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Lorazepam absetzen

Lorazepam soll nicht plötzlich abgesetzt werden: Laut Packungsbeilage wird die Dosis in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt schrittweise verringert, das senkt das Risiko für Entzugserscheinungen, die in manchen Fällen lebensbedrohlich sein können. Möglich sind unter anderem Schlaflosigkeit, Angst, Zittern, Schwitzen, Krampfanfälle, Halluzinationen und Suizidgedanken; auch die ursprünglichen Beschwerden können für kurze Zeit verstärkt zurückkehren. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Bei einem Krampfanfall oder bei Suizidgedanken holen Sie sofort ärztliche Hilfe.

Frau Anfang sechzig mit schulterlangem silberblondem Haar geht an einem Herbstmorgen mit ihrer erwachsenen Tochter einen Parkweg entlang
Bild: KI-generiert

Lorazepam soll nicht plötzlich abgesetzt werden. Laut Packungsbeilage wird die Dosis zum Beenden der Behandlung in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt schrittweise verringert; das senkt das Risiko für Entzugserscheinungen, die in manchen Fällen lebensbedrohlich sein können [1]. Nach abruptem Absetzen oder einer schnellen Verringerung der Dosis reichen die möglichen Beschwerden von leichter depressiver Verstimmung und Schlaflosigkeit bis zu einem schweren Zustand mit Krämpfen; zu den schwerwiegenderen Entzugserscheinungen gehören Delirium tremens, Krampfanfälle und Suizidgedanken [1].

Lorazepam ist ein beruhigendes und angstlösendes Mittel aus der Gruppe der Benzodiazepine. Zugelassen ist es für die Kurzzeitbehandlung schwerer Angst-, Spannungs- und Erregungszustände und dadurch bedingter Schlafstörungen sowie zur Beruhigung vor und nach Eingriffen [1, 2]. Laut Fachinformation hat Lorazepam ein primäres Abhängigkeitspotenzial [2]. Wirkung, alle Nebenwirkungen und die Einnahme beschreibt die Seite Lorazepam.

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Benzodiazepine sollten laut Packungsbeilage grundsätzlich nur kurzzeitig angewendet und schrittweise abgesetzt werden. Schon vor Beginn der Behandlung sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vereinbaren, wie lange Sie das Mittel einnehmen [1]. Die verordnete Dosis dürfen Sie nicht selbst ändern oder überschreiten. Brechen Sie die Einnahme nicht plötzlich ab; Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sagt Ihnen, wie die Behandlung beendet wird [1].

Eine Ausnahme nennt die Packungsbeilage: den Verdacht auf eine schwerwiegende Nebenwirkung. Dann sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Welche Nebenwirkungen das sind, steht im Abschnitt Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen.

Die Fachinformation für Ärztinnen und Ärzte beschreibt, ab wann Beschwerden nach dem Absetzen möglich sind [2]:

  • Nach wenigen Tagen: Schon nach einer Behandlung von wenigen Tagen mit täglicher Einnahme können nach dem Absetzen Entzugssymptome wie Schlafstörungen und vermehrtes Träumen auftreten, besonders wenn plötzlich abgesetzt wird [2].
  • Nach mehr als einer Woche: Wird Lorazepam nach längerer Anwendung (länger als 1 Woche) plötzlich abgesetzt, können Schlafstörungen, Angst- und Spannungszustände, innere Unruhe und Erregung vorübergehend verstärkt wieder auftreten. Daher sollte die Behandlung laut Fachinformation nicht plötzlich, sondern durch schrittweise Verringerung der Dosis beendet werden [2].
  • Nach einer Langzeitanwendung: Plötzliches Absetzen oder eine schnelle Verringerung der Dosis kann Entzugssymptome auslösen, die lebensbedrohlich sein können [2].

Die Gefahr von Entzugssymptomen steigt laut Fachinformation mit der Dauer der Einnahme und mit der Dosis; durch eine allmähliche Verringerung der Dosis lassen sie sich meist vermeiden [2]. Die Dauer der Behandlung legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Bei akuten Erkrankungen sollte die Anwendung laut Packungsbeilage auf einzelne Gaben oder wenige Tage beschränkt werden. Bei chronischen Erkrankungen richtet sich die Dauer nach dem Verlauf; nach 2 Wochen täglicher Einnahme sollte die Ärztin oder der Arzt durch eine schrittweise Verringerung der Dosis klären, ob die Behandlung weiterhin nötig ist [1]. Benzodiazepine sollten laut Fachinformation grundsätzlich nur für kurze Zeiträume verordnet werden, zum Beispiel höchstens 4 Wochen; eine Langzeitanwendung von Lorazepam wird nicht empfohlen [2].

