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Haarausfall
Am häufigsten ist der anlagebedingte Haarausfall, der bis zu 70 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen betrifft. Dagegen gibt es Minoxidil zum Auftragen für Männer und Frauen und Finasterid-Tabletten, die nur für Männer zugelassen sind. Beim kreisrunden Haarausfall, einer Autoimmunerkrankung, soll laut S3-Leitlinie bei leichter bis mittelschwerer Form, bei Jugendlichen und Erwachsenen auch bei schwerer Form, Kortison zum Auftragen angeboten werden, außerhalb der Zulassung; bei schwerer und sehr schwerer Form sollte Erwachsenen ein JAK-Hemmer angeboten werden. Lassen Sie plötzlichen, ungleichmäßigen oder unklaren Haarausfall ärztlich abklären.

Haarausfall hat viele Formen. Am häufigsten ist der anlagebedingte Haarausfall (androgenetische Alopezie), der bis zu 70 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen betrifft; zu den wesentlichen Behandlungen gehören Minoxidil, Finasterid und die Haartransplantation [1]. Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata), einer Autoimmunerkrankung, nennt die S3-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) je nach Schweregrad unter anderem Kortison zum Auftragen oder Einnehmen, in der Regel außerhalb der Zulassung, und bei schweren Formen JAK-Hemmer [2]. Welche Medikamente selbst Haarausfall auslösen können, steht auf der Seite Haarausfall durch Medikamente.
Was ist Haarausfall?
Ein Mensch verliert ständig Haare. Bei einem gesunden Erwachsenen können es laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) am Kopf etwa 70 bis 100 Haare am Tag sein; weil gleichzeitig neue nachwachsen, bleibt das unbemerkt [3]. Etwa 90 Prozent der Haare sind in der Wachstumsphase, die bei Kopfhaaren mehrere Jahre dauern kann; nach einer Ruhephase von einigen Monaten fällt das Haar aus [3].
Werden die Haarwurzeln während der Wachstumsphase geschädigt oder gehen viele Haare auf einmal in die Ruhephase über, kommt es zu verstärktem Haarausfall (Effluvium). Wachsen keine neuen Haare mehr nach, entsteht eine kahle Stelle; diese Haarlosigkeit heißt Alopezie [3]. Die wichtigsten Formen:
- Anlagebedingter Haarausfall: vererbt, durch männliche Sexualhormone verursacht und insgesamt die häufigste Form; er kommt bei Männern deutlich häufiger vor als bei Frauen und wird mit dem Alter häufiger [1].
- Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): eine Autoimmunerkrankung, die mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität einhergehen kann [2]. Bei 66 von 100 Betroffenen beginnt sie laut Leitlinie im Kindes- und Jugendalter bis zum Ende des dritten Lebensjahrzehnts [2].
- Diffuser Haarausfall (Telogeneffluvium): An vielen Stellen fallen gleichzeitig mehr Haare aus als üblich [4].
- Vernarbender Haarausfall: Die Leitlinie nennt ihn als Erkrankung, die vom kreisrunden Haarausfall abzugrenzen ist, zum Beispiel beim Lichen planopilaris [2].
Symptome
Anlagebedingter Haarausfall: Männer entwickeln typischerweise Geheimratsecken und eine lichte Stelle am oberen Hinterkopf (Tonsur); später kann sich eine Halbglatze mit Haarkranz bilden. Bei Frauen lichtet sich das Haar dagegen hinter der erhaltenen Stirnhaargrenze in der Kopfmitte zunehmend nach allen Seiten. Auch Männer können ein Muster haben, wie es bei Frauen typisch ist [1].
Kreisrunder Haarausfall: Die häufigste erste Erscheinungsform ist laut Leitlinie eine umschriebene kahle Stelle (Alopecia areata circumscripta). Die Erkrankung kann akut oder chronisch wiederkehrend verlaufen und zum kompletten Verlust der Kopf-, Gesichts- und Körperhaare führen (Alopecia areata totalis und universalis) [2]. Auch Augenbrauen, Wimpern, Bart und Nägel können betroffen sein [2].
Diffuser Haarausfall: An der gesunden Kopfhaut nimmt man ihn kaum wahr; kahle Stellen sieht man nicht [4].
Der anlagebedingte Haarausfall des Mannes ist keine Krankheit, kann aber mit erheblicher psychischer Belastung verbunden sein [1]. Beim kreisrunden Haarausfall sollte laut Leitlinie in der Diagnostik auf Angst, vor allem soziale Angst, Depression und Stigmatisierung geachtet werden (schwache Empfehlung) [2].
