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Carvedilol: Nebenwirkungen und Wirkung

Carvedilol ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Gruppe der Alpha- und Betablocker. Er wird gegen Bluthochdruck und Angina pectoris eingesetzt und ergänzend bei einer stabilen Herzleistungsschwäche. Sehr häufig sind Schwindel, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck und Schwäche. Die Behandlung darf nicht plötzlich abgebrochen werden, sondern wird über zwei Wochen ausgeschlichen.

Frau Mitte sechzig mit kurzen grauen Haaren geht mit Nordic-Walking-Stöcken einen Feldweg im Frühling entlang
Bild: KI-generiert

Die häufigsten Nebenwirkungen

  • Sehr häufig: Schwindel, Kopfschmerzen[1, 2]
  • Sehr häufig: Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)[1, 2]
  • Sehr häufig: Niedriger Blutdruck (Hypotonie)[1, 2]
  • Sehr häufig: Schwäche (Asthenie), Müdigkeit[1, 2]
  • Häufig: Bronchitis, Lungenentzündung (Pneumonie), Infektionen der oberen Atemwege, Harnwegsinfekte[1, 2]
  • Häufig: Verringerte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie)[1, 2]
  • Häufig: Gewichtszunahme[1, 2]
  • Häufig: Erhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie)[1, 2]
  • Häufig: Verschlechterte Blutzuckereinstellung (zu hoher oder zu niedriger Blutzucker) bei bereits bestehendem Diabetes[1, 2]
  • Häufig: Depression, depressive Verstimmung[1, 2]
  • Häufig: Ohnmacht (Synkope) und Gefühl, ohnmächtig zu werden (Präsynkope)[1, 2]
  • Häufig: Sehstörungen (Sehverschlechterung)[1, 2]
  • Häufig: Verringerte Tränensekretion (trockene Augen), Augenreizung[1, 2]
  • Häufig: Langsamer Herzschlag (Bradykardie)[1, 2]
  • Häufig: Flüssigkeitsüberlastung, erhöhtes Blutvolumen (Hypervolämie)[1, 2]
  • Häufig: Schwindel bei schnellem Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]
  • Häufig: Durchblutungsstörungen (Anzeichen sind kalte Hände und Füße), Verhärtung der Arterien, Verschlechterung der Beschwerden bei Raynaud-Syndrom (Finger oder Zehen verfärben sich bläulich, dann weißlich und schließlich rötlich und schmerzen) oder bei Claudicatio intermittens (Schmerzen in den Beinen, die beim Gehen schlimmer werden)[1, 2]
  • Häufig: Atemnot (Dyspnoe) und Asthma bei dafür anfälligen Menschen[1, 2]
  • Häufig: Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)[1, 2]
  • Häufig: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magen- oder Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Unwohlsein[1, 2]
  • Häufig: Schmerzen in Armen oder Beinen[1, 2]
  • Häufig: Akutes Nierenversagen und Nierenfunktionsstörungen bei Menschen mit Arterienverhärtung (Atherosklerose) und/oder eingeschränkter Nierenfunktion[1, 2]
  • Häufig: Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Miktionsstörungen)[1, 2]
  • Häufig: Schwellungen des Körpers oder von Körperteilen (Ödeme), Schmerzen[1, 2]

Alle Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Wofür wird Carvedilol eingesetzt?

Carvedilol ist ein verschreibungspflichtiger Wirkstoff aus der Arzneimittelgruppe der Alpha- und Betablocker [1, 2]. Laut Packungsbeilage wird er zur Behandlung von Bluthochdruck und der Angina pectoris angewendet, also anfallsartiger Brustschmerzen bei einer koronaren Herzkrankheit. Außerdem wird er ergänzend bei einer Herzleistungsschwäche eingesetzt [1].

Die Fachinformation beschreibt die Anwendungsgebiete genauer: Zugelassen ist Carvedilol bei Bluthochdruck ohne erkennbare organische Ursache (essenzielle Hypertonie), bei chronisch stabiler Angina pectoris und zusätzlich zur Standardbehandlung bei mittelschwerer bis schwerer stabiler Herzinsuffizienz [2]. Bei Herzschwäche darf die Behandlung nur eine Ärztin oder ein Arzt mit kardiologischer Erfahrung beginnen, wenn die übrige Behandlung mit Entwässerungsmitteln, ACE-Hemmern, Digitalis und/oder gefäßerweiternden Mitteln seit mindestens vier Wochen stabil eingestellt ist [2].

Wie wirkt Carvedilol?

