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Oxycodon absetzen

Wird Oxycodon abrupt abgesetzt, können laut Packungsbeilage Entzugserscheinungen auftreten, zum Beispiel Gähnen, erweiterte Pupillen, Tränenfluss, Zittern, Schwitzen, Unruhe, Krampfanfälle oder Schlaflosigkeit. Brauchen Sie Oxycodon nicht mehr, kann es ratsam sein, dass Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Dosis schrittweise verringert. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Mann Anfang sechzig mit kurzem grauem Haar im rostroten Strickpullover spricht in einem hellen Sprechzimmer mit einer Ärztin mit dunklem Pferdeschwanz
Bild: KI-generiert

Wird Oxycodon abrupt abgesetzt, können laut Packungsbeilage Entzugserscheinungen auftreten, etwa Gähnen, Tränenfluss, Zittern, Schwitzen, Unruhe, Krampfanfälle oder Schlaflosigkeit. Brauchen Sie das Mittel nicht mehr, verringert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Tagesdosis möglicherweise schrittweise, um das zu verhindern [1].

Oxycodon ist ein starkes Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und ein Betäubungsmittel [1, 2]. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Oxycodon-HCl-ratiopharm Retardtabletten; maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats [1, 2]. Wirkung, alle Nebenwirkungen und die Einnahme beschreibt die Seite Oxycodon.

Was Packungsbeilage und Fachinformation zum Absetzen sagen

Wie lange Sie Oxycodon einnehmen, sagt Ihnen laut Packungsbeilage Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Brechen Sie die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit ihr oder ihm ab. Ein Abbruch kann laut Packungsbeilage Entzugserscheinungen auslösen [1].

Laut Fachinformation kann es bei Langzeitanwendung zu einer körperlichen Abhängigkeit kommen, und ein abruptes Absetzen kann ein Entzugssyndrom hervorrufen. Benötigt jemand Oxycodon nicht mehr, kann ein langsames Ausschleichen der Dosis ratsam sein, um Entzugssymptome zu vermeiden [2]. In welchen Schritten und über welchen Zeitraum die Dosis verringert wird, beschreiben weder Packungsbeilage noch Fachinformation [1, 2].

Ein Plan für das Behandlungsende von Anfang an

Laut Fachinformation sollte schon vor Beginn der Behandlung gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten eine Strategie vereinbart werden, etwa die Behandlungsdauer, die Behandlungsziele und ein Plan für das Behandlungsende, in Übereinstimmung mit den Leitlinien zum Schmerzmanagement. Während der Behandlung sollte es häufigen Kontakt zwischen Ärztin oder Arzt und Patientin oder Patient geben, um zu beurteilen, ob die Behandlung weiter nötig ist, ihr Ende zu erwägen und die Dosis bei Bedarf anzupassen. Oxycodon darf nicht länger als nötig eingenommen werden [2].

Laut Packungsbeilage bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt vor Beginn und regelmäßig während der Behandlung mit Ihnen, was Sie von Oxycodon erwarten können, wann und wie lange Sie es einnehmen müssen, wann Sie sich melden sollten und wann Sie es absetzen müssen. Nehmen Sie Oxycodon über längere Zeit ein, besprechen Sie Ihre Behandlung regelmäßig mit ihr oder ihm; so kann auch über die Dosis und die Fortführung der Behandlung entschieden werden [1].

Diese Vorgaben gehen auf ein europäisches Bewertungsverfahren zurück. Die Koordinierungsgruppe CMDh der europäischen Arzneimittelbehörden empfahl im November 2022, die Produktinformationen oxycodonhaltiger Arzneimittel entsprechend zu ändern. Grundlage war die Einschätzung des Pharmakovigilanz-Ausschusses (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur, dass in der ärztlichen Praxis Konsens über die Notwendigkeit besteht, Behandlungsziele und Pläne für das Behandlungsende festzulegen und die Behandelten vor und während der Behandlung über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufzuklären und dass eine regelmäßige Neubewertung während der Behandlung erforderlich ist [11].