Ursachen und Risikofaktoren
Anlagebedingter Haarausfall: Eine Störung des Hormonhaushalts liegt beim Mann in aller Regel nicht vor. Die Haarfollikel sind überempfindlich gegenüber einer aktiven Form des Testosterons, dem 5-alpha-Dihydrotestosteron (DHT), das mithilfe des Enzyms 5-alpha-Reduktase entsteht. Dadurch verkürzt sich die Wachstumsphase, die Haarfollikel bilden sich zurück und die Haare werden immer dünner [1]. Ist der Vater oder einer der Großväter betroffen, ist ein erblich bedingter Haarausfall wahrscheinlich [1].
Kreisrunder Haarausfall: Die Leitlinie beschreibt ihn als Autoimmunerkrankung. Ärztinnen und Ärzte sollen nach anderen Autoimmun- oder Entzündungserkrankungen fragen, etwa der Schilddrüse, Vitiligo oder entzündlichen Darmerkrankungen, und nach Fällen in der Familie (starke Empfehlung) [2].
Andere Ursachen: Ein diffuser Haarausfall kann zum Beispiel durch fieberhafte Erkrankungen oder bestimmte Medikamente bedingt sein, aber auch durch Verletzungen der Kopfhaut, Stoffwechselerkrankungen oder eine falsche Ernährung [4]. Haarausfall gehört zu den möglichen Beschwerden eines Eisenmangels [5] und einer Schilddrüsenunterfunktion [6]. Besteht der Verdacht auf einen Pilzbefall der Kopfhaut (Tinea capitis), soll laut Leitlinie eine Untersuchung auf Pilze erfolgen (starke Empfehlung) [2]; mehr dazu unter Hautpilz.
Medikamente als Ursache: Welche Wirkstoffe Haarausfall als Nebenwirkung nennen, etwa bei einer Chemotherapie, steht auf der Seite Haarausfall durch Medikamente.
Diagnose
Beim anlagebedingten Haarausfall geben die Familiengeschichte und das typische Muster wichtige Hinweise; weitere Untersuchungen sind dann nicht notwendig. Bei Verdacht auf eine andere Ursache leiten Ärztinnen und Ärzte gezielte Untersuchungen wie Blut- und Hormontests ein [1].
Bei Verdacht auf kreisrunden Haarausfall soll laut Leitlinie die Kopfhaut und die gesamte Haut einschließlich der Nägel untersucht werden, auch auf Narben, Schuppung, Pusteln oder Krusten (starke Empfehlung). Eine Untersuchung mit dem Auflichtmikroskop (Dermatoskopie), ein Haarzupftest und ein Screening auf Schilddrüsenerkrankungen sollten erfolgen, eine Gewebeprobe bei unklarem Befund oder Verdacht auf eine diffuse Form (jeweils schwache Empfehlung) [2]. Zur Bestimmung des Schweregrades sollte ein Punktwert verwendet werden, der SALT-Score (schwache Empfehlung) [2].
Behandlung ohne Medikamente
Medizinisch notwendig ist die Behandlung des anlagebedingten Haarausfalls nicht: Männer, die kein Problem mit ihrem Haarverlust haben, müssen nichts dagegen unternehmen [1]. Beim kreisrunden Haarausfall kann das Haar in den ersten sechs Monaten auch ohne Behandlung nachwachsen; bei bis zur Hälfte der Betroffenen mit umschriebenem Haarausfall wächst es innerhalb eines Jahres von selbst nach. Abwartendes Beobachten kann deshalb nach ausführlicher Beratung als Möglichkeit angeboten werden [2].
Haartransplantation: Dabei werden Eigenhaare vom Hinterkopf auf den Oberkopf verpflanzt, deren Wurzeln unempfindlich gegenüber DHT sind. Es handelt sich um einen Eingriff mit Risiken wie einer auffälligen Narbenbildung, Störungen der Wundheilung oder Entzündungen [1]. Die Haare in der Umgebung bleiben weiterhin gefährdet [1].
Haarersatz, Beratung und Selbsthilfe: Alle Menschen mit kreisrundem Haarausfall sollen laut Leitlinie über Haarersatz und kosmetische Angebote, über psychologische Unterstützung und über Selbsthilfegruppen informiert werden (jeweils starke Empfehlung) [2]. Bei Depression oder sozialen Ängsten in der Vorgeschichte sollte eine psychotherapeutische Abklärung oder unterstützende Psychotherapie empfohlen werden (schwache Empfehlung) [2].
