, das Risiko, dass eine Depression erneut auftritt [13]. Mehr dazu: Absetz- und Entzugserscheinungen.

Was nach dem Ende der Behandlung bestehen bleiben kann

Mittel wie Duloxetin können sexuelle Funktionsstörungen verursachen. Laut Packungsbeilage blieben sie in bestimmten Fällen nach dem Ende der Behandlung bestehen; die Fachinformation spricht von lang anhaltenden Beschwerden trotz des Absetzens [1, 2]. Mehr dazu unter Libido und Potenz.

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Ende vierzig mit kurzem dunklem Haar und Bart im rostroten Pullover sitzt am Küchentisch und spricht ruhig mit seiner Partnerin mit langem blondem Haar, beide mit einer Tasse Tee
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Wie das Ausschleichen bei Ihnen abläuft, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Treten nach einer Verringerung der Dosis oder nach dem Absetzen Beschwerden auf, die nicht tolerierbar sind, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation erwägen, die vorhergehende Dosis wieder einnehmen zu lassen. Anschließend kann sie oder er das Ausschleichen fortsetzen, allerdings in langsameren Stufen [2]. Das klären Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; ändern Sie die Dosis nicht ohne Absprache [1].

Die NVL Unipolare Depression bezieht sich auf die Behandlung von Depressionen. Für Antidepressiva allgemein empfiehlt sie den Behandelnden: Ist geplant, ein Antidepressivum nach dem Abklingen der Depression am Ende der Erhaltungstherapie oder einer Rezidivprophylaxe abzusetzen, soll das schrittweise geschehen, um eine Rebound-Depression und Absetzsymptome zu vermeiden. Am Ende einer solchen Behandlung sollte das Antidepressivum über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen [11]. Ein sehr langsames Vorgehen hält die Leitliniengruppe nicht in jedem Fall für nötig, weil ein zügiges Ausschleichen bei vielen Patientinnen und Patienten problemlos möglich sei; sie empfiehlt engmaschige ärztliche Kontrollen und nur bei Absetzsymptomen ein langsameres Ausschleichen. Nach einer Kombinationsbehandlung sollen mehrere Antidepressiva nacheinander ausgeschlichen werden [11].

Wenn beim Ausschleichen Absetzsymptome auftreten: Laut NVL soll die Ärztin oder der Arzt dann wieder auf die vorherige Dosierung erhöhen und anschließend langsamer und wenn möglich mit kleineren Schritten ausschleichen. Für die sehr seltenen Fälle, in denen das schrittweise Absetzen deshalb schwierig oder nicht möglich ist, nennt die Leitlinie besondere ärztliche Strategien, die erwogen werden können [11].

Kontrollen: Für Antidepressiva allgemein bei Depressionen empfiehlt die NVL den Behandelnden: Während des schrittweisen Absetzens sollen Behandelte engmaschig auf Absetzsymptome und auf eine Verschlechterung oder ein Neuauftreten der Depression untersucht werden; ein Kontakt sollte etwa 1 Woche nach jeder Verringerung der Dosis erfolgen, mindestens aber alle 2 Wochen. Nach der letzten Einnahme soll der regelmäßige Kontakt mindestens 6 Monate lang weitergehen [11].

Wechsel und MAO-Hemmer: Wechselt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt auf ein anderes Antidepressivum, sollte laut NVL wegen möglicher Wechselwirkungen das neue Mittel schrittweise aufdosiert und das alte ausschleichend abgesetzt werden [11]. Nach dem Ende von Duloxetin sollten laut Packungsbeilage mindestens 5 Tage vergehen, bevor Sie mit einem MAO-Hemmer wie dem Antidepressivum Moclobemid beginnen; die Fachinformation sieht diesen Abstand ebenfalls vor [1, 2].

Schwangerschaft

Werden Sie unter Duloxetin schwanger oder planen Sie eine Schwangerschaft, teilen Sie das laut Packungsbeilage Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt mit; einnehmen dürfen Sie Duloxetin nur nach einem Gespräch über Nutzen und mögliche Risiken für das ungeborene Kind [1]. Hat die Mutter Duloxetin kurz vor dem Entbindungstermin eingenommen, können beim Neugeborenen laut Fachinformation Entzugssymptome auftreten. Packungsbeilage und Fachinformation nennen schlaffe Muskeln, Zittern, nervöse Unruhe, Schwierigkeiten beim Füttern, Probleme beim Atmen und Krampfanfälle; meist zeigen sie sich bei der Entbindung oder innerhalb weniger Tage danach [1, 2]. Zeigt Ihr Baby solche Anzeichen, fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Hebamme um Rat [1].