Bei chronischen Schmerzen, die nicht mit einer Krebserkrankung zusammenhängen, sind Opioide laut Fachinformation weder Mittel der ersten Wahl, noch werden sie als einzige Behandlung empfohlen. Sie sollten Teil eines umfassenden Behandlungsprogramms mit anderen Medikamenten und Behandlungsformen sein [2].

Wann eine geringere Dosis oder ein Ende vorgesehen ist

Packungsbeilage und Fachinformation nennen außerdem Situationen, in denen die Dosis verringert, auf ein anderes Opioid umgestellt oder Oxycodon abgesetzt wird [1, 2]:

  • Atemaussetzer im Schlaf: Oxycodon kann schlafbezogene Atemstörungen verursachen. Bemerken Sie selbst oder eine andere Person Anzeichen wie Atemaussetzer im Schlaf oder übermäßige Schläfrigkeit am Tag, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt; sie oder er wird eine Verringerung der Dosis in Betracht ziehen [1, 2].
  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit: Entwickelt sich eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie), die auf eine höhere Dosis nicht anspricht, verringert die Ärztin oder der Arzt laut Packungsbeilage die Dosis oder stellt auf ein anderes Opioid um [1]. Fehlt eine ausreichende Schmerzlinderung, sollte laut Fachinformation neben einer Hyperalgesie auch an eine Gewöhnung (Toleranz) oder ein Fortschreiten der Grunderkrankung gedacht werden [2].
  • Darmlähmung: Tritt eine Darmlähmung (paralytischer Ileus) auf oder besteht der Verdacht darauf, sollte Oxycodon laut Fachinformation unverzüglich abgesetzt werden; das entscheidet die Ärztin oder der Arzt [2].
  • Schwere Nebenwirkungen: Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion, bei langsamer und flacher Atmung, einem Blutdruckabfall, verengten Pupillen oder Krämpfen der Bronchialmuskeln nehmen Sie Oxycodon laut Packungsbeilage nicht weiter ein und suchen möglichst umgehend Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [1]. Holen Sie in jedem Fall sofort ärztliche Hilfe.

Welche Beschwerden beim Absetzen auftreten können

Bei einem abrupten Ende der Behandlung können laut Packungsbeilage diese Entzugserscheinungen auftreten [1]:

Unter den gelegentlichen Nebenwirkungen, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, führt die Packungsbeilage ein Arzneimittelentzugssyndrom auf, außerdem einen beschleunigten Puls, das Gefühl unregelmäßiger Herzschläge und starkes Herzklopfen im Zusammenhang mit Absetzreaktionen [1]. Die Fachinformation ordnet einen schnellen Herzschlag (Tachykardie) und Herzklopfen (Palpitationen) als Symptom eines Entzugssyndroms ein [2]. Mehr dazu: Herzrasen.

Wie lange Entzugserscheinungen anhalten, geben Packungsbeilage und Fachinformation nicht an [1, 2].

Gewöhnung, Abhängigkeit und Sucht

Die wiederholte Anwendung von Opioid-Schmerzmitteln kann laut Packungsbeilage dazu führen, dass das Mittel weniger wirksam wird; das heißt Gewöhnung oder Toleranz. Sie kann auch zu Abhängigkeit, Missbrauch und Sucht führen, was eine lebensbedrohliche Überdosierung zur Folge haben kann. Die Risiken können mit einer höheren Dosis und einer längeren Anwendungsdauer steigen [1]. Laut Fachinformation kann die wiederholte Anwendung selbst in therapeutischen Dosen zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen [2]. Die Packungsbeilage führt die Arzneimittelabhängigkeit als gelegentliche Nebenwirkung [1].

