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Medroxyprogesteron: Nebenwirkungen der Verhütungsspritze
Medroxyprogesteronacetat ist ein Gelbkörperhormon, das als verschreibungspflichtige Spritze jeweils 3 Monate lang verhütet. Zugelassen ist es dafür nur bei Frauen, die andere Methoden nicht vertragen oder für die die Pille nicht geeignet ist. Sehr häufig sind Regelstörungen, Kopfschmerzen, Nervosität, Bauchschmerzen, Wassereinlagerungen und Gewichtsveränderungen; bei Langzeitanwendung kann die Knochendichte abnehmen. Nach dem Absetzen kann es unter Umständen mehr als ein Jahr dauern, bis der Eisprung wieder regelmäßig einsetzt.

Die häufigsten Nebenwirkungen
- Sehr häufig: Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe[1, 2]
- Sehr häufig: Kopfschmerzen, Nervosität[1, 2]
- Sehr häufig: Bauchschmerzen[1, 2]
- Sehr häufig: Regelstörungen (unregelmäßig, verstärkt, vermindert), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe), Schmierblutungen[1, 2]
- Sehr häufig: Gewichtszunahme oder -abnahme[1, 2]
- Häufig: Verringerte Lust auf Sex und fehlender Orgasmus[1, 2]
- Häufig: Depression[1, 2]
- Häufig: Schlaflosigkeit[1, 2]
- Häufig: Benommenheit[1, 2]
- Häufig: Hitzewallungen[1, 2]
- Häufig: Blähungen, Übelkeit[1, 2]
- Häufig: Akne, Haarausfall, Hautausschlag[1, 2]
- Häufig: Rückenschmerzen[1, 2]
- Häufig: Weißer Ausfluss, ziehende Brustschmerzen, Druckempfindlichkeit der Brüste[1, 2]
- Häufig: Abgeschlagenheit, Erschöpfung[1, 2]
Wofür wird Medroxyprogesteron eingesetzt?
Medroxyprogesteronacetat ist ein Gelbkörperhormon. Als Spritze, die tief in einen Muskel gegeben wird, dient es der längerfristigen Schwangerschaftsverhütung über 3 Monate [1, 2]. Zugelassen ist diese Anwendung nur bei Frauen, die andere Methoden der Schwangerschaftsverhütung nicht vertragen oder für die die "Pille" nicht geeignet ist [1, 2]. Laut Packungsbeilage ist Medroxyprogesteronacetat in der Dosierung dieser Spritze nicht zur Behandlung von Brust- oder Gebärmutterkrebs geeignet [1].
Sie dürfen die Spritze nur erhalten, wenn Ihr Zyklus normal verläuft. Vor der Anwendung soll Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine gründliche allgemeinärztliche und gynäkologische Untersuchung durchführen; während der Anwendung sind solche Untersuchungen zunächst nach 3 Monaten und später halbjährlich nötig, um unerwünschte Wirkungen frühzeitig zu erfassen [1, 2]. Vor der ersten Regelblutung darf die Spritze nicht angewendet werden [1, 2]. Einen Überblick über hormonelle Methoden gibt die Seite Hormonelle Verhütungsmittel; eine Pille nur mit Gestagen beschreibt die Seite Desogestrel.
Wie wirkt Medroxyprogesteron?
Laut Fachinformation beruht die Verhütungswirkung auf drei Mechanismen: Der Hormonanstieg vor dem Eisprung (LH-Gipfel) wird unterdrückt und damit der Eisprung gehemmt, das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut wird gehemmt, und der Schleim am Gebärmutterhals wird zäher, sodass Spermien schwerer in die Gebärmutter gelangen [2].
Nach der tiefen Injektion in den Muskel bildet sich ein Depot, aus dem der Wirkstoff langsam aufgenommen wird. Die höchsten Blutspiegel werden innerhalb einer Woche erreicht; danach sinken sie stetig leicht ab, bis auf ca. 0,5 ng/ml nach 3 Monaten [2]. Normalerweise lässt sich der Wirkstoff noch nach 6 Monaten oder länger im Blut nachweisen; bei Langzeitgabe reichert er sich nicht im Blut an [2].
