MedikamenteDetailfrage

Quetiapin und Gewichtszunahme

Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Quetiapin, kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; vermehrtes Hungergefühl ist häufig. Laut Fachinformation tritt die Zunahme bei Erwachsenen vorwiegend in den ersten Behandlungswochen auf, und Gewicht, Blutzucker und Blutfette sollten zu Beginn bewertet und dann regelmäßig kontrolliert werden. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie eine Zunahme in Ihrer Praxis an.

Frau Ende vierzig mit kinnlangem, welligem kupferrotem Haar in einer weinroten Regenjacke geht mit einem Freund in dunkelblauer Jacke zügig auf einem Weg durch einen herbstlichen Park
Bild: KI-generiert

Quetiapin kann das Körpergewicht erhöhen. Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen; vermehrtes Hungergefühl ist häufig [1]. Laut Fachinformation tritt die Zunahme bei Erwachsenen vorwiegend in den ersten Behandlungswochen auf [2]. Sie und Ihre Ärztin oder Ihr Arzt sollten Ihr Gewicht laut Packungsbeilage regelmäßig überprüfen [1].

Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation der Retardtabletten von Quetiapin-ratiopharm; die Packungsbeilage der Filmtabletten nennt Gewichtszunahme ebenfalls als sehr häufig [1, 2, 3]. Alle Nebenwirkungen und Einnahmehinweise finden Sie auf der Seite zum Wirkstoff Quetiapin.

Wie häufig eine Gewichtszunahme vorkommt

Packungsbeilage und Fachinformation stufen Gewichtszunahme als sehr häufig ein. Die Fachinformation zählt dafür eine Zunahme um mehr als 7 Prozent des Ausgangsgewichts und nennt Gewichtszunahme unter den am häufigsten berichteten Nebenwirkungen, die bei mindestens 10 Prozent der Behandelten auftraten [1, 2]. Rund um Gewicht und Stoffwechsel nennen Packungsbeilage und Fachinformation außerdem [1, 2]:

  • Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Behandelten): Gewichtszunahme; erhöhte Blutfette (Triglyceride und Gesamtcholesterin) und laut Fachinformation ein erniedrigtes HDL-Cholesterin [1, 2].
  • Häufig (bis zu 1 von 10): vermehrtes Hungergefühl, erhöhte Blutzuckerwerte und ein Anschwellen von Armen oder Beinen [1, 2].
  • Gelegentlich (bis zu 1 von 100): Zuckerkrankheit (Diabetes) oder die Verschlechterung eines bestehenden Diabetes [1, 2].
  • Selten (bis zu 1 von 1.000): ein metabolisches Syndrom, bei dem drei oder mehr dieser Veränderungen zusammen auftreten können: mehr Fett im Bauchbereich, ein erniedrigtes HDL-Cholesterin, erhöhte Triglyceride, hoher Blutdruck und ein erhöhter Blutzucker [1, 2].

Bei einigen Behandelten verschlechterte sich in klinischen Studien laut Fachinformation mehr als einer dieser Stoffwechselwerte, also Gewicht, Blutzucker und Blutfette [2]. Welche anderen Mittel das Gewicht erhöhen können, zeigt die Seite Gewichtszunahme durch Medikamente.

Was die Studien zeigen

In placebokontrollierten Kurzzeitstudien über 3 bis 8 Wochen nahmen Behandelte laut Fachinformation je nach Tagesdosis im Mittel zwischen 0,8 und 1,4 Kilogramm zu, unter einem Scheinmedikament (Placebo) 0,2 Kilogramm. Um mindestens 7 Prozent stieg das Gewicht bei 5,3 bis 15,5 Prozent der mit Quetiapin Behandelten, unter Placebo bei 3,7 Prozent. Bei der niedrigsten untersuchten Tagesdosis waren beide Werte am geringsten. Die mittlere Zunahme war bei der höchsten untersuchten Tagesdosis geringer als bei der zweithöchsten, der Anteil mit mindestens 7 Prozent Zunahme bei den beiden höchsten Tagesdosen geringer als bei einer mittleren [2].