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Wenn Lorazepam abrupt abgesetzt oder die Dosis schnell verringert wird, können laut Packungsbeilage Entzugserscheinungen auftreten. Sie reichen von leichter depressiver Verstimmung und Schlaflosigkeit bis zu einem schweren Zustand mit Muskel- und Bauchkrämpfen, Erbrechen, Schwitzen, Zittern und Krämpfen [1].

Schwerwiegendere Entzugserscheinungen

Zu den schwerwiegenderen Entzugserscheinungen, darunter lebensbedrohliche, zählt die Packungsbeilage Delirium tremens, Depression, Halluzinationen, Manie, Psychose, Krampfanfälle sowie Suizidgedanken und Suizidversuche [1]. Krämpfe und Krampfanfälle können häufiger auftreten, wenn Sie bereits an Krampfanfällen leiden oder andere Arzneimittel einnehmen, die die Krampfschwelle senken, zum Beispiel Antidepressiva [1, 2].

Weitere mögliche Entzugserscheinungen

Außerdem nennt die Packungsbeilage diese Entzugserscheinungen [1]:

  • Kopfschmerzen
  • Angst, Ruhelosigkeit, Anspannung, Erregungszustände und Panikattacken (mehr dazu: Unruhe und Angst)
  • Verwirrtheit, Reizbarkeit und depressive Verstimmung
  • Schwindelgefühl und Gleichgewichtsverlust
  • das Gefühl, von sich selbst und der Außenwelt losgelöst oder entfremdet zu sein
  • übermäßige Wahrnehmung von Geräuschen, Tinnitus, erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Körperkontakt sowie Veränderungen der Wahrnehmung
  • Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Gliedern
  • unwillkürliche Bewegungen und übersteigerte Reflexe
  • Übelkeit, Appetitlosigkeit und Durchfall
  • Muskelschmerzen
  • spürbares Herzklopfen und beschleunigter Herzschlag (mehr dazu: Herzrasen)
  • Verlust der Fähigkeit, sich an aktuelle Ereignisse zu erinnern
  • Anstieg der Körpertemperatur

Wie lange Entzugserscheinungen anhalten, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an. Die Packungsbeilage spricht von vorübergehenden Entzugs- oder Rebound-Symptomen, wenn Sie die Einnahme abbrechen oder die Dosis plötzlich verringern [1].

Rebound: Wenn die ursprünglichen Beschwerden zurückkehren

Die Beschwerden, gegen die Lorazepam verordnet wurde, können nach dem Absetzen für kurze Zeit wieder auftreten [1]. Wenn sich Angst, Spannungszustände, Erregung und innere Unruhe verstärkt wieder einstellen, spricht die Fachinformation von Rebound-Erscheinungen [2]. Ob Beschwerden vom Absetzen kommen oder ob die Erkrankung zurückkehrt, die zur Behandlung geführt hat, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Entzugserscheinungen und Abhängigkeit

Laut Fachinformation besteht bereits bei täglicher Einnahme über wenige Wochen die Gefahr einer seelischen und körperlichen Abhängigkeit. Das gilt auch im therapeutischen Dosisbereich und nicht allein bei missbräuchlich hohen Dosen. Das Risiko steigt mit der Dauer der Einnahme und der Dosis und ist höher nach Alkohol- oder Arzneimittelmissbrauch in der Vorgeschichte und bei schweren Persönlichkeitsstörungen [2]. Nach einer Langzeitanwendung kann außerdem die Wirkung nachlassen (Toleranz) [1]. Arzneimittelmissbrauch, Arzneimittelabhängigkeit und das Arzneimittelentzugssyndrom führt die Packungsbeilage unter den Nebenwirkungen, deren Häufigkeit sich aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen lässt [1]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzug.