Nebenwirkungen nach Häufigkeit
Die Liste unten nennt alle Nebenwirkungen, für die Packungsbeilage und Fachinformation eine Häufigkeit angeben. "Sehr häufig" heißt: mehr als 1 von 10 Anwenderinnen, "häufig" bis zu 1 von 10, "gelegentlich" bis zu 1 von 100; bei "nicht bekannt" lässt sich die Häufigkeit nicht abschätzen [1, 2]. Fieber nennt die Packungsbeilage gelegentlich, die Fachinformation selten [1, 2]. Wie Sie solche Angaben lesen, erklärt der Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Nach der Markteinführung wurden Fälle von Osteoporose einschließlich dadurch ausgelöster Knochenbrüche beobachtet, ebenso Fälle von Brustkrebs; eine Häufigkeit dafür nennen Packungsbeilage und Fachinformation nicht [1, 2]. Regelstörungen in Form von Schmier- oder Durchbruchblutungen und auch ein Ausbleiben der Blutungen sind sehr häufig; unerwartete Blutungen sollten ärztlich abgeklärt werden [1, 2]. Mehr dazu auf den Seiten Zyklusstörungen, Osteoporose und Gewichtszunahme.
Sehr häufigkann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen
- Stoffwechsel und ErnährungFlüssigkeitseinlagerung im Gewebe[1, 2]Mehr dazu: Wassereinlagerungen
- NervensystemKopfschmerzen, Nervosität[1, 2]Mehr dazu: KopfschmerzenUnruhe und Nervosität
- Magen und DarmBauchschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustRegelstörungen (unregelmäßig, verstärkt, vermindert), Ausbleiben der Regelblutung (Amenorrhoe), Schmierblutungen[1, 2]Mehr dazu: Zyklusstörungen
- Laborwerte und UntersuchungenGewichtszunahme oder -abnahme[1, 2]Mehr dazu: GewichtszunahmeGewichtsabnahme
Häufigkann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen
- PsycheVerringerte Lust auf Sex und fehlender Orgasmus[1, 2]Mehr dazu: Weniger Lust auf Sex
- PsycheDepression[1, 2]Mehr dazu: Depressive Verstimmung
- PsycheSchlaflosigkeit[1, 2]Mehr dazu: Schlafstörungen
- NervensystemBenommenheit[1, 2]Mehr dazu: Müdigkeit
- Gefäße und KreislaufHitzewallungen[1, 2]Mehr dazu: Hitzewallungen
- Magen und DarmBlähungen, Übelkeit[1, 2]Mehr dazu: BlähungenÜbelkeit
- HautAkne, Haarausfall, Hautausschlag[1, 2]Mehr dazu: AkneHaarausfallHautausschlag
- Muskeln, Knochen und GelenkeRückenschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Rückenschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustWeißer Ausfluss, ziehende Brustschmerzen, Druckempfindlichkeit der Brüste[1, 2]Mehr dazu: Brustspannen und Brustvergrößerung
- Allgemeine BeschwerdenAbgeschlagenheit, Erschöpfung[1, 2]Mehr dazu: MüdigkeitSchwäche (Asthenie)
Gelegentlichkann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen
- NervensystemKrampfanfälle, Schläfrigkeit[1, 2]Mehr dazu: KrampfanfälleMüdigkeit
- Leber und GalleGelbsucht; von der Norm abweichende Leberwerte[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautMännlicher Behaarungstyp (Hirsutismus), Juckreiz, Nesselsucht[1, 2]Mehr dazu: JuckreizNesselsucht
- Geschlechtsorgane und BrustMilchfluss[1, 2]
- Allgemeine BeschwerdenFieber[1]Mehr dazu: Fieber
Nicht bekanntHäufigkeit nicht abschätzbar oder in der Quelle nicht angegeben
- Gutartige und bösartige NeubildungenIn der Regel gutartiger Tumor des Gewebes, das Gehirn und Rückenmark umgibt (Meningeom)[1, 2]
- HormonsystemAusbleiben des Eisprungs, Scheidenentzündung (Vaginitis)[1, 2]
- Gefäße und KreislaufBildung und Verschleppung von Blutgerinnseln (Thromboembolien)[1, 2]Mehr dazu: Blutgerinnsel
- Leber und GalleLeberfunktionsstörungen[1, 2]Mehr dazu: Leberschäden und erhöhte Leberwerte
- HautÜberempfindlichkeitsreaktionen, z. B. allergischer Schock und schockähnliche Reaktionen, in Einzelfällen tödlich, Bronchialkrampf, Schwellungen vor allem im Gesicht (Angioödem); Hautentzündungen oder Ekzem[1, 2]Mehr dazu: Allergische ReaktionenSchwellungen von Gesicht, Zunge oder RachenAtemnot
- Muskeln, Knochen und GelenkeGelenkschmerzen, Beinkrämpfe[1, 2]Mehr dazu: GelenkschmerzenMuskelschmerzen
- Geschlechtsorgane und BrustUnterleibsschmerzen[1, 2]Mehr dazu: Bauchschmerzen
- Allgemeine BeschwerdenReaktionen an der Injektionsstelle[1, 2]
- Laborwerte und UntersuchungenVerminderte Glucosetoleranz; Abnahme der Mineralknochendichte[1, 2]Mehr dazu: Knochenschwund und Knochenbrüche
Eine Häufigkeit sagt, wie oft eine Beschwerde während der Behandlung beobachtet wurde. Sie sagt nicht, dass das Medikament sie verursacht hat.
Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen
Die Anwendung von Medroxyprogesteronacetat wurde mit der Entstehung eines im Allgemeinen gutartigen Tumors des Gewebes, das Gehirn und Rückenmark umgibt (Meningeom), in Verbindung gebracht; das Risiko steigt insbesondere bei einer Anwendung über mehrere Jahre [1]. Wird ein Meningeom festgestellt, bricht die Ärztin oder der Arzt die Behandlung ab [1]. Laut Fachinformation scheint das erhöhte Risiko in einer französischen Fall-Kontroll-Studie in erster Linie mit einer Anwendung über 3 Jahre und länger verbunden zu sein [2].
Was Sie bei Nebenwirkungen tun können

Knochen: Bei Langzeitanwendung kann die Knochendichte bei Frauen aller Altersgruppen abnehmen; der Verlust steigt mit der Anwendungsdauer und bildet sich nach dem Absetzen bei einigen Frauen möglicherweise nicht vollständig zurück [1, 2]. Eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D wird empfohlen, und bei langfristiger Anwendung sollte Ihre Ärztin oder Ihr Arzt die Knochendichte regelmäßig überprüfen [1]. Laut Fachinformation nahm die Knochendichte in Wirbelsäule und Hüfte in einer Studie an erwachsenen Frauen, die die Spritze bis zu 5 Jahre lang angewendet hatten, um durchschnittlich 5 bis 6 Prozent ab, in den ersten 2 Jahren stärker als danach [2]. Mehr zum Thema auf der Seite Osteoporose.
Blutungen: Regelstörungen mit Schmier- oder Durchbruchblutungen und ein Ausbleiben der Blutungen sind sehr häufig [1, 2]. Unerwartete Blutungen aus der Scheide während der Anwendung sollten Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abklären lassen [1].
Stimmung und Schlaf: Depression und Schlaflosigkeit sind häufig [1, 2]. Wurden Sie früher wegen Depressionen behandelt, sollten Sie während der Anwendung sorgfältig ärztlich beobachtet werden; treten Stimmungsschwankungen und depressive Beschwerden auf, lassen Sie sich so rasch wie möglich ärztlich beraten [1]. Mehr auf der Seite Depression.
Gewicht und Wassereinlagerungen: Gewichtszu- oder -abnahme und Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen [1, 2]. Haben Sie eine Erkrankung, die sich durch Flüssigkeitseinlagerung verschlechtern könnte, sollte die Spritze mit Vorsicht verabreicht werden [1]. Mehr auf der Seite Wassereinlagerungen.
Wechselwirkungen
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen, kürzlich eingenommen haben oder einnehmen möchten; einige Arzneimittel, auch Blutverdünner, können die Spritze beeinflussen [1]. Sind Sie noch bei einer anderen Ärztin oder einem anderen Arzt in Behandlung, sorgen Sie dafür, dass sie oder er von der Verhütungsspritze weiß [1]. Laut Fachinformation wurden keine Studien zu Wechselwirkungen durchgeführt; bei Mitteln, die das Leberenzym CYP3A4 anregen, sollte erwogen werden, während der gesamten Anwendung dieser Mittel und 28 Tage danach vorübergehend zusätzlich eine Barrieremethode anzuwenden [2]. Mehr dazu im Ratgeber Wechselwirkungen.