In Langzeitstudien zur Vorbeugung von Rückfällen wurden alle zunächst über 4 bis 36 Wochen offen mit Quetiapin behandelt und erhielten danach nach dem Zufallsprinzip weiter Quetiapin oder ein Placebo. Die Gruppe, die bei Quetiapin blieb, hatte in der offenen Phase im Mittel 2,56 Kilogramm zugenommen und bis zu Woche 48 der Vergleichsphase 3,22 Kilogramm, jeweils gemessen ab Beginn der offenen Phase. In der Placebogruppe waren es 2,39 und 0,89 Kilogramm [2]. Wie viel Sie selbst zunehmen, lässt sich daraus nicht ablesen.

In einer 6-wöchigen Studie bei Erwachsenen mit akuter Manie nahmen mit Quetiapin und Lithium mehr Behandelte um mindestens 7 Prozent zu als mit Quetiapin und Placebo [2]. Kombinations- und Augmentationsbehandlungen sieht die S3-Leitlinie Schizophrenie in Bezug auf Gewicht und Stoffwechsel als besonders problematisch an [11].

Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist Quetiapin laut Packungsbeilage nicht vorgesehen [1]. Gesteigerter Appetit ist bei ihnen sehr häufig und kam laut Fachinformation häufiger vor als bei Erwachsenen [1, 2]. In placebokontrollierten Kurzzeitstudien mit 10- bis 17-Jährigen (3 Wochen bei Manie, 6 Wochen bei Schizophrenie) nahmen 17 Prozent der mit Quetiapin Behandelten um mindestens 7 Prozent zu, unter Placebo 2,5 Prozent; in der Kurzzeitstudie zur bipolaren Depression waren es 13,7 und 6,8 Prozent [2].

So sind die Häufigkeiten in der Packungsbeilage gemeint
AngabeBedeutung in der PackungsbeilageFachinformationAnschaulich
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen≥ 1/10mehr als 100 von 1.000
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen≥ 1/100 bis < 1/1010 bis unter 100 von 1.000
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen≥ 1/1.000 bis < 1/1001 bis unter 10 von 1.000
Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen≥ 1/10.000 bis < 1/1.0001 bis unter 10 von 10.000
Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen< 1/10.000weniger als 1 von 10.000
Nicht bekanntHäufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbarnicht bekanntnicht abschätzbar

Warum Quetiapin das Gewicht beeinflussen kann

Wie Quetiapin zu einer Gewichtszunahme führt, erklären Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Die Fachinformation beschreibt Quetiapin als Wirkstoff, der an viele Andockstellen (Rezeptoren) für Botenstoffe im Gehirn bindet, mit hoher Affinität unter anderem zu Histamin-Rezeptoren [2]. Embryotox, das Beratungszentrum der Charité Universitätsmedizin Berlin, beschreibt eine starke antihistaminerge Wirkung. Quetiapin kann laut Embryotox eine ausgeprägte Beruhigung (Sedierung) bewirken und zu Gewichtszunahme und metabolischem Syndrom führen [5].

Für Antipsychotika allgemein beschreibt die S3-Leitlinie Schizophrenie eine Gewichtszunahme als Geschehen mit mehreren Ursachen, darunter auch Sedierung und Bewegungsstörungen. Die antihistaminischen Eigenschaften eines Wirkstoffs gelten danach als eines der wichtigsten Merkmale, die mit einer Gewichtszunahme unter Antipsychotika zusammenhängen; als weitere beteiligte Mechanismen nennt sie Wirkungen an bestimmten Serotonin- und Muskarin-Rezeptoren. Vorhersagefaktoren für eine Gewichtszunahme sind laut Leitlinie außerdem eine Ersterkrankung, ein junges Alter, ein geringer Body-Mass-Index (BMI) zu Beginn der Behandlung, kognitive Einschränkungen und eine frühe Gewichtszunahme nach Beginn der Behandlung [11]. Diese Angaben gelten für Antipsychotika als Gruppe, nicht speziell für Quetiapin.