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Mann Ende vierzig mit kurzem dunkelblondem Haar im gestreiften Pullover spricht in einem hellen Sprechzimmer mit einer Ärztin
Bild: KI-generiert

Für Medikamente mit Suchtpotenzial wie Benzodiazepine gilt die "5-K-Regel" der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Eine ihrer Regeln lautet: kein abruptes Absetzen. So steht es im Leitfaden "Schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit von Medikamenten", den die Bundesärztekammer zusammen mit der AkdÄ herausgibt und den ihr Vorstand am 02.05.2022 beschlossen hat [11]. Bei Benzodiazepinen bestimmt laut Leitfaden die Ärztin oder der Arzt Präparat, Dosis, Dauer und Uhrzeit der Einnahme und auch das Ende der Behandlung. Die geplante Befristung und mögliche Absetz- oder Entzugserscheinungen sollen schon vor Beginn der Behandlung besprochen werden. Das kann Betroffenen helfen, sich auf solche Beschwerden einzustellen, sie einzuordnen und vorübergehend unangenehme Zustände besser auszuhalten [11].

Wurde ein Benzodiazepin im Krankenhaus begonnen, sollten die Ärztinnen und Ärzte der Klinik es laut Leitfaden rechtzeitig vor der Entlassung absetzen oder im Entlassbrief ausdrücklich auf das geplante Ende der Einnahme hinweisen [11].

Wenn eine Abhängigkeit besteht

Bei einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen kann laut Bundesärztekammer bei den meisten Betroffenen ambulant abgesetzt werden: langsam und schrittweise, begleitet von suchttherapeutischer Unterstützung und einer anderen Behandlung der Beschwerden, die zur Einnahme geführt haben [11]. Von einem ambulanten Ausschleichen rät der Leitfaden ab und sieht einen Grund für eine Entzugsbehandlung im Krankenhaus [11],

  • wenn früher epileptische Anfälle oder Delirien aufgetreten sind oder ein erhöhtes Risiko für diese Entzugskomplikationen besteht,
  • wenn ein ambulantes Ausschleichen nicht zuverlässig gelingt oder schon gescheitert ist,
  • wenn keine ausreichend verlässlichen Absprachen möglich sind oder kein ausreichendes Vertrauen besteht, dass die besprochene Verringerung der Dosis und das Ende der Einnahme auch umgesetzt werden.

Für den schrittweisen Entzug nach langjähriger Einnahme eines Benzodiazepins kann laut Leitfaden bis zu einem Jahr erforderlich sein [11]. Laut gesund.bund.de, dem Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit, dauert ein Entzug von Benzodiazepinen in der Klinik durchschnittlich 3 bis 6 Wochen, unter Umständen auch länger; ein ambulanter Entzug dauert oft einige Monate bis zu einem Jahr. Ziel ist, die Dosis schrittweise zu verringern [13]. Wie schnell das bei Ihnen geschieht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Um eine längere Einnahme von Benzodiazepinen zu beenden, ist die Arztpraxis laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die erste Anlaufstelle. Gewöhnlich wird ein Plan für das Absetzen erstellt, der sich nach Art und Dosierung des Mittels, der Dauer der Einnahme und den persönlichen Umständen richtet; ein Medikamentenplan kann den Prozess unterstützen. Psychologische oder psychotherapeutische Unterstützung kann dabei helfen [12]. Bei älteren Menschen können die Folgen einer längeren Einnahme laut IQWiG besonders schwer wiegen, zum Beispiel eine verringerte Denkleistung oder ein höheres Sturzrisiko; ein behutsames Absetzen ist dann besonders wichtig [12]. Mehr dazu: Medikamente im Alter.

Schwangerschaft

Laut Fachinformation sollte eine Frau im gebärfähigen Alter sich an ihre Ärztin oder ihren Arzt wenden, wenn sie schwanger werden möchte oder vermutet, schwanger zu sein, um über ein Absetzen der Behandlung zu entscheiden [2]. Zum Entzug von Benzodiazepinen in der Schwangerschaft gibt es laut Embryotox, dem Beratungszentrum der Charité, nur sehr wenige Daten. Wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien muss auf ein abruptes Absetzen in jedem Fall verzichtet werden; über eine mögliche Verringerung der Dosis sollte im Einzelfall entschieden werden. Ein länger dauernder starker vegetativer Entzug mit Angst- und Unruhegefühlen und Schlafstörungen sollte laut Embryotox vermieden werden [3]. Welche Mittel Embryotox je nach Anwendungsgebiet für besser geeignet hält, steht auf der Seite Lorazepam. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Haben Sie eine Tablette vergessen, nehmen Sie Lorazepam laut Packungsbeilage beim nächsten Mal wie üblich ein. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein [1].