| Zusammen mit | Was passieren kann | Hinweis |
|---|---|---|
| Andere Arzneimittel, auch Blutverdünner (Antikoagulanzien) | Einige Arzneimittel können Depo-Clinovir beeinflussen; laut Fachinformation wurde selten über Wechselwirkungen berichtet, ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht nachgewiesen[1, 2] | Ärztin oder Arzt über alle Arzneimittel informieren |
| Mittel, die das Leberenzym CYP3A4 anregen (Enzyminduktoren) | Klinische Wirkung nicht bekannt, Studien fehlen[2] | Laut Fachinformation vorübergehend zusätzlich eine Barrieremethode erwägen, während der gesamten Anwendung dieser Mittel und 28 Tage danach |
| Labortests (u. a. bestimmte Hormonspiegel, Leberwerte, Glucosetoleranztest) | Ergebnisse können beeinflusst sein; laut Fachinformation sollen die Tests bei einem hormon- oder leberbedingten Krankheitsbild nach dem Absetzen wiederholt werden[2] | Bei Gewebeuntersuchungen von Gebärmutterschleimhaut oder Gebärmutterhals das Labor über die Behandlung informieren |
Die Liste nennt die wichtigsten Wechselwirkungen aus der Produktinformation, nicht alle. Welche Mittel Sie zusammen einnehmen können, klären Sie am besten mit Ihrer Apotheke, auch bei rezeptfreien und pflanzlichen Mitteln.
Wer die Spritze mit Medroxyprogesteron nicht oder nur mit Vorsicht anwenden sollte
Unter anderem bei Osteoporose, bei Venenentzündungen oder Blutgerinnseln, bei Erkrankungen der Blutgefäße im Gehirn, bei einem Meningeom, bei Brust- oder Gebärmutterkrebs und bei schweren Leberfunktionsstörungen darf die Spritze nicht angewendet werden [1, 2]. Bei Frauen mit erhöhtem Osteoporoserisiko (etwa bei chronischem Alkohol- oder Nikotinkonsum, niedrigem Body-Mass-Index, Essstörungen oder Osteoporose in der Familie) sollten andere Verhütungsmethoden in Betracht gezogen werden [1, 2].
Raucherinnen, die hormonhaltige Verhütungsmittel anwenden, haben ein erhöhtes Risiko für zum Teil schwerwiegende Folgen von Gefäßveränderungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall; das Risiko nimmt mit zunehmendem Alter und steigendem Zigarettenkonsum zu. Frauen über 30 Jahren sollen deshalb nicht rauchen, wenn sie hormonhaltige Verhütungsmittel anwenden; wird auf das Rauchen nicht verzichtet, sollen andere Verhütungsmethoden angewendet werden [1, 2]. Mehr dazu im Ratgeber Medikamente und Rauchen.
Nicht einnehmen bei
- Allergie gegen Medroxyprogesteronacetat, Methyl-4-hydroxybenzoat, Propyl-4-hydroxybenzoat (Parabene) oder einen der sonstigen Bestandteile[1, 2]
- Bestehende oder vermutete Schwangerschaft[1, 2]
- Ungeklärte Blutungen aus der Scheide[1, 2]
- Venenentzündungen oder Blutgerinnsel (Thromboembolie)[1, 2]
- Krankheit, die die Blutgefäße im Gehirn beeinträchtigt, jetzt oder früher[1, 2]
- Brust- oder Gebärmutterkrebs, Behandlung deswegen oder Verdacht darauf[1, 2]
- Meningeom, jetzt oder früher[1, 2]
- Schwere Leberfunktionsstörungen mit oder ohne Gelbsucht; Enzymstörungen wie Dubin-Johnson- und Rotor-Syndrom[1, 2]
- Gelbsucht, schwerer Juckreiz oder Schwangerschaftsbläschen (Herpes gestationis) in einer früheren Schwangerschaft[1, 2]
- Geplante Operation innerhalb der nächsten 6 Wochen; nach einem Unfall für die Dauer der Ruhigstellung[1, 2]
- Osteoporose[1, 2]
- Vor der ersten Regelblutung[1, 2]
Besondere Vorsicht bei
