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Vedolizumab (Entyvio): Nebenwirkungen und Wirkung
Vedolizumab (Entyvio) ist ein verschreibungspflichtiger Antikörper für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa, Morbus Crohn oder Pouchitis; er wird als Infusion gegeben, bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn später auch als Spritze unter die Haut. Sehr häufig sind Erkältungen, Gelenk- und Kopfschmerzen, häufig verschiedene Infektionen. Melden Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion, einer Infektion oder neue neurologische Beschwerden wie Seh-, Sprach- oder Gleichgewichtsstörungen unverzüglich Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Erkältung (Entzündung von Nase und Rachen, Nasopharyngitis)[1, 2]
- Sehr häufig: Gelenkschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen[1, 2]
- Häufig: Infektionen; Anzeichen können Schüttelfrost oder Kältezittern, hohes Fieber oder Ausschlag sein[1]
- Häufig: Lungenentzündung[1, 2]
- Häufig: Infektion des Dickdarms durch Clostridium-difficile-Bakterien[1, 2]
- Häufig: Infektion des Brustraums (Bronchitis)[1, 2]
- Häufig: Grippe (Influenza)[1, 2]
- Häufig: Nebenhöhleninfektion (Sinusitis)[1, 2]
- Häufig: Halsentzündung (Pharyngitis)[1, 2]
- Häufig: Gürtelrose (Herpes zoster)[1, 2]
- Häufig: Laut Fachinformation auch Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) und Infektion der oberen Atemwege[2]
- Häufig: Prickel- oder Kribbelgefühle (Parästhesie)[1, 2]
- Häufig: Bluthochdruck[1, 2]
- Häufig: Husten[1, 2]
- Häufig: Halsschmerzen[1, 2]
- Häufig: Verstopfte Nase[1, 2]
- Häufig: Magenverstimmung und Sodbrennen (Dyspepsie)[1, 2]
- Häufig: Infektionen im Analbereich (Analabszess) und anale Reizungen (laut Fachinformation Analfissur)[1, 2]
- Häufig: Harter Stuhl (Verstopfung)[1, 2]
- Häufig: Magenblähungen (aufgetriebener Bauch) und Blähungen[1, 2]
- Häufig: Hämorrhoiden[1, 2]
- Häufig: Blutungen aus dem Enddarm (Rektalblutungen; laut Fachinformation in der Studie zur Pouchitis berichtet)[1, 2]
- Häufig: Laut Fachinformation auch Übelkeit[2]
- Häufig: Veränderungen der Leberfunktion, erhöhte Leberenzyme (im Bluttest)[1, 2]
- Häufig: Jucken und Juckreiz[1, 2]
- Häufig: Hautausschlag und Rötung (Erythem)[1, 2]
- Häufig: Ekzem[1, 2]
- Häufig: Nächtliches Schwitzen[1, 2]
- Häufig: Akne (Pickel)[1, 2]
- Häufig: Rückenschmerzen[1, 2]
- Häufig: Gliederschmerzen (Schmerzen in Armen und Beinen)[1, 2]
- Häufig: Muskelkrämpfe[1, 2]
- Häufig: Muskelschwäche[1, 2]
- Häufig: Fieber[1, 2]
- Häufig: Müdigkeit (Fatigue)[1, 2]
- Häufig: Brustkorbbeschwerden (laut Fachinformation als Reaktion im Zusammenhang mit der Infusion in der Studie zur Pouchitis berichtet)[1, 2]
- Häufig: Laut Fachinformation Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion, darunter Schwäche (Asthenie; in der Studie zur Pouchitis berichtet), und Reaktionen an der Infusionsstelle wie Schmerzen oder Reizung[2]
- Häufig: Bei Spritzen unter die Haut: Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, Schwellung, Rötung oder Juckreiz[3]
Wofür wird Vedolizumab eingesetzt?
Vedolizumab ist ein verschreibungspflichtiges biologisches Arzneimittel, das unter dem Namen Entyvio im Handel ist [1, 2]. Es wird bei Erwachsenen angewendet, um die Anzeichen und Beschwerden einer mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa, eines mittelschweren bis schweren aktiven Morbus Crohn oder einer mittelschweren bis schweren aktiven Pouchitis zu behandeln [1]. Die Pouchitis ist eine Entzündung der Auskleidung des künstlichen Beutels (Pouch), der bei einer Operation wegen Colitis ulcerosa angelegt wurde [1].
Bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn kommt Vedolizumab infrage, wenn die übliche Behandlung oder ein TNF-alpha-Blocker nicht ausreichend wirkt, nicht mehr wirkt oder nicht vertragen wird; bei der Pouchitis, wenn Antibiotika nicht ausreichend oder gar nicht gewirkt haben [2]. Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird Vedolizumab nicht empfohlen, weil Informationen zu dieser Altersgruppe fehlen [1].
Wie wirkt Vedolizumab?
Vedolizumab ist ein monoklonaler Antikörper. Es blockiert ein Eiweiß auf der Oberfläche bestimmter weißer Blutkörperchen, die bei diesen Erkrankungen die Entzündung verursachen; dadurch verringert sich das Ausmaß der Entzündung [1]. Genauer bindet der Antikörper laut Fachinformation an das sogenannte Alpha-4-Beta-7-Integrin auf weißen Blutkörperchen, die in die Darmwand einwandern, und hemmt ihre Anheftung an die Gefäßwände im Darm. Er wirkt damit selektiv im Magen-Darm-Trakt; eine immunsuppressive Wirkung auf den ganzen Körper wurde bei Gesunden nicht nachgewiesen, bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind die Auswirkungen auf das gesamte Immunsystem aber nicht bekannt [2].
Die Halbwertszeit im Blut (die Zeit, in der sich die Menge halbiert) beträgt laut Fachinformation 26 Tage [2]. Bei einigen Menschen mit sehr aktivem Morbus Crohn kann es bis zu 14 Wochen dauern, bis Vedolizumab zu wirken beginnt [1, 2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation der Infusion eine Häufigkeit angeben; die Reaktionen an der Einstichstelle stammen aus der Packungsbeilage der Spritze. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen [1, 2, 3]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Am häufigsten berichtet wurden laut Fachinformation Infektionen wie Entzündungen von Nase und Rachen, der oberen Atemwege, Bronchitis, Grippe und Nebenhöhlenentzündung, außerdem Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Müdigkeit, Husten und Gelenkschmerzen. Auch Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion wurden berichtet, etwa mit Atemnot, Verkrampfung der Bronchien, Nesselsucht, Hitzegefühl, Ausschlag sowie erhöhtem Blutdruck und Puls [2]. In Studien wurden auch schwerwiegende Infektionen wie Tuberkulose und Blutvergiftung (Sepsis) berichtet; einige Fälle von Blutvergiftung verliefen tödlich [2]. Mehr dazu unter Infektanfälligkeit durch Medikamente.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenErkältung (Entzündung von Nase und Rachen, Nasopharyngitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Gelenkschmerzen
- NervensystemKopfschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Kopfschmerzen
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- InfektionenInfektionen; Anzeichen können Schüttelfrost oder Kältezittern, hohes Fieber oder Ausschlag sein[1]Mehr dazu: Erhöhte InfektanfälligkeitFieber
- InfektionenLungenentzündung[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- InfektionenInfektion des Dickdarms durch Clostridium-difficile-Bakterien[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- InfektionenInfektion des Brustraums (Bronchitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- InfektionenGrippe (Influenza)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- InfektionenNebenhöhleninfektion (Sinusitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- InfektionenHalsentzündung (Pharyngitis)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- InfektionenGürtelrose (Herpes zoster)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- InfektionenLaut Fachinformation auch Magen-Darm-Infektion (Gastroenteritis) und Infektion der oberen Atemwege[2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- NervensystemPrickel- oder Kribbelgefühle (Parästhesie)[1, 2]Mehr dazu: Kribbeln und Taubheitsgefühl
- Gefäße und KreislaufBluthochdruck[1, 2]Mehr dazu: Blutdruckanstieg
- AtemwegeHusten[1, 2]Mehr dazu: Reizhusten
- AtemwegeHalsschmerzen[1, 2]
- AtemwegeVerstopfte Nase[1, 2]Mehr dazu: Verstopfte Nase
- Magen und DarmMagenverstimmung und Sodbrennen (Dyspepsie)[1, 2]Mehr dazu: Sodbrennen und Verdauungsbeschwerden
- Magen und DarmInfektionen im Analbereich (Analabszess) und anale Reizungen (laut Fachinformation Analfissur)[1, 2]
- Magen und DarmHarter Stuhl (Verstopfung)[1, 2]Mehr dazu: Verstopfung
