MedikamenteDetailfrage
Rivaroxaban absetzen
Rivaroxaban dürfen Sie laut Patientenausweis nicht absetzen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben, weil sich das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen könnte. Vor einem Eingriff sollte die Einnahme laut Fachinformation der Tabletten mit 20 mg, wenn möglich und ärztlich vertretbar, mindestens 24 Stunden vorher beendet und danach so bald wie möglich wieder aufgenommen werden; die genauen Zeiten nennt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Rivaroxaban dürfen Sie laut Patientenausweis nicht absetzen, ohne vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gesprochen zu haben, weil sich das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen könnte [3]. Vor und nach einer Operation nehmen Sie Rivaroxaban laut Packungsbeilage genau zu den Zeiten ein, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nennt [1].
Rivaroxaban ist ein verschreibungspflichtiger Gerinnungshemmer, unter anderem als Xarelto im Handel [11]. Wirkung, Nebenwirkungen und Dosierung beschreibt die Seite Rivaroxaban.
Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen
Alle drei Packungsbeilagen von Rivaroxaban-ratiopharm verlangen, die Einnahme nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu beenden [1, 4, 5]. Die Begründung hängt von der Tablettenstärke und dem Anwendungsgebiet ab:
- Tabletten mit 15 und 20 mg bei Vorhofflimmern, Thrombosen und Lungenembolien: Mit Rivaroxaban können schwerwiegende Erkrankungen behandelt oder verhindert werden [1].
- Tabletten mit 10 mg nach einem Hüft- oder Kniegelenksersatz und bei Thrombosen: Rivaroxaban kann die Entstehung einer schwerwiegenden Erkrankung verhindern [5].
- Tabletten mit 2,5 mg nach einem akuten Koronarsyndrom oder bei koronarer Herzerkrankung oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit: Ein Abbruch kann das Risiko erhöhen, erneut einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden oder an einer Erkrankung des Herzens oder der Blutgefäße zu sterben. Nehmen Sie die Tabletten regelmäßig und so lange ein, wie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sie verschreibt [4].
Um einen optimalen Schutz vor Blutgerinnseln zu gewährleisten, sollen Sie laut Patientenausweis niemals eine Dosis auslassen [3]. Laut Fachinformation wird während der gesamten Behandlungsdauer eine klinische Überwachung empfohlen, wie sie bei Gerinnungshemmern üblich ist [2].
Wie lange Rivaroxaban eingenommen wird
Laut Packungsbeilage nehmen Sie die Tabletten täglich, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen sagt, dass Sie die Einnahme beenden sollen; sie oder er entscheidet, wie lange die Behandlung dauert [1]. Die Fachinformation nennt dazu Anhaltspunkte [2]:
- Vorhofflimmern: Die Behandlung sollte über längere Zeit fortgesetzt werden, vorausgesetzt, der Nutzen der Vorbeugung von Schlaganfällen und Embolien überwiegt das Risiko einer Blutung [2].
- Thrombosen und Lungenembolien: Eine kurze Behandlung von mindestens 3 Monaten sollte erwogen werden, wenn ein schwerwiegender, vorübergehender Risikofaktor wie eine kürzliche größere Operation oder Verletzung das Gerinnsel ausgelöst hat. Eine längere Behandlung sollte erwogen werden, wenn ein anderer Auslöser vorlag, wenn kein Auslöser zu finden war oder wenn Thrombosen oder Lungenembolien schon wiederholt aufgetreten sind. Dauer und Dosierung sollten individuell nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Blutungsrisiko festgelegt werden [2]. Nach mindestens 6 Monaten kann die Ärztin oder der Arzt entscheiden, die Behandlung zur Vorbeugung fortzusetzen; die Tablettenstärke legt sie oder er fest [1].
- Nach einem Hüft- oder Kniegelenksersatz: Nach einer größeren Hüftoperation werden die Tabletten laut Packungsbeilage gewöhnlich 5 Wochen lang eingenommen, nach einer größeren Knieoperation gewöhnlich 2 Wochen lang. Die Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [5].