Carvedilol blockiert zwei Arten von Rezeptoren: Es hemmt die Beta-Rezeptoren nicht selektiv und zusätzlich die Alpha1-Rezeptoren der Blutgefäße. Die Betablockade senkt die Herzfrequenz mäßig, die Alpha1-Blockade erweitert die Gefäße und verringert den Widerstand im Kreislauf. Aus der Kombination beider Wirkungen ergibt sich die Blutdrucksenkung [2]. Eine eigene anregende Wirkung auf die Rezeptoren (intrinsische sympathomimetische Aktivität) hat Carvedilol nicht [2].

Bei gesunden Probanden wurde die höchste Konzentration im Blut etwa 1½ Stunden nach der Einnahme erreicht. Weil ein großer Teil schon beim ersten Durchgang abgebaut wird (First-Pass-Effekt), gelangten bei männlichen Probanden nur etwa 25 % des Wirkstoffs in den Kreislauf. Die Abbauprodukte werden vor allem über die Galle ausgeschieden; die Eliminationshalbwertszeit (die Zeit, in der sich die Menge im Blut halbiert) betrug bei gesunden Probanden nach Einnahme 6,5 Stunden [2].

Nebenwirkungen nach Häufigkeit

Unten stehen alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Behandelten, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100, "selten" bis zu 1 von 1.000 und "sehr selten" bis zu 1 von 10.000; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit aus den vorliegenden Daten nicht abschätzen [1, 2]. Wie Sie solche Angaben einordnen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.

Die meisten Nebenwirkungen hängen laut Packungsbeilage von der Dosis ab und gehen zurück, wenn die Dosis verringert oder die Behandlung beendet wird; einige können zu Behandlungsbeginn auftreten und im Verlauf der Behandlung von selbst wieder verschwinden [1]. Schwindel, Ohnmacht, Kopfschmerzen und Schwäche sind laut Fachinformation in der Regel schwach und treten hauptsächlich zu Beginn auf. Eine Herzschwäche wurde bei Menschen mit eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer nach einem akuten Herzinfarkt unter Placebo bei 14,5 % und unter Carvedilol bei 15,4 % berichtet [2]. Als Klasseneffekt können Betablocker einen unerkannten Diabetes zum Vorschein bringen oder einen bestehenden verschlechtern. Bei dafür anfälligen Menschen, etwa im höheren Alter oder mit bereits langsamem Herzschlag, kann es zu einem Sinusknotenstillstand kommen [1, 2].

Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • InfektionenBronchitis, Lungenentzündung (Pneumonie), Infektionen der oberen Atemwege, Harnwegsinfekte[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Infektanfälligkeit
  • Blut und LymphsystemVerringerte Anzahl roter Blutkörperchen (Anämie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • Stoffwechsel und ErnährungGewichtszunahme[1, 2]Mehr dazu: Gewichtszunahme
  • Stoffwechsel und ErnährungErhöhte Cholesterinwerte (Hypercholesterinämie)[1, 2]Mehr dazu: Erhöhte Blutfette
  • Stoffwechsel und ErnährungVerschlechterte Blutzuckereinstellung (zu hoher oder zu niedriger Blutzucker) bei bereits bestehendem Diabetes[1, 2]Mehr dazu: Erhöhter BlutzuckerUnterzuckerung
  • PsycheDepression, depressive Verstimmung[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
  • NervensystemOhnmacht (Synkope) und Gefühl, ohnmächtig zu werden (Präsynkope)[1, 2]
  • AugenSehstörungen (Sehverschlechterung)[1, 2]Mehr dazu: Sehstörungen
  • AugenVerringerte Tränensekretion (trockene Augen), Augenreizung[1, 2]
  • HerzLangsamer Herzschlag (Bradykardie)[1, 2]Mehr dazu: Verlangsamter Herzschlag
  • HerzFlüssigkeitsüberlastung, erhöhtes Blutvolumen (Hypervolämie)[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
  • Gefäße und KreislaufSchwindel bei schnellem Aufstehen (orthostatische Hypotonie)[1, 2]Mehr dazu: SchwindelNiedriger Blutdruck
  • Gefäße und KreislaufDurchblutungsstörungen (Anzeichen sind kalte Hände und Füße), Verhärtung der Arterien, Verschlechterung der Beschwerden bei Raynaud-Syndrom (Finger oder Zehen verfärben sich bläulich, dann weißlich und schließlich rötlich und schmerzen) oder bei Claudicatio intermittens (Schmerzen in den Beinen, die beim Gehen schlimmer werden)[1, 2]
  • AtemwegeAtemnot (Dyspnoe) und Asthma bei dafür anfälligen Menschen[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • AtemwegeFlüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem)[1, 2]Mehr dazu: Atemnot
  • Magen und DarmÜbelkeit, Erbrechen, Durchfall, Magen- oder Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen (Dyspepsie), Unwohlsein[1, 2]Mehr dazu: ÜbelkeitErbrechenDurchfallBauchschmerzenSodbrennen und Verdauungsbeschwerden
  • Muskeln, Knochen und GelenkeSchmerzen in Armen oder Beinen[1, 2]Mehr dazu: Muskelschmerzen
  • Nieren und HarnwegeAkutes Nierenversagen und Nierenfunktionsstörungen bei Menschen mit Arterienverhärtung (Atherosklerose) und/oder eingeschränkter Nierenfunktion[1, 2]Mehr dazu: Nierenfunktionsstörungen
  • Nieren und HarnwegeSchwierigkeiten beim Wasserlassen (Miktionsstörungen)[1, 2]Mehr dazu: Probleme beim Wasserlassen
  • Allgemeine BeschwerdenSchwellungen des Körpers oder von Körperteilen (Ödeme), Schmerzen[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen

Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

Seltenkann bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen

Sehr seltenkann bis zu 1 von 10.000 Behandelten betreffen

  • Blut und LymphsystemGeringe Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukopenie)[1, 2]Mehr dazu: Veränderungen des Blutbilds
  • ImmunsystemAllergische Reaktionen (Überempfindlichkeit)[1, 2]Mehr dazu: Allergische Reaktionen
  • PsychePsychose[1, 2]Mehr dazu: Psychose und Halluzinationen
  • Leber und GalleVeränderte Leberwerte (Anstieg von ALAT, ASAT und Gamma-GT)[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
  • HautSchwere Hautreaktionen mit Hautausschlag, Rötung, Blasen an den Lippen, um die Augen oder im Mund, schuppiger Haut, Wunden im Mund, an den Lippen und auf der Haut oder Ablösen der obersten Hautschicht am ganzen Körper (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse)[1, 2]Mehr dazu: Schwere HautreaktionenHautausschlag
  • Nieren und HarnwegeBlasenschwäche (Harninkontinenz) bei Frauen; laut Fachinformation nach dem Absetzen umkehrbar[1, 2]

Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben

Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

Brustschmerzen mit gleichzeitiger Kurzatmigkeit, Schwitzen und Übelkeit können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen, schwere Hautreaktionen sind sehr selten [1]. Bei Herzschwäche kann sich die Herzschwäche oder die Flüssigkeitseinlagerung laut Fachinformation während der Einstellung auf höhere Dosen verschlechtern; dann sollte die Dosis des Entwässerungsmittels erhöht und Carvedilol erst weiter gesteigert werden, wenn der Zustand stabil ist [2]. Mehr zu schweren Hautreaktionen lesen Sie unter Schwere Hautreaktionen.

Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Mann Anfang siebzig sitzt am Frühstückstisch und isst eine Schale Haferflocken mit Obst, daneben ein Glas Wasser
Bild: KI-generiert

Schwindel und niedriger Blutdruck: Schwindel bei schnellem Aufstehen gehört zu den häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Menschen mit Herzschwäche sollten die Tabletten laut Packungsbeilage mit einer Mahlzeit einnehmen, um die Gefahr von Schwindel bei plötzlichem Aufstehen zu verringern [1]. Bei Herzschwäche kann der Blutdruck laut Fachinformation nach der ersten Dosis und nach Dosiserhöhungen verstärkt abfallen, insbesondere bei schwerer Herzschwäche, Salz- oder Flüssigkeitsmangel, ab 70 Jahren oder bei niedrigem Ausgangsblutdruck; diese Menschen sollen dann etwa 2 Stunden ärztlich überwacht werden [2]. Mehr dazu unter Niedriger Blutdruck.

Langsamer Puls: Carvedilol kann den Herzschlag verlangsamen. Sinkt der Puls unter 55 Schläge pro Minute, ist die Dosis laut Fachinformation zu verringern; sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt [1, 2]. Mehr dazu unter Verlangsamter Herzschlag.

Weitere Beschwerden: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist, und wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, auch solche, die nicht in der Packungsbeilage stehen [1]. Tragen Sie Kontaktlinsen, denken Sie daran, dass Carvedilol die Tränenproduktion verringern kann [1, 2]. Welche Wirkstoffe eine bestimmte Beschwerde auslösen können, zeigt der Nebenwirkungs-Finder.