Nahrungsergänzungsmittel und andere Verfahren: Für Nahrungsergänzungsmittel mit Zink, Koffein oder Pflanzenextrakten ist eine Wirkung gegen anlagebedingten Haarausfall nicht erwiesen [1]. Zur Behandlung mit Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut (PRP) sieht die europäische Leitlinie laut gesund.bund.de derzeit von einer Empfehlung ab [1]. Beim kreisrunden Haarausfall soll PRP Kindern und Jugendlichen nicht angeboten werden (starke Empfehlung), eine UVA1- oder PUVA-Lichttherapie sollte nicht angeboten werden (schwache Empfehlung) [2].
Behandlung mit Medikamenten

Welches Mittel infrage kommt, hängt von der Form des Haarausfalls ab. Für den anlagebedingten Haarausfall nennt gesund.bund.de auf Grundlage einer Leitlinie des European Dermatology Forum (EDF) Minoxidil zum Auftragen und Finasterid als Tablette [1]. Für den kreisrunden Haarausfall sind die Mittel zum Auftragen und zum Einnehmen laut S3-Leitlinie in der Regel nicht zugelassen und werden außerhalb der Zulassung eingesetzt (Off-Label-Use); Ausnahmen sind die JAK-Hemmer Baricitinib und Ritlecitinib [2].
| Wirkstoffgruppe | Beispiele | Wie sie wirken | Häufige Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|
| Minoxidil zum Auftragen (anlagebedingter Haarausfall) | Minoxidil als Lösung zur Anwendung auf der Kopfhaut, zum Beispiel mit 20 mg/ml für Frauen über 18 Jahre und mit 50 mg/ml für Männer von 18 bis 65 Jahren [11, 12] (ohne eigene Wirkstoffseite für die Anwendung auf der Kopfhaut; die Seite Minoxidil behandelt die Tabletten gegen Bluthochdruck) | Dringt in die Kopfhaut ein und gelangt zu den Haarwurzeln; über welchen Mechanismus es den Haarwuchs anregt, ist nicht geklärt. Die Ruhephase des Haarzyklus wird verkürzt, die Wachstumsphase schneller erreicht [11] | Sehr häufig: Kopfschmerzen. Häufig: Reizungen der Kopfhaut wie Stechen, Brennen, Trockenheit, Juckreiz oder Schuppung, Entzündung der Haarbälge, Juckreiz, Hautrötung und Ausschlag, vermehrtes Haarwachstum im Gesicht, Gewichtszunahme, Schwellungen von Armen und Beinen, Atemnot, Bluthochdruck [11, 12] |
| 5-Alpha-Reduktase-Hemmer als Tablette (anlagebedingter Haarausfall, nur Männer; Prostata-, Blasen- und Potenzmittel) | Finasterid, Filmtabletten mit 1 mg, verschreibungspflichtig [7, 8] | Hemmt das Enzym Typ-II-5-alpha-Reduktase in den Haarfollikeln und blockiert die Umwandlung von Testosteron in DHT; so hemmt es einen Vorgang, der für die Verkleinerung der Haarfollikel verantwortlich ist [8] | Gelegentlich: Nachlassen des sexuellen Verlangens, Depression, Erektionsstörungen, Störungen des Samenergusses. Ohne bekannte Häufigkeit unter anderem Angst und Suizidgedanken [7] |
| JAK-Hemmer als Tablette oder Kapsel (schwerer kreisrunder Haarausfall) | Baricitinib und Ritlecitinib (ohne eigene Wirkstoffseite), jeweils ab 12 Jahren, verschreibungspflichtig [13, 14] | Baricitinib vermindert die Aktivität von Enzymen namens Januskinasen, die am Entzündungsprozess beteiligt sind [13]; Ritlecitinib hemmt JAK3- und TEC-Kinasen, die an der Entzündung der Haarfollikel beteiligt sind [14] | Baricitinib sehr häufig: Infektionen von Hals und Nase, erhöhte Cholesterinwerte [13]. Ritlecitinib häufig: Infektionen von Nase, Hals oder Luftröhre, Durchfall, Schwindelgefühl, Akne, Hautausschlag, Nesselsucht, Entzündung der Haarfollikel, Gürtelrose [14] |
Sehr häufig heißt bei mehr als 1 von 10 Behandelten, häufig bei bis zu 1 von 10, gelegentlich bei bis zu 1 von 100; ohne bekannte Häufigkeit heißt, dass sie sich aus den verfügbaren Daten nicht abschätzen lässt [7, 11]. Mehr im Ratgeber Beipackzettel verstehen.