Wenn die Behandlung ärztlich beendet, unterbrochen oder umgestellt wird
Fachinformation, Packungsbeilage und zwei Rote-Hand-Briefe nennen Situationen, in denen Rivaroxaban unterbrochen, beendet oder nicht empfohlen wird [1, 2, 11, 12]. Ob eine davon auf Sie zutrifft, beurteilt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt:
- Blutungen: Bei einer schweren Blutung sollte die Gabe laut Fachinformation unterbrochen werden. Bei einer Blutungskomplikation sollte die nächste Einnahme verschoben oder die Behandlung, soweit erforderlich, abgebrochen werden; für Erwachsene gibt es ein Mittel, das die Wirkung von Rivaroxaban aufhebt (Andexanet alfa) [2]. Bemerken Sie Anzeichen einer Blutung, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage, ob Sie enger überwacht werden oder ob die Behandlung geändert wird [1].
- Schwere Hautreaktionen: Laut Fachinformation muss Rivaroxaban beim ersten Auftreten eines schweren Hautausschlags, besonders wenn er sich ausbreitet oder Blasen bildet, oder bei anderen Zeichen einer Überempfindlichkeit mit Schäden an den Schleimhäuten abgesetzt werden. Das Risiko scheint zu Beginn der Behandlung am höchsten zu sein [2]. Laut Packungsbeilage informieren Sie dann sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.
- Nach einem Aortenklappenersatz per Katheter (TAVI): Laut Fachinformation sollte Rivaroxaban nach einer kürzlich durchgeführten TAVI nicht zur Thrombosevorbeugung angewendet werden [2]. Laut Rote-Hand-Brief vom 02.10.2018 wurde eine Studie bei Menschen nach TAVI vorzeitig beendet, weil vorläufige Ergebnisse unter Rivaroxaban einen Anstieg der Gesamtsterblichkeit sowie von Thromboembolie- und Blutungsereignissen zeigten; die Behandlung sollte nach einer TAVI beendet und auf eine Standardtherapie umgestellt werden [11].
- Antiphospholipid-Syndrom: Direkte orale Gerinnungshemmer (DOAK) einschließlich Rivaroxaban werden laut Fachinformation bei Menschen mit dieser Erkrankung und einer Thrombose in der Vorgeschichte nicht empfohlen [2]. Laut Rote-Hand-Brief vom 23.05.2019 war Rivaroxaban in einer Studie bei solchen Menschen im Vergleich zu Warfarin mit einem erhöhten Risiko für erneute thrombotische Ereignisse verbunden. Ärztinnen und Ärzte sollten prüfen, ob eine Fortsetzung angemessen ist, und eine Umstellung auf Vitamin-K-Antagonisten erwägen, besonders bei Menschen, die in allen drei Antiphospholipid-Tests positiv sind [12].
- Schwangerschaft und Stillzeit: Hier dürfen Sie Rivaroxaban laut Packungsbeilage nicht einnehmen. Werden Sie während der Behandlung schwanger, informieren Sie sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, die oder der über die weitere Behandlung entscheidet [1]. Für die Stillzeit muss laut Fachinformation entschieden werden, ob das Stillen unterbrochen oder auf die Behandlung verzichtet bzw. sie unterbrochen wird [2].
- Nierenfunktion: Bei einer Kreatinin-Clearance unter 15 ml/min wird Rivaroxaban laut Fachinformation nicht empfohlen [2].
Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können
Absetz- oder Entzugserscheinungen nennen die Packungsbeilagen und die Fachinformation für Rivaroxaban nicht [1, 2]. Nach einem Abbruch könnte sich laut Patientenausweis das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen [3]. Wovor Rivaroxaban schützen soll, beschreibt die Packungsbeilage beim Anwendungsgebiet [1]:
- bei Vorhofflimmern vor Blutgerinnseln im Gehirn (Schlaganfall) und in anderen Blutgefäßen des Körpers,
- nach einer tiefen Venenthrombose oder Lungenembolie vor der erneuten Bildung von Blutgerinnseln in den Beinvenen und in den Blutgefäßen der Lunge.