Wechselwirkungen

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen wollen; besonders wichtig ist laut Packungsbeilage, dass sie wissen, ob Sie etwa Digoxin oder Digitoxin, Mittel gegen Diabetes oder Mittel gegen Herzrhythmusstörungen einnehmen [1]. Zusammen mit Verapamil, Diltiazem, Amiodaron oder anderen Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen steigt das Risiko für Störungen der Erregungsleitung im Herzen; laut Fachinformation werden dann Blutdruck, Herzfrequenz und EKG überwacht [2]. Mehrere Arzneimittel verändern den Abbau von Carvedilol, etwa Rifampicin, Fluconazol oder die Antidepressiva Paroxetin und Fluoxetin [1, 2]. Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, Östrogene und Kortison können die blutdrucksenkende Wirkung abschwächen [1, 2]. Grapefruit und Grapefruitsaft sollten während der Einstellung der Behandlung nicht zeitgleich oder zeitnah eingenommen werden; mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Grapefruit [1].

Wechselwirkungen von Carvedilol
Zusammen mitWas passieren kannHinweis
Digoxin oder Digitoxin (Mittel gegen Herzschwäche)Der Spiegel dieser Mittel steigt (bei Menschen mit Bluthochdruck Digoxin um bis zu 20 %, Digitoxin um etwa 13 %); diese Mittel und Carvedilol verlangsamen beide die Erregungsleitung im Herzen[1, 2]Laut Fachinformation Digoxinspiegel zu Beginn, beim Absetzen und bei Änderungen der Carvedilol-Behandlung verstärkt überwachen
Insulin oder Tabletten gegen DiabetesBlutzuckersenkende Wirkung kann verstärkt und Anzeichen einer Unterzuckerung (vor allem Herzrasen) können verschleiert werden[1, 2]Regelmäßige Blutzuckerkontrollen
Rifampicin, Carbamazepin, BarbiturateCarvedilol-Konzentration im Blut kann sinken (mit Rifampicin in einer Studie um etwa 60 %)[1, 2]Laut Fachinformation engmaschige Überwachung
Fluconazol, Paroxetin, Fluoxetin, Bupropion, Chinidin, Cinacalcet, AmiodaronCarvedilol-Konzentration im Blut kann steigen[1, 2]Laut Fachinformation engmaschige Überwachung
Reserpin, Guanethidin, Methyldopa, Guanfacin oder MAO-HemmerWeitere Verlangsamung des Herzschlags, niedriger Blutdruck[1, 2]Laut Fachinformation engmaschig auf niedrigen Blutdruck und starke Verlangsamung des Herzschlags überwachen; MAO-Hemmer außer MAO-B-Hemmern dürfen nicht zusammen eingenommen werden
Ciclosporin oder TacrolimusCiclosporin-Spiegel kann steigen (in Studien musste bei etwa 30 % die Ciclosporin-Dosis verringert werden); auch Tacrolimus kann beeinflusst werden[1, 2]Laut Fachinformation Ciclosporin-Spiegel nach Beginn eng überwachen
Verapamil, Diltiazem, Amiodaron oder andere Mittel gegen HerzrhythmusstörungenHöheres Risiko für Störungen der Erregungsleitung im Herzen; mit Amiodaron wurden kurz nach Beginn eines Betablockers langsamer Herzschlag, Herzstillstand und Kammerflimmern berichtet[1, 2]Überwachung von Blutdruck, Herzfrequenz und EKG; Gabe über die Vene ist eine Gegenanzeige
ClonidinBlutdruck- und herzfrequenzsenkende Wirkung kann sich verstärken[1, 2]Beim Beenden der Kombination zuerst Carvedilol und mehrere Tage später Clonidin ausschleichend absetzen
Andere Blutdrucksenker (z. B. Alpha-1-Blocker, Nitrate) und Mittel mit blutdrucksenkender Nebenwirkung wie Barbiturate, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, gefäßerweiternde Mittel; auch AlkoholBlutdrucksenkung kann sich verstärken[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR, Östrogene und KortisonBlutdrucksenkende Wirkung von Carvedilol kann abgeschwächt werden (Wasser- und Natriumeinlagerung)[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Sympathomimetika (Mittel mit anregender Wirkung auf Kreislauf, Herz oder Atemwege)Laut Fachinformation Risiko für Blutdruckanstieg und übermäßige Verlangsamung des Herzschlags[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Mittel zur Erweiterung der Atemwege wie Salbutamol oder FormoterolIhre atemwegserweiternde Wirkung kann abgeschwächt werden[1, 2]Laut Fachinformation sorgfältige Überwachung
NarkosemittelSchwächung der Herzkraft und Blutdrucksenkung können sich verstärken[1, 2]Vitalzeichen sorgfältig überwachen; Einnahme vor einer Operation ansprechen
Ergotamin (Migränemittel)Laut Fachinformation stärkere Gefäßverengung[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Muskelrelaxanzien (Mittel zur Muskelentspannung)Laut Fachinformation verstärkte Blockade der Nerv-Muskel-Übertragung[1, 2]Vorher Rücksprache halten
Dihydropyridine (Calciumantagonisten gegen Bluthochdruck und Herzerkrankungen)Die Packungsbeilage nennt sie unter den Mitteln, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kennen muss[1]Vorher Rücksprache halten
Grapefruit oder GrapefruitsaftMehr Carvedilol im Blut und nicht vorhersehbare Nebenwirkungen möglich[1, 2]Während der Einstellung der Behandlung nicht zeitgleich oder zeitnah einnehmen

Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.