Embryotox, das Beratungszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin, bewertet den Erfahrungsumfang mit Duloxetin in der Schwangerschaft als sehr hoch. Bei stabiler Einstellung kann die Behandlung laut Embryotox fortgesetzt werden; bei einer Neueinstellung sollte zunächst geprüft werden, ob die am besten untersuchten Antidepressiva Sertralin oder Citalopram bzw. Escitalopram infrage kommen [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Die Schwangerschaft sollte laut Embryotox sorgfältig gynäkologisch überwacht und engmaschig psychiatrisch begleitet werden. Nach einer antidepressiven Behandlung zeigt etwa ein Drittel der Neugeborenen vorübergehend Zeichen einer Anpassungsstörung. In den ersten Lebenstagen ist darauf zu achten; die Entbindung sollte deshalb in einer Klinik mit Neugeborenenmedizin (Neonatologie) erfolgen [3]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine Dosis vergessen, holen Sie sie laut Packungsbeilage nach, sobald es Ihnen auffällt. Ist schon Zeit für die nächste Dosis, nehmen Sie wie gewohnt weiter, ohne die vergessene Kapsel zusätzlich einzunehmen, und nehmen Sie nicht die doppelte Menge [1]. Laut Fachinformation wurde sehr selten berichtet, dass Absetzerscheinungen schon nach einer einzelnen versehentlich ausgelassenen Dosis auftraten [2].

Was Sie tun können

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Wenn Sie eine Behandlung mit Antidepressiva beenden möchten, rät das Patientenblatt der NVL, das Mittel nicht eigenmächtig wegzulassen und mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt das beste Vorgehen für Sie zu besprechen [12]. Diese Fragen können Ihnen im Gespräch helfen:

  • Spricht etwas dafür, Duloxetin noch länger einzunehmen, oder ist jetzt ein guter Zeitpunkt?
  • Über welchen Zeitraum wird die Dosis verringert, und wann ist die nächste Kontrolle?
  • Welche Absetzerscheinungen sind möglich, und an wen wende ich mich, wenn sie stark werden?
  • Woran merke ich, ob die Depression, die Angst oder die Nervenschmerzen zurückkommen?
  • Was ist bei meinen anderen Medikamenten zu beachten, auch bei einem Wechsel?

Notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und welche Beschwerden wann auftreten. Laut Packungsbeilage kann es hilfreich sein, einem Freund oder Verwandten von der Depression oder Angststörung zu erzählen und ihn zu bitten, Ihnen zu sagen, wenn er eine Verschlimmerung bemerkt oder sich Sorgen über Ihr Verhalten macht [1]. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]; wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr zum Thema: Medikamente absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Gedanken, sich etwas anzutun: Laut Fachinformation wurde über Suizidgedanken und suizidales Verhalten während der Behandlung mit Duloxetin oder kurze Zeit nach ihrem Ende berichtet, vereinzelt auch bei der Behandlung von Nervenschmerzen bei Diabetes [2]. Haben Sie zu irgendeinem Zeitpunkt Gedanken, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen, gehen Sie laut Packungsbeilage zu einer Ärztin oder einem Arzt oder suchen Sie unverzüglich ein Krankenhaus auf [1]. Hilfe bekommen Betroffene und Angehörige laut IQWiG auch beim Sozialpsychiatrischen Dienst, in Krisenzentren oder bei der Telefonseelsorge, notfalls anonym und rund um die Uhr; ist jemand akut gefährdet, sollte die 112 angerufen werden [14]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Die Beschwerden werden schlimmer: Bei Depression und generalisierter Angststörung sollen Behandelte und die Menschen, die sie betreuen, laut Fachinformation darauf hingewiesen werden, auf jede Verschlechterung, auf Suizidgedanken oder suizidales Verhalten und auf ungewöhnliche Veränderungen im Verhalten zu achten und dann unverzüglich ärztlichen Rat einzuholen [2].

Krampfanfall oder Notfall: Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung gehören akute und anhaltende Krampfanfälle sowie Suizidversuche zu den Fällen für den Notruf 112. Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [15].

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Duloxetin-ratiopharm 30 mg, 60 mg magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Duloxetin-ratiopharm magensaftresistente Hartkapseln. ratiopharm GmbH. Stand 11/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Duloxetin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung, Version 3.2 (AWMF-Register-Nr. nvl-005), Kapitel 4.4.8 mit Empfehlungen 4-15 bis 4-22 und Tabellen 31 und 32, Kapitel 6.1 mit Empfehlungen 6-1 und 6-2, Empfehlung 7-13. Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF. Stand Version 3.2, Juli 2023 (gültig bis 29.09.2027). abgerufen am 16.10.2026
  5. Leitlinie Patientenblatt "Antidepressiva: Was ist beim Absetzen zu beachten?" zur NVL Unipolare Depression. Programm für Nationale VersorgungsLeitlinien (Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, AWMF), Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin. Stand 2022. abgerufen am 16.10.2026
  6. Wie wirksam sind Antidepressiva? (Abschnitt "Wie werden Antidepressiva wieder abgesetzt?"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 16.10.2026
  7. Depression (Abschnitt "Leben und Alltag"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 16.10.2026
  8. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Duloxetin einfach absetzen?