Anlagebedingter Haarausfall bei Männern
Minoxidil wurde ursprünglich gegen Bluthochdruck entwickelt. Die Leitlinie des EDF empfiehlt es laut gesund.bund.de bei leichtem bis moderatem Schweregrad [1]. Bis Sie einen Erfolg sehen, dauert es laut Packungsbeilage mindestens vier Monate; große kahle Stellen oder Haarausfall, der seit mehr als 10 Jahren besteht, sprechen weniger gut an. Für Geheimratsecken liegen keine klinischen Erfahrungen zur Wirksamkeit vor. Stellt sich innerhalb von 4 Monaten kein Erfolg ein, sieht die Packungsbeilage vor, die Behandlung abzubrechen [11]. Auch wenn es rezeptfreie Präparate gibt, sollte vor der Anwendung immer ein Arztgespräch stattfinden, besonders bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen [1].
Finasterid wurde ursprünglich gegen die gutartige Prostatavergrößerung entwickelt [1]. Die Tabletten mit 1 mg sind zur Behandlung früher Formen des anlagebedingten Haarausfalls bei Männern von 18 bis 41 Jahren zugelassen. Eine günstige Wirkung ist laut Packungsbeilage nur bei leichtem bis mittelgradigem Haarausfall zu erwarten, nicht bei vollständigem Haarausfall oder Geheimratsecken [7]. Es muss mindestens 3 bis 6 Monate eingenommen werden; nach dem Absetzen geht die erreichte Zunahme der Haardichte wahrscheinlich innerhalb von 9 bis 12 Monaten zurück [7]. Weil keine Daten zur gleichzeitigen Anwendung mit Minoxidil zum Auftragen vorliegen, wird diese Kombination laut Fachinformation nicht empfohlen [8]. Seit 2022 gibt es außerdem ein verschreibungspflichtiges Finasterid-Spray zur äußerlichen Anwendung bei Männern mit anlagebedingtem Haarausfall [1]. Die Angaben der Packungsbeilage zur Dosis stehen auf der Seite Finasterid.
Anlagebedingter Haarausfall bei Frauen
Die Minoxidil-Lösung mit 20 mg/ml ist für Frauen über 18 Jahre zugelassen. Sie soll übermäßigen Haarausfall verhindern und das Nachwachsen von Haaren an gelichteten Stellen fördern [12]. Vorher müssen hormonelle Ursachen, Grunderkrankungen oder eine Mangelernährung ausgeschlossen werden; bei Haarausfall nach einer Geburt sollte die Lösung nicht angewendet werden [12]. In Schwangerschaft und Stillzeit darf sie nicht angewendet werden, weil keine Studien an Schwangeren vorliegen und Minoxidil in die Muttermilch übergehen kann [12]. Finasterid dürfen Frauen nicht einnehmen; bei Frauen haben sich die Tabletten mit 1 mg in Studien als unwirksam erwiesen. Schwangere und Frauen, die schwanger werden könnten, dürfen die Tabletten nicht berühren, insbesondere wenn sie zerbrochen oder zerstoßen sind; sonst kann Finasterid über die Haut aufgenommen werden und die Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane eines ungeborenen Jungen beeinflussen [7].
Kreisrunder Haarausfall
- Kortison zum Auftragen (topische Glucocorticoide) soll Kindern mit leichter oder mittelschwerer Form und Jugendlichen und Erwachsenen mit leichter, mittelschwerer oder schwerer Form angeboten werden, außerhalb der Zulassung (starke Empfehlung) [2]. Ohne Ansprechen sollte die Behandlung 3 Monate nicht überschreiten, mit Ansprechen höchstens 12 Monate fortgeführt werden (schwache Empfehlung) [2].
- Kortison als Spritze in die Haut (Triamcinolonacetonid) sollte Erwachsenen mit leichter oder mittelschwerer Form angeboten werden, außerhalb der Zulassung (schwache Empfehlung); Kindern mit allen Formen und Jugendlichen mit leichter Form sollte es nicht angeboten werden (schwache Empfehlung) [2].
- Minoxidil-Lösung oder -Schaum kann bei leichter oder mittelschwerer Form außerhalb der Zulassung angeboten werden (Empfehlung offen) [2]. Prostaglandin-Abkömmlinge auf der Kopfhaut und JAK-Hemmer zum Auftragen sollen nicht angeboten werden (starke Empfehlung) [2].