- Magen und DarmMagenblähungen (aufgetriebener Bauch) und Blähungen[1, 2]Mehr dazu: Blähungen
- Magen und DarmHämorrhoiden[1, 2]
- Magen und DarmBlutungen aus dem Enddarm (Rektalblutungen; laut Fachinformation in der Studie zur Pouchitis berichtet)[1, 2]Mehr dazu: Magen-Darm-Blutungen und Geschwüre
- Magen und DarmLaut Fachinformation auch Übelkeit[2]Mehr dazu: Übelkeit
- Leber und GalleVeränderungen der Leberfunktion, erhöhte Leberenzyme (im Bluttest)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautJucken und Juckreiz[1, 2]Mehr dazu: Juckreiz
- HautHautausschlag und Rötung (Erythem)[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautEkzem[1, 2]Mehr dazu: Hautausschlag
- HautNächtliches Schwitzen[1, 2]Mehr dazu: Vermehrtes Schwitzen
- HautAkne (Pickel)[1, 2]Mehr dazu: Akne
- Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Rückenschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeGliederschmerzen (Schmerzen in Armen und Beinen)[1, 2]
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
- Muskeln, Knochen und GelenkeMuskelschwäche[1, 2]Mehr dazu: Muskelschwäche
- Allgemeine BeschwerdenFieber[1, 2]Mehr dazu: Fieber
- Allgemeine BeschwerdenMüdigkeit (Fatigue)[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Allgemeine BeschwerdenBrustkorbbeschwerden (laut Fachinformation als Reaktion im Zusammenhang mit der Infusion in der Studie zur Pouchitis berichtet)[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenLaut Fachinformation Reaktionen im Zusammenhang mit der Infusion, darunter Schwäche (Asthenie; in der Studie zur Pouchitis berichtet), und Reaktionen an der Infusionsstelle wie Schmerzen oder Reizung[2]Mehr dazu: Schwäche (Asthenie)
- Allgemeine BeschwerdenBei Spritzen unter die Haut: Reaktionen an der Injektionsstelle wie Schmerzen, Schwellung, Rötung oder Juckreiz[3]
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- ImmunsystemAllergische Reaktionen; Anzeichen können pfeifende Atmung (Giemen) oder Atembeschwerden, Nesselsucht, Juckreiz, Schwellung, Übelkeit, Schmerzen an der Infusionsstelle und Hautrötung sein[1]Mehr dazu: Allergische ReaktionenNesselsuchtJuckreizAtemnot
- HautRötung und Reizung der Haarfollikel (Follikulitis)[1, 2]
- InfektionenMund- und Rachensoor (Pilzinfektion, orale Candidose)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- InfektionenInfektion der Scheide (laut Fachinformation Pilzinfektion, vulvovaginale Candidose)[1, 2]Mehr dazu: Pilzinfektionen
- InfektionenLaut Fachinformation auch Atemwegsinfektion[2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
- AugenVerschwommenes Sehen (Verlust der Sehschärfe)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
- Allgemeine BeschwerdenLaut Fachinformation Schüttelfrost und Kältegefühl[2]
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen
- ImmunsystemPlötzliche schwere allergische Reaktion mit Atembeschwerden, Schwellung, schnellem Herzschlag, Schwitzen, Blutdruckabfall, Benommenheit, Bewusstlosigkeit und Kollaps (anaphylaktische Reaktion und anaphylaktischer Schock)[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenAtemnotHerzrasenNiedriger Blutdruck
- Leber und GalleLeberentzündung (Hepatitis); Anzeichen können auffällige Leberwerte, Gelbfärbung von Augen oder Haut (Gelbsucht), Schmerzen im rechten Bauchbereich und Blutergüsse sein[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Allergische Reaktionen und andere Infusionsreaktionen können während oder nach der Infusion auftreten [1]. Laut Fachinformation wird die Gabe bei einer schweren Reaktion sofort beendet; bei leichten bis mittelschweren Reaktionen kann die Infusion verlangsamt oder unterbrochen und danach fortgesetzt werden [2]. Das Fachpersonal sollte laut Fachinformation auf neue oder sich verschlechternde neurologische Beschwerden achten; bei Verdacht auf eine PML muss die Behandlung unterbrochen werden [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Überwachung bei der Infusion: Während der ersten beiden Infusionen und etwa 2 Stunden danach werden Sie genau überwacht, bei allen weiteren Infusionen währenddessen und etwa 1 Stunde danach [1]. Hatten Sie schon einmal eine leichte bis mittelschwere Infusionsreaktion, sollte die Ärztin oder der Arzt laut Fachinformation vor der nächsten Infusion eine Vorbehandlung erwägen, etwa mit einem Antihistaminikum, Hydrocortison und/oder Paracetamol [2].