Wer Carvedilol nicht oder nur mit Vorsicht nehmen sollte

Bei Asthma oder anderen Atemwegserkrankungen mit Neigung zur krampfartigen Verengung der Atemwege, etwa einer COPD, darf Carvedilol nicht eingenommen werden [1, 2]. Trifft einer der folgenden Punkte auf Sie zu oder sind Sie unsicher, sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke [1]. Steht eine Operation mit Narkose an, sprechen Sie möglichst lange vorher mit der verantwortlichen Ärztin oder dem verantwortlichen Arzt; mehr dazu im Ratgeber Medikamente vor der OP [1].

Nicht einnehmen bei

  • Allergie gegen Carvedilol oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
  • Unbehandelte oder instabile Herzmuskelschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz)[1, 2]
  • Störungen im Reizleitungssystem des Herzens: AV-Block II. und III. Grades (außer mit Herzschrittmacher) oder Sinusknotensyndrom[1, 2]
  • Lebererkrankung, die Probleme verursacht (klinisch erkennbare Leberfunktionsstörung)[1, 2]
  • Sehr niedriger Puls (weniger als 50 Schläge pro Minute)[1, 2]
  • Sehr niedriger Blutdruck (laut Fachinformation oberer Wert unter 85 mmHg) oder schwer eingeschränkte Herzfunktion (kardiogener Schock)[1, 2]
  • Schwere Übersäuerung des Körpers (metabolische Azidose)[1, 2]
  • Asthma oder andere Atemwegserkrankungen mit Neigung zur krampfartigen Verengung der Atemwege, z. B. chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)[1, 2]
  • Akute Lungenembolie[1, 2]
  • Prinzmetal-Angina (ungewöhnliche Form der Angina pectoris)[1, 2]
  • Herzmuskelschwäche infolge einer Erkrankung der Atemwege (Cor pulmonale)[1, 2]
  • Phäochromozytom, das nicht medikamentös behandelt wird[1, 2]
  • Einnahme von MAO-Hemmern (z. B. Moclobemid), ausgenommen MAO-B-Hemmer[1, 2]
  • Behandlung mit Verapamil, Diltiazem oder anderen Mitteln gegen Herzrhythmusstörungen über die Vene (intravenös)[1, 2]
  • Stillzeit[1, 2]