- Behandlung des ganzen Körpers (systemische Therapie): Erwachsenen sollte sie unter anderem bei schwerem oder sehr schwerem Haarausfall, der länger als 6 Monate besteht, bei innerhalb von Tagen bis Wochen rasch fortschreitendem Verlauf oder ab mittelschwerer Form bei hohem Leidensdruck angeboten werden (schwache Empfehlung) [2].
- JAK-Hemmer zum Einnehmen sollten Erwachsenen mit schwerem und sehr schwerem kreisrundem Haarausfall angeboten werden (schwache Empfehlung); Kindern und Jugendlichen können sie bei entsprechender Zulassung für die Altersgruppe angeboten werden (Empfehlung offen) [2]. Baricitinib und Ritlecitinib sind laut ihren Fachinformationen zur Behandlung von schwerer Alopecia areata bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen [13, 14].
- Kortison zum Einnehmen sollte Erwachsenen mit schwerer oder sehr schwerer Form angeboten werden, außerhalb der Zulassung; wird es angeboten, sollte es als Stoßtherapie und in aller Regel nicht dauerhaft gegeben werden (jeweils schwache Empfehlung) [2]. Methotrexat sollte Erwachsenen ab mittelschwerer Form als Kombination mit Kortison zum Einnehmen angeboten werden, ebenfalls außerhalb der Zulassung (schwache Empfehlung); TNF-alpha-Hemmer sollen nicht angeboten werden (starke Empfehlung) [2].
Spricht eine Behandlung 6 Monate lang unzureichend an, soll das Vorgehen überprüft und ein Wechsel auf eine andere Behandlung angeboten werden (starke Empfehlung) [2].
Diffuser Haarausfall
Hormonelle Ursachen, Grunderkrankungen oder eine Mangelernährung müssen laut Packungsbeilage von Minoxidil ausgeschlossen und gezielt behandelt werden [11]. Ein Eisenmangel lässt sich laut IQWiG mit Eisenpräparaten gut behandeln; wichtig ist auch, die Ursache des Mangels wenn möglich zu beheben [5].
Nebenwirkungen der Medikamente
Minoxidil zum Auftragen: Zu Beginn kann der Eindruck eines vermehrten Haarausfalls entstehen, weil neue Haare die alten aus der Kopfhaut schieben; das wurde bei einigen Behandelten zwei bis sechs Wochen nach Beginn beobachtet und geht innerhalb einiger Wochen zurück [11]. Bei Anzeichen einer Herz-Kreislauf-Erkrankung oder von Herzrhythmusstörungen, bei Bluthochdruck oder unter Mitteln gegen Bluthochdruck sollten Sie die Lösung laut Packungsbeilage nicht anwenden. Wird ein niedriger Blutdruck festgestellt oder treten Brustschmerzen, ein beschleunigter Herzschlag, Schwäche oder Schwindel, eine plötzliche Gewichtszunahme, geschwollene Hände oder Füße oder eine anhaltende Rötung oder Reizung der Kopfhaut auf, sollten Sie das Mittel absetzen und eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen [11]. Tritt Schwindel oder niedriger Blutdruck auf, führen Sie laut Packungsbeilage kein Fahrzeug und bedienen keine Maschinen [11]. Eine versehentliche Einnahme kann schwere Nebenwirkungen im Herz-Kreislauf-System verursachen [11]. Bei Kleinkindern wurde übermäßiger Haarwuchs am Körper berichtet, nachdem sie Hautstellen berührt hatten, an denen eine Betreuungsperson Minoxidil aufgetragen hatte; achten Sie laut Packungsbeilage darauf, dass Kinder nicht mit diesen Stellen in Berührung kommen [11].
Finasterid: Bei Männern, die Finasterid mit 1 mg einnahmen, wurde über Stimmungsänderungen wie depressive Verstimmung, Depression und, seltener, Suizidgedanken berichtet. Treten solche Beschwerden auf, brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und fragen unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt um Rat [7]. Laut Rote-Hand-Brief vom 15.09.2025 sind Suizidgedanken eine Nebenwirkung von Finasterid zum Einnehmen; berichtet werden sie hauptsächlich bei Männern, die wegen anlagebedingtem Haarausfall behandelt werden [9]. Den Packungen der Tabletten mit 1 mg liegt eine Patientenkarte bei, die an diese Risiken erinnert [7, 9]. Bei einigen Behandelten wurde über eine Beeinträchtigung der sexuellen Funktion berichtet, die zu Stimmungsänderungen einschließlich Suizidgedanken beitragen kann; bemerken Sie Zeichen dafür, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [7, 9]. Erektionsstörungen, verminderte Lust und Schwierigkeiten beim Samenerguss können laut Packungsbeilage auch nach dem Absetzen andauern [7], nach einem Rote-Hand-Brief vom 05.07.2018 in einzelnen Fallberichten länger als 10 Jahre [10]. Bei Veränderungen des Brustgewebes wie Knoten, Schmerzen, Vergrößerung oder Ausfluss aus der Brustwarze sollten Sie sich umgehend an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden, weil sie auf eine ernsthafte Erkrankung wie Brustkrebs hinweisen können [7]. Mehr dazu: Depression durch Medikamente und Libido und Potenz.