Infektionen: Haben Sie eine Infektion oder vermuten Sie eine, informieren Sie sofort Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder das Pflegefachpersonal [1]. Laut Fachinformation sollten Sie vor, während und nach der Behandlung engmaschig auf Infektionen überwacht werden; vor Beginn müssen Sie auf Tuberkulose untersucht werden [2]. Entwickelt sich während der Langzeitbehandlung eine schwere Infektion, sollte die Ärztin oder der Arzt erwägen, die Behandlung abzusetzen [2].
Haut, Darm und Gelenke: Häufig sind Juckreiz, Hautausschlag, Akne, nächtliches Schwitzen, Verdauungsbeschwerden und Blähungen, sehr häufig Gelenkschmerzen [1, 2]. Bemerken Sie solche Beschwerden, informieren Sie laut Packungsbeilage umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden oder kürzlich angewendet haben [1]. Vedolizumab sollte nicht zusammen mit anderen Biologika gegeben werden, die das Immunsystem unterdrücken, weil die Auswirkungen nicht bekannt sind [1]. Haben Sie früher Natalizumab oder Rituximab erhalten, sagen Sie das vorher; die Ärztin oder der Arzt entscheidet dann über die Behandlung [1]. Kortison, Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Methotrexat und Aminosalicylate wurden in Studien zusammen mit Vedolizumab angewendet [2].
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Biologika, die das Immunsystem unterdrücken | Auswirkung einer gleichzeitigen Gabe nicht bekannt; laut Fachinformation keine Studiendaten[1, 2] | Nicht zusammen anwenden (laut Fachinformation nicht empfohlen) |
| Natalizumab oder Rituximab (frühere Behandlung) | Laut Fachinformation keine Studiendaten[1, 2] | Ärztin oder Arzt informieren; nach Natalizumab laut Fachinformation in der Regel mindestens 12 Wochen Abstand |
| Lebendimpfstoffe, vor allem zum Schlucken | Laut Fachinformation keine Daten zur Übertragung von Infektionen durch Lebendimpfstoffe[2] | Nur mit Vorsicht und nur, wenn der Nutzen die Risiken eindeutig überwiegt |
| Impfstoffe zum Schlucken (z. B. Cholera-Impfstoff mit abgetöteten Bakterien) | Laut Fachinformation schwächere Impfantwort beobachtet; Wirkung auf andere Schluck- oder Nasen-Impfstoffe unbekannt[2] | Vorher ärztlich besprechen |
| Kortison, Azathioprin, 6-Mercaptopurin, Methotrexat und Aminosalicylate | Laut Fachinformation kein klinisch bedeutsamer Einfluss auf die Verarbeitung von Vedolizumab im Körper[2] | In Studien gemeinsam angewendet; welche Mittel Sie weiter anwenden, entscheidet die Ärztin oder der Arzt |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer Vedolizumab nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Bei einer aktiven schweren Infektion wie Tuberkulose, Blutvergiftung, schwerem Magen-Darm-Infekt mit Durchfall und Erbrechen oder einer Infektion des Nervensystems darf Vedolizumab nicht angewendet werden [1, 2]. Haben Sie Krebs, informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet, ob Sie dennoch behandelt werden können [1].