Wie lange die Wirkung anhält
Rivaroxaban hemmt direkt den Gerinnungsfaktor Xa [2]. Seine Halbwertszeit, also die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert, beträgt laut Fachinformation bei jüngeren Menschen 5 bis 9 Stunden und bei älteren 11 bis 13 Stunden [2]. Für die Gruppe der direkten oralen Gerinnungshemmer schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), dass sich die Blutgerinnung nach dem Absetzen innerhalb von 1 bis 4 Tagen normalisiert [14]. Der INR-Wert, mit dem die Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten gesteuert wird, ist laut Patientenausweis und Fachinformation für die Wirkung von Rivaroxaban nicht aussagekräftig [2, 3].
Nasenbluten oder blaue Flecken: ein Grund zum Absetzen?
Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Blutergüsse und blaue Flecken gehören laut Packungsbeilage zu den häufigen Nebenwirkungen [1]. Ein erhöhtes Blutungsrisiko ist laut IQWiG nur selten ein Grund, auf Gerinnungshemmer zu verzichten; die Risikofaktoren für Blutungen zu kennen, hilft aber, sie zu behandeln [14]. Für Vorhofflimmern dient die Einschätzung des Blutungsrisikos laut Zusammenfassung der S3-Leitlinie durch die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in erster Linie dazu, erkannte Risikofaktoren so weit wie möglich zu verringern [13]. Mehr dazu: Blutungen und Blutbild.
Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Ein Ausschleichen in kleinen Schritten beschreiben Packungsbeilagen und Fachinformation für Rivaroxaban nicht. Geregelt sind die Pause vor Eingriffen und der Wechsel auf andere Gerinnungshemmer [1, 2].
Vor Operationen, beim Zahnarzt und vor einer Darmspiegelung
Vor und nach einer Operation ist es laut Packungsbeilage sehr wichtig, Rivaroxaban genau zu den Zeiten einzunehmen, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nennt [1]. Laut Patientenausweis informieren Sie vor jeder Operation und jedem invasiven Verfahren darüber, dass Sie Rivaroxaban einnehmen, und zeigen den Ausweis jeder Ärztin, jedem Arzt und in der Zahnarztpraxis vor der Behandlung [3]. Das gilt laut IQWiG auch für kleinere Eingriffe wie das Ziehen eines Zahns oder eine Darmspiegelung, die zu einer Blutung führen können [14].
Laut Fachinformation der Tabletten mit 20 mg sollte Rivaroxaban mindestens 24 Stunden vor einem invasiven Verfahren oder einer Operation abgesetzt werden, falls das möglich ist und die Ärztin oder der Arzt es aus klinischer Sicht vertreten kann. Lässt sich der Eingriff nicht aufschieben, sollte das erhöhte Blutungsrisiko gegen die Notwendigkeit abgewogen werden. Danach sollte Rivaroxaban so bald wie möglich wieder eingenommen werden, wenn die klinische Situation es erlaubt und die Blutstillung nach ärztlicher Beurteilung ausreicht [2]. Eine Einteilung nach Art des Eingriffs, etwa für Zahnbehandlungen oder Darmspiegelungen, enthält die Fachinformation nicht [2].
Kardioversion: Soll Ihr Herzrhythmus mit einer Kardioversion wieder normalisiert werden, nehmen Sie Rivaroxaban genau zu den Zeitpunkten ein, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nennt [1]; laut Fachinformation sollte vorher bestätigt werden, dass Sie es wie verschrieben eingenommen haben [2]. Eine Kardioversion erhöht laut IQWiG vorübergehend das Risiko für einen Schlaganfall, deshalb bekommt man vor und nach dem Eingriff Gerinnungshemmer [15].