JAK-Hemmer: Laut Rote-Hand-Brief vom 17.03.2023, der unter anderem Baricitinib betrifft, wurden bei Menschen mit rheumatoider Arthritis, die bestimmte Risikofaktoren hatten, unter JAK-Hemmern häufiger bösartige Erkrankungen, schwerwiegende Herz-Kreislauf-Ereignisse, schwerwiegende Infektionen, Blutgerinnsel in den Venen und Todesfälle beobachtet als unter TNF-alpha-Hemmern. Diese Risiken gelten als Klasseneffekt, der für alle zugelassenen Anwendungsgebiete bei entzündlichen und Hauterkrankungen relevant ist. Bei Menschen ab 65 Jahren, Rauchern oder ehemaligen Langzeitrauchern und Menschen mit anderen Herz-Kreislauf- oder Krebsrisiken sollten JAK-Hemmer nur angewendet werden, wenn keine geeigneten Behandlungsalternativen zur Verfügung stehen [15]. Entsprechende Einschränkungen nennt die Fachinformation von Ritlecitinib [14]. Regelmäßige Hautuntersuchungen werden empfohlen [14, 15]. In der Schwangerschaft dürfen beide Mittel nicht eingenommen werden; Ritlecitinib auch nicht in der Stillzeit, Baricitinib soll in der Stillzeit nicht angewendet werden [13, 14]. Mehr zur Gürtelrose: Gürtelrose.
Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt ab. Nebenwirkungen können Sie Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke mitteilen oder direkt dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) melden [7, 11]. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Nebenwirkung melden.
Wann Sie sofort ärztliche Hilfe brauchen
Lassen Sie plötzlichen, ungleichmäßigen oder unklaren Haarausfall ärztlich abklären: Bei plötzlich auftretendem oder ungleichmäßigem Haarausfall darf Minoxidil laut Packungsbeilage nicht angewendet werden, ebenso wenig sollte es bei unbekannter Ursache oder bei geröteter, entzündeter oder schmerzender Kopfhaut angewendet werden [11].
Bei Schwellungen von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen, Schluckbeschwerden, Nesselsucht oder Atembeschwerden unter Finasterid nehmen Sie es laut Packungsbeilage nicht weiter ein und suchen sofort Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf [7]. Bei Schwellungen des Gesichts, der Lippen oder des Rachens, die das Schlucken oder Atmen erschweren, unter Minoxidil brechen Sie die Behandlung ab und setzen sich sofort mit einer Ärztin oder einem Arzt in Verbindung [11]. Unter Ritlecitinib nehmen Sie bei einem schmerzhaften Ausschlag mit Blasen (Gürtelrose) oder bei Nesselsucht umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch [14]. Unter Baricitinib informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt oder suchen unverzüglich medizinische Hilfe bei Zeichen einer Gürtelrose oder einer Lungenentzündung wie anhaltendem Husten, Fieber, Kurzatmigkeit und Müdigkeit [13]. Bei plötzlicher Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden, Schmerzen in der Brust oder im oberen Rücken oder Schwellungen in Beinen oder Armen, möglichen Zeichen eines Blutgerinnsels, wenden Sie sich unter Baricitinib sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt [13].
Bei Gedanken, sich das Leben zu nehmen, holen Sie sofort Hilfe. Die TelefonSeelsorge ist Tag und Nacht kostenlos und anonym erreichbar unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123 [16]. Suizidversuche, schwere Atemnot und Bewusstlosigkeit sind Fälle für den Notruf 112 [17].