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Vedolizumab oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Aktive schwere Infektion wie Tuberkulose, Blutvergiftung, schwerer Durchfall und Erbrechen (Gastroenteritis) oder eine Infektion des Nervensystems; laut Fachinformation auch Cytomegalievirus, Listeriose und opportunistische Infektionen wie PML[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- PML: Laut Fachinformation wurde unter einigen Mitteln aus derselben Wirkstoffklasse (Integrin-Antagonisten) und einigen Immunsuppressiva eine progressive multifokale Leukoenzephalopathie beobachtet, eine seltene, oft tödliche Infektion des Gehirns durch das JC-Virus; bei Verdacht wird die Behandlung unterbrochen und bei bestätigter Diagnose dauerhaft beendet[1, 2]
- Infektionen: laut Fachinformation möglicherweise erhöhtes Risiko für opportunistische Infektionen und Infektionen, gegen die der Darm als Barriere schützt; Vorsicht bei einer kontrollierten chronischen schweren Infektion oder wiederkehrenden schweren Infektionen in der Vorgeschichte; bei einem Body-Mass-Index ab 30 war die Infektionsrate in Studien höher[2]
- Tuberkulose: Laut Fachinformation werden Sie vor Behandlungsbeginn auf Tuberkulose untersucht; eine latente Tuberkulose wird vorher behandelt[2]
- Krebs: Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er entscheidet, ob Sie dennoch behandelt werden können. Laut Fachinformation besteht bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn ein erhöhtes Krebsrisiko, und Mittel, die das Immunsystem beeinflussen, können es erhöhen[1, 2]
- Impfungen: Vedolizumab kann die Reaktion auf Impfungen beeinflussen. Laut Fachinformation sollen vor Behandlungsbeginn alle empfohlenen Impfungen erfolgen; Impfungen mit inaktivierten oder abgetöteten Impfstoffen sind während der Behandlung möglich, die Grippeimpfung als Spritze; Lebendimpfstoffe nur, wenn der Nutzen die Risiken eindeutig überwiegt[1, 2]
- Frühere Behandlung mit Natalizumab (gegen Multiple Sklerose) oder Rituximab (gegen bestimmte Krebsarten und rheumatoide Arthritis): vorher mitteilen; die Ärztin oder der Arzt entscheidet. Laut Fachinformation sollten nach Natalizumab in der Regel mindestens 12 Wochen bis zum Beginn vergehen[1, 2]
- Wirkungseintritt: Bei einigen Menschen mit sehr aktivem Morbus Crohn kann es bis zu 14 Wochen dauern, bis Vedolizumab wirkt[1, 2]
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Anwendung nicht empfohlen, weil Informationen fehlen[1, 2]
- Der Hilfsstoff Polysorbat 80 kann allergische Reaktionen hervorrufen; teilen Sie frühere allergische Reaktionen mit[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Zu Alkohol enthalten Packungsbeilage und Fachinformation keine eigenen Hinweise. Frauen, die schwanger werden können, sollten während der Behandlung und mindestens 4,5 Monate nach der letzten Gabe verhüten [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Verkehrstüchtigkeit, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 4].
Schwangerschaft
Die Auswirkungen von Vedolizumab in der Schwangerschaft sind nicht bekannt; die Anwendung wird deshalb nicht empfohlen. Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollten entscheiden, ob der erwartete Nutzen das mögliche Risiko für Sie und Ihr Kind deutlich überwiegt. Frauen, die schwanger werden können, sollten während der Behandlung und mindestens 4,5 Monate nach der letzten Gabe (laut Fachinformation 18 Wochen) eine geeignete Verhütungsmethode anwenden.[1, 2]
Laut Fachinformation liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen vor. In einer kleinen Beobachtungsstudie betrug die Rate schwerer Geburtsfehler bei 99 Frauen mit Vedolizumab 7,4 Prozent und bei 76 Frauen mit anderen Biologika 5,6 Prozent (bereinigtes relatives Risiko 1,07).[2]
Embryotox schätzt den Erfahrungsumfang als hoch ein: Mehr als 500 ausgewertete Schwangerschaften ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungs- oder Fehlgeburtsrisiko; für eine differenzierte Risikobewertung reichen die Daten noch nicht aus. Laut Embryotox kann Vedolizumab in allen Phasen der Schwangerschaft eingesetzt werden, wenn besser untersuchte Alternativen nicht ausreichend wirken. Nach einer Behandlung in der Schwangerschaft kann die Rotavirus-Schluckimpfung des Kindes laut Embryotox nach strenger individueller Nutzen-Risiko-Abwägung im Einzelfall erwogen werden; ist eine andere Lebendimpfung nötig, sollte sie frühestens ab einem Alter von 6 Monaten erfolgen. Als besser geeignete Alternativen nennt Embryotox gegebenenfalls Adalimumab oder Infliximab. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Vedolizumab geht in die Muttermilch über; wie es sich auf das Kind und die Milchbildung auswirkt, ist nicht ausreichend bekannt. Es muss entschieden werden, ob das Stillen oder die Behandlung unterbrochen wird, unter Abwägung des Nutzens für Kind und Mutter. Laut Fachinformation lag die Konzentration in der Muttermilch bei etwa 0,4 bis 2,2 Prozent der Konzentration im Blut der Mutter.[1, 2]