- Verlust an Knochendichte: Bei Langzeitanwendung kann die Knochendichte bei Frauen aller Altersgruppen abnehmen; der Verlust steigt mit der Anwendungsdauer und bildet sich nach dem Absetzen bei einigen Frauen möglicherweise nicht vollständig zurück. Besonders bedeutsam ist das in der Jugend und im frühen Erwachsenenalter. Über einen längeren Zeitraum (z. B. länger als 2 Jahre) sollte die Spritze nur angewendet werden, wenn andere Verhütungsmethoden nicht angezeigt sind; dann sollte die Knochendichte regelmäßig überprüft werden[1, 2]
- Erhöhtes Osteoporoserisiko, z. B. bei Knochenstoffwechselkrankheit, chronischem Alkohol- oder Nikotinkonsum, niedrigem Body-Mass-Index, Essstörungen, Knochenbruch nach leichter Verletzung, Osteoporose in der Familie oder Langzeitbehandlung mit Arzneimitteln, die die Knochenmasse vermindern können, wie Mitteln gegen Krampfanfälle oder Kortikosteroiden (Nebennierenrindenhormonen): andere Verhütungsmethoden sollten in Betracht gezogen werden; eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D wird empfohlen[1, 2]
- Porphyrie, eingeschränkte Leberfunktion, frühere Venenentzündungen oder Thrombosen: nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung[1, 2]
- Frühere Behandlung wegen Depressionen: sorgfältige ärztliche Beobachtung während der Behandlung[1, 2]
- Sichelzellanämie: Blutbild vor Beginn und monatlich kontrollieren; verschlechtert es sich, darf die Behandlung nicht fortgesetzt werden[1, 2]
- Erkrankungen, die durch Flüssigkeitseinlagerung verschlechtert werden können: Anwendung mit Vorsicht[1, 2]
- Diabetes, Prädiabetes oder latenter Diabetes: sorgfältige Überwachung (Glucosetoleranz); der Bedarf an Diabetesmitteln oder Insulin muss eventuell neu eingestellt werden[1, 2]
- Rauchen: Raucherinnen haben unter hormonhaltigen Verhütungsmitteln ein erhöhtes Risiko für zum Teil schwerwiegende Folgen von Gefäßveränderungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Frauen über 30 Jahren sollen deshalb nicht rauchen; wird auf das Rauchen nicht verzichtet, sollen andere Verhütungsmethoden angewendet werden, besonders bei weiteren Risikofaktoren[1, 2]
- Brustkrebs: Für Frauen, die mit der Spritze verhüten, scheint ein geringfügig erhöhtes Brustkrebsrisiko zu bestehen; ob die Injektion es verursacht, ist nicht geklärt. Zehn Jahre nach dem Absetzen ist das Risiko laut Packungsbeilage gleich hoch wie bei Frauen, die nie hormonelle Verhütungsmittel angewendet haben[1, 2]
- Unmittelbar nach einer Geburt oder einem Schwangerschaftsabbruch: verlängerte und starke Blutungen möglich; Anwendung in diesem Zeitraum mit Vorsicht[1, 2]
- Kein Schutz vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen; Kondome verringern die Übertragung[1, 2]
- Parabene können Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen, hervorrufen; Polysorbat 80 kann allergische Reaktionen hervorrufen[1, 2]
Alkohol, Autofahren, Schwangerschaft
Vor Beginn der Behandlung muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden; in der Schwangerschaft darf die Spritze nicht angewendet werden [1, 2]. Für stillende Mütter nennt die Packungsbeilage einen frühesten Zeitpunkt nach der Geburt (siehe Dosierung) [1, 2]. Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit sind unwahrscheinlich [1, 2]. Einen eigenen Abschnitt zu Alkohol enthält die Produktinformation nicht; chronischer Alkoholkonsum zählt laut Packungsbeilage aber zu den Risikofaktoren für Osteoporose [1]. Die Karten fassen zusammen, was Packungsbeilage, Fachinformation und das Beratungszentrum Embryotox sagen [1, 2, 3].