Quellen
- Behörde Anlagebedingter Haarausfall beim Mann: Was man dagegen tun kann (geprüft durch die Deutsche Dermatologische Gesellschaft). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand 05.11.2025. abgerufen am 18.10.2026
- Leitlinie S3-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Alopecia areata bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Kurzversion, Version 1.0 (AWMF-Register-Nr. 013-104), gültig bis 17.09.2030. Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG). Stand 18.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
- Wie sind Haare aufgebaut und wie wachsen sie?. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 02.01.2023. abgerufen am 18.10.2026
- Behörde ICD-10-Code L65.0: Telogeneffluvium (Erläuterung der "Was hab' ich?" gGmbH im Auftrag des BMG). Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Eisenmangel und Eisenmangel-Anämie. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), gesundheitsinformation.de. Stand 19.04.2023 (erstellt). abgerufen am 18.10.2026
- Behörde Schilddrüsenunterfunktion. Bundesministerium für Gesundheit, gesund.bund.de (in Zusammenarbeit mit dem IQWiG). Stand 23.02.2026. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Finasterid STADA 1 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Fachinformation Fachinformation Finasterid STADA 1 mg Filmtabletten. STADAPHARM GmbH. Stand 08/2025. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief: Finasterid, Dutasterid, Neue Maßnahmen zur Minimierung des Risikos für Suizidgedanken. Zulassungsinhaber finasterid- und dutasteridhaltiger Arzneimittel in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht vom BfArM). Stand 15.09.2025. abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Finasterid: Risiko sexueller Dysfunktionen und psychischer Störungen. Zulassungsinhaber finasteridhaltiger Arzneimittel (veröffentlicht vom BfArM). Stand 05.07.2018. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Minoxidil BIO-H-TIN-Pharma 50 mg/ml Spray zur Anwendung auf der Haut (Kopfhaut), Lösung, für männliche Erwachsene von 18 bis 65 Jahren. BIO-H-TIN Pharma GmbH (Pharmazeutischer Unternehmer); Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH (Hersteller und Vertrieb). Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
- Gebrauchsinformation Gebrauchsinformation Minoxidil BIO-H-TIN-Pharma 20 mg/ml Spray zur Anwendung auf der Haut (Kopfhaut), Lösung, für Frauen über 18 Jahre. BIO-H-TIN Pharma GmbH (Pharmazeutischer Unternehmer); Dr. Pfleger Arzneimittel GmbH (Hersteller und Vertrieb). Stand 09/2024. abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Olumiant (Baricitinib), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Eli Lilly Nederland B.V. (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 13.10.2026 (EMA, letzte Aktualisierung). abgerufen am 18.10.2026
- EMA-Produktinformation EMA-Produktinformation Litfulo (Ritlecitinib), Anhang I: Fachinformation und Anhang III B: Packungsbeilage. Pfizer Europe MA EEIG (Zulassungsinhaber), Europäische Arzneimittel-Agentur. Stand 21.09.2026 (EMA, letzte Aktualisierung). abgerufen am 18.10.2026
- Rote-Hand-Brief Rote-Hand-Brief zu Cibinqo, Jyseleca, Olumiant, Rinvoq und Xeljanz: Aktualisierte Empfehlungen zur Minimierung der Risiken für maligne Erkrankungen, schwerwiegende unerwünschte kardiovaskuläre Ereignisse, schwerwiegende Infektionen, venöse Thromboembolie und Mortalität. AbbVie, Galapagos, Lilly und Pfizer in Abstimmung mit EMA und BfArM (veröffentlicht von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft). Stand 17.03.2023. abgerufen am 18.10.2026
- TelefonSeelsorge Deutschland (Startseite). TelefonSeelsorge Deutschland. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
- Über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (Abschnitt "Fälle für die Notrufnummer 112"). Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), 116117.de. Stand ohne Datumsangabe. abgerufen am 18.10.2026
Häufige Fragen
Was hilft gegen Haarausfall?
Das hängt von der Form ab. Beim anlagebedingten Haarausfall nennt gesund.bund.de mit Bezug auf die Leitlinie des European Dermatology Forum vor allem Minoxidil zum Auftragen, Finasterid-Tabletten und die Haartransplantation. Finasterid ist nur für Männer zugelassen, Minoxidil gibt es in Lösungen für Männer und für Frauen. Beim kreisrunden Haarausfall soll laut S3-Leitlinie bei leichter bis mittelschwerer Form, bei Jugendlichen und Erwachsenen auch bei schwerer Form, Kortison zum Auftragen angeboten werden, außerhalb der Zulassung. Kommt der Haarausfall von einer anderen Erkrankung, etwa einem Eisenmangel, wird diese behandelt.
Ist Minoxidil gegen Haarausfall rezeptfrei?