Appetit und Energiehaushalt: Eine übermäßige Gewichtszunahme ist laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) die langfristige Folge eines unausgewogenen Energiehaushalts, wenn also mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden. Gesteuert wird der Energiehaushalt unter anderem vom Nervensystem und von Hormonen; das macht sich etwa durch Hunger- und Sättigungsgefühle bemerkbar [13]. Vermehrtes Hungergefühl steht bei Quetiapin unter den häufigen Nebenwirkungen [1].

Wasser im Gewebe: Bei einem Ödem schwillt laut IQWiG ein Körperteil an, weil sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt; meistens sind Arme oder Beine betroffen [14]. Ein Anschwellen von Armen oder Beinen ist unter Quetiapin häufig [1]. Mehr dazu: Wassereinlagerungen durch Medikamente.

Woran Sie eine Gewichtszunahme durch das Medikament erkennen

Mann Anfang dreißig mit kurzem dunklem lockigem Haar in einem rostroten Cordhemd spricht in einer hellen Praxis am Fenster mit einer Ärztin mit grauem Bobschnitt
Bild: KI-generiert

Zeitlich fällt eine Zunahme bei Erwachsenen laut Fachinformation vorwiegend in die ersten Behandlungswochen [2]. Viele Behandelte beklagen eine Gewichtszunahme laut S3-Leitlinie nicht von sich aus; entscheidend ist deshalb, Gewicht und Stoffwechselwerte aktiv zu überwachen [11]. Eine Zunahme kann auch andere Gründe haben. Laut IQWiG können zum Beispiel eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion, Essstörungen, eine familiäre Veranlagung, bestimmte Medikamente, Depressionen und chronische körperliche Erkrankungen, Stress und ein Rauchstopp zu einer Gewichtszunahme führen [13].

Kontrollen in der Praxis: Laut Fachinformation sollten Gewicht, Blutzucker und Blutfette zu Beginn der Behandlung bewertet und danach regelmäßig kontrolliert werden [2]. Der mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) abgestimmte Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte nennt als Orientierung diese Zeitpunkte [12]:

  • Körpergewicht und BMI: vor Beginn, im 1., 2., 3. und 6. Monat, danach vierteljährlich
  • Hüftumfang: vor Beginn, im 1., 3. und 6. Monat
  • Blutzucker oder HbA1c und Blutfette: vor Beginn, im 1., 3. und 6. Monat, danach jährlich

Für Antipsychotika bei Schizophrenie allgemein nennt die S3-Leitlinie für Gewicht und BMI dieselben Zeitpunkte und empfiehlt, zusätzlich den Taillenumfang zu messen; außerdem empfiehlt sie monatliche Gewichtskontrollen durch die Behandelten selbst [11]. Bei Beschwerden oder auffälligen Vorbefunden müssen die Abstände laut Leitfaden angepasst werden [12].

Wassereinlagerungen erkennen: Als häufige erste Anzeichen eines Ödems an Armen oder Beinen nennt das IQWiG unter anderem ein schweres, aufgedunsenes Gefühl und sichtbare Schwellungen, Dellen nach Druck auf die Haut, zu eng sitzende Kleidung oder zu eng sitzenden Schmuck sowie warme, gespannte Haut. Ein Ödem kann laut IQWiG eine geringe Wasseransammlung sein, die von selbst wieder verschwindet, aber auch ein Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung oder eine Nebenwirkung mancher Medikamente. Damit es richtig behandelt werden kann, ist es wichtig, seine Ursache ärztlich genau abklären zu lassen [14].

Was Sie tun können

Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie unter Quetiapin zunehmen; bei Nebenwirkungen wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke [1]. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie sollen zu Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika oder spätestens bei einer Zunahme um mehr als 3 Prozent des Ausgangsgewichts psychotherapeutische und psychosoziale Angebote gemacht werden, die Strategien für den Alltag vermitteln, zum Beispiel Ernährungsberatung, Psychoedukation und Bewegungsprogramme. Je nach Schwere einer Nebenwirkung sollen nach Abwägung von Nutzen und Risiken eine Anpassung der Dosis, eine Umstellung auf ein anderes Präparat oder das Absetzen angeboten werden. Vor einem Wechsel des Präparats sollten laut Leitlinie nicht medikamentöse Maßnahmen wie Ernährungsberatung, Psychoedukation und Änderungen des Lebensstils zur Anwendung kommen; bei jedem Wechsel ist die Gefahr einer psychischen Verschlechterung zu beachten [11].