Welche Anzeichen laut Packungsbeilage auf eine Abhängigkeit oder Sucht hinweisen können, zeigt der Kasten am Ende dieser Seite, zum Beispiel mehrere erfolglose Versuche, das Mittel abzusetzen oder die Einnahme zu kontrollieren. Bemerken Sie eines davon, wenden Sie sich laut Packungsbeilage an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um den für Sie besten Behandlungsweg zu besprechen, auch wann es am besten ist, das Mittel abzusetzen, und wie es sicher abgesetzt werden kann [1]. Laut Fachinformation sollten Behandelte vor und während der Behandlung über die Risiken und Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung aufgeklärt werden [2].

Im Dezember 2021 stimmte die CMDh einer Empfehlung des PRAC zu, in die Produktinformation aller oxycodonhaltigen Arzneimittel einen verstärkten Warnhinweis zur Opioidgebrauchsstörung aufzunehmen. Sätze, nach denen das Risiko einer Abhängigkeit bei bestimmungsgemäßer Anwendung bei chronischen Schmerzen gering oder erheblich geringer sei, sollten dabei entfernt werden [12]. Mehr dazu: Abhängigkeit und Entzugserscheinungen.

Und die Schmerzen?

Ob die ursprünglichen Schmerzen nach dem Absetzen zurückkehren, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Haben Sie während der Behandlung weiterhin Schmerzen, besprechen Sie das laut Packungsbeilage mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei einer Abhängigkeit oder Sucht haben Sie möglicherweise das Gefühl, das Mittel weiter einnehmen zu müssen, auch wenn es Ihre Schmerzen nicht mehr lindert [1].

Wie Ärztinnen und Ärzte beim Absetzen vorgehen

Frau Ende fünfzig mit kinnlangem hellbraunem Haar in senfgelber Strickjacke geht mit ihrem erwachsenen Sohn einen Uferweg entlang
Bild: KI-generiert

Laut Packungsbeilage und Fachinformation verringert die Ärztin oder der Arzt die Dosis gegebenenfalls schrittweise, um Entzugserscheinungen zu vermeiden [1, 2]. Wie schnell und in welchen Schritten das bei Ihnen geschieht, bespricht sie oder er mit Ihnen.

Die Bundesärztekammer beschreibt auf ihrer Seite zu Opioiden, dass Indikation und Wirksamkeit von Opioid-Schmerzmitteln regelmäßig kritisch überprüft werden sollen, besonders bei einer Anwendung über mehr als 26 Wochen. Medizinisch nicht mehr angezeigte Opioide sollen nicht weiter verschrieben werden. Ist das Absetzen angezeigt, soll es langsam ausschleichend geschehen [13].

Liegen weder ein Abhängigkeitssyndrom noch gravierende psychische Erkrankungen vor, sollte nach Darstellung der Bundesärztekammer ein ambulantes und/oder stationäres Ausschleichen in einer interdisziplinären schmerztherapeutischen Einrichtung angeboten werden, in der mehrere Fachrichtungen zusammenarbeiten. Eine stationäre Behandlung ist danach empfehlenswert, wenn ein ambulantes Ausschleichen nicht erfolgreich oder nicht aussichtsreich ist. Beschwerden, die während der Reduktion auftreten, zum Beispiel die Angst, dass die ursprünglichen Beschwerden wiederkommen, sollten möglichst in einer interdisziplinären Betreuung berücksichtigt werden [13].

Zeigen sich Anzeichen einer Opioidgebrauchsstörung, sollte laut Fachinformation erwogen werden, eine Suchtspezialistin oder einen Suchtspezialisten hinzuzuziehen. Die Ärztin oder der Arzt achtet außerdem auf Anzeichen eines Suchtverhaltens, etwa zu frühes Nachfragen nach Folgerezepten, und prüft, ob gleichzeitig Opioide und andere Mittel mit Wirkung auf die Psyche wie Benzodiazepine angewendet werden [2].