Ja, laut gesund.bund.de gibt es in der Apotheke auch rezeptfreie Präparate mit Minoxidil. Wegen möglicher Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sollte vor der Anwendung trotzdem immer ein Arztgespräch stattfinden, besonders für Männer mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Laut Packungsbeilage sollten Sie Minoxidil nicht anwenden, wenn die Ursache des Haarausfalls nicht bekannt ist, bei Bluthochdruck oder wenn Sie Mittel gegen Bluthochdruck anwenden. Bei plötzlich auftretendem oder ungleichmäßigem Haarausfall darf es nicht angewendet werden.
Welche Nebenwirkungen hat Finasterid gegen Haarausfall?
Gelegentlich, also bei bis zu 1 von 100 Behandelten, nennt die Packungsbeilage ein Nachlassen des sexuellen Verlangens, Depression, Erektionsstörungen und Störungen des Samenergusses. Ohne bekannte Häufigkeit kommen unter anderem Angst, Suizidgedanken, Hodenschmerzen und eine Vergrößerung der Brust hinzu; sexuelle Störungen können auch nach dem Absetzen andauern. Bei depressiver Verstimmung, Depression oder Suizidgedanken brechen Sie die Einnahme laut Packungsbeilage ab und fragen unverzüglich Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Mehr dazu auf der Seite Finasterid.
Wie lange dauert es, bis Mittel gegen Haarausfall wirken?
Bei Minoxidil zum Auftragen dauert es laut Packungsbeilage mindestens vier Monate, bis Sie einen Erfolg sehen können. Finasterid muss laut Packungsbeilage mindestens 3 bis 6 Monate eingenommen werden, um die Haardichte zu verstärken oder den Haarausfall zu verringern. Bei beiden Mitteln geht die Wirkung nach dem Ende der Behandlung wieder verloren, bei Minoxidil innerhalb von 3 bis 4 Monaten, bei Finasterid wahrscheinlich innerhalb von 9 bis 12 Monaten.
Was hilft bei kreisrundem Haarausfall?
Laut S3-Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft soll Kortison zum Auftragen bei leichten und mittelschweren Formen angeboten werden, bei Jugendlichen und Erwachsenen auch bei schweren Formen (starke Empfehlung); dafür ist es in der Regel nicht zugelassen. Bei schwerem und sehr schwerem kreisrundem Haarausfall sollte Erwachsenen ein JAK-Hemmer angeboten werden (schwache Empfehlung); Baricitinib und Ritlecitinib sind laut Fachinformation zur Behandlung von schwerem kreisrundem Haarausfall bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen. Weil die Haare in den ersten sechs Monaten auch von selbst nachwachsen können, ist laut Leitlinie auch abwartendes Beobachten eine Möglichkeit.
Wie viele Haare am Tag zu verlieren ist normal?
Laut IQWiG können es bei einem gesunden Erwachsenen am Kopf etwa 70 bis 100 Haare am Tag sein. Weil gleichzeitig neue Haare nachwachsen, fällt das nicht auf. Verstärkt ist der Haarausfall, wenn die Haarwurzeln während der Wachstumsphase geschädigt werden oder viele Haare auf einmal in die Ruhephase übergehen.
Helfen Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel gegen Haarausfall?
Gegen anlagebedingten Haarausfall werden laut gesund.bund.de viele Nahrungsergänzungsmittel angeboten, zum Beispiel mit Zink, Koffein oder Pflanzenextrakten; für keines dieser Produkte ist eine Wirkung erwiesen. Auch beim kreisrunden Haarausfall kann die Leitlinie keine Empfehlung für Nahrungsergänzungsmittel aussprechen. Anders ist es bei einem nachgewiesenen Eisenmangel: Er lässt sich laut IQWiG mit Eisenpräparaten gut behandeln.
Zahlt die Krankenkasse Mittel gegen Haarausfall?
In der Regel nicht. Weil der anlagebedingte Haarausfall des Mannes nicht als Krankheit eingestuft ist, müssen Betroffene die Kosten laut gesund.bund.de meist selbst tragen. Arzneimittel, die zur Verbesserung des Haarwuchses dienen, sind laut S3-Leitlinie nach dem Sozialgesetzbuch V auch beim kreisrunden Haarausfall von der Kostenübernahme ausgeschlossen; die JAK-Hemmer sind verordnungsfähig, aber nicht erstattungsfähig. Einzelanträge auf Kostenerstattung werden laut Leitlinie überwiegend abgelehnt.
Medizinischer Hinweis: Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Setzen Sie ein verordnetes Medikament nicht ohne Rücksprache ab. Vermutete Nebenwirkungen können Sie selbst melden: nebenwirkungen.bund.de. Mehr dazu
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