Besondere Vorsicht bei

  • Herzschwäche zusammen mit niedrigem Blutdruck, eingeschränkter Durchblutung des Herzens und Arterienverhärtung und/oder Nierenproblemen: Die Nierenfunktion muss überwacht und die Dosis möglicherweise verringert werden[1, 2]
  • Behandlungsbeginn bei Herzschwäche: Laut Fachinformation darf sie nur eine Ärztin oder ein Arzt mit kardiologischer Erfahrung beginnen, wenn die übrige Herzschwäche-Behandlung seit mindestens vier Wochen stabil ist. Bei schwerer Herzschwäche, Salz- oder Flüssigkeitsmangel, ab 70 Jahren oder bei niedrigem Ausgangsblutdruck kann der Blutdruck nach der ersten Dosis und nach Dosiserhöhungen verstärkt abfallen; diese Menschen sollen dann etwa 2 Stunden ärztlich überwacht werden[2]
  • Nach einem Herzinfarkt: Er muss vor der Einnahme ausreichend behandelt sein[1, 2]
  • AV-Block I. Grades (leichte Störung der Erregungsleitung im Herzen)[1, 2]
  • Labiler Bluthochdruck oder Bluthochdruck mit organischer Ursache (sekundäre Hypertonie), kompletter Schenkelblock, Neigung zu Blutdruckabfall beim Lagewechsel, akute entzündliche Herzerkrankung, Verengung der Herzklappen oder des Ausflusstrakts, periphere arterielle Gefäßerkrankung im Endstadium oder gleichzeitige Behandlung mit Alpha1-Rezeptor-Antagonisten oder Alpha2-Rezeptor-Agonisten: Laut Fachinformation sollte Carvedilol dann wegen begrenzter Erfahrungen nicht angewendet werden[1, 2]
  • Diabetes: Carvedilol kann Anzeichen einer Unterzuckerung verschleiern; der Blutzucker muss regelmäßig kontrolliert werden, laut Fachinformation besonders zu Beginn, bei Dosisänderungen und bei strengem Fasten[1, 2]
  • Schwere Durchblutungsstörungen in Händen und Füßen oder Raynaud-Syndrom: Beschwerden können sich verschlimmern[1, 2]
  • Schilddrüsenüberfunktion: Carvedilol kann die Beschwerden verschleiern[1, 2]
  • Operation mit Narkose: möglichst lange vorher mit der verantwortlichen Ärztin oder dem verantwortlichen Arzt sprechen[1, 2]
  • Sehr niedriger Puls unter 55 Schlägen pro Minute: Laut Fachinformation ist die Dosis dann zu verringern[1, 2]
  • Schwere allergische Reaktion in der Vorgeschichte (z. B. auf Insektenstich oder Nahrungsmittel) oder Hyposensibilisierung: Carvedilol kann die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen und das Risiko schwerer anaphylaktischer Reaktionen erhöhen; Adrenalin zur Behandlung allergischer Reaktionen kann schwächer wirken[1, 2]
  • Schuppenflechte (Psoriasis): Laut Fachinformation nach einer Schuppenflechte unter Betablockern nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko[1, 2]
  • Kontaktlinsen: Carvedilol kann die Tränenproduktion verringern[1, 2]
  • Sinusknotenstillstand (fehlender Impuls des Taktgebers im Herzen) bei dafür anfälligen Menschen, z. B. im höheren Alter oder bei bereits langsamem Herzschlag, Fehlfunktion des Sinusknotens oder AV-Block[1, 2]
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: Wegen unzureichender Daten sollte Carvedilol nicht angewendet werden[1, 2]
  • Ältere Menschen: Sie können empfindlicher reagieren und sollten sorgfältiger überwacht werden[1, 2]
  • Sport mit Dopingkontrollen: Die Einnahme kann zu positiven Ergebnissen führen[1, 2]
  • Unverträglichkeit gegenüber bestimmten Zuckern: Die Tabletten enthalten Lactose[1, 2]

Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft

Begrenzen Sie Alkohol während der Einnahme, weil er die Wirkung von Carvedilol beeinflusst [1]. Zu Behandlungsbeginn, nach Dosiserhöhungen, bei Änderungen der Behandlung oder zusammen mit Alkohol können Schwindel und Müdigkeit auftreten [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox der Charité zu Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft und Stillzeit sagen [1, 2, 3].

Schwangerschaft

Für das ungeborene Kind besteht das Risiko einer Schädigung. Carvedilol darf in der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für zwingend erforderlich hält; fragen Sie deshalb immer vorher um Rat.[1]

Laut Fachinformation vermindern Betablocker die Durchblutung des Mutterkuchens; das kann zum Tod des Kindes im Mutterleib sowie zu Fehl- und Frühgeburten führen. Beim Kind können vor und nach der Geburt vor allem Unterzuckerung und ein langsamer Herzschlag auftreten. Die Behandlung sollte 72 bis 48 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden; ist das nicht möglich, wird das Neugeborene in den ersten 48 bis 72 Lebensstunden überwacht.[2]

Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang mit Carvedilol in der Schwangerschaft als gering. Ein Fehlbildungsrisiko wurde für Betablocker bisher nicht beschrieben und auch bei dem kaum untersuchten Carvedilol nicht beobachtet; mehrere Studien beschreiben einen Zusammenhang zwischen Betablockern in der Schwangerschaft und einem geringeren Geburtsgewicht. Bei der Planung einer Behandlung oder einer Schwangerschaft sollten laut Embryotox wenn möglich besser geeignete Blutdrucksenker oder Betablocker bevorzugt werden. Besser geeignete Alternativen sind laut Embryotox abhängig vom Anwendungsgebiet, bei Bluthochdruck ohne weitere Begleiterkrankungen zum Beispiel Metoprolol oder Alpha-Methyldopa. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Stillzeit

Carvedilol darf in der Stillzeit nicht eingenommen werden; ob es in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Laut Fachinformation muss bei einer Behandlung abgestillt werden.[1, 2]

Laut Embryotox liegen zum Übergang von Carvedilol in die Muttermilch keine Daten vor; auch klinische Erfahrungsberichte zu Carvedilol in der Stillzeit gibt es nicht. Als Betablocker der Wahl in der Stillzeit sollten laut Embryotox Metoprolol oder Propranolol bevorzugt werden. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]

Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.