Laut Embryotox ist Stillen während einer Behandlung mit Vedolizumab akzeptabel; relevante Nebenwirkungen bei gestillten Säuglingen wurden bisher nicht beschrieben. Wurde in der Schwangerschaft nicht behandelt, sollte die erste Gabe frühestens zwei Wochen nach der Entbindung erfolgen.[4]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Vedolizumab hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit: Einige wenige Behandelte fühlten sich nach der Gabe schwindlig. Wenn Ihnen schwindelig ist, fahren Sie nicht und bedienen Sie keine Werkzeuge oder Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Die Infusion gibt Ihnen eine Ärztin, ein Arzt oder eine Pflegekraft über etwa 30 Minuten in eine Armvene. Während der ersten beiden Infusionen und etwa 2 Stunden danach werden Sie genau überwacht, bei allen weiteren Infusionen währenddessen und etwa 1 Stunde danach.[1]
Infusionstermin vergessen oder verpasst: so bald wie möglich einen neuen Termin vereinbaren.[1]
Spritzen unter die Haut: Nach mindestens 2 Infusionen kann Vedolizumab bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn auch unter die Haut gespritzt werden, von Ihnen selbst oder einer Pflegeperson nach einer Einweisung. Dosis vergessen: die nächste Dosis so schnell wie möglich spritzen und danach wieder alle 2 Wochen.[3]
Absetzen
Brechen Sie die Behandlung nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.[1]
Überdosierung
Laut Fachinformation wurden in klinischen Studien auch höhere als die empfohlenen Dosen in die Vene gegeben; dabei wurde keine dosisbegrenzende Giftigkeit beobachtet.[2]
Dosierung laut Packungsbeilage
Die Packungsbeilage der Infusion nennt eine feste Dosis und die Zeitpunkte der Behandlungen; die Packungsbeilage der Spritze nennt die Dosis und den Abstand für die Anwendung unter die Haut [1, 3]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder; sie ersetzt nicht die Verordnung. Den Behandlungsplan legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest und kann ihn ändern, je nachdem, wie gut Vedolizumab wirkt [1].
Anwendung und Absetzen
Die Infusion gibt Ihnen eine Ärztin, ein Arzt oder eine Pflegekraft über etwa 30 Minuten in eine Armvene [1]. Haben Sie einen Infusionstermin verpasst, vereinbaren Sie so bald wie möglich einen neuen [1]. Bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn kann Vedolizumab nach mindestens 2 Infusionen auch unter die Haut gespritzt werden, von Ihnen selbst oder einer Pflegeperson nach einer Einweisung; eine Anleitung steht am Ende der Packungsbeilage der Spritze [3]. Wie Sie Fertigspritzen richtig lagern, beschreibt die Packungsbeilage; allgemeine Hinweise bietet der Ratgeber Medikamente im Kühlschrank lagern.
Brechen Sie die Behandlung nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab [1].
Präparate mit Vedolizumab
Vedolizumab ist als Entyvio erhältlich: als Pulver für eine Infusionslösung und als Injektionslösung zum Spritzen unter die Haut in Fertigspritze oder Fertigpen [1, 3]. Grundlage dieser Seite ist die EMA-Produktinformation von Entyvio mit Stand März 2026 [1, 2]. Laut Fachinformation müssen bei biologischen Arzneimitteln Name und Chargenbezeichnung des angewendeten Präparats dokumentiert werden [2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Entyvio | Takeda Pharma A/S (in Deutschland: Takeda GmbH) | Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung (300 mg): Grundlage dieser Seite; außerdem Injektionslösung zum Spritzen unter die Haut (108 mg) in Fertigspritze oder Fertigpen |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Entyvio (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilage Entyvio 300 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung. Takeda Pharma A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Entyvio (EPAR), Anhang I: Fachinformation Entyvio 300 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung, und Anhang II. Takeda Pharma A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Entyvio (EPAR), Anhang III B: Packungsbeilagen Entyvio 108 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze und in einem Fertigpen. Takeda Pharma A/S (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Vedolizumab. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Welche Nebenwirkungen hat Vedolizumab (Entyvio) am häufigsten?