Was Sie tun können

Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen (weitere Vorschläge: Fragen fürs Arztgespräch):

  • Wie lange soll ich Lorazepam insgesamt einnehmen, und wann beginnen wir mit dem Absetzen?
  • In welchen Schritten verringern wir die Dosis, und wer begleitet mich dabei?
  • Welche Entzugserscheinungen sind bei mir möglich, und wann soll ich mich melden?
  • Woran erkenne ich, ob Beschwerden vom Absetzen kommen oder ob meine Angst oder meine Schlafstörung zurückkehrt?
  • Erhöhen frühere Krampfanfälle oder meine anderen Medikamente das Risiko beim Absetzen?
  • Kommt für mich eine psychologische oder psychotherapeutische Begleitung infrage?

Notieren Sie während des Absetzens im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert und welche Beschwerden wann auftreten.

Wenn Sie befürchten, abhängig zu sein: Wer das Gefühl hat, den Konsum nicht mehr im Griff zu haben, kann sich laut IQWiG auch an eine Suchtberatungsstelle wenden [12]. Selbsthilfegruppen und Suchtberatungen können laut gesund.bund.de helfen, einen schädlichen Konsum oder eine Abhängigkeit zu erkennen. Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie über das Online-Portal der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) [13].

Übrige Tabletten: Geben Sie Lorazepam nicht an Familie oder Freunde weiter und bewahren Sie es sicher auf, damit es anderen nicht schadet. Entsorgen Sie Reste nicht über Toilette oder Waschbecken, sondern fragen Sie in Ihrer Apotheke nach [1]. Laut Fachinformation sollten Behandelte über die richtige Aufbewahrung und Entsorgung nicht verwendeter Tabletten aufgeklärt werden, damit sie zum Beispiel nicht von Freunden oder Verwandten entwendet werden [2]. Mehr dazu: Medikamente entsorgen.

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr dazu: Medikamente absetzen und Beruhigungs- und Schlafmittel.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Krampfanfall, Delir, Halluzinationen: Krampfanfälle, Delirium tremens, Halluzinationen, Manie und Psychosen gehören laut Packungsbeilage zu den schwerwiegenderen Entzugserscheinungen, die lebensbedrohlich sein können [1]. Bemerken Sie beim Absetzen Anzeichen dafür, wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Akute und anhaltende Krampfanfälle sowie Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [14].

Gedanken, sich das Leben zu nehmen: Suizidgedanken und Suizidversuche stehen auch unter den Entzugserscheinungen [1]. Suizidversuche sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für die Notrufnummer 112 [14]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Sind Sie nicht lebensbedrohlich erkrankt, können aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [14].

Die folgenden Warnzeichen nennt die Packungsbeilage für die gesamte Behandlung. Bei allen außer dem Verdacht auf eine Vergiftung muss die Behandlung laut Packungsbeilage sofort beendet werden [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Lorazepam neuraxpharm 0,5 mg / 1 mg / 2,5 mg Tabletten. neuraxpharm Arzneimittel GmbH. Stand 02/2026. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Lorazepam. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Betäubungsmittelgesetz (BtMG), Anlage III, Eintrag Lorazepam. Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de). Stand 19.05.2026. abgerufen am 10.10.2026
  5. Leitfaden "Schädlicher Gebrauch und Abhängigkeit von Medikamenten", Abschnitt Benzodiazepine und Benzodiazepinanaloga (Z-Substanzen) und Abschnitt 9 (Arzt-Patienten-Gespräch). Bundesärztekammer in Zusammenarbeit mit der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand 02.05.2022 (Beschluss des Vorstands der Bundesärztekammer). abgerufen am 16.10.2026
  6. Schlafstörung: Schlaf- und Beruhigungsmittel absetzen. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 03.07.2024. abgerufen am 16.10.2026
  7. Behörde Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit (geprüft durch die DGPPN). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 16.10.2026
  8. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Lorazepam einfach absetzen?