Besondere Situationen

Schwangerschaft: Laut Packungsbeilage sollten Sie Oxycodon in der Schwangerschaft nicht einnehmen; es gelangt über die Plazenta in den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes. Eine länger dauernde Anwendung kann beim Neugeborenen Entzugserscheinungen hervorrufen, die lebensbedrohlich sein können; Anzeichen können Reizbarkeit, Hyperaktivität, ungewöhnliches Schlafverhalten, schrilles Weinen, Zittern, Unwohlsein, Durchfall und Probleme bei der Gewichtszunahme sein [1]. Embryotox, das Beratungszentrum der Charité, hält Oxycodon bei strenger Indikationsstellung für akzeptabel, es sollte aber nur kurzzeitig angewendet werden. Nach regelmäßiger Einnahme im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel oder bis zur Geburt sollte die Entbindung laut Embryotox in einem perinatologischen Zentrum erfolgen, um die optimale Versorgung des Neugeborenen zu gewährleisten [3]. Schmerzmittel der Wahl sind laut Embryotox Paracetamol oder bis zur 28. Schwangerschaftswoche Ibuprofen; ist ein zentral wirksames Schmerzmittel angezeigt, sind Morphin, Tramadol oder Buprenorphin zu bevorzugen [3]. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Embryotox bietet außerdem eine kostenlose Beratung an [3].

Operation: Laut Packungsbeilage wird Oxycodon vor einer Operation und innerhalb von 12 bis 24 Stunden danach nicht empfohlen; teilen Sie Ihren Ärztinnen und Ärzten mit, dass Sie es einnehmen [1]. Den Zeitpunkt nach der Operation legen sie laut Fachinformation im Einzelfall nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko fest [2]. Mehr dazu: Medikamente vor der OP.

Umstellung und Autofahren: Eine Beeinträchtigung der Verkehrstüchtigkeit ist laut Packungsbeilage unter anderem nach einem Präparatewechsel zu erwarten. Ob und unter welchen Bedingungen Sie fahren oder Maschinen bedienen dürfen, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1]. Mehr dazu: Medikamente und Autofahren.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben

Eine vergessene oder zu geringe Dosis führt laut Packungsbeilage dazu, dass die Schmerzen nicht ausreichend oder gar nicht gelindert werden. Sie können eine vergessene Einnahme nachholen, wenn die nächste reguläre Einnahme erst in mehr als 8 Stunden vorgesehen ist. Ist der Abstand kürzer, können Sie die Retardtablette trotzdem einnehmen, müssen die nächste Einnahme dann aber um 8 Stunden hinausschieben. Nehmen Sie Oxycodon grundsätzlich nicht häufiger als einmal alle 8 Stunden ein und nie die doppelte Menge [1].

Was Sie tun können

Diese Fragen können Sie in das Gespräch mitnehmen:

  • Brauche ich Oxycodon noch, und welches Ziel hatten wir für die Behandlung vereinbart?
  • Wie verringern wir die Dosis, und wie lange dauert das insgesamt?
  • Welche Entzugserscheinungen sind möglich, und wann soll ich mich melden?
  • Wie geht es mit meinen Schmerzen weiter, und welche anderen Behandlungen kommen infrage?
  • Kann eine schmerztherapeutische Einrichtung das Ausschleichen begleiten?
  • Was ändert sich für meine anderen Medikamente und für das Autofahren?

Notieren Sie während des Absetzens im Nebenwirkungs-Tagebuch, wann sich die Dosis ändert, wie stark die Schmerzen sind und welche Beschwerden wann auftreten. Ein Schmerzkalender oder Schmerztagebuch hilft laut gesund.bund.de auch, den Überblick über die eingenommenen Medikamente zu behalten [16].

Übrige Tabletten: Bewahren Sie Oxycodon an einem abgeschlossenen, sicheren Ort auf, zu dem andere Personen keinen Zugang haben. Menschen, denen es nicht verschrieben wurde, kann es schweren Schaden zufügen oder zum Tod führen. Geben Sie es nicht an andere weiter. Entsorgen Sie Reste nie über Toilette oder Waschbecken und fragen Sie in Ihrer Apotheke, wie Sie sie entsorgen [1]. Mehr dazu: Medikamente entsorgen.