Ernährung und Bewegung

Der Leitfaden für Ärztinnen und Ärzte sieht vor, beeinflussbare Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen, etwa Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Blutfette, Diabetes und Bewegungsmangel, und Behandelte zu einer gesunden Ernährung und ausreichender täglicher Bewegung anzuhalten [12]. Um Übergewicht vorzubeugen, sind laut gesund.bund.de vor allem eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung entscheidend; schon mehr Bewegung im Alltag, etwa Treppensteigen oder Spazierengehen, kann viel bewirken. Von Crash-Diäten rät das Portal ab. Beratung bieten ärztliche und therapeutische Fachkräfte, ausgebildete Ernährungsberaterinnen und Ernährungsberater sowie Selbsthilfegruppen an. Alkohol und zuckerhaltige Säfte und Limonaden fördern laut gesund.bund.de die Gewichtszunahme [15]. Laut Packungsbeilage achten Sie unter Quetiapin ohnehin darauf, wie viel Alkohol Sie trinken, weil die Kombination schläfrig machen kann [1].

Denken Sie dabei an die übrigen Nebenwirkungen: Schwindel und Schläfrigkeit sind sehr häufig, niedriger Blutdruck beim Aufstehen ist häufig, und alle drei können zu Stürzen führen [1]. Welche Bewegung für Sie passt, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Mehr dazu: Schwindel durch Medikamente.

Blutzucker und Blutfette

Haben Sie Diabetes oder ein Risiko dafür, überprüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt laut Packungsbeilage möglicherweise Ihre Blutzuckerwerte, solange Sie Quetiapin einnehmen [1]. Laut Fachinformation wurde selten über einen hohen Blutzucker oder die Entstehung oder Verschlechterung eines Diabetes berichtet, gelegentlich zusammen mit einer Übersäuerung des Blutes (Ketoazidose) oder einem Koma, darunter einige tödliche Fälle. In einigen Fällen war zuvor das Körpergewicht gestiegen, möglicherweise ein begünstigender Faktor. Behandelte sollten auf Anzeichen eines hohen Blutzuckers beobachtet werden: starken Durst, häufiges Wasserlassen, starken Hunger und Schwäche [2]. Laut S3-Leitlinie scheint die Behandlung mit Quetiapin ein Risikofaktor für die Entstehung eines Diabetes zu sein [11]. Mehr dazu: Blutzuckerveränderungen durch Medikamente und Blutfette und Medikamente.

Übergewichtige Menschen zählen laut Fachinformation zu denen mit einem Risiko für Atemaussetzer im Schlaf (Schlafapnoe-Syndrom), über das unter Quetiapin berichtet wurde [2]. Hatten Sie schon einmal eine Schlafapnoe und nehmen Sie dämpfende Mittel ein, sprechen Sie laut Packungsbeilage vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1].

Schwangerschaft

Unter Quetiapin wurden bei Schwangeren laut Embryotox vermehrt Stoffwechselstörungen mit übermäßiger Gewichtszunahme und Schwangerschaftsdiabetes beobachtet. Weil Quetiapin den Blutzuckerspiegel erhöhen kann, sollte ein Schwangerschaftsdiabetes ausgeschlossen werden [5]. Laut Packungsbeilage sollten Sie Quetiapin in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn Sie das mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt besprochen haben [1]. Mehr dazu: Medikamente in der Schwangerschaft.

Fragen für das Arztgespräch

  • Kann meine Gewichtszunahme mit Quetiapin zusammenhängen, oder kommen andere Ursachen infrage?
  • Wann messen wir Gewicht, Taillenumfang, Blutzucker und Blutfette?
  • Gibt es für mich eine Ernährungsberatung oder ein Bewegungsprogramm?
  • Welche Bewegung ist für mich sinnvoll, obwohl Quetiapin mich müde oder schwindelig machen kann?
  • Sind die Schwellungen an meinen Armen oder Beinen Wassereinlagerungen, und sollten sie untersucht werden?
  • Kommt bei mir eine Anpassung der Behandlung infrage, und welche Risiken hätte sie?