Betäubung am Rückenmark: Ein Epiduralkatheter sollte laut Fachinformation frühestens zwei Halbwertszeiten nach der letzten Einnahme entfernt werden, bei jungen Erwachsenen also frühestens nach 18 Stunden, bei älteren frühestens nach 26 Stunden. Die nächste Einnahme sollte frühestens 6 Stunden nach dem Entfernen erfolgen; nach einer verletzenden (traumatischen) Punktion ist sie um 24 Stunden zu verschieben. Klinische Erfahrungen mit den Tabletten mit 20 mg gibt es in diesen Situationen nicht [2].
Überbrückung mit Heparin: Laut der Zusammenfassung der AkdÄ zur S3-Leitlinie Vorhofflimmern wird eine Überbrückung (Bridging) mit Heparin bei Vorhofflimmern nur empfohlen, wenn ein Eingriff mit hohem Blutungsrisiko ansteht und es sich um ausgewählte Menschen mit sehr hohem Risiko für Blutgerinnsel handelt, etwa wenn ein Schlaganfall weniger als 3 Monate zurückliegt [13]. Mehr zur Vorbereitung: Medikamente vor der OP.
Wechsel auf einen anderen Gerinnungshemmer
Beim Wechsel von Rivaroxaban auf einen Vitamin-K-Antagonisten kann laut Fachinformation vorübergehend eine nicht ausreichende Gerinnungshemmung entstehen; während jeder Umstellung muss eine durchgehend angemessene Gerinnungshemmung sichergestellt sein. Der Vitamin-K-Antagonist sollte gleichzeitig gegeben werden, bis der INR-Wert mindestens 2,0 beträgt [2]. Beim Wechsel auf einen gespritzten Gerinnungshemmer sollte Rivaroxaban abgesetzt und die erste Gabe des anderen Mittels zu dem Zeitpunkt verabreicht werden, an dem die nächste Tablette fällig gewesen wäre [2].
Gemeinsam entscheiden
Bei Vorhofflimmern soll die Entscheidung über eine Gerinnungshemmung laut der Zusammenfassung der AkdÄ zur S3-Leitlinie gemeinsam von Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient getroffen werden, wobei die individuellen Risiken für Blutgerinnsel und Blutungen gegeneinander abgewogen werden sollen [13]. Die Entscheidung ist laut IQWiG nicht endgültig: Kommen mit der Zeit andere Risikofaktoren hinzu, ist es sinnvoll, Vor- und Nachteile erneut abzuwägen [14].
Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben
Nehmen Sie Rivaroxaban einmal am Tag und haben Sie eine Einnahme vergessen, holen Sie sie laut Packungsbeilage nach, sobald Sie daran denken, nehmen aber nicht mehr als eine Tablette an einem Tag; am nächsten Tag geht es normal weiter. Für die zweimal tägliche Einnahme in den ersten 3 Wochen einer Thrombosebehandlung gilt eine eigene Regel, die in der Packungsbeilage und auf der Seite Rivaroxaban in der Karte "Einnahme" steht [1]. Bei den Tabletten mit 2,5 mg nehmen Sie nicht die doppelte Menge, sondern die nächste Dosis zum normalen Zeitpunkt [4]. Beim Erinnern hilft die Einnahme-Erinnerung.
Was Sie tun können
Diese Fragen helfen im Gespräch, wenn Sie über ein Ende der Behandlung nachdenken oder ein Eingriff ansteht:
- Wie lange ist Rivaroxaban in meiner Situation vorgesehen, und wann überprüfen wir das?
- Wann nehme ich vor meinem Eingriff die letzte Tablette, und wann beginne ich wieder?
- Bekomme ich in der Pause ein anderes Mittel, zum Beispiel Heparin?
- Wer informiert die Zahnarztpraxis oder die Klinik über meinen Gerinnungshemmer?
- Welche Anzeichen eines Blutgerinnsels oder einer Blutung muss ich kennen?