Beratung bei Abhängigkeit: Selbsthilfegruppen und Suchtberatungen können laut gesund.bund.de dabei helfen, einen schädlichen Konsum oder eine Abhängigkeit zu erkennen. Beratungsstellen in Ihrer Nähe finden Sie über das Online-Portal der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) [16].

Nebenwirkung melden: Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Apotheke; Sie können sie auch direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [1]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden. Allgemeine Hinweise gibt der Ratgeber Medikamente absetzen.

Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen

Krampfanfall: Krampfanfälle gehören laut Packungsbeilage zu den möglichen Entzugserscheinungen; während der Behandlung treten sie gelegentlich auf, insbesondere bei Menschen mit Epilepsie oder erhöhter Krampfneigung [1]. Akute und anhaltende Krampfanfälle sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ein Fall für den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 [14].

Atemnot und Bewusstseinsstörungen: Schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit oder eine erhebliche Bewusstseinstrübung und Vergiftungen sind laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung ebenfalls Fälle für die 112 [14]. Mehr dazu: Atemnot.

Gedanken, sich etwas anzutun: Depressionen und Angstzustände nennt die Packungsbeilage unter den häufigen Nebenwirkungen, Angstzustände und Unruhe auch unter den Entzugserscheinungen [1]. Haben Sie Gedanken, sich das Leben zu nehmen, oder bemerken Sie solche Anzeichen bei einem anderen Menschen: Betroffene und Angehörige bekommen laut IQWiG Hilfe beim Sozialpsychiatrischen Dienst, in Krisenzentren oder bei der Telefonseelsorge, notfalls anonym und rund um die Uhr. Ist jemand akut gefährdet, sollte die 112 angerufen werden [15]. Weitere Nummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf.

Treten Beschwerden auf, wenn die Praxen geschlossen sind, und kann die Behandlung aus medizinischen Gründen nicht bis zum nächsten Tag warten, hilft laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 [14].

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 02/2025. abgerufen am 10.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Oxycodon-HCl-ratiopharm 10 mg Retardtabletten. ratiopharm GmbH. Stand 03/2025. abgerufen am 10.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Oxycodon. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 10.10.2026
  4. Behörde Oxycodon: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Gründe für die Änderung der Bedingungen der Genehmigungen für das Inverkehrbringen, Verfahren PSUSA/00002254/202204 (Behandlungsziele und Beendigung der Behandlung, Opioidgebrauchsstörung). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Koordinierungsgruppe CMDh auf Grundlage des PRAC-Beurteilungsberichts. Stand CMDh-Sitzung November 2022. abgerufen am 16.10.2026
  5. Behörde Oxycodon: Wissenschaftliche Schlussfolgerungen und Gründe für die Änderung der Bedingungen der Genehmigungen für das Inverkehrbringen, Verfahren PSUSA/00002254/202104 (verstärkter Warnhinweis zur Opioidgebrauchsstörung). Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Koordinierungsgruppe CMDh auf Grundlage des PRAC-Beurteilungsberichts. Stand CMDh-Sitzung Dezember 2021. abgerufen am 16.10.2026
  6. Opioide (Fragen 7 und 8). Bundesärztekammer. Stand 19.07.2022 (letzte Aktualisierung der Seite). abgerufen am 16.10.2026
  7. Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitte "116117 oder 112?" und "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 16.10.2026
  8. Depression (Abschnitt "Leben und Alltag"). Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 13.12.2023. abgerufen am 16.10.2026
  9. Behörde Medikamentenmissbrauch und Medikamentenabhängigkeit (geprüft durch die DGPPN). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 03.09.2025. abgerufen am 16.10.2026

Häufige Fragen

Kann ich Oxycodon einfach absetzen?