Alkohol

Begrenzen Sie Alkohol während der Einnahme, weil Alkohol die Wirkung von Carvedilol beeinflusst. Laut Fachinformation kann Alkohol die blutdrucksenkende Wirkung beeinflussen und verschiedene unerwünschte Reaktionen hervorrufen; Alkohol senkt selbst kurzfristig den Blutdruck und verstärkt möglicherweise die Blutdrucksenkung durch Carvedilol.[1, 2]

Autofahren und Maschinen

Zu Behandlungsbeginn, nach Dosiserhöhungen, bei Änderungen der Behandlung oder zusammen mit Alkohol können Schwindel und Müdigkeit auftreten. Fühlen Sie sich nach der Einnahme schwindlig oder schwach, sollten Sie es vermeiden, Auto zu fahren oder Arbeiten durchzuführen, die hohe Aufmerksamkeit erfordern.[1, 2]

Einnahme

Die Tabletten mit mindestens einem halben Glas Wasser schlucken, unabhängig von den Mahlzeiten. Bei Herzschwäche sollten sie mit einer Mahlzeit eingenommen werden, damit beim plötzlichen Aufstehen seltener Schwindel auftritt. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden.[1, 2]

Dosis vergessen: die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt nehmen, nicht die doppelte oder eine größere Menge.[1]

Absetzen

Brechen Sie die Behandlung nicht plötzlich ab und verändern Sie die Dosis nicht ohne ärztliche Anweisung: Ein plötzlicher Abbruch kann Ihre Beschwerden verschlimmern. Die Behandlung muss schrittweise über zwei Wochen ausgeschlichen werden, laut Fachinformation vor allem bei Menschen mit Durchblutungsstörungen des Herzens (ischämische Herzerkrankung).[1, 2]

Wird Carvedilol zusammen mit Clonidin genommen und die Kombination beendet, setzt man laut Fachinformation zuerst Carvedilol und mehrere Tage später Clonidin schrittweise ab.[2]

Überdosierung

Haben Sie zu viel eingenommen oder haben Kinder versehentlich Tabletten geschluckt, nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem Krankenhaus auf oder rufen Sie den Notfalldienst an. Anzeichen können wegen eines extrem niedrigen Blutdrucks das Gefühl sein, ohnmächtig zu werden, sowie ein langsamer Herzschlag und in schweren Fällen gelegentlich ausbleibende Herzschläge; außerdem Atembeschwerden, verengte Atemwege, Unwohlsein, Bewusstseinstrübung und Krampfanfälle.[1, 2]

Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation

Die Packungsbeilage nennt für Bluthochdruck, Angina pectoris und Herzschwäche jeweils eine Anfangsdosis, die schrittweise erhöht werden kann, und eine empfohlene Tageshöchstdosis; für ältere Menschen gelten eigene Angaben [1]. Ergänzend stehen Angaben der Fachinformation zu Behandlungspausen, Leber- und Nierenfunktion und zu Kindern in der Übersicht [2]. Die Übersicht gibt diese Angaben wieder und ersetzt nicht die Verordnung: Welche Dosis für Sie richtig ist, legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest [1].

Einnahme und Absetzen

Nehmen Sie Carvedilol immer genau nach Absprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ein. Schlucken Sie die Tabletten mit mindestens einem halben Glas Wasser; sie können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden, bei Herzschwäche jedoch mit einer Mahlzeit. Die Tablette kann in gleiche Dosen geteilt werden [1]. Haben Sie eine oder mehrere Dosen vergessen, nehmen Sie die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt und nicht die doppelte oder eine größere Menge [1].

Brechen Sie die Behandlung nicht plötzlich ab und ändern Sie die Dosis nicht ohne ärztliche Anweisung: Ein plötzlicher Abbruch kann Ihre Beschwerden verschlimmern. Die Behandlung wird schrittweise über zwei Wochen ausgeschlichen [1, 2]. Nehmen Sie zusätzlich Clonidin, wird laut Fachinformation zuerst Carvedilol und mehrere Tage später Clonidin schrittweise abgesetzt [2]. Mehr zum Thema lesen Sie im Ratgeber Medikamente absetzen. Bei einer Überdosierung nehmen Sie Kontakt mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder dem Krankenhaus auf oder rufen den Notfalldienst an; Telefonnummern finden Sie unter Notfall und Giftnotruf [1].

Präparate mit Carvedilol

Carvedilol gibt es von mehreren Herstellern als Tabletten, bei Carvedilol-ratiopharm in den Stärken 6,25 mg, 12,5 mg und 25 mg. Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Carvedilol-ratiopharm [1, 2].