Schwangerschaft
In der Schwangerschaft darf Depo-Clinovir nicht angewendet werden; vorher muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Wurde die Spritze versehentlich in der Schwangerschaft gegeben, sollten Sie sich über das mögliche Risiko einer Fruchtschädigung aufklären lassen. Laut Fachinformation besteht bei einer ungewollten Schwangerschaft 1 bis 2 Monate nach der Injektion ein erhöhtes Risiko für ein geringes Geburtsgewicht, das mit einem erhöhten Risiko für Neugeborenensterblichkeit verbunden ist; insgesamt ist dieses mögliche Risiko gering, da Schwangerschaften unter der Behandlung selten sind. Einige Berichte lassen laut Fachinformation einen Zusammenhang zwischen Gestagenen im ersten Schwangerschaftsdrittel und genitalen Fehlbildungen bei männlichen und weiblichen Feten vermuten.[1, 2]
Laut Embryotox ließ sich auch bei Schwangerschaften, die nach einer Depotspritze mit Medroxyprogesteronacetat in den Muskel eingetreten sind, kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko erkennen. Nach einer Anwendung höherer Dosierungen kann laut Embryotox eine weiterführende Ultraschalldiagnostik angeboten werden.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Stillzeit
Depo-Clinovir hemmt die Milchproduktion nicht. Weil geringe Mengen des Wirkstoffs in die Muttermilch übergehen, sollte die Spritze in der Stillzeit, besonders in den ersten 6 Wochen, nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung angewendet werden; stillende Mütter sollen sie frühestens 6 Wochen nach der Geburt erhalten. Ungünstige Wirkungen auf die Entwicklung gestillter Kinder wurden bisher nicht beobachtet.[1, 2]
Embryotox nennt reine Gestagenpräparate (Minipille) und gestagenhaltige Spiralen als Mittel der ersten Wahl für die hormonale Verhütung in der Stillzeit. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.[3]
Unabhängige Beratung zu Arzneimitteln in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox, Charité Berlin.
Autofahren und Maschinen
Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit sind unwahrscheinlich. Fühlen Sie sich benommen, schwindelig oder schläfrig, nehmen Sie nicht aktiv am Straßenverkehr teil und bedienen Sie keine Maschinen.[1, 2]
Einnahme
Die Spritze wird von der Ärztin oder dem Arzt tief in einen Muskel (Gesäß oder Oberarm) gegeben. Es ist wichtig, alle Spritzen zum richtigen Zeitpunkt zu erhalten: Wird eine Spritze versäumt oder sind seit der letzten Spritze mehr als 13 Wochen vergangen, ist das Risiko einer Schwangerschaft höher; besprechen Sie dann den nächstmöglichen Termin und eine Verhütung für die Zwischenzeit.[1, 2]
Absetzen
Die Verhütungswirkung hält lange an: Nach dem Absetzen kann der Wiedereintritt des regelmäßigen Eisprungs stark verzögert sein, unter Umständen mehr als 1 Jahr. Bei Frauen, die danach schwanger werden, liegen im Median 10 Monate zwischen der letzten Spritze und der Empfängnis (Spannweite 4 bis 31 Monate), unabhängig von der Anwendungsdauer.[1, 2]
Überdosierung
Laut Fachinformation wurden keine Fälle von Überdosierung berichtet.[2]
Dosierung laut Packungsbeilage und Fachinformation
Die Packungsbeilage nennt den Zeitpunkt der ersten Spritze, den Abstand der weiteren Spritzen und das Vorgehen nach einer Geburt und beim Wechsel von der Pille; ergänzende Angaben stammen aus der Fachinformation [1, 2]. Die Spritze wird von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gegeben [1].
Anwendung und Absetzen
Die Spritze wird tief in einen Muskel des Gesäßes oder des Oberarms gegeben [1]. Es ist wichtig, dass Sie alle Spritzen zum richtigen Zeitpunkt erhalten. Versäumen Sie eine Spritze oder wird der in der Packungsbeilage genannte Abstand überschritten (siehe Dosierung), ist das Risiko einer Schwangerschaft höher; besprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt den nächstmöglichen Termin und eine Verhütung für die Zwischenzeit [1].
Die Verhütungswirkung hält lange an: Nach dem Absetzen kann der Wiedereintritt des regelmäßigen Eisprungs stark verzögert sein und unter Umständen mehr als 1 Jahr dauern. Bei Frauen, die danach schwanger werden, liegen zwischen der letzten Spritze und der Empfängnis im Median 10 Monate, mit einer Spannweite von 4 bis 31 Monaten, unabhängig von der Anwendungsdauer [1, 2]. Fälle einer Überdosierung wurden laut Fachinformation nicht berichtet [2].
Präparate mit Medroxyprogesteron zur Verhütung
Grundlage dieser Seite sind Packungsbeilage und Fachinformation von Depo-Clinovir, einer Fertigspritze, die 150 mg Medroxyprogesteronacetat enthält; beide Dokumente haben den Stand März 2026 [1, 2].
| Präparat | Anbieter | Hinweis |
|---|---|---|
| Depo-Clinovir | Pfizer Pharma GmbH | verschreibungspflichtig; Fertigspritze mit 150 mg Medroxyprogesteronacetat zur Injektion in einen Muskel; Grundlage dieser Seite |
Auswahl ohne Wertung. Präparate mit demselben Wirkstoff können sich in Stärke, Hilfsstoffen und zugelassenen Anwendungsgebieten unterscheiden. Maßgeblich ist die Packungsbeilage Ihres Präparats.