Sie können Nebenwirkungen laut Packungsbeilage auch direkt dem BfArM melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Schwellung eines Beins: Starke Schmerzen, Schwellung und Rötung in einem Bein, ein plötzlicher starker Schmerz in der Brust oder plötzliche Atemlosigkeit können laut Packungsbeilage Zeichen von Blutgerinnseln in den Venen sein [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe. Ein einseitiges Ödem im Bein kann laut IQWiG auch nach einer Beinvenenthrombose entstehen [14]. Mehr dazu: Thromboserisiko durch Medikamente.

Herz und Atmung: Bei schnellem, unregelmäßigem Herzschlag auch in Ruhe, Herzstolpern, Atemproblemen, Schmerzen in der Brust oder unerklärlicher Müdigkeit informieren Sie laut Packungsbeilage unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [1]. Bei einer Herzschwäche kann sich laut IQWiG Flüssigkeit in der Lunge sammeln (Lungenödem), ein nicht sehr häufiger, aber lebensbedrohlicher Zustand mit Atemnot, schnellem und flachem Atmen oder Husten [14].

Starker Oberbauchschmerz: Starke Schmerzen im Oberbauch, die häufig in den Rücken ausstrahlen, können laut Packungsbeilage Zeichen einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse sein [1]. Laut Fachinformation hatten viele Betroffene Risikofaktoren wie erhöhte Triglyceridwerte [2]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 50/150/200/300/400 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 01/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 10.10.2026
  3. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Quetiapin-ratiopharm 100 mg Filmtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 07/2025. abgerufen am 10.10.2026
  4. Fachinformation Fachinformation Quetiapin-ratiopharm Filmtabletten (25/100/150/200/300 mg). ratiopharm GmbH. Stand 05/2024. abgerufen am 10.10.2026
  5. Embryotox Embryotox: Quetiapin. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  6. Leitlinie S3-Leitlinie Schizophrenie (Living Guideline), Langfassung, Version 5.0 (AWMF-Register-Nr. 038-009), Kapitel 9.19, 9.20 mit Empfehlungen 52 und 53, 9.21 mit Tabelle 22. Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Stand Version 5.0 vom 13.06.2026, veröffentlicht Juli 2026. abgerufen am 16.10.2026
  7. Leitfaden zur Verringerung von Arzneimittel- und Anwendungsrisiken für Ärzte, Quetiapin (behördlich beauflagtes Schulungsmaterial, mit dem BfArM abgestimmt), Abschnitt 4 mit Tabelle 2. ratiopharm GmbH. Stand Version 2.0, Stand der Information 06/2024. abgerufen am 16.10.2026
  8. Ursachen für Adipositas. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 24.08.2022. abgerufen am 16.10.2026
  9. Ursachen und Anzeichen eines Ödems. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 09.03.2022. abgerufen am 16.10.2026
  10. Behörde Übergewicht. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 14.01.2026. abgerufen am 16.10.2026
  11. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Macht Quetiapin dick?

Quetiapin kann das Gewicht erhöhen. Gewichtszunahme gehört laut Packungsbeilage zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, kann also mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen. Die Fachinformation zählt dafür eine Zunahme um mehr als 7 Prozent des Ausgangsgewichts, die bei Erwachsenen vorwiegend in den ersten Behandlungswochen auftritt. Vermehrtes Hungergefühl ist häufig.

Wie viel nimmt man mit Quetiapin zu?

Eine Zahl für den Einzelfall nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. In placebokontrollierten Kurzzeitstudien über 3 bis 8 Wochen nahmen Behandelte laut Fachinformation je nach Tagesdosis im Mittel 0,8 bis 1,4 Kilogramm zu, unter Placebo 0,2 Kilogramm. In Langzeitstudien zur Vorbeugung von Rückfällen mit einer offenen Behandlungsphase über 4 bis 36 Wochen betrug die mittlere Zunahme unter fortgesetzter Einnahme bis zu Woche 48 der anschließenden Vergleichsphase 3,22 Kilogramm, gemessen ab Beginn der offenen Phase; in der Gruppe, die in der Vergleichsphase ein Placebo erhielt, waren es 0,89 Kilogramm. Notieren Sie Ihr Gewicht im Nebenwirkungs-Tagebuch und sprechen Sie Veränderungen in der Praxis an.