Tragen Sie den Patientenausweis ständig bei sich [3]. Halten Sie im Medikationsplan fest, welche Mittel Sie nehmen, und notieren Sie im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann eine Pause begann und endete und ob Beschwerden auftraten. Nebenwirkungen besprechen Sie laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, auch solche, die nicht in der Beilage stehen [1]. Wie Sie eine Nebenwirkung selbst melden, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Mehr zum Thema: Medikamente absetzen und Apixaban absetzen.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Ein Schlaganfall kann laut gesund.bund.de durch ein Blutgerinnsel, aber auch durch eine Blutung im Gehirn ausgelöst werden [17]. Die Zeichen einer Blutung im Kopf zeigt der Kasten unten [1].
Thrombose und Lungenembolie: Eine tiefe Venenthrombose zeigt sich laut IQWiG typischerweise mit großflächigen Schmerzen im Bein oder in der Hüfte, Druckempfindlichkeit, Schwellungen und Spannungsgefühlen, warmer, geröteter Haut oder Muskelkrämpfen, meist nur an einem Bein. Plötzliche Atemnot, Brustschmerzen vor allem beim Einatmen oder Husten, Schwindel, Benommenheit oder Ohnmacht, Herzrasen und blutiger Auswurf beim Husten können auf eine Lungenembolie hinweisen; dann wählen Sie sofort den Notruf 112 [16].
Starke Blutungen: Starke, nicht stillbare Blutungen, schwere Atemnot und Bewusstlosigkeit sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung Fälle für die Notrufnummer 112. Ist es nicht lebensbedrohlich, kann aber nicht bis zur nächsten Sprechzeit warten, erreichen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 [18]. Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Rivaroxaban-ratiopharm 15 mg; 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Rivaroxaban-ratiopharm 20 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 06/2025. abgerufen am 10.10.2026
- Patientenausweis Rivaroxaban-ratiopharm (Schulungsmaterial). ratiopharm GmbH. Stand Versionscode V01. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Rivaroxaban-ratiopharm 2,5 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Rivaroxaban-ratiopharm 10 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2026. abgerufen am 10.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Xarelto (EPAR), Anhang I: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels Xarelto 1 mg/ml Granulat zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen. Bayer AG (Zulassungsinhaber)/Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 09/2026. abgerufen am 21.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Rivaroxaban (Xarelto): Anstieg von Gesamtmortalität sowie Thromboembolie- und Blutungsereignissen bei Patienten nach TAVI führt zum vorzeitigen Abbruch der GALILEO-Studie. Bayer AG in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 02.10.2018. abgerufen am 16.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Eliquis, Pradaxa, Lixiana/Roteas und Xarelto: Die Anwendung bei Patienten mit Antiphospholipid-Syndrom wird nicht empfohlen. Zulassungsinhaber in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Stand 23.05.2019. abgerufen am 16.10.2026
- Neue Leitlinien: S3-Leitlinie Vorhofflimmern (Arzneiverordnung in der Praxis, Band 52, Heft 2). Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ). Stand September 2025. abgerufen am 16.10.2026
- Schlaganfällen vorbeugen bei Vorhofflimmern. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2022. abgerufen am 16.10.2026
- Wie funktioniert die Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 04.10.2022. abgerufen am 16.10.2026
- Tiefe Venenthrombose (TVT). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 27.05.2026. abgerufen am 16.10.2026
- Behörde Schlaganfall. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 16.12.2022. abgerufen am 16.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
Häufige Fragen
Kann ich Rivaroxaban einfach absetzen?
Nein. Laut Patientenausweis könnte sich das Risiko für Blutgerinnsel erhöhen, wenn Sie Rivaroxaban ohne vorherige Rücksprache absetzen; die Packungsbeilage begründet das damit, dass mit Rivaroxaban schwerwiegende Erkrankungen behandelt oder verhindert werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.
Wie lange vor einer OP muss Rivaroxaban abgesetzt werden?