Quellen
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Depo-Clinovir 150 mg Injektionssuspension. Pfizer Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Depo-Clinovir 150 mg Injektionssuspension. Pfizer Pharma GmbH. Stand 03/2026. abgerufen am 11.10.2026
- Embryotox Embryotox: Gestagene. Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, Charité Universitätsmedizin Berlin. abgerufen am 11.10.2026
Häufige Fragen
Wie oft bekommt man die Dreimonatsspritze?
Die Spritze wird von der Ärztin oder dem Arzt in festen Abständen tief in einen Muskel gegeben. Wann die erste Spritze erfolgen sollte und in welchem Abstand die weiteren folgen, nennt die Packungsbeilage; die Angaben stehen im Abschnitt Dosierung. Wird eine Spritze versäumt oder der Abstand überschritten, ist das Risiko einer Schwangerschaft höher; besprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt den nächstmöglichen Termin und eine Verhütung für die Zwischenzeit.
Wie lange dauert es nach der Spritze, bis man schwanger werden kann?
Die Verhütungswirkung hält lange an: Nach dem Absetzen kann der Wiedereintritt des regelmäßigen Eisprungs stark verzögert sein und unter Umständen mehr als 1 Jahr dauern. Bei Frauen, die danach schwanger werden, liegen zwischen der letzten Spritze und der Empfängnis im Median 10 Monate, mit einer Spannweite von 4 bis 31 Monaten. Das hängt nicht davon ab, wie lange die Spritze angewendet wurde.
Schadet die Dreimonatsspritze den Knochen?
Bei Langzeitanwendung kann die Knochendichte bei Frauen aller Altersgruppen abnehmen; der Verlust steigt mit der Anwendungsdauer und bildet sich nach dem Absetzen bei einigen Frauen möglicherweise nicht vollständig zurück. Über einen längeren Zeitraum (z. B. länger als 2 Jahre) sollte die Spritze nur angewendet werden, wenn andere Verhütungsmethoden nicht angezeigt sind; dann sollte die Knochendichte regelmäßig überprüft werden. Bei Osteoporose darf die Spritze nicht angewendet werden, und eine ausreichende Versorgung mit Calcium und Vitamin D wird empfohlen.
Macht die Dreimonatsspritze dick?
Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme gehören zu den sehr häufigen Nebenwirkungen und können mehr als 1 von 10 Anwenderinnen betreffen; ebenso sehr häufig sind Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie das belastet.
Bekomme ich mit der Spritze noch meine Periode?
Regelstörungen in Form von Schmier- oder Durchbruchblutungen und ein Ausbleiben der Blutungen sind sehr häufig. Unerwartete Blutungen aus der Scheide sollten Sie von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abklären lassen. Unmittelbar nach einer Geburt oder einem Schwangerschaftsabbruch kann es zu verlängerten und starken Blutungen kommen.
Darf ich die Spritze in der Stillzeit bekommen?
Die Spritze hemmt die Milchproduktion nicht, geringe Mengen des Wirkstoffs gehen aber in die Muttermilch über; ungünstige Wirkungen auf die Entwicklung gestillter Kinder wurden bisher nicht beobachtet. Ab wann stillende Mütter die Spritze frühestens erhalten sollen, steht im Abschnitt Dosierung. Für die hormonale Verhütung in der Stillzeit nennt Embryotox reine Gestagenpräparate (Minipille) und gestagenhaltige Spiralen als Mittel der ersten Wahl. Wechseln Sie nicht selbst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Was hat ein Meningeom mit der Spritze zu tun?
Ein Meningeom ist ein im Allgemeinen gutartiger Tumor des Gewebes, das Gehirn und Rückenmark umgibt. Die Anwendung von Medroxyprogesteronacetat wurde mit seiner Entstehung in Verbindung gebracht; das Risiko steigt insbesondere bei Anwendung über mehrere Jahre. Bemerken Sie Sehstörungen, Hörverlust, Ohrensausen, Geruchsverlust, sich verschlimmernde Kopfschmerzen, Gedächtnisverlust, Krampfanfälle oder Schwäche in Armen oder Beinen, informieren Sie unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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