Ist die Gewichtszunahme unter Quetiapin dosisabhängig?

Eine allgemeine Aussage dazu machen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. In den Kurzzeitstudien der Fachinformation unterschied sich die Zunahme je nach Tagesdosis: Bei der niedrigsten untersuchten Dosis war sie am geringsten, bei der höchsten untersuchten Dosis aber geringer als bei der zweithöchsten. Ihre Dosis legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest; ändern Sie sie nicht selbst, sondern sprechen Sie eine Zunahme in der Praxis an.

Warum nimmt man mit Quetiapin zu?

Packungsbeilage und Fachinformation erklären es nicht. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie ist eine Gewichtszunahme unter Antipsychotika ein Geschehen mit mehreren Ursachen, zu denen auch Sedierung und Bewegungsstörungen gehören; die antihistaminischen Eigenschaften eines Wirkstoffs gelten dabei als eines der wichtigsten Merkmale, die mit einer Gewichtszunahme zusammenhängen. Embryotox beschreibt bei Quetiapin eine starke antihistaminerge Wirkung und schreibt, dass es zu Gewichtszunahme und metabolischem Syndrom führen kann.

Was kann ich gegen die Gewichtszunahme durch Quetiapin tun?

Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Sprechen Sie die Zunahme in der Praxis an. Die S3-Leitlinie Schizophrenie sieht zu Beginn einer Behandlung mit Antipsychotika oder spätestens bei einer Zunahme um mehr als 3 Prozent des Ausgangsgewichts Angebote wie Ernährungsberatung, Psychoedukation und Bewegungsprogramme vor. Um Übergewicht vorzubeugen, sind laut gesund.bund.de vor allem eine ausgewogene Ernährung und genügend Bewegung entscheidend; von Crash-Diäten rät das Portal ab.

Gibt es eine Alternative zu Quetiapin ohne Gewichtszunahme?

Ob ein anderes Mittel für Sie infrage kommt, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen. Laut S3-Leitlinie Schizophrenie sollen bei Nebenwirkungen je nach Schwere und nach Abwägung von Nutzen und Risiken eine Anpassung der Dosis, eine Umstellung auf ein anderes Präparat oder das Absetzen angeboten werden. Bei jedem Wechsel ist laut Leitlinie die Gefahr einer psychischen Verschlechterung zu beachten. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Nimmt man nach dem Absetzen von Quetiapin wieder ab?

Eine ausdrückliche Aussage dazu machen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Die Fachinformation beschreibt Langzeitstudien zur Vorbeugung von Rückfällen: Alle wurden zunächst über 4 bis 36 Wochen offen mit Quetiapin behandelt und erhielten danach nach dem Zufallsprinzip weiter Quetiapin oder ein Placebo. In der offenen Phase nahm die spätere Quetiapingruppe im Mittel 2,56 Kilogramm zu, die spätere Placebogruppe 2,39 Kilogramm. Bis zu Woche 48 der Vergleichsphase betrug die mittlere Zunahme gegenüber dem Beginn der offenen Phase unter Quetiapin 3,22 Kilogramm, in der Placebogruppe 0,89 Kilogramm. Wie sich Ihr Gewicht nach einem Absetzen entwickelt, lässt sich daraus nicht ablesen. Was beim Beenden der Behandlung gilt, steht unter Quetiapin absetzen.

Woran erkenne ich, ob die Zunahme von Wassereinlagerungen kommt?

Unter Quetiapin ist ein Anschwellen von Armen oder Beinen häufig. Häufige erste Anzeichen eines solchen Ödems sind laut IQWiG unter anderem ein schweres, aufgedunsenes Gefühl, sichtbare Schwellungen, Dellen nach Druck auf die Haut und zu eng sitzende Kleidung oder Schmuck. Laut IQWiG ist es wichtig, die Ursache eines Ödems ärztlich genau abklären zu lassen.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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