Laut Fachinformation der Tabletten mit 20 mg sollte Rivaroxaban mindestens 24 Stunden vor einer Operation oder einem invasiven Verfahren abgesetzt werden, falls das möglich ist und die Ärztin oder der Arzt es aus klinischer Sicht vertreten kann. Nach dem Eingriff sollte es so bald wie möglich wieder eingenommen werden, wenn die klinische Situation es erlaubt und die Blutstillung ausreicht. Die genauen Zeiten vor und nach der Operation nennt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Muss ich Rivaroxaban vor einer Zahnextraktion absetzen?
Eine eigene Regel für Zahnbehandlungen enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Zeigen Sie den Patientenausweis vor der Behandlung in der Zahnarztpraxis vor; laut IQWiG ist es auch vor kleineren Eingriffen wie dem Ziehen eines Zahns wichtig, über den Gerinnungshemmer zu informieren. Wann Sie vor dem Eingriff die letzte Tablette nehmen und wann Sie wieder beginnen, nennt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Muss Rivaroxaban vor einer Darmspiegelung pausiert werden?
Eine Darmspiegelung kann laut IQWiG zu einer Blutung führen, deshalb sollten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte von der Einnahme wissen. Für Eingriffe nennt die Fachinformation der Tabletten mit 20 mg eine Pause von mindestens 24 Stunden, falls das möglich und ärztlich vertretbar ist. Klären Sie den Ablauf schon bei der Terminvereinbarung.
Muss Rivaroxaban ausgeschlichen werden?
Ein schrittweises Ausschleichen beschreiben Packungsbeilagen und Fachinformation nicht. Sie regeln die Pause vor Eingriffen und den Wechsel auf andere Gerinnungshemmer. Beim Wechsel auf einen Vitamin-K-Antagonisten sollten beide Mittel laut Fachinformation gemeinsam gegeben werden, bis der INR-Wert mindestens 2,0 beträgt; während jeder Umstellung muss eine durchgehend angemessene Gerinnungshemmung sichergestellt sein.
Bekomme ich vor einer OP Heparin statt Rivaroxaban?
Laut der Zusammenfassung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) zur S3-Leitlinie Vorhofflimmern wird eine Überbrückung mit Heparin bei Vorhofflimmern nur empfohlen, wenn ein Eingriff mit hohem Blutungsrisiko ansteht und es sich um ausgewählte Menschen mit sehr hohem Risiko für Blutgerinnsel handelt, etwa nach einem Schlaganfall vor weniger als 3 Monaten. Ob das bei Ihnen zutrifft, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.
Wie lange wirkt Rivaroxaban nach dem Absetzen?
Die Halbwertszeit beträgt laut Fachinformation bei jüngeren Menschen 5 bis 9 Stunden, bei älteren 11 bis 13 Stunden. Für die direkten oralen Gerinnungshemmer insgesamt gibt das IQWiG an, dass sich die Blutgerinnung nach dem Absetzen innerhalb von 1 bis 4 Tagen normalisiert. Für Erwachsene gibt es außerdem ein Mittel, das die Wirkung bei einer Überdosierung oder Blutung aufheben kann (Andexanet alfa).
Darf ich Rivaroxaban nach einer Katheterablation absetzen?
Zur Katheterablation enthalten die Packungsbeilage und die Fachinformation von Rivaroxaban-ratiopharm keine Angaben. Ob eine Gerinnungshemmung bei Vorhofflimmern sinnvoll ist, hängt laut IQWiG vom persönlichen Schlaganfall- und Blutungsrisiko ab, und die Entscheidung wird bei veränderten Risikofaktoren neu abgewogen. Besprechen Sie das nach dem Eingriff mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
Passt dazu
-
-
-
Medikamente Levetiracetam absetzenLevetiracetam wird nur schrittweise und nach ärztlicher Entscheidung abgesetzt.
-
Impfungen Tollwut-Impfung: Nebenwirkungen und ReaktionenNach der Tollwut-Impfung mit Verorab sind Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schmerzen an der Einstichstelle sehr häufig.