Nein. Laut Packungsbeilage beenden Sie die Einnahme nicht ohne den Rat Ihrer Ärztin oder Ihres Arztes, auch nicht, wenn Sie sich besser fühlen. Ist Ihre Ärztin oder Ihr Arzt der Meinung, dass Sie Duloxetin nicht mehr brauchen, verringert sie oder er die Dosis laut Packungsbeilage langsam über mindestens 2 Wochen, bevor die Einnahme endet. Laut Fachinformation muss ein abruptes Absetzen vermieden werden.

Welche Absetzerscheinungen können bei Duloxetin auftreten?

Die Packungsbeilage nennt nach einem abrupten Ende unter anderem Schwindel und Drehschwindel, Kribbeln wie Ameisenlaufen oder Empfindungen ähnlich einem elektrischen Schlag vor allem im Kopf, lebhafte Träume, Albträume oder Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Unruhe, Angst, Übelkeit oder Erbrechen, Zittern, Kopf- und Muskelschmerzen, Reizbarkeit, Durchfall und übermäßiges Schwitzen. Laut Fachinformation wurden nach dem Absetzen auch Krampfanfälle und Ohrgeräusche (Tinnitus) berichtet sowie Aggression und Wut.

Wie lange dauern Absetzerscheinungen bei Duloxetin?

Laut Packungsbeilage sind die Beschwerden normalerweise nicht schwerwiegend und verschwinden innerhalb einiger Tage. Die Fachinformation beschreibt, dass sie üblicherweise in den ersten Tagen nach dem Absetzen beginnen und gewöhnlich innerhalb von 2 Wochen verschwinden; bei einigen können sie 2 bis 3 Monate oder länger anhalten. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat, wenn bei Ihnen Beschwerden auftreten.

Wie lange dauert das Ausschleichen von Duloxetin?

Laut Packungsbeilage verringert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis langsam über mindestens 2 Wochen. Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte nennt in Abschnitt 4.2 mindestens 1 bis 2 Wochen und in Abschnitt 4.4 mindestens 2 Wochen unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der behandelten Person; einen Plan mit einzelnen Schritten enthalten beide nicht. Für Antidepressiva allgemein in der Behandlung der Depression empfiehlt die Nationale VersorgungsLeitlinie den Behandelnden: Am Ende einer Erhaltungstherapie oder Rezidivprophylaxe sollte das Antidepressivum über mindestens 8 bis 12 Wochen ausgeschlichen werden, wenn keine anderen Gründe dagegen sprechen. Den Ablauf legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Was hilft bei starken Absetzerscheinungen?

Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat. Treten nach einer Verringerung der Dosis oder nach dem Absetzen Beschwerden auf, die nicht tolerierbar sind, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation erwägen, die vorhergehende Dosis wieder einnehmen zu lassen; anschließend kann sie oder er das Ausschleichen langsamer fortsetzen. Ändern Sie die Dosis nicht ohne diese Absprache.

Macht Duloxetin abhängig?

Für Antidepressiva allgemein erklärt die Nationale VersorgungsLeitlinie, dass formal keine Abhängigkeit im Sinne der Definition besteht, weil nur zwei Kriterien einer Abhängigkeitserkrankung erfüllt sind: Toleranzentwicklung und Entzugssymptome. Laut IQWiG machen Antidepressiva anders als viele Schlaf- und Beruhigungsmittel nicht körperlich abhängig oder süchtig. Absetzerscheinungen sind bei Duloxetin laut Fachinformation trotzdem häufig.

Darf ich Duloxetin in der Schwangerschaft absetzen?

Besprechen Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie etwas ändern, und teilen Sie ihr oder ihm laut Packungsbeilage mit, wenn Sie schwanger werden. Laut Embryotox kann eine stabile Einstellung mit Duloxetin in der Schwangerschaft fortgesetzt werden. Als besser geeignete Alternativen bei depressiven Erkrankungen nennt Embryotox Sertralin und Citalopram bzw. Escitalopram. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Embryotox bietet eine kostenlose Beratung an.

Gelten die Hinweise auch, wenn ich Duloxetin gegen Nervenschmerzen nehme?

Packungsbeilage und Fachinformation nennen die Hinweise zum Absetzen für alle Anwendungsgebiete gemeinsam, also auch für Schmerzen bei diabetischer Polyneuropathie. Bei diesen Schmerzen sollte laut Fachinformation nach 2 Monaten beurteilt werden, ob Duloxetin wirkt, und der Nutzen muss regelmäßig, mindestens alle drei Monate, überprüft werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wie die Behandlung beendet wird.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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