Präparate mit Carvedilol
PräparatAnbieterHinweis
Carvedilol-ratiopharmratiopharm GmbHTabletten mit 6,25, 12,5 oder 25 mg, verschreibungspflichtig; 12,5 mg sind Grundlage dieser Seite
Carvedilol AbZAbZ-Pharma GmbHTabletten, verschreibungspflichtig

Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.

Quellen

  1. Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Carvedilol-ratiopharm 12,5 mg Tabletten. ratiopharm GmbH. Stand 10/2025. abgerufen am 11.10.2026
  2. Fachinformation Fachinformation Carvedilol-ratiopharm Tabletten (6,25 mg, 12,5 mg, 25 mg). ratiopharm GmbH. Stand 09/2025. abgerufen am 11.10.2026
  3. Embryotox Embryotox: Carvedilol. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026

Häufige Fragen

Wofür wird Carvedilol eingesetzt?

Carvedilol ist zugelassen zur Behandlung von Bluthochdruck und einer chronisch stabilen Angina pectoris. Außerdem wird es ergänzend bei einer mittelschweren bis schweren stabilen Herzleistungsschwäche eingesetzt, zusätzlich zur übrigen Herzschwäche-Behandlung.

Was unterscheidet Carvedilol von anderen Betablockern?

Carvedilol blockiert laut Fachinformation nicht nur die Beta-Rezeptoren (nicht selektiv), sondern zusätzlich die Alpha1-Rezeptoren der Blutgefäße. Es senkt den Blutdruck deshalb durch eine Kombination aus Betablockade und Gefäßerweiterung; die Packungsbeilage ordnet es den Alpha- und Betablockern zu. Bei Asthma und anderen Atemwegserkrankungen mit Neigung zur Verkrampfung der Atemwege darf es nicht eingenommen werden; laut Fachinformation kann sich dann der Atemwegswiderstand erhöhen und Atemnot auftreten.

Darf ich Carvedilol plötzlich absetzen?

Nein. Brechen Sie die Behandlung nicht plötzlich ab und ändern Sie die Dosis nicht ohne ärztliche Anweisung, denn ein plötzlicher Abbruch kann Ihre Beschwerden verschlimmern. Die Behandlung wird schrittweise über zwei Wochen ausgeschlichen, laut Fachinformation vor allem bei Durchblutungsstörungen des Herzens.

Macht Carvedilol müde oder schwindelig?

Schwindel und Schwäche gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen, also bei mehr als 1 von 10 Behandelten. Laut Fachinformation sind Schwindel, Ohnmacht, Kopfschmerzen und Schwäche in der Regel schwach und treten hauptsächlich zu Beginn der Behandlung auf. Fühlen Sie sich schwindlig oder schwach, sollten Sie es vermeiden, Auto zu fahren oder Arbeiten mit hoher Aufmerksamkeit durchzuführen.

Kann man von Carvedilol zunehmen?

Eine Gewichtszunahme ist eine häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten. Ebenfalls häufig sind Schwellungen durch Wassereinlagerungen (Ödeme) und eine Flüssigkeitsüberlastung. Nehmen Sie ungewollt zu oder bemerken Sie Schwellungen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Herzschwäche kann sich laut Fachinformation während der Einstellung auf höhere Dosen die Herzschwäche oder die Flüssigkeitseinlagerung verschlechtern; dann sollte zunächst die Dosis des Entwässerungsmittels erhöht werden.

Darf ich Alkohol trinken, wenn ich Carvedilol nehme?

Die Packungsbeilage rät, Alkohol während der Einnahme zu begrenzen, weil er die Wirkung von Carvedilol beeinflusst. Zusammen mit Alkohol können außerdem Schwindel und Müdigkeit auftreten; laut Fachinformation kann das die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Möglicherweise verstärkt Alkohol laut Fachinformation auch die Blutdrucksenkung.

Was ist bei Diabetes zu beachten?

Carvedilol kann die Anzeichen einer Unterzuckerung verschleiern und die Wirkung von Insulin und Tabletten gegen Diabetes verstärken. Ihr Blutzucker muss deshalb regelmäßig kontrolliert werden, laut Fachinformation besonders zu Beginn der Behandlung und bei Dosisänderungen. Eine verschlechterte Blutzuckereinstellung bei bestehendem Diabetes ist eine häufige Nebenwirkung, also bei bis zu 1 von 10 Behandelten.

Darf ich Carvedilol in der Schwangerschaft oder Stillzeit nehmen?

In der Schwangerschaft darf Carvedilol nur eingenommen werden, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für zwingend erforderlich hält, denn für das ungeborene Kind besteht das Risiko einer Schädigung. In der Stillzeit darf es nicht eingenommen werden. Embryotox bewertet den Erfahrungsumfang in der Schwangerschaft als gering.

Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu

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