Ein abrupter Abbruch kann laut Packungsbeilage Entzugserscheinungen auslösen. Brauchen Sie Oxycodon nicht mehr, verringert Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Tagesdosis möglicherweise schrittweise, um das zu verhindern. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab.

Welche Entzugserscheinungen kann Oxycodon auslösen?

Die Packungsbeilage nennt Gähnen, erweiterte Pupillen, Tränenfluss, Triefnase, Zittern, Schwitzen, Angstzustände, Unruhe, Krampfanfälle, Schlaflosigkeit und Muskelschmerzen. Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, treten im Zusammenhang mit Absetzreaktionen außerdem ein beschleunigter Puls, das Gefühl unregelmäßiger Herzschläge und starkes Herzklopfen auf.

Wie lange dauert der Entzug von Oxycodon?

Eine Dauer nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Wie schnell die Dosis verringert wird, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Besprechen Sie Beschwerden, die beim Absetzen auftreten, mit ihr oder ihm.

Gibt es einen Plan zum Ausschleichen von Oxycodon?

Ein Schema mit einzelnen Schritten enthalten Packungsbeilage und Fachinformation nicht. Laut Fachinformation sollte aber schon vor Beginn der Behandlung gemeinsam mit Ihnen eine Strategie vereinbart werden, etwa Dauer und Ziele der Behandlung und ein Plan für das Behandlungsende. Wie das Ausschleichen bei Ihnen abläuft, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen.

Muss Oxycodon auch nach kurzer Einnahme ausgeschlichen werden?

Die Fachinformation verbindet die körperliche Abhängigkeit mit einer Langzeitanwendung. Die Packungsbeilage nennt keine Mindestdauer, ab der beim Absetzen Entzugserscheinungen möglich sind. Ob die Dosis bei Ihnen schrittweise verringert wird, entscheidet Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Ist Durchfall beim Absetzen von Oxycodon möglich?

Durchfall steht in der Packungsbeilage nicht in der Liste der Entzugserscheinungen beim Absetzen. Dort ist er als häufige Nebenwirkung während der Einnahme aufgeführt, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Ob Ihr Durchfall mit dem Absetzen zusammenhängt oder eine andere Ursache hat, klärt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt.

Bin ich abhängig, wenn ich beim Absetzen Entzugserscheinungen bekomme?

Bei einer Langzeitanwendung kann es laut Fachinformation zu einer körperlichen Abhängigkeit kommen, und ein abruptes Absetzen kann ein Entzugssyndrom hervorrufen. Laut Packungsbeilage kann es ein Hinweis auf eine Abhängigkeit oder Sucht sein, wenn Sie sich ohne das Mittel unwohl fühlen und mit ihm besser; weitere Anzeichen sind etwa erfolglose Versuche, die Einnahme zu beenden oder zu kontrollieren. Sprechen Sie offen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über den für Sie besten Behandlungsweg.

Was tun, wenn beim Absetzen von Oxycodon die Schmerzen zunehmen?

Ob die ursprünglichen Schmerzen nach dem Absetzen zurückkehren, beschreiben Packungsbeilage und Fachinformation nicht; Muskelschmerzen stehen aber in der Liste der Entzugserscheinungen. Fehlt während der Behandlung eine ausreichende Schmerzlinderung, sollte laut Fachinformation auch an eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit, eine Gewöhnung oder ein Fortschreiten der Grunderkrankung gedacht werden. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

Passt dazu

  • Medikamente Amitriptylin absetzen

    Amitriptylin sollte laut Fachinformation über mehrere Wochen schrittweise abgesetzt werden.

  • Medikamente Citalopram absetzen

    Citalopram sollte langsam abgesetzt werden.

  • Medikamente Duloxetin absetzen

    Ein abruptes Absetzen von Duloxetin muss vermieden werden.

  • Behandlungen Chemotherapie: Nebenwirkungen

    Haarausfall, Übelkeit, Infekte und Müdigkeit gehören zu den möglichen Nebenwirkungen einer Chemotherapie.