Sehr häufig (bei mehr als 1 von 10 Behandelten) sind Erkältungen, Gelenkschmerzen und Kopfschmerzen. Häufig sind unter anderem Infektionen wie Lungenentzündung, Bronchitis, Grippe oder Gürtelrose, Fieber, Müdigkeit, Husten, Juckreiz, Hautausschlag, Muskelkrämpfe, Bluthochdruck und erhöhte Leberwerte. Informieren Sie umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Nebenwirkungen bemerken.
Schwächt Vedolizumab das Immunsystem?
Laut Fachinformation wirkt Vedolizumab selektiv im Magen-Darm-Trakt; eine immunsuppressive Wirkung auf den ganzen Körper wurde bei Gesunden nicht nachgewiesen. Bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind die Auswirkungen auf das gesamte Immunsystem allerdings nicht bekannt. Infektionen gehören zu den häufigen Nebenwirkungen; melden Sie Anzeichen wie Schüttelfrost, anhaltenden Husten oder hohes Fieber sofort Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie lange dauert es, bis Entyvio wirkt?
Laut Packungsbeilage kann es bei einigen Menschen mit sehr aktivem Morbus Crohn bis zu 14 Wochen dauern, bis Vedolizumab zu wirken beginnt. Fühlen Sie sich nicht besser, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt; sie oder er kann den Behandlungsplan ändern. Die Dosis laut Packungsbeilage steht im Abschnitt Dosierung.
Kann man Entyvio auch selbst spritzen?
Ja, bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn gibt es Vedolizumab auch als Spritze unter die Haut in Fertigspritze oder Fertigpen. Zu Beginn erhalten Sie die Anfangsdosen als Infusion; nach mindestens 2 Infusionen können Sie oder eine Pflegeperson nach einer Einweisung selbst spritzen. Bei der Pouchitis ist nur die Infusion vorgesehen.
Was ist PML und warum wird bei Entyvio davor gewarnt?
Die progressive multifokale Leukenzephalopathie (PML) ist eine schwere, möglicherweise tödliche Infektion des Gehirns. Laut Fachinformation wurde sie unter einigen Mitteln aus derselben Wirkstoffklasse und unter einigen Immunsuppressiva beobachtet. Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt sofort, wenn Sie verschwommen oder doppelt sehen, Sprach- oder Gleichgewichtsstörungen, Schwäche in Arm oder Bein, Taubheitsgefühle, Gedächtnisverlust oder Verwirrtheit bemerken. Das gilt auch zwischen den Infusionen.
Darf ich mich unter Vedolizumab impfen lassen?
Vedolizumab kann die Reaktion auf Impfungen beeinflussen. Laut Fachinformation sollen vor Behandlungsbeginn alle empfohlenen Impfungen erfolgen; Impfungen mit inaktivierten oder abgetöteten Impfstoffen sind während der Behandlung möglich, die Grippeimpfung als Spritze. Lebendimpfstoffe kommen nur infrage, wenn der Nutzen die Risiken eindeutig überwiegt.
Darf ich Entyvio in der Schwangerschaft oder Stillzeit bekommen?
Laut Packungsbeilage sind die Auswirkungen in der Schwangerschaft nicht bekannt, die Anwendung wird deshalb nicht empfohlen; Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wägen Nutzen und Risiken ab. Frauen, die schwanger werden können, sollten bis mindestens 4,5 Monate nach der letzten Gabe verhüten. Vedolizumab geht in die Muttermilch über. Embryotox hält eine Anwendung in allen Phasen der Schwangerschaft für möglich, wenn besser untersuchte Alternativen nicht ausreichend wirken, und das Stillen für akzeptabel. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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