Nein. Laut Packungsbeilage sollen Sie die Einnahme nicht plötzlich abbrechen, es sei denn, Sie vermuten eine schwerwiegende Nebenwirkung; dann sprechen Sie sofort mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Zum Beenden der Behandlung wird die Dosis in Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt schrittweise verringert. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Gibt es ein Schema zum Absetzen von Lorazepam?

Packungsbeilage und Fachinformation enthalten kein Schema mit einzelnen Schritten. Sie sagen, dass die Dosis schrittweise verringert wird und dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, wie die Behandlung beendet wird. Laut IQWiG richtet sich der Plan für das Absetzen nach Art und Dosierung des Mittels, nach der Dauer der Einnahme und nach Ihren persönlichen Umständen.

Wie lange dauert es, Lorazepam abzusetzen?

Eine Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Für Benzodiazepine allgemein nennen die Bundesärztekammer und gesund.bund.de Zeiträume für einen ärztlich begleiteten Entzug. Nach langjähriger Einnahme kann für den schrittweisen Entzug laut Bundesärztekammer zum Beispiel bis zu einem Jahr erforderlich sein. Bei einer Abhängigkeit dauert der Entzug laut gesund.bund.de in der Klinik durchschnittlich 3 bis 6 Wochen, unter Umständen auch länger, ambulant oft einige Monate bis zu einem Jahr. Wie schnell es bei Ihnen geht, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest.

Welche Entzugserscheinungen kann Lorazepam beim Absetzen machen?

Laut Packungsbeilage reichen sie von leichter depressiver Verstimmung und Schlaflosigkeit bis zu einem schweren Zustand mit Muskel- und Bauchkrämpfen, Erbrechen, Schwitzen, Zittern und Krämpfen. Zu den schwerwiegenderen, teils lebensbedrohlichen Entzugserscheinungen gehören Delirium tremens, Depression, Halluzinationen, Manie, Psychose, Krampfanfälle sowie Suizidgedanken und Suizidversuche. Weitere mögliche Beschwerden sind zum Beispiel Kopfschmerzen, Angst, Reizbarkeit, Ohrgeräusche, Kribbeln in den Gliedern, Panikattacken und Herzrasen.

Ab wann kann das Absetzen von Lorazepam Beschwerden machen?

Laut Fachinformation können schon nach wenigen Tagen täglicher Einnahme nach dem Absetzen Entzugssymptome wie Schlafstörungen und vermehrtes Träumen auftreten, besonders wenn plötzlich abgesetzt wird. Nach mehr als einer Woche Einnahme können bei plötzlichem Absetzen Schlafstörungen, Angst, Anspannung, innere Unruhe und Erregung vorübergehend verstärkt wieder auftreten. Nach einer Langzeitanwendung kann ein plötzliches Absetzen Entzugssymptome auslösen, die lebensbedrohlich sein können.

Kommen Angst und Schlafstörungen nach dem Absetzen zurück?

Das ist möglich. Laut Packungsbeilage können die Beschwerden, gegen die Lorazepam verordnet wurde, nach dem Absetzen für kurze Zeit wieder auftreten (Rebound). Laut Fachinformation können sich Angst, Spannungszustände, Erregung und innere Unruhe verstärkt wieder einstellen. Ob Beschwerden vom Absetzen kommen oder ob die ursprüngliche Erkrankung zurückkehrt, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Darf ich Lorazepam in der Schwangerschaft absetzen?

Nicht abrupt und nicht ohne Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Laut Embryotox muss ein abruptes Absetzen in der Schwangerschaft wegen möglicher schwerer Entzugskomplikationen wie Krampfanfällen und Delirien in jedem Fall unterbleiben; über eine mögliche Verringerung der Dosis sollte im Einzelfall entschieden werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Embryotox bietet außerdem eine kostenlose Beratung an.

Was tun bei einem Krampfanfall nach dem Absetzen?

Akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112. Krampfanfälle gehören laut Packungsbeilage zu den schwerwiegenderen Entzugserscheinungen. Sie können häufiger auftreten, wenn Sie bereits an Krampfanfällen leiden oder Mittel einnehmen, die die Krampfschwelle senken, zum Beispiel Antidepressiva.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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